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JAHRESMIX
2006

JAHRESENDE
HOFFNUNG
Nun rieselt auch die letzte
Zeit
vom Jahreszelt herab.
Sie geht dahin, kommt nicht
zurück,
vergleichbar mit dem Grab.
So bleibt nur die Erinnerung
an das vergangene Jahr.
An schöne Tage, voller Freud.
An Zeit, die schmerzhaft war.
Und wieder fängt ein Neues an.
Voll Hoffnung, was es bringt.
Bitt Gott, dass er bewacht die
Zeit
und dass dir viel gelingt.
© C.W.

Noch ein
paar Tage
Das alte Jahr,
noch ein paar Tage.
Dann ist es auch dahin.
Die Zeit, sie kommt nie mehr
zurück.
Entschwindet, ohne Frage.
Die letzten Tage rieseln sanft
vom Jahreshimmel ab.
Uns bleibt nur die Erinnerung.
Sie hielt uns stets in Trab
und zeigt, dass sie vergangen
ist.
Ein kurzer Blick zurück.
Wo war’n wir glücklich eine
Zeit?
Wer ging mit uns ein Stück?
© C.W.

NEU GEDECKT
Das Jahr vergleich ich mit dem
Dach.
Zwei Ziegel sind noch drauf.
Wie schnell war dieses
abgedeckt.
So ist des Lebens Lauf.
Ein neues Haus steht schon
bereit.
Das Dach ist frisch gedeckt.
Viel bunte Ziegel sind darauf.
Neugierde ist geweckt.
Was wird es bringen, dieses
Jahr?
Hält es den Stürmen stand?
Geh ich alleine durch die Zeit?
Wer reicht mir seine Hand?
© C.W.

JAHRESBAUM
Der Jahresbaum steht da, ganz
kahl.
Kein Blatt ist mehr daran.
Der neue Baum steht schon
bereit.
Man sich erfreuen kann.
Was bringt der Baum mir wieder
neu?
Lässt er mich Freude spüren?
Der Jahresbaum steht da und
schweigt.
Wird mich durch Neues führen.
© C.W.

DEZEMBER
Weihnachtserinnerungen
50 Jahre zurück.........
Ich wohnte bei Pflegeeltern und schlief auf
der Wohnzimmer-Couch. Ein eigenes Zimmer? Daran war nicht zu
denken.
Ich hatte in der Küche ein kleines Fach in
einem Schrank, den ich mir mit Oma und meiner Schwester teilte. Das
Geld war sehr knapp.
Nach dem Krieg bauten meine Pflegeeltern,
die mich mit 10 Jahren aufnahmen, ein Haus. Jeder Pfennig wurde
gespart.
Oma schickte mich beim Einkaufen immer in
mehrere Geschäfte. Da war das billiger, dort jenes.....
Das Einkaufen tat ich gerne. Dabei nahm ich
meist meine kleine Schwester mit.
So war sie Oma aus den Füßen, denn Oma
hatte den ganzen Haushalt zu versorgen.
Sie muss damals in meinem jetzigen Alter
gewesen sein. Wenn ich mir vorstelle, was Oma damals noch alles
geleistet hat. Kochen, waschen, bügeln, putzen.....für die
fünfköpfige Familie.
Freilich half ich nach der Schule, so gut
ich konnte. An Freundinnen war nicht zu denken.
Und nun weihnachtete es langsam. Oma
stammte aus Polen. Sie beherrschte das Kochen und Backen, und es
war ihr nichts zu viel.
Ein feiner Mohnkuchen, ein Butterstollen,
Plätzchen verschiedener Art, Konfekt, Rumkugeln....
Es nahm kein Ende.
Da wurde mit Butter nicht gespart. Und die
gute Sanella wurde würfelweise verbacken und verbraten.
Der Mohn musste mehrfach gemahlen werden,
damit er ganz fein war. Die Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln.....Eine
Prozedur.
Ach, Rosinen hatte Oma vergessen. Ich
sauste wieder los.
Der Küchentisch war ständig
belagert.
Es war der Platz, an dem ich auch meine
Hausaufgaben machte. Und die machte ich schnell so
nebenbei.
Einerseits fand ich den riesigen Aufwand
übertrieben. Doch ab und zu blieben für uns Kinder ein paar
verunglückte Plätzchen übrig, und das war wieder das Gute
daran.
Berge von Geschirr blieben zurück. Das
gehörte zu meinen Hauptaufgaben. Es gab keine Spülmaschine, und das
Besteck und Geschirr wurde gleich wieder gebraucht. Man hatte nicht
so viel davon.
Oma wachte streng über die Schätze. Alles
wurde im Schrank verstaut und erst zu Weihnachten gab es die
Köstlichkeiten.
Wir hätten als Kinder auch nicht gewagt,
heimlich an die Dose zu gehen, obwohl wir wussten, wo sie stand.
Oma war sehr streng.
Tante und Onkel waren berufstätig. Sie
kamen immer spät heim.
Da musste alles fertig sein.
Und es klappte auch.
Tante hatte Heiligabend frei. An diesem
Vormittag fuhr sie nach Frankfurt.
Ein frischer Karpfen musste
her.
Ich mochte den glitschigen Fisch und seinen
Geruch nicht. Doch das behielt ich für mich.
Oma zerlegte ihn. Sie machte 8
unterschiedlich große Teile daraus. Jeder sollte ein Stück
bekommen. Sie wurden wie Schnitzel paniert.
Oma erwartete am Heiligabend auch ihren
Sohn mit Familie.
Aus dem Kopf des Fisches kochte sie eine
Fischsuppe. Die matten Augen sehe ich heute noch darin schwimmen.
Von der Suppe aß ich nichts.
Onkel beschäftigte sich mit dem
Weihnachtsbaum und ärgerte sich über den Ständer. Irgend etwas
klappte wohl nicht mit ihm.
Dann wurde im Wohnzimmer der Tisch gedeckt.
Das gute Geschirr wurde hervor geholt. Es wurde nur zu großen
Festen verwendet.
Da hieß es aufpassen, damit ja nichts zu
Bruch geht.
Das hätte mir noch gefehlt. Es musste erst
alles gewaschen werden, da es so lange nicht gebraucht
wurde.
Der Tisch wurde ausgezogen, mit einer
Weihnachtsdecke versehen und sorgfältig gedeckt. Das ganze
Zimmer sah festlich aus.
Nun konnte das Christkind
kommen.

Am 1.
Dezember
Machte das erste Türchen auf.
Dahinter der Wunsch:
“Guter Tagesverlauf.“
Sollte eine Kerze anzünden,
sagen ihr, was mich bedrückt,
ins Lichte sehen,
bin beglückt.
Gute Gedanken schweben im Raum.
Es ist wirklich so,
nicht nur ein Traum.
© C.W.

JEDER
TAG
Jeder Tag bringt kleine
Freuden.
Sind sie dir doch Elixier.
Und so geht es immer weiter.
So bei dir und auch bei mir.
Kleine Freuden sind wie
Strahlen,
die erwärmen dir das Herz.
Sag auch DANKE für’s Empfinden
und blick täglich himmelwärts.
© C.W.

SCHENKEN
Schenk dem Kinde deine Liebe.
Schenke reichlich Zeit
dazu.
Später wirst du daran denken,
dass die Zeit verrann im Nu.
Schenk dem Kinde auch dein
Lächeln.
Höre zu, wenn es dich braucht.
Das ist gar nicht immer
einfach.
Kommst dir manchmal vor
geschlaucht.
Doch es war ein sinnvoll
Streben.
Kinderseele voller Glück.
Sie denkt auch in vielen Jahren
noch an Oma gern zurück.
© C.W.
DEIN
LÄCHELN
Dein Lächeln ist so zauberhaft.
Dein Lächeln macht mich froh.
Weiß ich doch, dass es gut dir
geht.
Dann geht’s mir ebenso.
© C.W.

NOVEMBER
NOVEMBERGRUSS
November war nun gar nicht trübe.
Es kommt oft anders als man denkt.
Ein gelbes Leuchten noch im Garten.
Durch unsichtbare Hand gelenkt.
Novembergrüße schwirren nun
zu dir an einem Samstag Morgen.
Schau dir den Himmel an und lach.
Vergiss die kleinen Alltagssorgen.
© C.W.

TRÜBE ZEIT
Bald kommt die Zeit der trüben
Tage.
Sehr gut hilft dabei
Kerzenschein.
Ein Lächeln und ein liebes
Wort.
Schon stellt sich Wohlbefinden
ein.
Ein jeder braucht das Licht und
Wärme.
Im Alter sucht man es noch
mehr.
Bist du bereit, auch was zu
geben.
Die trübe Zeit ist gar nicht
leer.

KALENDERBLÄTTER
Kalenderblätter für das Jahr.
Bald ist es schon so weit.
Begonnen wird mit großem Fleiß
zur späten Herbstes Zeit.
Ich sammele fleißig durch das
Jahr.
Zwölf Fotos samt Gedichte.
Was mich bewegt, was mir
gefällt.
Davon ich gern berichte.
Das Jahr, es rast so schnell
dahin.
Ist bunt, so wie das Leben.
Kalenderblätter dieser Art,
wird es nicht immer geben.

BLUMEN
DER FREUDE
Willst du noch Blumen der Freude
pflücken,
musst du ein wenig zusammen
rücken.
Es reicht schon, einen Besuch zu
machen.
über Vergangenes reden und herzlich
lachen.
Einfach nur plaudern, was der Alltag so
bringt.
Und du merkst schnell,
dass es dir gelingt,
Auch des anderen Herz zu
erfreuen.
Blumen der Freude, die keinen
gereuen.


HERBSTSTÜRME
Ein kalter Wind begrüßte mich.
Ist ein Novembermorgen.
Die Äste biegt er hin und her.
Die Menschen haben Sorgen,
dass dieser Wind zu einem
Sturm.
Das Wasser treibt hinaus.
Dadurch beschädigt Mensch und
Tier
und manches alte Haus.
Oh HERR, halt diese Winde fest.
Sie sollen nichts zerstören.
Sie gnädig mit dem
Menschenkind.
Sollst ihr Gebet erhören!

OKTOBER
WENN DIR EIN MENSCH....
Wenn dir ein Mensch sehr weh
getan,
dann wende dich an Gott.
ER kann am besten dich
verstehen,
und lindert deine Not.
So kannst du wieder Ruhe
finden.
ER salbt dein wundes Herz,
trocknet die vielen Tränen
dein.
und nimmt von dir den Schmerz.
© C.W.

GEDANKEN
Der alte Topf kann viel
erzählen.
Doch hält er sich zurück.
Lag viele Jahre auf dem Grund.
Nun hat er dieses Glück.
Ein Fischer holte ihn heraus.
Die Schüssel auch gelocht.
Der Rest von einem Blumentopf.
Wie wurden sie gemocht,
als sie noch nützlich waren.
Geschenkt zum Hochzeitsfest.
Dann einfach weggeworfen.
Du siehst hier noch den Rest.
Was weiter mag passieren.
Das ist nur Phantasie.
Ich hielt die Dinge fest
in meiner Poesie.
© C.W.

IM GARTEN
MEINER TRÄUME....
Im Garten meiner Träume,
träum’ ich mich heut weit fort.
Suche mir in Gedanken
einen vertrauten Ort.
Wo ich mich glücklich fühle,
wo ich nicht ganz allein.
Wo das Verstehen wohnt,
der Hauch vom Glücklichsein.
© C.W.

MELANCHOLIE

Melancholie schwebtüber mir
und träufelt auf mein Herz.
Es schmeckt so manches
bittersüß
Es ist kein Weh, kein Schmerz.
Und doch weiß mancher, was das
ist.
Es ist kein Hoch, kein Tief.
Die Stimmung heißt:
Melancholie,
die heute nach mir rief.
© C.W.

DES
ALTERS GLÜCK
Die Jahre rennen davon.
Was ist des Alters Lohn?
Die Enkel wachsen sehen.
Ein Großteil von Verstehen.
Noch etwas Freude spüren.
Nie ganz den Mut verlieren.
Zufrieden blicken zurück.
Das ist des Alters Glück.
© C.W.

Ein Schmetterling besucht den
See,
Er fliegt zu einer Blume.
Sie wächst aus einem Stein
heraus.
Hat wenig Ackerkrume.
Sie blüht nur für den
Schmetterling,
denn er liebt diesen Strauch.
Oktobersonne, schöner Tag.
Man spürt des Herbstes Hauch.

© C.W.

NEBEL
Mit einem weißen Seidenschal
geht bald der Herbst spazieren.
Er hüllt damit die Täler ein,
lässt uns so langsam spüren,
dass die Natur zur Ruhe geht.
Wir sollten auch drauf hören
und dieses Herbstes stille Zeit
nicht ohne Grund zerstören.
© C.W.

SEPTEMBER
APFELBÄCKCHEN
Farbenpinsel in der Hand.
So spaziert der Herbst durch’s
Land.
Malt die Apfelbäckchen an.
Er ist ein gar fleiß’ger Mann.
Tupft die Blumenbeete bunt.
Zinien, ganz kugelrund.
Farbenmischung so perfekt.
Dahlien hab’ ich entdeckt.
Eine Vielfalt, eine Wonne.
Scheint dazu auch noch die
Sonne.
Dank für alle guten Gaben,
die wir in der Herbstzeit
haben.

© C.W.

Wer im Herbst alleine ist,
wird es auch im Winter bleiben.
Ruhige Zeit ist angesagt.
Ob’s dir recht ist, ob du
leidest.
Das wird leider nicht gefragt.
Mach das Beste aus der Lage.
Bist du doch nicht ganz allein.
GOTT wird dich stets treu
begleiten.
Brauchst deshalb nicht traurig
sein.
© C.W.

Mit 66 Jahren,
da fängt das Leben an.
Doch welches Leben meint er,
der Udo, Sängersmann?
Nun bin ich 66,
nur mir ist nicht ganz klar,
ob ich von dannen muss,
vielleicht geschenkt paar Jahr?
Zum Glück weiß ich es nicht,
was dieses Leben hält bereit.
Doch weiß ich vielmehr heute,
vom Wechsel Freud und Leid.
© C.W.

Rote Schuhe auf dem Steg.
Füße in das kühle Nass.
Sitze auf den Planken
und es macht mir großen Spaß
Sonne wärmt mir das Genick.
Augen schweifen über’n See.
Füße baumeln, Blätter fallen.
Seele schwingt sich in die Höh.
© C.W.

FLIEGE
Eine kleine, zarte
Fliege,
wohnt seit Tagen hier.
Erst wollte ich sie jagen.
Doch sie sagte mir:
„Du bist ganz alleine.
Nun bin ich bei dir.
Schau dir zu beim Rätseln,
bist sympathisch mir.
Mach dir keine Arbeit.
Bin bescheiden sehr.
Lässt du mich zu Hause,
flieg ich hin und her.
Warte auf dein Kommen.
Bis der Tisch gedeckt.
Lass dich ruhig essen.
Habe mich versteckt.
Dann flieg’ ich zur Tasse.
Tanze ringsumher.
Schaue auf den Tassengrund.
Tasse ist schon leer.
Setze mich auf deinen Arm.
Schau dir zu beim Schreiben.
Leider führst du bald schon
fort.
Könntest bei mir bleiben.“
© C.W.

Wasser, Lebensquelle,
rinnt tagein, tagaus.
Hole mir paar Flaschen
täglich in mein Haus.
Trinke Schluck für Schluck.
Köstlich dieses Nass.
Schmeckt so herrlich frisch.
Macht mir richtig Spaß,
von der Quell zu zapfen.
Denk an Wasser’s Lauf.
Schaue voller Dankbarkeit
zu dem Schöpfer auf.
© C.W.

HERBSTNEBEL
Ein dichter Vorhang lässt nur
ahnen,
wo dieser Berg, wo jenes Haus.
Wird dieser Vorhang heut’
verschwinden?
Ich blicke unentwegt hinaus.
Mal ist der Vorhang etwas
lichter.
Ich sehe schon das Bergmassiv.
Doch nein, jetzt wird es wieder
dichter.
Der Nebel hängt noch gar so
tief.
Bald ist es Mittag, liebe
Sonne.
Zieh diesen Vorhang endlich
fort.
Ich will die Schönheit hier
genießen,
an diesem mir vertrauten Ort.
© C.W.

LANGEWEILE
Eine Weile lang hatte ich
Langeweile.
Doch Langeweile, eine Weile
lang,
das tut gut.
Das macht nicht bang.
© C.W.

ABSCHIED VOM SEE
Der Wind blies in die Segel,
der Bauch blühte sich auf.
Ein Schiff folgte dem anderen.
Schön der Regatta-Lauf.
Es kam mir vor, als zeigten,
die bunten Segel ihre Pracht.
Orange, weiß-blau, ein helles
Rot.
Ich deutete den Augenblick:
Dies für mich gemacht.
Doch weiß ich, dass es nicht so
ist.
Mich packt die Phantasie.
Der Glitzersee, die
Abschiedsstund’
Dies Bild vergess’ ich nie.
© C.W.


Zehn Finger tanzten auf den
Tasten.
Erinnerung wird ewig bleiben.
wie die Maschine ratterte.
Lernte blind
Maschinenschreiben.
Nun ist es fünfzig Jahre her.
Der Fleiß, er ist geblieben.
Nur die Maschine wechselte.
Fast lautlos wird geschrieben.
Doch heute packte ich sie aus.
Schrieb ruhig, nicht gehetzt.
Schenkte ihr eine Rose zart.
wurd’ in die Jugendzeit
versetzt.
© C.W.

JUGENDLIEBE
Wir hatten in der Schule Steno- und
Schreibmaschinenkurs.
Damals war ich 15 Jahre alt.
Es war für die Mädchen, die Zeit der Schwärmerei. Ich
hatte mich in einen Jungen aus meiner Klasse verguckt oder sagen
wir etwa verliebt?
Er hieß Karli und wohnte ganz in der Nähe der
Platanenallee, wo ich wohnte.
Mein Blick wanderte oft zu seinem Fenster im 3. Stock, wo
er in einem Mietshaus wohnte.
Doch ich sah immer nur die Mutter von ihm. Scheinbar war
es das Küchenfenster. Ich stand lange da, denn ich putzte im
Vorhaus die Schuhe der gesamten Familie. Manchmal kamen 10 Paar
zusammen.
Tantes Schuhe putzte ich am liebsten. Sie waren so schön,
denn Tante arbeitete in Frankfurt auf einer Bank.
Onkels Schuhe hatten manchmal ganze Zementklumpen dran. Er
war Maurerpolier, und ich hatte oft meine liebe Not, den hart
gewordenen Zement zu entfernen, bevor ich sie mit schwarzer
Schuhcreme einschmieren konnte.
Dann waren noch Omas Schuhe, die meiner kleinen Schwester
und meine roten Lieblingsschuhe.
Oft sang ich dazu und freute mich über den Anblick, wenn
sie sauber in Reihe und Glied auf der Brüstung standen.
Doch nun zurück zum Schreimaschinen-Unterricht und meiner
Jugendliebe.
Schüler, die keine Schreibmaschine zu Hause hatten,
durften am Nachmittag die Schulmaschinen benutzen. Wir waren dort
ohne Lehreraufsicht, und es ging manchmal lustig zu.
Ich ging gerne dort hin, denn ab und zu war auch Karli
anwesend.
Ein ganz großes Glück war es für mich, wenn ich ihn schon
auf dem gemeinsamen Weg zur Schule traf.
Wir unterhielten uns, lachten auch zusammen, doch Karli
merkte gar nicht, dass ich in ihn verliebt war.
Wie sollte ich es ihm auch zeigen?
Er erzählte mir einmal, dass seine Mutter von mir
geschwärmt hätte.
Scheinbar hatte sie mich von ihrem Fenster aus beim
Arbeiten beobachtet und gelobt.
Doch was hatte ich davon, wenn die Mutter von mir
schwärmte?
So blieb meine erste Liebe geheim und
unerfüllt.
Aber sie blieb in meinem Gedächtnis und das ist doch etwas
Schönes. Oder?
©
C.W.

TUN, WAS
GEF�LLT
Das kann ich erst im Alter, und es ist
befreiend und wunderschön.
Früher konnte ich das nicht.
Während meiner Kindheit durfte ich nie tun,
was mir in den Sinn kam. Ich hatte Aufgaben, die mir übertragen
wurden und diese erfüllte ich sehr gewissenhaft und ohne
Murren.
Dazu gehörte das Aufpassen meiner
Halbschwester, die ich täglich im Kinderwagen zum Einkaufen
mitnahm, das schnelle Erledigen meiner Schulaufgaben, Küchendienst,
Putzarbeiten und Gartenarbeiten.
Die Arbeiten gingen mir so in Fleisch und
Blut über, dass ich nicht nachdachte, etwas anderes zu
tun.
Eine Freundin besuchen, nein, so etwas gab es
nicht. Oder eine Freundin nach Hause bringen? Die Frage wagte ich
gar nicht zu stellen.
Lediglich der sonntägliche Kirchgang war mir
erlaubt. Dafür zog ich mein schönstes Kleid an. Gleich danach
tauschte ich es gegen ein älteres. Oma bestand darauf. Ich hätte es
am liebsten den ganzen Tag anbehalten, allerdings mit einer Schürze
beim Essen und Geschirrwaschen.
Später erging es mir nicht viel anders.
Arbeit von morgens bis abends.
Doch das Arbeitspensum bestimmte ich.
Das Arbeiten war ich gewohnt, und so fehlte mir auch nichts. Ich
arbeitete gerne. Dabei sang ich oft und freute mich nach getaner
Arbeit über das Ergebnis.
Geputzte Fenster, gewaschene Gardinen,
geputzte Schuhe, gebügelte Wäsche usw.
Zwei Kinder hielten mich den ganzen Tag auf
Trab. Auch der Mann, der mittags schon vom Schuldienst nach Hause
kam, ließ den Gedanken an ein Ausruhen gar nicht
aufkommen.
Er musste zum Teil auch noch beschäftigt
werden oder hielt mich manchmal von der Arbeit ab, die ich dann
doch alleine erledigen musste.
Wenn die Kinder in der Schule waren, dann
räumte ich das Haus auf, wusch die Wäsche, das Geschirr, kümmerte
mich um den Garten, den Einkauf, den Schriftkram.
Wir bauten 1967 ein Haus, das heißt, wir
ließen es bauen. Aber es lief nicht alles glatt. Ständig musste ich
mich um die Handwerker kümmern.
Dann war schon wieder Kochen
angesagt.
Am Nachmittag kümmerte ich mich um die
Hausaufgaben der Kinder.
Es war immer etwas zu tun, denn ich hatte ja
eigentlich drei Kinder, wenn ich den Mann mitrechne.
Im Haus war auch ständig etwas zu tun, das
alles übernahm ich, und ich machte es auch gerne. „Mutti kann
alles.“
Das sagte mal der Jüngste zu einer
Kindergärtnerin, die es mir erzählte. Ich war erfreut daräber, dass
der Kleine es schon erkannt hatte.
Viele Jahre kochte und putzte ich auch für
Opa, der im Altenwohnheim lebte,
und so hatte ich vier Männer zu
versorgen.
Im Album fand ich ein Foto mit dem
Text:
"Meine vier
Männer, und jeden habe ich verwöhnt".
Zu guter Letzt pflegte ich meinen
Schwiegervater bei uns im Haus. Ich holte ihn in der letzten Zeit
zu uns. Er war oft verwirrt, und es war sehr schwer für
mich.
Da war ich arg überfordert und merkte erst
nach seinem Tode, dass ich nervlich und körperlich an meine Grenzen
gegangen bin.
Doch seit meiner Herzkrankheit, es sind schon dreizehn Jahre her,
bin ich nicht mehr von morgens bis abends am Arbeiten.
Damals verließ ich meine Familie. Die Kinder
waren groß, Opa war schon lange gestorben, und mein Mann war
immer alleine unterwegs. Sie sollten es lernen, erwachsen zu
werden, denn sie verließen sich alle zu sehr auf mich, und
irgendwann wurde mir dann doch alles zu viel. Keiner fragte nach
mir.
Das Herz streikte.
Nun bestimmt mein Herz das Arbeitspensum.
Manchmal zwingt es mich, einfach nichts zu tun. Körperliche Arbeit
ist dem Herzen viel zu anstrengend.
So bin ich auf geistige Arbeit
umgestiegen.
Ich dichte, ich schreibe Kurzgeschichten, ich
maile, ich kommentiere. Ich bin täglich kreativ beschäftigt durch
Bilderbearbeitungen, Power Point Präsentationen, Homepage
Gestaltung.
Es macht Freude, wenn man von vielen Menschen
Lob und Anerkennung bekommt.
Das sind Streicheleinheiten für die Seele und
das Herz.
Schwere Arbeiten wie Rasenmähen, Kehren,
Staubsaugen werden mir oft von einem lieben „Hausgeist“ abgenommen.
Da bin ich sehr froh, dass mir im Alter so ein lieber Mensch
hilft.
Diese Arbeiten strengen das Herz so an, dass
es mich zum Aufhören zwingt. Ich muss mich hinsetzen und
abwarten.
Manche Tage ist es aber auch gnädig mit mir
und lässt mich doch selbst einiges erledigen. Im Haushalt fällt
allerhand an.
Stress kann es gar nicht mehr verkraften. Da
zieht es sich zusammen und krampft. So jedenfalls kommt es
mir vor.
Ich gehe gerne im Sommer ins
Freischwimmbad. Danach sitze ich oft mit anderen Damen zusammen
dort am Kiosk, wir plaudern, trinken einen Kaffee, und ich kann
dort sitzen, solange es mir gefällt. Das finde ich sehr
angenehm.
Ich koche, wann es mir gefällt. Manchmal
brauche ich das gar nicht, weil ich mir im Schwimmbad ein
Käsebrötchen geleistet habe. Oft fahre ich mit dem Rad dort hin,
weil es nicht weit ist.
Durch meine Angina pectoris bin ich in meinen
Unternehmungen sehr eingeschränkt. Ich kann nicht einfach da und
dort hingehen. Erst muss ich überlegen, ob ich mir das heute
zumuten kann. Nehme ich das Fahrrad? Oder muss ich sogar das Auto
nehmen?
Meistens bleibe ich dann zu Hause, denn das
ist der Ort, wo ich mich in Haus und Hof bewegen kann, ohne große
Anstrengung.
Ich könnte nie mehr mit schnellem Tempo zum
Zug laufen.
Mir ist noch der Besuch einer Bekannten, die
einen Garten am Lerchesberg in Frankfurt hat, in
Erinnerung.
Im Garten war es wunderbar. Doch das Laufen
vom Parkplatz dorthin war schon eine enorme
Anstrengung.
Ich war abends sehr froh, heil nach Hause
gekommen zu sein. Auf dem Heimweg vom Bahnhof zu meiner Wohnung
musste ich mehrmals stehen bleiben. Lieber Gott, lass es mich
schaffen.
Und mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren,
würde zu viel Stress für mich sein, deswegen die
Zugfahrt.
Es ist für mich ein großer Vorteil, dass ich
Auto fahren kann. So komme ich wenigstens zu meinem Sohn,
meiner lieben Schwiegertochter und sehe meine herzallerliebste
kleine Enkelin Fiona.
Auch ein Wochenendbesuch bei meiner Schwester
ist immer eingeplant und schön.
Zum Einkaufen verwende ich es öfters und
empfinde es als eine Wohltat.
Was will ich mehr?
Ich kann machen, was mir gefällt. Zwar sehr
eingeschränkt, aber es ist viel mehr, als ich jemals für mich in
jungen Jahren tun konnte.
Deshalb bin ich froh und zufrieden und hadere
nicht mit meinem Schicksal.
Das Alter hat auch seine schönen Seiten. Man
muss sie nur erkennen und lieben lernen.
© C.W.

AUGUST
SOMMERFREUDEN
Die
Dahlien, sie blühen
in ihrer
schönsten Pracht.
Ich kann
dir gar nicht sagen,
wie da
mein Herze lacht.
Ich
streichle sie gar zärtlich,
doch lass
ich sie in Ruh.
Ich werde
sie nicht brechen.
Dankbar
nickt sie mir zu.
©
C.W.

SEHNSUCHT
Sehnsucht
pocht des Nachts ganz sachte
an die
Herzenskammertür.
Will dich
heute nicht verspüren.
Tut mir
leid, kann nichts dafür.
Wei� ich
doch um das Gefühl.
Schmerzlich
ist’s allein zu sein.
Sehnsucht,
sie ist fort gegangen.
Und ich
schlafe friedlich ein.
©
C.W.
ALLEIN
Drücke sanft
mein weiches Kissen
an das Herz
und denke dein.
Ja, ich
werde dich vermissen.
Weiß, bald
bin ich ganz allein.
©
C.W.

JULI
Es gibt
sie doch, die Engel
Mein Herzmedikament ging zu Ende. Ich hatte Anfang des
Jahres auf Strodival umgestellt, einem Medikament mit wenig oder
gar keinen Nebenwirkungen.
Von dem Medikament las ich im Internet, wo ich in einem
Dichterforum fast täglich schreibe.
Ein Mann mit Namen Wilfried, wies in einer Anmerkung
darauf hin, und ich wurde hellhörig. So mailte ich ihn an, um mich
etwas schlau zu machen. Ich erhielt einige Internetadressen
und konnte dadurch viel erfahren. So nach und nach freundete ich
mich mit dem Gedanken an, dieses Strodival auszuprobieren, denn ich
hörte nur Gutes.
Auch Wilfried lobte es. Er hatte schon seine Erfahrung
gemacht.
Mein Arzt lächelte ein wenig, als ich ihm von diesem
Medikament erzählte. Er war aber bereit, es mir zu verschreiben.
Zwar bekam ich nur ein Privatrezept, aber immerhin.....
Beim nächsten Arztbesuch bekam ich es sogar verschrieben.
Danke, lieber Herr Doktor.
So viel zu der Vorgeschichte.
Nun ging es zur Neige.
Und so fängt meine
Engel-Geschichte an.
Ich fuhr zur Apotheke, um mir das Medikament zu holen.
Leider war es nicht vorrätig. Morgen sollte ich wieder
kommen.
Aber ich staunte nicht schlecht, als ich erfuhr, dass es
leider vergriffen sei.
Vielleicht wieder im September lieferbar.
Oje, jetzt haben wir Juli. Was mache ich? Soll ich wieder
auf die alten Medikamente zurück greifen? Die hatte ich doch
abgesetzt, weil ich den Eindruck hatte, dass ich mit dem Medikament
nicht so klar sehen konnte.
Gerade beim Autofahren fiel es mir auf.
Man riet mir, mehrere Apotheken anzurufen. Vielleicht
hätte ich Glück.
Doch ich hatte keines. Überall hörte ich die gleiche
Erklärung. Lieferschwierigkeiten beim Hersteller.
Nun schaute ich im Internet. Ich mailte mit einer großen
Apotheke und bekam auch sofort Antwort.
Es ist
richtig, dass, es im Moment Lieferschwierigkeiten gibt. Auch
wir
können Ihrem
Wunsch im Moment nicht nachkommen.
Wir wünschen
Ihnen noch einen schönen Tag.
Jetzt fiel mir Wilfried ein. Ich mailte ihn an mit einem
etwas schlechtem Gewissen, weil ich mich so lange nicht mehr bei
ihm gemeldet hatte.
Doch das nahm er mir nicht krumm, wie man in folgenden
Zeilen lesen kann:
Hallo liebe
Christine,
ich freue
mich sehr von Dir zu hören,
dachte
manchmal, wie geht es ihr.
Ich hatte
davon gehört, dass es knapp sei (Medikament)
und es mir
verschreiben lassen, obwohl ich es noch nicht direkt
brauchte,
und bekam es
in unserer Apotheke .....
Nun ging bei mir ein Licht auf. Würde mir Wilfried
aushelfen?
Er tat es. Heute erhielt ich das rettende Päckchen. Ich
bedanke mich bei ihm mit dieser Kurzgeschichte, die ich ihm
gewidmet habe.
Wilfried habe ich noch nie gesehen, noch nie mit ihm
telefoniert, denn Engel sieht man nicht........
© C.W.


SONNENGRÜSSE
Wenn die Sonne strahlend lacht,
Träume ich mich zu Dir.
Freue mich am Himmelsblau.
Gut geht es Dir und mir.
Mache es der Sonne gleich.
Schau zufrieden drein.
Jeder Blick sagt Danke Dir.
Gern gedenk ich Dein.
© C.W.

VERGÄNGLICHKEIT
Ich sitze auf der Gartenbank
des abends hinter’m Haus.
Schau meinen Rosenbogen an.
Zu heiß, wie schade. AUS!
Die Schönheit ging so schnell
dahin.
Das ist’s, was ich heut’
dachte.
Ihr wisst noch die Bewunderung,
wie still meine Herze lachte.
Ich schneide euch nicht einfach
ab.
Zu schade denk’ ich mir.
Zum Dank legt mir der warme
Wind
viel Rosenblätter vor die Tür.
© C.W.


Donnergrollen in der Ferne.
Dunkle Wolken ziehn dahin.
Ab und an ein Blitzezucken.
Gut, dass ich zu Hauses bin.
War im Feld, das Korn stand
hoch.
Leuchtete im Abendschein.
Dabei blickte ich gen Himmel.
Und ein Dankspruch fiel mir
ein.
Hoffe nun auf sanften Regen,
der die Erde langsam tränkt.
Der uns Menschen hier auf
Erden,
eine große Ernte schenkt.
© C.W.

Vögel zwitschern gar so
lieblich.
Sitzen hoch im Baum versteckt.
Wind er biegt die Äste nieder.
Habe heut’ ein Nest entdeckt.
Amseleltern füttern fleißig.
Fliegen ständig hin und her.
Ob sie selber etwas fressen?
Oder ist ihr Magen leer?
Ach, das möchte ich gern
wissen.
Doch die Antwort, sie bleibt
aus.
Sehe nur wie Amselvater
fliegt mit Wurm zum Amselhaus.
© C.W.

Abendstille, Abendfrieden
findest du meist nur allein.
Musst den leisen Tö�nen
lauschen.
Und die Ruhe stellt sich ein.
© C.W.

Unsere Ruhe ging dahin.
Das geht mir heut’ durch den
Sinn.
Auto und der Flugzeuglärm.
Viele sehen ständig fern.
Werden bombardiert mit Daten.
Nachmittag die Serien warten.
Kinder mit Computerspielen,
auf gewisse Dinge zielen.
Opa hat auch keine Zeit.
Fußballmatch, ist nicht mehr
weit.
Will die Reportagen sehen.
Wie wird das noch weiter gehen?
Ist der Fußball dann vorbei.
Radsport, Tennis, Vielerlei.
Kinder sind da auch schon
süchtig.
Sage nur, ist das noch richtig?
© C.W.

JUNI
FRIEDHOFSGEDANKEN
Wie viele Menschen liegen hier,
die ich so gut gekannt.
Sie wohnen jetzt, so denke ich
in einem anderen Land.
Dort gibt es keinen Schmerz, kein Pein.
Der Körper ist vergangen.
Der Schuld war, dass der Tod so früh
an ihnen hat gehangen.
Umringt von kleinen Engelein,
die ihnen Lieder singen.
Des Öfteren zur Erde fliegen,
und denen Botschaft bringen
von ihren Lieben, die dort leben
und nun geduldig warten.
Sie dann empfangen liebevoll
in einem Friedensgarten.
© C.W.

VERTRÄUMT
Wir blicken beide heut’
verträumt
in diesen frühen Morgen.
Alles ist nass,
ein Regen nahm des nachts die
Sorgen,
dass langsam dürre wird
das Gras, der Baum, manch’
Strauch..
Alles gesättigt von dem kühlen
Nass.
So frisch erscheint die Welt.
Und wieder blinzelt uns die
Sonne
vom blauen Himmelszelt.
© C.W.
SEELENHEIMAT
Seelenheimat ist ein Ort,
lädt ein zum Bleiben.
Du willst nicht fort.
Fühlst dich verstanden,
Harmonie ist vorhanden.
Seelenheimat, hast du sie
gefunden.
Du fühlst dich immer mit ihr
verbunden.
© C.W.

Der Kirschbaum lockt die Stare
an.
Sie sitzen in den Zweigen.
Vergnügen sich den ganzen Tag.
Kein Krach kann sie vertreiben.
Sie halten dort ihr Treffen ab.
Der Tisch ist reich gedeckt.
Obwohl die Früchte noch nicht
reif.
Das hat sie nicht geschreckt.
Sie räumen schnell den Kirschbaum
ab.
Man sieht nur noch die Kerne,
die abgenagt nun hängen da.
Auch ich mag Kirschen gerne.
Das wissen diese Stare nicht.
Wie kann ich's ihnen sagen?
Unreife Kirschen sind nicht gut
für meinen Menschenmagen.
So essen sie die KIRSCHEN auf.
Für mich bleibt nur das HERZ.
Sie sind gesättigt, sicher froh
und fliegen himmelwärts.
© C.W.

GLOCKENBLUMEN
Die Glocken läuten den Sommer
ein.
Sie tanzen gar lieblich im
Wind.
Erinnern mich an meine
Kinderzeit.
Pflücke ein Sträußlein
geschwind.
Schaue mir ihre Zartheit an.
Lächle ein wenig dazu.
Bewunderung macht sich im Herzen
breit.
Gibt mir die innere Ruh.
© C.W.

PARADIES
Wer einen kleinen Garten hat,
hat auch ein Stück vom
Paradies.
So denke ich es jeden Tag,
weil GOTT die Blumen wachsen
ließ.
Fast jeden Tag entdecke ich
die neue Farbenpracht,
die sich geöffnet, ach wie
schön
in einer Vollmondnacht.
© C.W.

WARUM
Warum immer die große Liebe?
Warum nicht bescheiden sein?
Auch kleine Sonnenstrahlen
treffen ins Herz hinein.
Sie wärmen deine Seele,
tuen dir einfach gut.
Täglich ein wenig davon.
Das macht dir Lebensmut.
© C.W.

Ich schick Dir einen lieben Gruß,
der Helle in die Seele bringt.
Dann ein paar Blumen noch dazu,
und hoffe, dass es mir gelingt,
ein kleines Lächeln Dir zu zaubern
an diesem ersten Junitag.
Und noch etwas: Ich will Dir sagen,
dass ich dein liebes Wesen mag.
© C.W.


FANGE
GERN DIE STIMMUNG EIN
Heute sitze ich alleine,
hör den anderen Leuten zu,
wie sie sich laut unterhalten.
Hab' gerade innere Ruh,
einfach vor mich hin zu
träumen.
Sitze gerne im Kaffee.
Kühl ist dieser Mai geworden.
Der Kaffee vertreibt manch'
Weh.
Gibt dem Herzen einen Schubs,
kommt in Schwung, auch die
Ideen.
Und ein Strauß Erinnerung
um die Kaffeedüfte wehen.
Langsam wird der Kaffee kalt.
Letzter Schluck schmeckt nicht mehr
fein.
Hab genossen diese Pause.
Packe meinen Bleistift ein.
© C.W.

MAI
MAIZAUBER
Der Monat Mai ist wunderbar.
Der Flieder duftet stark.
Früh singen schon die Vögelein.
Es wird ein schöner Tag.
Mein Herz ist voller Freude heut'.
Du kommst, das sagt es mir.
Mein Blick, er wandert immerzu
nach draußen, Richtung Tür.
© C.W.


Im Mai ist mir so leicht ums
Herz.
Warum kann ich nicht sagen.
Verbindet man doch mit dem Mai,
Anzahl von schönen Tagen.
Ich sehe mehr des Himmels Blau,
höre der Melodien Klang.
Erblicke Blumenfarben bunt.
Lausche dem lieben Vogelsang.
Im Mai ist mir so leicht ums
Herz.
Das Hoffen wohnt mir inne.
Ich danke Gott für die Natur,
und bitt', dass viel gelinge.
© C.W.

MAIBÄNDER
Maibänder wehen im Winde.
Farben den Tulpen gleich.
Ist immer wieder ein Wunder,
wie die Natur macht uns reich.
Schickt uns viel Freude ins
Herze.
Fröhlich wird mir dann der
Sinn.
Maibänder flattern im Winde.
Sagen, dass glücklich ich bin.
© C.W.

Mailuft weht mir um die Nase.
Atme tief der Blüten Duft.
Mir ist so beschwingt zumute.
Eine Liebe nach mir ruft.
Folge nicht mehr, bin zu müde.
Liebe fordert oft und viel.
Bin vielleicht dann
überfordert.
In sich ruhen, ist mein Ziel.
© C.W.

Ich schenk dir einen Maienkuss.
Er ist besonders zart.
Dazu der starke Fliederduft.
Löst aus Gedankenfahrt.
Du träumst von Maien lange her.
Der Kuss war damals wild.
Die Blumenwiese dient als Bett.
Sehe noch heut das Bild.
© C.W.

BEOBACHTUNG
Ich sitze gern auf einer Bank
und seh' den Leuten zu.
Wie sie an mir vorübergehen.
Das Bild wechselt im Nu.
Nur selten blickt ein Mensch zu
mir.
Ich lächele ihn an.
Und denke dabei immer nur:
Warum so eilig Mann?
Die Frau mit Kinderwagen rast
mit Rollerscates vorbei.
Ich möchte fragen ganz direkt,
ob das normal noch sei.
© C.W.

Der Tanz in den Mai
schon lange vergangen.
Gefühle wie Leichtigkeit
festgehangen.
Ich denke zurück an Liebe pur.
Ist nicht mehr viel übrig.
Keine Wehmutsspur.
Sie ist weg geflogen,
wie ein Vogel im Wind.
War nicht mehr zu spüren.
Getrennt wir nun sind.
Der Mai, er kehrt wieder.
Jedes Jahr neu.
Kein Groll ist im Herzen.
Nichts, was ich bereu.
© C.W.

Spargelzeit
Gerade im Mai drängen sich Gedanken an meine Jugendzeit in
den Vordergrund, wenn ich Spargel sehe.
Jetzt kaufe ich welche, wenn ich Appetit danach habe und
greife sogar nach den angebotenen Spargelköpfchen, die beim Stechen
oder Reinigen abgebrochen sind, denn ich weiß, sie schmecken am
besten.
Heute sehe ich auf den Feldern viele Frauen und Männer,
die mit einem Auto gebracht und geholt werden. Es sind meist
polnische Saisonarbeiter. Ihre Haut ist dunkelbraun, und sie sehen
mich nicht, denn ihr Blick ist auf die braune Erde gerichtet, um
das teure weiße Gold, so nenne ich den Spargel, zu
erspähen.
Diese Wochen im Mai und Juni waren besonders hektisch in
meiner Jugend, denn es war eine zusätzliche Belastung und
Herausforderung für mich.
Nach den Hausaufgaben fuhr ich mit dem Rad auf den
Spargelacker.
Er lag außerhalb der Ortschaft. Ein kleiner Fahrradweg
führte an der Gärtnerei vorbei durch die Felder. Links und rechts
stand das Korn schon in halber Höhe und manche Kornblume und das
leuchtende Rot des Mohns erfreute mein Herz. Am liebsten w�re ich
abgestiegen und hätte einen Strauß gepflückt. Aber dazu hatte ich
keine Zeit. Doch für ein Lied zu trällern, hatte ich immer Lust,
wenn ich durch die Natur radelte.
So sauste ich auf einem Herrenfahrrad, das meinem Onkel
gehörte und mit einem Korb am Gepäckträger zu dem verschlossenen
Gartenhäuschen, holte dort das Spargelmesser und eine Holzscheibe
zum Glätten der Erde hervor, und dann ging ich die Reihen mit
meinem Korb entlang.
Mit Adleraugen sah ich die gesprungene Erde, die einen
Spargel anzeigte. Nicht immer schaute die weiße Spitze
hervor.
Wenn ich einen Spargel übersehen hatte, war sein Köpfchen
am nächsten schon etwas blau, und das war nicht gut, denn dafür gab
es weniger Geld.
Ich buddelte wie ein kleiner Maulwurf die Erde weg.
Blitzschnell konnte ich das, es war ja auch Sand, und zack, schnitt
ich mit dem Messer den Spargel ab.
Die Länge konnte ich gut einschätzen. Ich schnitt sie
etwas länger, denn die Endstücken waren für uns gedacht, und es gab
ein gutes Spargelgemüse.
Danach mussten sie in einer Wanne gewaschen, sortiert und
auf ein vorgeschriebenes Maß geschnitten werden.
Dazu hatte mein Onkel einen Kasten gebastelt, der auf
einer Seite geöffnet war. So konnte man eine Handvoll Spargel
hineinschieben und abschneiden. So waren sie dann alle gleich
lang.
Sie sahen schon hübsch aus, schneeweiß, gleich lang,
gleich dick....
Jedes Päckchen wurde in ein Geschirrtuch gewickelt und in
Wasser gelegt.
Am Abend brachte ich sie zur Annahmestelle, wo in eine
Liste die unterschiedlichen Sorte und das Gewicht eingetragen
wurden. Am Wochenende bekam man dann das Geld dafür ausgezahlt. Es
gab für die erste Sorte rund 1 DM pro Pfund oder war der
Preis für ein Kilo? Genau weiß ich es nicht mehr. Es sind schon 50
Jahre her......
Die Ausbeute ergab wöchentlich 50-70 DM.
Ich lieferte das Geld auf Heller und Pfennig bei Oma ab,
und ihre Augen leuchteten. Schließlich war das Geld sehr knapp,
denn der Hausbau schluckte jeden Pfennig.
Da gab es keinen freien Sonntag. Nach dem Kirchgang zog
ich mich um, und los ging es.
Wenn es warm war, wuchsen die Spargel besonders schnell.
Bei kaltem Wetter war der Korb nicht voll.
So ging das mehrere Wochen.
Als ich auf der Bank Lehrling war, sauste ich in der
Mittagspause auf den Acker und kam mit hochrotem Kopf nach zwei
Stunden wieder in die Bank. Mein Chef sah das nicht gerne und
wollte es unterbinden. "Die Mittagszeit ist zum Ausruhen da",
so seine Worte. Doch ich bat ihn, meinen Verwandten, bei denen ich
groß wurde, nichts zu sagen, denn ich hätte vielleicht nur Schelte
bekommen, so als wenn ich mich beschwert hätte und das tat ich ganz
bestimmt nicht.
Und so beruhigte ich den Chef, dass die "Spargelzeit" bald
zu Ende sei.
Es war das letzte Jahr des Spargelstechens.
Als meine Lehrzeit zu Ende war, zog ich aus.

APRIL
GLÜCK
Wenn man eine Freude macht,
kommt zurück das Glück ganz
sacht.
Streichelt dir die Seele fein.
Lässt ein Licht ins Herz
hinein.
Wunderschöne Melodei
ist als Dank auch noch dabei.
Lächelst froh, ein wenig Glück
bleibt im Herzen stets zur�ck.
© C.W.

FOTO-REISE
Schau mir heute Fotos an.
Reise fünfzig Jahr' zurück.
Blick in hoffnungsvolle Augen.
Wartend auf ein wenig Glück.
Mich als Mutter, mit zwei
Söhnen,
fröhlich reichend mir die Hand.
Vater wandert mit uns jährlich
durch das Österreichisch' Land.
Seh sie wachsen, Jahr für Jahr.
Auch die Sorgen nehmen zu.
Noch ein paar Mal umgeblättert
,
sie erwachsen sind im Nu.
Gehen lang schon eigene Wege.
ihre Partner sind dabei.
Wo ist nur die Zeit geblieben?
Für mich ist es Zauberei.
Fünfzig Jahre, schnell
vergangen.
Wie ein Hauch im Sommerwind.
Schaue lange auf das Foto.
Seh dort unser Enkelkind.
© C.W.

VERGEBENS?
Alt geworden, doch nicht weise.
So beginnt die letzte Reise.
Immer noch viel Fehler machen.
Über eigenen Blödsinn lachen.
Mich oft fühlen wie ein Kind.
Merke nicht, wie Zeit verrinnt.
Freue mich noch meines Lebens.
War nicht alles nur vergebens.
©
C.W.

Ostern
1945
Es war kurz vor Kriegsende.
Essen war eine Mangelware, so auch die
Eier.
Wie sollte da der Osterhase die Kinder
beschenken?
Oma hatte eine Idee. Sie schickte uns
Kinder zu den Bauern.
Ich war die Kleinste. Noch kein Schulkind.
Meine Schwester, 4 Jahre älter, lief schneller, und ich musste mich
kräftig anstrengen, mit ihr Schritt zu halten.
Es war ein weiter Weg, eine steile Böschung
hinauf, dann an den Bahngleisen entlang bis zu den Bauernhöfen. Sie
lagen weit verstreut, die Wege waren aufgeweicht. Bald spürte ich
nasse Strümpfe, aber tapfer ging es weiter zum ersten
Bauernhaus.
Damals gab es noch keine Klingel. Man
klopfte mit einem Eisenring gegen die Eingangstür. Das machte meine
Schwester, denn ich traute mich nicht.
Es dauerte eine Weile. Eine ältere Frau
öffnete die Tür, meine Schwester sagte ihr Sprüchlein auf und ich
sah die Frau so treuherzig an, dass sie uns mit einem Lächeln zwei
Eier verkaufte. Das war eine Freude. Die Eier wurden in
Zeitungspapier sorgfältig eingepackt, und eins davon trug ich in
meinem Körbchen.
So gestärkt gingen wir zum zweiten
Gehöft.
Hier sollte ich die Bitte vortragen. Ich
wollte nicht, denn ich hatte ein unangenehmes Gefühl dabei. "Du
willst ja auch Eier essen", das war die Ermahnung meiner Schwester.
Also musste ich.
Meine Beine zitterten leicht beim ersten
Mal. Ich war kaum fertig mit meinem Satz, da flog die schwere Tür
auch schon zu. Das war ein Schreck für mich.
Gibt es denn so was?
Enttäuscht gingen wir zum nächsten Haus.
Dort klopften wir wieder an. Keiner meldete sich. Wir hörten zwar
Stimmen, aber auch das erneute Klopfen half nichts.
Also weiter.
Nun war wieder meine Schwester dran. Sie
hatte ja beim vorigen Haus nichts sagen müssen.
Diesmal öffnete eine jüngere Frau. Sie ließ
uns sogar in die Küche, unterhielt sich mit uns, wollte wissen, wo
wir her kamen, meinen Namen, wie alt ich bin.
In der Zeit holte sie aus einer Kammer
einen großen Korb mit Eiern.
Ich machte eben so große Augen, als
sie ein Ei nach dem anderen herausholte und auf den Küchentisch
legte. Bei sechs Eiern hörte sie auf. Sie packte sie ein und legte
je drei Eier in unsere Körbe. Nun hatten wir jeder vier
Stück.
"Ach was soll's," sagte sie, "jede kriegt
noch eins".
Als meine Schwester bezahlen wollte, sagte
die Frau: "Ist schon gut, die kosten heute nichts, sie sind doch
für den Osterhasen".
Wir gingen glücklich lachend unseren Weg
nach Hause. Der Rückweg kam mir jetzt viel kürzer vor.
© C.W.


Im Garten
meiner Träume...
Kommt auch der Osterhas.
Es gibt gar viel Verstecke.
Das macht besonders Spaß.
Es blühen viele Blumen.
Zartlila, gelb, rot, blau.
Es ist des Auges Freude,
die Farben, die ich schau.
Ich muss genauer hinsehen.
Liegt da ein Ei versteckt?
Er nahm die selben Farben,
hat mich damit geneckt.
© C.W

OSTERN
Wie lachte mein Herz,
als ich am Wegrand
einen blauen Teppich sah.
Ich bückte mich und pflückte ein
Kleines Sträußchen,
daheim suchend
nach einer zarten Vase,
die zu euch passt,
ihr Osterveilchen.
© C.W.


Ostereier such ich gerne.
Lila, gelb und rot und blau.
Sind noch feucht in meinem Korbe
Wiese nass vom Morgentau.
Und mein Korb wird immer voller.
Farben sind so wunderbar.
Meine Augen leuchten kindlich.
Freu mich drüber,
Jahr für Jahr.
© C.W.


GEDANKENREIGEN
Wir wohnen alle auf diesem Stern.
Wir kennen uns kaum,
jeder ist fern.
Würden uns sicher gut verstehen,
wenn wir gemeinsam spazieren gehen.
Ich würde ein paar Eier verstecken
Und ihr müsst sie dann
freudvoll entdecken.
Gemeinsam zu wandern,
das wäre schon schön.
Jeder würde was anderes sehen.
Und dann die Entdeckung
dem andern zu zeigen.
Ich träume diesen Gedankenreigen.
Und lade euch ein,
mit mir zu träumen
Bei einer Rast
unter blühenden Bäumen.
© C.W.

Osterwetter wird durchwachsen.
Ist für jeden was dabei.
Wie bestückt so mancher Korb
mit verschiedenem Osterei.
Zeit, den Kindern zu erklären,
warum Ostern und das Ei.
Was hat Ostern zu bedeuten
und warum ist Schule frei?
Wenn es Eltern nicht bereden
ist ja auch noch Oma da.
Sie erklärt es sicher gerne
oder auch der Opapa.
© C.W.

Heute hat der Osterhas
Eier, bunt , versteckt im Gras
Laufe mit dem Korb hinaus.
Suche eifrig hinterm Haus.
Habe schon ein paar entdeckt.
Hei, die hat er gut versteckt.
Rot und gelb und grün und blau,
lila, pinkbemalt ich schau.
Und mein Korb wird langsam voll
Danke Hase, ich fand's toll!
© C.W.

BESONDERER WUNSCH
Ich wünsche mir vom Osterhasen
frische, bunte Eier
von einem glücklichen Huhn.
Gekocht in Spinat,
in Zwiebelschalen,
in Roten Rüben.
Oma half damit dem Osterhasen beim Färben.
Welche Freude, zuzusehen.
Jedes Ei sah anders aus.
Zartgrün bis dunkel,
gelb bis braun,
rosa bis rot.
Wer kennt noch die Tricks von Oma?
© C.W.

MÄRZ
Musik, sie streichelt meine
Seele.
So zart, so sanft und
wunderbar.
Ich fühle mich, viel Jahre
jünger.
Denke zurück wie's früher war.
Dabei seh ich vor meinem Auge.
Erinnerungen ziehn dahin.
Gleich weißen, kleinen
Schäfchenwolken
kommt mir nur Liebes in den
Sinn.
Musik erzählt von schönen
Dingen,
die mir das Herze machen weit.
Vergesse alles drumherum.
Und spüre Dankbarkeit.
© C.W.
Lock den
Frühling einfach an....
Wie?, wirst du mich
fragen.
Frühling ist ein junger Mann,
und ich werd's dir sagen.
Kauf dir bunte Seidentücher,
Lass sie flott im Winde wehen.
Und du wirst es gar nicht
glauben,
Frühling bleibt verdutzt dann
stehen.
Wird sich seine Augen reiben.
Dabei denken: Werde bleiben.
Wenn die Frauen freundlich
winken,
werde ich den Winter linken.
Schicke warmen Frühlingswind,
verjag den Winter so geschwind.
Eile flugs dann in den Garten,
wo die Blumen auf mich warten.
Bei der schönen Farbenpracht,
auch ihr Fühlingsherze lacht.
Da kann ich nicht widerstehen.
Will sie täglich fröhlich
sehen.
© C.W.

Der Frühlingsball
Der Frühling hat geladen
zu einem großen Ball.
Ein jeder ist willkommen.
Geh hin, auf jeden Fall.
Der Blumenschmuck wird schön
sein,
nach langem Wintergrau.
Ein jeder hoffnungsvoll,
wenn ich in Augen schau.
Die Jungen werden tanzen,
sich küssen und geschwind
entsteht ein neues Leben,
ein echtes Frühlingskind.
Die Alten werden plaudern
bei einem Gläschen Wein.
Sie singen Frühlingslieder.
Mir fällt gerad' eins ein:
Komm lieber Mai und mache
die Bäume wieder grün
und lass uns an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn...
© C.W.


Noch
einmal jung sein.....
Die Frage richte ich ans Herz
in einem Frühlingsmonat März.
Ohne zu zögern sagt es: "JA."
Der Verstand stutzte, es war ihm nicht
klar.
Er sagte: "Was fällt dir ein,
Du kannst doch nicht so unvernünftig
sein.
Willst du noch einmal all das
erleben?
Ich könnte dir schon ein paar Hinweise
geben."
Das Herz musste lachen.
"Du würdest doch wieder die selben Fehler
machen.
Und noch einmal alles erleiden.
Es hat doch nicht geklappt zwischen euch
beiden."
Das hörte das Herz nicht gern
und sagte: "Ich würde alles anders
machen."
Dabei musste es innerlich
lachen.
Denn es wusste, um die
Möglichkeit,
dass das nicht geht, und es tat ihm
auch leid
und sprach: "Nein, noch einmal
jung,
mit all dem Schwung?
Alle Jahre noch einmal
durchlaufen,
sich ständig immer wieder neu
raufen?
Freu mich, dass ich schon reif an
Jahren.
Habe viel Gutes auch erfahren.
Warum noch einmal jung sein, Ihr
Lieben?
Ich bin doch im Innern ein Kind
geblieben."
© C.W.
Mein
Sonntagskleid
Hatte mal ein Sonntagskleid.
Ach, das ist lange her.
Seh es deutlich noch vor mir.
Dieses Kleid, das gibt's nicht
mehr.
Stoff war blau und rot kariert.
Hatte einen weißen Kragen.
Zog es gar zu gerne an.
Durfte es am Sonntag tragen.
Und dann nur zum Kirchengang.
Darüber war ich gar nicht froh.
Habe mich jedoch gefügt.
Ohne Murren, war halt' so.
Wenn ich dann nach Hause kam,
Küchendienst war angesagt.
Aus das Kleid, das alte an.
Wurde nicht danach gefragt:
"Willst du zu der Freundin
gehen?
Was willst du am Sonntag
machen?"
Ach, wie würde ich so
gern
mit der Freundin spielen,
lachen.
Habe oft im Flur gestanden.
Zehn paar Schuh am
Fensterbrett.
Dazu laut ein Lied gesungen.
Fand es dann besonders nett,
wenn die Schuhe alle blitzten.
Trug sie stolz ins Haus hinein.
Lernte schon in frühen Jahren,
wie man kann zufrieden sein.
© C.W.

Nun beginnt der März.
Er reimt sich auf Herz,
auf Scherz,
aber auch auf Schmerz.
Lassen wir das letzte
weg....
© C.W.

Das Jahr ist jung.
Es hat noch Schwung.
So sagt es uns der März.
Bleib nicht allein.
Zu zweit ist's fein.
Das flüstert uns das Herz.
© C.W.

Bald schreiben wir schon März.
Es dauert nicht mehr lang
Auch wenn der Schnee noch
liegt.
Mir wird es nicht mehr bang.
Herr Winter geht von dannen,
er nimmt schon seinen Hut.
Und mir geht es gleich besser,
erhalte neuen Mut,
wenn ich der Primel Pracht
im Blumenhaus bestaune.
Da leuchten meine Augen,
da steigt in mir die Laune.
© C.W.


Im Garten
meiner Träume....
lad' ich euch alle ein.
Die Dichter sind geladen.
Es gibt ein Gläschen Wein.
Ein jeder schreibt ein
Verslein,
ein winzig klein Gedicht.
Das ist die Eintrittskarte,
die man beim Fest bespricht.
Es wird sehr spät am Abend.
Die Kerzen gehen aus.
War schön in Traumes Garten.
Ich spende euch Applaus.
© C.W.

Im Garten
meiner Träume....
da gibt es einen Teich.
Es tummelt sich viel Leben.
Das Wasser ist ihr Reich.
Die Fische lautlos schwimmen.
Der Frosch, er quakt sein Lied.
Bläst dabei seine Backen.
Weiß nicht, dass man ihn sieht.
Ein Entenpaar, es turtelt,
schwimmen im Kreis herum.
Gleicht einem Frühlingsreigen
Die Luft ist voll Gebrumm.
Ich sitze nach am Wasser.
Es ist ein friedlich Ort.
Betrachte dieses Leben,
gestärkt geh ich dann fort.
© C.W.

Im Garten
meiner Träume....
nehm' ich Dich bei der Hand.
Zu zweit geht es sich leichter.
In dieses Traumes Land.
Ich brauche deine Hilfe.
Du hast die Kraft dazu.
Wenn ich nur leise bitte,
ist es gemacht im Nu.
Die Pflege ist mir wichtig.
Der Garten ist nur schön,
wenn liebes Händemühen
nach Sträuchern, Blumen sehn.
Dann leuchten ihre Augen,
mein Herz macht einen Sprung.
Und wir schon reif an Jahren.
Sind plötzlich wieder jung.
© C.W.

Im Garten
meiner Träume....
Ein Kindlein sitzt im Gras
Und zupft die Gänseblümchen
Es macht ihm Riesenspaß.
Ich flechte ihm ein Kränzlein.
Dem süßen, kleinen Kind.
Und küsse es und herze
nehm's in den Arm geschwind.
Ich streichle seine Händchen,
wieg es im Sonnenschein.
Es lächelt mir noch zu.
Dann schläft es friedlich ein.
© C.W.


Im Garten
meiner Trüume...
Im Garten meiner Trüume
Tollt auch die Katz herum.
Die Biene, sie erschrickt sie
Mit ihrem laut Gesumm.
Ein Vogel singt gar zürtlich
Die erste Lieblingsweise.
Er will ein Nest sich bauen.
Wirbt um die Braut sehr leise.
Sie sitzt und lauscht den
Klüngen.
Ich höre ihnen zu.
Die beiden sind sich einig.
Fliegen nun fort im Nu.
© C.W.

Im Garten
meiner Träume.....
Such' ich des Frühlings
Duft.
Ich weiß, wo er zu finden,
spüre des Frühling Luft.
Entdecke voller Freude,
wer hätte das gedacht?
Ein lieblich kleines Veilchen
Geweckt in einer Nacht.
Ich möchte es gern pflücken.
Doch sagte es laut: NEIN.
Besuch mich morgen wieder.
Dann siehst du Schwestern mein.
Die würden mich vermissen,
traurig darüber sein,
und ich, ich würde welken
so ohne Sonnenschein
Ich gab ihm recht, dem
Veilchen.
Nickte ihm freundlich zu.
Blieb noch bei ihm ein
Weilchen.
Dann ließ ich es in Ruh.
©C.W.

Im Garten
meiner Träume....
da gibt es nächst ein Fest.
Herr WINTER hat geladen,
weil er uns bald verlässt.
Die Veilchen sind schon munter,
Schneeglöckchen, Krokus bunt.
Sogar die erste Tulpe
Tut ihre Ankunft kund.
Die Hyazinthen tanzen,
Narzissen singen fein.
Und schon die Osterglocke
Stimmt fröhlich wippend ein.
© C.W.


Stiefmütterchen, herzliebstes Blümelein.
Schau dir so gern ins Gesichtchen
hinein.
Die Farben so zart, so seidig dein Kleid.
Du bist wieder bald zum Blühen bereit.
Im Herbst schon gepflanzt, du bist sehr
robust.
Trotzt tapfer an sehr kalten Tagen.
Wie hältst du es aus, hab ich mich gefragt.
Kannst du's ins Ohr mir leis sagen?
Wenn Schnee dann vergangen, die Sonne dich
küsst,
zeigst du bald das erste Gesicht.
Du herzliebstes Blümlein, wie freut mich dein
Blühn.
Wir sehnen uns beide nach Licht.
© C.W.

Osterglocken, welch ein
Leuchten.
Fangt die Frühlingssonne ein.
Gebt sie an die Menschen weiter
Strahlt ganz tief ins Herz
hinein.
Alle sehnen sich nach Frühling
Spüren zart den Frühlingshauch
Und das Ostereiersuchen,
ja, das ist ein schöner Brauch.
© C.W.

Glück sind kleine Augenblicke,
täglich neu geschenkt.
Ist ein liebes Wort, ein Lächeln
von dem Mensch, der an dich denkt.
Glück sind kleine Sonnenstrahlen,
die erfreun dein Herz.
Die dich kurz vergessen lassen
großen Weltenschmerz.
Glück empfinde ich tagtäglich.
Jedes Mal auf's neue.
Katze reicht die Pfote mir.
Zeigt mir ihre Treue.
©
C.W.

Schick Dir Rosen, zarte Farben.
Schick Dir einen lieben Gruß.
Soll ein wenig Wärme geben,
denn das ist mir heut' ein Muss
jetzt in dieser Jahreszeit.
Weiß, wohin man draußen blickt.
Deshalb habe ich dir heute
diesen Rosengruß geschickt.
© C.W.


FEBRUAR
Mit der
Krankheit lebt man anders.....
Die meisten Krankheiten schleichen sich langsam ein. Bis man
dahinter kommt,
sind sie schon richtig da.
Und die meisten Krankheiten bleiben bei Dir, auch wenn du mit
allen Mitteln versuchst, sie zu vertreiben. Tabletten sind nur
Hilfsmittel, die verschrieben werden, wenn man einen Arzt aufsucht.
Was sollte er auch sonst mit Dir machen?
Vielleicht lindern die Pillen etwas die Krankheit, bringen
sie zu einem Stillstand
oder helfen dir bei dem Gedanken, etwas gegen die Krankheit
unternommen zu haben.
Dann gibt es nur noch eins: Lernen, diese Krankheit
anzunehmen, und damit zu leben.
Das sagt sich so leicht, und ist doch ein langer, schwerer,
steiniger Weg.
Wie oft sitzt man traurig da und überlegt: Warum gerade
ich?
Was habe ich falsch gemacht?
Das und jenes fällt mir jetzt so schwer, und einiges kann ich
gar nicht mehr.
Zum Glück sind es oft nur kleine Schritte, die man
"rückwärts" gehen muss.
Viel schwerer stelle ich mir einen schlimmen Unfall vor, bei
dem man von heute auf morgen so viele Abstriche machen muss, die
der Kopf so schnell nicht verarbeiten kann.
Es dauert sehr lange, bis man mit der Krankheit leben lernt.
So nannte es einmal ein Arzt. Doch wenn man seinen Feind kennt,
sprich: Krankheit und man darauf Rücksicht nimmt, kann man alt
werden. (ich wollte gerade "uralt" schreiben, finde es aber etwas
übertrieben). Oder? Lach.....
Wenn man sie akzeptiert, ab diesem Moment lebt man wieder.
Die Angst wird weniger, und das ist gut so, denn Angst
lähmt.
Wovor soll man eigentlich Angst haben?
Jeder muss doch irgendwann die Welt verlassen. Wäre das
sooooo schlimm?
Auch solche Gedanken werden nicht verdrängt und sind wichtig,
sie zu denken.
Dann geht es vorwärts oder wörtlich genommen:
bergauf.
Es kommen gute Gedanken, die einen Weg aufzeigen. Ich kann
noch dies und jenes. Ach, es könnte ja viel schlimmer sein.
Von da an, wird der Mensch wieder aktiv. Das wiederum lenkt
von trüben Gedanken ab, macht Freude, wenn man merkt, was man
noch alles kann.
"Ich werde ja noch gebraucht, ja, ich kann sogar vielen noch
etwas geben......
Ist das nicht wunderbar?"
Dankbarkeit stellt sich ein. Das tut gut.
Man bekommt zu vielen Dingen einen anderen Blick.
Wie schön ist es, früh aufzustehen, die Stille eines Morgens
zu genießen, wenn draußen alles noch schläft.
Wie zauberhaft ist die Natur, auch an einem trüben Tage kann
man schöne Dinge sehen.
Wie leuchten und duften die Rosen im Zimmer.
Wie wohltuend ist ein anerkennendes Wort, ein liebes
mail......
Vielleicht wird man auch feinfühliger, seinen Mitmenschen
gegenüber.
Das Verständnis zu anderen wächst, man kann besser zuhören,
vorsichtig ausgedrückt:
Die Sicht wird klarer.
Es hat doch jeder seinen Kampf, egal ob krank oder
gesund.
Bei Krankheit gehen die Uhren langsamer, man nimmt sich mehr
Zeit für gewisse Dinge. Gesunde werden nicht gebremst und viele
sind hektisch und können das Schöne gar nicht so wahr
nehmen.
Es ist ein etwas "anderes Leben". Das Leben mit der
Krankheit. Aber ein sich lohnendes. Man gewinnt dem Leben noch
viele, schöne Dinge ab.

Fängt ein neuer Monat an,
man den Frühling ahnen kann.
Februar, dann kommt der März.
Und es freut sich schon das Herz.
Hürte einen Vogel singen.
Gar so lieblich und so hell.
Sonne schien, ich zog mich an.
Eilte in den Garten schnell.
Lauschte seinem frohen Lied.
Wünschte, dass es lange bliebe.
Und mir wurde warm ums Herz.
Sang von Frühling und von Liebe.
© C.W.

Der Schnee, er deckt die Gräber zu
mit einer weißen Decke.
Die dicken Flocken schweben leis,
dass niemand sich erschrecke.
Die Blümelein, sie ruhen aus,
Sie schmückten manches Grab.
Und sacht fällt von des Himmels Höhn,
die weiße Pracht herab.
© C.W.

DER
CLOWN
Der Clown, er kann nicht immer
lachen
Nicht täglich seine Späße
machen.
So manchmal fällt es ihm gar
schwer.
Er fühlt sich ausgelaugt und
leer.
Wem soll er zeigen seinen
Schmerz?
Wem sagen, wie ihn drückt sein
Herz?
Nur einer sollte ihn verstehen.
Die anderen wolln ihn lachen
sehen.
© C.W.

FASCHING
Heut' stehn uns die Haar zu
Berge.
Wir sind ausgelassene Zwerge.
Schunkeln, dass die Bude
wackelt.
Und es wird nicht lang
gefackelt.
Stehn schon dreie in der Bütt.
Komm herein, und mach' auch
mit.
© C.W.

Ich nehm' dich heute bei der Hand.
Wandern durch weiße Fluren.
Betrachten dabei mit großer Freud
die hinterlassenen Spuren.
So sieht es auch im Leben aus.
Da gibt's die Lebenspur.
Man kann sie sehen im Gesicht.
Die kleinen Falten nur.
© C.W.

Schokolade brauch ich heute oder
etwas Süßes braucht der Mensch.....
Suche da und dort herum.
Ach, es ist doch gar zu dumm.
Nur noch Reste sind zu finden.
Sind noch von dem Weihnachtsfest.
Beiße einmal kurz hinein,
mache Schokoladentest.
Gier ist groß, sie schmeckt noch fein.
Nikolaus verliert ein Bein.
Weiter geht's, der arme Tropf,
hat seit heute keinen Kopf.
Schäme mich, dass ich so gierig.
Ja, der Mensch ist manchmal schwierig.
© C.W.
Jetzt muss ich mich mal strecken.
Nach beiden Seiten gleich.
Mehrmals die Glieder recken.
Bis Muskeln werden weich.
Habe zu lang gesessen,
dabei zu viel gegessen.
Es ist ein Teufelskreis.
Mach es, obwohl ich's weiß.
Der Mensch ist eben schwach.
Kennst du das auch? Dann lach.....
© C.W.

Ich muss wohl meine Brille putzen.
Ich sehe alles grau.
Ein schmutzig Weiß am Himmel.
Wo ist denn bloß das Blau?
Muss wohl ein Weilchen warten.
Bis dieses Grau vergeht.
Mein Blick geht in den Garten.
Pflanzen wie hin gemäht.
Sie ducken sich vor Kälte.
Legen sich hin ganz sacht.
Warten geduldig drauf,
bis wärmer wird die Nacht.
Träumen von Frühlingssonne,
ich mach es ihnen gleich.
Ist es nicht wunderschön
in dieses Traumes Reich?
© C.W.

Januar, er ist vergangen.
Brachte Schnee und Sonne mit.
Februar hat angefangen.
Faschingszauber, in die Bütt...
Lässt das erste Glöckchen
läuten,
das an einer Hauswand steht.
Schnee, er schützt das weiße
Röckchen,
wenn der Wind zu kräftig weht.
Dieser Monat, er wird zeigen,
was der Winter alles kann.
Hat nur achtundzwanzig Tage.
Frühling rückt dann langsam an.
© C.W.


LIEBE
Liebe ist ein tiefer Brunnen.
Schöpfst du nur, dann wird er
leer.
Braucht des Öftern warmen
Regen.
Das Verstehen ist nicht schwer.
Liebe deckt so vieles zu.
Wehrt sich, wenn sie nicht mehr
kann.
Will nicht immer wieder
schlucken.
Muss auch atmen, dann und wann.
Liebe kann nur sich entfalten,
wenn sie spürt den Gegenpol.
Wärme und Geborgenheit.
Dann fühlt sie sich richtig
wohl.
© C.W.

SEELENMÜLL
Reden kann so vieles klären.
Manchmal fällt es aber schwer.
Wie nur richtige Worte finden?
Ach, mein Kopf ist heute leer.
Werde nochmals drüber schlafen.
überlegen, was ich sage.
Hoffe, dass verschwindet dann
Seelenmüll ist ein Plage.
Werde meinen Ärger lüften.
Sagen, was mir weh getan.
Ist die Freundschaft noch zu
retten?
Fangen wir von vorne an?
© C.W.

Ich winke Dir am Fenster zu.
und grüße Deinen Stern.
Auch Du blickst auf zum
Himmelszelt.
Wir sind uns gar nicht fern.
Der Himmel, das ist unser Dach.
Wir sind im Erdenhaus.
Da wohnen wir doch alle drin.
Lachst Du mich dafür aus?
© C.W.

Die Sonne wärmt uns alle.
Der Mond erhellt die Nacht.
Die Sterne in der Vielzahl.
Ist das nicht eine Pracht?
Wir Menschen sind Bewohner.
GOTT hat an uns gedacht.
Auch wenn wir IHN nicht sehen,
ist ER es, der stets wacht.
ER gab uns diese Erde
Mit Tieren, Pflanzen, Bäume.
Und wir sollen bewahren
Und nicht zerstörn die Träume.
© C.W.

Lache laut aus vollem Herzen.
Lachen ist ja so gesund.
Oma konnte herzhaft lachen,
Sah als Kind den zahnlos Mund.
Und ich fand das gar so lustig.
Wartete schon oft darauf.
Bis die Oma schallend lachte.
Und der Mund ging dabei auf.
Denke viel an diese Frau.
Sie war ernst, doch meistens
fröhlich.
Wurde fast einhundert Jahr.
Und ich sag: Gott hab' sie
selig.
© C.W.

JANUARZAUBER
Der Januar ist ein zauberhafter
Monat.
Er fängt mit einem Zauber an. Am Himmel
großes Feuerwerk.
Willkommen neues Jahr. Was wirst du uns
bringen?
Zu Beginn ist es ein leeres Buch, mit
sauberen Blättern.
365 Seiten dick.
In diesem Jahr werde ich mir nichts
vornehmen. Keine guten Vorsätze.
So gehe ich ganz beschwingt ins neue
Jahr.
Ich kenne mich.
Warum die guten Vorsätze gerade zum
Jahreswechsel?
Man kann sie sich doch jeden Tag
vornehmen.
Das wichtigste ist doch nicht der
Zeitpunkt, sondern das Umsetzen.
Wenn ich meine Augen offen halte, sehe ich
in der Natur oftmals einen Januarzauber.
Eiskristalle, Eiszapfen, Bäume überzogen
wie mit Zuckerguss.
Januar, du Zaubermonat.

Winter zeigt sein weiß Gesicht.
Hol die Pudelmütze raus.
Und ich eile voller Freud.
Eingemummt ins Frei hinaus.
Wie ist doch die Luft so
frisch.
Atme tief in mich hinein.
Denke dabei, diese Luft,
die ist heut' besonders rein.
Musst dran glauben, das ist
wichtig.
Dann stellt sich Erholung ein.
Und dein Schritt wird immer
schneller.
Ach wie schön, kann's Leben
sein.
©
C.W.

Was ich gestern sah, tat weh.
Kam mir sogar lieblos vor.
Plötzlich flog in hohem Bogen
Tannenbaum hinab zum Tor.
Hüpfte noch ein wenig hoch.
Platschte auf den Boden wild.
Nordmanntanne wunderschön.
Nie vergess ich dieses Bild.
Aus der Traum vom
Weihnachtsbaum.
Menschen können grausam sein.
Weg damit, die Zeit ist um.
Na, da fällt mir nichts mehr
ein.
© C.W.

JANUAR bringt Grau und Regen.
Aber auch mal Sonnenschein.
Kinder wollen Schnee erleben.
Alte sagen: Muss das sein.
Müssen nehmen, was sich tut.
Stets daraus das Beste machen.
Eine Kunst, doch ist sie gut.
Auch mal über sich laut lachen.
© C.W.

Jeder Mensch kann Schmerzen
lindern.
Körper- oder Seelenscherz.
Mit zu fühlen, das ist wichtig.
Einfach nur ein gebend Herz.
Ist nicht viel, doch hat es
Wirkung,
spürt der nächste nur dein
Herz.
Strömt ihm etwas Kraft
entgegen,
mindert etwas seinen Schmerz.
Dauert eine lange Zeit
Bis die Seele wird gesund.
Und es ist ein großer Lohn,
siehst ein Lächeln um den
Mund.
© C.W.


An einem kalten Wintertag
schick ich Dir einen
Sonnenstrahl
und sagen Dir, dass ich Dich
mag.
Am Fenster blüht's, wenn draußen
kahl.
Die Blüte soll die Schönheit
zeigen.
Es wird bald wieder Frühling
sein.
Und dann beginnt der Blüten
Reigen.
Stell Dich doch jetzt schon darauf
ein.
© C.W.
ROSENBLÄTTER
Rosenblätter, zart und edel.
Ach, wie sehn' ich mich so
sehr.
Rosenstock hat nur noch Dornen.
Blätter, Blüten, alles leer.
Nicht mehr lang, dann blühst Du
wieder.
Habe Dich warm zugedeckt.
Schlaf ein Weilchen, liebe
Rose.
Wirst dann zärtlich
aufgeweckt.
© C.W.
Manche warten auf den Schnee.
Wollen schnell mal in die Berge.
Und die Welt von oben sehn.
Ach, was sind wir Menschen Zwerge.
Jeder sollte daran denken,
wenn er meint so groß zu sein.
Seinen Ski dann talwärts lenken.
Richt'ge Sicht stellt sich dann ein.
Kinder warten auf den Schnee.
Damit kann man Späße machen.
Geht auch mal mit Tränen aus.
Dann verschwindet kurz das Lachen.
Wenn ein Schneeball ins Gesicht.
Das ist aber nicht mehr Spaß.
Oder Schnee in das Genick.
Rinnt herab das kühle Nass.
Alte haben Schnee gesehen.
Stehn am Fenster, Flockenpracht.
Alles ist so hell geworden.
In der kalten Winternacht.
Denken dann an jene Winter,
wo sie waren auch ein Kind.
Wie sie über Schnee sich freuten.
Leuchten huscht ins Aug' geschwind.
© C.W.
