***Therapie***
Therapie war für mich lange lange Zeit etwas was für mich überhaupt nicht in Frage kam. Ich bin selbst Erzieherin und in meiner Ausbildung zur Erzieherin hat mich dieses Thema schlagartig eingeholt, da wir solche Themen im Unterricht besprachen. Es waren für mich die wohl schlimmsten Stunden im ganzen Studium. Ich habe meine Ausbildung wirklich gerne gemacht, aber diese Stunden waren für mich einfach furchtbar weil da zum ersten mal das wieder hoch geholt worden ist was ich jahrelang wahnsinng erolgreich verdrängt habe. Es war nie so das ich diese Sachen ganz vergessen habe, aber es war so das ich mich halt einfach nicht mehr damit befasst habe. Ich habe immer gewusst es gab diesen jahrelangen Missbrauch, aber ich habe keine oder nur ganz wenig Einzellheiten in Erinneung gehabt.
Während des Studium bin ichdann zu einer Beratungsstelle, war ein paar male dort habe grob und oberflächlich von mir erzählt halt alles was einem so bedrücken kann. und ich habe immer wieder erfolgreich geschafft nicht über das Thema missbrauch zu reden. Zu der damaligen zeit lebten meine Eltern noch. Und meine damalige Therapeutin meinte irgendwann Frau...... wir wollen doch nun mal langsam anfangen über ihr eigentliches Problem zu reden. Das konnte ich nicht wirklich und dann eines Tages während einer Therapiestunde oder ich müchte es maleher Beratungsstunde nennen sagte sie das am Ende dieser Therapie wir eine Konfrontation mit meinen Eltern machen könnten und das war etwas was für mich unmöglich war. Zu gross waren meine Angst vor meinem Erzeuger und den anderen, da sollte ich hin und sagen ..... das und das hat mir mein Vater und all die anderen angetan. Das war unmöglich. Einzigste Schlussfolgerung war für mich es sofort abzubrechen und habe mir danch eingeredet naja jetzt hast du eine Therapie gemacht, jetzt ist alles in Ordnung und das Thema ist erledigt. War es dann auch eine Zeitlang bis wieder alles aufgewühlt wurde. Meine Mutter verstarb im Jahr 2000 und mein erster Gedanke war, warum ? Warum lässt sie mich jetzt wieder mit diesem Arschloch allein. Warum ? Ja und seit dem kam es mehr und mehr an die Oberfläche bis ich es fast nicht mehr aushielt. Ich gelang auf eine Page gegen Kindesmissbrauch und blieb dort hängen. Fing an zu erzählen und war immer noch gebremst von meinem Erzeuger. Als dieser dann vor einem dreiviertel Jahr verstarb war für mich irgendwie kein halten mehr. Es wurde immer schlimmer. Die Erinnerungen wurden immer heftiger. Und ich war an einem Punkt an dem ich nicht mehr weiter kam. Immer wieder drehte ich mich im Kreis und kam nicht mehr vorwärts.
Da wagte ich den Schritt noch einmal eine Therapie zu beginnen. Und dieses mal ist es ganz anders. Dieses mal werden Sachen nach oben geholt die für mich so nicht ersichtlich waren. Oder die ich nie so wahr haben wollte. Direkt danch brauche ich meist jemanden der mit mir noch einmal darüber redet und ich hoffe jedes mal aufs neue meine Freunde damit nicht zu nerven. Aber ich glaube wenn ich irgendwann fertig bin, dann hoffe ich sagen zu können ich habe es geschafft. Aber auch diese Therapie habe ich irgendwie abgebrochen, ich habe ihr irgendwann das erzählt was sie hören wollte und sie war zufrieden.
Ich werde mich hier nicht hinstellen und sagen eine Therapie ist das Allheilmittel. Ich weiss von vielen Betroffenen das es auch anders geht. Aber für die jenigen die gar nicht aus sich rauskommen kann es vielleicht ein Weg sein. Das wichtigste ist das die Chemie zwischen Therapeuten und Klienten oder Patienten ( wie auch immer man es nennen mag ) stimmt. Um dies rauszubekommen hat man sogenannte Probestunden in denen sich beide beschnuppern können. Therapeutenlisten bekommt man bei der Krankenkasse, und dann kann man sich den raussuchen wo man meint es könnte klapen. Ich habe bei manchen schon nach dem Telefonat gesagt nein da werde ich icht hingehen, denn die Stimme alleine war mir schon sehr unangenehm.
Es gibt auch noch heute Punkte wo ich sage..... das und das ist mir an einer Therapie komisch, aber ich habe wieder einen Versuch unternommen um am Ende vielleicht sagen zu können. Dieser Schritt hat mir geholfen.
Zeitgleich habe ich bei Marion angefangen Gespräche zu führen. Dies tue ich nun schon 2 1/2 Jahre lang. Ich weiss das sie keine ausgebildete Therapeutin ist. In einem Gespräch mit meiner Ärztin sagte ich ihr das auch mal und auch sie meinte das es darauf nicht ankommt ! Es kommt darauf an wie es mir damit geht. Das was bei Marion seit 2 1/2 Jahren läuft ist für mich Therapie. Es hat mich bis jetzt weiter gebracht wie irgendeine andere begonnene Therapie. Ich weiss das ich keine Erwartungen erfüllen muss, ich weiss das ich nur so weit gehen muss wie ich denke es zu schaffen, ich habe vertrauen zu ihr und das sind denke ich die wichtigsten Punkte für mich. Ich kann hier nur für mich reden. Bei jedem anderen kann es anders aussehen. Natürlich gibt auch sie mir Anstösse wenn ich mich mal wieder hinter meine Mauern verziehen will. Sie sieht oder spürt Sachen ohne das ich darüber rede.... und indem sie mir das immer wieder sagt... hilft sie mir raus aus meinem Schneckenhaus........
Seit 4 Jahren mache ich zusätzlich eine Therapie bei einer ausgebildeten Therapeutin. Marion konnte das alles nicht mehr alleine tragen. Ich habe zu dieser Therapeutin vertrauen und sie arbeitet mit mir und meinen Persönlichkeiten.
Meine Therapiestunden