aktuellesituation


                                               

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Eintrag 23.08.2011

Das neue Schuljahr hat begonnen und ich bin jetzt in der Abschlußstufe. Wenn ich Glück habe, darf ich hier noch bis zu meinem 23 Lebensjahr bleiben. Darüber entscheidet das Land, wo meine Eltern jedes Jahr einen Antrag auf Verlängerung der Schulzeit beantragen müssen.

Ich bin im Moment gut zufrieden, ausgeglichen , sehr viel am lachen . Gehen kann ich fast gar nicht mehr, ich laufe nur noch ;-)

Zum Leidwesen meiner Eltern nutze ich nach wie vor jede Gelegenheit auszubüchsen und das ist mir dann auch am Sonntag, völlig unbemerkt von meinen Eltern,wieder geglückt.

Die beiden waren beschäftigt die Sachen von ihrem Trikewochenende wegzuräumen. Ich war eigentlich vor der Glotze (ich schau nur Sonntags Bingo auf NDR, weil da immer das Telefon in der Sendung klingelt).

Papa hatte Sachen hochgeschleppt und da er beide Hände voll hatte, die Pforte nicht sofort zugemacht. Mama war im Bad und da hab ich die Chance genutzt und bin ruckzuck die Treppe runter , zur Haustür raus (diese leise geschlossen) und ab auf den Fahrradweg, direkt an der Bundesstraße entlang ,Richtung Haupt- und Realschule.

Mama sah die offene Pforte, hat diese geschlossen und sich weiter um das aufräumen gekümmert. Da ich nicht mehr vor dem Fernseher saß, dachte sie, ich wäre in meinem Zimmer............

Als ich so an der Straße am laufen war, hat mich eine Frau aus dem Dorf gesehen und sich gedacht, dass das wohl nicht richtig sein kann, Steffen Plohr ohne Begleitung .

Sie hat dann bei meinen Eltern geklingelt und gefragt, ob das wohl sein kann, dass ich da rumlaufe......

Mama ist dann sofort so wie sie war, barfuß, losgelaufen (mal wieder typisch, sie kann doch eigentlich gar nicht schnell und lange laufen).

Sie hat alles aus sich rausgeholt und hat mich dann auf dem schönen Schulhof aufgegabelt

( da gibt es ganz viele Schrägen und Wälle zu laufen , das liebe ich!!!!).

Papa ist mit dem Auto von der anderen Seite der Schule angekommen.

Auf dem Schulhof hat mich dann aber ein Nachbarjunge (ich bin 2 Monate älter als er) festgehalten, weil er ahnte, dass ich von zu Hause weggelaufen bin.

Er hat gerade versucht Mama und Papa über Handy zu erreichen, als Mama, völlig ausgepummt,

um die Ecke geflitzt kam.

Ich weiß gar nicht , was die immer für ein Theater machen, ich wollte doch nur ein bischen die Gegend erkunden und Steigungen erklimmen.... 

 

Tja, das war mal wieder eine Aufregung.........die dann zu Hause weiterging.....

Papa hatte nämlich zu dem Zeitpunkt, als die gute Frau Bescheid gesagt hat, den Wasser kran volle Pulle aufgedreht gehabt und in der Hektik nicht abgedreht...

So stand dann die Küche und die Schränke unter Wasser.

Mit dem Kehrblech haben die beiden dann Wasser geschüppt und alles trocken gelegt.

Irgendwann klingelte dann die Oma und gab Bescheid, dass eine große Wasserpfütze unten in ihrem Wohnzimmer war.............

....ist doch klasse so ein Pool mitten in der Wohnung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Eintrag 28.04.2011

 

Das aktuelle Foto von mir: Steffen Plohr 18 Jahre, 151cm groß, ca 47 kg mit der Schugröße 35 :-)

Der 16. April , mein 18 er Geburtstag, ist nicht wie von Mama befürchtet, ein trauriger Tag ,gewesen.

Ich hatte viel Besuch und  einen Heidenspaß an den Wunderkerzen, aber vor allem an dem "Trinkspruch"::uuuund Tschüüüüüüüüüüß und an der immer wieder von mir eingeforderten "Rakete"

Tja, nun bin ich also volljährig...........

Das Amtsgericht hat meine Eltern für mich als Betreuer in sämtlichen Angelegenheiten bestellt, das heißt sie kümmern sich auch weiterhin um alles was mich betrifft ;-)

Der Petitionsausschuß befürwortet Mama´s Antrag und hat nun alles ans Sozialministerium weitergeleitet, wo dann hoffentlich mal endlich darüber entschieden wird, wie es mit der Kurzzeitpflege in Behinderteneinrichtungen für über 18 jährige weiterläuft......

 

 

Eintrag 30.03.2011

Steffens 18 er Geburtstag rückt immer näher und damit verbunden sind viele Anträge zu stellen.

So müssen wir beim Amtsgericht die Vormundschaft beantragen, für Steffen die Grundsicherung beantragen, den Antrag zur Weiterzahlung des Kindergeldes stellen,mit sämtlichen Versicherungen abklären, ob Steffen familienversichert bleiben kann und und und..............

Die Schere zu gleichaltrigen Kindern könnte nicht größer sein. Im "Normalfall" dürfte er jetzt schon selbst Auto und Trike fahren, vieleicht sein Abitur oder eine Ausbildung machen..........das ist wieder so ein Moment, indem ich als Mutter den Tränen ständig sehr nahe bin.............

Eintrag 26.01.2011

Heute morgen hat mich meine nette Sachbearbeiterin der Barmer/GEK angerufen, um mir mitzuteilen, dass sie meinem Antrag auf Einzelfallentscheidung wegen der Weiterzahlung der Kurzzeitpflege über dem 18. Lebensjahr hinaus in Behinderteneinrichtungen, stattgegeben haben!!! Das heißt für uns, dass Steffen weiterhin die zur Zeit genutzten Einrichtungen besuchen darf !!!.

Trotzdem hoffe ich natürlich für alle betroffenen Eltern, dass der Gesetzgeber auch einlenkt und niemand auf den guten Willen seiner Krankenkasse hoffen muß.

Wir freuen uns auf jeden Fall sehr !!!!

Eintrag 6.01.2011

Das neue Jahr hat für uns soweit ruhig angefangen. Bedingt durch den Schulausfall war ich über 20 Tage am Stück zu Hause und dort habe ich Mutters Nerven ganz schön strapaziert..........

Das ganze Programm der Elacholie ( von morgens bis abend immer das gleiche an Wörtern, Forderungen, Spielen) und meine Autoagressivität , machten Mama die Ferien nicht gerade zum Erholungsurlaub ;-).

Im Moment scheine ich mich nicht richtig zu spüren und schlage deswegen nun noch häufiger mit dem Kopf gegen die Wand oder mit der Hand ins Gesicht. Mama knetet mich oft durch, bürstet mich ab und übt starken Druck über die Haut ,besonders im Gesicht aus. Ich nenne das Sonne malen und genieße das sehr.

Leider hilft mir das nicht langanhaltend und das macht Mama traurig und hilflos.

Die Angst vor der Zukunft raubt ihr den Schlaf und so tigert sie jede Nacht durch die Wohnung und schläft erst in den Morgenstunden ein.

Dem entsprechend gerädert fühlt sie sich über Tag und so ist ihr Nervenkostüm noch dünner.........

 

Eintrag 3.11.2010

Der Kampf wegen der Kurzzeitpflege geht in die zweite Runde.

Haben sich meine Eltern vor 2 Jahren gefreut die Gesetzesänderung in die Wege geleitet zu haben, wird ihnen nun die im Gesetz festgelegte Altersbegrenzung zum Verhängnis.

Ich werde im April volljährig und somit bleiben mir die zur Zeit genutzen Einrichtungen in Papenburg und Altenoythe verwehrt.

Wir stehen also vor dem gleichen Problem wie vor 2 Jahren, dass wir keinen Kurzzeitpflegeplatz im ganzen Landkreis Cloppenburg finden, in denen junge Erwachsene Behinderte aufgenommen und vernünftig untergebracht werden können.

Die für meine und viele andere Eltern wichtigen Auszeiten von der Pflege und Betreuung ihrer Kinder bleibt verwehrt.

Mama und Papa haben nun wieder den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt, um die Altersbegrenzung in dem bestehenden Gesetz zu känzeln.

Kontakt zum Sozialministerium hat Mama hergestellt,außerdem hat sie eine Petition beim Bundestag eingreicht. https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14766

 

Nun hoffen meine Eltern darauf, dass zu unserem Gunsten entschieden wird. Dafür braucht es Geduld und Zeit, die sie eigentlich nicht mehr haben.

Hier der Text des Zeitungsberichtes:

 

 

Steffen Plohr ist von Geburt an schwerstbehindert

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Von Heinrich Kaiser

Essen – Zwei Jahre lang haben Barbara und Günter Plohr wenigs­tens ein paar Wochen im Jahr so richtig ausspannen können. Die Eltern eines schwerstbehinderten Jungen mussten lange dafür kämpfen, dass ihr Sohn in einer geeigneten Einrichtung für insgesamt vier Wochen jährlich unterkommen darf, damit sich die gestressten Eltern erholen können. Möglich machte es ein MT-Bericht im Sommer 2008. Damals war Steffen Plohr zu jung für die Einrichtungen in der Nähe die nur Erwachsene nahmen. Nach der Veröffentlichung wurde das Gesetz geändert. Doch jetzt wird Steffen zu alt, denn im April 2011 feiert er seinen18. Geburtstag.

Rückblick: 15 Jahre lang hatten Barbara und Günter Plohr Steffen allein versorgt. Der Autist muss rund um die Uhr betreut und gepflegt werden. Der Stress mit dem Schwerstbehinderten beginnt oft schon nachts um drei, wenn der Junge Musik hören will. Ständig müssen die Eltern aufpassen, dass der Junge nicht wegläuft oder sich verletzt, weil er ohne jeden Grund seinen Kopf gegen die Wand schlägt. Die heute 41-Jährige trägt die Last mit fast unerschöpflicher Geduld und einer Riesenportion Humor. Doch irgendwann sind auch ihre Kräfte aufgebraucht.

Für solche Fälle stehen Familien mit schwerstbehinderten Kindern bis zu vier Wochen im Jahr Kurzzeitpflege zu. Aber weit und breit gibt es keine spezielle Einrichtung, die Kinder und Jugendliche mit hohem Betreuungs- und Pflegebedarf aufnehmen und die Kosten abrechnen darf. Das wurde 2008 nach der Veröffentlichung in der MT so geändert, dass Minderjährige auch in anderen „geeigneten Einrichtungen“ betreut werden dürfen. So eine Einrichtung fanden Barbara und Günter Plohr in Papenburg.

„Letztes Jahr waren wir eine Woche an der Mosel – herrlich. Das war unser erster Urlaub seit Steffens Geburt“, erzählt Barbara Plohr begeistert. Aber wenn das Ehepaar Pech hat, bleibt es vorerst der letzte. Denn Steffen wird im Frühjahr 18 – volljährig. Dann greift das neue Ausnahme-Gesetz nicht mehr. In Papenburg ist dann Schluss, denn die Familie müsste die Kosten selber tragen. Das ist zu teuer.

Es gibt immer noch keinerlei Kurzzeitpflegeheime im Landkreis Cloppenburg für junge Behinderte über 18 Jahre. Und Altenheime kommen auch jetzt nicht in Frage, weil die den hohen Betreuungsbedarf des Jungen nicht abdecken, sagt Barbara Plohr. „Das ist absurd: Wenn Steffen in eine Diskothek gehen wollten, würden die Türsteher ihm einen Vogel zeigen, obwohl er 18 ist. Aber nach dem Sozialgesetz ist er volljährig“, fügt sein 44-jähriger Vater hinzu.

Ideal wäre es, wenn Steffen zuhause betreut werden könnte, während sich seine Eltern eine Auszeit nehmen. Denn Autisten haben große Schwierigkeiten, sich in fremden Umgebungen zurecht zu finden. Sie brauchen die Vertrautheit ihrer Umgebung und vor allem der Menschen, mit denen sie zu tun haben. Doch das ist utopisch, darüber ist sich das Ehepaar im Klaren. „Wir möchten, dass Steffen weiter nach Papenburg gehen kann. Aber dafür ist er bald zu alt, obwohl er praktisch wie ein Kleinkind ist“, erklärt Barbara Plohr.

Eine Alternative wäre es, Steffen in ein Wohnheim für junge Erwachsene mit hohem Betreuungs- und Pflegebedarf zu geben. Das wird irgendwann sowieso fällig. „Ich mag gar nicht daran denken, aber früher oder später müssen wir ihn ziehen lassen. Er muss seinen eigenen Weg gehen“, sagt Günter Plohr. Vor elf Jahren haben die Essener mit dafür gekämpft, dass so ein Heim in Badbergen entsteht.

Erst vor kurzem hat es eröffnet – und ist auf lange Sicht schon voll. In Westerstede gibt es in einer ebenfalls nagelneuen Einrichtung noch Platz. „Aber der Landkreis Ammerland besteht darauf, dass die Bewohner über 18 sind. Bis zum April, wenn Steffen Geburtstag hat, wird auch da alles voll sein“, sagt die Mutter.

Und so hoffen Barbara und Günter Plohr, dass die Verantwortlichen in Hannover wieder ein Einsehen haben und Steffen die Chance lassen, ab und zu in Papenburg zu wohnen. Bis dann kümmern sich sine Eltern weiter selbst um ihn: 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr, mit viel Geduld und noch viel mehr Humor.

 

 

Eintrag 17.5.2010

Ich habe es wieder einmal geschafft und bin am Freitag auf die Strasse gelaufen. Es kam zu meinem Glück gerade mal 20 Sekunden kein Auto aus Essen, sonst wäre wohl das passiert, wovor meine Eltern solche Angst haben........

Mama ist schreiend hinter mir her. Ich bin auf der zweiten Fahrbahnhälfte stehen geblieben und hab dem kommenden Auto entgegengeschaut. Mama hat mich geschnappt und von der Strasse gezogen.

Ich versteh gar nicht, warum sie so geweint hat........

Mama und Papa haben nun Kontakt aufgenommen zu dem Wohnheim bei uns in der Nähe, wenn dort Platz ist, werde ich dort in eine WG ziehen.

Leider sind aber die Aussichten auf einen freien Platz nicht gut, so dass den beiden die Angst um mich noch einige Zeit im Nacken sitzen werden wird.......

 

Eintrag 23.4.2010

Die Weglauftendenz von mir prägt sich immer mehr aus, ich will nicht nur auf dem Grunstück, welches schon ganz eingezäunt ist ,herumlaufen, sondern nutze jede mir mögliche Gelegenheit um wegzulaufen. Da wir an einer vielbefahrenden Bundesstraße wohnen und dort auch schon unsere Nachbarin und ein Nachbarskind zu Tode gekommen sind, ist es der Albtraum meiner Eltern...........

Letzten Samstag habe ich die Verriegelung der Pforte zur Wiese aufbekommen ( Mama hat einen Moment nicht geschaut), bin dann auf direktem Weg zur Straße gelaufen. Mama hatte mich erst auf dem Fahrradweg eingeholt..........

Sie hat dann sehr geweint und mit mir geschimpft und war völlig aufgelöst......

Nun hat mein Papa an sämtlichen Pforten mehrere Verriegelungen angebracht.........

Ich laufe jetzt aber auch aus der Wohnung, nun müssen meine Eltern auch die Haustür abschließen und den Schlüssel weglegen..........

Eintrag 13.04.2010

Im Moment läuft es hier relativ (nur der ganz normale Wahnsinn, wie immer) entspannt. Nach dem Schock, dass uns Christin ( meine Betreuerin ) verlässt, haben Mama und Papa sich gefangen und 2 neue Mädels für mich gewinnen können.

Nach wie vor ist es anstrengend mit mir und meine Eltern brauchen einfach Zeit um soziale Kontakte zu pflegen und einfach mal Ruhe vor mir zu haben.

Mir tut es auch gut, mal mit anderen Leuten zusammen zu sein, als immer nur mit meinen Eltern.

Die Planung in diesem Jahr für freie Zeit meiner Eltern und Urlaub für mich ist im vollen Gang. So werde ich über Pfingsten wieder bei Schwester Laurentiane in Papenburg sein. Dort werde ich 5 Tage verbringen.

Außerdem werde ich einige Wochenenden im FED Haus in Altenoythe sein und Laura wird mich im Herbst auf eine Ferienfreizeit begleiten.

Das wird hoffentlich ein gutes Jahr für uns alle!!!!!

Eintrag am 12.10.09

Mama und Papa kommen nun des öfteren in den Genuß Auszeiten zu nehmen. Regelmäßig gehe ich nun in die Kurzeitpflege (ins Lukasheim in Papenburg, wo Schwester Laurentiane mich betreut, oder nach Altenoythe ins FED Haus mit Sandra und Laura) ,außerdem wird die stundenweise Entlastung durch Verhinderunspflege und der zusätzlichen Pflegeergänzungsleistungen genutzt.

Das ist Schwester Laurentiane, von Steffen Schwester Late genannt. Sie ist 71 und war die erste, die uns Steffen mal für ein Wochenende abgenommen hat . Wir sind unendlich dankbar für ihre Hilfe!!!!

 

Uns geht es allen so gut wie schon lange nicht mehr!!!!

Schaut auch  bitte mal in unser Alltag, Schlafsituation, das ist auch ein Grund dafür, dass es hier besser funktioniert .

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Im großen und ganzen geht hier nur der ganz normale Wahnsinn ab.

Die Winterzeit ist eine schwierige Zeit, weil es einfach schwer ist mich nach der Schule zu beschäftigen. Ich bin geschafft von der Schule und  müde von der Nacht , zusätzlich völlig unmotiviert. Damit ich in der Nacht nicht noch früher als sowieso üblich (2:30) wach bin, vesucht Mama mich wachzuhalten.................. mit wenig Erfolg....,

weil , siehe oben :-) 

Auch Mama fehlt die Motivation ständig das gleiche mit mir zu spielen .

Ich bin oftmals, gerade früh am morgen und so gegen 19 Uhr, megaaufgedreht und kaum zu bändigen. Ich renne dann hier hin und her und jeder hat Angst, dass ich hinfalle oder die Stufen der Treppe zum Wohnzimmer runterfalle.

Ich bin sehr frech, ich spucke, trete, ziehe in den Haaren meiner Eltern. Oftmals weiß ich selbst nicht warum........dann diese Zwänge mich selbst zu schlagen, immer mit den Kopf gegen die Wand, immer heftiger..............oder schläge mit der Hand ins Gesicht oder mit der Faust auf die Beine.....

Ich setzte diese Maßnahmen aber auch gezielt ein, wenn mir was nicht passt oder meine Forderungen nicht sofort erfüllt werden. Andere Jugendliche in meinem Alter sind ebenfalls zickig und bockig, äußern das aber eben auf verbale Art oder schmeißen die Türen..............

Da wird noch was auf Mama und Papa zukommen...........

Die Unterschiede zu gesunden Jugendlichen werden immer gravierender. Andere in meinem Alter haben meistens schon einen Tanzkurs absolviert, gehen abends los, haben einen Führerschein....................

Ich brauche immer jemanden um mich herum, der mir überall bei hilft und befinde mich auf dem Entwicklungsstand eins Kleinkindes und so wird es wohl auch immer bleiben...................

 

 Der Kampf um eine Unterbringung in der Kurzzeitpflege

Bis zu 4 Wochen im Jahr steht meinen Eltern eigentlich Entlastung durch Kurzzeitpflege zu. Leider ist es so, dass es nur wenige Plätze für Kinder gibt.

Diese sind dann schon auf Jahre hin in den Ferien ausgebucht. Bei zwei Heimen haben meine Eltern versucht mich unterzubringen (eines 45 km, das andere 70km entfernt) .

Nachdem man mich gesehen hat wurde ihnen mitgeteilt, dass ich zu Betreuungsintensiv bin (ach neeeeeeeeeeeeee?????, deswegen brauchen meine Eltern doch mal Zeit für sich.........!!!!!!!!!!!!!) und somit das für das Personal nicht machbar wäre....................

Mama ist sehr enttäuscht und hat in ihrer Not eine e-mail an die Zeitschrift Bild der Frau geschrieben. Es wurde dann ein Interview und viele Fotos gemacht. Der Artikel erschien am 3.5.2008.

 

Sie hat sich geschworen auf dieses Problem hinzuweisen und wird nun weiterhin an die Öffentlichkeit gehen.

Mehrere Anrufe und bitte um Hilfe bei der zuständigen Krankenkasse brachte ebenfalls keinen Erfolg. Es wurde uns allen ernstes angeboten Steffen in einem Seniorenheim unterzubringen...............

Aufgrund des Artikels, bekamen wir einen Leserbrief von einer netten Frau aus Österreich, die sich angeboten hat für 8-10 Tage auf Steffen aufzupassen.

Es ist schön zu spüren, dass jemand völlig fremdes seine Hilfe anbietet. Leider ändert es nichts an dem Grundproblem in der wir und viele andere Familien stecken.

Ebenfalls hat sich eine Produktionsfirma aus Berlin gemeldet, die Beiträge für RTL-Punkt 12 macht. Wir werden nun abwarten, was sich daraus entwickelt.

Mama hat an viele Leute geschrieben, unter anderen auch an das Bundesministerium, den Behindertenbeauftragten, aber auch an einige Wohnheime, leider hat sich bisher nichts positives ergeben...........

 Dieser Artikel wurde am 24.5.2008 in der Münsterländischen Tageszeitung veröffentlicht:

 

 

Daraufhin erhielten wir Anrufe von selbst betroffenen aber auch einfach nur Leuten die sich bemühten uns Adressen mit Kurzzeitpflegeeinrichtungen zukommen zu lassen.

Mama setzt mich nun mit diesen in Verbindung und vieleicht haben wir ja Glück?

19.06.08

Nachdem der im Nachbarort ansässige Minister meinen Artikel in der Zeitung gelesen hat, wurde er tätig und hat diesen an das Sozialministerium geschickt mit der Bitte um Stellungnahme, warum es im ganzen Landkereis Cloppenburg keine Kurzzeitpflegeplätze für Kinder gibt.

Daraufhin hat sich das Sozialministerium mit mir in Verbindung gesetzt und sich unsere Probleme schildern lassen und versprochen sich diesem anzunehmen.(Ergebnis siehe weiter unten)

Es haben sich sehr viele Menschen bemüht uns zu helfen, vielen Dank an all die Privatleute, die uns Adressen von Einrichtungen zukommen lassen haben.

Einen Dank aber auch an Frau Jäckle vom Sozialministerium, sie hat herumtelefoniert und ebenfalls alles mögliche in Bewegung gesetzt.

Es haben sich zwei Einrichtungen gemeldet, die Steffen aufnehmen möchten, allerdings ist erstmal ein Vorgespräch nötig und ich hoffe, dass es dann nicht doch wieder eine Absage gibt.....

Einen anderen Erfolg gibt es ebenfalls zu verbuchen, ich habe eine Gesetzesänderung in Gang gesetzt!!!!!

Kurzzeitpflege/Kinder

Mit der Pflegereform werden die Leistungen der Kurzzeitpflege wie bei der Pflegestufe III bei stationärer Pflege erhöht. Darüber hinaus erhalten zu Hause gepflegte Kinder unter 18 Jahren erstmals die Möglichkeit, die Kurzeitpflege auch in einer Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen oder in anderen geeignten Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, wenn diese in einer von den Pflegekassen zur Kurzzeitpflege zugelassenen Pflegeeinrichtung nicht möglich ist oder nicht zumutbar erscheint.

21.07.08

Steffen war nun das erste Wochenende in Kurzzeitpflege und was soll ich sagen? Es hat alles wunderbar geklappt!!!!!!!!!!!!!!!!!!Er war in der Zeit dort sehr lieb und überhaupt nicht autoagressiv.......

Er war gut betreut und Schwester Laurentiane hat ihn über die Maßen verwöhnt.

Wir sind überglücklich und konnten schon weitere 3 Termine festmachen!!!!!!!

14.10.08

Nachdem Steffen nun das fünfte mal in Kurzzeitpflege untergebracht war und er sich bisher immer ganz anders dort verhielt als zu Hause, war es beim letzten mal doch heftig.

Schwester Laurentiane war erschüttert über Steffen´s Verhalten und seine imense Autoagrssivität.........

Ihr eindringender Satz an uns war: Sie brauchen Hilfe...............................

Leider wissen wir nicht mehr, was wir machen sollen. Medikamente haben bei Steffen bisher genau das Gegenteil erreicht und selbst der Kinderspychologe weiß keinen Rat mehr..........

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  Ich muß 24 Stunden ,Tag und Nacht beaufsichtigt werden.

------------------------------------ Das ist mein Opa, er ist nun 4 Jahre tot (7. November 2006 ). Wir vermissen ihn alle sehr !

  

 

 

 

Oma lebt bei uns im Haus, allerdings in einer eigenen Wohnung. Sie leidet schon seit über 50 Jahren an immer wiederkehrenden Depressionen, die uns alle sehr belasten.
 
Sie sich zwar wieder körperlich und geistig erholt, aber der Herbst kommt und somit auch ihre Depressionen.
Sie leidet an Demenz und hat nur noch eine Herzklappenfunktion von 35%.
Ich fühle mich nicht mehr in der Lage, sie hier zu Hause zu betreuen, denn der nächste Rückfall kommt bestimmt.
Täglich geht sie nun in die Tagespflege, der Haushalt wird ihr gemacht und so können alle besser damit umgehen!!
Sie wird beschäftigt, spielt Gesellschaftsspiele und wird auch geistig gefordert...........
 

 

 

 

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