vergrößern  Rund um die Gesundheit vergrößern

1. Vorwort   

2. Digitale Hyperkeratose (Corny feet)
3. Epilepsie  
4. Hereditärer Katarakt (ist in Bearbeitung)
5. Autoimmunerkrankungen / Hautveränderungen 
6. Die Gesundheitsumfrage
7. Die Läufigkeit (ist in Bearbeitung)
8. Kastration aus gesundheitlichen Gründen

 
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 1.Vorwort 
 
 
Auf dieser Seite möchte ich mich mit Krankheiten (insbesondere der Digitalen Hyperkeratose –Corny feet-), aber auch mit so allgemeinen Dingen wie der Läufigkeit befassen. Zu einigen Dingen, wie der Digitalen Hyperkeratose oder der Läufigkeit kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Bei anderen Dingen wie z.B. der Epilepsie muss ich auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen und werde dementsprechend auch auf Links zu Seiten, die sich mit dem Thema befassen, verweisen. Da ich kein Mediziner bin, werde ich hier natürlich keine Berichte mit wissenschaftlichem Anspruch erstellen; eher möchte ich versuchen, die Themen für Laien verständlich abzuhandeln und Tipps für die Praxis zu geben.
 
Wenn Sie zu einem Thema dieser Seite Bilder, Pflege- bzw. Ernährungstipps, oder eigene Erfahrungsberichte beisteuern können, würde ich mich freuen, wenn Sie mir eine entsprechende E-Mail zusenden würden. Genauso wie bei der Erziehungsseite ist es so geplant, dass die Themen auf dieser Seite nach und nach hinzukommen bzw. Berichte ergänzt werden.
    
 
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 2. Digitale Hyperkeratose (Corny feet)
 
Bei der Digitalen Hyperkeratose (DH) handelt es sich um eine Erbkrankheit, deren Symptome aber relativ gut zu erkennen und zu behandeln sind. Unter dem Begriff Hyperkeratose versteht man eine übermäßige Verdickung der Hornschicht der Haut (das gibt es auch beim Menschen). Bei Hunden kann sich eine solche Hornbildungsstörung in allen hornzellenbildenden Körperstellen (Pfotenballen, Nasenspiegel, Haut) zeigen. Der Begriff „Digital“ bezeichnet die 5 Pfotenballen des Hundes. Bei der DH handelt es sich also um eine Hornbildungsstörung, die sich in erster Linie an den Pfotenballen niederschlägt.
Der englische Begriff Corny feet –CF- ( = körniger Fuss ) trifft das Ganze noch besser, denn im Gegensatz zu den Ballen eines gesunden Hundes, die weich, fest, elastisch und abgerundet sind, sind die Ballen eines an Digitaler Hyperkeratose erkrankten Hundes trocken, verhärtet und abgeflacht so dass sich Risse bilden, die wie Risse in der Erde eines ausgetrockneten Flussbettes aussehen. Manche Ballen stärker betroffener Hunde haben auch eine regelrecht körnige Oberfläche.
 
Die folgenden Bilder sollen den Unterschied zwischen gesunden und erkrankten Ballen verdeutlichen:
 
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                        (gesunder Ballen -vorne-)               (gesunder Ballen -vorne-)                    

                       
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                             (gesunder Ballen -vorne-)               (gesunder Ballen -hinten-)     
 
                                 
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      (Trockene-Erde-Struktur bei krankem Ballen)        (Detailansicht von einem kranken Ballen) 
 
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                                                   (Gesamtbild von einem kranken Ballen)   
                               
 
Zu den Erkennungsmerkmalen der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) nun aber im Einzelnen:
 
  • Die Fellstruktur:

    Betrachtet man das Fell eines neugeborenen Welpen, so können sich hier bereits Verdachtsmomente ergeben, dass es sich um einen an Corny feet (CF) erkrankten Hund handeln könnte. Das Fell eines neugeborenen Welpen ist normalerweise von glatter, anliegender Struktur. Viele Hunde, die an CF erkrankt sind, hatten als neugeborener Welpe ein gewelltes Fell (vor allem auch im Bereich der Schwanzwurzel). Diese Wellung –auch Persianerfell genannt- verschwindet bei den meisten CF-Hunden nach einigen Stunden jedoch wieder und tritt ca. bis zum 3. - 4. Lebensmonat nicht mehr auf, so dass die betroffenen Welpen zum Zeitpunkt der Wurfabnahme (ca. 9 Wochen alt) völlig unauffällig sind. Es gibt aber auch CF-Hunde, wie man auf den unten stehenden Bildern des glatthaarigen Kromis sehen kann, die als neugeborener Welpe keine Wellung im Fell zeigten. Dort bildete sich die Wellung erst im Laufe des Heranwachsens (mit ca. 2 Wochen) aus.
     
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    (gesunde neugeborene Welpen mit glatter Fellstruktur)        (gesunde neugeboren Glatthaarkromis -                                                                                     der Welpe ohne Pfeil ist von CF betroffen)

                            
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                            (Neugeborene Rauhaarkromis. Die Welpen mit dem roten Pfeil haben
                             ein auffälliges Fell und der CF-Verdacht hat sich später bestätigt)

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    (Detailansichten des auffälligen Wellenmusters. Diese Rauhhaarkromis sind nur wenige Stunden alt.)

                                
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    (Der rote Pfeil zeigt auf den 2 Wochen alten Glatthaarkromi, der bei seiner Geburt noch   
     unauffällig war)

                            
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    (Oben ist der betroffene Glatthaarkromi komplett zu sehen. Der untenstehende Glatthaarkromi hatte bereits bei seiner Geburt das auffällige Wellenmuster. Dieses verschwand nach einigen Stunden jedoch wieder. Auf dem unteren Bild ist der entsprechende Glatthaarwelpe 2 Wochen alt und bekam noch einmal eine Wellenstruktur im Gesichtsbereich, die jedoch nur für wenige Tage sichtbar war.)

                                           
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                       (Auch hier ist das Wellenmuster noch einmal gut zu erkennen)

    Da es jedoch auch Welpen gibt, die mit gewelltem Fell geboren werden, ohne jemals an CF zu erkranken, ist das wellige Fell nur einer von mehreren Hinweispunkten auf eine mögliche Erkrankung. Das gewellte Fell kann auch darauf hindeuten, dass der Hund später relativ langhaarig wird oder als erwachsner Hund ein gewelltes Fell hat, das nicht im Zusammenhang mit CF steht. Sicher ist jedoch, dass man die Welpen mit dem gewellten Fell weiterhin auf Fell- bzw. Ballen- und Krallenveränderungen beobachten sollte, damit man frühzeitig eine Diagnose stellen kann.
    Auffällig sind bei den CF-Hunden oftmals auch die Tasthaare. Während die Tasthaare bei gesunden Welpen gerade oder allenfalls leicht gebogen wachsen, sind sie bei dem CF-Hund stark gebogen. Bei unserer Amelie sah das halbkreisförmig aus. In späteren Wachstumsphasen (um die 12. Woche herum) können die Tasthaare auch eine korkenzieherartige Drehung aufweisen. Im Erwachsenenalter sind die Tasthaare, die sich regelmäßig erneuern (die alten fallen aus und neue wachsen nach), dann wieder etwas weniger stark gebogen.

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    (gebogeneTasthaare beim Rauhaarkromi)              (gebogene Tasthaare beim Glatthaarkromi)


    Im Laufe des Wachstums wellt sich dann auch wieder das Fell am restlichen Körper. Zwar gibt es auch viele gesunde Kromis mit gewelltem Fell; diese haben im Gesichtsbereich jedoch glattes Haar bzw. gerade Tasthaare. Gerade bei den an CF erkrankten rauhaarigen Kromis kann man eine spezielle Lockung des Fells im Gesichtsbereich bzw. an der Nasenwurzel erkennen. Ein wenig erinnert das an die Löckchen, die man auch an Pudeln sehen kann (viele umschreiben diese Art der Wellung auch mit dem Begriff „gekräuselt“). Das Fell als solches ist in dem Gesichtsbereich auch etwas weicher bzw. fusseliger als bei gesunden Kromis. Weiterhin können die Haare spröder sein und schneller abbrechen oder aussehen, als wäre Spliss an den Haaren – bei unserer Amelie konnte ich das jedoch noch nicht feststellen.

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                     (Portrait eines CF-Hundes)    
     
                                                
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                                           (Auf diesem Bild kann man gut die Pudel-ähnliche Fellstruktur erkennen)

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    (Hier kann man die "Löckchen" an der Nasenwurzel sehen )

                                                             
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                                                               (Und hier das gekräuselte Fell im Gesichtsbereich)

           
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             (So sahen die beiden Hunde als Junghunde aus, also noch nicht allzu deutliche Löckchen)
        

    Diejenigen Hunde, die an einer stärkeren Form der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) leiden, können zudem an schuppiger Haut oder Juckreiz leiden. Bei unserer Amelie hatten wir diesbezüglich aber noch keine Probleme. Eine gute Ölbeigabe (z.B. Distelöl, Lachsöl oder Leinöl) in das Futter kann hiergegen vorbeugen bzw. Linderung verschaffen.
    Sofern man einen von CF betroffenen Kromi mit mittellangem Fell hat, kann sich auch ein regelmäßiges Entfernen toter Haare bzw. Unterwolle (mittels eines Trimmstriegels und Herauszupfens mit den Fingern) positiv auswirken. Außerdem sehen die CF-Hunde dann insgesamt gepflegter und nicht so zottelig aus.

  • Die Krallen:

    Bei gesunden Hunden und auch bei den von Corny feet betroffenen Welpen laufen sich die Krallen auf hartem Untergrund von selber ausreichend ab. Wenn sich im Laufe des Heranwachsens jedoch die Symptome der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) immer mehr ausprägen, wachsen auch die Krallen schneller, so dass diese sich nicht mehr von alleine ablaufen. Man kann das gut an der Unterseite der Kralle erkennen. Dort befindet sich eine Art Fuge. Diese ist bei gesunden Hunden von elliptischer Form (besonders gut sichtbar an den Vorderkrallen), so dass die Krallen zum Ende hin spitz zulaufen. Bei den CF-Hunden ist diese Fuge eigentlich nur ein Strich (wie eine Nahtstelle) und die Kralle endet stumpf (das Krallenende sieht dann eher rund wie eine Baumscheibe aus).

                             
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                                                           (gesunde Krallen)
                                      
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                        (gesunde Krallen an den Vorderpfoten mit "offener" elliptischer Fuge)

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                                                              (kranke Krallen)
                                                   
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                             (Im Gegensatz dazu sehen die Krallen von CF-Hunden ganz anders aus)

             
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    Weiterhin können die Krallen bei den CF-Hunden spröde sein und splittern. Dies verstärkt sich umso mehr, je länger die Krallen werden, denn dann biegen sich die Krallen zur Seite und wachsen schief. Deshalb ist es auch so wichtig die Krallen der betroffenen Hunde regelmäßig zu kürzen. Beginnt man zu spät mit dem regelmäßigen Krallenschneiden, so kann es passieren, dass man die Krallen gar nicht mehr vernünftig zurückschneiden kann, weil die Blutgefäße, die sich im Inneren der Kralle befinden, mitwachsen. Daher ist es von großem Vorteil, die Corny feet Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen.
    Weiterhin führen zu lange Krallen dazu, dass die Ballen nach oben gedrückt werden und sich die Bänder des Bewegungsapparates überdehnen können.
    Auch die an den Vorderläufen über den Ballen befindliche 5. Kralle –die sogenannte Daumenkralle- darf man bei dem Krallenschneiden nicht vergessen, denn wenn diese zu lang ist, kann der Hund sie sich beim Spiel abreißen, was für den Hund eine sehr schmerzhafte und blutige Angelegenheit ist. Bei einigen sehr stark von CF betroffenen Hunden kann jedoch auch eine operative Entfernung der Daumenkralle erforderlich sein, was zum Glück eher selten der Fall ist.
    Bei unserer Amelie kürze ich die Krallen ca. 1 – 2 x im Monat um jeweils 1 – 2 mm. Ich mache das mit einer Krallenzange für Hunde, wobei ich die Krallen dann schräg abschneide und ggfs. mit einer Nagelfeile nachbearbeite. Ich lege Amelie dann mit dem Rücken nach unten auf meine Beine. Da ich Amelie von Anfang daran gewöhnt habe, hält sie bei der Prozedur ganz still (ab und zu zuckt sie aber doch mal mit den Beinen ;-)). Dennoch findet sie das Ganze natürlich nicht besonders toll und kommt mit angelegten Ohren und hängendem Schwanz zu mir, wenn sie merkt, dass das Krallenschneiden ansteht. Manchmal versucht sie sich auch erst einmal unauffällig wegzuschleichen.....aber es muss eben leider sein.
    Wenn man aufpasst, dass man nicht in die Blutgefäße schneidet (bei hellen Krallen sieht man diese natürlich besser als bei dunklen Krallen), ist es für den Hund auch nicht schmerzhaft. Danach bekommt Amelie immer ein Megaleckerlie!

  • Die Pfotenballen:

    Die ersten Veränderungen an den Ballen zeigen sich ab einem Alter von ca. 4-6 Monaten. Es beginnt damit, dass die Ballen trockener und härter werden und sich erste feine Risse zeigen. Außerdem werden die Ballen nach und nach platter und die Hornhaut verdickt sich an den Rändern. 

                             
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                          (Verdickungen im Frühstadium sind vor allem an den Ballenrändern zu erkennen)

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                                                      (Und hier sieht man die Abplattungen)


                             
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                                                    (erste feine Risse im Frühstadium)

    Natürlich zeigen sich auch bei gesunden Hunden regelmäßig Risse in den Ballen, so dass man nicht direkt an Corny feet denken sollte, wenn der eigene Hund einmal rissige Ballen hat. Im Gegensatz zu den gesunden geschmeidigen Ballen sind die CF-Ballen jedoch trockener und spröder und reißen nicht nur aufgrund äußerer Einwirkung (Witterung, Bodenverhältnisse) sondern wegen dem Verlust ihrer Elastizität. Eine Kromibesitzerin, die selber einen CF-Hund hat, beschrieb die ersten Ballenveränderungen an ihrem Jungkromi so, dass sich die Ballen wie „Spülhände“ angefühlt hätten.
    Auch die Farbe von Ballen, die vorher dunkelgrau bzw. anthrazitfarben waren, verändert sich in ein etwas helleres Grau.
    Mit dem Älterwerden des betroffenen Hundes werden die Risse immer zahlreicher und tiefer. Morgens nach dem Aufstehen sind die Ballen übrigens am trockensten und nach einem Spaziergang am geschmeidigsten. Später (mit ca. 1 Jahr) kommen dann die sogenannten „Hornplaques“ hinzu, die wie die übereinanderliegenden Schuppen eines Tannenzapfens aussehen.
                     
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    Da das Ballenhorn sich regelmäßig erneuert, wachsen diese „Hornplaques“ von innen nach außen aus den einzelnen Ballen heraus. Sie trocknen dabei aus und können zur Seite überstehen. Diese „Hornplaques“ habe ich bei Amelie erst in dem Alter von fast 2 Jahren ab und zu einmal feststellen können und -sobald sie rauswuchsen- direkt mit einem Nagelknipser abgeknipst (es handelt sich um tote Haut) bzw. mit einer Nagelfeile weggefeilt.
    Außerdem bilden sich bei vielen CF-Hunden Auswüchse an den Krallenrändern –die sogenannten Hornzapfen-. Da es sich auch hierbei um trockene tote Hornhaut handelt, lassen sich die Hornzapfen ebenfalls mit einem Nagelknipser entfernen. Keinesfalls sollte man diese Zapfen an den Ballen belassen oder allzu groß werden lassen, da der Hund dann eine Ballenfehlstellung entwickeln kann. Eine Züchterin berichtete mir einmal von einem CF-Hund dem eine regelrechte „Platte“ neben dem Ballen gewachsen war, weil seine Besitzer den Hornzapfen nicht im Frühstadium entfernt hatten. Die Hornzapfen sind übrigens das eindeutigste Erkennungsmerkmal für eine Corny feet Erkrankung. Allerdings bildet nicht jeder CF-Hund Hornzapfen aus, sondern nur diejenigen, die von einer stärkeren Form betroffen sind.
    Da unsere Amelie offensichtlich an der leichtesten Form der DH „erkrankt“ ist (sie zeigt keinerlei Beeinträchtigung und hat nur leicht rissige Ballen), hat sie bislang keine Hornzapfen ausgebildet. Bei einer ihrer Schwestern bildete sich im Alter von 8 Monaten der erste kleine Hornzapfen.

                   
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    Im Gegensatz zu gesunden Pfoten, die rund fest und geschlossen sind, scheinen die einzelnen Ballen der CF-Hunde in sich etwas beweglicher gegeneinander zu sein. Ein Besitzer eines CF-Hundes beschrieb die Pfoten seines Hundes auch als „Plattfüße“, da die Ballen abgeflacht sind. Jedoch scheint bei der Stärke der Ausprägung dieser Plattfüße und somit der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) auch das Gewicht des Hundes eine Rolle zu spielen. Ein schwerer Hund hat mit der Digitalen Hyperkeratose oftmals mehr Probleme als ein leichter Hund.

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                                                               (zum Vergleich eine gesunde Hundepfote -hinten-)

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                                                                (zum Vergleich eine gesunde Hundepfote -vorne-)

    Die Digitale Hyperkeratose (Corny feet) gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, so dass es Hunde gibt, die nur leicht rissige, trockene Ballen haben, die wenig Pflege bedürfen; aber auch Hunde, deren Ballen extrem trocken und rissig sind und viel Pflege bedürfen.
    Diejenigen Hunde bei denen CF in einer leichten oder mittleren Form vorliegt, sind in der Regel genauso lauffreudig und vital wie andere Hunde. Bei Hunden, die an einer starken Form leiden, hängt ihr Wohlbefinden sehr von der jeweiligen Pflege durch den Besitzer ab. In einigen wenigen Fällen gibt es leider auch Kromis, die trotz guter Pfotenpflege größere Probleme mit CF haben. Sie neigen dann zu Lahmheiten und sind bei bestimmten Bodenverhältnissen (z.B. Schotter oder Asphalt) empfindlicher an den Pfoten, so dass sie versuchen, auf grasbewachsene Ränder auszuweichen. Auch können sich bei ihnen die Ballen wegen Verschmutzungen in den äußerst tiefen Rissen entzünden.

  • Diagnose:

    Nur wenn alle 3 Merkmale (gekräuseltes Fell –vor allem im Gesichtsbereich-, übermäßiges Krallenwachstum und trockene rissige Ballen ggfs. mit Hornzapfen) gemeinsam vorliegen, spricht man von einem an Digitaler Hyperkeratose (Corny feet) erkrankten Hund.

    Andere Gründe für zu lange Krallen können z.B. zu wenig Bewegung oder ein überwiegendes Laufen auf weichem Untergrund sein. Auch gibt es Hunde, die eher eine trockene Haut haben und zu rauen rissigen Ballen neigen, ohne dass es sich um Corny feet handelt.

    Ein sicheres Zeichen für CF sind vor allem die Hornzapfen.

    Viele Tierärzte kennen die Digitale Hyperkeratose (Corny feet) jedoch nicht. Vielleicht haben sie schon einmal davon gehört, aber gerade bei den Hunden, die keine Hornzapfen ausbilden, tun sie sich mit einer Diagnose schwer, da die Krankheit nicht besonders verbreitet ist. Außer von den Kromfohrländern kennt man die Digitale Hyperkeratose auch noch von den Irish Terriern, Bedlington Terriern und noch ein paar anderen Hunderassen. Da mit den CF-Hunden nicht gezüchtet werden darf (erkrankte Hunde werden gar nicht erst angekört), wird auch die Digitale Hyperkeratose über kurz oder lang in den Kromfohrländer-Populationen (zumindest bei den offiziellen Zuchten) verschwinden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass verantwortungbewusste Kromfohrländerbesitzer eine Erkrankung ihres Hundes an den Rassezuchtverein melden - und zwar auch dann, wenn sie selber nicht züchten möchten !!! Bei den Irish Terriern ist der Rückgang bzw. das Verschwinden der CF-Erkrankungen durch entsprechende Zuchtlenkungsmaßnahmen des Rassezuchtvereins der Irish Terrier bereits gelungen.


Pflegemaßnahmen
 
Wie oben bereits geschrieben, lässt sich die Digitale Hyperkeratose (Corny feet) durch Ballenpflege und Krallenkürzen sehr gut behandeln. Auch durch die Ernährung kann man das Ganze positiv beeinflussen. Weiterhin nimmt auch der Hormonhaushalt des CF-Hundes Einfluss auf den Zustand der Ballen, so dass eine Kastration zu Verbesserungen führen kann.
 
Hierzu jedoch nun im Einzelnen:
 
·        Ballenpflege:

Bei den an CF erkrankten Hunden muss darauf geachtet werden, dass die Ballen möglichst geschmeidig bleiben. Dieses erreicht man durch abendliches Eincrémen. Im Winter sollte man zudem vor jedem Spaziergang Melkfett auftragen. Allerdings darf man die Ballen nicht zu weich crémen, da sie sonst anfälliger gegenüber Verletzungen durch spitze Gegenstände (Steine, Scherben....) werden. Daher sollte man ab und zu auch mal mit dem Eincrémen pausieren.
Weiterhin ist es wichtig, dass die Ballen nach den Spaziergängen gut gesäubert werden, damit sich keine kleinen Steinchen oder Sand in den Rissen festsetzen.
Bei Hunden, die an einer sehr starken Form der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) leiden, kann je nach Witterung auch das Tragen von Pfotenschutzschuhen angebracht sein. Mir persönlich ist jedoch bislang kein Kromi bekannt, bei dem das nötig wäre.
Da jeder CF-Hund anders auf die unterschiedlichen Crémes anspricht, muss man ausprobieren, was bei seinem eigenen Hund am Besten wirkt. Verschlechtern sich die Ballen bei einem Produkt, steigt man eben auf ein anderes um. Da das Ballenhorn sich regelmäßig erneuert und nachwächst, wachsen auch die Risse wieder heraus, nachdem man ein wirksameres Mittel gefunden hat.
Bei unserer Amelie habe ich die folgenden Dinge ausprobiert:
-Melkfett mit Vitamin E
-Hirschhorntalg
-Ballistolöl
-Neutrogena Handcréme
-Pfotenschutzcréme
-Bienenwachscréme
-Shea Butter
-Mineral Hautcréme von der Fa. Fette (Wirkstoff: Totes Meer Salz)
-Propolis (= Kittharz der Bienen) Tinktur vom Imker
-Handcréme mit Bienenwachs
Am Besten kommen wir mit einem abendlichen Auftragen von Neutrogena Handcréme klar, wobei es auch immer wieder einmal Phasen gibt, in denen wir überhaupt nicht crémen müssen. Im Winter benutzen wir zudem Melkfett vor den Spaziergängen.
All die anderen Produkte haben wenig gebracht und teilweise viel zu sehr rumgeschmiert (z.B. das Ballistolöl).
Amelies Schwester Lea kommt am Besten mit dem Hirschhorntalg klar. Das gibt es als Pflegestift (ähnlich einem Labello) in der Apotheke.
Bei einem anderen CF-Hund wiederum hat am Besten die Mineral Hautcréme mit dem Toten Meer Salz gewirkt. Ein weiterer „Geheimtipp“ soll Emuöl sein. Ich selber habe es nie ausprobiert, weil wir mit der Neutrogena Créme so gut klar kommen. Allerdings wirkt das Emuöl bei einem besonders stark betroffenen CF-Hund lt. Auskunft seiner Besitzer Wunder.

·        Krallenschneiden:

Dies hatte ich weiter oben bei den Symptomen schon beschrieben. Wichtig ist, dass man früh genug damit anfängt, damit die Blutgefäße nicht schon zu lang gewachsen sind ! Nach einem Spaziergang im Regen oder feuchtem Gras lassen sich die Krallen übrigens am Besten kürzen.

·        Ernährung:

Ein CF-Hund kann ganz normal ernährt werden. Allerdings sollte man auf biotinhaltige Produkte wie z.B. Bierhefe verzichten, da sie zu vermehrtem Horn- und Krallenwachstum führen.
Eine Zugabe von guten Ölen wirkt sich –wie bei anderen Hunden auch- positiv auf Haut und Haar aus. Ich nehme meistens Distelöl, Rapsöl und Lachsöl. Außerdem hatte ich ausprobiert wie sich das besonders gute und teure Velcote Öl auf Amelies Ballen und Fell auswirkt. Da ich allerdings keine gravierenden Verbesserungen feststellen konnte, bin ich wieder auf das Distel-, Raps- und Lachsöl umgestiegen.
Bei Hunden, die unter juckender, schuppiger Haut leiden soll sich die tägliche Gabe einer aufgelösten Zink-Brause-Tablette über das Futter positiv auswirken.

·        Homöopathie:

Bei CF-Hunden sollen Silicea Globuli sehr gut wirken. Da Amelie aber eine so leichte Form der DH hat, habe ich es bislang nicht ausprobiert, da wir auch so sehr gut klar kommen.

·        Kastration:

Im Gegensatz zu den Rüden, deren Hormonspiegel relativ konstant ist, schwankt der Hormonspiegel der Hündinnen im Laufe ihres Zyklus nicht unerheblich. Offensichtlich hat dies auch Einfluss auf die Beschaffenheit der Ballen des CF-Hundes. Kurz vor, während und nach der Läufigkeit werden die Ballen nämlich trockener und rissiger. In der Zeit der relativen Ruhe im Zyklus sehen die Ballen am Besten aus.
Dies ist auch der Grund weshalb von einigen Züchtern bei CF-Hunden die Frühkastration (vor der 1. Läufigkeit) empfohlen wird. Ich persönlich sehe diese Frühkastration jedoch nicht ganz unkritisch, da der Hund in seiner Persönlichkeit nie richtig erwachsen wird. Außerdem birgt eine Kastration die Gefahr von Inkontinenz sowie Gewichtszunahme und auch der Fellzustand kann unter der Kastration leiden (es wird fusseliger mit mehr Unterwolle und die Farben verblassen).
Daher würde ich eher empfehlen erst einmal abzuwarten, wie stark der Hund die CF-Symptome entwickelt. Amelies Schwester Lea hat eine mittelstarke Form der Digitalen Hyperkeratose (Corny feet) und ist nach der 2. Läufigkeit kastriert worden. Dadurch fallen bei ihr die zyklusbedingten Schwankungen weg, so dass die Ballen nun insgesamt besser sind. Amelie ist nach wie vor unkastriert.
Bei dem an CF erkrankten Rüden Grimo (Zeno) von Herrenwis hat eine Kastration im Alter von 1 Jahr dazu geführt, dass die Symptome fast vollständig veschwunden sind. Seine
Homepage ist
hier zu finden.
 
Alles in allem kann man sagen, dass die Digitale Hyperkeratose eine Krankheit ist, die sich durch entsprechende Pflegemaßnahmen sehr gut in den Griff bekommen lässt. Die Hunde können damit ein völlig normales Leben führen und das rassetypische Alter erreichen. Weitere Informationen zu dem Thema Corny feet finden Sie bei den folgenden Links:

Homepage vom Zwinger vom Cronewaldstollen unter "Krankheiten"
Homepage von Grimo (Zeno) vom Herrenwis
Dissertation von Frau Rudek Vennenfrohne
 
 
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 3.Epilepsie
             a) allgemeine Informationen
             c) Praxiserfahrungen von Marion Wisst
             d) Praxiserfahrungen von Anikó Weiß 
 
 
a) allgemeine Informationen:
 
 
Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, die mit von Zeit zu Zeit auftretenden krampfartigen Anfällen verbunden ist. Es gibt angeborene aber auch erworbene Formen der Epilepsie. Bei dem Kromfohrländer treten in der Regel die angeborenen Formen der Epilepsie auf, so dass man diese Krankheit auch zu den erblichen Krankheiten zählt. Der erste epileptische Anfall tritt bei vielen betroffenen Hunden um den 2. Geburtstag herum auf, aber auch frühere oder spätere Erkrankungen sind möglich. Nach dem 6. Lebensjahr erkrankt aber kaum noch ein Hund an Epilepsie.
 
Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer bekämpft die Epilepsie seit den 1990er Jahren erfolgreich durch Zuchtlenkungsmaßnahmen, so dass die Neuerkrankungen bei den Kromfohrländern immer weiter zurückgehen. Erkrankte in den 1980er Jahren noch ein relativ großer Prozentsatz der zu dem Zeitpunkt geborenen Kromfohrländer an Epilepsie, so werden diese Fälle heutzutage von Jahr zu Jahr immer weniger (bei den seit 2001 geborenen Kromis liegt die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahrgang bei ca. 4%). Dies wurde dadurch erreicht, dass jeder bei dem Rassezuchtverein registrierte Kromfohländer einen sogenannten Epi-Wert zugewiesen bekommt, welcher sich aus seinem Alter, Wurfgröße, Erkrankungen bei den Vorfahren, Nachkommen und Verwandten berechnet. Wird von einem Züchter dann ein Zuchtantrag gestellt, so dürfen nur Hunde miteinander verpaart werden, bei denen das Produkt aus den multiplizierten Werten beider Hunde einen gewissen Wert nicht überschreitet. Hierdurch wird das Risiko von erkrankten Welpen in einem Wurf minimiert. Deshalb würde ich persönlich auch keinen Hund (egal ob Kromfohrländer oder anderer Rassehund –bei Mischlingen sieht es natürlich anders aus-) aus einer „Schwarzzucht“ ( = nicht registrierte Züchter und nicht genehmigte Zucht) kaufen, bei der auf solche Werte vielleicht nicht geachtet wird bzw. nicht geachtet werden kann, weil diesen Züchtern z.B. die Informationen fehlen. Eine gewisse Kontrolle bei den Verpaarungen ist mir wichtiger, als vielleicht etwas schneller oder günstiger an einen Hund zu kommen. Wer sich über das sogenannte Genotypverfahren zur Zuchtlenkung genauer informieren möchte, kann dies auf der Homepage des Rassezuchtvereins an dieser Stelle nachlesen: http://kromfohrlaender.info/wuff_archiv/wuff_genotyp.htm
 
Bezüglich der allgemeinen und wissenschaftlichen Informationen über Epilepsie möchte ich auf zwei andere Homepages verweisen. Und zwar zum einen (mal wieder ;-)) zu der klasse Homepage von Dorothee Klein, deren Hündin Erbse vom Isarflimmern ebenfalls an der erblichen Form der Epilepsie erkrankt ist: http://www.kromfohrlaender-siegen.de/Website-Zwinger/z-krankheiten.html#Epilepsie
 
Und zum anderen auf die Seite www.epilepsie-beim-hund.de . Dort finden sich viele Informationen rund um das Thema Epilepsie. Vor allem gibt es dort auch eine „Epilepsie-Fibel“ im PDF-Format, die sich jeder Interessierte auf seinen Computer herunterladen kann. Allerdings ist diese Homepage eine allgemeine Seite über epileptische Hunde aller Rassen. Die Form der Epilepsie, die sich beim Kromfohrländer findet, verläuft meistens (leider nicht immer) in einer leichteren Form.
 
Betroffene Hundehalter sind natürlich froh, wenn sie Berichte aus der Praxis lesen können, so dass ich an dieser Stelle Kromi-Besitzer zu Wort kommen lassen möchte, die über ihren an Epilepsie erkrankten Kromi berichten. Nachfolgend können Sie nun also Berichte von betroffenen Kromi-Besitzern lesen.
 
b) Praxiserfahrungen von Petra Henning
 
 
Als erstes folgen Auszüge aus einem Bericht von der alten Fassung der Homepage von Petra Henning ( http://www.petra-henning.de ), deren mittlerweile verstorbener Kromfohrländer Lenin von der Holderheide Epilepsie hatte:
 
„Unser Lenin hat von Zeit zu Zeit Epileptische Anfälle. Der Abstand zwischen den einzelnen Anfällen liegt im Durchschnitt bei 7 – 8 Wochen, die Dauer bei ca. 1 – 2 Minuten, in denen unser Hund überhaupt nicht ansprechbar ist.
 
Wenn man so einen Anfall die ersten Male bei seinem Hund miterlebt, dann steht man selber erstmal unter Schock, weiß oft gar nicht, was man tun soll. Wir haben damals gleich den Züchter von Lenin informiert, der uns riet, bei unserem Tierarzt vorbeizuschauen, um ein großes Blutbild machen zu lassen. Damit lässt sich nachweisen, ob irgendwelche organischen Probleme vorliegen, was meistens ausgeschlossen werden kann.
 
Die Form der Epilepsie, die Lenin hat, nennt man auch Idiopathische Epilepsie (ohne erkennbare Ursache entstanden, somit genetisch bedingt). Dagegen gibt es kein Heilmittel, man sollte auch nicht zu früh zu irgendwelchen Medikamenten greifen, die die Anfälle eindämmen. Ist der Hund nämlich erst mal medikamentös eingestellt, dann ist er das für den Rest seines Lebens. Und das muss nicht sein, sofern die Anfälle nicht zu gehäuft (also in geringerem Abstand als 4 Wochen) auftreten.
 
Was ich in solchen Fällen immer griffbereit habe sind Rescue-Tropfen (auch Notfalltropfen genannt), die ich Lenin in die Lefzen einträufle, während er einen Anfall hat. Ich habe festgestellt, dass dadurch die Anfälle sanfter verlaufen und er früher reagiert, wenn er völlig weggetreten war.
 
Was ich weiterhin nur jedem betroffenen Besitzer empfehlen kann, ist das Führen eines sog. Epilepsie-Tagebuches. Ich habe eine lose DIN A4-Blattsammlung; auf jedem Blatt wurde ein Anfall vermerkt, mit Datum, Uhrzeit, Dauer des Anfalles, wo war der Anfall, Begleitumstände (Stress, Schmerz, etc.), was ist vielleicht die Tage vorher passiert. Alle diese Dinge halte ich fest, um ein mögliches Schema zu erkennen bzw. auch zur Info für meinen Tierarzt (beim jährlichen Check up und Impfen).
 
Mittlerweile verhält es sich bei den Anfälle auch so, dass Lenin wohl ahnt, dass irgendetwas demnächst mit ihm passiert. Jedenfalls kommt er dann immer auf meinen Mann oder mich zu, kuschelt sich ganz eng an die Beine und schaut einen aus großen braunen Augen an. Meist kurz darauf beginnt dann ein Zittern, v.a. in den Hinterläufen. Das sind für mich die ersten Anzeichen.
 
Ich gehe dann mit Lenin immer zu seinem Liegeplatz (oder trage ihn auch dorthin) und beachte, dass ich seinen Kopf etwas erhöht ablege. Wenn die Zeit bleibt, dann sollte man schauen, dass der Hund möglichst nicht auf irgendwelchen „teuren“ Teppichböden oder sonstigen Sachen liegt, da bei einem epileptischen Anfall die Möglichkeit besteht, dass der Hund sich entleert.
Für mich besonders wichtig ist, dass ich Lenin während des Anfalles nicht alleine lasse, möglichst Körperkontakt halte (Streicheln), und auf ihn einspreche. Ich weiß nicht, ob das meinem Hund weiterhilft, mich beruhigt es jedenfalls.
 
Wenn Lenin aus den Anfällen wieder auftaucht, dann macht sich das durch klare Augen bemerkbar. Nach kurzer Zeit will er dann auch gleich aufstehen, und wir gehen immer als erstes zum Pieseln vor die Türe. Anschließend erfolgt noch ein kurzes Schütteln, und alles ist vergessen und wie vorher.
 
FAZIT:
Wenn man einen Hund mit Epilepsie hat, dann sollte man ihn nicht in Watte packen. Wichtig ist, dass man den ganz normalen Tagesrhythmus beibehält, dass man weiterhin alle Aktivitäten wahrnimmt, die man auch vor den Anfällen schon zusammen unternommen hat. Hunde sind Gewohnheitstiere, und es brächte sie wohl viel mehr aus der Fassung, wenn plötzlich alles anders wäre als früher.
Zumindest haben wir das festgestellt und auch im Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Hundebesitzern bestätigt bekommen“
 
c) Praxiserfahrungen von Marion Wisst 
 
 
Mein Hund hat Anfälle – was soll ich tun
 
Diese Frage stellte sich uns vor nun schon 12 1/2 Jahren, als unsere damals gut 2 ½ jährige Hündin auf einem Spaziergang ohne Vorwarnung einfach wegsackte. Der Anfall dauerte nur wenige Minuten und die Hündin setzte mit meinem Mann den Spaziergang nach kurzer Erholungspause fort. Zuhause benahm sie sich wie immer, machte sofort klar, dass sofort ein Leckerchen fällig ist für braves Gassi gehen.
 
Dies war der erste aber leider nicht der letzte Anfall. In den folgenden Jahren kamen und gingen die Anfälle in unregelmäßigen Abständen, mit unterschiedlicher Dauer und Intensität. Niemals schäumte sie, urinierte oder bekam Tobsuchtsanfälle. Meist schaute sie einen mit riesigen Augen an, bevor sie langsam in der Hinterhand schwach wurde, zu Boden sank und dann über den Rücken verlaufend begann zu krampfen. Die Augen waren weit geöffnet, der Blick starr, Muskelzuckungen breiteten sich aus, rudernde Bewegungen der Vorder- und/oder Hinterläufe. Diese Krämpfe dauerten unterschiedlich lang, manchmal erholte sie sich ganz schnell, manchmal fiel sie in einen zweiten Krampf. Danach war sie immer für ein Leckerchen zu haben. Ein ganz sicheres Zeichen, dass der Anfall vorüber war.
 
Aber was war nun zu tun?
 
Vor allem: Ruhe bewaren! Sich am besten zum Hund hinknien oder auf den Boden setzen. Darauf achten, dass er sich nicht verletzen kann. Einer aus unserer Familie saß immer bei unserer Hündin am Boden, streichelte sie und sprach mit ihr. Ich bin überzeugt sie höre uns. Zweitens: den Verlauf des Anfalls beobachten. Notizen machen. Auf die Uhr schauen von Beginn des Anfalls bis der Hund wieder ganz fit ist. Bei unserem Hund lagen diese Krämpfe zwischen 4 und 10 Minuten, manchmal auch etwas länger. Vor allem ist der Hund nach einer kurzen Erholungspause wieder absolut der Alte. Keine bleibende Schwäche, schwankender Gang oder Ähnliches. Sollte dies der Fall sein, z.B. der Hund erholt sich über Stunden nicht, so war dieser Anfall mit Sicherheit eine Herzattacke!
Drittens: Nach Beendigung des Anfalles den Hund nicht „überbetütteln“. Dies versteht er mit Sicherheit nicht, im Gegenteil, für ihn ist dann klar er hat etwas furchtbares angestellt. Normal behandeln! Am besten gleich spielen oder eine kurze Runde im Garten Gassi gehen. Sind die Menschen ganz normal verliert der Hund eine etwaige Unsicherheit, denn sein Rudel zeigt keine Anzeichen die ungewöhnlich wären.
Tierarzt: Machen Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt und stellen Sie Ihren Hund dort vor. Er wird ihn durchchecken, abhören und er soll ein großes Blutbild machen. Hiermit werden Organische Schäden als Folge oder Auslöser der Anfälle ausgeschlossen. Ihr Tierarzt wird Sie über eine Behandlung der epileptischen Anfälle beraten. Jeder Arzt hat seine eigenen Erfahrungen und Behandlungsmethoden. Sie müssen keiner Behandlung sofort zustimmen. Denken Sie in Ruhe Zuhause darüber nach, erkundigen Sie sich im Bekanntenkreis, im Verein, erfragen Sie Vor- und Nachteile einer Therapie bevor Sie sich dazu entschließen. Etwas Zeit in der Entscheidung ist allemal besser als eine Therapie mit zu großen Nebenwirkungen.
 
Informieren Sie Ihren Züchter.
Melden Sie umgehend selbst die Erkrankung Ihres Hundes im Verein unabhängig von der Information Ihres Züchters. Am besten dem Zuchtleiter (Telefonnummer/Adresse im wuff). Er wird Ihre Angaben hinterfragen und Ihnen einen Fragebogen zuschicken, den Sie zusammen mit Ihrem Tierarzt ausfüllen sollen. Sollten Sie ihn nicht erreichen können Sie jeden Zuchtwart informieren.
Warum ist es wichtig, dass der Verein informiert wird? Nur wenn bekannt ist welche Hunde an Epilepsie erkrankt sind kann mit Zuchtlenkungsmaßnahmen gegen zukünftige Erkrankungen vorgegangen werden.
Das hilft Ihnen und Ihrem Hund wenig? Richtig! Aber zukünftigen Kromfohrländern und deren Besitzern wird ein ähnliches Leid wie Ihnen erspart. Das sollte man sich immer vor Augen halten. Die Zuchtlenkung ist immer nur so gut wie der Informationsfluss aus der Mitgliedschaft bzw. von den Kromfohrländer Besitzern.
Ihr Züchter wiegelt unter Umständen ab? Melden Sie die Erkrankung trotzdem! Es ist wichtig, richtig und immer besser als Stillschweigen.
Warum hat Ihr Hund Epilepsie? Ich bin kein Tierarzt und möchte deshalb die ärztliche Seite dieser Erkrankung außen vor lassen. Möchte aber gerne versuchen aus züchterischer Seite darauf einzugehen.
 
Epilepsie gibt es in zwei Formen. Die erworbene Epilepsie, z.B. durch eine Kopfverletzung bei einem Unfall und die vererbte Epilepsie. Wir sprechen hier von der vererbten Epilepsie. Diese Erkrankung gab es schon immer bei allen Hunderassen, auch bei Mischlingen und eben auch bei unseren Kromfohrländern. Vor etlichen Jahren waren in einem Jahrgang unter Umständen noch ganze Würfe davon betroffen. (Wer sich hier genauer informieren möchte kann bei der Zuchtbuchstelle die Genotypwahrscheinlichkeitsliste, nachstehend Epi – Liste genannt, anfordern und selbst nachlesen wer erkrankt war/ist und nicht. Allerdings stehen diese Informationen nur Vereinsmitgliedern zu Verfügung) Woher kommen diese Informationen? Zum Einen wurden die Erkrankungen von den Besitzern gemeldet bzw. waren bei den zuständigen Zuchtleitern bekannt. Zum Anderen wird seit Januar 2000 eine jährliche Umfrage durch den Verein durchgeführt in der unter anderem nach der Epilepsie gefragt wird. Durch diese Umfrage, also durch die Besitzer selbst, konnte ein enormer Datenstand erreicht werden, der bei der züchterischen Planung wichtig ist. Aus diesen Daten wird durch den Genetiker H. Dr. Beuing schon seit einigen Jahren eine Epi - Liste erstellt, die als Zuchtauswahlhilfe bzw. Risikobestimmung zu Hilfe genommen wird.
 
Diese Liste gibt also an, mit welchem Epi - Risiko mein Zuchtkromi bzw. der gewünschte Partner behaftet ist, bzw. welches Risiko die zu erwartenden Welpen haben. Sie ist ein Hilfsmittel, d.h. die letztendliche Verantwortung liegt beim Züchter. DerZuchtausschuss legt einen Risiko-Grenzwert für die geplante Paarung fest, der nicht überschritten werden darf.
In der züchterischen Verantwortung liegt nun die Entscheidung ob die gedachte Paarung, mit einem noch im Rahmen liegenden Grenzwert, durchgeführt wird oder nicht. Unbedingt sollte man sich auch das Umfeld der Tiere, mit Hilfe der Ahnentafel/Zuchtbuch und der Epi - Liste, auf erkrankte Tiere anschauen.
 
Marion Wisst          (Homepage: Zwinger von der Au )
 
 
 
d) Praxiserfahrungen von Anikó Weiß
 
 
Unser Leben mit einem Epi(lepsie)-Hund !

Eigentlich war alles bestens, wir hatten ein gesundes Kromimädel aus eigener Zucht. Bei der Wahl des Rüden wurde natürlich alles beachtet besonders die Gesundheit und in den Verpaarungslinien trat keine Epilepsie auf, dieses Thema war gar nicht präsent.

Am 16.12.2004 kam dann der Schock. Mein Mann war mit den Hunden spazieren, Ashley fraß viel Gras was ja schon mal vorkommt und würgte es dann wieder raus. Danach fiel sie aber einfach um und fing an zu „zappeln“, sie war auch nicht mehr bei Bewusstsein. Mein Mann dachte natürlich Ashley hätte sich vergiftet, drückte die Leinen der anderen beiden Hunde, die mit waren, einer Bekannten in die Hand und rannte den Weg bis nach Hause. Unterwegs kam Ashley etwas zu Bewusstsein, aber sie erkannte meinen Mann nicht und fing an in Panik um sich zu schnappen und zu schreien. Er fuhr dann sofort in die Tierklinik, dort wurde Ashley an den Tropf gehängt und es wurde ein großes Blutbild gemacht. Ich bin dann ca. 2 Stunden später hin und habe darauf bestanden meinen Hund zu sehen, sie erkannte mich aber immer noch nicht richtig und war orientierungslos. Abends konnten wir sie wieder abholen, sie war zwar sehr schlapp, aber lief unruhig durch die Wohnung. Die Blutwerte waren alle in Ordnung und wir bekamen die Diagnose „Verdacht auf Epilepsie“

Natürlich ist das erstmal nicht zu glauben, Ashley ging es die Wochen vorher schon nicht besonders, sie hatte arg abgenommen, war scheinträchtig und hatte eine Virusinfektion, ihr Hormonhaushalt war aus dem Ruder gelaufen. Also schoben wir es darauf.

4 Wochen später wieder ein Anfall, mein erster, ich war geschockt. Weitere Anfälle alle 4-6 Wochen, auch mal ein 2 Wochen Rhythmus, folgten. Also mussten wir uns nun mit der Diagnose abfinden. Es wurden auch Stimmen von Bekannten laut, den Hund doch zu „erlösen“ und einzuschläfern, das kam aber für uns nicht einen Moment in Frage. Ashley war sonst ein lebenslustiger, fröhlicher Hund mit einen herrlichen Temperament. Im April 2005 wurde Ashley dann kastriert da ihr Hormonhaushalt immer noch durcheinander war, bei der Kastration zeigte sich dann auch, dass die Gebärmutter und die Eileiter in verschiedenen Stadien der „Läufigkeit“ standen, obwohl Ashley erst 3 Monate später überhaupt läufig werden sollte.

Da Ashley nach jedem Anfall arge Probleme mit der Orientierung hatte und auch ihre Pupillen nur träge reagierten, wurden wir noch in eine Tierklinik geschickt. Dort wurde eine neurologische Untersuchung gemacht. Augenüberprüfung, Gleichgewichttests, und vieles mehr um ggfs. einen Hirntumor auszuschließen, wieder alles ohne Befund. Epilepsie kann viele Auslöser haben, ein Autounfall, extremer Stress, Mangelerscheinungen, Vererbung, auch Impfen, Zeckenmittel stehen im Verdacht Auslöser zu sein.

Am Ende wurde uns gesagt, dass Ashleys Hormonhaushalt und eine Vergiftung, die ihre Mutter Thalea während der letzten Woche der Trächtigkeit hatte, durchhaus zu einer Epilepsie führen konnten. Natürlich kann man eine vererbte Epilepsie nicht ausschließen, leider gibt es dafür keine Tests.

Da die Anfälle weiterhin kamen, entschieden wir uns zu einer Behandlung mit Luminal. Bei Luminal ist der Wirkstoff Phenobarbital, dieses muss über mehrere Wochen gegeben werden, damit sich ein sogenannter „Phenobarbital-Spiegel“ aufbaut, der auch nicht zu großen Schwankungen unterliegen sollte um weitere Anfälle zu verhindern. Die Nebenwirkungen sind allerdings auch nicht zu verachten, Ashley bekam Koordinierungsschwierigkeiten mit den Hinterbeinen, die dauerten ca. 1 Woche, dabei sackte sie mit den Hinterbeinen weg und konnte keine Treppen gehen. Bei anderen Hunden ist auch eine Schlappheit und Müdigkeit zu sehen.

Trotz der Medikamente wurde es nicht besser. Ashleys Leberwerte stiegen immer höher durch die Luminal, dagegen hätten wir dann ein anderes Medikament bekommen. Durch ein Forum von Epi-Dogs bin ich dann auf die Idee gekommen es parallel auf homöopatischer Basis zu versuchen. Ich fand eine sehr gute Homöopathin, die Ashley über die Bioresonanz behandelt hat. Die Bioresonanz hat dahingehend geholfen, dass Ashley uns nach einem Anfall schneller wieder erkennt und somit auch ihre Panik/Schreien nicht mehr ist. (Von einer Bekannten, die selber Epilepsie hat, weiß ich, dass das Gedächtnis nach einem Anfall erst wieder „vorgespult“ werden muss, bis man sich an die aktuellen Ereignisse erinnert).

Als homöopathische Behandlung (ich muss gestehen ich war sehr skeptisch) wurden uns Globulis Zinkum und Apisinum gegeben, die mit einer bestimmten Frequenz noch behandelt wurden. Diese bekommt Ashley 3x am Tag auf die Lefze oder mit einem Leckerchen. Gegen die Unruhe nach einem Anfall (Ashley läuft dann in Schränke hinein oder durch einen Wassernapf/Teich) wurde uns Belladonna in einer bestimmten Potenz gegeben, alle 10 min. bis eine Besserung eintritt. Während sie früher ca. 5-7 Stunden benötigte um wieder ganz die „alte“ zu sein, schaffen wir es dank Bellladonna, dass sie sich schon nach 1 Stunde wieder normal verhält.

Wir haben ihr ein Jahr lang Bachblüten gegeben damit sich ihre Unsicherheit etwas verliert, die sich durch die Vielzahl der Anfälle steigerte. Die Rescuetropfen, die wir auch immer dabei haben, haben bei uns leider keinen sichtbaren Erfolg gebracht. Im Dezember 2005 haben wir dann die Luminal langsam ausgeschlichen, niemals einfach absetzten!!!!! Seit Januar 2006 behandeln wir Ashley nur noch rein homöopathisch. Wir hatten 2005 - 14 Anfälle und  2006 - 5 Anfälle.

Was ich ebenfalls nur empfehlen kann, ist ein Tagebuch zu schreiben, zu jedem Anfall(Dauer, Tageszeit) evt. Umstände und so verrückt es klingt vielleicht auch Wetter und Mond aufschreiben. Es hilft einem selber, sich diese Gedanken von der Seele zu schreiben und man findet ggfs. Gemeinsamkeiten, die einem THP, Tierarzt oder einem selber bei der weiteren Behandlung zu helfen.

Ashleys Anfälle sind zwar immer noch sehr traurig, aber nicht mehr so schlimm wie beim ersten Mal. Manchmal kommt sie vorher zu uns und kuschelt sich an, auf den Spaziergängen trägt sie oft ein Geschirr, für den Fall, dass sie uns nicht erkennt und wir sie dann nicht am Halsband zerren müssen, ihr Freiraum geben können bis sie sich an uns erinnert. Während des Anfalls streicheln wir sie und reden beruhigend auf sie ein, ansonsten passen wir nur auf, dass sie sich nirgends verletzen kann.

Zwischen den Anfällen ist sie ein ganz normaler Hund, lustig lebensfroh wir nehmen sie auch weiterhin überall mit hin, wir machen Agility, Beschäftigung für und mit vielen Hunden, wir haben nun auch mit Dogdance angefangen, was sie unglaublich schnell lernt.

Meist bekommen die Hunde die Anfälle nachts oder kurz nach dem aufstehen, sie dauern dann ein paar Minuten, ggfs. kann sich auch ein weiterer Anfall anschließen. Wenn ein Hund mehrere Anfälle hintereinander hat, oder eine richtige Anfallsserie ist das eine extreme Belastung für das Herz und den Stoffwechsel (vermehrter Hunger und Durst danach sind üblich) und dies kann dann zum Tode führen. Für so einen Notfall haben wir Diazepan im Hause das dann notfalls verabreicht werden kann um die Serie zu unterbrechen.


Fazit: Es ist eine Krankheit, die man mit allen Mitteln und Vernunft bekämpfen muss, es gibt leichtere Fälle so wie wir es haben, und es gibt schwere Fälle wenn der Hund z.b. mehrere Anfälle an einem Tag hat, aber man sollte den Mut nie verlieren. Sicherlich haben wir noch viel Glück, es gibt viel schlimmere und dramatischere Fälle, aber es gibt vieles das man versuchen kann (Futter, Gesundheitsplanung usw.) bevor man seinen Hund wirklich einschläfern muss.

Für uns hat sich der Slogan bewahrheitet „Epi-lepi aber happy“.

Alles Gute
Anikó Weiß mit Ashley

Ein Link in dem sich Menschen mit Epi-Hunden austauschen können ist eine Yahoo-Group „EpiDogs“
www.yahoo.de und dann unter Groups – EpiDogs eingeben!!!!!
 
 
e) Praxiserfahrungen von Eva Hammerschick
 
Epilepsie bei Fango – Eindrücke von einer Jugendlichen
 
Unser Kromi-Rüde Fango vom Isarflimmern ist seit Oktober 2007 an Epilepsie erkrankt. Am Anfang war es für mich und meine Familie ein Schock, man wird vor dem 1. Anfall (Fango war 3 Jahre und 4 Monate) nicht vorgewarnt. Doch mit der Zeit lernt man, damit umzugehen.
 
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Am 18. Oktober 2007 haben wir beide miteinander gespielt, bis Fango torkelnd mit dem Kopf gegen den Türstock geknallt ist. Danach ging alles relativ schnell. Zuerst hat er nur abwechselnd die Hinterbeine angehoben, dann ist er umgekippt und hat auch zu Krampfen begonnen. Ich habe seinen Kopf auf meinen Oberschenkel gelegt, ihn gestreichelt und ruhig auf ihn eingeredet. Meine Eltern und mein Bruder sind sofort aus allen Ecken gekommen. Fango war nicht ansprechbar, sein Blick war starr, er hatte starken Speichelfluss und seine Beine machten kreisende Bewegungen. Ich habe ihm Bachblüten Notfall-Tropfen in die Lefzen geträufelt, das Maul bekam ich nicht geöffnet.
Danach hat Fango sich langsam wieder erholt, er kam zu sich. Der Spuk dauerte 4 Minuten, danach stand er auf, schüttelte sich ab und wollte weiterspielen, als wäre nie etwas passiert. Mit kreisenden Tellington-Touch Beinkreisbewegungen habe ich getestet, ob seine Gliedmaßen nun wieder beweglich sind, es war alles befreit.
Mein Vater ist mit Fango kurz aufs Feld zum Pinkeln gegangen, der Hund war ganz der Alte.
Das Bild, das hilflose Gefühl und die Angst, die ich in diesen 4 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorgekommen sind, werde ich wohl nie vergessen.
 
Agilitytraining stand am darauf folgenden Tag am Programm. Jetzt werden sich wahrscheinlich einige Leute fragen, warum man Agility mit einem Epi-kranken Hund macht. Der Vierbeiner bekommt beim Anfall direkt meist nichts mit, für ihn wäre es viel schlimmer, wenn sich auf einmal der komplette Tagesablauf ändern würde und Dinge, die bisher wöchentlich gemacht wurden, plötzlich gestrichen werden.
Wir steigen also aus dem Auto aus und Schnuffelchen entdeckt seine heiß-geliebte Puli Freundin Easy. Egal, ob sie läufig ist oder nicht, Fangos Hormone fahren bei ihrem Anblick bzw. Geruch Achterbahn. Die Kleine war zwar am anderen Ende der Wiese, das ist für einen hormongesteuertem Rüden aber keine Ausrede. Da ich mich von meinem hochgepushtem Hund nicht dorthin ziehen lasse, wo es ihm gerade gefallen würde, bin ich mit ihm auf den eingezäunten Agilityplatz und in den dort stehenden Container, in dem sonst Geräte sind, gegangen. Kaum kam er ein bisschen runter, konnte ich wieder Koordinationsprobleme erkennen, die Hinterbeine waren wackelig, Fango setzte sich hin, stand wieder auf, konnte sich nicht halten und fiel um. Am kalten Boden wollte ich ihn nicht liegen lassen, also habe ich mich hingesetzt und ihn auf meinen Schoß gelegt, den Kopf diesmal an meinem Arm hochgelagert. Zwei Minuten lang war er nicht ansprechbar, danach schon wieder und eine Minute später stand er wieder auf den Beinen und hielt Ausschau nach Easy. Ziemlich schrecklich anzuhören waren bei diesem Anfall die Krämpfe in den Stimmbandritzen, bei jedem Muskelzusammenziehen gab Fango ein Grunzgeräusch von sich.
Ich habe ihn geschnappt, bin eine kleine Runde mit ihm gegangen und der Hund war wieder ganz normal. Für mich selbst war dieser Anfall fast noch schlimmer, da ich noch lange nicht verarbeiten konnte, was mit meinem Hund los ist.
Trainiert haben wir an diesem Tag nicht mehr, alleine schon, weil es mir nicht mehr gut ging.
 
Am 11. November 2007 kam ein leichter Epilepsie-Anfall. Am Vortag hatten Fango und ich ein Agilityturnier und am Abend kam Besuch zu uns, über den sich Hundi mächtig gefreut hat. Das bedeutet (positiven) Stress für den Hund, kann auch ein Auslöser für Anfälle sein.
An dem Morgen hat mich Fango aufgeweckt, nichts Außergewöhnliches an sich. Allerdings stand er auf einmal wie angewurzelt da, setzte einen hilflosen Blick auf und verlor einige Harntropfen (obwohl er davor eine große Morgenrunde war). In meinem Zimmer waren zu dem Zeitpunkt die Notfalltropfen, also gleich mal eine Dröhnung verabreicht. Gehen konnte er nicht, das stand fest. Nach 2 Minuten hat er sein Frühstück erbrochen, dann noch 2mal gelben Schleim – nochmals Notfalltropfen verabreicht. Was ich diesmal beobachten konnte waren Muskelkrämpfe in den Hinterbeinen. Meist zogen sie sich 5 Sekunden zusammen, haben ausgelassen und dann wieder.
Diesmal dauerte alles ca. 8 Minuten, danach war wieder alles im grünen Bereich.
 
Einen 4. Anfall hatte er am 20. Jänner 2008, wieder war am Vortag ein Agilityturnier. Am Vorabend hechelte Fango sehr stark, sein ganzer Körper hat sich mitbewegt.
Diesen Anfall haben allerdings nur meine Eltern miterlebt. Bei ihnen im Schlafzimmer hat er Körperkontakt gesucht, dann kam der hilflose Blick und Fango konnte nicht mehr gehen. Er hat wieder nur mit den Hinterbeinen gescheppert, hat Harntropfen verloren (diesmal war das zwar VOR der Morgenrunde, allerdings war er in der Nacht davor noch kurz am Feld zum Pinkeln) und die Muskeln haben sich wieder zusammengezogen. Fango war ansprechbar, hatte allerdings große Pupillen.
Geschätzte 3-4 Minuten hat alles gedauert, allerdings hat er dann noch Schleim erbrochen. Später war er wieder der lustigste Hund und bei der Runde sehr fröhlich.

Die genauen Auslöser für Fangos Anfälle kann ich nicht genau nennen, meiner Meinung nach hängt es sehr mit Stress zusammen. Meist kommen sie in einer Ruhephase und Schnuffi sucht den Kontakt zu uns. Medikamente bekommt er keine, allerdings wie geschrieben, bei jedem Anfall (wenn griffbereit) Notfalltropfen.
 
Ich möchte alle Kromibesitzer, die Koordinationsschwierigkeiten bei ihrem Hund feststellen können bitten, erstmal zum Tierarzt zu gehen um eventuelle andere Gesundheitsprobleme festzustellen. Sollte nichts festgestellt werden können, dann sollte man Epilepsie nicht ausschließen. Vor allem aber den Hund gegebenenfalls aus der Zucht nehmen und dem RZV die Probleme melden!!!!!!!
Nur durch Offenheit und Ehrlichkeit können wir weiterkommen, hier geht es nicht nur um den einen Hund, sondern um die ganze Rasse!!!!!!
 
Eva Hammerschick mit Fango vom Isarflimmern
 
  
 
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 4.Hereditärer Katarakt
  
 Zur Zeit bereiten wir Inhalte für diesen Bereich vor
 
 
 
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 5.Autoimmunerkrankungen / Hautveränderungen
  
Dieser Themenbereich ist sehr schwierig und komplex, da viele Dinge (z.B. Vererbungsgänge) noch nicht abschließend erforscht und die verschiedenen Formen der Autoimmunerkrankungen nur sehr schwer bzw. gar nicht zu diagnostizieren sind. Ich möchte das Themengebiet Autoimmunerkrankungen dennoch nicht unter den Tisch fallen lassen, da gerade diese eine Erkrankung darstellen, die für die betroffenen Hunde und Halter oftmals mit sehr viel Leid verbunden sind. Allerdings möchte ich nochmals betonen, dass ich weder ein Mediziner bin; noch in der Lage bin, medizinisch fundierte Berichte zu erstellen. Vielmehr soll es sich bei meinen Ausführungen um eine kleine Informationsmöglichkeit handeln.
 
Hundebesitzer, bei deren Hunden eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert wurde oder deren Hunde auffällige Hautveränderungen (s.u.) oder andere Symptome zeigen, können sich gerne per E-Mail (siehe Impressum) bei mir melden. Es gibt ein spezielles, nicht öffentliches Autoimmunforum für die Besitzer autoimmunkranker Hunde. Den Link zu diesem Forum gebe ich auf Anfrage gerne an betroffene Hundebesitzer heraus. Man kann sich dort über Diagnosemöglichkeiten informieren, aber auch Rat, Hilfetipps und moralische Unterstützung bekommen.
 
Den Autoimmunerkrankungen liegt eine Störung des körpereigenen Immunsystems zugrunde, die dazu führt, dass Abwehrzellen, die eigentlich dazu da sind körperfremde Zellbestandteile oder Stoffe (z.B. Bakterien, Viren, Proteine) zu bekämpfen, sich auch gegen körpereigene Zellen und Gewebe richten und dadurch zerstören. Daher werden die Autoimmunerkrankungen auch als Autoaggressionserkrankungen bezeichnet. Im Gegensatz dazu würde eine gesunde Immunabwehr erkennen ob es sich um körpereigene oder körperfremde Stoffe und Zellen handelt und nur die „Eindringlinge“ bekämpfen. Von den Autoimmunerkrankungen sind übrigens die Immunschwächen (= ausbleibende oder zu schwache Reaktionen des Immunsystems) und die Allergien (= eine übermäßige Reaktion auf an sich harmlose Substanzen) zu unterscheiden.
 
Autoimmunerkrankungen befallen Menschen, Katzen, verschiedene andere Säugetierarten und Hunde unterschiedlicher Rassen. Auch bei den Kromfohrländern finden sich leider immer wieder einmal betroffene Tiere. Eine genetische Disposition wird angenommen, so dass erkrankte Hunde von der Zucht ausgeschlossen sind.
 
Die Autoimmunerkrankungen (kurz: AI) können sowohl einzelne Organsysteme befallen, als auch systemisch auftreten. Weiterhin können neben den Organen, die Haut, der Bewegungsapparat und das Blut betroffen sein. Es gibt auch Autoimmunerkrankungen, bei denen mehrere Bereiche des Körpers gleichzeitig betroffen sind.
 
Nachfolgend möchte ich ein paar mögliche Formen der Autoimmunerkrankung aufzählen, als da wären
 
  • als systemübergreifende Erkrankung der Systemische Lupus erythematodes, bei dem neben Haut-, Gelenk- und Blutsymptomen auch innere Organe betroffen sein können
  • als Erkrankung der Haut der Diskoide Lupus erythematodes,
  • als Erkrankung der Muskulatur, mit einer damit oftmals verbundenen Speiseröhrenlähmung bzw. –erweiterung (Megaösophagus), die u.a. zu Erbrechen führt, Myastenia gravis. Auch wechselnde Lahmheiten werden bei dieser Form der AI vielfach beobachtet.
  • als Erkrankung des Bewegungsapparates die rheumatische Arthritis, die ebenfalls zu wechselnden Lahmheiten führt.
  • als Bluterkrankungen die autoimmunhämolytische Anämie, bei der die roten Blutkörperchen durch Antikörper zerstört werden, und die autoimmuninduzierte Thrombozytopenie, bei der die Blutplättchen betroffen sind, was Gerinnungsstörungen und Blutungsneigungen zur Folge hat. Diese beiden Krankheiten können auch gemeinsam auftreten. Da die Symptome sehr den Symptomen einer Vergiftung ähneln, versterben die betroffenen Hunde oftmals vor der Erstellung der richtigen Diagnose, so dass hier vermutlich eine hohe Dunkelziffer vorliegt. 
Die obige Aufzählung ist nicht abschließend, da es mir nur darum geht einen kleinen Überblick darüber zu geben, wie vielfältig die Autoimmunerkrankungen sind. Interessierte können über Google weitere Formen der Autoimmunerkrankungen finden. Im Zusammenhang mit den Autoimmunerkrankungen wurden auch schon Dermatomyosotis (entzündliche Erkrankungen der Haut und der Muskulatur) und Vaskulitis (immunbedingte Entzündungen der Blutgefäße) diagnostiziert. Mir persönlich ist es ehrlich gesagt völlig egal, WIE sich die Krankheit mit den AI-ähnlichen Symptomen nun nennt, an der die Hunde leiden. Wichtig finde ich, dass Betroffene Hilfe bekommen und die Symptome dem Rassezuchtverein der Kromfohrländer gemeldet werden (siehe unten).
 
Da die Autoimmunerkrankungen so vielfältig sind, ist eine Diagnose entsprechend schwer und oftmals leider gar nicht möglich. Als Diagnosemöglichkeiten stehen unter anderem der ANA-Test (Bluttest auf antinukleäre Antikörper), der Coombs-Test (wird bei den Blutformen angewandt), die Bestimmung von Rheumafaktoren (bei der Gelenkform) und eine immunfluoreszenz-mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie) zur Verfügung. Leider hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass diese Diagnosemöglichkeiten unzuverlässig sind, so dass auch bei einem negativen Ausfall der Tests eine AI vorliegen kann. Vielfach wird dann auf eine diagnostische Therapie mittels Kortison zurückgegriffen. Dies bedeutet, dass dem Hund über einen gewissen Zeitraum Kortison verabreicht wird. Klingen die Krankheitssymptome unter dieser Kortisongabe ab und kommen nach der Absetzung des Medikaments wieder, so besteht ein starker Verdacht auf AI. Da das Kortison als solches gerade auch bei Naturheilkundlern nicht unumstritten ist, scheut jedoch so manch ein Hundehalter diese Form der Diagnose. Dennoch ist es wichtig, dass auch Hunde ohne diagnostizierte AI, jedoch mit einem starken Verdacht auf AI dem Rassezuchtverein der Kromfohrländer (RZV) gemeldet werden, damit bei den in der Zucht befindlichen Verwandten des Hundes auf Paarungszusammenstellungen geachtet werden kann, die das Risiko von weiteren erkrankten Hunden weitestgehend minimieren. Sollte Ihr Hund also von seinem Tierarzt eine AI diagnostiziert bekommen oder verdächtige Symptome vorliegen, so melden Sie dies bitte unbedingt umgehend der Zuchtbuchstelle des Rassezuchtvereins. Warten Sie nicht bis zur nächsten Zusendung des Gesundheitsfragebogens durch den RZV, denn unter Umständen können zwischen Auftreten der Erkrankung und der Zusendung des nächsten Fragebogens viele Monate vergehen. In dieser Zeit wird mitunter aber mit den Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten des erkrankten Hundes weitergezüchtet, ohne dass die Züchter oder der Zuchtausschuss, der die Zuchtanträge zu genehmigen hat, etwas von der Erkrankung des betreffenden Hundes wissen. Das Risiko weiterer erkrankter Hunde wird dadurch erhöht! Gerade die Schwanzspitzennekrosen (siehe unten) vererben sich gerne weiter, wobei in dem Vererbungsgang auch eine Generation übersprungen werden kann. Selbst wenn bei dem eigenen Hund „nur“ eine Schwanzspitzennekrose vorliegen sollte, mit der er einigermaßen beschwerdefrei leben kann, könnte bei einem seiner später gezüchteten Verwandten durchaus eine stärkere Form der AI durchschlagen, die bei entsprechender Meldung vermeidbar gewesen wäre!
 
Was aber sind Symptome, die den Verdacht auf eine AI nahe legen? Die nachfolgenden Punkte sollen eine kleine Hilfestellung sein:
 
  • schlecht heilende Wunden (Wundheilungsstörungen)
  • häufigere Nagelbettentzündungen, die teilweise auch mit einem Krallenverlust verbunden sein können
  • länger andauernde Entzündungen der Mundschleimhaut und/oder der Lefzen. Hiermit verbunden ist oftmals ein charakteristischer unangenehmer Mundgeruch, der an Metall erinnert. Auch ein vermehrter Speichelfluss (verklebte Barthaare) wurden in diesem Zusammenhang schon beobachtet (siehe Bild unten). Der bei einem gesunden Hund waschbrettartig aussehende Gaumen, ist bei an AI-erkrankten Hunden oftmals von glatter Struktur (siehe unten).
  • Entzündungen oder Geschwüre an den Lidrändern und/oder am After
  • Entzündliche Pusteln oder Blasen, die anschließend verkrusten können
  • Eine kahle Schwanzspitze, die auch offen (= entzündet bzw. blutig) sein kann. Gerade im Anfangsstadium der AI wird dieses Symptom oftmals übersehen, da die kahle Schwanzspitze von längeren Haaren verdeckt sein kann. Um die Schwanzspitze richtig betrachten zu können, sollte man die Haare beiseite ziehen (siehe Bilder unten). In einem späteren Stadium der AI kann die Schwanzspitze von oben herab schwarz werden und absterben (= Schwanzspitzennekrose). Manchmal ist dann eine Amputation der Schwanzspitze erforderlich.
  • Kahle, entzündete Ohrränder, die ebenfalls schwarz (nekrotisch) werden können und anschließend „verledern“ (siehe Bild unten)
  • Geschwollene Ohrränder
  • Wechselnde Lahmheiten, ohne dass man einen Grund dafür finden würde, teilweise auch verbunden mit einer schmerzhaften Schwellung der Gelenke
  • Häufiges Erbrechen, ohne dass ein anderer Grund hierfür gefunden werden könnte
  • Unerklärlicher Fellverlust. Markante Stellen hierfür sind der Gesichtsbereich und die „Hosen“ an den Hinterbeinen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Immer wiederkehrende und häufige Infekte (z.B. Mandelentzündungen, Gebärmutterentzündungen, Bindehautentzündungen, Blasenentzündungen, Magen-Darm-Probleme). Ab und zu mal ein Infekt im Welpenalter ist normal (Kinderkrankheiten), aber wenn es immer wieder und häufig zu Infekten kommt, so sollte man seinen Tierarzt auch mal auf die Möglichkeit einer Autoimmunerkrankung ansprechen.
 
Nachfolgend einige Bilder um die Symptome zu verdeutlichen:
 
Kahle Schwanzspitze
 
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Zum Vergleich: Gesunde Schwanzspitze
 
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Entzündungen im Maul, an den Lefzen und an der Zunge
 
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Verklebte Haare im Maulbereich und entzündete Lefzen
 
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Entzündungen im Maul. Besonders gut zu erkennen ist hier auch der glatte Gaumen
 
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Entzündlich veränderte Zunge
 
Zum Vergleich: Gesundes Schleimhäute im Maul
 
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Hier kann man gut die waschbrettartige Struktur eines gesunden Gaumens erkennen
 
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Die gesunde Zunge ist gleichmäßig von samtiger, ebener Struktur
 
Veränderungen an den Ohrrändern und Pusteln in den Ohren
 
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Diese Innenansicht zeigt die schorfige Struktur des Innenohres (die weißliche Farbe rührt von Penaten-Créme her, die die Besitzer zur Linderung der Symptome aufgetragen hatten). Die Ohrränder sind verledert.
 
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Hier kann man gut entzündliche Pusteln erkennen. Sie kommen und gehen in unregelmäßigen Zeitabständen.
 
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Von außen kann man an den Ohren nur die schwarz verfärbten Verlederungen erkennen. Bevor es zu der Verlederung kam, waren die Ohrränder rosa entzündet.
 
Zum Vergleich: gesunde Ohren
 
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   Innen     
 
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Außen
 
All diese Symptome können einzeln oder gemeinsam vorliegen. Eine erfahrene Züchterin erwähnte mir gegenüber auch einmal, dass sie bei den Welpen, bei denen später eine AI ausbrach, während der Geburt untypische schwallartige Blutungen zwischen den einzelnen Geburtsabschnitten beobachtet hätte. Hierzu gibt es bislang jedoch keine gesicherten Erkenntnisse. Es wäre interessant zu erfahren, ob ähnliche Beobachtungen auch durch andere Züchter gemacht wurden.
 
Wie ich oben schon geschrieben habe, ist eine genaue Diagnose der AI sehr schwer. Oftmals werden nur irgendwelche häufig vorkommenden Sekundärinfektionen durch Bakterien oder Pilze, die sich auf den erkrankten Hautstellen festsetzen, diagnostiziert und dementsprechend mit Antibiotika behandelt. Die Linderung der Symptome ist jedoch nur kurzfristig, da durch die Antibiotikagabe nur die bakteriellen Sekundärinfektionen und nicht die Autoimmunerkrankung als solches bekämpft werden können.
 
Die Autoimmunerkrankungen treten in verschiedenen Altersabschnitten (Hunde jedweder Altersklasse können betroffen sein) und verschiedenen Ausprägungen auf. Manchmal „schlummert“ die Anlage zu einer AI jahrelang völlig symptomlos in einem Hund bis sie durch irgendeinen Auslöser dann ausbricht. Solche Auslöser können Impfungen, Stress, Unfälle, Operationen, Trächtigkeiten oder auch andere Dinge sein. Ein mir bekannter Junghund, bei dem eine impfinduzierte Vaskulitis diagnostiziert wurde, entwickelte die Symptome (entzündetes Maul, Nagelbettentzündungen, Erbrechen, kahle Schwanzspitze) ab dem Alter von 4 Monaten mehrere Wochen nach einer Tollwutimpfung. Ein weiterer mir bekannter Rüde entwickelte AI-ähnliche Symptome (Ohrspitzennekrosen, kahle Schwanzspitze, wechselnde Lahmheiten) nachdem er im Alter von 8 Jahren kastriert wurde. Wie gesagt: Die Anlage zu dieser Krankheit muss schon vorher in dem Hund sein! Bei Hunden, die keine Anlageträger sind, ist der Ausbruch einer AI aufgrund der o.g. Dinge unwahrscheinlich.
 
Auch die Ausprägung der AI ist von Hund zu Hund verschieden. Die einen Hunde bekommen „nur“ eine Schwanzspitzennekrose, mit der sie (fast) beschwerdefrei leben können und die anderen Hunde machen das volle Programm der o.g. Symptome durch. Diejenigen Hunde, bei denen die AI im ersten Lebensjahr ausbricht und sehr stark ausgeprägt ist (Entzündungen im Maul, Nagelbettentzündungen, Nekrosen, Erbrechen...), haben leider meistens keine besonders hohe Lebenserwartung und sterben nach einem längeren Leidensweg. Die Hunde, bei denen die AI nicht sehr ausgeprägt ist bzw. bei denen sie in einem späten Lebensabschnitt auftritt, können durchaus die durchschnittliche Lebenserwartung der Rasse erreichen. Vielfach tritt die Krankheit auch in „Schüben“ auf.
 
Eine Bekämpfung der AI mittels Medikamenten ist schwierig. In der Regel lassen sich nur die Symptome mildern. Eine Heilung ist nicht möglich. Das Mittel der Wahl ist meistens Kortison, aber auch mit homöopathischen Mitteln kann teilweise geholfen werden. Ist der Hund erst einmal auf Kortison eingestellt, so muss dieses Medikament oftmals lebenslang gegeben werden. Aber auch ein „Rausschleichen“ aus der Kortisongabe bzw. das Ermitteln der geringstmöglichen Menge ist in einigen Fällen möglich.
Stress jedweder Art sollte vermieden werden. Auch eine getreidefreie Ernährung und eine Umstellung auf Rohfütterung (Natural Dog Food bzw. B.A.R.F.) haben schon Erfolge bei einigen Hunden gebracht. So hat eine mir bekannte Kromi-Hündin, bei der die AI (in Form von Nagelbettentzündungen, Krallenverlusten, offener und kahler Schwanzspitze und Pigmentstörungen an den Lidrändern) nach einer Operation ausbrach, nach der Umstellung auf Rohfütterung „nur“ noch eine kahle, aber nicht mehr entzündete Schwanzspitze. Alle restlichen Symptome sind verschwunden.
Auch eine zu starke Sonneneinstrahlung (z.B. in den Sommermonaten) führt in vielen Fällen zu einer Verschlimmerung der Symptome, so dass diese ebenfalls vermieden werden sollte.
 
Nochmal: Für Kromi-Besitzer, aber auch die Besitzer von Hunden anderer Rassen, bei deren Hunden ein Verdacht auf AI besteht, deren Hunde kahle Schwanzspitzen haben und/oder andere AI-Symptome zeigen bzw. bei deren Hunden eine AI-Diagnose vorliegt, gibt es ein spezielles, nicht öffentliches AI-Forum, in dem man sich in Ruhe austauschen kann. Auch Tiermediziner sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wer Interesse an dem Austausch mit anderen Betroffenen hat, kann mir gerne eine E-Mail schicken. Ich werde dann einen Link zu diesem Forum zuschicken. Auch Züchter aus deren Würfen betroffene Hunde hervorgegangen sind, sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
 
 
 
 
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6.Die Gesundheitsumfrage
 
Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer (RZV) ist sehr bemüht um die Zucht gesunder Kromfohrländer. Damit durch Zuchtlenkungsmaßnahmen gesunde Kromfohrländer gezüchtet werden können, wird durch den RZV jährlich eine bundesweite Fragebogenaktion durchgeführt, in deren Rahmen jeweils im Januar turnusmäßig die Besitzer aller im RZV gezüchteten Kromfohrländer angeschrieben werden. Auch bei dem Schweizer Kromfohrländer Club und dem finnischen Rassezuchtverein, mit denen zukünftig zusammen gearbeitet wird, gibt es Gesundheitsumfragen.
 
Die Hundebesitzer der RZV-Kromfohrländer (erkennbar an der vom Züchter ausgehändigten RZV-Ahnentafel, auf der sich auch das VDH-Logo befindet ! ) werden erstmalig mit dem vollendetem ersten Lebensjahr des Hundes, dann 3x alle zwei Jahren und ab dem 7. Lebensjahr des Hundes alle drei Jahre vom RZV angeschrieben und zwar auch dann, wenn man selber gar kein Vereinsmitglied ist. Die Umfragen werden wie oben bereits erwähnt jeweils im Januar durchgeführt. Sollte Ihr Hund zu diesem Zeitpunkt noch kein Jahr alt sein, so werden Sie erst im darauf folgenden Jahr angeschrieben. Somit erhalten manche Hundebesitzer also erst ihren Fragebogen, wenn ihr Hund schon deutlich älter als 1 Jahr ist.
 
Damit die Umfragen flächendeckend durchgeführt werden können, ist es hilfreich, wenn Sie bei einem etwaigen Umzug nach dem Erwerb Ihres Kromfohrländers dem RZV auch eine Adressänderung mitteilen würden.
 
Dem Schreiben des RZV liegt ein Gesundheitsfragebogen bei, der nach bestem Wissen und Gewissen ehrlich ausgefüllt und zurückgeschickt werden sollte und zwar auch dann, wenn der eigene Hund gesund ist. Nur durch die Mithilfe aller Kromfohrländerbesitzer ist es möglich, riskante Verpaarungen zu vermeiden, damit gesunde Hunde gezüchtet werden können. Jeder, der einen erkrankten Hund hat, weiß wie belastend und auch teuer eine solche Erkrankung werden kann, so dass jeder bemüht sein sollte, mitzuhelfen damit zukünftige Erkrankungen reduziert bzw. vermieden werden können.
 
Die Daten aus den Gesundheitsumfragen fließen nach der Auswertung in die sogenannte Epilepsieliste und die Gesundheitsliste ein, in denen die erkrankten Tiere und die jeweilige Krankheit erfasst werden. Diese Listen stehen allen Züchtern, Vereinsmitgliedern und dem Zuchtausschuss zur Verfügung, damit bei zukünftigen Verpaarungen ein geringstmögliches Krankheitsrisiko erzielt werden kann. Die Listen können gegen einen geringen Kostenbeitrag (pro Liste 2,50 €) bei der Zuchtbuchstelle angefordert werden, wovon auch jeder Züchter unbedingt Gebrauch machen sollte. In der Epilepsie-Liste sind, wie der Name schon sagt, die Epilepsie-Fälle erfasst und in der Gesundheitsliste die Autoimmunerkrankungen, die Fälle von Digitaler Hyperkeratose sowie die Fälle von Hereditärem Katarakt.
 
Leider höre ich jedoch immer wieder von erkrankten –in den Listen aber als gesund/unbekannt geführten- Kromfohrländern. So traf ich beispielsweise eine Frau, die einen 2,5-jährigen Kromi aus 2. Hand übernommen hatte, der an Digitaler Hyperkeratose erkrankt ist. Der Vorbesitzer hatte die Erkrankung weder behandelt noch hatte er die Erkrankung seines Hundes an den Verein gemeldet.
 
Im nächsten Fall handelte es sich um eine Kromi-Halterin mit einem an Myastenia gravis (eine Autoimmunerkrankung) erkrankten Kromi. Obwohl eine ärztliche Diagnose schon mehrere Monate zurücklag, war auch die schwerwiegende Erkrankung dieses Hundes nicht an den Verein gemeldet worden.
 
Im dritten Fall traf eine mit mir befreundete Kromi-Halterin zufällig eine andere Kromi-Besitzerin im Wald, deren Hund sehr krank aussah. Auf ihren Hund angesprochen gab die Kromi-Besitzerin an, dass ihr Hund an einer Autoimmunerkrankung leide. Auch dieser Hund war nicht gemeldet.
 
Auch von nicht gemeldeten Epi-Hunden hört man immer wieder und die Aufzählung ließe sich sicherlich noch weiterführen.
 
So lobenswert und hilfreich die Gesundheitsumfrage als solches auch ist; so kann sie dennoch nur so gut und aussagekräftig sein, wie sie mit Informationen durch uns Kromi-Besitzer „gefüttert“ wird. Werden einige Hunde –aus welchen Gründen auch immer- nicht gemeldet, so verfälscht das die Informationen über den Gesundheitszustand der entsprechenden Zuchtlinien nicht unerheblich. In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass es nicht ausreicht, wenn Sie Ihren Züchter über eine Erkrankung Ihres Hundes informieren. Die Meldung beim RZV muss zusätzlich erfolgen, denn Vermerke in den Gesundheitslisten dürfen nur aufgrund der Aussagen der Eigentümer der jeweiligen Hunde erfolgen. Außerdem gibt es leider auch immer wieder einmal Züchter, die abwiegeln.
 
Nun möchte ich den Besitzern der nicht gemeldeten Kromis nicht unterstellen, dass diese ihre Hunde absichtlich nicht gemeldet haben. Womöglich hätten sie ihre Hunde bei der nächsten Gesundheitsumfrage, bei der sie angeschrieben werden, auch gemeldet. Nur können zwischen Auftreten der Krankheit und Fragebogenaktion schlimmstenfalls fast 2-3 Jahre liegen - nämlich dann, wenn der Hund unmittelbar nach der vorangegangenen Gesundheitsumfrage erkrankt ist und der Besitzer den nächsten Fragebogen (ca. 2-3 Jahre später) abwartet, um dann dort seine Angaben zu machen.
 
In dieser Zeit wird mitunter aber mit den Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten des erkrankten Hundes weitergezüchtet, ohne dass die Züchter oder der Zuchtausschuss, der die Zuchtanträge zu genehmigen hat, etwas von der Erkrankung des betreffenden Hundes wissen. Die Folge sind schlimmstenfalls wieder an der entsprechenden Krankheit erkrankte Hunde, obwohl sich dieses durch eine andere Paarungszusammenstellung hätte vermeiden lassen, wenn –ja, WENN- zum Zeitpunkt der Zuchtplanung bekannt gewesen wäre, dass ein naher Verwandter der Zuchthunde an einer entsprechenden Erbkrankheit erkrankt ist. Zwar werden trotz sorgfältiger Planung immer wieder einmal Krankheiten in den Würfen vorkommen (da kann man den Züchtern keinen Vorwurf machen ! ); jedoch kann das Risiko durch Berücksichtigung möglichst aller erkrankten Hunde in der nahen Verwandtschaft der Zuchthunde weitestgehend minimiert werden.
 
Aus diesem Grunde möchte ich einen eindringlichen Appell an alle Kromi-Besitzer (egal ob Züchter oder Nichtzüchter) richten, das Auftreten einer Erbkrankheit (Epilepsie, Autoimmunerkrankungen, Digitale Hyperkeratose, Hereditärer Katarakt...) umgehend an den RZV zu melden, sobald man eine entsprechende Diagnose hat oder sobald ein dringender Verdacht auf eine Erbkrankheit vorliegt. Bitte warten Sie nicht bis zur nächsten Gesundheitsumfrage!!! Auch bei einmaligen krampfartigen Zitteranfällen (hier könnte Epilepsie vorliegen) oder kahlen Schwanzspitzen, welche ein ernstzunehmender Hinweis auf Autoimmunerkrankungen sind, sollten Sie sich in jedem Fall mit dem RZV in Verbindung setzen.
 
Dies soll natürlich nicht heißen, dass jeder unbedeutende kleine Riss in den Ballen Ihres Kromis oder jeder Schnupfen gemeldet werden soll. Wenn Sie sich jedoch sicher sind (erfahrene, engagierte Züchter oder Kromi-Besitzer werden Ihnen bei offenen Fragen gerne zur Seite stehen), dass Ihr Hund eine der oben genannten Krankheiten haben könnte oder sogar eine ärztliche Diagnose vorliegt, so greifen Sie zum Telefonhörer und melden das. Sie leisten damit einen großen Beitrag zur Zucht gesunder Kromfohrländer.
 
Übrigens: Auch unsere Amelie „leidet“ an einer Erbkrankheit. Sie hat Digitale Hyperkeratose. Die Verdachtsmomente ergaben sich ziemlich früh. Daher habe ich Amelies Ballen immer wieder erfahrenen Züchtern bzw. Mitgliedern des Zuchtausschusses gezeigt und selber beobachtet. Als die Diagnose eindeutig war, habe ich dies unmittelbar bei der Zuchtbuchstelle angezeigt, obwohl es bis zum nächsten Fragebogen noch lange Zeit gedauert hätte.
 
In diesem Sinne hoffe ich auf weitere ehrliche und zeitnahe Meldungen von erkrankten Kromfohrländern, damit die Bemühungen um eine Verbesserung des Gesundheitszustandes unserer Rasse nicht auch noch durch verzögerte oder unehrliche Meldungen beeinträchtigt werden.
 
 
 
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 7.Die Läufigkeit
  
 Zur Zeit bereiten wir Inhalte für diesen Bereich vor
 
 
 
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 8.Kastration aus gesundheitlichen Gründen 
 
 
(Das Thema Kastration als Problemlösung können Sie auf der Unterseite Erziehung nachlesen)
 
Ob ein Hund aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden muss oder nicht, kann natürlich nur ein Tiermediziner richtig beurteilen. Daher möchte ich mich an dieser Stelle relativ kurz zu dem Thema Kastration aus medizinischen Gründen äußern. Allerdings möchte ich insofern zum Nachdenken und zu einer kritischen Haltung anregen, als dass manche Hunde auch vorschnell kastriert werden, ohne dass man zuvor über eventuelle Risiken oder unerwünschte Folgen informiert wurde.
 
Bei einer Notfalloperation (z.B. wegen Gebärmuttervereiterung, Geburtskomplikationen, Krebsgeschwüren o.ä.) gibt es in der Regel natürlich keine große Wahlmöglichkeit und schnelles Handeln ist gefordert. Auch ein Hodenhochstand beim Rüden oder Diabetis mellitus oder starke Hormonstörungen bei der Hündin stellen normalerweise eine Indikation dar, die kaum eine Wahlmöglichkeit zulassen.
 
Die Fälle, um die es mir geht, sind aber diejenigen bei denen auf Grund von Krebsvorsorge, Scheinschwangerschaften, Vorhautentzündungen oder Prostataproblemen kastriert wird. Hier sollte man kritisch Nutzen und Risiko abwägen. Bezüglich der positiven und negativen Kastrationsfolgen möchte ich auf die Unterseite „Erziehung“ verweisen. Dort sind die Kastrationsfolgen (auf die Nennung der ganz seltenen positiven und negativen Folgen habe ich verzichtet) zwar nicht abschließend aber größtenteils aufgeführt. Man sollte auch nie vergessen, dass die Kastration gerade für die Hündin ein relativ großer Eingriff ist. Immerhin ist es bei den Hündinnen eine richtige Bauchoperation mit Risiken für Blutungen, Infektionen, postoperativen Verwachsungen, Nahtproblemen, Narkoseschäden....
 
Haben Sie also eine Hündin, die Sie auf Grund von Scheinschwangerschaften kastrieren lassen möchten, so können Sie z.B zunächst versuchen, die Scheinschwangerschaften homöopathisch in den Griff zu bekommen. Auch Ablenkung und ausgiebige Spaziergänge helfen bei einer Scheinschwangerschaft. Spielzeug, das bemuttert wird, sollte grundsätzlich weggeräumt werden. Außerdem sollten Sie Ihren Hund weder bedauern noch sonst wie auf sein bemutterndes Verhalten eingehen. Hilft all dies nicht und leidet die Hündin extrem während der Scheinschwangerschaften, so kann man natürlich über eine Kastration nachdenken, denn ausgeprägte Scheinschwangerschaften erhöhen das Krebsrisiko.
 
Dann gibt es bei den Hündinnen natürlich auch den Gedanken mit der Vorbeugung von Gesäugetumoren. Ja, es ist unstrittig, dass eine Frühkastration das Risiko mindert. Kaum jemand informiert sich vor der Kastration jedoch darüber, wie groß das Risiko tatsächlich ist: Von 1000 unkastrierten Hündinnen erkranken statistisch zwischen 1,98 und 2,8 Hündinnen an Gesäugetumoren –bei manchen Rassen 18,6 (keine Kromis)- (Quelle: R. Stolla, Kastration vor oder nach der ersten Läufigkeit? Argumente dafür und dagegen. Tierärztliche Praxis, 30 (K), 333-338). Dies entspricht einem Pozentanteil von 0,2 bis bis maximal 1,86 %. Frühkastrierte Hündinnen haben demgegenüber ein Risiko von 0,0093 % und nach der ersten Läufigkeit kastrierte Hündinnen tragen ein Risiko von 0,1488%. Weiterhin treten die Gesäugetumoren meistens erst in einem Durchschnittsalter von 10-15 Jahren auf. Somit ist also die Frage, ob ein Nutzen in einem so geringen Prozentbereich eine Kastration mit all ihren Risiken und eventuellen negativen Effekten rechtfertigt. Diese Entscheidung muss natürlich jeder für sich treffen. Für eine Entscheidungsfindung finde ich diese Zahlen aber nicht unerheblich.
 
Wie sieht es nun bei den Rüden aus? Der Krebsvorsorgegedanke spielt i.d.R. keine so große Rolle. Meistens liegen irgendwelche anderen gesundheitlichen Probleme vor.
 
Viele Rüden haben regelmäßig eine Vorhautentzündung, in deren Rahmen ein gelblich-weißer Ausfluss aus dem Penis heraustritt. Diese Vorhautentzündungen sind meistens harmlos und wachsen sich mit dem Älterwerden aus. Abhilfe kann man mit Penisspülungen schaffen. Wer diese nicht selber durchführen möchte, kann sie auch durch den Tierarzt vornehmen lassen. Vorhautentzündungen verschwinden nach einer Kastration in 45 % der Fälle, so dass eine Kastration hier durchaus Abhilfe schaffen kann. Lassen Sie sich aber auch hier die möglichen negativen Folgen (siehe Unterseite „Erziehung“) im Verhältnis zum Nutzen durch den Kopf gehen, zumal die Chance groß ist, dass sich die Vorhautentzündungen mit der Zeit von selber wieder geben.
 
Zu guter Letzt möchte ich noch auf Prostataprobleme zu sprechen kommen. Diese werden oftmals durch eine Hypersexualität, aber auch durch normale Hormonschübe beim Rüden hervorgerufen. Auch hier sollte man zunächst eine homöopathische Behandlung ausprobieren, da damit oftmals gut geholfen werden kann. Wie bei den Vorhautproblemen kann sich auch eine Prostatavergrößerung im Laufe des Heranwachsens von selber wieder geben (bitte haben Sie Geduld). Hilft jedoch alles nichts, sollte man Nutzen und Risiko wieder genauestens abwägen. Damit Sie sich vorstellen können, in welchen Fällen eine Kastration wegen Prostataproblemen und Hypersexualität wirklich helfen kann, folgt jetzt ein Auszug aus einer an mich gerichteten E-Mail (den Namen des Hundes habe ich dabei durch xxx und den von Personen durch yyy ersetzt). Die Besitzer des Hundes hatten vor der Kastration Meinungen von verschiedenen Hundetrainern und Tierärzten eingeholt:
 
„...xxx geht es sehr gut! Ich hatte ja ein längeres Gespräch mit yyy und mit
ihrer Kollegin (habe den Namen vergessen) und beide meinten ja, dass sie
nicht für Kastrationen seien, sie aber in xxx Fall doch diese sehr
empfehlen würden. Dies deckte sich auch mit den Empfehlungen der Tierärztin,
welche sehr zurückhaltend mit Kastrieren ist und mit der Empfehlung unseres
Hundetrainers, welcher xxx und mich ja sehr gut kennt. Als wir dann wieder
zu Hause waren, hatte xxx schon wieder Blut im Urin und wir hatten ein sehr
langes Gespräch mit der Tierärztin. Sie meinte, sie würde uns sehr stark
raten, xxx zu kastrieren, denn seine Prostata sei einfach dauernd viel zu
gross und dies verursacht ja auch die Blutungen. Weiter war der
Vorhautkatarr wieder extrem und wir bekamen ihn schon seit längerem nicht in
den Griff. Dauernd Antibiotika ist ja auch nichts und leider brachten wir es
mit keinen alternativen Mitteln in den Griff. Meine Freundin ist ja
Naturheilpraktikerin für Tiere und auch sie hatte keine Mittel mehr die
halfen. Anfänglich meinten wir ja xxx habe Struviten und habe deshalb Blut
im Urin. Unsere Tierärztin schickte uns dann zu einem "Steinspezialisten"
und dieser untersuchte xxx genau. Das Resultat war, die Menge der
vorhandenen Struviten im Urin sei im normalen Bereich, er könne von dieser
Seite her nichts spezielles feststellen. Die Prostata sei aber extrem
vergrössert und dies verursache das Bluten. Man erschrickt schon, wenn der
Hund rot statt gelb markiert. Das erste mal war ich total schockiert und
befürchtete schon etwas ganz schlimmes....“
 
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Hier ging es um die Gesundheit und auch um ein stressfreies Miteinander von Hund und Frauchen/Herrchen. Ich möchte mit dieser E-Mail verdeutlichen, dass man sich mit dem Thema Kastration aus gesundheitlichen Gründen aber genauestens auseinandersetzen muss. Nach einer genauen Nutzen-Risiko-Abwägung und einer guten Beratung durch Tierärzte und Hundetrainer, muss jeder für sich die Entscheidung treffen. Wir haben Amelie übrigens bewusst nicht kastrieren lassen und haben es bislang nicht bereut. Sollte irgendwann (was wir natürlich nicht hoffen) der Tag kommen, an dem eine medizinische Indikation, bei der wir keine andere Wahl hätten, angezeigt ist, würden wir einer Kastration natürlich zustimmen. Aber NUR dann.
 
 
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