LAILA, DAS VERTÄUMTE KIND 

Wappen der Stadt Buttstädt        Das ist die Geschichte der kleinen Laila, die in einer verträumten Stadt in Thüringen aufwächst, den  zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit im Osten Deutschlands bis zum Jahre 1958 erlebt.

 

 
 
 Leseprobe:
 
Die mittelalterliche Stadt lag verlassen. Durch die Gassen mit den eng aneinander geschmiegten Häusern, die aussahen, als müssten sie sich gegenseitig schützen, pfiff der Wind.
Es hatte aufgehört zu schneien. Das Kind fror in seinem dünnen Mantel.  Zitternd  schlug es die Arme umeinander und stampfte mit den Füßen in den schon wieder zu kleinen Schnürschuhen.
Na, vielleicht kommt ja bald ein Päckchen aus Amerika, dachte es. Könnte ja sein, dass da Schuhe drin sind. Hoffentlich passen sie auch.

Das Kind sehnte sich an den warmen Ofen. Bestimmt würden die anderen schon in der gemütlichen Stube sitzen und warten.
Schnell lief das Kind über den alten Marktplatz. Vor dem Brunnen mit dem Teufel und dem Kind auf der Waage blieb es stehen.
"Ein Kind wiegt schwerer als der Teufel", hatte Elsa oft gesagt und zum wiederholten Male die Geschichte von dem Kind und dem Teufel erzählt.
"Zu Buttstädt auf dem Brühl", begann sie jedes Mal, während ein Lächeln um ihre vollen Lippen spielte, "wohnte vor alter Zeit ein Ehepaar. Das war schon lange verheiratet. Aber die Ehe war kinderlos geblieben. Und sie wünschten sich doch so sehr ein Kind. Da erschien ihnen eines Tages der Teufel und bot an, ihnen zu helfen. In ihrer Not ließen sie sich verblenden. Der Teufel versprach, sie sollten ein Kind bekommen, wenn es später sein eigen sein sollte.
Nach neun Monaten gebar die Frau dann auch einen Knaben. Doch immer, wenn sie das unschuldige Kind lächeln sah, wurde ihr weh ums Herz.
Der Knabe wuchs schnell heran. Doch dem Ehepaar wurde bang und bänger und es flehte zu Gott, dass er das Unglück wenden möge. Da sandte der Herr einen Engel. Der gebot dem Teufel, sich auf die eine Schale einer Waage zu setzen. Das Kind legte er in die andere und sagte, wenn er schwerer sei, so solle er's bekommen, wie versprochen.
'Abgemacht', erwiderte der Teufel im Bewusstsein seines Sieges.
Da sank die Schale, in der der Knabe saß, tief hinab.
'Bringt mir einen Mühlstein!", rief der Teufel.
Doch auch damit konnte er nicht herunterkommen.
Da ging er zornig von Dannen.
Zum Andenken aber hat man auf den Ratsbrunnen einen Engel mit einer Waage, in deren einen Schale der Teufel mit dem Mühlstein und in der anderen das Kind sitzt, abgebildet."

Wenn sie einen Pfennig besäße, dachte Laîla, würde sie ihn in den Brunnen werfen. Fröhlich winkte sie dem blasenden Engel auf der Kirchturmspitze zu und lief weiter.

Der Engel dient als Wetterfahne auf dem Turme der Michaeliskirche, wusste sie, und ist das Wahrzeichen von Buttstädt. Er hält eine Flöte in seinen Händen. In den Hussitenkriegen nämlich, als die Feinde nahten, hatte plötzlich ein Engel auf einer Flöte eine traurige Melodie gespielt, und somit auf die nahende Gefahr aufmerksam gemacht. Und als Dankbarkeit hat man ihn dann als Wahrzeichen genommen.

Sie würde auch gern Flöte spielen und die Menschen vor den Feinden warnen. Aber sie hatte noch keine Feinde gesehen. Und eine Flöte besaß sie auch nicht. Im Wohnzimmer stand nur ein altes Harmonium, auf dem Elsa manchmal "Gott ist die Liebe" spielte oder "Ehret alle Gott" oder "Ihr Kinderlein kommet". Eine Mandoline besaß Elsa auch. Aber da fehlte eine Saite. Ja, so eine Flöte wäre schon was.
Das Mädchen liebte die alten Sagen, die wundersamen Märchen. Immer mehr und immer wieder musste Elsa ihr davon erzählen.
Auch die Geschichten aus der Bibel liebte sie. Ja, das waren die schönsten Märchen. Doch das war Ottos Metier. Elsas Vater. Er war Prediger und wusste somit am besten Bescheid.

Eine enge Straße noch, einige Meter; das Kind stand fröstelnd vor der Schule im roten Backsteinbau.
"Hier wirst du eingeschult, Laîla ", hatte Elsa gesagt. "Gegenüber vom Rossplatz."
"Du hast gesagt, das war früher ein Ochsenmarkt."
"Ja, stimmt. Da verkauften die Händler aus aller Herren Länder ihr Vieh. Die Ochsen. Deshalb nennt man Buttstädt ja auch scherzhaft Ochsenbuttscht."
Ochsenbuttscht. Wie lustig. Laîla musste lachen.
"Das waren Zigeuner", sagte sie, "stimmt's."
"Nicht nur, aber größtenteils", erwiderte Elsa. "Die Händler kamen vorwiegend aus Polen und Ungarn und trieben ihre riesigen Vieherden hier her, um sie zu verkaufen. Sie waren damals eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt. Na, das lernst du dann alles in der Schule in Heimatkunde."
"Och", schmollte Laîla, "das dauert ja noch soo lange."
"Nur noch ein Jahr." Elsa schaute Laîla nachdenklich an. "Dann wird der verfluchte Krieg hoffentlich vorbei sein."
Ja, hoffentlich. Krieg ist etwas Schlechtes. Etwas, das die Menschen nicht brauchen. Er bringt Hunger und Tränen. Und er nimmt die Väter.
Laîla stapfte weiter durch den dicken Schnee und erreichte nach wenigen Minuten den Brühl. Ihre Straße. Nur noch ein paar Schritte und sie stand vor dem Haus ihrer Eltern. In dem Haus hatten schon die Eltern ihrer Mutter gewohnt. Und davor die Eltern ihres Großvaters. Und davor die Eltern ihres Urgroßvaters.
"Und davor wieder die Eltern und wieder die Eltern", hatte Elsa gesagt. "Das Haus ist eines der ältesten. Wie auch die Straße. Bestimmt schon so an die 800 Jahre alt. Aber genau weiß ich es nicht."

Das war also ihr Haus. Brühl 18. Genau gegenüber dem Haus, in dem der Teufel den Eheleuten das Kind versprochen und nicht bekommen hatte. Haha. Sie hätte dem Teufel auch nicht ihr Kind gegeben. Gott war stärker als der Teufel.
Von dem Kopfsteinpflaster war nichts zu spüren. Der Schnee hatte eine dicke, weiche Decke darüber gelegt. Einen weichen, flauschigen Teppich.
Vom Frühjahr bis zum Herbst, manchmal sogar im Winter, lugten zwischen den ungleichmäßigen Steinen dünne Grashalme hervor, die die Kinder jedoch auf Elsas Geheiß immer wieder ausrupfen mussten. Es sollte ja alles seine Ordnung haben.
"Ein Kopfsteinpflaster ist ein Kopfsteinpflaster", sagte sie, während sie ein Grasbüschel in ihrer Hand schwenkte. "Sonst wächst hier alles zu, und wir haben eine Wiese."
"Die Wiese ist am Alten Teich.
"Ja." Elsa schaute Laîla tadelnd an. "Mach lieber den Rücken krumm."

Sehnsuchtsvoll schaute Laîla auf die Erde. Nein, in diesem Winter würde sie wohl kein Hälmchen erblicken.
Dieser Winter war zu hart. Ein Wunder nur, dass das schiefergedeckte Dach die dicke Schneedecke aushielt.
Schnell drückte Laîla die schwere Klinke nieder, die Türglocke schellte laut.
"Da bist du ja endlich!" Elsa eilte von dem Wohnzimmer in den eiskalten Flur. "Schnell zieh die Schuhe aus. Du bist ja ganz erfroren! Was treibst du dich auch bei dem Wetter draußen rum?!"
Elsa zog das Mädchen ins Wohnzimmer. "Wir müssen morgen die Ohrenschützer abliefern", redete sie weiter. "Wir brauchen dich hier. Das weißt du doch."
"Ja, ich weiß. Aber ich wollte noch einmal zu meiner Schule."
"Ach, Kind. Du immer mit deinen dummen Sachen. Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht, wie ich euch durchbringen soll. Und du gehst ständig auf Wanderschaft. Oder träumst vor dich hin. Wach endlich auf. Es ist Krieg. Dein Vater ist an der Front. Vergiss das nicht. Die Soldaten brauchen unsere Hilfe."
"Ja, Mama."
Laîla setzte sich an den Tisch, an dem ihre kleineren Geschwister, Jutte und Karlchen, Elsa bei der Arbeit halfen. Jutte schnitt, die Zungenspitze zwischen ihren leicht geöffneten Lippen, ganz versunken in ihre Tätigkeit,die aufgezeichneten Teile aus. Karlchen stapelte sie geschickt übereinander.
Ach,ja, seufzte Laîla innerlich. Die Ohrenschützer mussten fertig werden für die Soldaten, die schrecklich froren in dem eiskalten Winter vor Moskaus Toren. Auch Mützen, Schals und Pullover mussten für sie gestrickt werden. Vielleicht brauchte ja auch ihr Vater etwas Warmes zum Anziehen. Und besonders brauchten die Soldaten die flauschigen Ohrenschützer. Wie oft schon hatte sie von erfrorenen Ohren, Nasen, Händen und Füßen gehört.

Elsa hatte die blaubunte Lampe mit dem rundem Schirm, an dem im Sommer immer die Fliegenkäcker klebten, von der niedrigen Decke gezogen. Ihr funzeliges Licht fiel anheimelnd auf das blanke Holz des ovalen Tisches,auf dem die Teile für die Ohrenschützer lagen. Auch Leim, Nadeln, Zwirn und Scheren.
Im runden Rohr des winzigen, eisernen Kanonenofens rumorte, vermischt mit dem Winterwind, die laue Wärme eines Feuers, das nicht die Kraft hatte, die Eisblumen an den zwei Fenstern aufzutauen.
"Bitte, Mama, erzähl noch mal von meiner Geburt", bettelte Laîla. "Dann kann ich flinker arbeiten."
"Das kannst du doch bald singen", lachte Elsa. "Na, gut."
Die drei Kinder rückten mit ihren Holzstühlen näher an Elsa heran, begierig, noch einmal, nur dieses eine, allerletzte, einzige Mal, dieser wundersamen Geschichte Laîlas wundersamer Geburt zu lauschen.

"Das war so", begann Elsa leise, "eigentlich war es noch nicht so weit. Wir hatten noch vier Wochen Zeit. Also, ich bekam plötzlich heftige Leibschmerzen. Vielleicht kommt das von dem warmen Zwetschgenkuchen, den ich vorhin gegessen hatte, dachte ich. Ja, ich hatte so ein Stück, oder vielleicht waren es auch zwei, von dem frischen Zwetschgenkuchen gegessen. Nein hinuntergeschlungen hatte ich ihn, ich hatte so einen Heißhunger. Als die Leibschmerzen nicht nachließen, schlich ich auf den Hof. Die Sonne schien, es war warm, und es war Mittagszeit. Mit Mühe setzte ich mich auf das Plumpsklo, drückte und drückte und merkte plötzlich, dass du im Begriff warst, diese Welt zu betreten. Du bist ja mein erstes Kind. Und ich war noch dumm, ich wusste ja nicht, was Wehen sind. Doch ich fühlte dich kommen. Und das auf dem Plumpsklo. Mein Gott! ‘Karl, Karl' rief ich euren Vater. "Lauf schnell, hol' die Hebamme, das Kind kommt!' Karl rannte, die Hebamme zu holen. Doch als sie kam, hatte sie nicht mehr allzu viel zu tun. Du warst schon da und hingst an meiner Nabelschnur mit dem Kopf fast in der Sch.... Ja, so war das." Elsa streichelte leicht über Lailas gerötete Wangen. "Das ist nun schon fünf Jahre her", lächelte sie.
Die Kinder klatschten in die Hände, lachten übermütig. Ja, das war eine schöne Geschichte.

Elsa stand auf, um die Tür, die das Wohnzimmer von der schmalen Küche trennte, zu öffnen.
Sofort zog eine dumpfe, koksige Wärme, die die weiße Grude verströmte, in die Stube.
"Und als ich kam, hast du gesagt: ’Kind fahr wieder in die Heimat'", piepste Jutte.
"Ja, weil du so klein und dünn warst." Elsa setzte sich wieder an den Tisch, streichelte über Juttes blondes Köpfchen.
"Und ich auch?", meldete sich Karlchen zu Wort.
"Du nicht." "Elsa lachte. "Du warst ein strammes Wonnebaby. Und heiß erwartet. Schon Laila sollte ein Junge werden."
"Als ich geboren wurde, war noch kein Krieg. Stimmt' s Mami?"
"Stimmt, Laîla. Erst ein Jahr später. Am 1. September 1939. Da eroberte die Deutsche Wehrmacht Polen."
"Und wir siegen."
"Wie kommst du denn darauf, Kind?" Elsa schaute Leîla verwundert an. Dieses Kind aber auch. Elsa schüttelte ihre dunklen Locken.
"Das hat doch Papa gesagt, als wir ihn am Bahnhof verabschiedet haben. Weißt du das nicht mehr? 'Mit Gott und Vaterland!' hat er gerufen, und 'Wir werden siegen! Bald bin ich wieder bei euch.'"
"Das stimmt." Elsa schaute sinnend auf ihre Hände. "Aber das ist lange her. Nur Gott weiß, wie der Krieg ausgeht."

Die Schlacht um Stalingrad war verloren. Die 6. deutsche Armee hatte kapituliert. Nach einer Großoffensive waren 200000 Wehrmachtssoldaten von der Roten Armee eingekesselt worden. Zwei Drittel der Soldaten starben in den folgenden Wochen und Monaten vor Hunger, Kälte und Erschöpfung oder bei den zahlreichen Kämpfen mit den Sowjets. 90000 sollen in Kriegsgefangenschaft, die Hälfte davon in den Lagern an Fleckfieber gestorben und Zehntausende auf den langen Märschen in die sibirischen Lager umgekommen sein. So jedenfalls hatte es Richard gesagt. Im Radio hörte man davon natürlich nichts.
"Der Krieg kehrt zu uns zurück", hatte Richard gesagt. "Wie ein Bumerang. Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein."
Auch von Karl, ihrem Mann, hatte sie lange nichts gehört. Sie betete jeden Tag zu Gott, ihn gesund wieder nach Hause kommen und nicht in der russischen Kälte sterben zu lassen.
Und nun müssen wir uns beeilen", forderte Elsa die Kinder auf, weiter zu arbeiten.

Die Kinder merkten nicht viel von den Schrecken des Krieges. Er war Alltag. Doch noch weit weg. Wie ihr Vater. Und er hatte, wie er, nichts mit ihnen zu tun. Die Nachrichten, die lautstark aus dem Volksempfänger hallten, der in der kleinen Stube einen Ehrenplatz auf einem besonderen Regal innehatte, gleich rechts neben der Tür, interessierte sie noch nicht.

Der Winter verging. Der Frühling hielt seinen Einzug.

*

Die Familie wohnte am Stadtrand. Dort wo es Gärten gab. Feuchte Wiesen. Üppige Weidenbäume mit ihren biegsamen Ästen, schmalen, länglichen Blättern, die sich im lauen Wind bewegten. Umgeben von einem Hauch Melancholie.
Diesen Frühling 1943 erlebte Laîla als besonders schön.
Die Sonne schien. Butterblumen, Margeriten, Sumpfdotterblumen, Veilchen leuchteten aus den Wiesen. Fetter Huflattich zu beiden Seiten des "Alten Baches" gedieh prächtig. Hummeln und Bienen summten.
Auch Laîla sang ein Lied.
"Maikäfer fliege/ Der Vater ist im Kriege/ Die Mutter schüttelt' s Bäumelein/ Da fällt herab ein Träumelein/ Maikäfer fliege/

Zu der Straße nach Mannstedt schlängelte sich ein schmaler, ausgetretener Pfad. Diese Straße hatte etwas Geheimnisvolles, etwas Unergründliches, etwas, das nicht in Worte zu kleiden war. Man musste einfach auf ihr entlang spazieren, weiter, immer weiter. Zu beiden Seiten der Straße wiegten sich alte Obstbäume -Pflaumen, Äpfel, Kirschen - im Wind. Die blühten und dufteten verführerisch. Und die Himmelskönigin ließ ihre goldenen Sonnenstrahlen in den Blüten glitzern. Und der König der Winde bewegte sie sacht, so dass sie zur Erde hernieder fielen. Und die Vögel zwitscherten in den Zweigen. Die ganze Welt schien wie verzaubert.
Wie in Trance lief Laîla weiter. Bis zum Bahndamm. Sie legte ihren Kopf mit den langen, rotblonden Locken auf die Schienen, presste ein Ohr fest darauf, wartete. Bestimmt würde der Zug bald kommen, die Lokomotive schnaufen, Funken sprühen, drohend um die Kurve keuchen, sie dann flink zur Seite rollen, mit Gebrüll den Abhang hinunter kullern.
Nein, diesmal war kein Zug zu hören. Ihren Mut würde Laîla wohl ein andermal beweisen müssen. Verträumt trat sie den Heimweg an. Es war schon dämmerig geworden.

Laîla dachte an den Sommer.
Wenn die Früchte reif waren, durften sie sie nicht pflücken, nicht einmal auflesen. Dafür gab es Öbster und Obstbuden. Alle paar Meter stand so eine Bude zwischen den Bäumen, bewacht von strengen Öbstern. Die Buden waren aus rohem Holz grob gezimmert, hatten eine Tür und ein kleines Fenster. Daraus schaute manchmal ein Öbster mit einem Fernglas, oder er saß vor der Bude im Gras und beobachtete die Leute.
Die Öbster waren nicht besonders beliebt.
Allein, manchmal auch mit Jutte und Karlchen, lag sie oft stundenlang mucksmäuschenstill im hohen Gras im Graben, der die Straße von den weiten Feldern trennte, und wartete darauf, dass der Öbster mal Pipi machen musste und sich zu diesem Zweck ein paar Meter von seiner Bude entfernte. Schnell huschte sie dann aus ihrem Versteck und mauste einen vollen Korb frisch geernteten Obstes.
Natürlich gehörte auch dazu Mut. Und Ausdauer. Denn, wehe, wenn ein Kind erwischt wurde. Dem erging es schlecht. Die Öbster fackelten nicht lange. Die gaben dem Dieb dann eins mit der Gerte.
Ein Glück, dass sie nie erwischt wurden.
Sie waren ja auch schlau wie die Füchse. Kannten jeden Weg und jeden Steg, die Namen der Blumen, der Vögel, der Pflanzen und Tiere in ihrer nahen Umgebung, die kleinen sumpfigen Bäche mit ihren Blutegeln und den quakenden Fröschen, und viele Kinder, mit denen sie spielten.

Ein seltsames Gefühl in der Magengegend ließ sie schneller laufen. Es passiert was, dachte sie, es passiert was.


 
***
 
 
Fortsetzung im Buch, vielleicht in zwei JahrenDeutschlandkarte, Position der Stadt Buttstädt hervorgehoben

 

 

 

 

 

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