Die Kirche über Maria


 

Die katholische Kirche und Maria

 

Marienverehrung in der Lehre der Kirche

Wie hilft die Jungfrau Maria der Kirche?
Nach der Himmelfahrt ihres Sohnes steht die Jungfrau Maria den Anfängen der Kirche mit ihren Gebeten zur Seite. Auch nach ihrer Aufnahme in den Himmel fährt sie fort, für ihre Kinder einzutreten, allen ein Vorbild im Gllauben und in der Liebe zu sein und einen heilsamen Einfluss auf sie auszuüben, der aus dem Überfluss der Verdienste Christi hervorströmt. Die Gläubigten sehen in ihr ein Bild und eine Vorwegnahme der Auferstehung, die sie erwarten, und sie rufen sie an als Fürsprecherin, Helferin, Beistand und Mittlerin.

Welche Art der Verehrung wird der heiligen Jungfrau entgegengebracht?
Die Marienverehrung ist eine einzigartige Verehrung, die sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung unterscheidet, der allein der Heiligsten Dreifaltigkeit dargebracht wird. Diese besondere Verehrung findet ihren Ausdruck in den der Gottesmutter gewidmeten liturgischen Festen und im marianischen Gebet, etwas im Rosenkranz, der Kurzfassung des ganzen Envangeliums.

(Nr. 197 und 198 aus dem Kompendium Katechismus der Katholischen Kirche)

 

Durch Maria zu Christus

Maria ist als erster Mensch Christusträgerin. Ihre Gestalt ist durchsichtig auf den Erlöser: die Christustransparenz Mariens schenkt uns das göttliche Licht. Durch Maria und in Maria immer Christus sehen, das ist der Weg der Freude und Hoffnung, wie ihn uns die Gottesmutter vorgelebt hat. Mariens Leben hilft uns, Freude und Hoffnung in unser Leben zu holen; zu Maria aufschauen heißt Christus finden.

Wilhelm Imkamp, Varia Vesperbild

Lob Mariens

Maria ist uns erschienen wie ein versiegelter Brief.
In ihm sind die Tiefen und Gehimnisse des Sohnes verborgen.
Ihren Leib bot sie Gott an wie ein Blatt;
Das Wort selbst schrieb sich leibhaftig darauf.
Der Sohn ist das Wort, Maria der Brief.
Durch ihn wird der ganzen Welt mitgeteilt:
Vergebung der Sünden.

Bischof Jakob von Sarug

 

 Unsere beste Anwältin

 

Rosenkranzmadonna in der Apsis des Rosenkranzklosters auf dem Monte Mario in Rom

 Nicht nur die Nöte unserer Zeit, sondern vor allem auch die ganz persönlichen Bedrängnisse lassen uns immer wieder zur Mutter Gottes gehen, damit Sie Fürsprache bei ihrem Sohn für uns einlegt. Maria ist immer neben Jesus, sie führt uns zu ihm hin ("Was er euch sagt, das tut!") und sie tritt als Anwältin bei ihm für uns ein.

Wir alle merken doch, wie schnell wir im Leben mit leeren Krügen und leeren Herzen dastehen können. Maria will unsere leeren Herzen und unsere leeren Krüge wieder füllen. Sie ist das "Gedächtnis der Kirche", denn "sie bewahrte alles in ihrem Herzen". Alles, was der moderne Mensch weggeworfen hat: Christus, den lebendigen Sohn Gottes, die Würde und den Wert des Menschen und der Schöpfung. Maria hilft uns, den Zeitgeist nicht mit dem Heiligen Geist zu verwechseln. Sie bewahrt das Bild Gottes und rettet darum auch das Bild des Menschen. Maria hat keine göttlliche Macht, aber durch Gottes Macht wurde sie der mächtigste Mensch. Niemand kann mehr für uns tun als sie. Sie ist unsere beste Anwältin.

Aus: PUR spezial Advocata

Marienweihe

Gott selbst hat seinen Sohn der Welt durch Maria geschenkt. So wählte er keinen anderen Weg, sich den Menschen mitzuteilen, als Maria, denn Er ist Gott, und Er wird seine Ratschlüsse nicht ändern...
Je mehr der Heilige Geist Maria, seine liebste und zutiefst mit ihm geeinte Braut, in einer Seele wiederfindet, umso mehr und schneller bildet er Jesus in dieser Seele und formt sie in Christus um. Wenn wir also eine tiefe Verehrung der Gottesmutter fördern, dann nur, um Jesus Christus vollkommen zu begegnen, ihn zu lieben, und ihm treu zu dienen.

Maria ist der vollkommene Weg zu Jesus.
Wer sich Maria weiht, huldigt ihr und anerkennt ihre einzigartige Stellung als Mutter Christi und Mutter der Christen, als Mittlerin bei Christus, als Miterlöserin des Menschengeschlechtes, als Königin des Weltalls. Er stellt sich unter ihren Schutz und hofft, bei ihr Hilfe zu finden in den Stürmen der Zeit.

Hl. Ludwig M. Grignion von Montfort

 

Mit Maria zu Christus

Jesus Christus, der in seiner Kirche immer gegenwärtig bleibt, ist füärwahr Qelle der Hoffnung für Europa und für die ganze Welt. Maria, die menschliche Mutter des göttlichen Erlösers, ist als Mutter der Kirche auch die Mutter des Trostes und der Hoffnung für uns alle. Ihr vertrauen wir voll Zuversicht die Zukunft der Kirche in Europa und aller Brüder und Schwestern an: Sie wache über unser Leben, damit wir "das Evangelium der Hoffnung" zum Heil und zur aller verkünden, feiern und ihm dienen!

Papst Johannes Paul II.

Endlich werden die Gläubigen erkennen, dass die Tätgkeit der Kirche auf dem ganzen Erdkreis gleichsam nur eine Fortsetzung der mütterlichen Sorge Mariens ist: denn die tätige Liebe Marias im Hause von Nazaret, bei Elisabeth, auf der Hochzeit zu Kana, auf dem Kalvarienberg... wird weitergeführt in der mütterlichen Sorge der Kirche und ihrem Bemühen, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (vgl. 1. Tim 2,4), in ihrer Betreuung der Kinder, Armen und Kranken, im unablässigen Bestreben um Frieden und Sicherheit, im nie erlahmenden Einsatz, dass alle Menschen des Heiles teilhaftig werden, das Christus ihnen durch seinen Tod erworben hat. Aus diesem Grund wird die Liebe zur Kirche auch die Liebe zu Maria mitbedingen und umgekehrt, da die eine nicht ohne die andere sein kann...

Papst Paul VI. Marialis cultus, 28

Maria wird mit Fug und Recht als Weg betrachtet, auf dem wir zu Christus geführt werden. Deshalb kann es nicht sein, dass, wer Maria begegnet, nicht zugleich Christus begegnen würde.

Papst Paul VI.

 

Zur Himmelfahrt der Mutter Gottes

Als Maria in dieser Welt eingeschlafen ist, um im Himmel aufzuwachen, ist sie in der Tat einfach zum letzten Mal Jesus, ihrem Sohn, auf seiner längsten und entscheidensten Reise gefolgt, in seinem Übergang »aus dieser Welt zum Vater« (vgl. Joh 13,1).

Ebenso wie er und zusammen mit ihm ist sie aus dieser Welt aufgebrochen, um »zum Haus des Vaters« (vgl. Joh 14,2) heimzukehren. All dies ist nicht weit weg von uns, wie es vielleicht in einem ersten Moment scheinen könnte, da wir alle Kinder Gottes, des Vaters, sind. Wir alle sind Brüder Jesu, und wir alle sind auch Kinder Mariens, unserer Mutter. Und alle streben wir nach Glück. Und das Glück, nach dem wir alle streben, ist Gott; so sind wir alle unterwegs zu diesem Glück, das wir Himmel nennen, das in Wirklichkeit Gott ist. Maria helfe uns und ermutige uns, daß es uns gelinge, jeden Augenblick unseres Daseins zu einem Schritt auf diesem Exodus, auf diesem Weg hin zu Gott, werden zu lassen. Sie helfe uns, so auch die Wirklichkeit des Himmels, die Größe Gottes, im Leben unserer Welt gegenwärtig zu machen. Ist dies nicht im Grunde die österliche Dynamik des Menschen, eines jeden Menschen, der »himmlisch« werden will, völlig glücklich, kraft der Auferstehung Christi? Und ist vielleicht nicht gerade dies der Anfang und die Vorwegnahme einer Bewegung, die jeden Menschen und den ganzen Kosmos betrifft? Sie, von der Gott sein Fleisch angenommen hatte und deren Seele auf dem Kalvarienberg von einem Schwert durchbohrt wurde, fand sich als erste und in einzigartiger Weise vor dem Geheimnis dieser Umwandlung, nach der wir alle streben, wobei auch wir vom Schwert des Leidens in dieser Welt durchdrungen werden.

Die neue Eva ist dem neuen Adam im Leiden, in der Passion, und so auch in der endgültigen Freude gefolgt. Christus ist die Erstlingsfrucht, aber sein auferstandenes Fleisch ist nicht zu trennen von dem seiner irdischen Mutter, von Maria, und in ihr ist die ganze Menschheit in die Aufnahme zu Gott hineingenommen, und mit ihr die ganze Schöpfung, deren Seufzen, deren Leiden, wie der hl. Paulus sagt, die Geburtswehen der neuen Menschheit sind. So entstehen der neue Himmel und die neue Erde, in denen es keine Tränen, keine Klage mehr geben wird, da kein Tod mehr sein wird (vgl. Offb 21,1–4).

Welch großes Geheimnis der Liebe wird uns da heute erneut zur Betrachtung vorgestellt! Christus hat den Tod mit der Allmacht seiner Liebe besiegt. Nur die Liebe ist allmächtig. Diese Liebe hat Christus dazu gedrängt, für uns zu sterben und so den Tod zu besiegen. Ja, nur die Liebe läßt in das Reich des Lebens eintreten! Und Maria ist dem Sohne folgend eingetreten, vereinigt mit seiner Herrlichkeit, nachdem sie mit seinem Leiden verbunden war. Sie ist mit unaufhaltsamer Stärke eingetreten und hält nun nach sich den Weg für uns alle offen. Und dafür rufen wir sie heute an: »Tor des Himmels«, »Königin der Engel« und »Zuflucht der Sünder«. Gewiß sind es keine Vernunftschlüsse, die uns diese so erhabenen Wirklichkeiten verstehen lassen, sondern der einfache, aufrechte Glaube und die Stille des Gebets, das uns mit jenem Geheimnis in Berührung bringt, das uns unendlich übersteigt. Das Gebet hilft uns, mit Gott zu sprechen und zu spüren, wie der Herr zu unserem Herzen spricht.

Bitten wir Maria, sie möge uns auch heute ihren Glauben schenken, jenen Glauben, der uns schon in dieser Dimension zwischen Endlichem und Unendlichem leben läßt, jenen Glauben, der auch das Gefühl für die Zeit und das Vergehen unseres Dasein verwandelt, jenen Glauben, in dem wir innig spüren, daß unser Leben nicht von der Vergangenheit aufgesogen ist, sondern von einer Zukunft angezogen wird, von Gott, wohinein Christus uns vorangegangen ist, und hinter ihm Maria.

Indem wir auf die in den Himmel Aufgenommene blicken, begreifen wir besser, daß unser alltägliches Leben trotz der Prüfungen und Schwierigkeiten, von denen es gezeichnet ist, wie ein Fluß zum göttlichen Ozean strömt, hin zur Fülle der Freude und des Friedens. Wir begreifen, daß unser Sterben nicht das Ende ist, sondern der Einlaß in das Leben, das keinen Tod kennt. Unser Untergehen am Horizont dieser Welt ist ein Auferstehen in der Morgenröte der neuen Welt, des ewigen Tages.

Aus einer Predigt von Benedikt XVI. vom 15. August 2008, Rom

 

 

 

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