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Leider sind mir durch ein Missgeschick die bisherigen CD-Kritiken verloren gegangen
4.2.12 The Gospel Truth - The Gospel Soul and Funk of Stax Records, BGP CDBGP 222, 2010 Die zwanzig Tracks dieser CD dokumentieren Stax-Gospelaufnahmen der frühen Siebziger. Der Sound ist vom damaligen R&B inspiriert und geprägt. Gruppen wie die Sons of Truth, Clarence Smith, Joshie Jo Armstead, Annette Thomas und The 21th Century waren mir bis dato unbekannt, andere, die Marion Gaines Singers, Jackie Verdell, die Staples, Rance Allen, die Howard Lemon Singes, Louise McCord und Charles & Annette May hingegen schon. Die Gaines Singers gehören zu den bemerkenswerten Frauengruppen jener Zeit. Verdell präsentiert sich als Soulsängerin, die Staples knüpfen an die späten sechziger Jahre an und Mavis brilliert mit kräftiger Stimme, wiederum an ihre neuen CDs erinnernd. Allens "Showdown" wurde ein erfolgreicher Hit. Verspielt klingt Louis McCord, Exmitglied von Roberta Martins Gruppe. Annette und Charles May sind Kinder von Brother Joe May und Charles war in Deutschland als Workshopleiter aktiv und bekannt. Allerdings ist es seine Schwester die hier die Leadparts singt. Die CD zeigt die Veränderung der Gospelmusik, die gegen Ende der sechziger Jahre einsetzte und dennoch traditionell und "schwarz" verhaftet blieb. Mit den Untermalungen der "brass sections" und Streicher ergibt sich ein angenehmer Hörgenuss. - Hier ist der Kommentar der CD-Rückseite: "Stax's 70s gospel label was a potent mix of God's words and the devil's beats - the sound of Memphis making amends with the Lord!". 17.1.12 The Greatest Gospel Music Meeting - A Night In Harlem, CBS S 62767, ohne Jahresangabe Dies ist eine alte Platte, die CBS in Deutschland vertrieben hat - mir ist sie seltsamerweise nie begegnet. Der Titel suggeriert, dass es sich um eine Konzertaufnahme handeln könne, was jedoch nicht der Fall ist. Ebenso wird interessanterweise mit "Harlem" geworben, obwohl nur eine der Gruppen in New York zuhause ist. Hier findet sich eine Parallele zu den heutigen kommerziellen Gospelshows, die sich gerne mit "Harlem" schmücken. Dennoch bietet die LP interessante und gute Aufnahmen von Gruppen und Interpreten aus den Sechzigern. "This Little Light Of Mine" von den Melody Kings of Los Angeles ist gut arrangiert und wird im Quartettstil jener Zeit interpretiert. "New Burying Ground" erinnert an jene klassische Aufnahme dieses mit Julius Cheeks und den Sensational Nightingales und zeigt dennoch Eigenständigkeit. Cleophus Robinson folgt mit "The Unfolding Book Of Live" und schöner, sanfter Chorbegleitung. Die Soul Searchers sind Troy Rameys Gruppe und Robert "Bob" Washington, der legendäre "hard lead" der Gospelaires, tritt hier als Vorsänger auf. Die begleitenden Rhythmen und Washingtons Stimme erinnern deutlich an Aufnahmen der Gospelaires. Die "Dixie Hummingbirds sind mit "You Don't Have Nothing" vertreten, typischer, ausgezeichneter Birds-Sound mit zunächst Ira Tucker und anschließend James Walker als Leadsänger. Natürlich sticht Howard Carrolls typisches Gitarrenspiel hervor. Man beachte den ausgewogenen Backgroundgesang dieser Gruppe. Die Cotton Brothers waren mir bislang unbekannt. Ihr "Life Is Too Short" klingt soulig und orientiert sich im Gruppengesang an den hochgepeitschten Harmonien jener Zeit. Inez Andrews und ihre Andrewettes singen "Let The Church Roll On" und "highpriestes" Inez wird ihrem Spitznamen gerecht. Dieser Song ist auf ihrer ersten Songbird-LP veröffentlicht. Das Starlight Quintette verwendet in seinem Namen eine altmodische Bezeichnung, ihr "Ain't Nobody's Business" hingegen ist typische Sechzigermusik und das gospeluntypische Pianospiel fällt angenehm auf. Die Brooklyn Skyways sind jene einzige Gruppe, die zwar nicht aus Harlem, aber aus New York stammt. Das Basssänger ist bemerkenswert und erinnert an Brooklyns bekanntestes Quartett, die Brooklyn All Stars. Ich mag es, wenn ein man den Basssänger deutlich hört und bei den Skyways kommt zusätzlich ein bisschen "bumpling bass" hinzu. Die Gospelaires sind mit "When I Get In Glory" vertreten. Die Gruppe stammt aus Dayton / Ohio und der Song stammt aus der Feder von Robert Lattimore. Er folgt ihren bekannten Arrangements. Die Kansas City Meloyaires sind jene Frauengruppe um Mildred Clark. Sie sind mit "Softly, The Night Is Falling" vertreten. Als weitere Frauengruppe singen die Drexal Singers "View The City Pts. 1 und 2". Die Gruppe ist auch auf der 4-CD-Box "Powerhouse Gospel" vetreten, die Louis Opal Nation jüngst zusammengestellt hat. Die Leadsängerin erinnert an Shirley Caesar und der Sound ist wohl von den Caravans beeinflusst. Auch hier fällt das Pianospiel angenehm auf. Als letzten Song der LP bieten die Dixie Hummingbirds "Gabriel". Irgendwie scheint mir diese Aufnahme der Birds leider verunglückt zu sein. Da ich die Original-LP nicht besitze, kann ich nicht beurteilen, ob es sich um eine alternative schlechtere Einspielung handelt. Man hört einen "zarten" Ira Tucker, Carrolls Spiel auf der Gitarre ist ebenfalls vernehmbar aber eintönig und der Backgroundgesang klingt dürftig. Nachdem es von den Birds keine "schlechten" Aufnahmen gibt, verwundert mich diese. Alles in allem ist die Schallplatte ein interessantes Dokument ihrer Zeit und wer sie second-hand findet, sollte zugreifen. 4.1.12 Soul Stirrers: This Is My Prayer 1946 - 1954, blue moon 3050, 1995 Nachdem mir meine CD-Kritiken abhanden gekommen sind, werde ich in nächster Zeit verstärkt Compilations besprechen, die Gruppen, Interpreten oder Zeitspannen dokumentieren. - Diese CD enthält sowohl Aufnahmen der Soul Stirrers mit Rebert Harris als Leadsänger als auch mit seinem Nachfolger Sam Cooke. Insgesamt sind es zwanzig Tracks, wobei Harris Vorsänger von dreizehn und Cooke Vorsänger von sieben Einspielungen ist. Alle Aufnahmen sind in chronologischer Reihenfolge verzeichnet. Ein ausführliches Booklet ist beigefügt. Die Songs mit Harris wurden acappella eingespielt, aus den Sessions mit Cooke betrifft dies nur seine allererste Aufnahme "Peace In The Valley" mit der Gruppe. Mitglieder der Harris-Aufnahmen waren Roy Crain, James Medlock, Thomas Brewster, R. B. Robinson und Jesse Farley. Leroy Taylor kam erst später hinzu. Paul Foster, der Medlock noch zu Hdarris Zeiten ersetzte, wirkt hier erst auf den Cooke-Aufnahmen mit. Die restlichen Mitglieder der späteren Aufnahmen sind jedoch die gleichen, wenn man von Medlock und Taylor absieht. Alle Songs sind Klassiker der Gruppe und gerade bei den Aufnahmen mit Cooke und Foster besticht der Kontrast zwischen Cookes schönen, klaren Tenor und Fosters hartem Leadgesang. 21.12.11 Black Nativity: Marion Williams & Stars of Faith, Alex Bradford & Bradford Siners, Pricess Stewart, auvidis AV 4901 Hier ist die ultimative Weihnachts-LP, original aufgenommen im November 1962 und zuerst veröffentlicht auf Vee Jay 5022. Der berühmte afroamerikanische Schriftsteller und Poet Langston Hughes hat dieses Singspiel zusammengestellt und es feierte am Broadway große Erfolge. Anschließend ging die Gruppe erfolgreich auf Welttournee. Alex Bradford wurde teilweise ersetzt durch Brother Joe May und auch die Patterson Singers traten an Stelle der Stars of Faith auf. Die blinde Sängerin Princess Stewart wurde von Mahalia Jackson als Teilnehmerin vorgeschlagen. Alle Songs sind inzwischen klassische Weihnachtsgospels und die Interpretationen der Vortragenden sind perfekt, egal, ob Marion Williams, Kitty Parham oder Alex Bradford die Vorsänger sind. Princess Stewart ist lediglich mit "Sweet Little Jesus Boy" vertreten. Hier sind die anderen Tracks: "My Way Is Cloudy", "Most Done Traveling", "Baby Born Today", "Poor Little Jesus Boy", ein phantastisches "Mary What You Gonna Name That Pretty Little Baby" mit Frances Steadman und Marion Williams, "Wasn't That A Mighty Day", "Joy To The World", "Christ Is Born", "Rise Up Shepherd And Follow", "Oh! Come All Ye Faithful", " If Anybody Ask You Who I Am" und einer eindrucksvollen Version von "Go Where I Send Thee". Seit 1965 hat es nie ein Weihnachten gegen, an dem ich diese Aufnahmen nicht gehört habe. A Gospel Christmas Card, The Pilgrim Travelers, the Staple Singer and Cleophus Robinson, Specialty SPCD-7051-2, Auch diese Specialty-Zusammenstellung besitzt inzwischen Kultcharakter innerhalb aller Gospelweihnachtsveröffentlichungen. Da sind zunächst die Aufnahmen der Staple Singers vom September 1962. Maceo Woods begleitet auf der Orgel: "Silent Night", "The Last Month Of The Year", "The Virgin Mary Had One Son", "Go Tell It On The Mountain", "Joy To The World", "Holy Unto The Lord", "The Savior Is Born", "Sweet Little Jesus Boy", "No Room At The Inn", "There Was A Star", O Little Town Of Bethlehem"" und "Wasn't It A Mighty Day". Cloephus Robinson ist mit den drei folgenden Titeln aus dem Jahre 1963 verteten: " Silent Night", "Sweet Little Jesus Boy" und "White Christmas". Die letzten beiden Tracks stammen aus dem Jahre 1953 von den Pilgrim Travelers: "I'll Be Home For Christmas" mit Kylo Turner als Lead und "Silent Night" mit Turner und Keith Barber. Merry Christmas!
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