Seit 28.Mai 2008 habe ich nun einen Magenbypass.
Hier möchte ich Euch zuerst eine Erklärung einstellen, was das ist, danach schreiben wie's mir damit geht und im Anschluß meinen OP Bericht anhängen mit einem Vergleich meiner Maße!
Erklärung
Der Roux-en-Y(R/Y)-Magenbypass ist eine chirurgische Technik, bei der durch Nahrungseinschränkung (Restriktion) und geringer Verkürzung der Darmpassage (malabsorptive Nebenwirkungen) bei extrem adipösen Personen eine Gewichtsreduktion erzielt werden soll. Dieser Eingriff der Adipositaschirurgie ist das letzte Mittel der Wahl, wenn konservative Methoden zur Gewichtsreduktion versagt haben.
Relativ gefürchtet beim R/Y ist das so genannte Dumping-Syndrom, die Übelkeit nach dem Konsum von Süßwaren. Die Gewichtsreduktion ist wohl bei vielen Patienten schneller und größer als bei den restriktiven Techniken (etwa durch eine Verkleinerung des Magens, welche eine Restriktion der Nahrungsaufnahme erzeugt). Allerdings gibt es auch Berichte über Patienten, die nach mehreren Jahren etwa wieder 5-10 % des verlorenen Gewichtes zunehmen. Wie bei allen Adipositaschirurgischen-Maßnahmen müssen lebenslang Vitamine, Spurenelemente und Eiweiß zugeführt werden.
Ein Magen-Bypass ist eine effektive Maßnahme zur Gewichtsreduktion bei schwerst adipösen Patienten.
(Quelle = wikipedia)
Statement von mir
Mir geht es mit dem Bypass ... klar ... anders als zuvor.
Ich kann weniger essen, muss mich manchmal sogar dazu zwingen, muss darauf achten ausgewogen zu essen, muss mich mit Vitamine versorgen und kann auch nicht mehr alles, und vorallem nicht, genau so wie vorher essen.
Ich habe in nun 8 Wochen 30 Kilo abgenommen, kann mich mehr bewegen, komme ohne pusten den 3.ten Stock hoch und traue mich wieder mehr unter Leute.
Sicher gibt es auch Nachteile, aber die gibt's überall und deshalb denke ich mehr positiv.
Mein OP Bericht des Krankenhausaufenthaltes
27.Mai
Gegen 09:00 Uhr wurde ich auf Station aufgenommen.
KH Klosterneuburg, 1. Stock, Chirurgie A, Zimmer 218
War nüchtern, grantig, frustriert, ängstlich und ziemlich aus dem Konzept gerießen, wieso das alles, weiß ich bis heute nicht. Mein Papa ist dann gegen 10:00 Uhr gefahren und bei mir ging alles los.
Blutabnahme wegen Kreuzblut, Venenzugang bekommen, Gespräch mit Anesthäsie, OA Schwameis und dem Pflegepersonal gehabt. Danach Mittagessen.
Es gab undefiniertes Fleisch, mit Nockerl und Sauce, sowie Gemüsesuppe und zum Nachtisch Apfelmus.
Das Zimmer teilte ich mir mit einer anderen Patientin die des Nachts akut dorthin kam. Das 3.te Bett stand leer. Meines befand sich neben dem Fenster mit coolem Ausblick in den Patientengarten mit Vogerlzwitschern und Grashüpferngeräuschen.
Am Nachmittag war mir nur langweilig, keine Termine, keine Gespräche ... nichts.
Zum Abendessen eine klare Suppe, die ziemlich salzig schmeckte.
Abends gab's die ganze Palette.
Blutzuckermessung, Blutdruckmessung, Fiebermessung, Thrombosespritze, Erklärungen was ich am Morgen dann alles zu tun und zu lassen habe und es wurden mir auch viele beruhigende Worte mitgeteilt, dass tat echt gut!!!
Dann gab's ein Schlafmittel und ab ins Land der Träume!!!
28.Mai
Tag der OP!
Geweckt wurde ich um 06:00 Uhr mit der selben Palette Untersuchungen wie sie am Vorabend waren, danach duschen, Thrombosestrümpfe anziehen, schickes OP-Kleid anlegen, am RI-LAC angehängt worden, Beruhigungsmittel geschluckt und dann warten.
09:30 Uhr wurde ich in den OP geschoben, dort wurde das schicke Kleid gegen ein Tuch getauscht und ich durfte Bett wechseln, rauf auf die OP Trage.
Die Leute dort waren nett, aber auch irgendwie ziemlich schnell, schnell, schnell - irgendwie auch gut so.
Schnell noch nach der Uhrzeit gefragt - 09:57 Uhr!!! - und dann "Gute Nacht Frau K." und weg war ich!
17:00 Uhr ... zum ersten mal schlug ich bewusst die Augen auf und sah glücklicherweise meine Mama und meinen Papa.
Ich hatte so eine doofe Maske im Gesicht, schwitzte wie Sau dadrunter, bekam schlecht Luft, hatte 3 mal hintereinander extremen Brechreiz und mir wurde immer so ein Mittel in den Venenzugang geschossen damit das gleich wieder vergeht. Klappte auch ganz gut. Nur die Luft, die konnte mir keiner so geben wie ich's gebraucht hätte.
Meine Eltern waren bald wieder weg, weil ich eh nur desorientiert immer wieder einschlief und nur am herum dösen war. War ziemlich schlapp und neben mir. Nachts mussten die Ärzte meinen Zugang wechseln, weil nix mehr rein ging. Das war vielleicht eine Schweinerei. Die Ärztin verstach sich zig-mal, mein Bett war ein roter Fleck und geflucht hat die Gute auch extrem. Nur gespürt habe ich nix. Glücklicherweise sonst hätte ich eh geschrieen, ich wehleidiges Drum.
29.Mai
Viel Schmerzmittel intus, einen Aterienzugang, 2 Venenzugänge die eh nix hielten und dennoch Schmerzen im Bauch ... so wachte ich auf. Naja, nicht so super, aber auszuhalten.
Das Tagpersonal hat mich dann komplett gewaschen, inzwischen hatte ich statt der Sauerstoffmaske nur so ein Kabel im Gesicht mit Zugang in die Nase und das atmen viel schon ein bisschen besser. Alle paar Stunden standen Ärzte vor mir und fratschelten mich aus wie's mir gehen würde.
Eigentlich ja eh voll oki und total akzeptabel nur sie kamen immer dann, wenn ich gerade eingeschlafen wäre. Nervend sowas, weil ich mich vor Schmerzen und ohne viel Luft eh nicht so gut artikulieren konnte. Von Reden war ich weit weg.
Langsam aber sicher registrierte ich den Raum wo ich war und das alles um mich herum und an mir. Hatte 6 Pflaster am Bauch, eine Drenage, den doofen Blasenkatether, nur noch den Arterien und den Venenzugang, die Sauerstoffunterstützung im Gesicht und somit konnte ich eh nix machen.
War allerdings ziemlich frustriert und am herum weinen wegen Depressionen. Mir wurde ja vor der OP ein 24 Stunden Aufenthalt auf der IMCU (Überwachungsstation) mitgeteilt und so wie die Ärzte mir das nun sagten, werden's wohl doch 3 Tage wenn nicht mehr.
Achja ... gegen Mittag kam die Schwester und setzte mich in so einen Schiebstuhl. Danach kam ein Zivi und brachte mich ins EG zum Schluckröntgen. BÄHHHHH
Sowas grausliches habe ich noch nie schlucken müssen. Das Kontrastmittel war echt nicht das meine und ich musste nicht nur mit meinem Kreislauf kämpfen beim Stehen, sondern auch gegen den Brechreiz beim schlucken von dem Ding. Aber ich habe es geschaffe und es ging alles gut. Dicht war/bin ich auch *gg*.
Den Nachmittag verbrachte ich mehr schlafend auf der IMCU und inzwischen immer wieder mal mit Ärzten rund um mein Bett. Auch mein Operatör kam vorbei und erklärte mir wieso ich so wenig Luft bekommen würde und auch, dass bei der OP die Leben viel größer war als geglaubt und sie deshalb alleine schon 2 Schnitte mehr brauchten nur um diese wegzuhalten aus dem OP-Feld.
Tja, es war also höchste Eisenbahn, dass die OP war, denn wär weiß was ich sonst noch so wegen dem zunehmen und so durch gemacht hätte.
Die Nacht war schrecklich. Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen und ein aufgeblähter Bauch ließen mich nicht schlafen.
30.Mai
Morgens wurde ich von Schwestern ins Bad geleitet und durfte meine Morgentoilette selbst erledigen. Auch der erste Stuhlgang folgte und nahm mir den Blähbauch und einen Teil Schmerzen.
Abermals wurde der Venenzugang heraus genommen und ich wurde zum 6.ten mal an anderer Stelle ver- und gestochen. Der Arterienzugang wurde entfernt und der Blasenkatether auch. WOW ... ich habe mich sehr darüber gefreut!!!
Den Weg von der IMCU in mein Zimmer durfte ich selbst "laufen" brauchte mehr als 5 Minuten, aber ich kam endlich an. Zu meiner Enttäuschung war ich in dem 3-Bett Zimmer alleine.
Es war inzwischen schon Nachmittag und meine Eltern kamen zu Besuch. Als sie mich so sahen waren sie erleichtert, sie sahen mich das letzte Mal ja gleich nach der OP angehängt an tausend Dinge und richtig dolle weiß im Gesicht, jetzt hatte ich schon wieder Farbe *g*.
Von da an ging alles schnell aufwärts. Musste Harn sammeln mit einem Leibstuhl, aber das ging alles ganz gut. Stuhlgang zwar nicht so wie vorher - wie auch :-/ - aber gut.
Zum Essen bekam ich auch schon Joghurt und Suppe zu Mittag. Aus Angst aß ich weder das eine noch das andere, sondern machte nur Kostproben und war zufrieden mit mir selber damit.
Abends aß ich dann die Suppe und bekam Brot dazu. Skeptisch aber doch aß ich 2 Minibissen Brot und hatte danach solche Schmerzen, dass ich es besser ließ und seit dem Brot meide.
Mit dem Trinken klappte es mehr schlecht als recht und ich bekam immer schimpfe das es zu wenig sei.
31.Mai
Die Drenage wurde entfernt und somit hatte ich nur noch einen Venenzugang und sonst nix. Ja ... doch ... Schmerzen mal hier und mal da, aber die waren auszuhalten. Bekam nur noch einmal täglich Schmerztropf und 3 mal täglich RI-LAC weil ich zu wenig trinken würde müsste es so oft sein.
War zum ersten mal duschen!!! Mit Hilfe ... meine Mum halt mir beim Haare waschen und Füße waschen, denn das hätte ich noch nicht gepackt, aber es war sonst alles super und ich fühlte mich frisch danach.
Bekam seit dem Tag auch meist echten Zucker in den Tee, weil meine Blutzuckerwerte immer sehr niedrig waren. Meist unter 75. Ich kannte es immer nur umgekehrt zuvor und machte mir deshalb auch so bissi Gedanken, aber mit dem Zucker im Tee war's dann immer gut danach.
01.Juni - 04.Juni
Die Tage brauchte ich auch nur noch 1 mal Schmerzmittel mittels Tropf und nur noch 2 RI-LAC Infusionen, mehr nicht.
Trinken konnte ich auf 1600ml steigern und alle waren damit zufrieden, ich auch, auch wenn das hieß ständig an's trinken zu denken und dies dann auch zu tun.
Suchtbolzen wie ich bin, ging ich ab da auch schon wieder rauchen. Konnte mir also nur besser gehen *gg*.
Am 4. Juni wurde ich entlassen.
Vergleich zwischen 28.Mai und 6.Juli
06.07.^^19:26^^Sonja
Gewicht: 121,1 kg (- 25,9 kg)
Größe: 169 cm
Bauchumfang: 136,4 cm (- 8,6 cm)
Oberschenkelumfang: 67 cm (- 5 cm)
Brustumfang: 124,5 cm (- 14,5 cm)
Oberarmumfang: 36 cm (- 11 cm)
Popoumfang: 126 cm (- 13 cm)
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