
Kinder und Jugend Neuro Psychiatrie
Am Dienstag, den 6.April 2004 betrat ich zum ersten mal in meinem Leben eine Psychiatrie . Ich hatte fürchterliche Angst als ich auf Station kam, da ich überhaupt nicht wusste was auf mich zukommen würde .
Als erstes hatte ich ein Gespräch mit meiner Fallführenden und meiner Bezugsschwester die mir zugeteilt wurde .
Ich musste sehr viele Fragen beantworten damit sie sich ein Bild von meiner Situation machen konnten, danach wurde meine Mum dazu geholt und ihr wurden auch Fragen gestellt zu meiner Geburt und wie ich mich als Baby verhalten habe .
Danach habe ich mich von meiner Mutter verabschiedet und sie musste die Klinik verlassen .
Mir wurden dann die "Stationsregeln" gegeben die ich zu unterschreiben hatte .
Danach gab es Mittagessen, bei dem ich gleich mal alle anderen Patienten gesehen habe, denn es wurde im Gemeinschaftsraum zusammen gegessen .
Bei dieser Gelegenheit konnte ich mir erst mal ein Bild machen mit welchen Leuten ich mich die nächsten Wochen so umgeben muss . Ich war sehr geschockt zu Beginn, da einige sehr aggressiv waren und herumbrüllten .
Nach dem Mittagessen wurden wir alle in unsere Zimmer geschickt . 4 Betten hatte jedes Zimmer und einen Schrank der in 4 Teile unterteilt war und ein Waschbecken mit Flüssigseife und Papiertüchern .
Von 12 - 13 Uhr war sogenannte "Zimmerstunde" in der Teambesprechung war und die Patienten sich in den Zimmern aufhalten mussten . Danach wurden die nichtschulpflichtigen Kinder in die jeweiligen Bastelstuben gebracht und die Schulpflichtigen mussten ihre Hausaufgaben machen die sie am Vormittag bekamen . Jene Patienten die weder Schulpflichtig waren noch fähig waren in die Bastelstube zu gehen, weil sie Gefährdet waren oder Magersucht/Bulimie hatten , vertrieben sich die Zeit mit Kartenspielen untereinander oder mit dem Pflegepersonal .
Jugendliche die 16 und älter waren, und Einverständnis der Eltern hatten, durften alle vollen Stunden in den Raucherraum um 1 Zigarette zu rauchen, welche vorher ausgegeben wurde .
Abends gab es dann wieder eine Zimmerstunde zum Schichtwechsel zwischen 18:30 Uhr und 19:30 Uhr
Je nach Alter der Patienten war die erste Bettruhe um 20:00 Uhr und für alle ab 16 um 22:00 Uhr . Fernsehen gab es ab 19:30 Uhr, aber auch nur ausgewähltes Programm .
An meinem zweiten Tag wurde ich dann zur Psychotherapie, Sporttherapie, Physiotherapie, Maltherapie und Beschäftigungstherapie ( Bastelstube ) eingeteilt !
Psychotherapie hatte ich einmal pro Woche eine Stunde sowie Physio- , Mal- und Sporttherapie . Zur Bastelstube ging ich jeden Tag außer am WE von 8:00 - 11:45 Uhr und von 13:00 - 15:30 Uhr, nur Freitags war am Nachmittag keine Bastelstube .
Nach der Bastelstube musste man sich beschäftigen damit man alle Vorzüge genießen konnte - also rauchen durfte und in den Garten gehen und Spazieren gehen durfte .
Nach den ersten beiden Tagen wurde ich auf Tresleen eingestellt auf das mein Körper sehr nervös reagierte . Ständig plagte mich große Anspannung und Nervosität . Mein Zeitgefühl ging so gut wie total verloren und ich vermisste meine Familie sehr, da ich immer nur am WE in den Besuchszeiten die Gelegenheit hatte sie zu sehen und mit ihnen nur in den Telefonzeiten reden konnte .
Nach einer Woche stellte man mich Medikamentös auf Nozinan in Kombination mit Risperdal um und zusätzlich bekam ich Truxal zur Beruhigung - das Truxal wurde am nächsten Tag wieder abgesetzt weil ich allergisch darauf reagierte .
Ich war immer müde und konnte mich so gut wie nicht mehr konzentrieren, weshalb ich auch darauf bestand mich Nachmittags aus der Bastelstube zu nehmen um auf Station zu bleiben und spazieren zu gehen .
Ständige Panikattacken waren mein Alltag . Ich distanzierte mich sehr von den anderen Patienten weil ich Angst bekam - obwohl ich die zweitälteste auf Station war und der jüngste 9 war .
Plötzlich fing ich an Stimmen zu hören die mich aufs übelste beschimpften . Daraufhin begann ich erneut mich selber zu verletzen . Nach und nach hatte ich immer stärker werdende Suizidgedanken die ich aber nicht äußerte !
Bis ich wirklich dann an dem Punkt angekommen war das ich nicht mehr konnte und mir das Leben nehmen wollte . Es folgte ein Suizidversuch in der Klinik . Eine Schwester die zufällig in dem Moment ins Zimmer kam konnte mir noch helfen und ich überlebte den Suizidversuch .
Ab diesen Tag an bekam ich sogenannte "Sonderaufpasser" aus dem Pflegepersonal die wirklich immer und überall mindestens ein Auge auf mich warfen ! Sobald ich irgendwie länger auf der Toilette war wurde mir schon hinterher gerufen .
Die einzige Therapie die mir persönlich etwas gebracht hat war die Maltherapie . Die Therapeutin war sehr nett und mit ihr redete ich über so ziemlich vieles und konnte bei der Gelegenheit gleich meinem Hobby nachgehen .
An alles kann ich mich nicht mehr erinnern das ich erlebt habe in der Klinik weil ich auch Phasen hatte in denen sich mein Gehirn anscheinend ausgeklingt hat und nichts speicherte !
Im großen und ganzen "fehlen" mir so zirka 9 Tage meines ganzen Aufenthaltes in der Klinik !
Auf den Tag genau 3 Wochen nach dem ich angekommen bin wurde ich auch wieder entlassen ( eigentlich ging ich durch das unterschreiben eines Reverses ! ) .
Zu Hause wusste ich aber dann nicht mehr was ich machen sollte und mir fiel die Decke auf den Kopf .
Ich verfiel erneut in ein tiefes Loch und wurde genau 6 Tage nach meiner Ankunft zu Hause wieder eingeliefert durch meinen Hausarzt !
Der erneute Aufenthalt dauerte gerade mal 5 Tage und meine Mum fand eine Therapeutin zu der ich gehen konnte um eine ambulante Psychotherapie zu beginnen und so wurde ich wieder - diesmal regulär - aus der Klinik entlassen und durfte wieder nach Hause gehen .
Psychosomatische Klinik
Am 28.Dezember 2004 wurde ich in die Psychosomatische Klinik aufgenommen .
Ich hatte sofort einen positiven Eindruck der Station und wurde sehr nett empfangen . Als aller erstes musste ich zum EKG , Harnprobe abgeben und dann zur Blutabnahme wo ich gleich mal auf mein SvV angesprochen wurde, da es sofort entdeckt wurde . Danach hatte ich zwei kurze Aufnahmegespräche mit einem Arzt und einer Schwester . Dann wurde mir mein Zimmer gezeigt - ein rießen Schock , es waren 6 Betten im Zimmer ! Aber schon nach einer Stunde legte sich der erste Schock, da ich merkte, dass ich mich super mit meinen Zimmergenossinnen verstand !
Alles war wie in einem ganz "normalen" Krankenhaus - ein Schwesternzimmer, ein Ärztezimmer, Handys durfte man behalten, usw . , der einzige Unterschied war nur, dass man halt ständig irgendwelche Therapien hatte .
Am zweiten Tag hatte ich ein Gespräch mit der OÄ der Station und eines mit der Psychologin die mir zugeteilt wurde - mit der ich auch meinen Tagesplan ausgearbeitet habe bzw.: sie teilte mich halt mal ein in die vielen Thrapien .
Neu für mich war auch das ich jetzt so ziemlich nur Gruppentherapien hatte .
Ich wurde in 3 Essgestörtengruppen, 1 Angstgruppe, 1 Entspannungsgruppe, 2 Malgruppen, 2 Bewegungsgruppen und in die Einzeltherapie mit meiner Pschologin und in die Einzeltherapie mit der Diätassistentin eingeteilt . Ich hatte mindestens 5 Therapien pro Tag die meistens 1 1/2 bis 2 Stunden dauerten .
Wenn ich keine Therapien hatte schlief ich meistens oder bekam Besuch von meiner Familie oder Freunden, telefonierte mit Freunden/Bekannten oder meiner Familie und spielte mit meinen Mitpatientinnen . Am Wochenende gab es keine Therapien bis auf den E-Club morgens, in dem man über das eigene Essverhalten vom Vortag sprach und zeigte, was man am Vortag alles getrunken und gegessen hatte das dann beurteilt wurde und nach dem sich auch der Ausgang den man hatte richtete . Wenn man sein Limit das man jeden Donnerstag festlegte erreichte konnte man, je nach dem wie lange man schon auf Station war, einen ganzen Tag und/oder einen halben am Wochenende oder Stundenweise Ausgang haben .
Obwohl es mir auf Station sehr gefiel konnte ich mich leider nicht so richtig in die Gruppen integrieren bzw.: fühlte mich nicht so richtig wohl . Da mir die Therapiegruppen, die aber meinen Tag so ziemlich ausfüllten, nichts brachten und sogar meine Stimmung teilweise verschlimmerten, wurde ich immer mehr depressiver und trauriger und wollte schon nach 2 Wochen wieder nach Hause . Durch die wöchentlichen Blutabnahmen fiel es den Ärzten immer mehr auf das sich mein SvV immer mehr verschlechterte und ich mich immer mehr verletzte . Als ich nach 2 1/2 Wochen meinen Wunsch des nach Hause fahrens einmal zur Ansprache brachte, bei einem Gespräch mit dem Psychiater der einmal pro Woche kam, meinte er das ich ihm ein "Versprechen" abgeben müsse, welches beinhaltete, dass ich mich nicht mehr selber verletze sondern vorher zu einer Schwester gehe um zu reden und wenn sich das bessert dann könnte ich in ein paar Wochen wieder nach Hause, ansonsten müsse er mich in eine Akutklinik überweisen, da es eben eine offene Station wäre wo sie nicht die Verantwortung für mich tragen könnten das nichts schlimmeres passieren würde . Ich konnte dieses Versprechen nur zu 40 % abgeben, sodass ich in seinen Augen zu dieser Zeit keine Selbstkontrolle hatte und deshalb nicht weiter auf dieser Station behandelt werden konnte . Schlußendlich konnte ich an diesem Tag noch eine Verlegung verhindern und durfte bis auf weiteres bleiben . Als es sich dann aber in den nächsten Tagen noch verschlechterte stimmte ich der Verlegung nach genau 3 Wochen zu und wurde in die Psychiatrie verlegt .
Akut Frauen Psychiatrie
Auf der Frauenstation war es total langweilig und ich ging nur in die Bastelstube in der ich mich nicht wohl fühlte . Andere Therapien hatte ich nicht . Das einzige positive war das ich ein Doppelzimmer hatte mit einer sehr netten und so ziemlich einzig halbwegs anständigen Frau . Alle anderen Frauen waren entweder jenseits der 65 oder geistig nicht ganz anwesend .
Nach 4 Tagen wurde ich dann auf die mir bekannte Kinder und Jugend Neuro Psychiatrie verlegt - also eine Station weiter !
Kinder und Jugend Neuro Psychiatrie
Dort war der Tagesablauf genauso wie in meinem ersten Aufenthalt, bis auf das, dass ich statt der Psycho- und Physiotherapie, 4 mal die Woche Ergotherapie hatte die um einiges besser war .
Nachmittags wurde ich jetzt endlich aus der Bastelstube genommen, da es mir dort überhaupt nicht gefiel und ich immer wieder Panikattacken und Schwindelanfälle bekam .
In den insgesamt 6 Wochen seit meiner Einlieferung am 28.Dezember 2004 wurden die Medikamente sehr erhöht - Nozinan, Zeldox, Praxiten, Gladem, Trittico habe ich zu dieser Zeit eingenommen . Mit Absprache des OA konnte ich nach 3 Wochen Kinder und Jugend Neuro Psychiatrie wieder nach Hause entlassen werden .
Akut Psychiatrie
Von Montag den 1.August auf Dienstag den 2.August habe ich den immer wieder zunehmenden Druck und das ewige Gefühl alleine zu sein und einsam zu werden nicht mehr ausgehalten und wollte mein Leben wegschmeißen . Einfach so beenden und somit allem entfliehen .
Dies war mir aber noch nicht bestimmt und so war es, dass meine Mama mich die ganze Nacht wach hielt und mir somit das Leben gerettet hat, da ich so gut wie eine ganze Schachtel Beruhigungsmedikamente intus hatte .
Am Nachmittag des 2.August hat mich dann mein Vater nach Mauer in die Akutpsychiatrie gebracht wo ich gleich ins "freiwillige" Unterbringungsgesetz gesetzt wurde . Das heißt soviel wie, dass ich keinen Schritt alleine machen durfte und unter ständiger Beobachtung stand, da eine Selbstgefährdung vorherrschte .
Unter dem Gesetz blieb ich aber nur eine Nacht und den nächsten halben Tag, danach kam ich auf Pavillon 11 - Station 1C .
Dies war das beste was mir je passieren konnte !!!
Dort wurde ich nett und freundlich aufgenommen und habe mich sehr wohl gefühlt . Die anfänglichen Zweifel an der Station - an der ganzen Klinik - haben sich schnell in Luft aufgelöst . Ich hatte ja nur negative Erfahrungen mit Mauer gemacht, da ich ja nur die Kinderstation kannte in der ich mich nicht wirklich wohl fühlte .
Auf der Station ist die Gruppe untereinander sehr wichtig und die hauptsächliche Arbeit an der Therapie .
Der Pavillon 11 ist ein Haus mit einem Stockwerk . Im Erdgeschoß ist gleich mal ein Vorraum mit 2 Sesseln und einem Tisch, dem Eingang zum Badezimmer, zum Patienten und Besucher WC, zum Personal WC und der Zugang zum Tagesraum (Esszimmer) . Der Gang führt am Schwesternzimmer entlang zum Raucherzimmer vorbei am Stationsarztzimmer und dem Sekretariat .
Das Raucherzimmer ist mit einem Radio, einer Kaffeemaschine, 2 Tischen und 10 Sesseln ausgestattet und dazu noch einem Kasten, einem extra WC und einer Waschecke . Also so ziemlich allem was man braucht um auch den ganzen Tag dort verbringen zu können . Aus dem Raucherzimmer führt auch die Tür in den Garten der mit Liegestühlen, Tischen und Gartensesseln ausgestattet ist .
Im oberen Geschoß befinden sich 2 Vierbettzimmer, 5 Zweibettzimmer und 1 Einbettzimmer . Auch 1 Bad, 1 Patienten sowie 1 Personal WC, 1 Gruppenraum und ein Wohnzimmer (Aufenthalts- bzw.: TV-Zimmer) . Alles ist wie in einem "normalen" Haus ausgestattet und eingerichtet und erweckt in keinem einzigen Moment das Gefühl in einer Klinik zu sein - außer die Betten, diese sind Krankenhauszimmer .
Ich wurde zu Beginn in ein Vierbettzimmer einquartiert, aber dies änderte sich nach 5 Tage, denn dies habe ich dann doch nicht ausgehalten .
An Therapien hatte ich Einzelmaltherapie, Gruppensporttherapie, Einzelgesprächstherapie, Entspannungstherapie, Gruppengesprächstherapie, Morgensport, Gruppenschwimmtherapie, WATSU (=Wasser Schiatsu - heißt soviel wie Wasser Entspannu8ngstherapie) .
Die WATSU Therapie mussteich machen um meine Körperkontaktsängste zu verlieren und endlich zu lernen, dass Körperkontakt auch schön sein kann und ich auch mein Vertrauen abgeben kann ohne negative Folgen daraus ziehen zu müssen .
Im großen und ganzen waren die ersten 18 Tage von 2.August bis 18.August total gut und mit der Gruppe kam ich gut klar, bis dann auf einmal die Angst hoch kam etwas mehr in meiner Gefühlswelt zu bewegen . Dies durfte nicht sein, da ich in Urlaub fuhr und dadurch emotionale Offenheit nicht gebrauchen konnte . Deshalb brach ich dann 2 Tage vor regulärem Ende der ersten Periode ab (naja war nicht gerade super von mir) .
Die zweite Periode begann dann mit 11.September wo ich die gleichen Therapien nur eben eine andere Gruppe hatte .
Essen zu gehen ins Esszimmer wo an die 24 Leute waren war jeden Tag 3 mal ein Kampf, aber nach einer Gruppentherapie wo ich dies ansprach und mir alle gut zugeredet haben ging auch das dann nach einer Zeit ganz gut und ich ging essen ohne als erste wieder vom Tisch zu flüchten und somit mein Essen mehr als nur runter zu würgen .
Musik hat mich die zweite Periode auch sehr begleitet . Ich hatte meine Gitarre mit und fand mir auch schnell einen Spielpartner der mit mir jeden Tag sehr oft und lange im Raucherraum spielte und wo auch andere dazu mit gesungen hatten - dies war wunderschön wenn auch manchmal sehr emotional !
Mit meiner Oberärztin kam ich oft ins streiten und rasselte mit ihr sehr oft aneinander, aber dies brauchte ich anscheinend, denn nach jedem aneinander geraten gingen mir endlich die Augen auf und ich wachte endlich richtig auf !
Zwischen den beiden Aufenthalten habe ich meine Arbeit verloren, aber mit Hilfe einer Sozialarbeiterin die ich sofort ordete habe ich schon fast wieder eine neue Arbeit gefunden . Genauer genommen ist es keine Arbeit im Sinne einer 40 wochenstündigen Beschäftigung mit Entlohnung sondern es wäre eine 20 stündige Beschäftigung mit therapeutischer Betreuung zur Wiedereingliederung ins Berufsleben . Ich hoffe sehr, dass ich dort eine Stelle bekommen kann - jedenfalls wäre es das Beste was mir passieren könnte .das Beste was
Die Therapie erfolgte :
1.August bis 18.August 2006
und
11.September bis 11.Oktober 2006
Akut Psychiatrie
Montag, der 28.Mai 2007. Pfingstmontag und somit Feiertag hier in Österreich. Schon am Vorabend stand fest, dass mich meine Eltern zur Krisenintervention in die Klinik bringen. Ich war stark suizidal und verletzte mich jede Nacht auf's neue und es wurde immer mehr, tiefer und intensiver. Ich konnte gar nicht mehr stoppen und verfiel regelmäßige in Heulattacken. Weinen, schneiden, ritzen und ständiges ausbrechen aus mir selber war das einzige was ich noch konnte ... zu mehr hatte ich keine Kraft mehr!
Also brachten mich meine Eltern an diesem Feiertag in die Klinik. Mit mir mit auch gleich T., aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen, denn für mich ist das abgeschlossen und tut absolut nichts zur Sache!
Als wir in der Klinik ankamen wurde ich gleich auf der Akutstation für Frauen aufgenommen und mir wurde ein Bett in einem 2-er Zimmer zugeteilt.
Nach 5 Tagen wurde ich schon wieder entlassen. Dies lag am Primar der Station, denn er meinte ich könne zu Hause auch wieder besser zurecht kommen. Dem war nicht so und schon ein paar Tage darauf - genau gesagt am Donnerstag, den 7.Juni (Fronleichnam = Feiertag) - brachten mich meine Eltern ohne mich lange zu fragen wieder in die Klinik, weil ich in der Nacht zuvor meinen gesamten Körper zerschnitt. Beide Beine, beide Arme, das Gesicht und meinen Rumpf zerschnitt ich und ich hatte Schmerzen. Dort angekommen wurde ich zwangseingewiesen vom Diensthabenden Arzt, das heißt, dass ich im UBG war. Untergebracht und somit für keine Entscheidung mehr zulässig über mich und meine täglichen Medikamente, Therapien und so weiter.
Dadurch, dass ich mit T. auf einer Station war und das einer Oberärztin nicht passte wurde ich auf einen anderen Pavillon verlegt, der offener war, mit Garten und Terrasse, eigener Bastelrunde, täglichen Visite und gemischt mit Männern. Dort gefiel es mir gut, aber ich war ja im UBG, somit sah ich wochenlang nur den Pavillon und den Garten. Mich durften nur meine Eltern besuchen und das auch nur im Pavillon und eventuell einmal im Areal, das ja auch das Café Toni beherbergt.
Nunja, wurde dann auf Pavillon 17 vorgestellt. Der Rehastation für Soziotherapie. 3 Monate und als ich die Vorstellung durch hatte wurde ich entlassen. Eine Woche später schon wurde ich auf Pavillon 17 aufgenommen, wo ich von Mittwoch, den 27. Juni bis Mittwoch, den 5. September blieb. 10 Wochen genau, obwohl 12 regulär wären. Mir wurde die Zeit dann aber zu lange und durch meine durchwegs positiven Fortschritte war es oki, dass ich 2 Wochen vorher ging.
In meiner Therapie dort hatte ich hauptsächlich in der Arbeitsgruppe Beschäftigungstherapie, wo ich im Außenbereich des Geländes mit anderen Mitpatienten und fachkundigem Pflegepersonal den Rasen mähte, Heckenschnitte wegräumte, Parkplätze und Straßen von Laub und Müll befreite, die Parkanlagen sauber hielt und an Schlechtwettertagen waren wir gesammelt in einer Holzhütte wo es genug Holz gab, dass gespalten wurde oder ofengerecht geschnitten wurde. Es gab aber auch die Möglichkeit Elektrokabel von der Isolierung zu befreien um das Kupfer frei zu legen, welches dann für Kilopreise verkauft wurde.
Arbeitstherapie war jeweils:
An Therapien hatte ich außer der Beschäftigungstherapie:
In der Maltherapie habe ich großteils gesprochen und auch Gefühlsbilder gemalt. Es war sehr anstrengend, aber es war sehr hilfreich und schön. Ich hatte die selbe Therapeutin, die ich schon in meinem ersten Aufenthalt hatte und die ich in mein Herz geschlossen habe.
Gruppentherapie verlief immer etwas anders. Zuerst wurden Neue begrüßt, Heimgänger verabschiedet und danach konnten sich zwischen 2 und 4 Leute melden um etwas zu bearbeiten. Wenn es Probleme innerhalb der Gruppe gab, dann wurden diese auch in dieser Therapie besprochen. Ging manchmal ziemlich laut und hektisch zu, aber es brachte sehr viel!
In der Entspannungstherapie bin ich immer eingeschlafen. Ich konnte immer los lassen und mich wirklich der Entspannung hingeben. Diese Therapie war immer sehr schön, weil sie zwar den Körper total runter holte von Anspannungen, Streß und so, aber sobald es Ende war holte die Therapeutin uns immer wieder so zurück, dass wir nachher wieder fähig waren zu arbeiten und nicht müde waren!
In den Einzelgesprächen habe ich sehr viel aufgearbeitet, was mir für die Gruppe zu viel, zu peinlich oder zu heftig war. Taten sehr gut die Gespräche und ich bin froh, dass ich meinem Oberarzt so vertrauen kann, dass ich jetzt ambulant auch noch zu ihm gehen kann einmal pro Woche!
Sporttherapie war immer sehr angenehm um Sorgen und Kummer vergessen zu können und mal so richtig Power zu geben. War zwar immer sehr erschöpfend aber im nachhinein immer ein gutes Gefühl!
Zum Schwimmen gehen fehlte mir leider immer der Mut. Diese Therapie war die Einzige die ich nicht wahr genommen habe. Muss aber dazu sagen, dass ich statt dessen Nordic Walking ging.
Ernährungstherapie erfolgte durch eine Diätologin, mit der ich meinen Essensplan individuell gestaltete und mehr Info's zu richtiger und kalorienreduzierter Ernährung bekam.
In der Visite wurden Medikamentenumstellung/-veränderungen besprochen, Ausgänge vereinbart, Probleme mit Patienten und/oder Personal angesprochen und die derzeitige Stimmungslage besprochen.
Im Hausparlament wurde vom Hausparlamentssprecher (dies war ich in meinen letzten 3 Wochen selber) wichtige Umstellung im Tagesablauf, die Dienstpläne für Innen- und Außendienst besprochen und Konfliktlösungsansetze, wegen dem sauberhalten der Raucherräume und dem benutzen der Küche, erarbeitet!
Nunja, alles in allem verlief immer alles ganz gut und mir ging es anfangs sehr gut, dann kam ein kurzes Therapieloch, aber dann konnte ich wirklich jeden Tag einen Fortschritt verbuchen. Es gefiel mir dort sehr gut, mir ging es auch sehr gut, ich konnte dort mein SvV abstellen, habe keine Spannungs- und Druckzustände mehr, Suizidgedanken sind Vergangenheit und die haben mich dort soweit gebracht, dass ich in 4 Wochen eine feste Anstellung antreten kann. Innerhalb der kurzen Zeit wo ich jetzt zu Hause bin habe ich eine Arbeit gefunden und sogar schon meine Stelle sicher. Das ist nun wirklich ein Schritt ins "normale" Leben und ich danke allen dafür, die mir dabei geholfen haben!!!
Akut Psychiatrie
Von 10.September 2008 bis 24. September 2008 musste ich wegen einem SvV-Rückfall und widerkehrenden Suizidgedanken in die Akut-Psychiatrie!
Der Aufenthalt erfolgt auf Station 1C, bei OA Dr.Huemer und Ass.Dr. Rasperger.
Meine Therapien waren folgende:
eDer Spaziergang vor dem Frühstück tat mir sehr gut und die ersten Tage ging ich auch brav mit, nur in den letzten paar Tagen fehlte mir die nötige Willensstärke dazu.
Hausparlament wurde geleitet von der Stationsschwester indem wir alle nötigen Info's bekamen für alle Dinge der Station.
Schwimmen ging ich Dank einer lieben Schwester immer mit und es tat mir sehr gut. Ich lernte dort, dass ich mich nicht zu verstecken habe nur weil ich mich selber nicht mag, denn die anderen haben mich so genommen wie ich bin und das positiv.
KWT war sehr gut um wieder zurück zu mir und meinem Körper zu finden. Ich erlangte meine Körperwahrnehmung wieder vollständig zurück mittels guten Übungen die einem den Körper wieder fühlen lassen.
In der Visite wurden die Medikamente eingestellt und Gespräche geführt. Kurz und bündig, aber wichtig für die nötige Stabilisierung.
In der Sporttherapie konnte ich alles loslassen, mich auspowern und meinen Elan wieder finden. Angefangen von Nordic Walking, über Hallenhockey, Stockschießen und Ballspielen war alles dabei.
In der Gruppentherapie stellten sich neue Patienten vor, die Heimgeher verabschiedeten sich und zogen Resume und es gab danach immer ein Thema von den Patienten gestellt wie zum Beispiel "Stigmata - wie gehe ich damit um".
Die Entspannungstherapie war progressive Muskelentspannung, wo ich diesmal zwar nie einschlief und nicht immer die totale Entspannung erfuhr, aber sehr förderlich zum abschalten und mal auf Standby zu gehen.
Alles in allem war es ein kurzer aber sehr guter Aufenthalt.
Stand : September 2008
Station für Rehabilitation und Soziotherapie
Pavillon 17