DIS = Dissoziative Identitäts Störung
DIS ist die schwerste Art der Dissoziation und führt dazu, dass sich mehrere Persönlichkeitsanteile bilden . Dies geschiet in der Regel durch verschiedene Traumata, in frühester Kindheit, die so schwerwiegend sind für die Person, dass sich die Person spalten muss um es ertragen zu können . Dadurch entstehen andere Persönlichkeiten die sich die Traumata "aufteilen" damit die Person überleben und weiter leben kann .
DIS wird auch noch als MPS (Multiple Persönlichkeits Störung) bezeichnet . DIS hat aber auf keinen Fall irgendetwas mit Schizophrenie zu tun wo leider oft noch irrtümlich ein Zusammenhang hergestellt wird .
Im Folgenden möchte ich ein paar fachliche Informationen zu DIS bringen .
Zahlen und Fakten
Studien ergaben Raten von sexuellem Missbrauch in der Vorgeschichte zwischen 75% und 94%; Misshandlungen liegen in der gleichen Größenordnung - oft in Kombination mit sexuellem Missbrauch .
Ursachen
Wie schon geschrieben, liegen die Ursachen in frühester Kindheit . Verschiedene Traumata machen es dem Kind schwer bis unmöglich alles zu ertragen, sodass es sich spaltet und mehrere Persönlichkeiten (Persönlichkeitsanteile) bildet um überleben/weiter leben zu können .
Die verschiedenen Traumata sind unter anderem sexueller Missbrauch, länger andauernde Vernachlässigungen und Misshandlungen, extreme Erlebnisse mit Verletzen und Toden (insbesondere wenn enge Familienmitglieder davon betroffen sind) und/oder rituelle Gewalt . In den meisten Fällen sind mehrere Faktoren ausschlaggebend für eine Dissoziative Identitäts Störung .
Diagnostische Kriterien
Patienten mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung weisen zwei oder mehr unterschiedliche Persönlichkeiten (Subpersönlichkeiten) auf, die jeweils eigene Gedanken, Erinnerungen, Verhaltensweisen und Gefühle aufweisen . Unterschieden werden 3 Arten der Beziehungen zwischen den Persönlichkeiten :
DIS weist eine hohe Komorbidität° mit anderen psychischen Störungen auf, wie z.B. zu Depressionen, Angststörungen oder auch Persönlichkeits Störungen wie der BPS (Borderline Persönlichkeits Störung) oder der Schizotypischen Persönlichkeits Störung . Dabei können die komorbiden Störungen wiederum auch eine Reaktion auf die Traumata sein . Viele Betroffene leiden auch unter einer PTBS (Posttraumatischen Belastungsstörung --- nach einer Studie von Boon und Draijer 1993 etwa 80%) .
Therapie
Es gibt wenige Therapeuten, die in der Lage sind, DIS / MPS zu erkennen . Die Therapie ist sehr langwierig und schwierig und sollte wirklich nur bei ausgebildeten Psychotraumatologen durchgeführt werden . Nicht immer kann den Betroffenen geholfen werden z.B.: Täterkontakt erschwert die Therapie oder macht sie unmöglich . Bei einer Therapie gilt es, möglichst alle einzelnen Persönlichkeiten zu erkennen und entsprechend zu behandeln .
Die am meisten angewandte Methode bei der Behandlung von DIS ist eine Kombination aus Gesprächstherapie und Integrativer Traumatherapie, bei der eine bessere Lebensqualität und Lebensweise erreicht werden kann . Sehr bewährt haben sich auch Verfahren wie z.B.: das katathyme Bilderleben (KIP), die EMDR -Technik oder die Bildschirmtechnik bei der Aufarbeitung der Traumata die nicht mehr in der Erinnerung stehen .
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