Der Collie
Herkunft von Collie
Die ursprüngliche Herkunft der Britischen Hütehunde, zu denen Collie gehören, verliert sich im dunkeln. Erst im 18. Jahrhundert gab Buffon eine genaue Beschreibung des Collies, des schottischen Schäferhundes.
Um 1850 stieg der schwarz-weiße Arbeitscollie, auch Border Collie genannt, in die Ebene herab. Erfahrene englische und schottische Züchter nahmen sich seiner an und schufen den Typ des heutigen Collies. 1870 erschien der erste Collie auf einer Ausstellung in Birmingham. 1871 trat »Old Cocki« in Erscheinung, der als Urvater aller Collies gilt. Er war sehr massiv, etwas kurz und gedrungen, hatte einen breiten Oberschädel, zugleich aber das lange weiße Brusthaar in Fülle und eine Halskrause. Aber schon in der vierten Generation bildete sich mit dem Urenkel »Metchley Wonder« der heutige Typ heraus, der im Laufe der Jahrzehnte praktisch unverändert blieb. Seinen Namen hat der Collie von den Schafen, die er in Schottland hütete. Diese Schafe mit schwarzen Gesichtern und Beinen werden Colleys genannt; ihre Hütehunde waren die Colly Dogs, ein Name, der sich später in Collie abwandelte. Es gibt Langhaar-Collies und Kurzhaar-Collies, und zwar in verschiedenen Farben: gelbweiß, gelbschwarzweiß, tricolour genannt, und bluemerle, eine Farbvariation, die man auch Blauschimmel nennt. Rein weiße Collies, die in Amerika gestattet sind, werden bei uns nicht anerkannt. In Deutschland wird der Collie fast ausschließlich als Wach- und Begleithund gehalten.
Der Collie, der schon durch ein imponierendes Äußeres auffällt, ist ein stolzer Hund, der eine gewisse Distanz hält, seinem Herrn aber bis zum letzten ergeben ist. Der Collie ist sehr treu und zuverlässig. Gern hütet er die Kinder und paßt auf das Haus auf.
Eine weitere angenehme Eigenschaft des Collies: Er ist kein Raufer und geht nicht auf die Jagd. Er braucht nicht mehr Pflege als jeder andere Hund und ist auch sehr gut in der Stadt zu halten.
Langhaariger Collie etwa um 1900.
Der Collie ist ein Haus- und Familienhund wie man ihn sich wünscht. Er darf sich zu den treuesten und intelligentesten Hunden zählen. Er verkörpert Schönheit und Eleganz. Durch seine Kinderfreundlichkeit und Treue zur Familie zeichnet er sich stets als Kamerad und Bewacher aus. Allerdings stellt er dafür den Anspruch, ein integriertes Familienmitglied zu sein. Eine isolierte Zwingerhaltung würde er sehr verübeln.
Diese positiven Eigenschaften und sein imposantes Erscheinungsbild ließen den Collie schon um die Jahrhundertwende in die Herrschaftshäuser Englands Einzug halten. Er wurde bald zu einem der beliebtesten Gesellschaftshunde der ganzen Welt. Ebenso wurde der Collie früher wegen seiner guten Eigenschaften verstärkt als Melde-, Sanitäts- und Rettungshund eingesetzt.
Durch die Fernsehserie "Lassie “ entstand ein eigenes Bild des Collies, geprägt durch den Filmhund in Aussehen und Verhalten. Somit ist es auch nicht verwunderlich, daß heute Collies in Größe, Fellanlage und Ausdruck von diesem amerikanischen Fernseh-Collie abweichen und die im Film etwasüberzogene Intelligenz wohl nicht in vollem Maße erwartet werden sollte.
Pflege:
Entgegen vieler Erwartungen ist der Collie kein pflegeintensiver Hund. Es reicht, wenn man ihn alle 14 Tage kräftig durchbürstet und darauf achtet, daß er nicht verfilzt, wozu er, manchmal hinter den Ohren und an den Läufen, neigt. Die Freude am Bürsten unter anschließend duftiger Haarpracht verleiten die Besitzer eher dazu, den Hund zu oft zu bürsten. Deshalb sieht man viele ausgekämmte Collies mit glänzendem Schlichthaar. Doch ein wesentlicher Bestandteil zum Schutze vor Kälte und Feuchtigkeit ist die dichte, pelzige Unterwolle, die nicht ausgekämmt werden sollte.
