Zwerg-Pudel Pit
Er zitterte und war so klein,
er war noch nicht ganz stubenrein,
als er im Auto auf dem Schoß,
ängstlich um sich schaute bloß.
Erwartungsvoll sah er uns an,
ein neues Leben nun begann.
Ich spitzte vorsichtig den Mund,
und küsste unseren kleinen Hund.
Alles drehte sich um Pit,
jeden Schritt machte er mit.
Wir kauften Körbchen groß und fein,
das allerbeste sollte es sein.
Kissen, Decke, beste Güte,
Klingelspiel für das Gemüte.
Ein Teddybär noch oben drauf,
der Einkauf hörte nie mehr auf.
Dann überlegten wir zu Haus,
wie sehen unsere Nächte aus?
Wir stellten Körbchen auf den Flur,
blieben eisern, blieben stur.
Wir wollten unsern Hund erziehen,
vor Verantwortung nicht fliehen.
Also kam die erste Nacht,
die hat uns lächerlich gemacht.
Um den Zustand zu verschlimmern,
hörten wir das kleine Wimmern.
Sprangen aus dem Bett synchron,
was passierte? Ratet schon.
Wir erhielten unsern Schliff,
der Pudel hatte uns im Griff.
Er steuerte auch unser Leben,
konnte uns viel Liebe geben.
Wir ließen ihn niemals allein,
er musste immer bei uns sein.
In Österreich auf höchsten Berg,
war pudelwohl der kleine Zwerg.
Sind wir einmal krank gewesen,
konnten wir auch schnell genesen,
denn dieser treue Hundeblick,
gab uns Gesundheit schnell zurück.
Nach 13 Jahren kam der Tag,
an den ich nicht gern denken mag.
Der Hund sah krank und traurig aus,
wir fuhren schnell ins Krankenhaus.
Der Hund hing eine Nacht am Tropf,
dann schüttelte der Arzt den Kopf.
Vergessen werd ich nicht den Blick,
Pit wollte doch zu uns zurück.
Die Spritze dann zum Gnadenbrot,
brachte unserm Hund den Tod.
Wir nahmen ihn noch in den Arm,
hielten ihn noch einmal warm.
Im Auto auf dem Lieblingsplatz,
fuhren wir mit unserm Schatz,
zum letzten mal zu uns nach Haus.
Auf seinem Grab ein Blumenstrauß.
Ich könnte viel von Pit erzählen,
doch will ich mich nicht länger quälen.
Ich merke deutlich und sehr krass,
meine Augen werden nass.
© Bernd Rosarius
Abschied von einem Freund
Ein Abschied fällt wie immer schwer,
Doch diesen Freund vermiss ich sehr.
Er war für mich und den Kollegen,
als Mensch, ein wahrlich reicher Segen.
In all den vielen langen Jahren,
habe ich auch viel von ihm erfahren.
Er war humorvoll und galant,
er war als Komiker bekannt.
Er konnte täglich aus dem Stand,
spaßig sein mit lockerer Hand.
Auch ernstes war ihm selbst nicht fremd,
er sprach es an, ganz ungehemmt.
Ich brauchte oftmals seinen Rat,
er kam sofort und stand parat.
Er war schon länger Pensionär,
die letzten Jahre waren schwer.
Wir wollten vieles noch erleben,
das Schicksal hatte was dagegen.
Er ist fort, ich glaub es nicht,
mir fehlt sein strahlendes Gesicht.
Doch eines will ich ihm gern schenken,
ein unauslöschbares Gedenken.
© Bernd Rosarius

Die Tropfsteinhöhle
es tropft und tropft in aller stille
es tropft und tropft auf eine stelle
was im dunkeln sich vollzieht
der mensch im schwachen lichte sieht.
und so tret`ich langsam vor
durch des berges weites tor
in den höhlen naß und kalt
ein echo tausendfach erschallt.
dann können wir gebilde sehen
die hier seit tausend jahren stehen
und wir werden uns bemühen
um das spiel der phantasien.
dort ein könig,dorten pferde
dort ein schaf in seiner herde
dort ein schloß davor ein teich
und daneben steht zugleich
ein soldat mit dem gewehr
doch es gibt noch vieles mehr
in der phantasienwelt
sind grenzen nicht dahingestellt.
die gebilde sind aus stein
sie wachsen stetig von allein
weil das lose wasserkleid
ertränket hat hier jede zeit.
wer stellt diese welt infrage
die so naß und unter tage
sich vollzieht in der natur
der mensch indes bleibt kreatur.
© Bernd Rosarius
Flug der Sehnsucht
Die Wolke trägt die Sehnsucht fort.
Ich muss jetzt daran denken.
Wohin, zu welchem schönen Ort,
wird sie das Schicksal lenken?
Ist es das Paradies auf Erden?
In einem weit entfernten Land?
Wo man glücklich könnte werden,
wäre dieses Land bekannt?
Oder trägt die Wolke sich,
und meine Sehnsucht weit hinaus.
Sie wird finden sicherlich,
Ruhe in einem fremden Haus.
Ich schau der Wolke hinterher,
die Sehnsucht winkt ein letztes mal,
dann bleibt der Himmel öd und leer.
Ich fall zurück ins Jammertal.
Dann schau ich weit zum Firmament,
sehe ein Wölkchen klein und fein.
Ich spüre wie die Sehnsucht brennt
Jetzt möcht ich gern ein Flieger sein.
© Bernd Rosarius