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Gedichte3


Freiheit des Fliegens
 
Des Menschen Wunsch war eh und je
sich zu erheben in die Höh'
im Himmel auf der Wolke liegen
und durch das Meer der Meere fliegen.
  
So ganz allein aus eigener Kraft
die Technik hat es längst geschafft.
Mein Vater flog zu einer Zeit
da war der Fortschritt nicht so weit.
  
Man flog am Himmel kreuz und quer
in jeder Höhe hin und her
heute fliegt man mit Gerät
wo alles automatisch geht.
  
Ferngesteuert, ferngelenkt
die Hände hinterm Kopf verschränkt
wird nur in Sicherheit geflogen
Computerfachmann ist man oben.
  
Der Luftraum ist gestaffelt dicht
Flug genießen kann man nicht
mit Funksprech auf dem Gleitenphad
hängt man unsichtbar am Draht.
  
Der Luftraum ist so eng und klein
man ist schon längst nicht mehr allein
so bleibt auch für mein Traum
in dieser Zeit ganz wenig Raum.
  
Hoch im Norden, tief im Süden
kann man noch richtig sportlich fliegen.
Ideal das Wetter, mir ist wohl
die Sicht reicht heute von Pol zu Pol.
  
Das kleine Ding so leicht und flach
mit einem Propeller, Plastikdach
steht auf der Wiese mit bedacht
ich hab es gerade flott gemacht.
  
Der Check ist allemal richtig
Flugvorbereitung ist sehr wichtig
ich steige ein das ist grandios
jetzt geht das Fliegen richtig los.
  
Der Motor läuft, die Latte dreht sich
mein Herz schlägt schnell, jetzt bin ich glücklich
dem Tower ist mein Start bekannt
ich halt den Knüppel in der Hand.
  
„Ready take off“ ruft es zurück
für ihren Flug wünsch ich viel Glück,
ich rolle bis zur Piste dann
schieb' Hebel rein, zieh Knüppel an,
  
Geschwindigkeit ist jetzt erreicht
den Knüppel an die Brust und gleich
hebe ich vom Boden ab
schau aus dem Fenster, sehe hinab
  
alles unter mir wird klein
ich bin tatsächlich jetzt allein
zum erstenmal fühl ich mich frei
alle Zwänge sind vorbei.
  
Ich werde meine Kreise ziehen
der Masse unter mir entfliehen
Freiheit, Freiheit die ich meine
hier finde ich sie ganz alleine.
  
Ich lande erst wieder am Hang
wenn leergeflogen ist mein Tank
bis dahin Mensch, leb wohl, mach's gut
ich komme wieder wenn's nötig tut.
  
jetzt aber Freunde ach
fliege ich den Vögeln nach.
 
 
 
Heute ist ein schöner Tag
 
Mein Gott, wie ist das Wetter schön,
jetzt ganz schnell nach draußen gehen,
eine Stunde bitte nur,
spazieren gehen in der Natur.
Atme Frische in die Lunge,
spüre Sand auf meiner Zunge.
Schau wie fest die Sonne steht,
und nur ein laues Lüftchen weht.
Also lauf ich schnell hinaus,
aus dem dunklen Treppenhaus.
Ich spazier die Straße lang,
sehe einen Mann am Hang,
der die Sense fröhlich schwingt,
das Lied der Klinge zu mir dringt.
Auch der Eismann ist schon da,
den ich gestern noch nicht sah.
„Drei Kugeln bitte“, ruf ich laut,
er winkend zu mir rüber schaut.
Ich gehe weiter mit dem Eis,
grüße fröhlich noch Frau Zeiss
Und die Vöglein haben sacht,
mir ein Ständchen dargebracht.
Ich lauf weiter ganz entspannt,
sehe Graffiti an der Wand.
Sehe viele Menschen laufen,
Hunde die vergnüglich raufen.
Grünes Gras und warmes Herz,
spüre heute keinen Schmerz.
Dieser Tag hat Spaß gemacht,
jeder hat mich angelacht.
 
© Bernd Rosarius
 
 
 
Schön ist es im Birkental
 
Ich lieg im Bett und bin noch wach,
das Schlafen fällt mir schwer,
ich liege danieder matt und brach,
und zähle Schäfchen immer mehr.
Vielleicht ist es der Straßenstaub,
Nikotin und Alkohol,
meine Ohren sind fast taub,
meine Wangen grau und hohl.
Vielleicht ist es auch Stress und Sorgen,
überall der Städte Krach,
das ich fast schon bis zu morgen,
denken muss darüber nach.
Ich trau mich nicht daran zu denken,
was wohl wäre, was nicht ist,
wenn sich erst die Nebel senken,
weis ich schon was ich vermiss.
Die Augen sind nun fest geschlossen,
schwer drücken meine Lider.
Tränen sind genug geflossen,
ich weine jetzt nie wieder.
Ich sehe jetzt sogar im Traum,
das was ich täglich sehen muss,
hier bei mir im kleinen Raum,
kommen Bilder rasch in fluss.
Wie sich die Bilder gleichen,
wie fest sie mich mit einbeziehen,
ich erkenne ihre Zeichen,
und kann nicht vor ihnen fliehen.
Ich sehe strahlend blau den Himmel,
warmer satter Sonnenschein,
auf der Wiese einen Schimmel,
und ein Storch auf einem Bein.
Ich sehe ein reiches Blumenmeer,
kleine Tümpel, kleine Seen,
Schmetterlinge ringsumher,
und warme Winde sachte wehen.
Ja, es scheint ein Tal zu sein,
von hohen Bäumen stolz umringt.
Birken stehen in Zweierreihen,
und die weiße Rinde blinkt.
Welches Bild, welch eine Pracht,
welch wunderschönes Birkental.
Wer hat dieses Tal gemacht,
ich durchquere es einmal.
Unberührt ist die Natur,
reines Wasser tränkt das Gras.
Ich bestaune die Kultur,
wie durch starkes Brillenglas.
Doch was nützt es allemal,
zwecklos ist`s sich satt zu sehen,
ich muss aus dem Birkental,
in die Wirklichkeit nun gehen.
Ich bin täglich guter Dinge,
warte auf das Schwarz der Nacht,
hoffe das es mir gelinge,
das ich werde hingebracht,
in mein schönes Birkental.
Ich werde euch von drüben schreiben,
denn ich möchte nun einmal,
dort eigentlich für immer bleiben.
 
© Bernd Rosarius
 
 
Was ich mag
 
Es gibt paar Dinge die ich mag,
den Müßiggang am Wochentag.
Etwas Arbeit dann und wann,
immer schlafen wenn ich kann.
Hobbys viele an der Zahl,
möglichst alle auf einmal
und mit barem Geld versehen,
die Jahre so zu überstehen.  
So stell' ich mir das Leben vor,
doch der Träumer bleibt ein Tor.
 

 

 

 



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