Magisches Theater, Eintritt nicht für jedermann, nur für... Verrückte


Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist. (Douglas Adams)

 


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BIOKUNSTSTOFFE

  

Als Biokunststoff oder auch Bioplastik werden Kunststoffe (wie Thermoplaste, Elastomere, oder Duroplaste) bezeichnet, die ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen (Stärke, Öle usw.) erzeugt wurden. Durch den chemischen Prozess des Crackens und erneute Polymerisation ist man heute in der Lage, Molekülketten herzustellen, die vergleichbare Eigenschaften besitzen, wie die auf Erdölbasis. Mögliche Ausgangspflanzen sind z.B. Mais oder Zuckerrüben. Der große Vorteil der meisten Biokunststoffe ist, dass sie unter geeigneten Bedingungen in einem Zeitraum von ca. 8-12 Wochen vollständig abgebaut werden. Die Firma Dincertco beschäftigt sich mit der Zertifizierung der Abbaubarkeit von Biologischen Kunststoffen. Bei der Herstellung können die Materialeigenschaften von Biokunststoffen aber auch so modifiziert werden, dass sie beständig sind.

Kunststoffe werden heute überwiegend aus Erdöl hergestellt. Vor allem der weltweit steigende Energiehunger und Kraftstoffdurst aber auch politische Instabilität in den Förderländern haben den Preis für Rohöl in den letzten Jahren kräftig steigen lassen. Mit einem dauerhaft günstigen Ölpreis auf dem Niveau der 1990er Jahre ist in Zukunft nicht mehr zu rechnen. Vor diesem Hintergrund werden nachwachsende Rohstoffe zu einer echten Alternative auch für die Kunststoffbranche.

Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften stellen Biokunststoffe zumindest in einigen Bereichen eine echte Alternative zu herkömmlichen, fossilen Kunststoffen dar. Aussagen über die Potenziale von Biokunststoffen sind stark davon abhängig, ob es gelingt, mit positiven Rahmenbedingungen das Interesse der Kunststoff erzeugenden Industrie an Biokunststoffen verstärkt zu wecken.

Vor allem in der Verpackungsindustrie und im Gartenbau bzw. der Landwirtschaft scheinen gute Voraussetzungen gegeben zu sein, diese Arten von Kunststoffen in Zukunft einsetzen zu können.

  Potenzial für Biokunststoffe in Europa (Schätzung von COPA und COGECA, 2001):

  • Catering 450.000 t/a

  • Biomüll-Säcke 100.000 t/a

  • bioabbaubare Mulchfolien 130.000 t/a

  • bioabbaubare Folien für Windeln 80.000 t/a

  • Windeln, vollständig aus BAWs 240.000 t/a

  • Leichtverpackungen 400.000 t/a

  • Gemüseverpackungen 400.000 t/a

  • Komponenten für Fahrzeugreifen 200.000 t/a

  • Gesamt 2.000.000 t/a

Es werden folgende Kunststoffarten beforzugt verwendet:

  • Stärke und Stärkeblends
  • Polymilchsäure (PLA)
  • Polyhydroxybuttersäure (PHB)
  • Celluloseacetate

   

Marktanteile verschiedener Bio-Kunststoffe / Biologisch Abbaubare Werkstoffe (BAW):

  •  74,5% Stärke und Stärkeblends (TPS)

  •  13,0% PLA, Cellulose

  •  12,5% petrochemische BAW

 


 

HERSTELLUNG

 

Es können prinzipiell drei zur Zeit marktrelevante Produktionsprozesse zur Herstellung von Bio-Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen unterschieden werden (Kaup 2002, Lörcks& Wenig 2003):

Fermentation

Derartige Polymere entstehen aus chemischen Reaktionen in einer Massenkultur von Mikroorganismen – in der Regel mit Glucose, Dextrose oder Saccharose. Typische thermoplastische Polymere auf Basis von fermentativen Prozessen sind die Polymilchsäure (PLA = Poly-Lactid-Acid) oder Polyhydroxyalkanoate (PHA) als auch Polyhydroxyfettsäuren (PHF) wie Polyhydroxybutyrat (PHB) oder Polyhydroxyvalerat (PHV). Das Eigenschaftsprofil dieser Bio-Kunststoffe ist sehr stark einstellbar, zäh oder viskos, schnell abbaubar oder über Jahre funktionsfähig. Das durchsichtige PLA gleicht herkömmlichen thermoplastischen Massenkunststoffen nicht nur in seinen Eigenschaften, sondern lässt sich auch auf den vorhandenen Anlagen ohne weiteres verarbeiten.

 FERMENTER

Compounding

Bei diesem Verfahren wird Stärke mit verschiedenen Additiven vermischt und anschließend unter Hitze und Druck plastifiziert. Es entstehen sog. Thermoplastische-Stärke-Blends (TPS), bei denen der eigentliche Stärkeanteil stark variieren kann und im Durchschnitt bei ca. 50%liegt. Blends und Compounds werden maßgeschneidert für die weitere Verarbeitung in der Kunststoff verarbeitenden Industrie hergestellt. In Granulatform verfügbar, können sie auf den vorhandenen Anlagen zu Folien, tiefziehbaren Flachfolien, Spritzgussartikeln oder Beschichtungen verarbeitet werden. Beispiele dafür sind Tragetaschen, Joghurt- oder Trinkbecher, Pflanztöpfe, Besteck, Windelfolien, beschichtete Papiere und Pappen.

 TAUMELMISCHER

Extrusion

Dieses Verfahren zeichnet sich im Vergleich zur Fermentation bzw. zur Compondierung durch kurze Prozessketten aus. Ausgangsstoffe wie Maismehl oder Altpapier (oder andere Cellulose) werden mit Wasser versetzt, erhitzt und durch Düsen gepresst (Extrusion). Hierdurch schäumt der entweichende Wasserdampf die Maismehl- bzw. Cellulosemasse auf und es entsteht ein flexibles Produkt mit ca. 90% Luftanteilen. Derartige Bio-Kunststoffe sind gut geeignet für Verpackungsmaterialien wie z.B. Verpackungschips (Loose-fill).

EXTRUDER

 


 

EIGENSCHAFTEN, EINSATZ UND VERARBEITUNG

 

Mit einem Marktanteil von etwa 80 Prozent bildet thermoplastische Stärke den derzeit wichtigsten und gebräuchlichsten Vertreter der Biokunststoffe. Charakteristisch für die Stärke ist, dass ihre Kristallstruktur verschwindet, wenn die Körner in einer wäßrigen Aufschlämmung erhitzt werden. Die Temperatur, bei der dies geschieht, heißt Verkleisterungstemperatur (bei Maisstärke liegt diese bei 62 - 72 °C). Je nach Verdünnung wird dabei aus der Aufschlämmung eine hoch viskose Lösung oder ein Gel (Stärkekleister). Als Naturprodukt sind die Stärken, sowohl was ihre Morphologie als ihre Zusammensetzung betrifft, heterogen. Die eigentliche Stärke setzt sich aus den Komponenten Amylose und Amylopektin zusammen. Bei der Herstellung der Stärke wird das pflanzliche Rohprodukt zerkleinert und gemahlen und in der Regel in Wasser aufgeschlämmt. Durch Filtrieren, Zentrifugieren, Flotieren werden die verschiedenen Bestandteile abgetrennt. Die Komponenten sind neben Schalenanteilen und Schmutzpartikeln: Stärke, Protein, Fasern und bei den Getreiden die ölhaltigen Keime. Durch Compoundieren mit einer geringen Menge an synthetischen Polymeren ( z.B.Polyvinylalkohol, Polyester) kann verhindert werden, dass beim Verdampfen von Wasser aus einer gelatinisierten Stärke Teile derselben rekristallisieren. Es entsteht so eine thermoplastisch verformbare, nur geringfügig kristalline Stärke. Reine Stärke besitzt die Eigenschaft Feuchtigkeit zu absorbieren und wird deshalb vor allem im Pharmabereich zur Erzeugung von Medikamentenkapselhüllen eingesetzt. Um Stärke auch Thermoplastisch verarbeitbar zu machen, werden ihr natürliche Weichmacher und Plastifizierungsmittel wie Sorbitol und Glycerin hinzugefügt. Diese Zusatzstoffe ermöglichen durch variierbare Dosierung eine spezifische, dem Verwendungszweck entsprechend angepasste Veränderung der Materialeigenschaften der sogenannten thermoplastischen Stärke. Die Hauptvorteile dieser Stärkeprodukte sind ihre Verformbarkeit mit herkömmlichen Maschinen der Kunststoffverarbeitung (Spritzguß, Extrusion, Blasformen etc.) und die Bioabbaubarkeit der Produkte. Verpackungen aus geschäumter, thermoplastischer Stärke können das geschäumte Polystyrol vollwertig ersetzen und können anschließend verfüttert werden.

Eigenschaften des thermoplastisch verarbeitbaren Bio- Kunststoff BIOPLAST 105 von BIOTEC

Spritzgießen und Flachfolienanlagenverarbeitung

Charakteristik Richtwert Einheit Prüfmethode

Korndurchmesser 3,0 –4,0 mm Schieblehre

Schmelzedichte 1,0 –1,2 g/cm³ DIN 53735

Dichte 1,1 –1,3 g/cm³ DIN 53479/A

Schüttdichte 750 –830 kg/m³ DIN 53466

MFI (190°C, 2,16 kg) 3 –11 g/10 min DIN 53735

Wassergehalt < 0,5 % Prüfanweisung BIOTEC

Vicat-Erweichungstemperatur (VST A/50) ca. 65 °C DIN 53460

Zugfestigkeit –längs (23°C, 50 % r.F.) 20 –50 N/mm² DIN 53455

Zugfestigkeit –quer (23°C, 50 % r.F.) 20 –50 N/mm² DIN 53455

Dehnung bei Höchstkraft –längs 100 –900 % DIN 53455

Dehnung bei Höchstkraft –quer 100 –900 % DIN 53455

Wasserdampfdurchlässigkeit 70 –90 g/m²·d DIN 53122 Teil 1

- ist vollständig biologisch abbaubar

- ist beständig gegen Öle, Fette, Benzin und Wasser

- ist mit Flexo- und Offsetverfahren ohne Vorbehandlung bedruckbar

- weist eine Steifigkeit zwischen LDPE und PET auf

- ist schrumpfbar

- ist zum Laminieren von Papier sehr gut geeignet

- ist zum Laminieren von Papier- u. Fasergussschalen sehr gut geeignet

- besitzt eine gute Wasserdampfbarriere

- ist über Master-Batches einfärbbar

- ist transparent

 - kurzlebige Verbrauchsgüter

- Filmcoating für Stärkeschaum- und Fasergussschalen

- Einwickelpapierersatz für Lebensmittel

- Verpackungen

- Tragetaschen, Knotenbeutel

- Schrumpffolien

- Etiketten und Banderolen

- Raschelsäcke

- Wurzelnetze

 

Anwendung: Bänder, Becher, Bestecke, Beutel, Blumenschalen, Boxen, Einwickelpapiere, Fäden, Folien, Gartenbaufolien, Geschirre, Gesteckhalter, Golftees, Kantenschützer, Kerzenhüllen, Netze, Pflanztöpfe, Säcke, Technische Folien, Tragetaschen, Trays, Trinkhalme, Verpackungen, Verpackungsfolien, Versandhüllen

Die Angaben sollen nur als Beispiel der Einsatzmöglichkeiten von BioKunststoffen dienen.

Forschung und Entwicklung

Besteck Clips Blasfolien

 

 


BIOLOGISCHE VERTRÄGLICHKEIT
 

 

 


 

 

 

Es ist endlich soweit

Stardust@Home startet am 01/08/2006

Stardust@Home - Stardust Search

Virtual Microscope Training

We announce the launch of the Stardust@home project. Data will be available starting at 11 am Pacific Daylight Time (1800 GMT),
Tuesday, August 1, 2006.

To participate, please point your browser at:

http://stardustathome.ssl.berkeley.edu/

http://stardustathome.ssl.berkeley.edu/ss_findingsd_2.php

Continue to the test >>

The Planetary Society Take the online tour UC Berkeley 

 Supernova Remnant N 63A Menagerie The Cat's Eye Nebula: Dying Star Creates Fantasy-like Sculpture of Gas and Dust Gas Plume Near the Edge of the Orion Nebula

http://hubblesite.org/

Die US-amerikanische Regierung hat der Weltraumbehörde Nasa und der Klimaforschungsbehörde NOAA nach Ansicht des Fachjournals "Science" in Klimafragen einen Maulkorb verpasst. Die staatlichen Forscher stünden unter dem Druck der Bush-Regierung, mit Washingtons umstrittener Klimapolitik kollidierende Daten zurückzuhalten, schreibt der Chefredakteur des bedeutendsten US-amerikanischen Wissenschaftsjournals, Donald Kennedy, in einem Kommentar seines Blatts. Quelle: 3-sat/nano 22/02/2006

 

Der Flugpionier Bertrand Piccard will 2009 als erster Mensch mit einem Solarflugzeug die Erde umrunden. Was sich einfach anhört, ist eine gewaltige wissenschaftliche und technische Herausforderung für die 60 Spezialisten in diversen Forschungslabors. Erste Probeflüge sind für 2008 geplant. 2010 soll dann der Flug rund um die Welt, mit Zwischenlandungen auf jedem Kontinent beginnen. Piccard will sich die Etappen mit zwei Piloten teilen, denn "Solarimpulse" muss fünf Tage und fünf Nächte am Stück fliegen. Quelle: 3-sat/nano 22/02/2006 Good Luck

   

Erster Hybrid-Rennwagen bei Langstreckenrennen

Vom 15. bis 16.7.2006 fand auf der Insel Hokkaido (Japan) das 24-Stundenrennen von Tokachi statt. Lexus trat mit einem GS450h an. Dies war das erste Mal, das ein Hybridfahrzeug mit Werksunterstützung an einem 24-Stundenrennen teilnahm.

Der GS450h belegte den 17. von 33 Plätzen. Die gute Mittelfeldposition sorgte bei Lexus für Jubel. Scott Grant, der australischen Lexus-Importeur, lobte: "Der GS450h ist wahrhaft ein Rennauto".

"Unser Auto hat viele Benzinrenner hinter sich gelassen. Man könnte sagen, der GS450h ist wie gemacht für die Rennstrecke", sagte er über die Leistung und das Drehmoment.

  Quelle:  www.auto-motor-und-sport.de oder http://lexus.jp/models/gs/


Die Herausforderung     Around the world     Solar- Impulse     Gochermann      World Solar Challenge       Foliensatz [Erneuerbare Energieen PowerPoint, 400KB] 

 

Ein Neurologe fotografiert Gott

Der Neurologe Andrew Newberg versucht in Pennsylvania die Präsenz Gottes zu fotografieren. Dazu lädt er Gruppen unterschiedlichster Religionen zur Meditation ein. Beim Höhepunkt der Meditation injiziert er einen Isotopenindikator, um die Hirnaktivitäten aufzunehmen. Dabei hat er festgestellt, daß Teile des Gehirns in dieser Phase inaktiv sind: 'Das bewirkt ein Verschwimmen der Grenzen zwischen dem Selbst und der Welt'. Die Forscher der Universität hoffen, eine Gemeinsamkeit zwischen allen Religionen zu finden.   Quelle:  www.rp-online.de

Neurotheologie- die neurowissenschaftliche Erforschung religiöser Phänomene, entwickelt sich gegenwärtig zu einem boomenden Zweig der Hirnforschung mit rasch wachsender Popularität. Neben Andrew Newberg bestimmen dabei vor allem die Beiträge von Vilaynur S. Ramachandran und Michael Persinger diese Diskussion. Der Neuropsychologe Ramachandran ist mit Untersuchungen zur sogenannten Schläfenlappen-Persönlichkeit bekannt geworden, in deren Zentrum die schon seit langem bekannte Korrelation spezifischer Formen der Epilepsie mit extremen Erscheinungen von Religiosität stehen. Die eindeutige Lokalisierbarkeit der von der Schläfenlappen-Epilepsie betroffenen Hirnregionen hat Ramachandran zu der Mutmaßung veranlasst, dort den Sitz des "Gott-Moduls" im menschlichen Gehirn gefunden zu haben. Auf den Nachweis einer spezifischen Korrelation von religiösem Bewusstsein und Gehirnaktivität in den Schläfenlappen zielen auch die Experimente von Persinger, der mit Hilfe transzerebraler Magnetsimulation bei seinen Probanden religiöse Erfahrungen zu stimulieren versuchte. Damit scheint die neuronale Basis für jene inneren Erlebnisse identifiziert, von denen die Mystiker unterschiedlichster religiöser Traditionen berichten: ozeanische Gefühle der Versenkung, Entgrenzung und Aufhebung des Ich und des eigenen Körpers, Erfahrungen der Einheit mit einer größeren, umfassenden Wirklichkeit. Alle diese Erlebnisse erscheinen nun verständlich und erklärbar als Resultat einer durch Meditation selbst induzierten Deaktivierung des Orientierungsfeldes im posterioren superioren Parietallappens.

    

Das Gottesmodul

Der Begriff Gottesmodul wurde von dem amerikanischen Neuropsychologen V. S. Ramachandran als Slogan für ein bestimmtes Hirnareal im Bereich der Schläfenlappen geprägt. Dieses Hirnareal zeigt bei Menschen in tiefer religiöser Versenkung eine erhöhte Hirnaktivität (Glukose-/Sauerstoffverbrauch) an. Diese Gehirnaktivität kann zum Beispiel mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in reproduzierbarer Weise sichtbar gemacht werden. Nach den bisherigen Erkenntnissen macht es dabei keinen Unterschied, ob es sich zum Beispiel um meditierende buddhistische Mönche oder etwa um ins Gebet versunkene katholische Nonnen handelt.

Diese Ergebnisse sind jedoch wissenschaftlich nicht unbestritten. Bis vor kurzem war nicht sicher, was mit der PET oder MRT gemessen wird, da diese Verfahren die Nervensignale nicht direkt registrieren. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass die Änderungen im Fluss des sauerstoffbeladenen Blutes ein direktes Abbild der Nervenaktivität sind (Nature, Bd. 412, S. 150, 2001). Was auf dem Tomogramm aufleuchtet, hat demnach tatsächlich direkt mit der Verarbeitung von bestimmten Reizen oder z.B. dem Lösen einer Aufgabe zu tun.

Die evolutionäre Entwicklung eines solchen Gehirnareals wird derzeit im Darwinschen Sinne üblicherweise damit erklärt, dass die Religion die soziologische Bindung innerhalb einer Gruppe stärken und als Abgrenzung dieser Gruppe gegen konkurrierende andere Gruppen dienen konnte, so dass die Entwicklung eines für religiöse Erfahrungen zuständigen Hirnbereichs einen Selektionsvorteil bedeutete.

Nach dem kanadischen Neurologen M. Persinger (MD) kommt es bei einer Aktivierung dieses Gehirnareals mittels transkranieller Magnetstimulation zu individuell unterschiedlichen, doch sehr oft auch tiefreligiösen Erlebnissen. Für bestimmte Arten von epileptischen Anfällen wird für den Bereich des Gottesmoduls eine erhöhte Aktivität nachgewiesen, die dann mit transzendentalen Erfahrungen, Erleuchtungserlebnissen und dergleichen einhergeht.

Vergleichende psychologische Studien zur Vererbbarkeit der Religiosität ergaben eine etwas höhere Korrelation (R=0.62) der ausgeübten Religion zwischen eineiigen Zwillingen im Vergleich zur Korrelation der ausgeübten Religion zweieiiger Zwillinge (R=0.42) im Erwachsenenalter (z.B. Journal of Personality 2005 Apr;73(2):471-88).

Nach traumatischen Gehirnschädigungen oder in Folge von Gehirn-Operationen kommt es zu einer durchschnittlichen Zunahme der religiösen Ausrichtung des betroffenen Individuums (Arch Phys Med Rehabil. 2000 Jun;81(6):817-23; Am J Occup Ther. 1994 Mar;48(3):241-6; Neurochirurgie. 1992;38(6):381-4). Im Falle von Altersdemenz (z.B. Alzheimer-Krankheit) darf nicht von einer verminderten Spiritualität/Religiosität des betroffenen Patienten ausgegangen werden (Nurs Older People. 2005 Jun;17(4):39; J Health Care Chaplain. 1999;8(1-2):45-57; Disabil Rehabil. 1997 Oct;19(10):435-41). Weiterhin gibt es Untersuchungen zur veränderten Funktion des Temporallappens nach Nahtodeserlebnissen. Individuen, die solche Erfahrungen hatten, unterscheiden sich demnach physiologisch von der allgemeinen Population (Psychol Sci. 2004 Apr;15(4):254-8).

Die Diskussion um das sogenannte Gottesmodul umfasst ein breites Spektrum von Meinungen. Manche Wissenschaftler sehen Gott als ein evolutionär entwickeltes „Hirngespinst", andere glauben, dass Gott den Menschen im Schöpfungsprozess mit einem Gehirn ausgestattet habe, das es ihm überhaupt erst ermöglicht, Gott in den von ihm selbst gesetzten Grenzen erfahren zu können.

 

DIE ZEIT

Wo ist Gott

Hirnforscher erklären religiöses Erleben. Sie wollen den Glauben im Zentrum des Organs gefunden haben

Ulrich Schnabel

Die einschneidendste Erfahrung ihres Lebens machte Eleanor Rosch, als sie zum Totenbett ihres tibetischen Meisters gerufen wurde. Kaum hatte die Kognitionspsychologin den Raum betreten, in dem der wenige Tage zuvor gestorbene Lama aufgebahrt worden war, spürte sie eine intensive geistige Präsenz, die von dem toten, in Meditationshaltung sitzenden Körper ausging. "Es war, als ob der Geist von seiner leiblichen Hülle befreit wäre und umittelbar zu uns spräche", erinnert sich Rosch. Sie hätte die Gegenwart ihres Lehrers stärker als je zuvor gespürt - "als sei der Körper nur ein Filter gewesen, der plötzlich weggefallen ist."

Eine Esoterikerin kann man Eleanor Rosch nicht gerade nennen. Die zierliche Dame ist Professorin an der University of California in Berkeley, hat dort das Programm der Kognitionsforschung mitbegründet und ein viel beachtetes Buch über Hirnforschung geschrieben.

Ihr kleines Büro an der amerikanischen Elitehochschule wirkt ebenso nüchtern wie die Räume ihrer Kollegen: Schreibtisch, Computer und Regale voller wissenschaftlicher Fachpublikationen. Doch parallel zu ihrer Forschung praktiziert sie seit Jahren tibetischen Buddhismus und versucht, diese Erfahrung mit ihrem wissenschaftlichen Weltbild zu versöhnen. Erlebnisse wie jenes mit dem toten Lama haben sie dabei zu der Überzeugung gebracht, dass der modernen Naturwissenschaft bislang Entscheidendes entgeht: "Unser Körper und unser Geist sind nicht das, wofür sie die Wissenschaft hält."

Mit dem Versuch, ihre spirituellen Erfahrungen auch wissenschaftlich ernst zu nehmen, steht Eleanor Rosch nicht allein. Eine ganze Schar von Neurobiologen, Psychologen und Medizinern beschäftigt sich inzwischen mit buddhistischen Meditationspraktiken, christlichen Ekstasen und anderen erhebenden Zuständen.

So hat der Radiologe Andrew Newberg von der Universität Pennsylvania die Hirne meditierender Mönche in einem Kernspintomografen durchleuchtet und schließt daraus, dass unsere Gehirne auf den Glauben an höhere Mächte programmiert seien. Im Mind & Life Institute in Boulder, Colorado, treffen sich derweil Hirnforscher regelmäßig mit dem Dalai Lama, um über höhere Bewusstseinszustände zu diskutieren. Und der Neurobiologe John Austin hat sich auf einen langen Selbsterfahrungstrip in japanische Zen-Klöster begeben und versucht in seinem 800-Seiten-Wälzer Zen and the Brain (MIT Press), die Grundzüge einer Erleuchtungstheorie zu skizzieren.

Schon kursiert das Schlagwort von der Neurotheologie (das ein am 18. März erscheinendes Geo Wissen-Heft unter dem Titel Erkenntnis, Weisheit, Spiritualität aufgreift), und manche meinen gar, die moderne Hirnforschung liefere endlich das, wonach Philosophen und Theologen jahrhundertelang vergeblich gesucht haben: den ultimativen Gottesbeweis.

Doch davon kann keine Rede sein. Zwar bieten die Forschungen für manches mystische Grenzerlebnis eine einleuchtende Erklärung, und mitunter ist die moderne Hirnforschung sogar überraschend kompatibel mit jahrtausendealten spirituellen Weisheiten. Doch bislang haben die Mystikforscher keine einheitliche Theorie vorzuweisen. Die Schwierigkeiten beginnen schon bei der simplen Frage, ob jede Religion gesondert untersucht werden muss oder ob alle spirituellen Traditionen einen gemeinsamen Kern haben. Während Neurotheologen wie Andrew Newberg an einen gemeinsamen Kern glauben und diese Überzeugung zur selbstverständlichen Grundlage ihrer Forschungen machen, sind andere Forscher wie Eleanor Rosch eher skeptisch. "Sicher gibt es starke Gemeinsamkeiten zwischen den Weltreligionen", sagt die Berkeley-Psychologin, "doch zugleich sind die Zugänge dazu höchst unterschiedlich." So ist zum Beispiel die Differenz zwischen einem als persönlich verstandenen Gott christlicher Prägung und der abstrakten "Leerheit", die der Buddha predigte, unübersehbar - von gröberen Verwerfungen wie Kreuzzügen und heiligen Kriegen zwischen manchen Glaubenssystemen ganz zu schweigen. Auch innerhalb der einzelnen Religionen herrscht selten gottgefällige Einigkeit. Ausgerechnet die charismatischsten Mystiker geraten leicht mit den jeweils herrschenden religiösen Dogmen in Konflikt - ob sie nun Jesus, Buddha oder Mohammed heißen.

Lassen sich dennoch Gemeinsamkeiten zwischen den religiösen Traditionen finden, liegt ihnen gar dieselbe mystische Erfahrung zugrunde? Diese Frage beantwortet Eleanor Rosch mit einer ebenso simplen Gegenfrage: "Wer kann das schon mit Sicherheit sagen?"

In der Tat. Um über das Ziel der unterschiedlichen spirituellen Wege verlässlich Auskunft geben zu können, müsste man sie alle selbst bis zu Ende gegangen sein - wofür kein Menschenleben ausreicht. Die meisten Neurotheologen stützen ihre religiösen Kenntnisse denn auch nicht auf eigene Erfahrungen, sondern vor allem auf die schriftlichen Zeugnisse von Mystikern, Heiligen oder Zen-Meistern. Doch diese geben, wie schon der Pionier der Religionspsychologie, William James, vor 100 Jahren erkannte, das eigentlich Wesentliche der Unio mystica oder der buddhistischen Leerheit nur höchst unzureichend wieder.

In seinem Monumentalwerk über die Spielarten religiöser Erfahrungen (The Varieties of Religious Experience, publiziert 1902) stellte James fest, dass alle mystischen Erlebnisse zwei charakteristische Merkmale aufweisen: Sie vermitteln zum einen eine "noetische" Qualität, das Gefühl, plötzlich tiefe Einsicht in die Gesetzmäßigkeiten des Kosmos zu gewinnen und einer anderen, "echteren" Realität zu begegnen. Da sie jedoch per definitionem außerhalb der gewöhnlichen Wahrnehmung liegen, können sie zum anderen in der normalen Sprache höchst ungenügend vermittelt und nur durch eigenes Erleben vollständig erfasst werden.

Wissenschaft oder Zwangsneurose?

Kein Wunder, dass Themen wie Glaube oder Erleuchtung in der Naturwissenschaft lange Zeit streng verpönt waren. Zwar sind noetische Erlebnisse auch Wissenschaftlern nicht unbekannt. So schrieb etwa Albert Einstein: "Das schönste und tiefste Gefühl, das wir erfahren können, ist die Wahrnehmung des Mystischen. Sie ist die Quelle aller wahren Wissenschaft." Doch solche Aussprüche sind nur den Altmeistern der Zunft erlaubt. Im alltäglichen Forschungsbetrieb behält man ähnliche Ansichten besser für sich. Anders als die Religion lebt die Wissenschaft eben nicht vom Glauben, sondern vom steten Zweifel. Wer da im Labor das Vertrauen in höhere Mächte beschwört, macht sich schnell lächerlich.

Mit der Entstehung der Psychologie kam das strenge Diktum Sigmund Freuds hinzu, der Religion als "universelle Zwangsneurose" bezeichnete und sie als Rückfall in eine kindliche Erwartungshaltung gegenüber einem allmächtigen Wesen deutete - als zwar verständlichen, aber unreifen Versuch, mit Lebensstress und Todesangst umzugehen.

Fragt man Wissenschaftler jedoch nach ihrem ganz persönlichen Weltbild, sieht die Sache anders aus. Bei Umfragen in den USA geben konstant rund 40 Prozent aller Forscher an, in irgendeiner Form an Gott zu glauben. Kein Wunder, dass trotz 300 Jahren Aufklärung der Drang nicht verstummt, das Unaussprechliche in Worte zu fassen. Dazu kommt der gewaltige Aufschwung, den die Hirnforschung in den vergangenen Jahrzehnten genommen hat. Mit ihren bildgebenden Verfahren, die Einblicke ins arbeitende Gehirn erlauben, wagen sich die Naturwissenschaftler mittlerweile an Themen, die früher allein in die Zuständigkeit der Philosophen und Theologen fielen - dazu gehört die Frage nach dem freien Willen ebenso wie die Erklärung normaler (und "höherer") Bewusstseinszustände.

Am weitesten vor wagt sich dabei Andrew Newberg, der mit seinem (mittlerweile gestorbenen) Mentor Eugene d'Aquili an der Universität Pennsylvania versuchte, das Numinose im Kernspintomografen festzuhalten. Dazu baten die beiden Forscher Buddhisten zur Meditation und Franziskanernonnen zum Gebet in ihr Labor. Jeweils auf dem Höhepunkt der meditativen Ekstase leiteten sie über eine Kanüle Kontrastmittel in die Adern ihrer Probanden, um damit den jeweiligen Durchblutungszustand der Gehirne festzuhalten. Die anschließende Aufnahme mit einer Spezialkamera zeigte: In der geistigen Versenkung verringert sich deutlich die neuronale Aktivität in einem Hirnareal im Hinterkopf, das normalerweise für die räumliche Orientierung zuständig ist.

Aus diesem eher bescheidenen Befund zieht Newberg weitreichende Schlussfolgerungen: Die verringerte Aktivität im Orientierungsareal sorge dafür, dass das Gehirn nicht mehr zwischen den Grenzen des Individuums und der äußeren Welt unterscheiden könne; ergo bleibe ihm nur, "den subjektiven Eindruck völliger Raumlosigkeit zu erzeugen, den der Geist als unendlichen Raum und als Ewigkeit interpretiert" - der Meditierende gehe gleichsam im Universum auf, erlebe den Zustand des "absoluten Eins-Seins", den Mystiker immer wieder beschreiben. Mit seinen Arbeiten, so meint Newberg in seinem Buch Why God Won't Go Away (Ballantine, Random House), hätte er diese mystischen Zeugnisse auf ein neurobiologisches Fundament gestellt und damit gezeigt, dass der Glaube an Gott schon allein deshalb nicht verschwinden werde, weil das menschliche Gehirn für solche Erfahrungen ausgelegt sei.

Diese These hat dem Radiologen aus Pennsylvania zwar zu einer gewissen Popularität verholfen, aber ihm nicht unbedingt den Beifall der Fachkollegen verschafft. Eleanor Rosch beispielsweise hält Newbergs Erklärungen schlicht für "Unsinn". Das Ergebnis seiner Experimente sei, für sich genommen, äußerst nichtssagend. "Der einzige Grund, dass sich überhaupt jemand dafür interessiert, ist die Tatsache, dass man ihnen das Etikett Neurotheologie verpasst hat, das ebenso sexy wie unangemessen ist", wettert die Kognitionsforscherin.

Mystische Ekstase im Hinterkopf

Tatsächlich beruht der Großteil von Newbergs Theorie auf Spekulation. Dass sich aus den farbigen Flecken in den Gehirn-Scans der Zustand "absoluten-Eins-Seins" ablesen lasse, ist eine ebenso kühne wie unbewiesene Behauptung. Möglicherweise ist die verringerte Orientierungsaktivität nur eine harmlose Begleiterscheinung der Meditation. Verwegen ist auch die Annahme, der Verlust des Selbst sei auf das Wirken eines einzigen Hirnareals zurückzuführen. Unser Empfinden als Individuum hängt schließlich nicht nur von der räumlichen Orientierungsfähigkeit ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren wie Körpergefühl, Emotionen und Selbst-Bewusstsein. Auch die Auflösung des normalen Zeitgefühls, zentrale Erfahrung mystischer Ekstasen, lässt sich kaum auf das räumliche Orientierungsareal zurückführen. Und warum dessen verringerte Aktivität zu jenem allumfassenden Glücksgefühl führen soll, das in der Unio mystica erfahren wird, bleibt völlig ungeklärt.

Solche voreiligen Schlüsse kann man dem amerikanischen Neurologen James H. Austin kaum vorwerfen. Sein Buch Zen and the Brain, die Bilanz von rund dreißigjähriger Forscherarbeit, ist der wohl anspruchsvollste Versuch, außergewöhnliche Bewusstseinszustände im Rahmen der modernen Hirnforschung zu beschreiben. Dafür hat Austin keine Mühe gescheut, sich selbst in mehreren Aufenthalten in Japan der oft peinsamen Zen-Praxis unterzogen und nach acht Jahren tatsächlich die (wenn auch kurzzeitige) Erfahrung einer "absoluten Realität, inneren Richtigkeit und endgültigen Perfektion" gemacht.

Solche Erlebnisse verbindet der (mittlerweile emeritierte) Hirnforscher in seinem Buch mit einer beeindruckenden Fülle neuroanatomischer, -biologischer und pharmakologischer Fakten. Den Zustand der Erleuchtung führt er dabei (ähnlich wie Newberg) auf einen Verlust des egozentrierten Selbstbildes zurück, der "Ich-mich-mein-Perspektive", wie Austin dies nennt. Doch zugleich zeigt er, dass für diese Selbstaufgabe eben nicht (wie Newberg es tut) ein einziges Hirnareal verantwortlich gemacht werden kann, sondern dass daran mindestens drei Hirnbereiche - die Amygdala, der Hypothalamus und das Mittelhirn - beteiligt sind.

Was dabei aber genau geschieht, kann Austin auch nach fast dreißigjähriger Forschung nicht wirklich sagen: "Was haben wir gefunden? Komplexe Verhältnisse", resümiert er sein 800-Seiten-Werk. Leider gebe es "keinen einzigartigen Rosetta-Stein, der die subtil kodierte Sprache des Gehirns in die direkte persönliche Erfahrung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände übersetzen könnte", schreibt er am Ende desillusioniert.

Wer immer in Zukunft den Versuch unternehme, ein aussagekräftigeres Buch zu schreiben, so gibt Austin möglichen Nachahmern mit auf den Weg, sollte idealerweise "ein völlig erleuchteter japanischer Zen-Meister sein, der fließend Englisch spricht", eine Person, die sowohl in Neurophysiologie promoviert habe, praktische Erfahrung mit psychophysiologischer Forschung besitze, im interkulturellen Austausch geübt sei und zudem noch als Arzt sowohl in der Neurologie wie der Psychiatrie praktiziert habe". Fragt sich nur, ob so eine mehrfach erleuchtete Person noch den profanen Wunsch verspürt, ein allgemein verständliches Buch zu verfassen.

"Vielleicht mehr als alle anderen subjektiven Phänomene entziehen sich mystische Erfahrungen der strengen wissenschaftlichen Untersuchung", schließt auch der Religionspsychologe David Wulff, der in seinem Standardwerk Psychology of Religion (Wiley) den wohl gründlichsten Überblick über den Stand der derzeitigen Mystikforschung liefert. Die Schwierigkeit bestehe nicht nur darin, dass sich die schwer greifbaren Erleuchtungserlebnisse meist der Logik des menschlichen Denkens entzögen, sondern auch darin, dass sich ihre Erforscher (wenigstens zum Teil) auf sie einlassen müssten, um sie wirklich zu verstehen. Das aber habe häufig zur Folge, dass unvoreingenommene Wissenschaftler nach und nach zu Gläubigen mutierten und damit ihre Objektivität einbüßten. Beispiele dafür gibt es zuhauf: etwa den Psychiater Stanislav Grof, der ursprünglich nur das therapeutische Potenzial psychedelischer Drogen erforschen wollte und dabei immer mehr von der Existenz höherer Bewusstseinszustände überzeugt wurde, bis er schließlich die esoterisch anmutende Transpersonale Psychologie begründete; oder den Harvard-Psychiater John Mack, der so lange Patienten behandelte, die behaupteten, von Außerirdischen entführt worden zu sein, bis er selbst von der Existenz der Extraterrestrischen überzeugt war.

Forscher, die sich in mystische Gefilde vorwagen, haben nur zwei Möglichkeiten, meint David Wulff: "Entweder sie bleiben Außenseiter, deren Aussagen von den Insidern vermutlich als unverständig und damit irrelevant angesehen werden; oder sie werden selbst Insider und riskieren damit nicht nur den Verlust der kritischen Distanz, sondern auch den ihrer Glaubwürdigkeit."

Die Berkeley-Psychologin und praktizierende Buddhistin Eleanor Rosch hat für sich die Entscheidung schon gefällt: Sie betrachtet ihre spirituelle Praxis längst nicht mehr mit dem strengen Blick der Wissenschaft, sondern umgekehrt die Wissenschaft mit den sanften Augen der Spiritualität. Und aus dieser Perspektive sieht so manches anders aus. "Die spannende Frage ist nicht, wie und aus welchen Elementen Erleuchtung entsteht, sondern vielmehr: Wie kommt es, dass unser ursprüngliches, erleuchtetes Bewusstsein immer weiter eingeengt wurde, sodass wir in einer Welt voller Illusionen leben?"

In der wissenschaftlichen Fachliteratur, so viel ist sicher, findet sie darauf keine Antwort.

  
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