Magisches Theater, Eintritt nicht für jedermann, nur für... Verrückte


 

B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A

    

    

Aufschrift des großen Tors zu Thelem

Hie kommt nicht her ihr Gleisner und Zeloten,
Meerkaterpfoten, feiste Schleckerbrut,
Duckmäuser-Roten dämischer denn Goten
Und Ostrogoten, Gog- und Magogsboten,
Lotter-Bigoten, Kuttner weich beschuht
Im Bettelhut, Maulbrocker von der Knut,
Arm Blut voll Wut, Wellbinder fauler Streich,
Kramt, Schinder, hie nicht aus eur Schelmenzeug.
Eur Schelmenzeug
Erfüllt mein Reich
Mir mit Gestank.
Wie falscher Sang
Verstimmt mein Geig
Eur Schelmenzeug.

Hie komm nicht her Hai-Schlund und Praktikant,
Vogt, Bazochant,
Blutegel der Gemeine,
Kein Pharisäer, Schreiber, Offiziant
Mit hohler Hand, der mir das arme Land
Gleich Hunden spannt und zauset an der Leine.
Hol er das Seine sich am Rabensteine,
Hang dort und greine! hie ist kein Exzeß
Für eure Küch, hie braucht man nicht Prozeß.
Prozeß und Streit
Hie nicht gedeiht,
Wo wir uns letzen.
Euch müssen hetzen
Die Läng und Breit
Prozeß und Streit.

Hie kommt nicht her Filz, Lollhart, Wucher-Pack
Mit Heller-Plack, ihr, die ihr scharrt und schabt,
Krell-Kater, Knauser, satt vom Nebelschmack,
Krumm-Nack, Platt-Nasen, die an tausend Pack
In Topf und Sack nicht zur Genüge habt,
Euch nimmer labt, wenn man euch drin begrabt
Und voll begabt; dem Teufel in die Tatzen
Ihr Memmen fahrt mit euern Hungerfratzen.
Fratzen von solchen
Nicht Menschen,
Molchen
Weiset von hier
Fort zum
Barbier.
Denn wir er
dolchen
Fratzen von solchen.

Hie kommt auch nicht ihr tollen Köder her
Von Ungefähr, Brummbär und Eifersüchter,
Ihr Spukgesichter, kommet nimmermehr,
Kobolde, Werwölf, Hahnreis Meuterheer,
Zu fürchten mehr als
Krokodilgelichter;
Ihr räudgen Wichter bis ins Mark voll Gichter:
Für eure Trichter andre Tonnen sucht,
Grindkrustige voll Schund und Schandenzucht.
Zucht, Lust und Preis
Gehn hie im Gleis.
Im fröhligen Bund
Sind all gesund,
Krönt ihren Fleiß
Zucht, Lust und Preis.

Das griechische Thelema ist der Ursprung des Begriffes Thelemit. Dieser Begriff taucht zum erstenmal bei François Rabelais, einem französischen Mönch, Priester, Philosophen und Humoristen des 16. Jahrhunderts in seinem klassischen Werk Gargantua auf. Dort wird das Wort Thelemit verwendet, um die Bewohner eines Art „Anti“-Klosters zu beschreiben, die Abtei von Thélème. Das Wort Thelemiten (Thelemites) erscheint ebenfalls im Buch des Gesetzes und wird als Selbstbezeichnung der Anhänger Thelemas verwendet.     http://gutenberg.spiegel.de/rabelais/gargantu/gargan.htm

Ausgabe Lyon: Denis de Harsy, 1537.

 


 

 


Johannes Kepler 

Johannes Kepler wurde 1571 in Weil der Stadt geboren. Wie nach ihm Hegel, Schelling, Hölderlin und Hermann Hesse bestand er das württembergische Landexamen und konnte so als Stipendiat das evangelische Seminar in Maulbronn besuchen. Nach dem Studium der Freien Künste und der evangelischen Theologie in Tübingen war er ab 1594 in Graz als Lehrer am evangelischen Stiftsgymnasium und als Landschaftsmathematiker tätig. Wie in Tübingen hatte er auch hier Schwierigkeiten wegen seiner Sympathie für die calvinistische Glaubensauffassung. Von der Gegenreformation aus Graz vertrieben ging er auf Einladung des Hofastronomen Tycho Brahe 1600 nach Prag. Als dieser 1601 starb, wurde er sein Nachfolger als kaiserlicher Mathematiker und Astronom am Hofe Rudolphs II. Nach dem Tod des Kaisers lebte er ab 1612 in Linz. 1621 gelang es ihm, seine Mutter aus mehrjähriger Haft wegen des Verdachts der Hexerei freizubekommen. Die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs und seine Weigerung, zum Katholizismus überzutreten, zwangen ihn schließlich, Linz zu verlassen und ab 1628 im oberschlesischen Sagan in den Dienst Wallensteins zu treten. Auf einer Reise erkrankte er und starb 1630 in Regensburg. Mit der Formulierung der drei «Keplerschen Gesetze» gelang es ihm, dem kopernikanischen Weltbild zum Durchbruch zu verhelfen: 1. die Planeten bewegen sich auf Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht, 2. der von der Sonne zu einem Planeten gezogene Fahrstrahl überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen, 3. die Quadrate der Umlaufzeiten der Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen der großen Halbachsen ihrer Bahnellipsen. Mit seiner Theorie der Linsen und des Fernrohrs leistete er auch auf dem Gebiet der Optik Bahnbrechendes.

Kepler in seiner Astronomia Nova: «Mir kommen die Wege, auf denen die Menschen zur Erkenntnis der himmlischen Dinge gelangen, fast ebenso bewunderungswürdig vor, wie die Natur der Dinge selber.»
(Quippe mihi non multo minus admirandae videntur occasiones, quibus homines in cognationem rerum coelestium deveniunt; quam ipsa Natura rerum coelestium. Argumenta singulorum capitum, «Astronomia Nova», 1609. In: Kepler Gesammelte Werke, Band III, S.47, Zeile 19-21.)


 

Gottfried Wilhelm Leibniz

Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosoph und Mathematiker, Diplomat, Politiker und Ökonom, Ingenieur, Jurist und Wissenschaftsorganisator, wird 1646 in Leipzig geboren. Er studiert Jura und Philosophie in Leipzig und Jena und promoviert 1667 an der Nürnberger Universität in Altdorf. 1670 wird er kurfürstlicher Rat beim Revisionsgericht in Mainz. In diplomatischer Mission reist er 1672 und 73 nach Paris und London. Dort trifft er Huygens, Arnauld, Malebranche, Boyle und Newton. 1676 wird er Hofrat und Bibliothekar des Welfenhauses in Hannover, dessen Geschichte er schreibt. Mit einer Vielzahl von Plänen und Projekten ist er befaßt: die Entwicklung der Differentialrechnung und der Dualzahlen, die Entwässerung von Gruben mit Hilfe von Windkraft, die Konstruktion einer Rechenmaschine, der Entwurf einer Idealsprache, die Errichtung einer deutschen Akademie der Wissenschaften, deren Präsident er 1700 wird. Zu seinen Lebzeiten erscheinen neben der Theodicee und den Nouveaux Essais nur kleinere Werke. Er stirbt 1716 in Hannover. Wichtige Werke - lateinisch, deutsch und französisch geschrieben - werden erst nach seinem Tode publiziert.

 

Immanuel Kant

Immanuel Kant wurde 1724 als Sohn eines Sattlers in Königsberg geboren. Zeit seines Lebens hat er den Umkreis dieser Stadt nicht verlassen. 1740 begann er ein Studium der Philosophie, Mathematik und Theologie. 1755 promovierte er und erhielt die Venia legendi. Nach langen Jahren als Privatdozent wird er 1770 zum Professor für Logik und Metaphysik berufen.Mit der Veröffentlichung der Kritik der reinen Vernunft 1781 und der Begründung seiner kritischen Transzendentalphilosophie wird Kant zur beherrschenden Figur der zeitgenössischen Philosophie. Er stirbt 1804 in Königsberg.

Zur Philosophie von Immanuel Kant

http://www.daniel-von-der-helm.com/kant/kant-philosophie.html 

 

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe wurde 1749 in Frankfurt geboren. Er studierte von 1765-1771 Jura in Leipzig und Straßburg. Danach ist er als Jurist in Frankfurt und Wetzlar tätig. 1775 beruft ihn Herzog Karl August als Minister und Erzieher nach Weimar. Im literarischen Kreis der Hofgesellschaft lernt er Charlotte von Stein kennen. Von 1786 bis 1788 bereist er Italien. Seit 1794 arbeitet er eng mit Friedrich Schiller zusammen, den er nach Weimar geholt hatte. In dieser Zeit beschäftigt er sich verstärkt mit naturwissenschaftlichen Fragen. Nach 1800 unterhält er vielfältige Verbindungen zum Kreis der Romantiker. Den politischen Wirren der nachnapoleonischen Zeit entfliehend entdeckt er Mittelalter und orientalische Literatur und beschäftigt sich autobiographisch mit einzelnen Abschnitten des eigenen Lebens. 1832 ist er in Weimar gestorben.




 

Johann Christoph Friedrich von Schiller

Johann Christoph Friedrich von Schiller wird 1759 im württembergischen Marbach geboren. Der streng pietistische Vater war nach einer Militärlaufbahn Leiter der herzoglichen Hofgärtnerei. Der junge Schiller wird 1773 von seinem Landesherrn gezwungen, in die «Hohe Karlsschule» einzutreten, eine wegen ihrer Strenge berüchtigte «militärische Pflanzschule». Dort studiert er zunächst Jura, ab 1775 dann Medizin. Unter dem Einfluß Klopstocks beginnt er seine ersten schriftstellerischen Versuche. Als er 1780 in Stuttgart als Regimentsmedikus angestellt wird, sind «Die Räuber« fast vollendet. Das Drama erscheint 1781 anonym und wird 1782 am Mannheimer Nationaltheater im Beisein Schillers erfolgreich uraufgeführt. Nach einem zweiten unerlaubten Aufenthalt in Mannheim wird Schiller vom Herzog mit Arrest und Schreibverbot belegt. Er flüchtet nach Mannheim, von dort nach Frankfurt und findet schließlich Aufnahme auf dem Gut der Freifrau von Wolzogen bei Meiningen. 1783 kehrt er als bestallter Theaterdichter nach Mannheim zurück. Während die Aufführung des mehrfach abgelehnten «Fiesco» nur wenig Resonanz findet, wird die Aufführung von «Kabale und Liebe» 1784 ein überwältigender Erfolg. Doch sein Vertrag am Theater wird nicht verlängert. In höchster finanzieller Not nimmt er 1785 die Einladung sächsischer Verehrer um C. G. Körner an und siedelt nach Leipzig, dann nach Dresden über. Unter schwierigen materiellen Bedingungen vollendet er 1787 den «Don Carlos» und widmet sich intensiv historischen Studien. 1789 erhält er eine unbesoldete Geschichtsprofessur an der Jenaer Universität. 1790 heiratet er Charlotte von Lengefeld. Ein Jahr später erkrankt er an einem schweren, unheilbaren Lungenleiden, das ihn bis zu seinem Tod immer wieder heimsucht. 1791 verringert ein herzogliches Ehrengehalt zunächst die wirtschaftliche Not, und er beschäftigt sich ausgiebig mit der Philosophie Immanuel Kants. Seine wichtigsten ästhetischen Schriften sind Frucht dieser Auseinandersetzung. 1794 entwickelt sich ein zunächst distanziertes Verhältnis zu Goethe, das jedoch bald in einen Freundschaftsbund mündet, der beide zu höchster - oft gemeinsamer - künstlerischer Produktivität beflügelt. Schiller findet zur dramatischen Dichtung zurück und verläßt «die philosophische Bude». In rastloser Arbeit entstehen seine klassischen Dramen Wallenstein, Maria Stuart, die Jungfrau von Orleans und der Tell. Daneben schreibt er seine berühmten Balladen und viele Gedichte. 1799 war er nach Weimar übergesiedelt. 1802 wird er geadelt. Im Winter 1804 erleidet er einen neuen Krankheitsanfall, von dem er sich nicht mehr erholt. Am 9. Mai 1805 stirbt er in Weimar.



 

Harry Heine

(Christian Johann Heinrich) Harry Heine wird 1797 als ältester Sohn des jüdischen Kaufmanns Samson Heine in Düsseldorf geboren. Nach dem Besuch des Lyzeums und der Handelsschule beginnt er 1816 bei seinem Onkel Salomon Heine in Hamburg eine kaufmännische Lehre. 1817 publiziert er im «Hamburger Wächter» sein erstes Gedicht. 1819 kehrt er nach Düsseldorf zurück und beginnt das Studium der Rechtswissenschaften. 1820 lernt er A. W. Schlegel kennen, schreibt das Drama «Almansor» und veröffentlicht den Essay «Die Romantik». Er wechselt an die Universität Göttingen. 1821 setzt er sein Studium an der Berliner Universität fort und besucht dort Vorlesungen Hegels. Er befreundet sich mit den Varnhagens und veröffentlicht seinen ersten Gedichtband. 1822 unternimmt er eine Reise durch Polen und beendet 1825 sein Studium in Götttingen mit der Promotion zum Doctor juris. Um jedoch als Jude eine Zulassung als Anwalt zu erhalten, läßt er sich auf den Namen Christian Johann Heinrich Heine taufen. Er unternimmt eine erste Reise nach Norderney und zieht nach Hamburg. Die Pläne für eine Anwaltskarriere scheitern, doch erscheint 1826 im Verlag Julius Campe in Hamburg der erste Band der «Reisebilder». Ebenfalls bei Campe erscheint im folgenden Jahr das «Buch der Lieder». Heine reist nach England, ist kurzzeitig Redakteur bei Cotta in München, unternimmt eine Italienreise und kehrt 1829 nach Hamburg zurück. Nachdem alle Versuche gescheitert sind, in Deutschland eine sichere berufliche Stellung zu erhalten, siedelt er nach Paris über, kommt in Verbindung mit den Saint-Simonisten und ist als Korrespondent für deutsche und französische Zeitungen tätig. Er trifft Ludwig Börne, doch es kommt schnell zum Zerwürfnis zwischen den beiden. Auch mit französischen Schriftstellern tritt er in Verbindung, mit Dumas, Balzac, Béranger, George Sand. 1834 trifft er Crescence Augustine Mirat, seine spätere Frau, seine geliebte «Mathilde». 1835 erläßt der deutsche Bundestag ein Verbot der Schriften des «Jungen Deutschland», auch Heines Bücher sind betroffen. In Deutschland wird eine Verleumdungskampagne gegen ihn entfacht, die schließlich 1933 mit der Verbrennung der Werke Heines durch die Nazis ihren Höhepunkt finden wird. Nach der Aussöhnung mit seinem Onkel Salomon erhält er von diesem regelmäßige, finanzielle Unterstützung. Immer wieder jedoch kommt es zu Streitigkeiten mit seinem Verleger Campe. 1843 reist er zum erstenmal seit seinem Weggang aus Hamburg nach Deutschland. Wieder in Paris, arbeitet er an «Deutschland, ein Wintermärchen». Er lernt Arnold Ruge und Karl Marx kennen, Friedrich Hebbel besucht ihn. 1844 erkrankt er an einer nie ganz geklärten, tuberkuloseähnlichen Krankheit mit fortschreitenden Lähmungserscheinungen. Ein Kuraufenthalt in den Pyrenäen 1846 bleibt ohne Wirkung. Die Leidenszeit in der «Matratzengruft» beginnt, begleitet von den ihn tief bewegenden Ereignissen in Frankreich und Deutschland im Jahre 1848: die Revolution und deren Scheitern. Der Romanzero erscheint, die Memoiren bleiben Fragment: nach langem Leiden stirbt Heinrich Heine am 17. Februar 1856.

 

Karl Marx

Karl Marx wird 1818 in Trier geboren. 1824 tritt die jüdische Familie zum Protestantismus über. Ab 1835 studiert Marx in Bonn und ab 1836 in Berlin Jura, später unter dem Einfluß Hegels Philosophie und Geschichte. Er promoviert 1841 in Jena. 1842/43 ist er Redakteur bei der «Rheinischen Zeitung». Nach der Heirat mit Jenny von Wetphalen geht er nach Paris, wo er 1844 zusammen mit Arnold Ruge die «Deutsch-Französischen Jahrbücher» herausgibt. Auf Anregung von Friedrich Engels beschäftigt er sich mit dem ökonomischen Werk von Adam Smith und David Ricardo und studiert die Theorien der Frühsozialisten. Gemeinsam mit Engels setzt er sich in der «Heiligen Familie» und der «Deutschen Ideologie» mit den Linksheglianern und den Theorien Feuerbachs auseinander und veröffentlicht mit Engels 1848 das «Kommunistische Manifest». Im gleichen Jahr gibt er in Köln die «Neue Rheinische Zeitung» heraus. Nach deren Verbot geht er 1849 nach London ins Exil. Hier entstehen unter schwierigen Lebensbedingungen seine ökonomischen Hauptschriften. In zahlreichen politischen Schriften und Artikeln beeinflußt er in den folgenden Jahren maßgeblich die sich entwickelnde Arbeiterbewegung. 1883 stirbt er im Exil in London.


 

Friedrich Nietzsche

Friedrich Nietzsche, geboren 1844 in Röcken (Sachsen), studierte klassische Philologie in Bonn und Leipzig, wo er 1868 Richard Wagner kennenlernt. 1869 wird er als Professor für klassische Philologie nach Basel berufen; Jacob Burckhardt ist sein Kollege. 1876 entfremdet er sich mehr und mehr von Richard Wagner. Eine schwere Krankheit zwingt ihn 1879 seine Professur niederzulegen. 1889 wird er nach einem psychischen Zusammenbruch zur Behandlung der progressiven Paralyse nach Jena überführt. 1900 stirbt er in Weimar.

 

 
 
2 0 .   J a h r h u n d e r t
Sigmund Freud (1856 - 1939)
Georg Simmel (1858 - 1918)
Peter Altenberg (1859-1919)
Edmund Husserl (1859 - 1938)
Theodor Herzl (1860 - 1904)
Rudolf Steiner (1861 - 1925)
Arthur Schnitzler (1862 - 1931)
Johannes Schlaf (1862 - 1941)
Gerhart Hauptmann (1862 - 1946)
Richard Dehmel (1863 - 1920)
Arno Holz (1863 - 1929)
Frank Wedekind (1864 - 1918)
Stefan George (1868 - 1933)
Else Lasker-Schüler (1869 - 1945)
Heinrich Mann (1871 - 1950)
August Stramm (1874 - 1915)
Max Scheler (1874 - 1928)
Hugo von Hofmannsthal (1874 -1929)
Karl Kraus (1874 - 1936)
Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
Thomas Mann (1875 - 1955)
Hermann Hesse (1877 - 1962)
Carl Sternheim (1878 - 1942)
Georg Kaiser (1878 - 1945)
Alfred Döblin (1878 - 1957)
Albert Einstein (1879 - 1955)
Friedrich Gundolf (1880 - 1931)
Robert Musil (1880 - 1942)
Hermann Broch (1880 - 1951)
Stefan Zweig (1881 - 1942)
Emmy Noether (1882 - 1935)
Moritz Schlick (1882 - 1936)
Nicolai Hartmann (1882 - 1950)
Ernst Stadler (1883 - 1914)
Franz Kafka (1883 - 1924)
Lion Feuchtwanger (1884 - 1958)
Hugo Ball (1886 - 1927)
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Georg Trakl (1887 - 1914)
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Reinhard Sorge (1892 - 1916)
Ernst Toller (1893 - 1939)
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Bertolt Brecht (1898 - 1956)
Anna Seghers (1900 - 1983)
Ernst Ising (1900 - 1998)
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Metarealismus 

Bewegung (2) Parmenides argumentierte folgendermaßen: Wenn etwas existiert, ist es, und es ist nicht, was es nicht ist. Damit sich dieses Etwas bewegt, muß es von dort, wo es ist, dorthin gelangen, wo es nicht ist. Aber wenn es das täte, wäre es nicht mehr das, was es ist. Folglich ist Bewegung, ebenso wie jede andere Form des Wandels, unmöglich, und damit ist das, was wir als Bewegung und Wandel ansehen, eine Illusion. - (mac)

Daß ihre Gestalt ( WELT) die einer vollkommenen Kugel sei, lehrt besonders ihr Name und die Übereinstimmung aller Völker darin, daß sie sie Orbis nennen, dann aber auch die in ihr selbst liegenden Beweise. Denn eine solche Figur neigt sich in allen ihren Teilen zu sich selbst, muß sich selbst tragen, schließt sich ein und hält sich ohne Beihilfe von Banden, hat kein Ende und keinen Anfang in allen ihren Teilen; sie ist ferner für die Bewegung, worin sie sich, wie wir bald zeigen werden, beständig drehen muß, die schicklichste Form. Endlich lehrt es auch der Augenschein, weil sie gewölbt ist und man überall in der Mitte sich befindet, was bei einer anderen Figur nicht möglich wäre. - (pli)

Woher kommt das Universum? Was ist das Reale? Was ist die materielle Welt? Warum gibt es etwas und nicht nichts? Drei Lösungasansätze stehen für diese Frage zur Verfügung. Die Religion, die Philosophie und die Wissenschaft.

Die Welt, so wie wir als Menschen sie wahrnehmen, erscheint wohl nur so lange so zu sein, wie wir sie in unserem Bewußtsein abbilden. Das Licht, das in unsere Augen fällt, ist nur zu einem gewissen Teil für uns erkennbar. Dennoch glauben wir im täglichen Leben ein ganzheitliches Abbild dessen zu erkennen, was um uns herum existiert. Die Welt ist nicht das, was sie vorgibt zu sein. Wir haben nur eine Idee von dem was uns umgibt. Damit hat es keine materielle Substanz im eigentlichen Sinn. Angeregt durch diese Überlegung prallen Spiritualismus, Materialismus, Realismus und Idealismus aufeinander. Durch die Quantentheorie jedoch öffnet sich ein neuer Weg; der Metarealismus. Er ist eine Synthese aus der logischen Analyse der unbekannten, aber dennoch erkennbaren Phänomene und der Nichterkennbaren. 

Teilchen sind zum Beispiel gleichzeitig Welle und Körper. Es gibt also physikalishe Grenzen der Erkenntnis. Man kann eben nur finden, was man sucht. Es wäre also unvernünftig sich nur auf eine Art der Erkenntis zu stützen, weil es berechenbare Grenzen der Physik gibt. Planck hat sie uns aufgezeigt.

  • Die Plancksche Konstante - kleinste Energiemenge in einem System
  • Die Plancksche Länge - geringste Entfernung zwischen zwei Körpern
  • Die Plancksche Zeit - kleinste mögliche Zeiteinheit

Die Frage ist nun, was befindet sich hinter diesen Mauern und warum existieren sie? Ausnahmslos alle Physiker haben die erfahrung gemacht, daß die Realität nicht erkennbar ist, sie ist verschleiert und wird es wohl auch bleiben. Durch die Quantentheorie haben wir die Erfahrung gemacht, daß Ursache und Wirkung , so wie wir sie kannten, nicht mehr existieren. Was ist es, was da fast sichtbar wird? In der Quantentheorie ist die Realität weder kausal noch lokal. Teilchen können gleichzeitig an verschiedenen Orten auftauchen noch bevor die Auslöser sie erzeugt haben. Warum gibt es Sein, daß uns vom Nichts trennt?

Das Universum

Stellen wir uns einen einfachen Schlüssel vor, der aus Mineralien besteht, die die Erde vor viereinhalb Milliarden Jahren in sich aufnahm. Wasserstoffwolken, die sich verdichteten, bildeten Riesensterne, gigantische Öfen, die schwere Elemente erzeugten. Komplexe Materie wurde in den interstellaren Raum geschleudert. Sie schwebte in einer Wolke, die von einem Stern stammte, der vor zehn bis zwölf Milliarden Jahren explodierte.  Unser Schlüssel ist der Rückstand dieser Explosion. Eisen ist das stabilste Element des Universums.

Entstehung des Universums aus dem Urknall heraus

Was läßt sich über die Atome unseres Schlüssels sagen? Am Anfang aller Zeit und des Raumes stand die Singularität. Vor etwa fünfzehn Milliarden Jahren entstanden aus Energie die Dimensionen und die Materie. Der Urknall war der Auslöser dafür. Etwa 10 hoch -32 Sekunden nach der Expansion bildeten sich die X- Teilchen. Sie sind die Urteilchen, aus denen dann die Elektronen, die Photonen und die Neutrinos samt ihrer Antiteilchen entstanden. Die uns bekannten Kräfte wurden erzeugt. Das Universum mißt etwa 300 Meter. Nach ca. 10 hoch -5 Sekunden verbinden sich die Quarks zu Neutronen uind Protonen, die meisten Antiteilchen verschwinden. Ungefähr 200 Sekunden nach dem Urknall fügen sich die Elemtarteilchen zu Wasserstoff und Helium.

Die Physiker haben nicht die geringste Vorstellung, was das Auftauchen des Universums erklären könnte. John Weehler:"Alles, was wir kennen, hat seinen Ursprung in einem unendlichen Energiemeer, das so aussieht wie das Nichts."

Die Quantenleere kennt keine totale Abwesenheit von Materie und Energie. Die Leere im Reinzustand ist lediglich eine Abstraktion. Dies hat zur Folge, daß durch die Äquivalenz von Materie und Energie Zustandsschwankungen postuliert werden können, die neue Teilchen aus dem Nichts auftauchen lassen können. Die Quantenleere ist somit der Schauplatz eines unaufhörlichen Ballets von Teilchen, die in extrem kurzen Abständen  erscheinen und wieder vergehen. Es ist also vorstellbar, daß wenn genügend Energie zugeführt wird aus der Leere Materie entsteht.

Doch woher stammt diese Energie? Warum ist das Universum erschaffen worden? Man streift hier den Rand der metaphysischen Realität.

Schaut man sich nun den gesamten Ablauf an, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, alles liefe nach einer bestimmten Ordnung ab. Zeigt auf ein bestimmtes Ziel hin. Es scheint also logisch, anzunehmen, daß vor dem Urknall eine höhere Ordnung steht. Eine Ordnung, die zerbrach und sich nun anfängt neu zu ordnen. Eine Kraft zur Neuordnung. Was die Physiker vollkommene Harmonie nennen, hat für mich einen anderen Namen. Kann man heute noch Anzeichen für diese Kraft erkennen?

Das Leben

Was ist der Unterschied zwischen einem Stein und einem Schmetterling? Auf der nuklearen Ebene sind sie identisch. Auf der atomaren Ebene scheinen ein paar Unterschiede auf. Die nächste Stufe sind die Moleküle. Der Unterschied ist schon sehr viel größer. Die Makromoleküle sind nicht mehr vergleichbar. Die Ordnung nimmt stetig zu. Es sind ganz einfach mehr Informationen vorhanden. Woher stammen diese Informationen? Der Zufall kann hier keine Antwort geben, weil es Prinzipien gibt, die auf eine Selbstordnung hindeuten, also eine treibende Kraft, die den Zufall nur benutzt, um Varianten entstehen zu lassen, was wiedrum Darwin folgen würde. Das Leben ist berufen, einer aufsteigenden Leiter zu folgen.

Nobelpreisträger für Chemie, Ilya Prigogine hatte folgende Überlegung dazu: Die Unordnung ist kein natürlicher Zustand der Materie! Feindschaft und der Versuch Ihn an seiner Arbeit zu hindern war die Folge dieser These. Er schloß seinen Gedanken aus dem Benard- Experiment. Erhitzt man Wasser, so gruppieren sich die Moleküle, um sechseckige Zellen zu bilden. Doch woher "wissen" einzelne Moleküle, was die anderen, weit von ihnen entfernten Moleküle, zu einem bestimmten Zeitpunkt so anstellen? Kann es nicht so sein, wie es bei Mineralien auch der Fall ist? Was in der Dynamik der Flüssigkeiten (aus dem Chaos entsteht Struktur/Ordnung) möglich ist, muß auch in der Chemie und Biologie möglich sein. Er postulierte die Selbststruktuierung der Materie.

Die Dinge um uns herum verhalten sich wie offene Systeme. Es besteht ein ständiger Austausch von Materie, Energie und Information. Starke Schwankungen konne zwei Folgen haben:

  • Das System wird zerstört
  • Neue innere Ordnung auf höherem Niveau

Entsprechend Prigogine beruht das Leben auf dynamischen Strukturen (dissipative Strukturen), die den Strom von Materie, Energie und Information zersteuen.

Aus philosophischer Sicht bedeutet dies, daß das Universum einen SINN hat, von Zufall kann nicht mehr gesprochen werden, denn "ein aufrichtiger Mensch , der all das uns heute zugängliche Wissen besitzt, müßte einräumen, daß der Ursprung des Lebens einem Wunder gleichzukommen scheint, so viele Bedingungen müssen erfüllt werden, um es in Gang zu setzen." Franzis Crick, NP für Biologie. Die Wahrscheinlichkeit, daß eine Zelle mit ihren zwanzig Aminosäuren, zu denen 2000 Enzyme gehören, eine enge Kette bilden (über Milliarden Jahre hinweg), ist 10 hoch 1000 - also gleich Null.

Die topologische Ladungsstabilisierung bildet die Brücke von der unbelebten zur belebten Natur. Dieses Gesetz beschreibt, daß Moleküle, die in ihren Ketten alternierende Atome enthalten, stabile Systeme bilden. Die ist besonders bei Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff der Fall. Die Aminosäuren bestehen aus diesen Elementen. So geht es nach dem gleichen Prinzip weiter.

Aminosäuren => Peptide, Purane => Nukleotide => RNS => DNS => die ersten primitiven Bakterien.

Was ist die tiefe Ordnung dieser Intelligenz?

Alles nur Zufall?

Das Doppelspalt- Experiment

Man bringt einen Schirm, in dem sich zwei senkrechte Spalten befinden, zwischen eine Lichtquelle und eine Photoplatte. Man läßt die Lichtteilchen eines nach dem anderen die Spalten passieren:

  1. Es läßt sich nicht sagen, welchen Spalt das Teilchen nehmen wird, noch
  2. wo es auf der photographischen Platte auftreffen wird.
  3. Die Bewegungen sind zufällig und unvorhersehbar.

Doch nach ca. 1000 Lichtteilchen bildet sich ein Inteferenzmuster. Jedes einzelne Teilchen verhält sich unvorhersehbar, alle zusammen bilden ein Muster, eine Ordnung. Es ist vergleichbar mit einer Kugel, die an einem Faden hängt. Die Kugel kann unterschiedliche Bewegungen und Orte einnehmen aber nur im Ramen der Länge des Fadens. Der Seltsame Attraktor. Das Doppelspalt- Experiment oder auch Schrödingers Katze:

Schrödingers Katze ist eine der berühmtesten Paradoxien der Quantenmechanik. Hintergrund ist das Problem des klassischen Grenzfalls der Quantenmechanik. Überlagerungszustände, wie sie uns beim Doppelspaltexperiment begegnet sind, treten in der makroskopischen Physik nicht auf. Um dies zu illustrieren, konstruierte Schrödinger sein Katzenparadoson.

Schrödinger schreibt:

 

Eine Katze wird in eine Stahlkammer gesperrt, zusammen mit folgender Höllenmaschine (die man gegen den direkten Zugriff der Katze sichern muss): in einem Geigerschen Zählrohr befindet sich eine winzige Menge radioaktiver Substanz, so wenig, dass im Lauf einer Stunde vielleicht eines von den Atomen zerfällt, ebenso wahrscheinlich aber auch keines; geschieht es, so spricht das Zählrohr an und betätigt über ein Relais ein Hämmerchen, das ein Kölbchen mit Blausäure zertrümmert. Hat man dieses ganze System eine Stunde lang sich selbst überlassen, so wird man sich sagen, dass die Katze noch lebt, wenn inzwischen kein Atom zerfallen ist. Der erste Atomzerfall würde sie vergiftet haben. Man kann es so zum Ausdruck bringen, dass in der Kammer zu gleichen Teilen eine lebende und zugleich tote Katze gemischt oder verschmiert sind.

Oder Auch das Suarez’ Experiment: Es wird immer verwirrender. Steht hinter allem eine Intelligenz, die die Geschehnisse steuert? Was ist das das Suarez’ Experiment? Er hatte sich einen Versuchsaufbau ausgedacht, bei dem er zwei Photonen in entgegengesetzte Richtungen schicken konnte. Ein Labyrinth von halbdurchlässigen Spiegel wurde per Zufall gesteuert. Mal durchlässig, mal nicht. Wurde nun das eine Photon aufgehalten, so war auch die Reise des anderen zu Ende. Woher stammen die Informationen? Wie beeinflussen sich die Teilchen gegenseitig? Hier mehr dazu: Suarez` Experiment

Kein Mensch käme auf die Idee zu glauben, dass man "durch Wände" gehen kann. Solche "paranormalen" Phänomene gibt's höchstens im Film, oder in der Quantenwelt... und hier heißt das "Tunneleffekt".

Um ein Hindernis zu überwinden, muss man in unserer Alltagswelt schon drüberspringen oder auch darum herum gehen. Nicht so als Quantenobjekt: Hier könnten wir  auch - mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit - direkt durch die imaginäre Wand "tunneln" und käme trotzdem auf der anderen Seite an. Die Wahrscheinlichkeit ist klein - aber nicht Null.

Der Tunneleffekt beschreibt also die prinzipielle Unmöglichkeit, Objekte auf Dauer in einem Raumbereich einzuschließen. In der Quantenwelt gibt es keine lebenslänglichen Gefangenen...

Im Jahre 1963 machte der Meteorologe Edward Lorenz eine folgenschwere Entdeckung. Er gab in seinen Computer mehrere Wetterdaten ein, um daraus eine Vorhersage zu erstellen. Weil die Maschinen dieser Zeit noch sehr langsam arbeiteten, rundete Lorenz die Daten hinter dem Komma auf drei Stellen ab. Da die Computer jener Tage auch unzuverlässig arbeiteten, misstraute Lorenz den Ausdrucken seines Rechners. Er startete ihn deshalb nicht mit den Endergebnissen des Vortags, sondern mit Zwischenwerten. Der Computer rechnete also die Wetterdaten für einen gewissen Zeitraum doppelt aus. Wichen die Wetterszenarien in dieser Zeitspanne voneinander ab, dann war offensichtlich etwas falsch - sagte sich Lorenz. Tatsächlich hatten die beiden Kurven nichts mehr gemein. Seltsamerweise war der Computer aber in Ordnung: wenn Lorenz wieder die gleichen Anfangswerten eingab, spuckte der Rechner exakt die gleichen Zahlenkolonnen aus. Lorenz hatte den Fehler bald herausgefunden. Der Computer rechnete mit mehr Stellen hinter dem Komma als Lorenz eingegeben hatte. Der Unterschied von einem Hundertstel Prozent - das entsprach etwa einem leichten zusätzlichen Windhauch - hatte in kurzer Zeit die gesamte Vorhersage durcheinandergebracht. Das Phänomen ist als "Schmetterlingseffekt" in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen.

 

Das Leben brauchte es heiß

Vor vier Milliarden Jahren entwickelten sich die ersten Lebensformen auf der Erde. Damals hat unser Planet regelrecht vor Hitze geglüht. Heiße Schwefelquellen auf Island vermitteln noch heute einen Eindruck, wie es damals aussah. In solchen heißen Quellen wurden die kleinsten bisher bekannten Lebewesen entdeckt – Archaebakterien. Sahen so die allerersten Lebensformen auf der Erde aus? [mehr]

 

 

Leben aus dem Eis

Mit wissenschaftlichen Theorien ist’s wie so oft im wahren Leben: Leider ist’s nicht immer so eindeutig, wie man’s gern hätte. Während einige Forscher überzeugt sind, dass das Leben unter heißen Bedingungen entstanden ist, spricht auch einiges dafür, das die ersten Moleküle des Lebens sich nur unter eisigen Bedingungen entwickeln konnten.
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Doch zurück zum eigendlichen Thema. Unser gesamtes Universum hängt entscheidend von etwa 15 Parametern ab, die, wenn sie nicht genau so wären wie sie sind, unsere Existenz nicht ermöglicht hätten. Wir rühren hier an das große Geheimnis: Es handelt sich um die Lichtgeschwindigkeit, die Gravitation, den absoluten Nullpunkt, die Plancksch Konstante usw. Sie Lassen sich auf die vier Grundkräfte reduzieren.

 Wir kennen den Wert einer jeden dieser Konstanten mit bemerkenswerter Genauigkeit. Wäre aber nun eine einzige dieser Konstanten geringfügig anders so gäbe es uns nicht. Wenn wir die Kernkraft um knapp 1% erhöhen würden, könnte sich der Wasserstoff nicht bilden => keine Sonnen => keine Energiequellen! Diese kleine Bandbreite der Toleranzen in denen sich unser Universum gebildet hat gilt für alle bekannten Parameter. All dies bestärkt mich in der Annahme, das das SEIN nicht eine Zufälligkeit oder Fluktuation des Zufalls sein kann. Das Universum "wußte", daß der Mensch zu seiner Zeit kommen würde.

Doch zurück zu unserem Schlüssel. Durch die Quanten- Ära kommen wir zu einer neuen Auffassung seiner Entität (lat. entitas: „Wesen“, „Seiendes“), die zu einer anderen Welt zu gehören scheint. Was ist jenseits seiner uns so vertrauten festen Substanz, die doch nur ein Irrtum unseres Bewußtseins ist, da der Zwischenraum innerhalb der Atome aus denen sie besteht unserer Vorstellung verborgen bleibt. Stellt man sich den Atomkern auf die Größe eines Kirschkerns vergrößert vor, so kreisen die Elektronen zwischen Barcelona und Brüssel. Lassen wird das Atom auf 200 Meter anwachsen, so hat der Kern dorch erst die Größe eines Staubkorns. Es ist also vor allem Leere aus der er und wir bestehen. Beschießen wir eine Photoplatte mit einem Elektron, so hinterläßt dieses eine gepunktete Spur. In Wirklichkeit existiert diese Elektron aber gar nicht. Die Quantenmechanik sagt: "Das Postulat eines ´Teilchens, das eine unabhängige Existenz hat, ist zwar eine bequeme, aber unbegründete Übereinkunft". Die gepunktete Linie wird nicht durch ein Elektron, sondern durch Felder erzeugt, die miteinander in Wechselwirkung stehen. In der Physik spielt der Begriff Feld eine zentrale Rolle. Ein Feld besteht aus einem Raum, der leer oder stofferfüllt sein kann, und messbaren physikalischen Eigenschaften, die jedem Raumpunkt zugeordnet werden können. Die physikalischen Größen können auch mehrkomponentig sein, wie bei der Geschwindigkeit. Diese physikalischen Größen nennt man Feldgrößen.

Wir sind am Rand der materiellen Welt angelangt. Wir sehen diese winzigen Entitäten die wir Quarks nennen. Quarks sind die elementaren Bestandteile (Elementarteilchen), aus denen Hadronen aufgebaut sind. Zusammen mit den Leptonen gelten sie heute als die fundamentalen Bausteine, aus denen alle Materie aufgebaut ist.1964 postulierte der Caltech-Physiker Murray Gell-Mann zusammen mit seinem Kollegen George Zweig die Existenz der Quarks, deren Bezeichnung er auch prägte. Den Namen Quark entnahm er dem (Nonsens-)Satz „three quarks for Muster Mark“ in James Joyces Finnegans Wake (Joyce wiederum scheint den Quark aus Goethes Faust zu haben: „In jeden Quark begräbt er seine Nase“. Gell-Manns Kollege Richard Feynman wollte die Teilchen partons (Partonen) – wie in Dolly Parton – nennen, wurde jedoch überstimmt. Gell-Mann erhielt 1969 den Nobelpreis für Physik). Es sind die Grundbausteine die wir noch als "etwas" bezeichnen können. Was ist dahinter? Die Quantentheorie sieht im Realen lediglich eine Wechselwirkung, die durch Bosonen (Was sind Bosonen) Kräfte transportiert, die wiederum Fermionen dazu bringt Materiefelder zu bilden. Doch bleibt immer noch die Frage nach dem Ursprung. Hier beginnt der Bereich des Geistes. Wir nähern uns dem spirituellen Bereich. Auch die Physiker beginnen zu erkennen, daß die Realität ein Tanz von Vergehen und Werden ist. Ein Aufscheinen von Phänomenen, ein Mummenschanz, der die wahre Realität hinter einem Schleier verbirgt. Und dennoch ist alles geordnet, um uns auf der Bühne des Lebens geeignete Kolissen bereitzustellen. Wir glauben frei zu sein und sind es in keinster Weise. Wir unterliegen diesen Gesetzen. Und doch werden wir sehen, daß es eine Wahlmöglichkeit gibt. Denn wir leben nicht in einem determinierten Universum.  

Materie und Geist

Schauen wir uns nochmal das Doppelspalt- Experiment Schritt für Schritt an. Wie können unzählige voneinander getrennte Teilchen ein Muster bilden? Macht man dieses Experiment mit kleinen Kugeln, so erhält man auch ein Muster. Es ist aber völlig verschieden von dem der Photonen. Bei Kugeln erscheinen als graphische Auswertung zwei sich überlappende Gausche Normalverteilungen mit jeweils sehr ausgeprägtem Mittelwert für Spalt eins und zwei. Wie kann es aber zu Streifen kommen?

Wir decken zunächst eine der beiden Spalte ab, zB. den linken. Wir schießen nun ein Photon ab. Durch die Newtonschen Gesetze sollte es uns gelingen, den Aufschlagspunkt zu berechen, da wir Ursprung, Richtung und Geschwindigkeit kennen. Wir öffen nun den linken Spalt, schießen wieder ein Photon auf den rechten Spalt ab. Es ist immer noch dieselbe Richtung von dem selben Ursprung ausgehend mit derselben Geschwindigkeit. Der einzige Unterschied besteht darin, daß nun der zweite Spalt geöffnet ist. Das Photon sollte an derselben Stelle auftreffen wie beim ersten Versuch. Das tut es aber nicht. Es geht alles so vor sich, als währe durch die Öffnung des zweiten Spaltes etwas Grundlegendes verändert worden. Wie hat das Photon "entdeckt", daß der zweite Spalt geöffnet wurde? Wie wird die Information darüber, was überall anderswo geschieht, gebündelt, um zu bestimmen, was sich wahrscheinlich hier ereignet?

Evan Walker stellte 1970 folgende These auf: Bewußtsein läßt sich allen Quantenphänomenen zuordnen...; da jedes Ereignis in letzter Instanz das Ergebnis eines oder mehrerer Quantenereignisse ist, ist das  Universum von einer fast unbegrenzten Zahl bewußter, ( im mathematischen Sinn) diskreter, im allgemeinen nicht denkender Entitäten bewohnt, die für das Funktionieren des Universums verantwortlich sind. Diskretheit (von lat. discretus = unterschieden, getrennt) bezeichnet allgemein eine räumliche oder zeitliche Trennung von Objekten oder Ereignissen. Diskretheit ist nicht zu verwechseln mit Diskretion, der Geheimhaltung von Wissen über andere Personen. Ein diskretes Signal besteht aus zeitlich oder räumlich getrennten Teilen, zum Beispiel sind Rauchzeichen und Morsezeichen diskret. Zu unterscheiden ist das Signal vom Signalträger, der bei der elektrischen Übertragung von Morsezeichen ein kontinuierlicher elektrischer Strom ist. Diskrete Signale sind seit der Erfindung des Computers meist auch digital, d.h. sie bestehen aus einer Abfolge von zwei verschiedenen Werten. Auch wenn man nicht so weit gehen mag, ist es doch verwirrend festzustellen, daß sich die Realität mit dem Standpunkt der Beobachtung zu verändern scheint. Denn versuche ich zu beobachten welchen Spalt unser Teilchen genommen hat, so kann ich kein Inteferenzmuster feststellen (es verhält sich wie ein Teilchen). Beobachte ich die Bahn die es genommen hat, so verhält es sich wie eine Welle und es bildet sich das Muster. Man hat den Eindruck die Teilchen wissen, daß man sie beobachtet und dazu noch auf welche Weise. Ob man von Bewußtsein sprechen kann ist fraglich. Aber dennoch ist es so, daß ein Teilchen nur dann als punktuelles Objekt im Raum existiert, wenn es direkt beobachtet wird. Es ist eine Wahrscheinlichkeitswelle, die mit sich selbst interferiert. Das Teilchen hat ein Wissen um die Versuchsanordnung und entscheidet sich im letzten Moment wie es erscheint. Niels Bohr sprach von verschiedenen Welten, die Erscheinen und wieder verschwinden.

Aus philosophischer Sicht kann man neben unserer Realität verschiedene Universen vermuten, parallele Welten. In diesem Fall würden wir uns auf einem schmalen Pfad zwischen diesen Realitäten bewegen. Oder man ist wieder beim Geist des Beobachters der über Entstehen und Vergehen entscheidet, auf Grundlage und in Wechselwirkung mit einem transzendenten Geist, den wir Gott nennen. Gott würfelt nicht, wir sind es, die die Würfel in der Hand halten und sie in die richtige Richtung rollen lassen.

Eine oder mehrere Welten?

Wie würde die Welt aussehen, wenn Adolf Hitler nicht geboren worden währe? Wenn H.L.Oswald Ladehämmungen gehabt hätte? Manchmal reichen kleine Abweichungen von der Realität, wie sie jetzt herrscht, um die Dinge vollständig zu ändern. Hierzu nochmal das Gedankenexperiment mit der Katze. Es ist alles offen bevor wir in die Kiste hineinschauen. Die Katze ist zu 50% tot und zu 50% lebendig. Ein Zustand der uns in Verwirrung bringt. In der Quantentheorie existieren alle diese Zustände; aneinandergrenzende Welten. Die Kopenhagener Deutung geht davon aus, daß sich in dem Moment des Öffnens der Kiste eine Realität minifestiert und die andere verschwindet, wohingegen für die Theoretiker der vielen Welten alles real ist. Eine unendliche Anzahl von Welten, die sich ständig variieren und divergieren. Eine sehr viel kompliziertere Vorstellung. Wenige Physiker halten bis heute daran fest. Was aber bewirkt den Kollaps der anderen möglichen Welten, dieser virtuellen Welten, die nur eine Möglichkeit auf unserem Weg zum SEIN sind. Die uns die Wahlmöglichkeit eröffnen, die uns zwischen Gut und Böse in dieser dualistischen Welt entscheiden lassen. Man kann nach all dem doch sagen: "Die Phänomene sind nicht inhärent existent"!

Alles hängt mit allem zusammen

Um Jahr 1851 vollzog der Physiker Léon Foucault ein ungewöhnliches Experiment, um die Drehbewegung der Erde zu beweisen. Er befestigte im Gewölbe des Pantheons an einem Faden einen Stein und ließ ihn schwingen. Er stellte fest, daß die Schwingungsebene sich über den Tag verschob. Sie ähnelte einer Rosette. Das Pendel begann sich in Ost- West- Richtung zu bewegen und änderte seine Richtung dann langsam in Nord- Süd. Er konnte damit die Drehbewegung der Erde nachweisen, denn nicht das Pendel änderte die Ebene in der es schwang, sondern der Boden unter dem Pendel drehte sich unter ihm weg. Aber aus dem Versuch läßt sich noch etwas anderes ableiten. Betrachtet man dieses Pendel und seinen Fixpunkt, so muß man zugeben, daß das Sytem mit dem ganzen Universum verbunden ist. Die Erde, der Mond, unser Sonnensystem, und die Milchstraße, die anderen Galaxien bis hin zum großen Attraktor haben einen bestimmten Einfluß auf unsere Versuchsanordnung. Es besteht eine Wechselwirkung. Man muß zugeben, daß mit unserem Pendel und allen Atomen in unserem Universum eine Verbindung besteht. Jedes Teil beinhaltet so zu sagen das Ganze.

Foucaultsches Pendel in einem Museum

(Das Pariser Panthéon ist ein Gebäude in Paris, in dem viele der wichtigsten Franzosen begraben liegen. Es wurde von 1764 bis 1790 durch den Architekten Jacques-Germain Soufflot auf dem Genovevaberg, der Montagne Sainte-Geneviève, errichtet) (Das Winkelmaß ist ein relativ unscheinbares Sternbild südlich des markanten Skorpions. Keiner seiner Sterne ist heller als die 4. Größenklasse. Durch das Winkelmaß zieht sich das Band der Milchstraße, daher enthält es eine Vielzahl von nebligen Objekten, wie offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen und Gasnebel. In Richtung des Winkelmaßes, fast verborgen durch unsere Milchstraße, befindet sich ein Galaxienhaufen. Der so genannte Norma-Haufen (Abell 3627) ist eine riesige Ansammlung von Galaxien in einer Entfernung von etwa 200 Millionen Lichtjahren. In ihm liegt das Zentrum des so genannten Großen Attraktors, auf den sich „unser“ Galaxienhaufen (der Virgo-Haufen) zubewegt. Das Winkelmaß liegt so weit südlich, das es von Mitteleuropa aus nicht beobachtet werden kann.)

Die Quantenphysik bestätigt uns, daß alles mit allem zusammenhängt. Das legt den Gedanken nahe, daß die Leerheit des Raumes im eigentlichen Sinn nicht existiert. Der Begriff der Untrennbarkeit tauchte in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf. Er führte sogar bei Albert Einstein zu heftigen Reaktionen. Er und einige seiner Kollegen erarbeiteten das ERP- Experiment. Folgende These steht dahinter: Ließe man zwei Elektronen voneinander abprallen, so daß sie in entgegengesetzte Richtungen fliegen, so kann man nach einiger Zeit Messungen an Elektron A vornehmen und damit auch B bestimmen. Hält man sich nun an die Quantenphysik, so Einsteins Kritik, so können wir unmöglich wissen, welche Richtung A nehmen wird, bevor nicht ein Meßinstrument es beobachtet hätte. Wie soll aber nun B im voraus die Bahn von A kennen um genau im Augenblick der Messung in die engegengesetzte Richtung zu fliegen? Er hielt das alles für ausgemachten Blödsinn.

Doch 1982 sollte sich die Blickrichtung ändern. Alain Aspect konnte beweisen, das Elektron B in Verbindung mit A stehen muß. Der Zwilling auf der einen Seite weiß unmittelbar was seinem Zwillingsbruder auf der anderen Seite geschieht. Wird der eine polarisiert, so polarisiert sich auch der andere, obwohl mehrere Meter dazwischen liegen. Und ... für die kleinen Teilchen sind Meter, das was für uns Planetenabstände sind! Die Experimente wurden sogar verschärft durchgeführt und würde zeigen: Der Zwilling weiß bereits, was seinem Bruder in Zukunft angetan wird. Aspect arbeitete gemeinsam mit Jean Dalibard und Gérard Roger, mit denen er von der Möglichkeit einer Kommunikation räumlich und zeitlich getrennter Teilchen in Überlichtgeschwindigkeit ausging. Diese Hypothese konnte später bestätigt werden. Aspect befasste sich mit dem EPR-Effekt. In einem Experiment 1982 konnte er nachweisen, dass die Bellschen Ungleichungen nicht verletzt werden. Aspect arbeitet in Paris. Er ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Frankreich.

  Doch wie kann eine Kommunikation mit Überlichtgeschwindigkeit überhaupt möglich sein? Zwei Thesen:

  1. Das Photon teilt seinem Bruder mit Überlichtgeschwindigkeit mit, was ihm zugestoßen ist. Diese These gilt heute als verworfen.
  2. Es besteht eine dauerhafte Verbindung. Beispiel: Verbrenne ich mir die linke Hand, so werde ich auch die rechte Hand aus dem Gefahrenbereich nehmen, weil meine beiden Hände Teil der Totalität meines Organismus sind.

Wir sind also alle über ihn verbunden...

Materialismus und Spiritualismus

Diese beiden Denkrichtungen standen lange im Widerstreit.

  • Materialismus => Er erklärt die den Menschen umgebende Welt und die in ihr ablaufenden Prozesse ohne geistige bzw. immaterielle Elemente (wie beispielsweise Gott), die sich dem naturwissenschaftlich reproduzierbaren wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn entziehen.
  • Spiritualismus => Ein Spiritualismus steht entgegengesetzt zu Formen des Materialismus. Mit Spiritualist wird derjenige bezeichnet, der an das, was über der Materie liegt, wie etwa Geist, Seele, glaubt.
  • Realismus => Für den Realisten existieren Gegenstände eines bestimmten Typs unabhängig von uns.
  • Idealismus => in der Philosophie eine monistische Anschauung, die die Welt und das Sein als Idee, Geist, Vernunft oder Bewusstsein und die Materie nur als deren Erscheinungsform versteht

Eine Synthese aus den vier Denkrichtungen, einerseits den Lehren über die Natur, auf der anderen Seite die Erkenntnistheorien. Eine Verbindung kann hier der Metarealismus sein, der sie miteinander versöhnt.

Der Materialismus beginnt genau dann, wo der Träumer sich seiner selbst und seines Traums bewußt wird.

  • Geist und Materie bilden ein und dieselbe Realität;
  • der Schöpfer diese Universums aus Geist und Materie ist tanszendent ( Im Buddhismus tritt das Transzendenz-Prinzip in der Darlegung von relativer und absoluter Wirklichkeit auf. Die relative Wirklichkeit bezeichnet dabei die Welt so, wie sie von unerleuchteten Wesen wahrgenommen wird. Die Erfahrung absoluter Wirklichkeit manifestiert sich in Nirvana und wird mit Eintritt der Erleuchtung dauerhaft.);
  • die Realität "an sich" dieses Universums ist nicht erkennbar

Thomas von Aquin hat schon im Mittelalter versucht, das was geglaubt wird und das was gewußt wird, miteinander in Einklang zu bringen. Zitate:

"Die Offenbarung Gottes zeigt uns mehr, was er nicht ist als was er ist." - De anima

"Unser erkennender Geist spannt sich, indem er etwas erkennt, in's Unendliche aus."

"Wiewohl die Seele eher zu Gott geführt wird durch die Erkenntniskraft als durch liebende Hinwendung, so erreicht ihn doch die liebende Hinwendung vollkommener als die Erkenntniskraft."

Im Gegensatz dazu steht die Lehre des Meister Eckehart. Das wesentliche Moment ist das Denken in prozesshaften Strukturen. Damit tritt Eckhart in scharfen Kontrast zur Substanzontologie des Thomas von Aquin. Während bei Thomas Gottes Sein sein (Gottes) Denken begründet, ist das Verhältnis Eckharts umgekehrt: Gottes Denken begründet sein Sein. Das Sein steht nun nicht mehr im Unterschied zu dem Denken Gottes, sondern ist integrativer Bestandteil.

Als Mitte des 20. Jahrhunderts Daisetz Suzuki den Buddhismus in Europa bekannt machte, schreibt er über die Predigten von Meister Eckehart: "Die darin geäußerten Gedanken waren buddhistischen Vorstellungen so nahe, dass man sie fast mit Bestimmtheit als Ausfluß buddhistischer Spekulation hätte bezeichnen können." (Suzuki, 1960)

Und C.G.Jung sagt:

"Alle Menschen beobachten Dinge, die ihnen ungewohnt sind, schlecht. [...] Die menschliche Beobachtung leistet nur dann etwas, wenn sie für ein bestimmtes Gebiet geübt ist."

"Da Nachprüfen und Nachdenken so umständlich und schwierig sind, so urteilt man lieber unbeschwert und realisiert nicht, dass man bloß projiziert und somit sich selber zum Opfer eines närrischen Illusionstricks macht."

"Die Antike konnte Körper und Seele noch zusammenschauen als eine ungetrennte Einheit, weil eben der heidnische Mensch jener primitiven Urzeit näher stand, wo noch kein Riss durch die Persönlichkeit ging und wo der Mensch noch als ungeteilte Einheit in kindlicher Unschuld und Unverantwortlichkeit erleben konnte."

"Die Empfindung stellt fest, was tatsächlich vorhanden ist. Das Denken ermöglicht uns zu erkennen, was das Vorhandene bedeutet, das Gefühl, was es wert ist, und die Intuition schließlich weist auf die Möglichkeiten des Woher und Wohin, die im gegenwärtig Vorhandenen liegen."

"Natürlich denkt jede Zeit, alle früheren Zeiten seien voreingenommen gewesen, und heute denkt man dies mehr denn je und hat damit ebenso unrecht wie alle früheren Zeiten, die so dachten. Wie oft schon hat man es erlebt, dass die Wahrheit verdammt wurde. Es ist traurig, aber leider wahr, dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Diese Tatsache wird uns die größten Schwierigkeiten bereiten, denn wenn wir uns anschicken, in einer so dunklen Sache ein irgendwie erleuchtetes Erfahrungsmaterial zu sammeln, so werden wir es ganz sicher dort finden, wo alle  uns versichert haben, dass nichts zu finden sei."

Warum gibt es etwas und nicht nichts?

Was haben wir im Verauf dieser kurzen Reise zu Gesicht bekommen? Je weiter man sich dem Mikrokosmos unserer Welt nähert, desto unglaublicher werden die Verhältnisse. Ursache und Wirkung werden aus ihrem uns bekannten Zusammenhang gerissen. Dinge tauchen auf und vergehen wieder. Wir haben uns durch Erkenntnis an den Rand des Denkbaren bewegt.

Für mich bleibt ein Gefühl der Heimkehr, wenn ich mir die Zusammenhänge vor Augen führe. Und trotz aller Verwirrung ist Ordung; und Determinismus in einer dualen Welt, die den Zufall benutzt, um uns frei zu machen. Alles ist in allem vorhanden. Wie in einem Hologramm, daß, wenn man es in kleine Stücke teilt, doch im kleinsten Rest noch das Abblild des ursprünglich Ganzen zu erkennen läßt. Frei in Gedanken und Handlungen; und es bleibt eine Verbundenheit zu dem Schöpfer, der in aller Ungerechtigkeit Recht spricht und uns Freiheit verspricht in den von ihm gesetzten Grenzen, um uns auf ein Ziel hinzuführen, das wir erst erkennen, wenn wir eine neue Stufe der Bewußtwerdung erreicht haben. Ich glaube, wir sind getrennt worden, um zu wachsen, zu erkennen, zu werden, um in fernster Zukunft wieder eins zu werden. Wir sind getrennt worden, um zu werden was wir einst waren.

Kurz vor seinem Tod murmelte Henri Bergson folgen den Satz: "Das Universum ist eine Maschine, um Götter hervorzubringen..." Das war sein letzter philosophische Seufzer.

 

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und uns hilft, zu leben.

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten.

An keinem wie an einer Heimat hängen.

Der Weltgeist will nicht fesseln und uns engen,

Er will uns Stuf ` um Stufe heben, weiten (H. Hesse, Stufen)

 

Kapitel 14

Und dies mag man sagen vom Menschen - wenn Theorien sich ändern und zusammenbrechen, wenn Schulen, Philosophien, wenn enge dunkle Wege des nationalen, religiösen, ökonomischen Denkens wachsen und zerfallen, greift und strauchelt der Mensch vorwärts, unter Schmerzen manchmal und umsonst. Wenn er vorwärts geschritten ist mag er zurückgleiten, aber nur einen halben Schritt, niemals den ganzen. Dies soll man sagen vom Menschen und es wissen. Dies soll man wissen, wenn aus den schwarzen Flugzeugen die Bomben auf den Marktplatz fallen, wenn Gefangene getreten werden wie die Schweine, wenn zerschossene Körper sich wälzen im Staub. Dann soll man`s wissen. Wäre der Schritt nicht getan, wäre der vörwärts strauchelnde Wille nicht am Leben, so würden keine Bomben fallen und keine Kehlen durchgeschnitten werden.

 

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