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Das Mittelalter
Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt.
Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus.
Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.
Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale:
Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts.
Seit dem 19. Jahrhundert ist es im deutschsprachigen Raum üblich, das Mittelalter grob in drei Phasen zu gliedern:
Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)
Im Frühmittelalter fanden viele einschneidende Entwicklungen statt. So wird Europa bis etwa 600 weitgehend christianisiert, hauptsächlich durch die Tätigkeit irischer Missionare. Etwa um 500 beginnt unter König Chlodwig, der mit seinem Volk geschlossen zum Christentum übergetreten war, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, das sehr bald auf den Überresten des Weströmischen Reiches und der Reiche der anderen germanischen Völker seine Vorherrschaft in West- und Mitteleuropa begründet. Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellt die Krönung Karls des Großen zum römischen Kaiser durch den Papst an Weihnachten des Jahres 800 dar. Nach seinem Tod 814 zerfällt das fränkische Reich allmählich. Aus seiner westlichen Hälfte entsteht das spätere Frankreich, während sich aus der Osthälfte später das "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation" entwickelt. Daneben erhält der Papst durch die sogenannte Pippinische Schenkung 754 neben seiner geistlichen auch nun auch weltliche Macht, was in Zukunft des öfteren zu Spannungen zwischen den Königen und dem Papst führen sollte.
Wichtige Quellen zum Thema MITTELALTER sind im großen Umfang gesammelt in der Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein Gedächtnisausgabe (FSGA). Wichtige Quellen stellen u.a. neben der Geschichtsschreibung auch Constitutionen und andere Aktenquellen sowie Regesten dar.
Eine hervorragende Bibliographie findet sich hier (erstellt vom Historischen Seminar der Uni. Bonn) sowie hier (Uni. Tübingen; umfangreiche Liste mit Quellen- und Literaturangaben). Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.
Billunger (Wychmannus comes) 
Die Billunger sind ein sächsisches Adelsgeschlecht aus dem frühen Mittelalter. Sie werden in die älteren und jüngeren Billunger unterteilt, wobei der verwandtschaftliche Zusammenhang zwischen beiden nicht endgültig geklärt ist. Sie sind vermutlich Nachfahren von Widukind.
Die älteren Billunger, deren Stammlande sich im Wetigau befanden und die zu den führenden Familien Ostsachsens gehörten, traten zur Zeit Karls des Großen auf. Erster namentlich bekannter Billunger ist Graf Wichmann Billing (Wychmannus comes), der 811 Verhandlungen an der Eider geführt haben soll. Wichmann II. war Graf im Hamaland. Sein Sohn Graf Egbert († 932), vermutlich der Großvater von Hermann Billung, bekam von König Arnulf Land im Bardengau zugewiesen. Ihm folgte als Herzog sein Sohn Bernhard I. Dieser erwirbt durch Heirat mit Hildegard von Stade das Land Hadeln . Aus dieser Ehe stammt Herzog Bernhard II. (gest.1059). Sein Sohn, Herzog Ordulf, regierte bis 1072. Zur Familie gehört auch der "princeps" Billung, der durch seine Tochter Oda († 913) der Schwiegervater des sächsischen Grafen Liduolf († 866) wurde, des Stammvaters der Liudolfinger.
In der 1. Hälfte der 10. Jahrhunderts stiegen die jüngeren Billunger in der gleichen Region zu Einfluss auf, Machtbasis waren der Eigenbesitz der Familie sowie die gräflichen Rechte an der Elbe, um Lüneburg und an der Oberweser. Hermann Billung († 973) wurde 936 von König Otto I. der Grenzschutz an der unteren Elbe, der nach ihm benannten Mark der Billunger, beauftragt, danach auch mehrfach mit der Wahrnehmung der königlichen Interessen im Herzogtum Sachsen. Diese Stellvertretung konnte er 961 mit herzoglichen Rechten ergänzen.
Der letzte männliche Billunger, Ordulfs Sohn Herzog Magnus (1072-1106), stand von 1073-1075 in Opposition zu den Saliern, was den Rückgang der Einflusses der Familie zum Ende des 11. Jahrhunderts nach sich zog. Nach seinem Tod wurde der Besitz aufgeteilt: Das Herzogtum fiel an Lothar von Supplinburg, den späteren Kaiser, die Familiengüter durch die Ehen der Töchter der Herzogs an die Askanier und Welfen, die dadurch ihre vorherrschende Stellung in Sachsen und Thüringen begründeten.
In der Forschung spricht man wie selbstverständlich von den verschiedenen 'Zweigen' der BILLUNGER, vom Hermann- und vom Wichmann-Zweig, und betont, dass sie sich einander feindlich gegenübergestanden hätten. Man zitiert dazu vor allem die Berichte Widukinds von Corvey über die Auseinandersetzungen Hermann Billungs mit den Nachkommen seines Bruders Wichmann, oder ruft die Beteiligung Egberts des Einäugigen an den Aufständen Heinrichs des Zänkers in Erinnerung und bemerkt dazu, dass ein Verwandter, Herzog Bernhard I., zur gleichen Zeit einer der Hauptvertreter der königlichen Partei gewesen sei. Gleichzeitig ist jedoch zu konstatieren, dass Egbert und Bernhard gemeinsam aktiv wurden, wenn es sich um Belange der Sippe handelte, oder dass Bernhard II. nach der Ermordung Wichmanns III. im Jahre 1016 die Vormundschaft über dessen Nachkommen übernahm. Dies deutet darauf hin, dass das Zusammengehörigkeitsbewußtsein der Sippe durchaus nicht zerstört war.
Die 'BILLUNGER' traten offensichtlich erst zu einem Zeitpunkt in die Geschichte ein, als die Akkumulation ihrer Machtpositionen bereits ein erhebliches Ausmaß angenommen hatte. Von den drei Brüdern Hermann, Wichmann und Amelung, den ersten bekannten 'BILLUNGERN', wurde Hermann im Jahre 936 von OTTO DEM GROSSEN als princeps militae eingesetzt. Wichmann soll eine Schwester der Königin Mathilde geheiratet haben. Damit knüpften die BILLUNGER nach der Meinung der Forschung verwandtschaftliche Beziehungen zum Königtum und zu den 'Nachfahren Widukinds', dem höchsten sächsischen Adel also. Die Reaktion Wichmanns auf die Ernennung seines Bruders Hermann zum princeps militiae - Wichmann zog sich verärgert aus dem Heere OTTOS DES GROSSEN zurück und schloß sich einige Zeit später dem Aufstand Eberhards von Frankem an -, zeigt, dass die BILLUNGER bereits 936 Ansprüche auf hohe Führungsstellen zu haben glaubten. Überdies wurde der 3. Bruder, Amelung, im Jahre 933 zum Bischof von Verden erhoben. Damit erhielten die BILLUNGER den Bischofssitz in der unmittelbaren Nähe ihres Herrschaftszentrums besetzt, und dies nicht nur einmal: auch der Nachfolger Amelungs, Bischof Brun, war nachweislich ein Verwandter der BILLUNGER. Die Konzentration billungischer Macht im Raum Verden/Lüneburg war also schon zu Beginn der Regierungszeit OTTOS DES GROSSEN weit fortgeschritten. Dennoch ist es in der Forschung trotz vielfacher Bemühungen nicht gelungen, den Vater der drei Brüder namhaft zu machen. Erst im 13. Jahrhundert wird im Chronicon St. Michaelis der Name genannt: Er soll Billing geheißen haben. Die Nachricht ist auf Skepsis gestoßen, da der Name später in der Familie der BILLUNGER nicht mehr belegt ist und außerdem dieser Billing in zeitgenössischen Quellen nicht nachgewiesen werden kann. Wir stehen also vor der merkwürdigen Tatsache, dass trotz der hervorragenden Stellung der drei Brüder von ihren Vorfahren in der Überlieferung keine Notiz genommen wurde. Zumindest lassen sie sich als solche dort bisher nicht erkennen.
Zum Schluß dieser den Anfängen des billungischen Gedenkens geltenden Untersuchungen sei noch eine Beobachtung mitgeteilt, die in diesem Zusammenhang nicht unwichtig zu sein scheint. Es ist schon oft vermutet worden, dass Widukind von Corvey ebenfalls zu den Nachfahren Widukinds zu rechnen sei. Damit würde er jedoch ebenfalls zu dem Verwandtenkreis gehören, der sich in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts im Lüneburger Necrolog nachweisen läßt. Auch weist die plastische und anteilnehmende Schilderung, die Widukind den Rebellen Wichmann und Egbert zukommen ließ, nachdrücklich darauf hin, dass bei ihm in diesen Fällen mehr als nur historiographisches Interesse an den handelnden Personen anzunehmen ist. Schließlich waren es ja auch, wenn die Beobachtungen der Forschung richtig sind, seine Verwandten. Wir hätten in Widukind also ein weiteres Mitglied der Verwandtengruppe vor uns, das im Corveyer Konvent seine geistliche Laufbahn begann.
Der Wetigau ging in der Grafschaft Schwalenberg auf.
Zur Zeit der Merowinger umfasste das Hamaland, das nach dem germanischen Stamm der Chamaven benannt war, neben dem westlichen Münsterland noch Gebiete an Rhein und Ijssel, zwischen Elten (Stadt Emmerich am Rhein, Kreis Kleve) und Deventer (NL). Im 9. und 10. Jahrhundert etablierte sich hier die Grafschaft Hamaland, die aber im 11. Jahrhundert geteilt wurde und in anderen Territorien aufging.
Das regionale Bewusstsein für das Hamaland ist nur schwach ausgeprägt, erlebt aber in den letzten Jahren eine Renaissance, auch durch Gründung einer Euregio, die aber räumlich weit über das (heutige) Hamaland hinaus geht und zum Beispiel auch Enschede, Bocholt und Dülmen umfasst. Die Bezeichnung Hamaland findet sich etwa in Sportvereinen, Musik-Clubs und regionalen Unternehmen sowie bei der 253km langen Hamaland-Route, einer ausgeschilderten Rundstrecke für Touren mit dem Pkw. Die Hamaland-Identität pflegt unter anderem das Hamaland-Museum in Vreden, ein Heimatmuseum, das zugleich Kreismuseum des Kreises Borken ist.


Nachdem der Spatharius Arsasius, so hieß nemlich der Gesandte des Kaisers Niciforus, seinen Auftrag beendet hatte und wieder entlassen war, wurden zur Befestigung des Friedens vom Kaiser der Bischof Haido von Basel, der Graf Hugus von Tours und der Langobarde Aio von Friaul nach Konstantinopel abgesandt, mit ihnen reiste der Spatharius Leo, ein Sicilianer von Geburt, und der Herzog Willeri von Venedig, von denen der eine vor zehn Jahren aus Sicilien zum Kaiser während seines Aufenthalts in Rom geflohen war und nun nach seinem Wunsch wieder in die Heimath zurückgeschickt wurde, der zweite ob seiner Treulosigkeit seiner Würde entsetzt war und nach Konstantinopel vor seinen Herrn gebracht werden sollte.
Der zwischen dem Kaiser und dem Dänenkönig Hemming beschlossene Friede wurde wegen des äußerst kalten Winters, der den gegenseitigen Verkehr unmöglich machte, nur als Waffenstillstand betrachtet, bis bei der Wiederkehr des Frühlings, als sich die durch den harten Frost geschlossenen Wege öffneten und nun von Seiten beider Völker, der Franken nemlich und der Dänen, zwölf vornehme Männer an der Eider zusammentraten, nach Recht und Brauch sich einander den Eid nahmen und so den Frieden fest abschlossen. Die Großen waren von fränkischer Seite folgende: der Graf Walach Bernhards Sohn, der Graf Burchard, der Graf Unroch, der Graf Uodo, der Graf Meginhard, der Graf Bernhard, der Graf Egbert, der Graf Theotheri, der Graf Abo, der Graf Ostdag und der Graf Wigman. Von Seiten der Dänen aber waren es insbesondere die Brüder Hemmings, Hankwin und Angandeo, sodann noch von andern in ihrem Volk angesehenen Leuten, Osfred mit dem Beinamen Turdimulo, Warstein, Suomi, Urm, noch ein anderer Osfrid Heiligen Sohn und Osfred von Sconaowe, Hebbi und Aowin.
Das Westfalenlied




Als nun Graf Wigman erfur das die Stat gewunnen was. zoog er nach den OstLanden zu den hayden. Und handelt bey den Rhedirien und Winiten bay den Wendischen Folckern. Wie sie wolten Mysacam der Linticiorum Fürsten. und des Kaysers freundt bekriegen. Welchs dem Mysaca baldt zuversteen geben wardt. Derwegen er zum hertzog. Bolesla von Behemen seinem vettern umb hilf schicket. Derselb schicket ym zwen raysige hawffen. Darumb zustundt da Graf Wygman mit seinem here wider yn kam. schicket Misaca sein Füsfolck zum ersten wider yn. Welche auf yres herren gehays und befelh begunten vor Graf Wygman seuberlich zuweichen bissolang sie yn fern von seiner Wagenburg gebracht hetten. Und alsbald schicket er den raisigen zug hinten zu. wider die feindt. Und gab dem Füsfolck ain zaichen still zusteen. und sich zum strayt zuberaiten. Da nun Graf Wigman hinden und vorn zu benotiget was. versucht er zuentflyhen. aus vertrawen das er In sein schnell und wol lauffendt pferd setzt. Aber da das sein buntgenossen merckten strafften sie yn umb seines unerlichen fürnemens willen. Darauf er bewegt vom pferd abstyg. und zu fus mit den feinden denselben tag. ritterlich streytend mit menlicher tat sein leben errethet.
Dieweil aber Graf Wigman sich ausgehungert. und deshalb auch von der grossen rays. und das er die gantzen nacht Im harnisch gewest und gangen was. Auch das er von dem streit müd was. kam er des morgens frü mit gar wenig lewthen in aines Bawern hof. Und nachdem ym die fürnemsten von den feynden nachfolgten erkanten sie yn am Harnisch. Wann es war ein gar herlicher gerader man. Da fragten sie yn wer er wer. da bekent er das er Graf Wigman were. Darumb hiessen und vermanten sie yn den harnisch abzulegen. Und geredten ym seines lebens versichert und unversert yn Irm herren zuantworten. Auch das sie wolten von yrm herren erlangen das er yn dem Kayser lebend wider gebe. Aber Wigmannus wiewol in seiner grosten not noch wolt er sich denselben. als gedechtig seines adelichen Ritterlichen Lebens nit gefangen geben. Und gelobt yn Irem herren Misaca selbst sich gefangen zugeben. und sein harnisch und wehr.
Da nun die Linticier also mit Graven Wigman zu Misaca zugen. wart er von eyner grossen menig feyndt umbgeben und hefftig angefochten. Derhalben er wiewol er müd und mat vil erschlug. Und entlich in ammacht fiel. Und wiewol in totes noten sein schwert dem obirsten von den feinden mit diesen worten gab. Nym ditz schwert und bring es deinem herren zu ainem zaichen. den sig zubehalten. Und dem Kayser zuubersenden. Und mit diesen und andern worten. Wendet er sich gegen dem auffgang der Sunnen und uberantwort mit heller stym dem almechtigen got sein sel. Ein solchs endt nam Graf Wigman. Als auch gar schier alle andere die mit dem Kayser. Otto. kriegten. Also behielt Misaca den Sig und gewan gros gut nach der schlacht. Und zoog mit seynem sighafftigem here frolich wider heym. Und gab seinem Vettern dem hertzogen. Bolesla. von Behemen auch tail von der Peuth. Aber die Wappen und das schwert Graven Wigmans. schicket er dem Romischen Kayser und desselben Graven Wigmans Erb und güter gab der Romisch Kayser darnach zweyen Clostern erblich. den ain halben tail gein Lünenburg. Und den andern gein Kemnaden uber dem wassser der weser gelegen.
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Der begleitende Kämpfer
Wichmann ist ein Vorname, der auch als Familienname vorkommt (comes lat. [1] Begleiter(in), Gefährt-e(-in))
Wymannus: => Wigman: => Wiechmann: => Wichmann =>
Wichmann:
auf eine Variante von Wiegmann zurückgehender Familienname =>
Wiegmann: aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen (wïg + man) entstandener Familienname =>
wïg althochdeutsch, altsächsisch für Kampf, Krieg
=> also ein Kriegsmann ( Krieger)
Erstes bekanntes Vorkommen:
Wychmann(us) (um 811), Wigman (um 1200), Wichmann(us) (um 1280). aus dem polnischen und schlesischen, bedeutet Eichhörnchen, auch flinker wendiger Mensch "Wiech-" = der Kämpfer, Wortstamm heute unbekannt aber Bedeutung klar, "der kämpfende Mann"
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LeMO: Lebendiges virtuelles Museum OnlineDas Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik (ISST), das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin und das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (HdG) in Bonn präsentieren gemeinsam im Internet deutsche Geschichte von der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Beim virtuellen Gang durch 150 Jahre Zeitgeschichte werden Informationstexte sowie Film- und Tondokumente mit den musealen Objektbeständen verknüpft und vermitteln so ein umfassendes Bild von Geschichte. Das Projekt LeMO mit seinen breitbandigen multimedialen Anwendungen für das Internet war von Januar 1997 bis Dezember 2000 ein Projekt des Vereins zur Förderung eines deutschen Forschungsnetzes e.V. (DFN) und wurde gefördert mit Mitteln der Deutschen Telekom Berkom GmbH und als LeMO+ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die weitere Betreuung wurde aus Mitteln des gemeinsam mit dem Ernst Klett Schulbuchverlag durchgeführten und ebenfalls vom BMBF geförderten Nachfolgeprojekts "LeMOLernen" realisiert. Seit 2005 wird LeMO finanziell von den beiden Museen getragen und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) unterstützt.Bitte beachten Sie bei der Nutzung, dass LeMO als Pilotprojekt für ein Breitbandnetz erarbeitet wurde. Bei Verwendung eines ISDN- oder Modem-Anschlusses ist mit längeren Ladezeiten zu rechnen. |
Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Engelbertus, durch Gottes Gnade Erzbischof der Kölnischen Kirche, allen, zu denen dieses Schreiben in Zukunft kommt. Eine Tat pflegt durch die Zeichen der Schrift verewigt zu werden, damit ihr Zweck nicht durch Vergesslichkeit zu nichte werde. Deshalb tun wir allen kund, dass wir zugleich mit unserem Bruder Adolf, Grafen von Berg glückseligen Angedenkens, als er noch lebte, unsere Bürger von Wipperfurde in Rücksicht auf ihre Not und bedrängte Lage von jeder Last der Abgabe befreiet und für immer los und ledig gelassen habe mit dem Zusatze. Dass die Einzelnen in der erwähnten Stadt, in welcher Stellung sie auch sind, ihren Herren oder Kirchen, wozu sie gehören, die schuldigen Dienste und Abgaben erstatten. Damit nun diese unsere Tat rechtskräftig und unabänderlich fortbestehe, haben wir dieses Blatt durch den Aufdruck unseres Siegels bekräftigen lassen. Zeugen hiervon sind: Sibodo, Truckleß, Engelbert von Bensberg, Eiquinus von Zudendorf, Adolf von Stammheim, Adolf von Bernsau, seine Brüder Heinrich und Theoderich und mehrere andere. Dies ist geschehen im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1222.
Am 26. März 1275 bekam Adolf Graf von Berg von König Rudolf von Habsburg (Regentschaft von 1273 bis 1291) die Münzrechte für Wipperfürth verliehen. Die Übersetzung lautet:
Rudolf, von Gottes Gnaden allzeit erhabener römischer König, allen Untertanen des Heiligen Römischen Reiches, die diesen Brief einsehen, seine Gnade und alles Gute. Und dem edlen Herrn Adolf Graf von Berg, unserem geliebten Untertanen, wegen seiner hervorragenden Verdienste einen Beweis Unserer außerordentlichen Gunst und Gnade zu gewähren, gestatten Wir dem genannten Grafen aus königlicher Leutseligkeit mit diesem Briefe, dass er seine Münzstätte, die er von Alters her bis jetzt in Weleberch betrieb, von nun an auf immer in Wippilvord betreiben kann und soll. Gegeben zu Mainz, am 26. März, im zweiten Jahre Unserer Regierung.
Infolge der günstigen Lage entwickelte sich Wipperfürth bald selbst zu einem Handelsplatz. Aus dem frühen Tauschhandel bildete sich bald der Fernhandel, und zwar zunächst in Verbindung mit Kölner Kaufleuten. Auf dem Wege über Köln kam der Händler aus Wipperfürth nach England, wie in hansischen Urkunden nachzulesen ist. Darüber hinaus trieb die Stadt Handel mit allen Ländern des Ostseeraumes einschließlich Russland sowie denen Südeuropas. Sie war „geborenes“ Mitglied und besaß Sitz und Stimme in der Kaufmannsvereinigung des Stahlhofs in London.
















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