August 2008

Das hat wohl keiner so richtig geglaubt.

Rieke wird 4 Jahre alt.


Nachdem wir Ende letzten Jahres von der Stadt auf's Land gezogen sind, geht es unserer Rieke so richtig gut.

Jetzt hat sie ihren eigenen Garten, kann draußen rumlaufen wann sie will, sie kann ihre geliebten Blümchen zählen und ist rundum ein glücklicher kleiner Hund. Viel hat sie in den vergangenen Jahren gelernt. Sie kann mit anderen Hunden spielen, auch wenn sie manchmal noch etwas ängstlich ist. Sie ist nicht mehr total blind, die Nerven des einen Auges sind angewachsen und nur noch ganz selten gibt es den Wackelkontakt. 

Sie kann Leckerlis kauen und sie sogar vom Boden aufnehmen. Es dauert zwar noch immer sehr lange, aber sie schafft es.

Auf einfache Komandos hört sie, so dass das Heranrufen fast perfekt funktioniert. Sie kann einem rollenden Tennisball hinterhersehen und morgens, wenn sie so richtig fit ist, spielt sie auch damit. Hört sich einfach an, war aber für Rieke eine unheimliche Arbeit und strengt sie manchmal noch richtig doll an. Sie kann Bewegungsabläufe koordinieren und ist zu Paula zwischendurch rotzfrech. Auf den täglichen Spaziergängen hat sie nun schon ein normales Halsband um und nicht mehr ihr Behindertengeschirr. Das alleine ist eine kleine Sensation.

Auf dem Feld läuft sie an einer ganz leichten und langen Schleppleine. Sie schafft Spaziergänge von 1 Stunde ohne langes, ängstliches Hinlegen. Wir können sie auch in für sie fremde Umgebungen ohne Probleme mitnehmen. Sie läuft nun nicht mehr nur auf dem Rasen oder auf Straßenpflaster. Sie hat Waldboden, Stoppelfelder und größere Höhenunterschiede gemeistert. Sie fängt an, Bäume und Sträucher zu beschnuppern und stellt sich auch schon mutig an so manche Wasserstelle. Nur wenn die riesigen Wellen von ca. 2 cm auf sie zukommen, wird es ihr doch zu viel.

Wir mußten immer darauf achten, dass vor ihr keine Schatten sind, es hat sie furchtbar geängstigt. Jetzt geht sie tapfer weiter.

Gestern hat sie das erste Mal in Garten gebuddelt. Zwar nur mit einer Pfote, doch man konnte gut erkennen, was sie dort anstellt. Den anderen Hunden ist es strengstens verboten, Rieke schauten wir fast andächtig zu.

An der Grunderziehung müssen wir weiter fleißig üben, es wird jedoch schwer sein, ihr die normalsten Dinge der Welt wie Sitz und Platz beizubringen. 

Sie wird wohl auch nie ohne Leine laufen können, denn wenn sie einen Schreck bekommt, kann sie sich nicht  mehr in der Gegend orientieren und würde irgendwo hinrennen. Wir haben es in einem großen eingezäunten Bereich probiert. Es geht nicht, vor lauter Panik findet sie uns nicht, sie rennt auch direkt an uns vorbei und sieht uns nicht.

Meistens träumt sie vor sich hin und lebt in ihrer eigenen kleinen Riekewelt. Fast so wie ein Autist. Wir lieben sie deswegen nicht weniger als unsere anderen 3 Hunde. Im Gegenteil. Rieke ist eben Rieke und wir sind froh, dass wir sie haben. Sie ist eine große Bereicherung für unser Leben. 

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