MS- Selbsthilfegruppe


 

Fischöl bringt bei Multipler Sklerose nichts

BERGEN (eb). Viele Patienten mit Multipler Sklerose nehmen Omega-3-Fettsäuren ein, denn theoretisch hemmen diese essenziellen Substanzen Entzündungen und schützen Nervenzellen.

Praktisch jedoch wurde diese Hoffnung enttäuscht. Forscher aus Bergen verordneten 92 MS-Patienten je zur Hälfte entweder täglich 1350 mg Eicosapentaensäure plus 850 mg Docosahexaensäure oder Placebo, nach einem halben Jahr allen Teilnehmern zusätzlich für 18 Monate Interferon β-1a.

Anschließend ergaben sich weder bei der Zahl der Schübe noch der Läsionen im MRT Vorteile für die Supplementation (Arch Neurol 2012; online 16. April).

 

 

Kaffee und Alkohol verzögern Behinderung bei MS

12.04.2012

Melsbroek (sr) - Forscher vom nationalen MS Zentrum in Belgien um Prof. Marie B. D’hooge haben nun herausgefunden, dass bestimmte Lebensstilfaktoren einen Einfluss auf die Krankheitsaktivität bei MS haben können.

Auf Basis der Daten von 1372 MS-Patienten aus dem flämischen MS Register untersuchten D’hooge und Kollegen den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol oder Kaffee, dem Verzehr von Fisch und dem Rauchen von Zigaretten einerseits und dem Fortschreiten der durch die Erkrankung hervorgerufene Behinderung. Untersucht wurde der Zeitraum bis zum Erreichen eines Wertes von 6 auf der erweiterten Behinderungs-Skala EDSS.

Dabei zeigte sich, dass der Konsum von Alkohol und Kaffee sowie der Verzehr von Fisch das Risiko eines Fortschreitens der Behinderung verringerte, während das Rauchen von Zigaretten mit einem erhöhten Risiko für das Erreichen eines Wertes von 6 auf der erweiterten Behinderungsskala einherging. Allerdings fanden sich diese Zusammenhänge nur bei Patienten mit schubförmiger, nicht jedoch bei solchen mit primär fortschreitender MS.

„Unsere Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass der Behinderungsprogression bei schubförmiger bzw. primär progredienter MS unterschiedliche Mechanismen zugrunde liegen“, so die Schlussfolgerung von Prof. D’hooghe aus ihren Ergebnissen.

 

Quelle: M. B. D’hooghe et al. Eur J Neurol, Article first published online: 25 Nov 2011, DOI: 10.1111/j.1468-1331.2011.03596.x

Neue Therapieoptionen bei Multipler Sklerose

In den letzten Jahren gab es viele Fortschritte, was die Therapie der Erkrankung betrifft. Sie waren zwei Themen, denen sich praktizierende und forschende Neurologen auf dem gemeinsamen Kongress von ECTRIMS (European Committee for Treatment and Research in MS) und ACTRIMS (Americas Committee for Treatment and Research in MS) gewidmet haben.

Die Basistherapie der MS stellt die Immunprophylaxe dar, bei der das Immunsystem medikamentös so beeinflusst wird, dass sich die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe reduziert. Entzündungsreaktionen, wie sie für die MS typisch sind, werden dadurch verlangsamt, sodass sich Schwere und Häufigkeit der Schübe reduzieren. Die Behandlung mit Interferon-beta oder Glatirameracetat ist dabei die Standardtherapie. Beide Substanzen können die Schubrate bei der relapsierend-remittierenden Form der Krankheit reduzieren. Diese Medikamente müssen regelmäßig gespritzt werden. Experten hoffen auf weniger belastende Medikamente, die in Tablettenform eingenommen werden könnten.

Fingolimod ist das erste orale verlaufsmodifizierende MS-Therapeutikum, das in Deutschland eingesetzt wird. Es eignet sich für schwere Verläufe und ist zzt. nur für die Eskalationstherapie der hochaktiven schubförmigen MS zugelassen, wenn eine Basistherapie nicht anspricht. Ende letzten Jahres durchlief der Wirkstoff Teriflunomid erfolgreich die Phase-III-Studien, bei welcher der orale Wirkstoff bei schubförmiger Multipler Sklerose eine ähnliche Wirksamkeit zeigte wie zu injizierende Basistherapeutika.

Der Wirkstoff Fumarsäure kann offenbar die Schubrate bei der Multiplen Sklerose annähernd halbieren und auch die MS-typischen Schädigungen des Gehirns deutlich reduzieren, so das Ergebnis einer Studie, die auf dem Fachkongress ECTRIMS in Amsterdam vorgestellt wurde. „Insbesondere die Kombination aus hoher Wirksamkeit und Sicherheit machen das Medikament zu einer interessanten Behandlungsoption“, kommentierte Studienleiter Prof. Ralf Gold, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Die Experten hoffen, dass Fumarsäure, die seit mehreren Jahren in einigen europäischen Ländern zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt wird, bald zur Behandlung der MS zugelassen wird. Dafür sprächen laut Prof. Gold die Daten zur Verträglichkeit und Sicherheit, die jetzt mit der DEFINE-Studie (Determination of the Efficacy and safety of oral Fumarate IN rElapsing-remitting MS) vorgestellt werden konnten.

An der Studie hatten 1.234 Patienten mit schubförmiger MS und leichten bis mittelschweren Behinderungen teilgenommen, wobei das Fumarsäurepräpart gegen Placebo getestet wurde. Nach zwei Jahren hatten Patienten, die Fumarsäure zweimal täglich einnahmen, 49 % weniger Schübe erlitten, und bei dreimaliger Einnahme der Arznei 50 % weniger Schübe als mit dem Scheinmedikament. Die Auswertung zeigte einen Unterschied beim Anteil der Patienten, bei denen ein Schub beobachtet worden war: Unter Fumarsäure waren es 9 % gewesen, mit dem Scheinmedikament 15 %. Etwa 95 % der Teilnehmer hatten Nebenwirkungen bemerkt, diese waren mit der Studienarznei ähnlich häufig wie bei dem Scheinmedikament aufgetreten. Nebenwirkungen wie Hautrötungen, Durchfall, Übelkeit und Magenschmerzen waren mit Fumarsäure häufiger aufgetreten als unter Placebo. Diese Beschwerden waren vorwiegend in den ersten 30 Behandlungstagen aufgetreten und dann zurückgegangen. Der Wirkmechanismus der Arznei ist noch nicht vollständig aufgeklärt, jedoch scheint es nicht nur eine dämpfende Wirkung auf die überschießende Immunreaktion bei MS zu haben, sondern auch Nervenzellen zu schützen. Die Forscher hoffen darauf, mit Fumarsäure ein weiteres orales Therapeutikum in Zukunft anbieten zu können.

Zu den Peroralia (Medikamente können geschluckt werden) gehört auch der Immunmodulator Laquinimod, der in zwei Studien zur Therapie der schubförmigen MS untersucht wurde. Laquinimod wirkt nicht immunsuppressiv, beeinflusst die Immunantwort jedoch positiv. Bei der ersten Zulassungsstudie vor einem Jahr konnte der Substanz eine Reduktion der jährlichen Schubrate um 23 % bescheinigt werden, wobei die Behinderungszunahme um 36 % verringert werden konnte. Die Nebenwirkungen waren vergleichsweise gering. Ziel der zweiten Studie, die auf dem Kongress vorgestellt wurde, war es, die Schubrate im Vergleich zu einem Scheinmedikament zu reduzieren, eine dritte Patientengruppe wurde mit Interferon-beta 1a behandelt. Ohne statistische Anpassungen war der Vergleich zwischen Laquinimod und dem Scheinmedikament bezüglich der Schubrate nicht signifikant. Diese Anpassungen bezogen sich auf Unterschiede in den MRT-Charakteristika der verschiedenen Behandlungsgruppen zu Beginn der Studie. Wurden sie in die Auswertung miteinbezogen, reduzierte Laquinimod die jährliche Schubrate um 21 %, das Progressionsrisiko um 33,5 % und die Rate des Hirnmassenverlustes um 27,4 % im Vergleich zu Placebo. Unabhängig davon lassen die Studienergebnisse auf einen neuroprotektiven Effekt von Laquinimod schließen, eine Spur, die in Zukunft weiterverfolgt wird.

Für Multiple-Sklerose-Patienten, die trotz Basistherapie weiterhin Schübe erleiden, steht der Wirkstoff Natalizumab zur Verfügung. Dieser gehört zu den sog. monoklonalen Antikörpern und bindet Immunzellen, um sie so am Passieren der Blut-Hirn-Schranke zu hindern. Unter Natalizumab-Therapie kann es als Nebenwirkung zu einer Virusinfektion des Gehirns kommen, der progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML). Hier wird in der Forschung daran gearbeitet, zu einer zuverlässigen Risikoeinschätzung zu kommen und die Überwachung der Patienten während der Therapie zu optimieren. Mithilfe durchflusszytometrisch gestützter Untersuchungen des Immunsystems sowie funktioneller Experimente, die die unterschiedlichen Wege der Einwanderung von T-Zellen ins Zentralnervensystem abbilden, wurden die Wirkmechanismen von Natalizumab detailliert untersucht. Daraus konnte ein besseres Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Natalizumab und dem Immunsystem entwickelt werden, das zur individuellen Risikoeinschätzung jedes Einzelnen für die Nebenwirkungen von Natalizumab beiträgt.

Bei der Therapie der MS geht es auch um die Wiederherstellen von Funktionen, die durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dabei spielen Rehabilitationsansätze eine Rolle, die auch Faktoren wie Schmerzen, kognitive Probleme, Fatigue und Tremor berücksichtigen. Im Herbst 2011 wurde eine bedingte – also jährlich zu erneuernde – Marktzulassung für ein orales Medikament mit dem Wirkstoff Fampridin erteilt. Das Präparat verbessert die Gehfähigkeit bei erwachsenen Multiple-Sklerose-Patienten, bei denen eine Gehbehinderung gemäß eines Scores 4-7 auf der EDSS-Behinderungsskala vorliegt. Außerdem wurde Botulinomtoxin Typ A für die Behandlung MS-bedingter neurogener Detrusorhyperaktivität bei neurogener Blase zugelassen.

Quelle: BMS 1/12

09.04.12

 

 

 

20.03.2012


Fast neun von zehn Menschen mit MS sind von Fatigue betroffen
 

 

MS kann eine sehr kräftezehrende Krankheit sein, darüber gibt es keinen Zweifel. Die meisten Menschen mit MS erfahren daher auch diese abnorme Ermüdbarkeit, die Fatigue (sprich: Fattieg) genannt wird. Dennoch ist die Fatigue eines der am wenigsten verstandenen Symptome der MS, insbesondere die von ihr Betroffenen haben es teilweise sehr schwer, damit zurecht zu kommen. Und noch weniger wird die Fatigue von einem großen Teil des Umfeldes der Erkrankten verstanden, was es den Betroffenen zusätzlich erschwert, trotzdem ein möglichst angenehmes Leben zu führen. 

Die internationale Multiple Sklerose Vereinigung MSIF (Multiple Sclerosis International Foundation) hat daher im letzten Jahr eine weltweite online-Befragung durchgeführt. Insgesamt 10.090 Personen aus 101 Ländern hatten teilgenommen und von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet. 

Die Teilnehmer waren zwischen zwei und zwanzig Jahren an MS erkrankt und 86 % davon gaben an, dass Fatigue eines ihrer drei Hauptsymptome sei. Das Symptom ist bei manchen Betroffenen so schwer, dass es alle Bereiche des Alltags gravierend beeinträchtigt. “Überwältigend, ständig, lähmend, es zerstört meine Identität.”, so wurde im Fragebogen berichtet und "Fatigue ist mein schlimmstes und lähmendstes Symptom. Es hindert mich daran, dauerhaft angestellt zu sein und meinen Haushaltspflichten nachzukommen.“ 

Es fiel auf, dass nur jeder Fünfte der Teilnehmer nachts durchschlafen kann, und es überraschte nicht, dass die überwiegende Mehrheit der von Fatigue Betroffenen (84 %) die Erfahrung gemacht hatte, dass Hitze ihre Fatigue verschlimmert. 
Nur ein Drittel der Teilnehmer behandelt seine Fatigue mit Medikamenten und/oder anderen Therapien. Sie berichteten, dass komplementärmedizinische Behandlungen und Rehabilitation nichts geholfen hatten, während Training und Medikamente halbwegs halfen. Bewältigungsstrategien wie Ausruhen oder ein Nickerchen machen, den Tag nach den Fatigue-Zeiten richten, sich kühl halten, gesunde Ernährung etc. wurden von 45 % der Teilnehmer angewendet. 
Fast die Hälfte der Teilnehmer hat das Gefühl, dass die Leute in ihrem Umfeld verstehen, was MS Fatigue bedeutet. Erstaunlicherweise berichtete jeder fünfte Befragte, dass ihr medizinisches Fachpersonal kein Verständnis für ihre Fatigue habe. 

Die Experten von der MSIF sehen in all dem Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen: Das Verständnis im Umfeld der Betroffenen muss verbessert werden, Familie, Kollegen und Freunde, aber auch medizinische und pflegende Ansprechpersonen müssen besser über die Auswirkungen von Fatigue aufgeklärt werden. Die Erforschung von Behandlungsmöglichkeiten, die bei MS Fatigue helfen können, müssten verstärkt werden. Informationen darüber, wie man sich auch bei heißem Wetter kühl hält und wie das tägliche Energiemanagement angepasst werden kann, müssten leichter zugänglich gemacht werden. Und am Arbeitsplatz müsste es Möglichkeiten geben, wo ausgeruht oder geschlafen werden kann, um das Verbleiben im Berufsleben zu ermöglichen. 

Quelle: MS-Gateway

 

 

 

 

 

 19.12.2011


Verbesserte Mobilität bei Multipler Sklerose mit Fampridin

 


Weltweit gibt es etwa 2,5 Millionen an Multipler Sklerose erkrankte Menschen, bei 85% nimmt die Krankheit einen schubförmigen Verlauf. Die Symptomatik ist umfangreich und reicht von Fatigue oder kognitiven Beeinträchtigungen bis hin zu körperlichen Behinderungen. "Die Patienten definieren ihre Lebensqualität ganz besonders über die vorhandene Gehfähigkeit und Mobilität. Bislang gab es keine zugelassene Therapie zur Verbesserung der Gehfunktion", so PD Dr. Mathias Mäurer, Bad Mergentheim. Mit Fampridin steht nun erstmals eine solche Therapie zur Verfügung. 

„Gehbehinderungen gehören für MS-Patienten zu den schwerwiegendsten Einschränkungen ihres Alltags und haben einschneidende Wirkung auf das Privat- und Berufsleben“, so Prof. Dr. Bernd Kieseier,Düseldorf. Die Retardtablette Fampyra® (2x 10 mg/Tag) ist bei allen MS-Verlaufsformen (schubförmig oder progredient) wirksam und kann sowohl mit der Basismedikation (Interferon, Glatirameracetat, Natalizumab) kombiniert als auch monotherapeutisch zum Einsatz kommen. Fampridin ist ein selektiver Kaliumblocker, der die Leitfähigkeit für Aktionspotenziale trotz demyelinisierter Axone erhöht. 

In den beiden Phase-III-Zulassungsstudien mit insgesamt 540 Patienten verbesserte sich die Gehfähigkeit bei Respondern nach etwa 2 Wochen signifikant um 25,2% bzw. 24,7% gegenüber 4,7% bzw. 7,7% in den jeweiligen Placeboarmen. Dies wurde im „Timed 25-Foot Walk“ (T25FW) ermittelt. Auch das Patient-related Outcome, also die Selbsteinschätzung der Patienten, gemessen per 12-item Multiple Sclerosis Walking Scale (MSWS-12), spiegelt die positiven Veränderungen der Gehfähigkeit wider. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schlaflosigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.

Quelle: journalMED

 

 

 Ärzte ZeitungDienstag, 13. Dezember 2011

 
Multiple Sklerose: Todesfall unter Gilenya

Basel – Unter der Behandlung mit Gilenya (Wirkstoff: Fingolimod), dem ersten oralen Medikament zur Behandlung der multiplen Sklerose, ist es offenbar zu einem plötzlichen Todesfall gekommen. Dies berichtet die Wirtschaftspresse unter Bezugnahme auf eine Email des Herstellers. 

Bloomberg.com meldet, der 59 Jahre alte Patient sei am 23. November innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Dosis Gilenya gestorben. Über die näheren Umstände wird nichts mitgeteilt. Der Tod sei aber ohne Vorwarnung eingetreten. In der Wirtschaftspresse wird über eine kardiale Ursache spekuliert. Die Fachinformationen erwähnen die Möglichkeit eines vorübergehenden atrioventrikulären Blocks zu Therapiebeginn. Der Hersteller hat diese Sichtweise nicht bestätigt.

Laut Novartis wurde der Fall an die US-amerikanische und die europäische Arzneibehörde übermittelt. Gilenya wurde im Juli 2010 in den USA zugelassen und im März 2011 in Europa eingeführt. Seither sollen 28.000 Patienten mit dem Medikament behandelt worden sein, dem nicht nur Wirtschaftskreise aufgrund der oralen Verfügbarkeit einen breiten Einsatz vorhersagen. © rme/aerzteblatt.de

 

, 06.11.2011 16:35

Gehirn-Stent bringt bei MS nichts

Verursacht eine venöse Störung Multiple Sklerose? Manche Patienten glauben daran - und lassen sich die hirnnahen Venen erweitern. Über ein Dutzend aktueller Studien zeigten beim MS-Kongress ECTRIMS: An der Theorie ist wohl nichts dran, die Gefäßerweiterung ist sogar gefährlich.

Von Thomas Müller

Für viele MS-Patienten hat die Vorstellung ihren Reiz, dass eine venöse Insuffizienz ihre MS-Erkrankung verursacht hat. Denn bislang weiß man so gut wie nichts darüber, weshalb bestimmte Menschen an einer MS erkranken, andere aber nicht.

Noch besser - nach dieser neuen Theorie gibt es eine simple Therapie: Einfach einen Stent in die verengten Venen setzen und schon fließt das Blut wieder ungehindert aus dem Gehirn und stoppt damit - hoffentlich - die Progression der MS.

Kein Wunder also, dass sich auch in Deutschland MS-Patienten für viel Geld solche Stents in die Jugularvenen implantieren lassen, seit der italienische Gefäßchirurg Dr. Paolo Zamboni vor zwei Jahren mit seiner ungewöhnlichen Theorie für Furore sorgte.

EIne CCSVI mit speziellem Ultraschall diagnostizierbar?

Der Arzt behauptet, dass er mit einer speziellen Ultraschalltechnik praktisch bei allen MS-Patienten eine "chronische zerebrospinale venöse Insuffizienz" (CCSVI) diagnostizieren kann. Darunter versteht er primär einen Reflux mit Stenosen in den Jugular- und Vertebralvenen sowie im intrakraniellen Venensystem.

Die Befürworter der CCSVI-Theorie vermuten, dass bei MS-Patienten solche Stenosen zu einer venösen Abflussstörung führen, die wiederum die Perfusion des Hirnparenchyms mindert.

Auch scheint die venöse Abflussstörung mit einem Reflux in den zerebralen Venen einherzugehen.

Eisenablagerungen im Gehirn setzt Nervenzellen zu

Dies soll wiederum erhöhte Eisenablagerungen im Gehirn zur Folge haben, was den Nervenzellen zusetzt. Unterstützung erhalten die Befürworter durch MRT-Studien, in denen bei MS-Patienten ein reduziertes Venenvolumen im Gehirn entdeckt wurde.

Auch gibt es aus solchen Studien Hinweise auf Perfusionsstörungen im Gehirn bei MS-Patienten.

Kein Zusammenhang von venösem Reflux und MS

Allerdings hat die Theorie einen Haken: Außer Zamboni konnte noch niemand einen klaren Zusammenhang zwischen einer venösen Störung und einer MS nachweisen.

Auf dem großen europäischen MS-Kongress ECTRIMS hagelte es dagegen Studien, die praktisch alle zum gleichen Schluss kommen: An einer venösen Theorie der MS ist wohl nichts dran.

Italienische Studie mit 320 Teilnehmern

So hat ein italienisches Team um Dr. Claudio Baracchini von der Universität in Padua mit transkranieller Farbdoppler-Sonografie 160 Patienten mit unterschiedlichen MS-Formen und -Stadien sowie 160 Gesunde untersucht.

Sie fanden eine venöse Insuffizienz nach den Kriterien von Zamboni jedoch nur bei 16 der MS-Patienten, von diesen ließ sich per Venografie eine Stenose nur bei zwei bestätigen.

CCSVI weder Ursache noch Folge von MS

"Eine CCSVI ist definitiv weder die Ursache einer MS noch eine Folge der Erkrankung", schreiben die Autoren in ihrem Kongressposter. Bei den untersuchten Patienten war der Ultraschallbefund auch nicht mit vermehrten Behinderungen assoziiert.

Folglich gebe es keinen Grund für einen chirurgischen Eingriff. Baracchini warnt eindringlich davor, zu viel in Ultraschalldaten zu interpretieren. Stenosen ließen sich letztlich nur angiografisch zuverlässig nachweisen.

Viele Studien finden keine signifikanten Unterschiede

Eine weitere Studie fand Zeichen einer CCSVI bei der Hälfte von 133 untersuchten MS-Patienten, aber auch bei einem Drittel von 45 gesunden Probanden. Dabei gab es ebenfalls keine Unterschiede zwischen MS-Patienten mit und ohne CCSVI, weder bei der Krankheitsdauer noch dem Grad der Behinderungen noch bei den MS-Formen.

Andere Studien fanden erst gar keine signifikanten Unterschiede zwischen MS-Kranken und Gesunden. Selbst Post-mortem-Analysen von MS-Patienten und Gesunden führten letztlich nur zu der Erkenntnis, dass das venöse System im Gehirn wohl komplizierter ist als gedacht: Es fällt den Ärzten schwer, so etwas wie ein normales Gefäßlumen und eine normale Wanddicke zu definieren.

"Die Medizin weiß einfach noch nicht, was im kranialen venösen System normal ist" sagte einer der Studienautoren, Dr. Alexander Rae-Grant aus Cleveland, USA, dem Online-PortalMedPage Today.

Zweifel bei deutschen Forschern

Auch deutsche Forscher um den Neurologen Dr. Christian Haug ziehen die Theorie in Zweifel: Mit einer speziellen Methode, der Ophthalmodynamometrie, fanden sie keine Unterschiede im intrakraniellen Venendruck bei MS-Patienten und Gesunden, und dies spricht klar gegen eine venöse Abflussstörung.

Zuvor hatten die Forscher schon normale Ferritinwerte im Liquor von MS-Patienten nachgewiesen, was wiederum gegen vermehrte Eisenablagerungen spricht, wie sie als Folge der CCSVI postuliert werden.

Kontrollierte Studie zur Venoplastie geplant

Trotz all dieser negativen Ergebnisse könnte es bald eine kontrollierte Studie zur Venoplastie bei CCSVI geben. Laut MedPage Today hat die kanadische Regierung angedeutet, sie werde eine solche Studie unterstützen.

Patientenverbände hatten in Kanada, wo die CCSVI-Theorie sehr populär geworden ist, offenbar mächtig Druck gemacht.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt vor dem Eingriff

Dagegen warnt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie eindringlich vor einem chirurgischen Eingriff, da offenbar schon Patienten daran gestorben sind. Ein Beispiel für schwere Komplikationen durch eine venöse Gefäßerweiterung präsentieren Ärzte aus Barcelona: Nach Ballondilatation beider Jugularvenen kam es drei Tage später zu Embolien.

Der MS-Patient überlebte zwar - allerdings mit einem schweren Gehirnschaden.

 

 

 

So schützt Vitamin D vor MS

19.10.2011

NEW JERSEY (Biermann) - Seit langem ist bekannt, dass hohe Vitamin-D-Spiegel das Risiko für Multiple Sklerose senken. Unklar war bislang der Mechanismus, der sich hinter diesem Zusammenhang verbirgt. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Vitamin die Produktion eines krankheitsverursachenden Eiweißes beeinflusst.

Wie Sylvia Christakos von der New Jersey Medical School und Kollegen in der Zeitschrift „Molecular and Cellular Biology“ berichten, produzieren Immunzellen im Gehirn von MS-Patienten ein schädliches Protein, das so genannte Interleukin-17 (IL-17).

Die Forscher entdeckten nun, dass die Bindung des Vitamins an seinen Rezeptor dazu führt, dass sich dieser an den Abschnitt des Erbguts heftet, der die Information für das Interleukin-17 umfasst. Blockiert der Vitamin-D-Rezeptor die betreffende Stelle auf dem Erbgut, bleibt das Gen abgeschaltet und die Produktion von IL-17 nimmt stark ab.

Gleichzeitig aktiviert der Vitamin-D-Rezeptor ein anderes Gen, dessen Endprodukt wiederum suppressive T-Zellen erzeugt. Diese kämpfen gegen die zerstörerische Aktivität ihrer IL-17-produzierenden Gegenstücke.

Den Angaben der Wissenschaftler zufolge könnte diese Entdeckung neue Möglichkeiten für eine medikamentöse Behandlung der MS, aber auch für Therapien anderer Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Typ-1-Diabetes eröffnen.

 

Quelle: University of Medicine and Dentistry of New Jersey (UMDNJ), 17. August 2011, Mol Cell Biol. 2011, 31(17): 3653-69

 

 

Migräne erhöht das MS-Risiko leicht

17.10.2011

NEW YORK (Biermann) - Frauen, die unter Migräne leiden, haben - rein statistisch betrachtet -  ein erhöhtes Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken. Dies ergab eine groß angelegte Studie mit mehr als 100.000 Teilnehmerinnen in den USA.

So hatten Ilya Kister von der Universität New York und Kollegen herausgefunden, dass Migräne bei den Studienteilnehmerinnen, die bereits vor der Studie (26 %) oder im Lauf derselben (29 %) an MS erkrankten, öfter auftrat als bei Frauen ohne MS (21 %).

Entsprechend errechneten die Forscher, dass Migränepatienten ein 1,4-fach höheres relatives Risiko haben, an MS zu erkranken, als Menschen ohne Migräne. Das absolute Risiko, innerhalb von 15 Jahren an Multipler Sklerose zu erkranken, bezifferten die Forscher für Migränepatienten mit 0,47 Prozent und für Menschen ohne Migräne mit 0,32 Prozent.

„Wertet man die Daten einer so großen Gruppe von Frauen aus, erhöht das Vorliegen einer Migräne das relative Risiko für eine Multiple Sklerose. Trotzdem ist der Unterschied im absoluten Risiko, an MS zu erkranken, zwischen Migränepatienten und Nicht-Migränepatienten nur gering“, schränken die Forscher ein.

 

Quelle: Multiple Sclerosis, 3. August 2011, doi: 10.1177/1352458511416487

 

 

Ärzte Zeitung, 20.10.2011

 
 
 

Neue Therapien bei Psoriasis und MS in Sicht

 

NEU-ISENBURG (eb). Forscher am Universitätsklinikum Tübingen haben in den vergangenen zehn Jahren den Wirkmechanismus eines körpereigenen Moleküls aufgeklärt, das die Immunabwehr seitens der Dendritischen Zellen maßgeblich beeinflusst.

"Wir gehen davon aus, dass dies die Basis für die Entwicklung neuer, aller Wahrscheinlichkeit nach sehr sicherer Medikamente für Menschen mit schweren Autoimmunkrankheiten wie Psoriasis oder Multiple Sklerose ist", wird Professor Martin Röcken, Ärztlicher Direktor der Universitätshautklinik, in einer Mitteilung der Universitätsklinik zitiert.

Erste Medikamente dazu sollen noch dieses Jahr auf den Markt kommen.

DMF beeinflusst Dendritische Zellen

Die Tübinger Forscher untersuchten den Wirkmechanismus des kleinen, körpereigenen Moleküls namens Di-Methyl-Fumarat (DMF), da DMF das erste Molekül ist, das sowohl die Psoriasis als auch die Multiple Sklerose bessert.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dieses körpereigene Molekül ganz entscheidend die Wirkweise der wichtigsten Immunstimulatoren, der Dendritischen Zellen, beeinflusst (J Exp Med 2011; online).

Sie werden zu Dendritischen Zellen umerzogen, die vor einer Gewebezerstörung schützen können, die "Typ 2 Dendritischen Zellen". In einer Serie komplexer Experimente deckten die Wissenschaftler die Mechanismen auf, die für diese "Umerziehung" verantwortlich sind.

 
 
  •  

NEUE MEDIKAMENTE / NEUE ANSÄTZE

 

Mehr Lebensqualität: Fampridin kann die Gehfähigkeit MS-Erkrankter verbessern

Gehbehinderungen gehören für Menschen mit Multipler Sklerose zu den schwerwiegendsten Einschränkungen mit einschneidender Wirkung auf das Privat- und Berufsleben: Mit Fampridin (Handelsname Fampyra®) ist ab sofort die erste zugelassene medikamentöse Therapie zur Verbesserung der Mobilität erhältlich.

Die neue Therapie mit Fampridin steht als Tablette zur Verfügung und ist bei allen Verlaufsformen der Multiplen Sklerose - schubförmig und progredient - wirksam. Das Medikament kann mit allen bestehenden Basistherapien kombiniert oder als Monotherapie eingenommen werden. Laut Pressemitteilung der Herstellerfirma kann Fampridin die Gehfähigkeit um rund 25 % verbessern. Für MS-Erkrankte könnte dies einen erheblichen Fortschritt in Richtung mehr Lebensqualität bedeuten. 

Im Juli hatte die Europäische Kommission eine bedingte Marktzulassung erteilt für Fampridin (Retard-Tabletten) zur Therapie eingeschränkter Mobilität von erwachsenen Multiple-Sklerose-Patienten. 
Der DMSG-Bundesverband berichtete. 

Bisher gab es keine zugelassene Therapie speziell zur Verbesserung der Gehfunktion, lediglich für einzelne Symptome, die zu Mobilitätseinschränkungen führen oder Rehabilitationsprogramme. Mit Fampridin steht nun erstmals ein Medikament zur Verfügung, das neben dem klinisch messbaren Befund der Gehgeschwindigkeit auch aus Sicht der betroffenen Erkrankten die Mobilität steigern soll. 

Ärztlicher Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. sieht relevante Erweiterung der symptomatischen Behandlungsmöglichkeiten bei MS 

Der Vorstand des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V. sowie der Vorstand des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) hatten bereits Ende Mai 2011 in einer Stellungnahme die positive Nachbewertung der Nutzen-Risiko-Analyse und die bevorstehende Zulassung von Fampridin zur symptomatischen Behandlung von MS-Erkrankten mit Gehstörung begrüßt.

 

08.09.2011 DMSG

 

Vom Rauschmittel zum Medikament


 

Arzneimittel mit dem Cannabis-Wirkstoff dürfen jetzt zugelassen werden

Ab sofort können in Deutschland Medikamente auf Cannabis-Basis – sofern sie eine Zulassung erhalten – nicht nur verschrieben werden, sondern die Krankenkassen erstatten in der Regel auch die Kosten. Zwar konnten Ärzte THC, den Wirkstoff der als Rauschmittel bekannten Hanf-Pflanze, seit 1998 individuell verschreiben, Kassen mussten es aber nicht erstatten. Als erstes Mittel ist ein Spray für Multiple-Sklerose-Patienten bereits zugelassen. Es soll ihre spastischen Schmerzen lindern, berichtet die “Apotheken Umschau”.

Der Cannabis-Wirkstoff wurde von Kritikern wegen seines Suchtpotentials lange abgelehnt. Befürworter halten ihn aber für vergleichbar mit anderen Schmerzmitteln. Eine gute Wirksamkeit wird THC außer bei MS auch gegen akute und chronische Schmerzen, zum Beispiel bei Krebs zugeschrieben. Bei AIDS-Patienten regt es den Appetit an und verhindert drastische Gewichtsabnahmen. Befürworter bewerten den aktuellen Prozess nur als kleinen Schritt in die richtige Richtung. Sie befürchten, dass die anderen Patienten, die von Cannabis profitieren könnten, noch lange auf entsprechende Medikamente warten müssen.

Quelle: Apotheken Umschau

31.07.11

 

 

  • 26.07.2011

NEUE MEDIKAMENTE / NEUE ANSÄTZE

 

Hoffnung auf Verbesserung der Gehfähigkeit bei Multipler Sklerose: bedingte Marktzulassung für Fampridin in der Europäischen Union

Die Europäische Kommission hat eine bedingte Marktzulassung erteilt für Fampridin (Retard-Tabletten) zur Therapie eingeschränkter Gehfähigkeit von erwachsenen Multiple-Sklerose-Patienten.

Fampridin (Handelsname FAMPYRA®) ist das erste Behandlungsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit bei allen Formen von MS und soll eine medizinische Versorgungslücke ansprechen. Das orale Medikament verspricht klinisch signifikante Gehverbesserungen für MS-Erkrankte, bei denen ein EDSS von 4-7 vorliegt, wie die Herstellerfirma mitteilt.  Der Wirkstoff kann allein oder in Verbindung mit krankheitsverändernden Therapien angewendet werden - sowohl bei progredienten als auch bei schubförmigen (rezidivierend-remittierenden) Verläufen der MS. Auch die Kombination mit anderen (immunmodulierenden) Mitteln ist grundsätzlich möglich. Allerdings sollte der behandelnde Neurologe auf eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Mitteln achten. 

In Deutschland wird Fampridin im September 2011 auf den Markt gebracht und soll anschließend nach und nach in anderen Ländern Europas eingeführt werden. 

Prof. Dr. Bernd C. Kieseier von der Neurologieabteilung der Universitätsklinik Düsseldorf und Mitglied im Ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. erläutert: "Die durch MS hervorgerufenen Funktionsstörungen bereiten den Patienten viele Schwierigkeiten und die Gehbehinderung gehört zu den physisch und emotional am stärksten belastenden Erscheinungen. Bisher gab es kein zugelassenes Behandlungsmittel, um dieses Problem anzugehen."

Fampridin fördert die neurologische Funktion, indem es die Leitung von Impulsen über demyelinisierte Neuronen verbessert. In klinischen Studien nahm die Gehgeschwindigkeit von Patienten, die auf Fampridin ansprachen, im Durchschnitt um 25 Prozent zu und es wurde nachgewiesen, dass der Wirkstoff das Gehvermögen signifikant steigert. 

Bedingte Marktzulassung 

Eine bedingte Marktzulassung wird für ein medizinisches Produkt mit positiver Nutzen-Risikoeinschätzung erteilt, das eine medizinische Versorgungslücke anspricht. Dies setzt voraus, dass die Vorteile für die öffentliche Gesundheitsversorgung die Risiken überwiegen, die mit der noch unvollständigen Datenlage einhergehen. Eine bedingte Marktzulassung ist jährlich zu erneuern. Zu den Bedingungen der Marktzulassung für Fampridin gehört die Empfehlung des Ausschusses, dass der Hersteller die langfristigen Vorteile und Sicherheitseigenschaften des Medikaments in einer weiteren Studie untersucht. Insbesondere soll die Studie Informationen über die Vorteile des Medikaments liefern, die über seinen Effekt auf die Gehgeschwindigkeit hinausgehen. Theoretisch könnte Fampridin also wieder vom Markt genommen werden. 

Nebenwirkungen 

In placebokontrollierten Studien mit MS-Patienten waren Harnwegsinfektionen (bei etwa 12 Prozent der Patienten) die häufigste Nebenwirkung von Fampridin bei Verabreichung der empfohlenen Dosierung. Die Infektion wurde allerdings häufig nicht per Kulturtest nachgewiesen. Die identifizierten unerwünschten Arzneimittelreaktionen waren hauptsächlich neurologischer Art. Dazu gehörten Krampfanfälle, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühl, Fehlempfindung, Zittern, Kopfschmerzen und Asthenie. Diese stehen im Einklang mit der pharmakologischen Wirkung von Fampridin. 
 

 

Quelle: Pressemitteilung der Herstellerfirma - Juli 2011
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 26. Juli 2011

 

 

  • 23.06.2011

ESKALATIONSTHERAPIE

 

Multiple Sklerose: Antikörpertest ergänzt Vorsichtsmaßnahmen bei Therapie mit Natalizumab

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat die Zulassung für den Wirkstoff Natalizumab zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose verlängert. Die Anwendung ist künftig aber an die Durchführung eines Antikörpertests auf das JC-Virus gebunden.

Das 2006 eingeführte Natalizumab (Handelsname Tysabri®) gehört zu den stärksten Wirkstoffen bei der Multiplen Sklerose. Als selektiver Hemmstoff für Adhäsionsmoleküle verhindert Natalizumab, dass Abwehrzellen an der Gefäßwand binden und die Bluthirnschranke überwinden. Die Lymphozyten können dann nicht ins Parenchym gelangen und dort nicht mehr dieMyelinscheiden der Nerven angreifen, deren Zerstörung die Ursache der neurologischen Ausfälle bei der Autoimmunerkrankung ist. 

Die Lymphozyten fehlen aber auch zur Abwehr des JC-Virus, mit dem viele Erwachsene latentinfiziert sind. Normalerweise führt dies nicht zur Erkrankung. Bei einer starken Immunsuppressionund unter der Therapie mit Natalizumab kann es jedoch zur progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) kommen, die häufig tödlich endet. 

Monitoring und Antikörpertest beleuchten Risikofaktoren 

Die Arzneibehörden in den USA und in Europa machen die Therapie mit Tysabri bereits von strengen Auflagen abhängig, die die frühzeitige Diagnose der PML sicherstellen sollen. Ein Monitoring soll gewähren, dass alle Erkrankungen erfasst werden. 

Die FDA hat bis Ende Februar 2011 insgesamt 102 Erkrankungen registriert (bei 82.732 Patienten). Weitere Erkrankungen scheinen unvermeidbar, weil das Risiko mit der Dauer der Therapie ansteigt. Als zweiter Risikofaktor wurde kürzlich die Vorbehandlung mit immunsupprimierenden Medikamenten in die Fachinformationen aufgenommen. 

Hinweis auf PML-Risiko 

Jetzt werden die Vorsichtsmaßnahmen in Europa um einen Antikörpertest ergänzt. Er beruht auf der – biologisch plausiblen – Beobachtung, dass ein positiver Test das Risiko auf eine PML erhöht. Laut Hersteller Biogen haben etwa 55 Prozent aller Patienten ein positives Testergebnis. Es schließt den Einsatz von Natalizumab zwar nicht aus, soll nach dem Willen der EMA aber in die Risikoüberlegungen der Therapie aufgenommen werden. 

Stellungnahme vom Vorstand des Ärztlichen Beirates der deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V.

"Der Bluttest zum Nachweis von anti-JCV-Antikörpern zeichnet sich als neues Werkzeug zur Abschätzung des individuellen PML Risikos unter Therapie mit Natalizumab ab", erklärte der Vorstand des Ärztlichen Beirates des DMSG-Bundesverbandes in seiner Stellungnahme. 

Quelle: Pressemitteilung der Herstellerfirma, Ärzteblatt - 22. Juni 2011
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 23. Juni 2011

 

 

22.06.2011

  •  | 

SCHWERBEHINDERUNG


Freie Fahrt für MS-Erkrankte mit schweren Behinderungen

Ab dem 1. September 2011 können Schwerbehinderte kostenlos in allen Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn reisen. Dazu benötigen sie den grün-roten Schwerbehindertenausweis sowie ein Beiblatt des Versorgungsamtes mit einer gültigen Wertmarke, ließ die Bahn am Dienstag in Berlin verlauten.

Gute Nachrichten nicht nur für schwerbehinderte Menschen mit Multipler Sklerose: Bisher war die freie Fahrt lediglich in einem Radius von 50 Kilometer rund um den Wohnort gestattet. Ab September reichen der grün-rote Schwerbehindertenausweis und das Beiblatt mit einer gültigen Wertmarke, um mit den Zügen der Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE), Interregio-Express (IRE) und S-Bahn kostenlos in der zweiten Klasse zu fahren. 

Die Regelungen für Begleitpersonen, für die Mitnahme eines Hundes und für die kostenfreien Platzreservierungen bleiben unverändert 

Mit dieser Regelung folgt die Deutsche Bahn dem Aktionsplan der Bundesregierung, den das Kabinett vor einer Woche beschlossen hatte und der den 1,4 Millionen schwerbehinderten Bahnfahrern das Leben einfacher machen soll. 

 

Quelle: dpa – 21. Juni 2011 
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 22. Juni 2011
 

 

 

 

 

 

  • 07.06.2011

ENTSTEHUNG / PATHOGENESE DER MS

 

Stress spielt keine Schlüsselrolle als Auslöser von Multipler Sklerose

Entgegen früherer Vermutungen scheint Stress keinen Einfluss auf das Risiko zu haben, an Multipler Sklerose zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Norwegen und den USA, nachdem sie Daten von mehr als 200.000 Krankenschwestern analysierten.

Ob Stress am Arbeitsplatz, der Tod eines nahen Angehörigen oder Beziehungsprobleme Menschen häufiger an MS erkranken lassen, wird schon länger kontrovers diskutiert. Zwar war bekannt, dass Stress das Risiko für remittierende MS-Episoden steigert. Doch ob solche Ereignisse die Erkrankung selbst auslösen können, stellten die Forscher der norwegischen Universität Bergen in einer neuen Studie infrage. 

Untersucht wurden 238.371 Krankenschwestern, von den 369 an Multipler Sklerose erkrankten 

Als Grundlage zogen sie die Daten der Nurses Health Study heran, eine bedeutende Longitudinalstudie über Faktoren, die die Gesundheit von Frauen beeinflussen. Die eine Gruppe umfasste 121.700 Probandinnen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren, die ab 1976 regelmäßig nach Stress zuhause oder am Arbeitsplatz befragt wurden. 

Die zweite Kohorte mit 116.671 Krankenschwestern zwischen 25 und 42 Jahren beantwortete die Fragen nach belastenden Ereignissen seit 1989. Dabei fragten die Wissenschaftler auch nach sexuellem Missbrauch während der Kindheit oder im Erwachsenenalter. 

Selbst massiver Stress erhöht Risiko für MS nicht signifikant

Anschließend korrigierten die Wissenschaftler die Zahlen nach Alter, Herkunft, Körpergewicht und Nikotinkonsum und fanden heraus, dass selbst schwerer Stress und psychisch wie körperlich belastende Ereignisse das Risiko für eine MS-Erkrankung nicht signifikant erhöhten. 

369 der an der Studie beteiligten Krankenschwestern waren an MS erkrankt. Die Wissenschaftler fanden keine Belege dafür, dass ein unterschiedliches Stress-Ausmaß daheim oder am Arbeitsplatz einen Einfluss auf das MS-Risiko hatte. Das höchste Risiko stellten sie bei denjenigen fest, die von minimalem Stress zu Hause und leichtem Stress bei der Arbeit berichtet hatten. 

Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Stress mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den typischen sogenannten Schüben der chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralenNervensystems führen kann. Bei einem solchen Schub treten charakteristische Symptome erstmals oder erneut auf. Als Auslöser der Krankheit selbst kommt Stress ihrer aktuellen Untersuchung zufolge jedoch nicht infrage, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt der American Academy of Neurology. 

"Wir wussten zwar, dass stressige Ereignisse im Leben nachweißlich das Risiko für MS-Schübe erhöhen, waren aber nicht sicher, ob solche Stressfaktoren auch tatsächlich zur Entwicklung der Krankheit selbst führen können", erläutert Prof. Trond Riise von der Universität Bergen. 

Studie liefert eindeutige Hinweise, spezielle Stressfaktoren bleiben unberücksichtigt 

Die Wissenschaftler können nicht völlig ausschließen, dass ihre Einschätzung ganz spezielle Stressfaktoren oder Stressmechanismen nicht einbezogen hat, die vielleicht doch einen Einfluss haben könnten. Außerdem habe die Studie ausschließlich weibliche Teilnehmer erfasst, erklären die Forscher. Als erheblichen Risikofaktor könnten ihre Ergebnisse Stress aber klar ausschließen, so Riise. 
 

 

Quelle: "Neurology" Vol. 76, S. 1866 , dapd, Nurses’ Health Study
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 07. Juni 2011

 

 

 

TEILNAHME AN STUDIEN

 

Studie mit Grüntee-Extrakt bei progredienter Multipler Sklerose

Die AG Klinische Neuroimmunologie am NeuroCure Clinical Research Center der Charité Universitätsmedizin Berlin sucht Teilnehmer für eine Studie zur Wirkung von Grüntee-Extrakt-Kapseln bei primär oder sekundär progredienter MS.

Die AG Klinische Neuroimmunologie am NeuroCure Clinical Research Center der Charité Universitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. med. Friedemann Paul erforscht schwerpunktmäßig entzündliche und autoimmune Erkrankung des Nervensystems. Die AG führt dazu zahlreiche klinische Studien und Untersuchungsmethoden durch, in denen neue Therapien geprüft werden, vor allem zur Multiplen Sklerose. 

Für die folgende Studie mit Grüntee-Extrakt-Kapseln werden noch Teilnehmer gesucht: 
EGCG in progressiven Verlaufsformen der Multiplen Sklerose (SUPREMES Studie) 

Teilnehmen können Männer und Frauen mit primär oder sekundär progredienter MS, die zwischen 18 und 65 Jahre alt sind. 

Kontakt: 
Franziska Lipske 
Tel.: 030 - 450 639 736 
E-Mail: franziska.lipske@charite.de 
www.ncrc.de

 

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 17. Mai 2011

 

 

 

- 31.05.2011



Forschende Pharma-Unternehmen verbessern die Perspektive für Patienten mit Multipler Sklerose

 

 


"Gute Aussichten für Patienten, die an Multipler Sklerose leiden: Neue Medikamente aus der Forschung unserer Unternehmen dürften sie noch wirksamer vor Krankheitsschüben schützen und die Behandlung wesentlich vereinfachen." Das sagte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), heute in Berlin mit Blick auf den Welt MS Tag am 25. Mai. "Ein erstes Medikament neuen Typs ist in diesem Jahr schon auf den Markt gekommen; bis 2015 könnten vier weitere folgen." 
An Multipler Sklerose (MS), einer chronische Krankheit von Gehirn und Rückenmark, leiden in Deutschland rund 130.000 Menschen. Häufige Symptome sind Sehstörungen, Krämpfe, Taubheitsempfindungen und Lähmungen. Meist verläuft die MS in Schüben, also Phasen mit Krankheitssymptomen, gefolgt von einer Phase der Regeneration. Langfristig schreitet die Krankheit aber meist weiter fort. 

Für Patienten mit schubförmiger MS stehen heute einige Medikamente zur Verfügung, die die Symptome lindern, und - als Dauermedikation angewendet - meist rund ein Drittel der Schübe verhindern können. Dadurch behalten die Erkrankten länger ihre Unabhängigkeit zur Bewältigung des Alltags. Alle älteren Medikamente zur Daueranwendung müssen regelmäßig gespritzt werden. 

"Um die Behandlung weniger belastend zu machen, haben forschende Pharma-Unternehmen einige neue Medikamente entwickelt, die nicht gespritzt werden müssen, sondern geschluckt werden können", so Fischer. Ein erstes ist seit kurzem zugelassen, mehrere weitere sind in letzten Stadien der Erprobung mit Patienten. 

Darüber hinaus werden zurzeit noch weitere Wirkstoffe erprobt, die zwar nicht geschluckt werden können, aber möglicherweise in ihrer Wirksamkeit zur Vermeidung von Krankheitsschüben alles Bisherige übertreffen. Dazu gehören zwei bisher in der Krebsmedizin verwendete monoklonale Antikörper. 

"Aber auch wenn MS trotz Behandlung fortschreitet, können neue Medikamente Patienten helfen, indem sie die Symptome bekämpfen", so Fischer. So habe die europäische Arzneimittelbehörde EMA vor wenigen Tagen die Zulassung eines Mittels zur Besserung von Gehstörungen empfohlen. Zur Linderung von Spasmen könnte zudem bald in Deutschland ein Medikament auf der Basis von Cannabis-Wirkstoffen zugelassen werden. In Großbritannien und Spanien wird es bereits eingesetzt. In Deutschland wurde nun der rechtliche Rahmen geschaffen, der das auch hierzulande ermöglicht. 

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa - auch im Internet. Mehr dazu unter:www.vfa.de/onlinepk

Quelle: vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen

 

 

 

  • 27.05.2011

AUS DEM ÄRZTLICHEN BEIRAT

Stellungnahmen der Vorstände des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose zur Zulassung von Sativex® und zur positiven Bewertung von Fampridin

Am 18. bzw. 19. Mai 2011 wurden zwei vielversprechende Substanzen zur symptomatischen Therapie der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen bzw. positiv bewertet. Aus diesem Grund geben der Vorstand des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) und der Vorstand des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) folgende Stellungnahmen ab.

Sativex zur Therapie der mittelschweren bis schweren Spastik 

Der Voll-Pflanzenextrakt Sativex® ist ein Spray zur Anwendung in der Mundhöhle. Ein Sprühstoß mit 100µl Spray besteht aus einem standardisierten Gemisch von 2,7 mg Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und 2,5 mg Cannabidiol (CBD). THC und CBD wirken agonistisch an Cannabinoid-Rezeptoren, die u.a. an Nervenendigungen zu finden sind. Im Tiermodell konnten sie die Steifigkeit der Gliedmaßen reduzieren und die Motorik verbessern. Während lange Zeit die Wirkung von Cannabinoiden auf die MS-bedingte Spastik umstritten war, konnten nun mehrere kontrollierte Studien mit mehr als 1.500 MS-Patienten einen signifikanten Effekt auf die mittelschwere bis schwere Spastik zeigen [1,2]. Diese wurde anhand der "numerischen Rating-Skala" (NRS) gemessen, auf der Patienten den durchschnittlichen Schweregrad ihrer Spastik in den vergangenen 24 Stunden von 0 (keine Spastik) bis 10 (schwerstmögliche Spastik) bewerteten. In der bisher größten Studie erhielten 572 MS-Patienten einfach verblindet Sativex®. Nach 4 Wochen erfüllten 241 Patienten (42 %) das Einschlusskriterium einer 20%igen Reduktion der Spastik und wurden für die 12-wöchige doppelblinde Phase zu Verum bzw. Plazebo randomisiert. Dabei konnte die Verbesserung der Symptome unter Sativex® erhalten werden, während sich die Plazebogruppe wieder zum Ausgangszustand verschlechterte. Neben der Reduktion der Spastik wurden positive Effekte auch für Spasmen, Schlaf und Gehfähigkeit berichtet. 

Nach Zulassungen u. a. in England und Spanien ist Sativex® nun auch in Deutschland als Betäubungsmittel zur Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik zugelassen, die unzureichend auf andere Antispastika angesprochen haben. Dabei sollte die bestehende antispastische Medikation zunächst unverändert fortgeführt werden. Die Dosis wird innerhalb von 14 Tagen titriert und reicht von einem Sprühstoß am Abend bis zu maximal 12 Sprühstößen verteilt auf zweimal tägliche Gaben. Das Ansprechen auf Sativex® sollte nach 4 Wochen überprüft werden. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schwindel und Müdigkeit, die insbesondere in der Titrationsphase auftraten. Während der Behandlung können psychiatrische Symptome wie Angst, Illusionen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen und paranoiden Vorstellungen auftreten. Obwohl der Gebrauch von Cannabis zu kognitiven Störungen führen kann [3], wurden in den zulassungsrelevanten Studien mit den getesteten Dosierungen keine negativen Auswirkungen auf Gedächtnis, Reaktionsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit gefunden. Ein erhöhtes Missbrauchspotenzial war erst bei 8 bis 16 gleichzeitig verabreichten Sprühstößen vorhanden. 

  
Fazit: 

Der Vorstand des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V. und der Vorstand des KKNMS sehen mit der Zulassung von Sativex® eine Erweiterung der therapeutischen Optionen zur symptomatischen Therapie der MS-bedingten Spastik, von der zumindest ein Teil der MS-Betroffenen profitieren kann. Aufgrund der bisherigen Daten scheint die Substanz gut verträglich zu sein. Allerdings müssen die potenziellen psychiatrischen und kognitiven Nebenwirkungen beachtet und vor einer breiteren Anwendung weiter untersucht werden. Von Vorteil erscheint, dass das Ansprechen auf Sativex® schon nach 4 Wochen beurteilt werden kann. Nach der erfolgten Zulassung wird damit gerechnet, dass Sativex® zum 1. Juli 2011 in den Apotheken erhältlich sein wird. 
 

 

 


 


Fampridin (Fampyra®) zur Therapie eingeschränkter Gehfähigkeit 

Der Kaliumkanalblocker 4-Aminopyridin ist eine seit über drei Jahrzehnten bekannte Substanz, die die axonale Erregungsleitung und somit die muskuläre Kraft bei demyelinisierenden Erkrankungen verbessern kann[1]. Bisher war diese Substanz lediglich als Rezeptur erhältlich, wobei hierfür keine zuverlässigen Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten vorliegen. Für orales 4-Aminopyridin in retardierter Form (Fampridin) konnte in zwei unlängst durchgeführten randomisierten, plazebokontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studien bei Patienten mit MS gezeigt werden, dass es bei einer Subgruppe von Patienten zu einer Verbesserung der Gehbeeinträchtigung kommt [2,3]. In diesen beiden Studien sprachen ein Drittel der behandelten Patienten auf die Therapie mit Fampridin an (Responder), der primäre Studienendpunkt war eine relevante Verbesserung der Gehgeschwindigkeit, die unter Fampridin bei 33% zunahm, unter Plazebo waren es 14% der Patienten. Aus den Studiendaten konnten keine prädisponierenden Faktoren für ein Ansprechen auf eine Therapie mit 4-Aminopyridin ermittelt werden. Die Gruppe der mit Fampridin behandelten Responder unterschied sich vor Therapiebeginn weder hinsichtlich Alter, Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit noch hinsichtlich der Verlaufsform der MS, der begleitenden immunmodulatorischen Therapie, der Krankheitsdauer oder der Schwere der neurologischen Defizite von der Gruppe der Patienten, die nicht von der Fampridin-Therapie profitierten. Die in den Studien am häufigsten genannten Nebenwirkungen umfassen u.a. Harnwegsinfekte, Schlaflosigkeit und Schwindel. 

Aufgrund dieser Studiendaten erfolgte für Fampridin im vergangenen Jahr die Zulassung in den USA zur Behandlung der eingeschränkten Gehfähigkeit bei Patienten mit MS, im Mai 2011 folgte die Zulassung in Australien. Das Medizinproduktekommittee der Europäischen Arzneimittelagentur (CHMP) hat nach initialer Ablehnung nach Revision nun eine Empfehlung zur Zulassung ausgesprochen. Damit darf in den kommenden 67 Tagen mit einer eingeschränkten Zulassung ("conditional approval”) der Substanz unter dem Handelsnamen "Fampyra” in Deutschland gerechnet werden [4]. Basierend auf den Ergebnissen der zwei o.g. Studien wird die Zulassung für Patienten aller MS-Verlaufsformen erfolgen, eingeschränkt jedoch auf einen Behinderungsgrad zwischen einem EDSS von 4.0 und 7.0 (d.h. Einschränkung der Gehfähigkeit ≤ 500 m). 

Der Vorstand des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V. sowie der Vorstand des KKNMS begrüßen die positive Nachbewertung der Nutzen-Risiko-Analyse und die bevorstehende Zulassung von Fampridin zur symptomatischen Behandlung von MS-Patienten mit Gehstörung. Weitere Einzelheiten zur Zulassung, zur Reevaluation der klinischen Wirksamkeit und Sicherheit sowie zum praktischen Umgang mit dieser Substanz werden nach der Zulassung publiziert. Sicher ist, dass, wie bei jeder neu zugelassenen Substanz, ein Pharmakovigilanzprogramm aufgelegt werden wird. Aus früheren Erfahrungen mit 4-Aminopyridin ist bekannt, dass höhere Dosierungen Krampfanfälle auslösen können. Auch wenn in den o.g. Studien bei einer Dosis von zweimal 10mg pro Tag diesbezüglich kein erhöhtes Risiko gezeigt werden konnte, so wird die genaue Einnahme der Substanz ein besonderes Augenmerk erhalten müssen, um Krampfanfällen vorzubeugen. Weitere Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Substanz müssen in den folgenden Monaten vom Hersteller erhoben und der Zulassungsbehörde vorgelegt werden. 

Fazit: 

Die Zulassung von Fampridin zur symptomatischen Therapie der Gehfähigkeit von MS-Patienten ist eine relevante Erweiterung der symptomatischen Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere für ein Symptom, an dem viele Patienten mit MS leiden. Es ist zu erwarten, dass Fampridin unter dem Handelsnamen Fampyra® ab dem Sommer 2011 in den Apotheken in Deutschland erhältlich sein wird. 


 

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 27. Mai 2011

 


 

 

 

 

 

 

 Ärzte Zeitung, 23.05.2011 04:56

 

MS-Therapie - Seriöses, aber auch Unseriöses

Für Patienten mit Multipler Sklerose gibt es hoffnungsvolle Therapieansätze. Hierbei gilt es nach Aussage von Experten jedoch, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Von Philipp Grätzel von Grätz

 

 

BERLIN. Für Patienten mit Multipler Sklerose dürfte das vor Kurzem neu eingeführte orale Medikament Fingolimod für frischen Wind in der Behandlungslandschaft sorgen. Wenig angetan sind Neurologen dagegen von Venenstents und Stammzellversuchen.

Die neuen oralen immunmodulatorischen Substanzen, die sich derzeit reihenweise in den Pipelines der Hersteller befinden, dürften die Therapie von Patienten mit Multipler Sklerose sinnvoll ergänzen, erwartet Professor Frank Erbguth von der Klinik für Neurologie am Klinikum Nürnberg.

Zwar hätten die europäischen Behörden mit Cladribin einem ersten derartigen Präparat die Zulassung verweigert. Weitere stehen aber ins Haus. Und bereits seit kurzem erhältlich ist die Substanz Fingolimod, ein synthetisches Derivat des Pilzbestandteils Myriocin, das als funktioneller Gegenspieler an Sphingosin-I-Phosphat-Rezeptoren agiert.

Fingolimod wirkt anders als jedes andere bisher bekannte MS-Medikament: "Es hält autoaggressive T-Lymphozyten in den Lymphknoten fest, sodass diese nicht ins ZNS wandern können", sagte Erbguth beim Praxis Update 2011 in Berlin. Möglicherweise wirke es auch direkt antiinflammatorisch.

Fingolimod wurde in zwei Phase- III-Studien im Vergleich zu Placebo und Interferon getestet. Einschlusskriterien waren jeweils mindestens ein Schub im Jahr vor Studienbeginn und ein Punktwert auf der MS-Symptomskala EDSS zwischen 0 und 5,5. Im Ergebnis war die jährliche Schubrate bei Fingolimod-Therapie signifikant geringer als bei Interferon- und bei Placebotherapie.

Erbguth betonte, dass der Stellenwert der Fingolimod-Therapie zunächst trotz dieser Daten vor allem bei Patienten liegen werde, die nicht auf Interferon ansprechen. Das liegt daran, dass mit Interferon jahrzehntelange Erfahrungen existieren, während die langfristigen Folgen eines völlig neuen immunologischen Therapieansatzes noch nicht zur Gänze eingeschätzt werden könnten.

Auch die Nachfolger von Fingolimod werden von den meisten Neurologen hoffnungsvoll erwartet. Andere neue Therapieansätze sorgen dagegen nicht für ungeteilte Begeisterung: So macht eine vor allem im Internet verbreitete Theorie venöse Stenosen und im Gefolge Abflussstauung und Endothelschädigung zur eigentlichen Ursache der MS.

Für Erbguth sind das unseriöse und durch nichts belegte Spekulationen. In einer kürzlich publizierten Studie bei 56 MS-Patienten und 20 Kontrollen gab es keinerlei Korrelation zwischen Venenbefund und MS (Annals of Neurology 2010; 68: 173).

Abgelehnt werden von Erbguth auch die von einigen kommerziellen Anbietern angebotenen Stammzelltherapien. Zwar seien Stammzellen grundsätzlich eine interessante Therapie-Option. Doch reichten die bisherigen Erkenntnisse nicht aus, um Therapieversuche zu rechtfertigen. Bei einem Kölner Anbieter sei im vergangenen Jahr gar ein zweieinhalbjähriger Junge bei einer solchen Therapie gestorben, erinnerte Erbguth.

 
 
 

 Natalizumab: Neue Daten zu Hirninfektion bei MS-Therapie


Die Therapie mit dem Immunmodulator Natalizumab (Tysabri®), der gegen schubförmig verlaufende Multiple Sklerose (MS) eingesetzt wird, erhöht das Risiko für eine seltene aber schwerwiegende Hirninfektion, die Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML). Dabei steigt das PML-Risiko mit der Dauer der Therapie beziehungsweise der Anzahl der Natalizimab-Infusionen, wie neueste Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zeigen.

 

 

 

Bei einer Behandlungsdauer von bis zu zwei Jahren (das entspricht 1 bis 24 erhaltenen Natalizumab-Infusionen) liegt die PML-Inzidenz demnach bei 0,3 Fällen von 1000 Patienten, nach 25 bis 36 erhaltenen Infusionen sind es 1,5 Fälle von 1000 Patienten. Nach einer Behandlungsdauer von 3 bis 4 Jahren (37 bis 48 Infusionen) ist die Inzidenz mit 0,9 Fällen von 1000 Patienten etwas niedriger, allerdings sind die Daten zur Langzeitanwendung des Wirkstoffs begrenzt. Insgesamt traten bei bisher 82 732 mit Natalizumab behandelten Patienten 102 Fälle von PML auf.

 

 

 

Das erhöhte Risiko für die potenziell tödlich verlaufende PML unter Natalizumab erklärt sich über den Wirkmechanismus des Biologicals: Der monoklonale Antikörper blockiert die Integrin-Rezeptoren der Leukozyten und verhindert so, dass diese die Blut-Hirn-Schranke überwinden und ins Gehirn einwandern. Das bremst nicht nur die Entzündungsreaktion im Gehirn, sondern erhöht auch das Risiko für zerebrale Infektionen wie die PML.

 

 

 

Die gleichzeitige Gabe von Immunsuppressiva wie Azathioprin, Methotrexat oder Cyclophosphamid ist daher kontraindiziert. Die Daten der FDA zeigen nun, dass auch eine Immunsuppression, die vor dem Start der Natalizumab-Therapie bereits abgeschlossen ist, das PML-Risiko zusätzlich erhöht. Der Einfluss einer vorangegangenen Therapie mit Immunmodulatoren wie β-Interferonen und Glatirameracetat oder einer kurzzeitigen Corticosteroid-Gabe auf das PML-Risiko unter Natalizumab wurde laut FDA noch nicht untersucht. (am)

 

 

 

27.04.2011 l PZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20.04.2011

„MS-Pille": Orales Immunsuppressivum zur Therapie der MS zugelassen

Die Experten des „Committee for Medicinal Products for Human Use" (CHMP) hatten sich unlängst für die Zulassung des Wirkstoffes Fingolimod zur Behandlung erwachsener MS-Patienten ausgesprochen. 
Für Cladribin, einen weiteren Wirkstoff zur Behandlung der Multiplen Sklerose, hat das wissenschaftliche Komitee der europäischen Zulassungsbehörde, EMA, hingegen seine bisherige Entscheidung bestätigt und empfahl, die Marktzulassung zu verweigern.
 

„Basierend auf den eingereichten Daten vertrat die Mehrheit der Mitglieder des CHMP die Auffassung, dass die Vorteile von Cladribin-Tabletten die Risiken nicht aufwiegen", hieß es in einer Pressemitteilung des Darmstädter Herstellers. 

Viele Beobachter hatten mit dieser Entscheidung gerechnet, denn im September 2010 hatten sich die Experten der Zulassungsbehörde EMA schon einmal gegen die Marktzulassung ausgesprochen. Bei der erneuten Beurteilung im Januar 2011 konnten die Hauptbedenken des Gremiums nicht ausgeräumt werden. Insbesondere wurden Bedenken bezüglich der Sicherheit der Tablette geäußert. 

Gegen die nun ausgesprochene Empfehlung kann der Hersteller keinen Widerspruch mehr einlegen.


Eine „positive opinion", also eine „positive Empfehlung" hatte das CHMP hingegen für die Zulassung von Fingolimod (FTY 720) zur Behandlung erwachsener MS-Patienten abgegeben. Am 21.03. wurde die Zulassung schließlich erteilt. 

Fingolimod ist ein Immunsuppressivum, das nicht nur zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantation, sondern auch zur Behandlung der Multiplen Sklerose klinisch getestet wurde. Das als Tablette verabreichte Medikament soll verhindern, dass Lymphozyten, eine bestimmte Art der weißen Blutkörperchen, die Lymphknoten verlassen und in die Blutbahn gelangen. 

Fingolimod ist jedoch nach der Entscheidung der Zulassungsbehörde nicht für alle von Multipler Sklerose betroffenen Patienten gleichermaßen geeignet. So wird die Therapie nur Erwachsenen, als Monotherapie und allein für die schubförmige Verlaufsform der MS empfohlen. 

Darüber hinaus schränkt die Empfehlung den Einsatz von Fingolimod ein auf 
 

  • Patienten, die entweder eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen, obwohl sie zuvor (üblicherweise mindestens ein Jahr lang) mit Interferon beta behandelt worden sind



oder 

  • Patienten, deren schubförmige MS sehr schnell voranschreitet und zu zwei oder mehr Schüben pro Jahr führt.



In beiden Fällen gibt es zusätzliche diagnostische Kriterien, die über ein MRT des Gehirns ermittelt werden müssen. 

Weiterführende Informationen finden Sie hier: 

www.ema.europa.eu/docs/...pdf 
(klak) 

Quelle: Nach Informationen der European Medicines Agency (EMA) – www.ema.europa.eu 

 

20.04.2011

Fumarsäure schützt Nervenzellen: Hoffnung für MS-Patienten

Erlanger Wissenschaftler zeigen neuroprotektive Wirkung eines seit 1994 bekannten Medikaments gegen Schuppenflechte.

Dem Erlanger Neuroimmunologen Dr. Ralf Linker und seinen Kollegen ist ein Erfolg auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose-Forschung gelungen. 

In der aktuellen Ausgabe des führenden Neurologie-Journals „BRAIN" berichtet der geschäftsführende Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik in Erlangen über die Ergebnisse einer Studie, die er mit Kollegen an seiner früheren Wirkstätte an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt hat. 

Den Forschern gelang der Nachweis, dass ein langjährig erprobtes Medikament mit dem Wirkstoff Fumarsäure, sonst zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt, im Modell der Multiplen Sklerose die Nervenzellen schützende (neuroprotektive) Effekte zeigt.

Konkret konnten die Wissenschaftler belegen, dass die Fumarsäure das Immunsystem positiv beeinflusst und über die Aktivierung des Proteins „Nrf2" die Zellen im zentralen Nervensystem schützt. 

„Damit wäre diese Substanz eine der ersten, die bei der Therapie der Multiplen Sklerose einen neuroprotektiven Effekt vermittelt", erklärt der Leiter des Bereichs Neuroimmunologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg. 

Demnächst werden zu der Tablettentherapie mit Fumarsäure bei MS die Ergebnisse zweier weltweit laufender „Phase III"-Studien mit mehr als 2000 Patienten erwartet.

Die Fumarsäure wurde zunächst um 1960 von einem an Schuppenflechte (Psoriasis) erkrankten Biochemiker durch Selbstbehandlung in die medizinische Therapie eingeführt. Tatsächlich sind als Tabletten verfügbare Fumarsäurepräparate bis heute die meist verwendete Therapie bei schwerer und mittelschwerer Schuppenflechte in Deutschland. 

Die Schuppenflechte, erläutert Dr. Linker, sei wie die Multiple Sklerose eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die Immunabwehr gegen körpereigene Zellen richtet. Bei MS werden durch diese Autoimmunreaktion zunächst die „Isolierschicht" der Nervenfasern und schließlich die Nervenzellen selbst zerstört.

Erste positive Ergebnisse zur Tablettentherapie mit Fumarsäure bei der MS hätten sich in der bereits veröffentlichten „Phase II"-Studie an 257 MS-Patienten gezeigt, berichtet der Neuroimmunologe. „Unter Behandlung mit dem Fumarsäurepräparat zeigten sich im Vergleich zu einem Scheinpräparat über 70 Prozent weniger neue Entzündungsherde im Gehirn und etwa ein Drittel weniger Schübe", sagt der Neurologe.

Zusammen mit seinem Erlanger Kollegen Dr. De-Hyung Lee, der ebenso an der Neurologischen Universitätsklinik arbeitet, treibt Dr. Linker seine Forschung intensiv voran. Neuste Ergebnisse der beiden Mediziner untermauern die These, dass Fumarsäurepräparate die Nervenzellen schützen. 

Seine Erkenntnisse sieht Dr. Linker auch durch die nachgewiesene Wirksamkeit der Fumarsäure im Maus-Modell der Huntingtonschen Erkrankung (Veitstanz) gestützt, einer degenerativen Erkrankung mit Zerstörung von zentralen Nervenzellen. 

Der Wissenschaftler ist optimistisch, dass „Fumarsäurepräparate durch ihre Verträglichkeit eine gute Ergänzung der bisherigen, nur in Form von Spritzen verfügbaren Basistherapien bei der MS darstellen".

Darüber hinaus wollen Linker und sein Kollege Lee herausfinden, ob sich die Präparate auch für eine Kombinationsbehandlung mit den in der MS-Therapie etablierten Beta-Interferonen eignen. Beta-Interferone greifen gezielt in die gestörten Abläufe des Immunsystems ein und beeinflussen durch entzündungsmodulierende Eigenschaften den Verlauf der Erkrankung positiv. 

„Wir hoffen", sagt Dr. Linker, „dass sich mit unseren neuen Erkenntnissen zur Fumarsäure sowie den noch in diesem Jahr zu erwartenden Ergebnissen der Phase III-Therapiestudien die Behandlung der MS weiter verbessern wird."


Quelle: Informationsdienst der Wissenschaft
www.idw-online.de

Friedrich-Alexander-Erlangen-Universität Erlangen-Nürnberg
www.uni-erlangen.de/

 

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!