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Das Stammesland |
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Das Land der
MacNamara
| " Zieht der Reisende im Sommer durch das westliche Munster, kommt er auch bald an den Lauf des Shannon. Ihm folgend, wird er ins Land der MacNamara gelangen, des größten Stammes in Munster. Hier, von den Auen des Shannon im Osten bis in die Ebene, die sich bis Conmara im Norden und Dun Laoghaire im Süden erstreckt, herrscht pralle, gelassene Fruchtbarkeit. Leuchtend gelbe Felder strahlen im unbestechlichen Glanz des Lughauges, neben ihnen weiden große Rinderherden, die von jungen Schäferinnen und Schäfern durch die Lande getrieben werden. In den Auen und Ebenen finden sich oftmals Dörfer, die jedoch – darüber mag sich der Reisende wundern – trotz der friedlichen Fröhlichkeit, die die Menschen hier ausmacht, wohl befestigt sind wie andernorts nur Residenzen: Keines, das nicht über einen Palisadenwall verfügt. Meist befindet sich im Dorf ein Wach- und Leuchtfeuerturm, der stets besetzt ist. Dennoch – die Tore stehen dem Reisenden offen, und drinnen wird er meist den Gesang der Frauen und Männer, die das Korn dreschen oder die Schafe scheren, vernehmen. In den meisten Dörfern findet sich auch ein Schmied, der das Erz, das in den Bergen im Westen des Landes abgebaut wird, zu Werkzeugen, Schmuck und Waffen verarbeitet. Dieser Schmied ist oft auch der Dorfälteste, da die Namaras seine Kunst hoch schätzen, geht sie doch auf die Götter höchstselbst zurück. | ![]() |
Am weiten Lugh Derg, dessen Wasser klar und kalt ist, weichen die gelben
Felder saftigen Wiesen, die durch Steinwälle unterteilt sind. Hier, in der
Gegend um Mhór Corthaigh, leben die Fitzgeralds, eine der größeren Sippen
innerhalb der MacNamara. Mit Ackerbau beschäftigen sie sich wenig, da das Land
weiter nördlich Getreide im Überfluß hervorbringt; stattdessen haben sie hohe
Fertigkeit in der Pferdezucht erworben. Nirgendwo sonst auf der grünen Insel
sieht man so stolze, edle Rösser – und junge wie alte Fitzgeralds kümemrn sich
um sie, und behandeln sie fast wie Sippenangehörige.
Gastfreundschaft wird
bei den MacNamara hochgehalten, jedoch muß der Reisende einen derben Humor, und
zuweilen auch ein dickes Fell haben: Zu oft sind die Frauen und Männer des
Westens durch Verrat besiegt worden, als daß sie jedem Gast trauen würden. Hat
es der Reisende aber geschafft, jenes Vertrauen zu erlangen, wird er sich
fühlen, als wäre er hier geboren. Jedes Haus steht ihm offen, an jeder Mahlzeit
darf er teilhaben, und wenn er wirklich geehrt werden soll, mag es sogar sein,
daß er eine der berühmten Äxte oder Klingen aus Coillte erhält, auf daß er sich
ewig an seinen Sommer im Lande der MacNamara erinnere."
- Aus
den Reiseberichten von Lochaín Quellstimme, Wanderbarde -
