Götter und Glaube der MacNamara

 

 

   Keltische Religiosität
  Götter der MacNamara
  Der Kult des Manannán
  Gebete für verschiedene Anlässe
  Gebete an Manannán 

 

 

 

 

 

Keltische Religiosität

 

"Das ganze gallische Volk ist Glaubensvorstellungen sehr ergeben; so opfern sie Menschen bei schweren Krankheiten, in Kämpfen und Todesgefahren oder geloben ein solches Opfer, und die Opfer lassen sie von Druiden vollziehen. Denn sie sind der Meinung, die unsterblichen Götter ließen sich nur bewegen einen Menschen leben zu lassen, wenn sie durch den Tod eines anderen Menschen entschädigt würden."

Cäsar, "Der Gallische Krieg",6,16

 

Kelten sind sehr glaubensstark. Sie verehren ihre Götter mit Würde und Stolz und nicht mit Unterwürfigkeit. Ein keltischer Gott sieht es nicht gerne, wenn sein Volk sich erniedrigt.Das Leben eines Kelten wird durch eine Flut von Ritualen und Tabus (sog. Geis), und von dem Glauben an eine Vielzahl von Geistern (Pooka, Kobolde, Waldgeister usw.) bestimmt. Für einen Kelten ist alles um ihn herum beseelt, überall wimmelt es nur so von Geistern, Feen oder Kobolden, über deren Absichten kein Sterblicher, außer vielleicht den Druiden, Bescheid weiß.

In der keltischen Religionspraxis spielen häufige Opfer, von einfachen Nahrungs-, bis zu recht brutalen Tier- oder Menschenopfern, eine herausragende Rolle. Besonders aufgrund der manchmal blutrünstigen Menschenopfer gelten die Kelten bei vielen Völkern als Barbaren. Es existiert eine große Zahl von keltischen Göttern (über 400 verschiedene Namen sind bekannt), so daß nicht jeder Kelte denselben Göttern anhängen muß. Allen gemein ist aber der Glaube an die Große Mutter. Doch ist auch dieser bei den Inselkelten mehr ausgeprägt, als bei den mit anderen Kulturen in Kontakt gekommenen Festlandskelten, die sich immer mehr dem männlichen Prinzip zuwenden.

Dem Pantheon steht im Falle Éires in den meisten Fällen die große Mutter vor, die damit für alle Aspekte des Daseins steht. Alle weiteren Götter stehen jeweils gesondert für verschiedene Aspekte, diese unterscheiden sich jedoch regional sehr stark. Ein Kelte, der ein Gebet spricht, wendet sich meist an sein Totem oder an die Gottheit, die ihm am vertrautesten ist. In schweren Fällen legt er individuell und nach eigenem Gutdünken aus, welcher Gott für die fragliche Situation am ehesten zuständig ist. Traut er sich das nicht zu, wendet er sich an einen Druiden oder eine Priesterin. Diese müssen daher die Götter und ihre Zuständigkeiten ziemlich genau kennen um den Hilfesuchenden mit Rat und geistlichem Beistand unterstützen zu können.

Einen kurzen Überblick über die von den MacNamara verehrten Gottheiten findet Ihr hier. Für genauere Informationen wendet Euch an Euren ansässigen Druiden.

 

 

 

 

 

Götter der MacNamara

 

 

Die Große Mutter

Die Große Mutter, in ihren Erscheinungsformen Brigid, Morrigna und Ceridwen, welche selber eine Dreiheit sind, gilt bei den MacNamara als der Kreis ohne Anfang und Ende, das Leben, das sich unaufhörlich fortsetzt und ständig neu beginnt. Sie ist wie der Jahreslauf. Sie ist die Welt, die uns umgibt, die "Urmutter", von der alles Leben kommt und zu der alles Leben zurückkehrt. Ihr Name hat viele regionale Varianten, doch ist er zu heilig, als dass man ihn leichtfertig aussprechen dürfte. Dies ist nur in ganz seltenen Fällen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, und auch dann fast nur den Priesterinnen gestattet. 

  Brighid

Brighid, die aus den drei Schwestern, die alle Brighid heißen, besteht, ist die Junge. Als Ganzes repräsentiert sie den Anfang, der Aufbruch,Tatendrang und Wißbegier verheißt. Auf der Kehrseite ist sie die Unerfahrene, Leichtgläubige.

Brighid die Schmiedin, älteste der drei Schwestern, ist die Schutzpatronin der Schmiede und des Feuers. Ihr Heiligtum steht in Kildare.

Brighid die Dichterin ist eine Schutzpatronin der Dichter und Künstler.

Brighid die Heilerin ist eine Schutzpatronin der Heiler.

Aufgrund der drei Aspekte der Druiden – Magie = Schmied, Wissen = Dichter, Fürsorge = Heiler – erwählen manche Druiden sie zur Gottheit.

 

Morrigna

Die Morrigna, welche sich aus Bobdh, Macha und Morrigan zusammensetzt, ist in ihrer Ganzheit die Reife, die Verführerische, die Frau in den "Besten Jahren", aber auch die Zerstörerische, Wütende.

Bobdh ist die Krähe Der Schlacht.

Macha ist die Heilerin, Seherin, Kriegerin.

Morrigan ist die Lüsterne Kriegerin, die den Tod bringt, und daraus Vergnügen zieht. Sie ist die zerstörerischste der Drei.

 

Ceridwen

Ceridwen in ihrer Ganzheit ist die Alte, die das Leben kennt und den Tod respektiert. Ihr ist nichts fremd, weswegen sie auch die Weise ist. Gleichzeitig ist sie jedoch die Tückische.

Ceridwen die Leichenfressende Sau ist der Tod, der vom Leben besiegt wird, wie auch das Leben, das unabänderlich sterben muß. Sie ist die Einsicht in das Vergängliche.

Ceridwen die Trankmischerin ist der Weisheit letzter Schluß. Alles, was ist, ist in ihrem Kessel vorhanden. Sie ist die Einsicht in das Bleibende der Weisheit.

Ceridwen die Hexe ist die am wenigsten mystische der Erscheinungen Ceridwens. Sie ist die "alte Hexe", die die Menschen beschützt, aber auch erzieht. Sie ist die im Volk anzutreffende Form der Ceridwen.

 

Lugh mit dem Langen Arm

Lugh ist der Gott der Krieger, Handwerker und der Künstler. Er trägt eine Schleuder und einen Speer, und schleudert diesen mit seinem Langen Arm weiter als jeder andere. Gleichzeitig ist er ein begnadeter Sänger, und ein Handwerker von großem Geschick.
Lugh ist auch der Gott des Feuers.
 

 

Cernunnos

Der Jäger mit dem Geweih, der Gehörnte. Er ist der Gott der Fruchtbarkeit, der Triebe im Menschen, der Jagd, der Natur, des Krieges, der Heilung, Gott des Grenzbezirks zur Anderswelt. Er symbolisiert mehr als die anderen Götter das Triebhafte, die Jagd, den Rausch. Er ist mystischer als Lugh, von daher beim Volk auch weniger beliebt.  Er war ursprünglich nur der Diener der Mutter, ist daher zwar nicht der erste, jedoch dennoch der älteste der männlichen Götter.

 

Der Dagda

Der Dagda, der Lüstling Mit Der Keule, wird auch Ruad Rofessa, "Alleskönner", genannt. Er heißt der "gute Gott", nicht etwa, weil er so gut wäre, sondern weil er alles gut kann. Er verfügt über eine riesige Keule und ein riesiges Gemächt, und setzt beides oft ein. Er ist nichtsdestotrotz ausgleichend, er wird manchmal auch "Gott der Harmonie" genannt und verkörpert das väterliche Prinzip. Sein Kessel verheißt Heilung von allen Krankheiten.

 

Cromm Cruach

Der Wurm, der Seelen frißt, Gott der Unterweltsonne und des Todes. Ist sprichwörtlich eine Albtraumgestalt, mit der Kinder erschreckt werden, aber trotzdem der Unbestechliche Richter, der die Toten mit ins Cythrawl nimmt. Er gilt als der Stärkste der männlichen Götter und wird niemals um etwas gebeten. Man opfert ihm, nicht, um ihn zu beeinflussen, sondern, um ihm Respekt zu erweisen. Seine Anrufung geschieht vor allem, um ihm mitzuteilen, dass man vorhat, zu töten oder zu sterben, damit die Seelen nicht lange auf ihn warten müssen.

 

Ogma

Ogma ist der Beredte, und auch der Weise. Er gilt als Erfinder der Ogham-Schrift, und sucht Wissen. 

 

 

 

 

Der Kult des Manannán

 

Die MacNamara glauben im Allgemeinen an das keltische Pantheon. Was uns jedoch von den anderen Stämmen Eires abhebt, ist unsere Verehrung des Manannán Mac Lir, der die Hälse unserer Langboote, wenn sie auf dem Ozean verschollen sind, immer gen Munster richtet.

Manannán Mac Lir, der Sohn der See

Manannán Mac Lir, der Sohn der See, ist der Stammesgott der MacNamaras. Wir führen das auf eine Blutsbrüderschaft von Manannán und Galoin MacNamara, dem Stammesgründer, zurück. Manannán ist der Herr des Ozeans, der auf seinem Inselparadies regiert, seitdem er die Tuatha de Danann in die Anderswelt gebracht hat. Er ist auch derjenige, der mit seinem Schwert die Ungeheuer von Brighids Mantel vertrieb, als die Welt geschaffen wurde. Er trägt undurchdringliche Rüstung, und führt das Schwert von Nuada, aus der Stadt Fiandrin im Osten. Er reitet auf einem Streitwagen, der von Seepferdchen gezogen wird, über die Wellen, und beschützt die Seefahrer.

Für uns steht er für Stärke, Gerechtigkeit und die Tugend, nie aufzugeben.

Siehe auch "Manannán und Galoin" bei den Legenden.

Das Schwert Nuadas

"Als ob die Strahlen der Sonne aus ihm Leuchteten, so galoppierte Lugh über die Ebene auf die Fomorischen Krieger zu. An seiner Seite seine Pflegebrüder, die Söhne des Manannán mac Lir und die Reiter aus dem Land des Versprechens, welches unter den Wellen lag. Lugh saß auf Manannáns eigenem leuchtendem Pferd, das so leicht über Land wie über Meer laufen konnte und das so schnell wie der nackte Wind im Frühling war. Zu seiner Rüstung gehörte Manannáns eigener Helm und Brustpanzer, der jede Spitze und die Klinge jeder Waffe abwenden konnte und an seiner Seite hing Manannáns großes Schwert, der Erwiderer..."

 

 

 

 

Gebete für verschiedene Anlässe

 

Cernunnos

Vor Dir knie ich nieder,
Oh Cernunnos, Beschützer der Welt.
Beschütze uns heute,
Beschütze uns morgen
Und in der kommenden Zeit.
Beschütze die Krieger und ihre Waffen,
Beschütze die Schmiede und ihre Essen,
Beschütze die Handwerker und ihre Werkzeuge,
Beschütze die Bauern und ihre Felder,
Beschütze die Frauen und Kinder am heimischen Herd,
Beschütze die Barden und ihre Lieder,
Beschütze uns alle

 

Allmutter

Ich, Allmutter Natur,
Beherrscherin der Elemente,
Erstgeborenes Kind der Zeit,
Höchste der Gottheiten,
Königin der Seelen,
Erste der Himmlischen,
Ich vereine in mir
Die Gestalten der Götter und Göttinnen.

 

Lugh

Tessure marb-biu
Ar goth
sting aratt
Dic hinn arfuilib niairn
Benim a galar
Arfiuc fuili
Admuinur in slanicid
Fora cab Lugh
Lia muintir
Co rop slan ani forsate

Ich bewahre vom Tod,
Den bösen Zaubern,
Den Seuchen,
Den Wunden des Stahls.
Ich bekämpfe die Krankheit.
Ich besiege mit Blut.
Ich gehe voran im Frieden,
Und Lug geht noch vor mir
Mit all den seinen
Auf daß sie gerettet seien wohin sie sich auch wenden

Brighid

A Bhrighid, ár gcroi, an-gheal Bheanríon,
Le do thoil é beannachta sinn.
Is sinn bhur leanaí, is tu ár máthair,
Bí ag isteacht dúinn mar sinn.
Is tu an coire, anois inár doire,
A Bhean-feasa tinfím orainn.
A thine ghrá, a thine bheatha,
le do thoil bí ag teacht Bhríde dúinn.

 

 

Große Mutter

Gib uns, oh Große Mutter deinen Schutz

und in deinem Schutz die Kraft

und mit deiner Kraft das Verständnis

und in deinem Verständnis das Wissen

und in deinem Wissen die Gerechtigkeit

und mit deiner Gerechtigkeit die Liebe

und in deiner Liebe,
der Absoluten Liebe der Großen Mutter
die Unsterblichkeit.

 

 

Cromm Cruach

Großer Wurm,

Du wirst heute nicht Hungern,

Den ich (Name), Sohn der (Name Mutter) und des (Name Vater),

aus dem Geschlecht des (Name des Stammvaters), aus dem Stamm des (Name Häuptling),

ziehe heute in die Schlacht und werde töten

Großen Fraß verspreche ich Dir

 

 

 

 

 

Gebete an Manannán

 

Gebet fern der Heimat

Stärke, Manannán, meine Hand,
Wenn sie den Hals des Bootes führt.
Hebe, Manannán, mein Schwert,
Wenn ich es gegen unsere Feinde führe.
Gib mir Kraft, Manannán,
Da ich den Mut nie verliere.
Und wir werden uns in Éire wiedersehen. 

 

Gebet bei Beginn einer Reise

Ich gehe gen Westen

Vor mir ging mein Vater

Nach mir geht mein Sohn

Wir alle folgen dem Ruf

Des Sohnes der See.

Ich kehre heim aus dem Osten

Vor mir kam meine Mutter

Nach mir kommt meine Tochter

Wir alle folgen dem Ruf

Der grünen Insel

 

Segen des Manannán

Führe unsere Schwerter, Manannán,

Zu Ruhm, Ehre und Gold

Führe unsere Zungen, Manannán,

Zu Weisheit und Güte

Führe unsere Herzen, Manannán,

Zurück zum heimischen Herd

Führe uns, wie du die Götter führtest.

 

Manannáns Mut

Manannán, meine Hände zittern,

Manannán, mein Herz bebt,

Manannán, mein Füße werden schwer,

Manannán, ich sah ihm in die Augen,

Und mußte mich abwenden.

Manannán, ich werde gehen,

Nah genug, um zu hören,

Nah genug, um zu fühlen,

Nah genug, um zu sagen:

Ich sah ihm in die Augen,

Und es wandte sich ab.

 

 

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