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Ursprünglich stammen die MacNamara gar nicht aus Munster. Diese Tatsache ist aber nur wenigen von ihnen bewusst, denn schon etliche Generationen ist es her, daß Galoin Cu Na Mara, der Stammesgründer, aus seiner Bucht im Norden vertrieben wurde, und sich mit seinem Boot auf den Weg machte, ein neues Land zu finden. Seine Reise war wild, abenteuerlich und von vielerlei Kämpfen und Heldentaten durchzogen, doch diese Geschichte wird an anderer Stelle erzählt. Ihr Ende jedenfalls fand sie an der Mündung des Shannon. Das erste, was Galoin fand, als er dort anlegte, war eine Quelle, die in den Shannon floß, und so soll er angeblich gesagt haben: "Wie unsere Kraft zu der unseres BRUDERS fließt, so soll auch unser Land in Sein Reich fließen. Das ist wohl, hier bleiben wir." |
So entließ er seine Frauen
und Männer, die jahrelang mit ihm über das wilde Meer und bis in die
Anderswelt gezogen waren, und gebot ihnen, Sippen zu gründen. Einmal im Jahr
sollten sich jedoch alle wieder treffen, um von alten Zeiten zu erzählen, und
ihrem König zu Ehren ein Fest zu feiern.
So geschah es, dass die Sippe der
MacCarthaigh an die Shannonmündung zog, und dort ein Cear errichtete. Die Berge
in ihrem Südosten boten nicht nur Schutz vor Sturm, sondern auch Erz, wie sich
schnell herausstellte. Séan MacCarthaigh, der Taktschläger der Ruderer Galoins,
machte sich mit seiner Frau, und seinen Nachkommen daran, das Erz aus den Felsen
zu gewinnen, zu schmelzen, und zu schmieden. Seine Hand muß von Goibnu und
Brighid gesegnet gewesen sein, denn bald wurde seine Kunst bekannt und
geschätzt, so dass aus seinem Cear an der Shannonmündung ein wichtiger
Handelshafen wurde. Bis ans Ende seines wahrlich langen Lebens soll Séan gelacht
haben, wenn er geschmiedete Waffen verkaufte: "Seht! Schon wieder ein paar
Kinder in die Welt gesetzt! Und auch noch Geld dafür erhalten !". In dem Cear,
das Mór Corthaig genannt wurde, ließen sich jedenfalls viele seiner Schüler und
Freunde nieder.
Die Sippe Eileanora NíCorribhs wanderte in den Südwesten, wo
sie sich am Rande der Halbinsel Dingle niederließ. Die Gegend war sanft und
fruchtbar, so dass die Sippe sich Ackerbau und Viehzucht zuwandte, denn zwar war
Eileanora eine Frau des Krieges gewesen, doch hatte sie die Krähe der Schlacht
einmal zu oft schreien gehört – den Rest ihres Lebens wollte sie in Frieden
verbringen. Man sagt, dass ihr dies gelungen ist, und dass ihre Gastfreundschaft
und Weisheit ein Grund dafür waren, daß sich später auf Dingle die Druiden
niederließen. Ihre Sippe ist jedenfalls heute noch dort zu finden, da sie als
eine der wenigen Iren bis zum letzten ihre Crannogs gegen die Fomorie halten
konnten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die MacCorribhs eine große
Rolle beim Wiederaufbau des Stammes gespielt haben, und wenn sie auch Ri Séamus
als berechtigten Nachfahren Galoins anerkannten, sicherten sie doch ihren
Einfluss im Stamm dadurch, daß Eileen MacCorribh Frau des Taiseoach und Königin
von Munster wurde.
Die Sippe des Wilden Gerald, der Galoins stärkster
Krieger gewesen war, wanderte an den Lough Derg. Dort ließ Gerald sich nieder,
um zusammen mit Knock, Galoins Steuermann, die Grenzen zu bewachen und Fomories
zu jagen, denn beide waren sehr heißblütig. Es geschah jedoch, dass Gerald einen
Arm verlor, so dass er die Axt nicht mehr recht schwingen konnte, und so gab er
sich damit zufrieden, seine Nachkommen zu Kriegern auszubilden. Der erste Schritt
war jedoch getan, und auch wenn die Fitzgeralds heute noch als wilde
Krieger gefürchtet sind, lebten sie doch niedergelassen in Crannogs. Dort kämpften
sie bis zum letzten Atemzug gegen die Fomorie, und viele dachten, es wäre um
sie geschehen, als die Fomorie den Shannon überquerten. Jedoch haben die
Nachfahren des Wilden Gerald immer den Ruf der Ferne vernommen, so dass einige
Abenteuerlustige fernab der Küsten der Grünen Insel weilten, als die Fomor ihren
Verrat begingen. Sie kehrten, dem Ruf Ri Séamus folgend, von dort zurück, und
brachten ihre große Leidenschaft mit: Pferde, wie sie Éire vorher nicht gesehen
hatte. Nachdem sie die Toten in ihren Crannogs begraben hatten, machten sie sich
daran, ihr Land zu säubern, um dort Pferde zu züchten.
Der eben schon
erwähnte Knock hingegen bewachte das Heilige Feuer des Lugh, und damit die
Grenze gegen die Fomorie. Seine Nachkommen bildete er zu Waldläufern aus, auf
dass sie alle Zeit das Land seines Königs Galoin bewachen könnten, und niemals
überrascht würden, wie es bereits einmal beinahe geschehen wäre. So haben sich
die MacKnocks bis heute nicht recht niederlassen können, und solange in den
Bergen das Heilige Feuer des Lugh weithin sichtbar lodert, wenn Gefahr aus dem
Osten kommt, patrouillieren die MacKnock die östlichen Ufer das Shannon mit
Bogen und Schwert, denn nichts ist in ihren Augen so trügerisch und gefährlich
wie der Frieden.
Galoin selber ließ sich an dem Ort, an dem er die Quelle
gefunden hatte nieder, und nannte ihn An Leacht. Dort hielt er Hof, und lehrte
seine Nachfahren die Künste, die er im Laufe seines Lebens gelernt hatte. Er war
ein gläubiger Mann, und sobald er den Druiden erlaubt hatte, in Dingle ihre
Schüler auszubilden, sandte er einen seiner Söhne dorthin, auf dass er das
Blutsband zwischen den Namara und Manannán ewig in Erinnerung riefe, und den
Sohn der See verehre. Die Druiden verschwanden aus Dingle, ohne Gründe zu
nennen, aber bis heute wird der Wahre Glaube an den Sohn Der See von Druiden aus
der Linie Galoins weitergegeben. In An Leacht entstand bald das Zentrum der
Künste, denn Galoin hatte ihrer wahrlich viele erlernt. Schmiede, Barden,
Handwerker, Heiler waren alle in An Leacht zu finden, oder trafen sich dort
immerhin einmal im Jahr, um der Tradition willen. Nachdem An Leacht zerstört
wurde, schien das Schicksal der Namara besiegelt. Zwar bildeten sich die
Busteir, eine Kriegergruppe, die den Fianna ähnelt, und auch die MacCorribhs
kämpften weiter, aber das Rückgrat des Stammes schien gebrochen.
Bis eines
Tages Séamus, direkter Nachfahre des Galoin Cu Na Mara, das Banner der Namara
erhob, und alle die zu sich rief, die das Land endgültig von den ewigen Feiden
säubern wollten. Und so zeigte sich, dass viele übrig geblieben waren – verstreut
vielleicht, aber schnell hinter dem Taiseoach vereint, die mordende Brut zu
vertreiben. Und es dauerte nicht lange, da ward auch das Wort des Sohnes der See
wieder gehört, leise zunächst, aber stetig anschwellend, und es vereinte die
Namara und zerstörte die Fomorie, der Flutwelle gleich.
So entstand der Stamm der MacNamara in
seiner heutigen Form.

Die MacNamara, Seefahrer und Krieger des Westens, stammen von Galoin Namara, dem Sturmzwinger und Blutsbruder Manannáns, ab. Sie sind vielleicht der älteste, und wahrscheinlich der grösste Stamm Éires. Ihr Häuptling ist der König Munsters; sie verwalten Dingle, die Heilige Schule Der Druiden.
Sie gelten als die tollkühnen Seeleute, obwohl der grösste Teil der MacNamara mittlerweile Bauern und Handwerker sind. Es gibt sogar ein Bergwerk in ihrem Land. Nichtsdestotrotz ist es richtig, dass es in ihrer Tradition steht, mit dem Langboot an allen Küsten des Ozeans zu erscheinen, und dort –je nach Laune, mag man fast vermuten – zu plündern oder Handel zu treiben. So ist der Häuptling der MacNamara oftmals nicht im Land, doch seine Frau gilt als ebenso wild wie er, und nicht weniger gefährlich.
Ihr Ursprung lag im Norden Eires, dem Ort, der heute noch als Galoins Bucht bekannt ist. Von dort wurden sie vor Generationen vertrieben, und es schien fast, als existierten die Namaras nur noch als Guerillabande, die die Fomorier mit Leidenschaft jagte.
Doch die MacNamara trotzten dem Sturm der Zeit, und ließen sich in Munster nieder. Hier erblühte der Stamm zu nie gekannter Grösse, was sowohl an dem Land, als auch am Handel lag, den die Namaras nun ausgiebig betreiben.
Ihr Glaube ist fest mit der See verwurzelt, und da ihr Gründer, Galoin der Sturmbezwinger, ein Blutsbruder des Manannán war, verbindet sie heute noch viel mit ihm. In seiner Tradition als geistlicher Führer verstehen sich auch die Druiden der MacNamara, die jedoch trotzdem nicht den Grad weltlicher Macht haben, der den Druiden der Fianna obliegt.
Aus einem Traktat über die Stämme Éires