![]() |
![]() |
Bohemia 14 (Juli 2005)
Von Dahn MacNamara und Muineachán MacNamara
Eines
Morgens sichtet ein kleiner Junge ein von Süden die Küste herauf kommendes
Langboot - das kann nur der Erste Krieger Dahn MacNamara sein, der vor einigen
Tagen mit seinem Schildträger Séamus Beag Fitzgerald, dem obersten Druiden des
Stammes Muineachán MacNamara und einer Anzahl Kämpfer nach Dingle aufgebrochen
war um sich gemeinsam mit Verbündeten aus ganz Eire und Alba den Fomoriern
entgegenzustellen. So läuft der Kleine zum Cear des Königs um allen Bescheid zu
geben, und als das Boot schließlich einläuft stehen Rí Seamús, Eileen und alle
anwesenden Namara zu ihrem Empfang bereit.
Erschöpft und zerschlagen kommen
sie von Bord und werden mit Speis und Trank empfangen, bevor sie von ihren
Erlebnissen berichten.
Zunächst
meldet sich der Druide zu Wort: "Es war entsetzlich, Rí, aber wir haben einen
großen Sieg errungen. Es begann damit, dass es fast ohne Unterlass geregnet hat.
Schar um Schar von Nordleuten warf sich, angetrieben vom Hass der Clought Ni
Clought und ihrer Söhne, gegen unsere Reihen. Diese lichteten sich, die Schreie
der Verwundeten waren allezeit zu hören. Und
dann kamen sie - die Söhne Clought Ni
Cloughts.
Unbesiegbar, auch
wenn jedem von ihnen ein géis gegeben war, das seinen Untergang herbeiführen
konnte. Mit Kräften ausgestattet, die einem das Blut in den Adern gefrieren
ließen. Sie alle wollten nur eins - das Schwert Nemeds erringen und ihre
Herrschaft über ganz Eire und darüber hinaus ausdehnen. Eine Nacht und einen Tag
hielten sie uns in Schach, dann mussten sie sterben - ihr geas wurde ihnen zum
Verhängnis. Jedem von ihnen.
Als nächstes war die Großmutter-Hexe, Clought Ni Hualny, an
der Reihe. Samt ihrem Sohn verbannten wir sie ins Reich der Made. Und Clought Ni
Clought wurde vom für sie
bestimmten Pfeil getroffen. Nur ihre Leiche fanden wir
nicht..."
![]() Die versammelte Fomoribrut... |
|
"Und was wurde aus dem Schwert Nemeds?" schaltet sich
Caoimhin MacCorribh, der zweite Druide des Stammes ein.
"Das Schwert Nemeds
ist zerstört" brummt der Erste Krieger nicht ganz
zufrieden.
"Ein paar andere Artefakte wurden sinnvoll verteilt,
einzig das Kettenhemd Nemeds ist noch zu vergeben. Die Sicherung und Zerstörung
des Schwertes erreichten wir nur durch die Hilfe unseres Druiden. Muineachán ist
der mächtigste Druide von allen:
Er rief nach Cernunnos und ein Bote kam. Dieser führte uns (mal
wieder) in die Anderswelt." Er schließt kurz die Augen und
schluckt.

Ein Tor in die Anderswelt wird
geöffnet
"Ich hasse das…" murmelt er dann, bevor er fortfährt:
"Und
Cernunnos hat komische Hundchen. Der Dicke Headen meint zwar ich spinne, aber
wenn ich auf Hunde zugehe, gerade Jagdhunde, und diese forsch angehe kuschen
sie. Dem seine blöden Jagdwölfe nicht. Die haben mich dann dummerweise zerrissen
und ich bin im Lager wieder aufgewacht. Aber durch mein Opfer kam der Rest
weiter, also kann ich ja nicht so ganz falsch gelegen haben. Die anderen mussten
noch vor anderen Kreaturen des Cernunnos weglaufen. Denen entkommen
standen sie Kämpfern zu Zweikämpfen gegenüber. Wer einen Kampf bestritten (nicht
unbedingt gewonnen) hatte, erhielt ein Amulett."
"Wie steht es denn mit dem
militärischen Teil?" interessiert sich der Taoiseach, der schließlich darüber
Bescheid wissen muss.
Der Erste Krieger wiegt bedächtig den Kopf: "Es gibt
gute und schlechte Neuigkeiten, mein Rí. Gleichzeitig zu unseren Angriffen lief
ein Ablenkungsmanöver in Ulster. Es hatte zwar Erfolg, denn wir hatten neben den
Nordleuten und der Hexenbrut nicht auch noch mit einer Fomorarmee zu kämpfen,
aber es forderte einen hohen Preis. Kathos von Connaught liegt Berichten zufolge
mit mehreren Pfeilen im Gedärm danieder und die Armee ist vernichtet und
zersprengt. Von unseren 200 Männern aus Munster, die an der Nordgrenze
standen, um die Wolke zu überwachen sind wahrscheinlich mehr als die Hälfte
gefallen.
In Dingle beliefen sich unsere Verluste auf 5-7 Leute (einer wird
momentan nur noch durch mächtige Magie zusammengehalten.
Heerführer war übrigens der Dicke
Headen. Unser Draht zu den Fianna ist wieder mal hervorragend
gewesen."
Muineachán, der die entsetzten Gesichter und besorgten Blicke wegen
der schrecklichen Verluste bemerkt, wirft ein: "Aber die Schwarze Wolke über
Ulster löst sich - Preis sei den Göttern - langsam auf. Die Mauer um die Lande
der Fomorie wird nicht mehr von ihren Signalfeuern gekrönt. Wir werden sie
erkunden müssen und können vielleicht endlich unsere versklavten Brüder und
Schwestern im Norden befreien." Bei diesen Worten erhellt sich manche Miene und
auch der ein oder andere zaghafte Hochruf ist zu hören.
"Und es gibt noch
mehr Erfreuliches zu berichten. Séamus Beag Fitzgerald an tuaithe Namara erwies
sich würdig, Krieger zu sein. Nach bestandener Kriegerprüfung wurde ihm der
Torque verliehen. Hoch Séamus!" Hier fallen schon mehr Stimmen in den Jubel ein.
"Und er heißt von nun an nicht mehr der kleine Séamus, sondern bekommt wegen
seiner herausragenden Kampfleistung mit der linken Hand den Ehrennamen Linkhand,
also "Lamhchle" verliehen!"
Über das ganze Gesicht grinsend meldet sich
jetzt auch der frischgebackene Krieger zu Wort. "Wo wir schon beim Ehren sind…
Muineachán MacNamara hat für mich einen Schild erschaffen, der Melachar, einen
Sohn Cloughts, töten sollte. Das hat er zwar nicht, dafür hat er seine Kraft
behalten und ist nun noch immer MÄCHTIG. Im Übrigen hat er dadurch den
geistlichen Teil seiner Vates-Prüfung bestanden. Damit haben wir dann auch bald
einen Vates, der uns sicher noch besser beraten und mit den Göttern in Kontakt
treten kann."
Und der ebenso frisch gebackene Halb-Vates setzt noch einen
drauf: "Dahn MacNamara hat die Nordleute über den Tisch gezogen: Wir haben mit
ihnen ausgehandelt, pro TONNE Erz nur 1 Fass 12-jährigen Uisge zahlen zu müssen.
Außerdem hat er sie zu einer Wettfahrt herausgefordert... übt also schon mal das
Rudern, Jungs!"
Und so löst sich die Versammlung langsam auf, auch wenn sich
traurige und besorgte Gesichter unter den vielen froh gestimmten Menschen
finden.
(Alle Fotos von www.fantasiewelten.de)

Samhain im O’Headen-Protektorat (02.12.- 04.12.2005)
Von Muineachán MacNamara
Es kommt zuweilen vor,
dass es regnet, wenn ich auf Cons fahre. So auch diesmal – wir kamen mitten in
der Nacht in Meath an, nicht, ohne vorher von Straßenräubern, deren Identität
sich anhand des "LOOOKI"-Kampfrufes ausreichend bestimmen ließ, überfallen zu
werden. Der Versuch war reichlich stümperhaft: Zwar wurde Caoimhin
niedergemacht, und meine Arme haben auch was abbekommen, aber ansonsten war die
Sache schnell vorüber. Am Gehöft nördlich von Caer Saoira Duine angekommen,
begrüßte uns Waylorn O’Headen ebenso freundlich wie der anwesende Teil der
Dorfbevölkerung. Wir trafen die Fianna und Dubhtach, dessen Herkunft mir jedoch
nicht bekannt ist. Wolf Schattentänzer war ebenfalls
anwesend.

Muineachán und Daeioun unterhalten
sich 
MacNamara-Tours in Ulster
Um
die Reisestrapazen ein wenig loszuwerden, begannen wir, nachdem wir angekommen
waren, mit ein wenig zünftigem Gesang und dem Konsum von Tau aus Tullamore. Es
dauerte nicht lange, da beleidigte Wolf unsere – Brighid sei Dank nicht
nachtragende – Bardin Maedhbh dadurch, dass er ihr Anweisungen gab, wie sie
Spancil Hill zu spielen habe. Und dann geriet er auch noch mit Brarn von der
Fianna in Streit. Der wurde jedoch geschlichtet (unter anderem von mir, der vom
Helden jedoch einen eingeschenkt bekam, dass ich Sterne sah), aber nach und nach
verzogen sich die Gäste in ihre Schlafstätte.
Der nächste Tag begann mit
einer Expedition gen Ulster. Wir begegneten weiteren Nordleuten (niedergemacht),
einem römischen Steckbrief (gelacht), vergifteten Reisenden (gesegnet, mangels
Zeit aber nicht begraben), verfluchten Pflanzen (aus dem Weg gegangen) und mehr
Nordleuten (niedergemacht, niedergemacht und niedergemacht), bis wir ein altes
Wirtshaus erreichten. Der Briugu hatte seine besten Tage bereits gesehen (der
Kopf saß nicht mehr so fest auf den Schultern), aber er war gastfreundlich und
bemüht, uns den Aufenthalt angenehm zu gestalten. Nachdem wir uns davon
überzeugt hatten, dass er uns nichts Böses wollte, segneten wir ihn und
entließen ihn in die Anderswelt, wo er seinen Frieden finden
möge.

Unterwegs wurden wir von schlecht
gelaunten Pflanzen
angegriffen - Siobhán heilt Sías
SäureverletzungWir zogen weiter, und uns
begegnete ein entflohener Gefangener, der sich uns anschloss. Kurze Zeit
später stellte er sich als Römer heraus, der Ambrogorix von der Fianna
niederstreckte. Dieser wurde zwar durch Wolf geheilt, dabei verletzte
dieser die Priesterin Sía. Er entschuldigte sich zwar, wurde jedoch von
Sía darauf hingewiesen, dass sie ihn bei erneutem Vorkommen töten werde.
Kurz darauf begegneten wir
Ulsterleuten. Der Weg war also frei, und da wir uns auf einem Síd befanden,
haben wir schnell den Rückzug angetreten.

"Bewegen sich die Nordleute da etwa
noch?!"
Das Samhainritual war eine Auster: Von aussen hässlich, aber voller innerer Werte. Nicht nur, dass die ganze Zeit Diskomucke aus dem benachbarten Jugendheim die Stimmung pulverisiert hat, darüber hinaus ist uns das Feuer ungefähr fünf mal vor dem Löschen von alleine ausgegangen, die Hornstöße klangen eher nach verendendem Wildschwein als irgendwie imposant, und ich habe Maedhbhs Eigentum schändlich beschädigt. Nächstes Jahr besser, das kennen wir ja!
Das nun anstehende Festessen war hervorragend – es gab Granatäpfel, Fleisch in Hülle und Fülle, Suppe, Getreide und mehr. Dennoch breitete sich nicht so recht Feierlaune aus, zumal die Frauen sich sämtlichst zurückzogen, um die Braut auf ihre Hochzeit vorzubereiten. Ich ging ein Pfeifchen schmauchen – und als ich wiederkam, war die Hälfte der männlichen Anwesenden beleidigt und die andere schlief auf den Tischen. Etwas unverstehend habe ich erneut dem guten Tau aus Tullamore Geschichten erzählt, bis die Frauen wieder da waren, und wir mit dem Singen und Feiern beginnen konnten. Maedhbh hat gesungen, wir haben gegrölt und mit Tischgeräten wilde Rythmen produziert. Darüberhinaus haben wir Musik aus fernen, fernen Ländern virtuos vorgetragen bekommen.
Ich bin dann mit Sía und Siobhán auf der Veranda des Gehöfts versackt und war wieder als letzter im Bett.

Der Lugh-Druide scheint sich mit den
Flammenspeeren
recht wohl
zu fühlen
Am nächsten Tag feierten wir die Hochzeit und verdroschen ein paar Römer, die in ihrer seltsamen Ausdrucksweise sehr erheiternd waren. Einer nannte sich "Tribun von Irland". Das hat ihm aber nicht geholfen, da der König der römischen Arenen (Brarn) und der Häuptling von Karthago (Argoix) sowie ein schlecht gelaunter Ambrogorix keine Gnade kannten.
Alles in allem ein schöner Con, der für mich seine Stärken in den kurzen, aber sehr netten Feiergelagen, sehr schöner Dorfatmosphäre und klasse NSCs und Spielern hatte. Das Auftauchen der Römer hat mir auch gefallen. Der Expeditionsplot hat sich mir nicht so ganz erschlossen, aber das kann an mir gelegen haben. Schwächen hatte der Con in meinen Augen in einer etwas unglücklichen Relation der verschiedenen Spielerlevel zu den zu lösenden Aufgaben (auch wenn das wohl ein falscher Eindruck war, wurde mir gesagt), sowie in der Tatsache, dass zu Samhain kein Feuerholz da war. Dennoch: Cons im O’Headen-Protektorat sind sehr empfehlenswert.