2012-1-jaenner

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BETRIFFT FRIEDEN Nr. 2 / 2012


I N F O R M A T I O N S B L A T T
der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 1 / 2012

 

Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,

das nächste Treffen findet am

Sonntag, dem 29. Jänner 2012 um 14:00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,
1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)

statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist die Diskussion mit Dr. Stephan Schulmeister (Wirtschaftsforschungsinstitut) zum Thema "Regieren uns die Ratingagenturen?".


Aus dem Inhalt:
Thomas Hennefeld: Gerechtigkeit führt zum Leben
Michael Landau: Ich vermisse klare Worte vom Kanzler und seinem Viz
Walter Baier: Ein Kommunist beim Papst
Sabine Strobl: Fordere Rettungsschirm für Mensch und Natur
Friedhelm Hengsbach zur Euro-Krise: "Unzureichend, contraproduktiv, unsolidarisch"
Dom Erwin Kräutler: Die Gründe unserer Hoffnung
Uschi Teißl-Mederer: Jugend lehrt und lernt Frieden
Franz Sieder: Werte haben Namen (II)

 

Landessuperintendent Pf. Mag. Thomas Hennefeld
Gerechtigkeit führt zum Leben
Andacht beim Treffen am 20. November 2011

Sprüche 16,8 Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel Einkommen mit Unrecht.
10,2   Unrecht erworbene Schätze nützen nichts,
Gerechtigkeit aber rettet vor dem Tod.
11,19  Wer fest steht in der Gerechtigkeit, dem gereicht es zum Leben, wer aber dem Bösen nachjagt, dem gereicht es zum Tod.

Gerechtigkeit ist kein abstrakter Begriff, sondern etwas ganz Konkretes: Sie hat damit zu tun, wie Güter, Geld und Besitz verteilt sind. Da heute Geld das Mittel ist, um sich Güter und Besitz anzueignen, ist es ein entscheidender Faktor.

Aus dem Geldkreislauf können wir uns schwer verabschieden, selbst wenn wir das wollten.

„Pecunia non olet“ haben schon die alten Römer gesagt. Geld stinkt nicht, aber es kann einem ganz schön stinken, wenn öffentliches Geld veruntreut wird, oder wenn so viel Geld im Umlauf ist, dass die Inflation steigt und wenn sich enorme virtuelle Summen an wenigen Orten konzentrieren mit ganz handfesten, gar nicht virtuellen Folgen.
Die ganze Welt ist verrückt, das Finanzsystem erschüttert und ganze Staaten geraten in Gefahr, alles nur wegen des Geldes, weil die einen zu viel, die anderen zu wenig davon haben. Und weil Einzelpersonen und Organisationen, Multinationale Konzerne und Banken völlig skrupellos agieren. Zum Übelsten gehört die Spekulation auf Grundnahrungsmittel. Geld und vor allem Güter gäbe es genug. Mit dem, was da ist, und vor allem mit dem, was weggeworfen wird, könnte die gesamte Weltbevölkerung problemlos ernährt werden.

Da tut es gut auf einen so alten Weisheitsspruch zurückzugreifen, daran zu erinnern: Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel mit Unrecht. Gott gibt uns die Fülle, aber wir haben verantwortungsbewusst damit umzugehen.

Rein subjektiv empfinden noch TopmanagerInnen oder manche PolitikerInnen, dass ihnen das, was sie verdienen auch zusteht und seien es auch Millionen, also sicherlich mehr, als sie auch für ein unbeschwertes Leben braüchten.

Dass andere Menschen noch so schwer und lange arbeiten müssen, aber sich kaum am Leben erhalten können, das ist entweder nicht im Blick oder lässt solche Leute kalt.

Der Weisheitsspruch zielt in mehrere Richtungen: einmal sich für gerechten Lohn einzusetzen und selber gerechte Löhne zahlen. Zum anderen mahnt der Spruch an eigene ethische Maßstäbe. Würden alle diesen Maßstab anlegen, sich mit weniger zufrieden geben, gäbe es nicht nur nicht die himmelschreiende Ungerechtigkeit, die Welt würde jetzt nicht in diese Ungewissheit, einem riesigen Crash entgegen mit unabsehbaren Folgen schlittern.

Die Gerechtigkeit kommt an zahlreichen Stellen im Buch der Sprüche vor.

Gerechtigkeit führt zum Leben, das Böse zum Tode.

Dahinter steht die Überzeugung: Wer Gerechtigkeit übt, tut etwas zur Erhaltung der Welt.

Auch bei uns geht es immer wieder um Gerechtigkeit: Gerechtigkeit und Frieden sind nicht voneinander zu trennen. Wer Frieden sucht und Gerechtigkeit vernachlässigt oder gar ignoriert, der wird nur Scheinfrieden ernten.

Es ist kein Zufall, dass Gerechtigkeit so wesentlich ist auf dem Hintergrund einer ungerechten und verlogenen Welt, damals zur Zeit der Weisheitslehrer und heute.

Gott wünscht sich, dass wir gerecht handeln, dass wir ein Bewusstsein und ein Gefühl dafür entwickeln, was gerecht ist und was nicht.

Bei uns selbst und für die Menschen, für die wir Verantwortung tragen.

Wo Ungerechtigkeit über Hand nimmt, verhalten sich die Menschen nicht nur gottlos, sondern es besteht auch die Gefahr, dass die einzelnen Gruppen der Gesellschaft auch auseinanderdriften, der sowieso dürftige soziale Zusammenhalt weiter bröckelt.

Erst kürzlich haben Diakonie und Caritas davor gewarnt, dass Sparen nicht auf dem Rücken der Schwächsten geschehen dürfe.

Und gleichzeitig besteht die Gefahr, dass extremistische Gruppen immer mehr Beifall im Volk finden, nach dem Motto: „Es muss ein starker Führer her, Demokratie können wir uns nicht mehr leisten. Wir brauchen wen, der durchfährt mit dem eisernen Besen.“

Es wäre gut für den einzelnen / die einzelne als auch für die Politik, sich nicht die Sprüche selbsternannter Führer zu eigen zu machen, sondern auf die alten Weisheitslehrer zu hören und sich diese Sprüche zu Herzen zu nehmen. Die Devise wäre dann nicht mehr: so viel rausholen wie möglich, koste es, was es wolle, sondern so zu handeln, dass es dem Leben dient, dass es eben zum Leben gereicht und nicht zum Tode und nicht nur für mich, sondern für möglichst viele Menschen.

 

Caritas-Präsident Dr. Michael Landau
Ich vermisse klare Worte vom Kanzler und seinem Vize

Allein in der Schweiz haben ausländische Privatpersonen, die meisten davon EU-Bürger, 1560 Milliarden Euro (tausendfünfhundertsechzig Milliarden!) liegen, berichtete die renommierte deutsche Zeit vor ein paar Tagen. In Großbritannien, speziell auf den Kanalinseln, sind es 1400 Milliarden (tausendvierhundert Milliarden). Faktum ist, dass enormes Vermögen in diesen und anderen Ländern gebunkert wird, zu einem erheblichen Teil an der Steuer vorbei. All diese Staaten leisten Beihilfe zur Steuerhinterziehung, so die Zeit weiter. Und was tut Österreich, was tut Europa?

Die Politiker sind zu Marionetten der Rating-Agenturen geworden. Viel Krisengerede hören wir jeden Tag in den Nachrichten. Dennoch muss die Frage erlaubt sein: Ist es richtig, Sparpakete zu schnüren, den Regress für Pflege wieder einzuführen, Menschen mit Behinderungen zu belasten und Mindestsicherungsbezieher als Sozialschmarotzer zu diffamieren, auf dem Rücken der Ärmsten zu sparen, wenn gleichzeitig Milliardenbeträge, auch aus Österreich, an der Steuer vorbei und damit der Allgemeinheit entzogen und letztlich den Armen, aber auch uns allen gestohlen werden?

Österreich kann dieses Problem alleine nicht lösen. Ich vermisse die klaren Worte des Bundeskanzlers und des Vizekanzlers, dass diese Form des Unrechts nicht mehr länger hingenommen wird! Wo ist die entsprechende europäische Initiative?

Wenn die Rating-Agenturen rufen, versammeln sich die Staats- und Regierungschefs der EU binnen Stunden, auch am Wochenende. Harte Maßnahmen werden beschlossen und durchgesetzt, notfalls mit entsprechendem Druck. Wo ist die gleiche Anstrengung, das gleiche Tempo, wenn es um die Erfordernisse von Recht und Gerechtigkeit für die sozial Schwachen geht? Ein Drittel der Menschen, die sich Hilfe suchend an die Caritas-Sozialberatungsstellen wenden, haben nach Abzug der Fixkosten fürs Wohnen weniger als 4 Euro täglich zur Verfügung, d.h. 4 Euro müssen für Essen, Kleidung, Windeln oder für Schulsachen ausreichen. Das Letzte, was wir brauchen, sind Neiddebatten. Aber der Ärger und Zorn in der Bevölkerung, dass es viele, zu viele Menschen gibt, die es sich auch jetzt in Zeiten des Sparens einfach richten können, ist mehr als verständlich.

Die Mächtigen und Einflussreichen brauchen keinen starken Staat, keine gemeinsame Initiative, weil sie sich alleine helfen können. Bei den Armen und Schwachen sieht das anders aus. Sie sind auf die Sorge anderer angewiesen. Und das darf nicht nur vom Mäzenatentum Gutmeinender - die es zum Glück gibt - abhängen, sondern das ist auch eine gesellschaftliche, politische Aufgabe.

Für Österreich wie für Europa gilt, dass der Druck auf die Menschen an den Rändern enorm zugenommen hat. Die Gerechtigkeitslücke wird größer. Mein dringender Appell an die Politik: Wenn wir jetzt nicht extrem aufpassen, kann das den sozialen Frieden gefährden! Und davon hat niemand etwas, weder in Österreich noch in Europa.

Gastkommentar in „Heute“, 20. Dezember 2011, Seite 4
http://www.heute.at/news/politik/art23660,637729

 

Ein Kommunist beim Papst
Interview mit Walter Baier, KPÖ-Vorsitzender 1994 - 2006,
Koordinator des Think Tanks der Europäischen Linken, transform!europe.

Das Informationsblatt 4/2011 berichtete über das Interreligiöse Friedenstreffen in Assisi. Walter Baier, der als einziger Österreicher teilgenommen hat, schickte uns folgenden Bericht.

Worin besteht Deiner Meinung nach der Sinn eines Treffens wie dem in Assisi?

Baier: Vor allem ergibt sich die Bedeutung solcher Treffen aus dem historischen Augenblick, in dem sie stattfinden: Mitten in der tiefsten Krise der Weltwirtschaft seit den 30er-Jahren, deren politische Folgen noch gar nicht absehbar sind, und  in einer Zeit steigender Kriegsgefahr stellt das vom Papst initiierte Treffen ein Zeichen des Dialogs und der Versöhnung dar. Dass er dazu vier Personen atheistischer und agnostischer Überzeugung eingeladen hat, ist bedeutsam, weil es die Anerkennung einer Wirklichkeit darstellt, die Existenz eines Humanismus, der sich nicht aus religiösen Quellen speist, und der in der Welt eine Rolle spielt. In diesem Zusammenhang gibt es eine Passage in der Rede des Papstes, über die es sich lohnt, nachzudenken: Er hat drei große Strömungen in der Welt beschrieben: Die religiösen Gemeinschaften, die ihre Fehler vor der Welt bekennen müssten; die sinn- und geistlose Anbetung von Geld und Macht, die er wörtlich als eine "Anti-Religion" bezeichnet,  und schließlich die agnostischen und atheistischen Humanisten als Verbündete auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Wenn es so gemeint war, wie ich es verstehe, dann handelt es sich um eine Einladung, in das bedrohliche Weltgeschehen gemeinsam einzugreifen. Eine solche Einladung muss man annehmen, wenn es Einem mit dem Humanismus ernst ist.

Und wie fühlt man sich als Atheist oder Agnostiker im Kreis der Kirchenführer?

Baier: Es wäre unaufrichtig, wenn ich nicht zugeben würde, dass mich das Gepränge und die sich im Ritus ausdrückende, zwei Jahrtausende alte Kultur beeindruckt hat. Andererseits kenn ich Rituale aus anderen Zusammenhängen und ich kann mich von solchen emotionalen "Überwältigungen" ganz gut distanzieren. Vor allem fiel mir auf, dass unter den versammelten Oberhäuptern von 40 christlichen und nicht-christlichen Religionen, weniger als ein Prozent Frauen waren. Das ist natürlich nicht überraschend. Aber wenn man es dann mit eigenen Augen sieht, weil sie alle in einem Raum zusammensitzen, oder man im Sonderzug von Rom und Assisi nur unter Männern sitzt, ist es schon eigenartig. Die einzige Frau übrigens, die während des Wortgottesdienst in der Kathedrale Santa Maria dei Angeli in Assisi zu Wort kam, war die Vertreterin unserer kleinen Gruppe von Atheisten, die französische Philosophin und Psychoanalytikerin, Julia Kristeva.  So wird sichtbar, in welchem Ausmaß religiöse Institutionen "men's world" sind. Darin besteht auch ein Widerspruch: Wenn sich 300 wichtige Männer versammeln, um sich darauf zu einigen, dass die Welt, entgegen allen Anzeichen, doch nicht in die Luft gesprengt wird, ist das an sich eine gute Sache. Man müsste sich allerdings auch fragen, ob die Gefahr nicht damit zusammenhängt, dass die anderen 50 Prozent der Menschheit noch immer eine so untergeordnete Rolle spielen, obwohl sie, wie man aus UNO-Statistiken weiß, die Mehrheit der gesellschaftlich notwendigen Arbeit leisten, und dabei nur einen Bruchteil der Einkommen und Vermögen besitzen.

Deine Teilnahme am Assisi-Treffen wurde in linken Kreisen auch kritisiert, zum Teil auch polemisch. Was bedeutet das für Dich?

Baier: Diese Kritiken sind meiner Meinung nach ungerechtfertigt. Tatsächlich nehme ich mehr als ein Jahrzehnt an einem Dialogprozess mit der Fokolarbewegung teil. Seit mehreren Jahren beteilige ich mich an einem Christlich-Marxistischen Dialog im Rahmen der Evangelischen Akademie. Assisi hat allerdings eine weltweite mediale Resonanz hervorgerufen  Darin besteht ein symbolischer Wert. Dialog bedeutet aber nicht Verwischen von bestehenden Unterschieden. In einer öffentlichen Debatte an der Römischen Universität III hatte ich die Gelegenheit, das klar auszusprechen. (siehe: "Von der Grenzziehung zum Dialog", http://www.kpoe.at/home/aktuelles/anzeige-aktuelles/browse/11/article/Von-der-Grenzziehung-zur-Kooperation/176.html ) Anders als die Kritiker bin ich der Meinung, dass angesichts der Gefahr, in der wir uns befinden, der Dialog zwischen den Religionen und zwischen Christen und Marxisten eine Notwendigkeit ist. Dazu muss man sich gegenseitig respektieren und - in aller Unterschiedlichkeit - auch wertschätzen. Das wollte ich mit meiner Teilnahme in Assisi vor allem zeigen. Dass das Diskussionen, und zwar auf beiden Seiten, auslöst, war abzusehen und ist gut. Soweit es mich betrifft, werde ich die Debatte freundlich und ohne Polemik führen.

 

Sabine Strobl
Fordere Rettungsschirm für Mensch und Natur!!!

Seit 2008 werden Rettungsschirme für das „heilige Geld“ der Banken und damit für die Reichen und Mächtigen in einem ungeheuren Ausmaß beschlossen und umgesetzt. Dieses Vorgehen kann nur als eine furchtbare Sauerei bezeichnet werden. Jede Person, die über buchhalterische Grundkenntnisse verfügt, weiß, dass jedem Euro Schuldenwert ein Euro Guthaben gegenübersteht. Wer volkswirtschaftliche Zusammenhänge versteht, ist sich bewusst, dass es vielmehr um Gewinne als um Guthaben geht, u a. durch fragwürdige Spekulationen, die seit Jahren rund um den Globus passieren. Die daraus fluorierten Vermögenszuwächse sind nicht beim „gemeinen Volk“ zu finden, sondern bei den Spekulanten, Reichen und Mächtigen. Die Geldgier der Lobbyisten lässt auch nicht nach ungeheuerlichen Katastrophen nach. 2010 gab es in den USA eine Erdölkatastrophe, im März 2011 findet ein Atomreaktorunglück in Fukoshima statt. Die Medien schweigen seit langem was dies für unser ökologisches Gleichgewicht bedeutet,  noch schlimmer, sie schweigen darüber, wie viele Menschen gestorben, erkrankt mit absehbarer Todesfolge sind und wahrscheinlich noch erkranken werden. Unverantwortlich  ist, dass die Politik über diese Katastrophen entweder ebenfalls schweigt oder wesentliche Informationen unterdrückt. Der Erdöl- und Atomlobby geht es nach wie vor gut, sie streifen immens hohe Gewinne ein.

In Ungarn hungern seit 2008 viele Menschen, die Zahl der von der Hungersnot betroffenen Kindern wird verschwiegen. Die Europäische Union hindert auch Ungarns Regierung nicht daran, einen Kurs einzuschlagen, den es in Europa gar nicht mehr geben dürfte. Zahlreiche Familien und Einzelpersonen verbringen in Spanien ihre Nächte in einem PKW, da sie ihre Wohnungen verloren haben. In Griechenland infizieren sich kranke Menschen absichtlich mit dem HIV-Virus damit sie eine höhere Sozialhilfe bekommen. In Belfast spielen Kinder in den Slums mit Ratten, und zwar bereits während der Zeit des enormen Wirtschaftswachstums und nicht während des nachfolgenden Abstiegs. Während „Rattenspiele“ und triste Überlebensmechanismen die Menschen in den Slums beschäftigen, stehen in 15minütiger Gehentfernung Bodyguards vor chicen Lokalen, um den gemeinen Pöbel den Zutritt zu verweigern. In einer österreichischen NGO sind Sozialarbeiterinnen in ihrem Arbeitsalltag 2011 nicht nur mit Gewalt, Missbrauch  u.ä. bei jungen Menschen konfrontiert, sondern auch mit Hunger, Obdachlosigkeit und chronischer Geldnot der Jugendlichen. Die Angestellten unterliegen in dieser Branche einem unterbezahlten Kollektivvertrag und stellen oft mehrmals die Woche ihr eigenes Mittagessen den Jugendlichen zur Verfügung. Beim Ankauf von erforderlichen Büromaterial, dass einige junge Menschen natürlich nicht zahlen können, gab es zwischen einer Kollegin und mir folgenden liebevollen Schlagabtausch. „Das zahlst du nicht, du hast deine Enkelkinder zu ernähren.“ Das zahlst du dann aber auch nicht, du bist Single, du musst sowieso immer alles alleine zahlen und Single sind sowieso die ärmsten Schweine, für die gibt es keine Vergünstigungen – und ich habe einen Mann.“ Nach kurzem heftigen Augenkontakt gibt es die Lösung. Wir zahlen fifty-fifty für „unsere Kinder“. Diese plakativen „Alltagsbeispiele“ habe ich gewählt, da sie keine Chance haben in ein Massenmedium zu kommen.

Es ist höchst an der Zeit über Rettungsschirme für die Menschen, für die Erhaltung demokratischer und sozialer Grundwerte, zu reden, diese zu beschließen und umzusetzen. Die Eurorettungsschirme verursachen Übelkeit und Fassungslosigkeit. Sollten die Einsparungen weiterhin beim „gemeinen Volk“ eingefordert werden, um das Guthaben der Reichen und Mächtigen zu schützen, müssen wir alle ein Szenario miterleben, das wohl die Meisten von uns nicht wollen. Deshalb meine Forderung, lasst uns solidarisch den Kampf gegen diesen Irrsinn aufnehmen.

(Quellen: Ö1, derStandard, dieZeit, Lokalaugenschein Belfast)

 

Friedhelm Hengsbach zur Euro-Krise:
"Unzureichend, contraproduktiv, unsolidarisch"

Die staatlichen Maßnahmen gegen die Euro-Krise sind unzureichend und unsolidarisch, meint der Sozialethiker Hengsbach. Die Spardiktate, die schwächeren EU-Mitgliedern auferlegt werden, beschleunigten die finanzielle Umverteilung zugunsten des privaten Sektors und der Wohlhabenden.

Die Ursache der metastasierenden Finanzkrise wird meist auf persönliches Fehlverhalten der Wertpapierhändler, der Bankmanager oder jetzt der Regierungen des Euroraums, besonders der "Defizitsünder" und ganz besonders der Griechen, zurückgeführt. Die Kirchen erklären in ihren Stellungnahmen die Krise durch einen Mangel an Verantwortung oder gar durch die Verantwortungslosigkeit der Finanzeliten.

Paradoxerweise stellen nun diese Eliten, die für die Finanzkrise in der ersten Runde verantwortlich gemacht werden, jene Regierungen an den Pranger, die sich verschuldet haben, um die Banken zu retten. Der Mikroblick der Diagnose und der normativen Bewertung sind ein Fehlschluss, erst recht wenn er von einer moralisierenden Sprache begleitet ist. Strukturkrisen sollten auf ihre systemischen Ursachen analysiert und durch eine angemessene politische Regulation bewältigt werden.

Die Realwirtschaft versprach den Banken zu geringe Renditen

Dass die Finanzinstitute, die nach der ersten Runde der Finanzkrise mit extrem hoher Liquidität ausgestattet wurden, nach rentablen Anlagemöglichkeiten suchen werden, war zu erwarten. Die Realwirtschaft konnte sie ihnen nicht bieten. Also haben sich spekulative Finanzjongleure die Schwankungen der Devisenkurse sowie der Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise ausgesucht, um sie zu verstärken und zum eigenen Vorteil auszunutzen. Eine besonders profitable Chance sahen sie in den Renditedifferenzen der Staatsanleihen peripherer Länder des europäischen Währungsraums.

Einheitliches Zinsniveau trotz regionaler Unterschiede

Die Konstruktionsfehler des Europäischen Währungsraums haben dazu eingeladen, den Konflikt zwischen der Macht des privaten Kapitals und der Macht des Staates zuzuspitzen und die Überlegenheit der "Stimme der Märkte" zu testen. Das Europäische Währungssystem verfügt bloß über zwei Stellgrößen:

Erstens ist das Mandat der Zentralbank darauf beschränkt, die Stabilität des Güterpreisniveaus in den Blick zu nehmen, ohne dass sie die Entwicklung der Vermögenspreise aufmerksam verfolgt und die wirtschaftspolitischen Ziele des Wachstums und der Beschäftigung berücksichtigt. Das dafür eingesetzte Instrument ist ein nominell einheitliches Zinsniveau, das bei unterschiedlichen Wachstums-, Beschäftigungs- und Verteilungsoptionen der Länder zu unterschiedlichen Realzinsen führt. Damit sind regionale Ungleichgewichte, also Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite der Länder innerhalb des einen Währungsraums vorprogrammiert.

Die zweite Stellgröße ist die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte mit Hilfe willkürlich festgelegter Kennziffern. Wie bei der Asienkrise 1997 richten sich spekulative Attacken gegen das schwächste Glied der Kette, um von da aus die robust situierten Länder in die gleiche Schieflage hineinzutreiben.

Spardiktate sind den schwächeren Mitgliedern nicht zumutbar

Die politischen Maßnahmen der Eurostaaten sind unzureichend, contraproduktiv und unsolidarisch. Die konfrontative Haltung gegenüber Großbritannien schwächt den Euroraum selbst. Die empfundene Dominanz der Deutschen ist mit der rechtlichen Gleichstellung der Eurostaaten nicht vereinbar. Schuldenbremsen und Spardiktate, die aus einer Position der Stärke definiert werden, sind den schwächeren Mitgliedern nicht zumutbar. Die angekündigte Stabilitäts- bzw. Fiskalunion bleibt auf die monetäre Sphäre von Gläubiger- und Schuldnerbeziehungen fixiert. Die Knebelung öffentlicher Haushalte und öffentlicher Güter beschleunigt eine reale Umverteilung: vom öffentlichen in den privaten Sektor und von den einfachen Leuten zu den Wohlhabenden.

Die Architektur eines funktionierenden Währungsraums gerät immer mehr aus dem Blick, der dem Bretton-Woods-Regime nachgebildet ist. Darin kooperieren arbeitsteilig eine Zentralbank, welche die Geldversorgung gewährleistet, und ein Währungsfonds, der die Ungleichgewichte zwischen den Staaten abfedert. Die Deutschen propagieren zwar eine scharfe Trennung zwischen Geld- und Finanzpolitik, dulden aber deren fließende Grenzen, entlang derer die Zentralbank Liquidität ins Bankensystem pumpt und die Geschäftsbanken den Ankauf riskanter Staatsanleihen übernehmen.

Die politischen Entscheidungsträger weigern sich, öffentliche Schulden zu erlassen und zugleich private, vor dem Platzen der Blase aufgeblähte Vermögen zu beschneiden. Staatliche Verschuldung und private Vermögen, Schuldner und Gläubiger entsprechen einander. Folglich lässt sich ohne öffentlichen Schuldenschnitt und privaten Forderungsverzicht der Konflikt zwischen privater Kapitalmacht und demokratischer Souveränität nicht fair regeln.

Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroserie106.html

 

Bischof Dom Erwin Kräutler
Die Gründe unserer Hoffnung

Der deutsch-brasilianische Befreiungstheologe Paulo Suess hat zum 70. Geburtstag von Dom Erwin Kräutler im Juli 2009 das Buch „Diener Jesu Christi“ mit Texten des engagierten Bischofs (in portugiesisch) herausgegeben, das nun in deutsch erschienen ist: Erwin Kräutler: Kämpfen, glauben, hoffen. Mein Leben als Amazonas-Bischof, Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 2011, 256 Seiten, 18,90 Euro, ISBN 978-3-89680-534-8

Hier finden sich Predigten, Vorträge, Reisenotizen, Konferenzdokumente und Bekenntnisse aus vierzig Jahren, die gerade heute in der sogenannten Wirtschafts- und Finanzkrise sehr aktuell sind. „Engagement für die Armen und Ausgeschlossenen, Bewahrung der Schöpfung, kirchliche Basisgemeinden, die missionarische Dimension der Kirche, die Einheit von Mystik und Politik, die uns auch im deutschen Sprachraum umtreiben und nach neuen Wegen suchen lassen“, wie der Innsbrucker Theologe Dr. Franz Weber in seinem Vorwort schreibt. Besonders beeindruckend sind die Predigten beim Auferstehungsgottesdienst beim Requiem und zu den Todestagen der wegen ihres Engagements für Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ermordeten Sr. Dorothy: „Sie hat ihr Leben für das Leben gegeben.“ 

Was gibt uns Hoffnung? Wo sollen wir als Christinnen und Christen uns engagieren? Ein kleiner Ausschnitt aus diesem lesenswerten Buch:

Die heute vorherrschenden Diskurse behaupten, es gäbe keine Alternative zum Kapitalismus, die Utopien hätten ihren Sinn  verloren und die Geschichte sei an ihrem Ende angelangt. Das sind gegen die Armen gerichtete Diskurse, die nichts als Selbstrettung und Verzweiflung verraten und Pessimismus und Depression verursachen. Die Hoffnung blüht auf, wenn die Opfer anfangen zu sprechen, zu handeln, sich selbständig zu organisieren, und wenn die missionarischen Jünger und Jüngerinnen ins Volk eintauchen, auf die Vorteile ihrer gesellschaftlichen Herkunft verzichten, die Organisationsprozesse begleiten, und denen, die Hilfe benötigen, wieder ein neues Selbstwertgefühl geben. Und vor allem, wenn sie sich bemühen, jene entfremdeten Wunschvorstellungen, die alles von der Vorsehung Gottes oder den Versprechungen der Politiker erwarten, in geschichtliche Hoffnung umzuwandeln.

Die Hoffnung ist eine zentrale Botschaft des biblischen Glaubens. Die Botschaft des Reiches Gottes und der Auferstehung Jesu, welche die Verheißung der endgültigen Gerechtigkeit ist, ist eine Verheißung, die sich bei der Auferstehung der Toten erfüllen wird, wenn „in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1 Kor 15,22). Wir glauben an den Auferstandenen und verkünden sein Reich im Horizont der endzeitlichen Fülle „eines neuen Himmels und einer neuer Erde“. (Offb 21,1)

Der Gott-mit-uns ist immer ein Gott, der vor uns hergeht und uns entgegenkommt. Er ist die absolute Zukunft der Menschheit. Die Hoffnung, welche die innere Kraft des Glaubens ist, lässt uns auf einen Gott vertrauen, der immer größer ist als alles andere, und auf die Zukunft, die er uns verheißen hat. Die Hoffnung befähigt uns, das Geheimnis Gottes als den Mittelpunkt der Welt zu erkennen – in den Gesichtern der Migranten und Flüchtlinge, der Arbeitslosen und der Obdachlosen auf den Straßen der Großstädte, in den Gesichtern der Bauer und Indigenen ohne Land und derer, mit afrikanischen Wurzeln, die in rassistischen Gesellschaften um ihre Anerkennung kämpfen. Der Schrei dieser Menschen erinnert uns täglich an die Gegenwart Gottes und die menschliche Ungerechtigkeit, welche die Welt wie ein bösartiges Krebsgeschwür beherrscht. Gott hat den Schrei seines Volkes gehört. Er hat nicht einfach nur auf das Leiden des Volks geschaut, sondern er hat an diesem Leid teilgenommen. Er selbst ist gegenwärtig im Schrei seines Volkes. Gott ist der Schrei der Armen. Gott leidet nicht mehr für uns, aber er hat Mitleid mit uns. Und wir können uns dem Leiden der anderen aussetzen, weil wir in ihnen das Mitleid Gottes erfahren.

Gott als das handelnde Subjekt der Geschichte und der Mission anzuerkennen, erleichtert die Last des missionarischen Einsatzes, ohne uns aus der Verantwortung zu stehlen. Er ist der Gute Hirte der missionarischen Jüngerinnen und Jünger. Deshalb sollen wir Gott nicht um dieses oder jenes bitten, sondern um die Gabe, die er selbst ist. Gott von Gott erbitten, bedeutet, offene Ohren erbitten, ausgestreckte Hände, ein sich hingebendes Lebens und eine nie verstummende prophetische Stimme.

Der Gott, der den Schrei seines Volkes gehört hat, der mit uns ist inmitten der Konflikte, er sendet uns aus zur Mission. Der Aussendung geht der Ruf zum Exodus voraus: Er ruft uns zum Auszug aus der Ruf zum Exodus voraus: Er ruft uns zum Auszug aus der Sklaverei. In der Knechtschaft und Unterwerfung hat die Sklaverei vielfältige Gesichter. Aber zu Beginn einer jeden Knechtschaft steht immer der Versuch, den Armen die Erinnerung an die eigene Geschichte zu nehmen.  (…)

Zusammen mit den Armen, die die Boten der Hoffnung sind, stehen wir zur Armut unseres Wissens, wenn es um die konkrete Form der erhofften Zukunft geht. Aber wir wissen dennoch, dass die Veränderungen, die unsere Hoffnung beseelen, mit bestimmten Haltungen beginnen:

- mit der Beteiligung der Armen am Aufbau der neuen Welt und der Kirche;
- mit der Umverteilung der Güter, die einige wenige aufgehäuft haben;
- mit der Anerkennung der Verschiedenheit;
- mit der von der missionarischen Gemeinde gelebten Gratuität.

Die Kirche in Lateinamerika und der Karibik steht vor drei Alternativen:

- ängstlich die vielen empfangenen Talente vergraben (Mt 25, 14ff);
- in das kapitalistische System eintauchen und kleine Verbesserungen vorschlagen;
- sich mit Zeichen der Gerechtigkeit in die ungerechte Welt einmischen und die Samenkörner des Reiches Gottes ausstreuen.

Die Kirche von Aparecida hat die Einmischung und den Einbruch in die gegenwärtige Welt als Dienst für die Armen angenommen. Sie hat versprochen, nicht nur Anwältin der Armen zu sein, sondern ihr Haus. Als Haus der Armen wird die Kirche ein Haus der Hoffnung sein.

 

Mag.a Uschi Teißl-Mederer
„Jugend lehrt und lernt Frieden“
Zum Aaronsegen (Num 6, 22-27) – Predigt zum Weltfriedenstag 1. Jänner 2012

„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“ (Num 6, 24-26)

Ein ganz kurzer, alter Text ist es, der am 1. Jänner, dem offiziellen Datum für den Weltfriedenstag in der Katholischen Kirche, als erste Lesung vorgetragen wird - der Aaronsegen.

Welche Worte könnten an der Schwelle zum Neuen Jahr besser unsere tiefe Sehnsucht nach Frieden und Gottes tröstende Zusage ausdrücken? Im Segnen wird unser Wünschen und Sehnen zum Gebet, das sich an das Du Gottes wendet. Die uralte Bitte, Gott möge uns sein Angesicht zuwenden, uns ansehen, spricht das Wissen aus, dass im Anschauen mir der Andere zum Du wird, einen Namen und ein Gesicht bekommt, einzigartig wird. Der litauisch-französische Philosoph Emmanuel Levinas, als Jude dem Grauen der Shoa entkommen, gelangte zur Überzeugung, dass auf dem Antlitz des Anderen ablesbar sei: Du wirst mich nicht töten. Sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen bedeutet nicht umbringen zu können.

Nicht erst dort, wo das Töten automatisiert und computergesteuert geschieht, wird der Gegner zum Feindbild ohne Antlitz. Jede kriegerische Auseinandersetzung wirft die betroffene Bevölkerung und die involvierten Soldaten in ihrer emotionalen Entwicklung, in der Humanität und dem Wertempfinden um hundert Jahre zurück, so sagen Psychotherapeuten.

Davon, dass Menschen angerührt werden vom Antlitz des anderen, erzählt Weltliteratur. Schillers Jeanne d´Arc, die kriegerische Jungfrau von Orleans, entreißt dem englische Anführer im Kampf seinen Helm – und als sie sein Gesicht sieht, kann sie ihn nicht mehr töten.

Es ist eine zutiefst menschliche Schwäche, die in Wahrheit eine Stärke ist; uns erst zu Menschen macht. Eine jüdische Geschichte dazu:

Ein alter Rabbi fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt.  "Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?" fragte einer der Schüler. "Nein", sagte der Rabbi. "Ist es, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?" fragte ein anderer. "Nein", sagte der Rabbi. "Aber was ist es dann?" fragten die Schüler.  "Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und deine Schwester oder deinen Bruder siehst. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns." Überall auf der Welt gibt es Initiativen, diese Nacht zwischen den Menschen zu durchbrechen. Meist sind es nicht die Politiker, die die kleinen Schritte der Entfeindung gehen – ihnen ist oft das „Ansehen“ im Sinn von stolzer Fassade wichtiger als das Hinsehen auf das Angesicht des anderen. Es sind fast immer die sogenannten „kleinen“ Leute, die im ursprünglichen Gegner den Bruder, die Schwester entdecken.

Ich denke an Tal, eine junge Israelin, die ihre Schwester beim Anschlag durch einen palästinensischen Selbstmordattentäter verloren hat, und an Ibrahim aus der Nähe von Ramallah, dessen zwölfjähriger Sohn von einem Siedler mit dem Auto niedergefahren und getötet wurde. Tal und Ibrahim sind heute beide Mitglied beim „parents circle“ und stehen Seite an Seite in jüdischen und palästinensischen Schulklassen, um den Kindern beizubringen, dass das Leid jüdischer und palästinensischer Menschen das gleiche ist und ein Ende haben muss. Der Einsatz des „parents circle“ zeigt beispielhaft, dass Hass und Gewalt nur dadurch zu beenden sind, indem beide Seiten Mitgefühl und Respekt für den Schmerz und die Würde des anderen aufbringen. 

Ich denke an die vielen Tausend Menschen am Tahrir-Platz in Kairo, die dem Wunsch nach Wandel und Demokratie ein Gesicht gegeben haben, das die Mächtigen nicht mehr übersehen konnten. Ich denke an die immer noch größer werdende Schar junger Menschen, die an vielen Plätzen der Welt, von Manhattan bis Innsbruck, in der „Occupy Wall Street“-Bewegung ausdrücken wollen: Wirtschaftspolitik betrifft nicht Zahlen, sondern Menschen. Alle jungen Demokratie- und Gerechtigkeitsbewegungen koordinieren sich über facebook und ähnliche Netzwerke – eine neue Art, sein Angesicht, das „face“, zu zeigen – wenn auch manchmal digital geliftet?

In allen Menschen guten Willens, die im anderen das Antlitz der Schwester, des Bruders erkennen wollen und sich nicht länger als Feindbilder missbrauchen lassen, beginnt  die Heilszusage schon zu wirken: 

Der Herr segnet euch und behütet euch.
Der Herr lässt sein Angesicht über euch
leuchten und ist euch gnädig. Der Herr wendet sein Angesicht euch zu und schenkt
euch Heil.

Die gesamte Gottesdienstunterlage:
http://w3.khg.jku.at/pax/blog/wp-content/uploads/2010/07/Gottesdienstbehelf_2012.pdf

 

Kaplan Franz Sieder
Werte haben Namen (II)

Kaplan Franz Sieder hat seinen „Wertekatalog“ (der erste ist als „Wertekalender“ bei der KAB St. Pölten erschienen, Download: http://www.kaboe.at/content/site/stpoelten/aktivitaeten/aktuelles/article/682.html,
Bestellungen kab.ka.stpoelten@kirche.at ) erweitert – einige Beispiele davon (alle Texte können als RTF-Datei unter friedenschristinnen@gmx.at bestellt werden):

Authentizität

Ich habe ein Gedicht gelesen, das den Titel trägt: „Ich möchte eine Katze sein und kein Hund“. Es wird in diesem Gedicht die Katze als eigenwilliges Tier dargestellt, während sich der Hund dressieren lässt. Es geht da um den authentischen Menschen, der sich nicht verbiegen lässt, der er selbst bleibt, auch wenn er dadurch Nachteile auf sich nehmen muss. In der Bibel wird über nichtauthentische Menschen gesagt, dass sie Schilfrohren gleichen, die vom Wind hin und hergetrieben werden. Der authentische Mensch braucht ein starkes Selbstbewusstsein. Der Psychotherapeut Arno Gruen schreibt in seinem Buch „Der Fremde in uns“, dass jene Menschen leicht in das rechtsextreme Fahrwasser hineinkommen, die verunsichert sind und denen es an Authentizität fehlt. Menschen, deren potentielles Selbst entfremdet wurde, sind auf feste Regeln und Rahmenbedingungen angewiesen, um ihrem Selbst einen Sinn und einen Halt zu geben.“ Die Authentizität ist auch eine Grundvoraussetzung für eine gelingende Kommunikation und Partnerschaft. Der authentische Mensch ist er selbst und ist nicht fremdbestimmt. Er steht auch zu seiner Überzeugung und getraut sich, sie zu vertreten. Karrieremenschen sind normalerweise keine authentischen Menschen. Sie müssen „arschkriechen“, damit sie auf der Karriereleiter nach oben klettern. Auch Politiker sind oft nicht authentisch. Viele von ihnen sind Populisten. Sie versuchen, den Menschen nach dem Mund zu reden, damit sie von ihnen gewählt werden. Menschen, die nicht oberflächlich sind, durchschauen aber diesen Populismus. Der Dichter Kalil Gibran verlangt auch für eine gelingende Ehe authentische Menschen. Er sagt: „Liebt einander, doch seht zu, dass diese Liebe keine Fessel wird.“ Jesus war bis in die letzten Phasen seines Lebens ein authentischer Mensch. 

Empathie

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, am Leid der anderen Anteil zu nehmen. Sie gehört zweifellos zum zentralen Merkmal unseres Christseins. Im Urchristentum war sie das wahrscheinlich auffallendste Kennzeichen eines Christen. In der Apostelgeschichte heißt es über die ersten Christen: „Sie waren ein Herz und eine Seele.“ Interessiert es mich wirklich wie es dem anderen geht? Ich kann natürlich das Krebs-leiden eines Mitmenschen nicht auf mich nehmen, aber ich muss mich fragen: Wieweit bin ich bereit, an seinem Leid Anteil zu nehmen. Wieweit bin ich bereit, ihn auf seinem Leidensweg zu begleiten. Eine Gemeinschaft, wo es keine Empathie gibt, ist keine Gemeinschaft. Unsere Empathie sollte auch über unseren Verwandten- und Bekanntenkreis hinausgehen. Wir sollen uns berühren lassen von den Bildern verhungernder Kinder in Afrika. Wir sollen uns berühren lassen von den Ungerechtigkeiten, die dem palästinensischen Volk zugefügt werden oder von der Qual jener Menschen, die in den USA zum Tod verurteilt werden und jahrelang in der Todeszelle auf die Exekution warten. Ich muss nicht unbedingt Gefühle der Zerknirschung in mir erzeugen, aber es sollte mir bewusst sein, dass ich auch eine Verantwortung für das Leid in der Welt habe. Es gibt kein Leid in der Welt, das mich nichts angeht. Die Sensibilität für das Leid in der Welt soll mich auch zu einem politischen Menschen machen, weil ich weiß, dass mehr Gerechtigkeit und Beseitigung von Leid vielfach nur durch politisches Agieren verwirklicht werden kann. Die Empathie soll in mir auch die Bereitschaft zum Teilen erwecken. Für den Theologen Johann Baptist Metz ist das Fehlen der Empathie sogar die Sünde schlechthin. Er sagt: „Sünde ist nichts anderes als die Verweigerung des Menschen am Leid der anderen Anteil zu nehmen.“ 

Solidarität

Der Ausdruck Solidarität wurde primär geprägt in der Arbeitswelt. Die Solidarität wird in vielen Arbeiterliedern beschworen. Solidarität ist gelebte Liebe. Für die ArbeiternehmerInnen besteht diese gelebte Liebe nicht nur darin, dass sie sich um ein gutes Arbeitsklima und gegenseitige Hilfeleistung im Betrieb bemühen. Für sie heißt Solidarität auch Kampf, und zwar Kampf mit gewaltlosen Mitteln, wie es zum Beispiel der Streik ist. Was die ArbeiterInnen heute an sozialen Errungenschaften haben, das wurde ihnen nicht geschenkt, sondern das haben sie sich alles im solidarischen Kampf erkämpft.“
Leider nimmt die Solidarität auch in der Arbeitswelt heute ab. Es gibt ein lateinisches Sprichwort, das heißt: „divide et impera“. Übersetzt heißt es: „Teile und herrsche“.

Wenn sich die ArbeitnehmerInnen uneins sind, dann ist es leichter über sie zu herrschen. Die Solidarität sollte heute auch die nationalen Grenzen überschreiten. Die Globalisierung sollte auch zu einer weltweiten Solidarität führen. Als Christen sollte uns immer bewusst sein, dass alle Menschen dieser Erde Kinder des einen Vaters im Himmel sind. Von Martin Luther King stammt der Satz: „Wir müssen lernen, entweder als Brüder und Schwestern miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.“ 


Friede

„Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“ haben die Engel bei der Geburt Jesu gesungen. Friede ist die Sehnsucht aller Menschen. Beim Frieden geht es um mehr als nur um den Frieden im eigenen Herzen oder um den Frieden im eigenen Haus. Friede ist auch mehr als Nicht-Krieg. Früher haben wir oft den kriegslosen Zustand als Friede bezeichnet. Das ist eine unzureichende Beschreibung von Friede. Friede nach einem neuen Friedensbegriff ist eine fortschreitende Realisierung der demokratischen und sozialen Grundrechte aller Menschen. Friede im biblischen Sinn überwindet auch das Freund-Feind-Denken und führt zu einer Gesinnung der Feindesliebe. Der Theologe Johann Baptist Metz sagt: „Wahrer Friede ist erst dann möglich, wenn ich nicht nur eine Sensibilität habe für die Leiden des eigenen Volkes, sondern auch für die Leiden des Feindes.“ Friedensgesinnung und Einsatz für den Frieden muss auch die Abrüstung vorantreiben. Der gläubige Mensch setzt sein Vertrauen mehr auf Gott, als auf die alles zerstörenden Waffen. Die Vision in der Bibel ist, dass Schwerter in Pflugscharen umgeschmiedet werden. Konflikte sollten durch Dialog und Worte gelöst werden und nicht durch Waffen. Der primitive Krieg beginnt immer dann, wenn die Worte aufhören. Bei dem riesigen Potenzial an atomaren Waffen geht es heute beim Einsatz um den Frieden der Welt um Sein oder Nicht-sein der Menschheit. 

Zivilcourage

Papst Johannes Paul II. sagte einmal folgendes: „ Die Welt ist nicht schlecht durch die Taten der Bösen, sondern durch das Versagen der Guten.“ Beim Beginn des Irakkrieges sagte derselbe Papst: „Für den Krieg sind nicht nur die verantwortlich, die ihn unmittelbar hervorrufen, sondern auch die, die nicht alles in ihrer Macht stehende tun um ihn zu verhindern“. Ein Schub an mehr Humanisierung ist immer nur dann geschehen, wenn es Menschen mit Zivilcourage gegeben hat. Denken wir an Nelson Mandela, der gekämpft hat gegen die Apartheid in Südafrika oder denken wir an Martin Luther King, der sich eingesetzt hat für die Befreiung der schwarzen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten. Vielen dieser Menschen mit Zivilcourage hat, so wie Jesus, ihr Einsatz das Leben gekostet. Es gibt aber auch eine Zivilcourage, die uns nicht abverlangt, das Leben aufs Spiel zu setzen. Alexander Solschenizyn sagt: „Der einfachste Widerstand besteht darin selbst nicht mehr mitzulügen mit einer verlogenen Gesellschaft.“ Gerade im ökologischen Bereich könnten wir mit dieser Haltung vieles erreichen. Zivilcourage heißt, auch dem so genannten „Bravsein“ eine Absage zu erteilen. Die Kinder sollen nicht dazu erzogen werden, sich überall anzupassen, sondern ihren eigenen Weg zu gehen und sich einzusetzen für eine menschlichere und gerechtere Welt – auch dann, wenn sie dadurch persönliche Nachteile haben. 

Hoffnung

Die Hoffnung gehört zu den zentralen Werten. Wenn ich keine Hoffnung mehr habe, dann falle ich sehr leicht in die Resignation und ich fühle mich gelähmt. Ohne Hoffnung ist mein Leben düster und dunkel. Die christliche Hoffnung resultiert daraus, dass Gott uns positive Verheißungen für uns persönlich und für die Welt gegeben hat. Die persönliche Verheißung für die Zukunft ist, dass unser Leben mit dem Tod nicht zu Ende geht. Die positive Verheißung für die Welt ist, dass Jesus uns verheißen hat, dass die Welt nicht im Chaos endet, sondern dass das Reich Gottes schon auf dieser Welt wächst. Reich Gottes im Verständnis von Jesus heißt, dass unsere Welt gerechter, menschlicher und friedlicher wird. Ohne Glauben an das Wirken Gottes ist meiner Ansicht die Hoffnung sehr dünn und brüchig. Der Philosoph Jean Paul Sartre, der keine Hoffnung aus einer Gottesbeziehung hatte, kommt daher zu einer sehr negativen Definition unseres Lebens. Er sagt ungefähr folgendes: Der Mensch ist in dieses Leben hineingeworfen. Du bist nicht gefragt worden ob du leben willst. Das Leben ist nur ein Meer von Leiden und die Erlösung von diesem Meer des Leidens ist, dass du im Tod wieder aufgelöst wirst ins Nichts. Die Philosophie einer solchen hoffnungslosen und negativen Lebensauffassung kann nur darin bestehen, dass ich aus diesem Leben für mich heraushole, was ich herausholen kann.

Mit Hoffnung zu leben heißt nicht, dass ich allem, was geschieht, einen Sinn zu geben versuche. Es gibt auch viel Sinnloses in der Welt. Hoffnung hängt sehr viel zusammen mit dem Vertrauen auf Gott. Wenn dieses Vertrauen in mir lebendig ist, dann kann ich sogar hoffen wider alle Hoffnung. Es wäre aber eine falsche Hoffnung, nur Gott zu bitten, dass er die Welt gerechter macht. Wenn wir uns in seinem Sinn engagieren, dann gibt er uns die Zusage, dass er auf unserer Seite ist und mit seiner göttlichen Kraft mit uns mitwirkt. 

 

TERMINE UND KURZMELDUNGEN:

Die Friedensinitiative 22
trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr in der Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystr. 2, U1 Kaisermühlen-VIC:
Dienstag, 10. Jänner 2012: Abenteuerliches Albanien
Pater Albert stellt das Projekt der Pfarre in Albanien vor
Dienstag, 14. Februar 2012: „Wer läutet an der Tür? Theodor Kramer: biografische Skizzen und Gedichte – Lesung von Andreas Pecha und Lieder von Ernst Toman
Dienstag, 13. März 2012: Bundesheer aktuell: Totsparen versus Auslandseinsätze, M. Sauer
Dienstag, 10. April 2012: Landminen - Leben in unsichtbaren Gefängnissen, Maga. Iwona Tscheinig (Gruppe „Gemeinsam gegen Landminen“)


Kriege um Wasser, Energie und Rohstoffe
Die Plünderung der Welt stoppen – Die Politik entmilitarisieren, Jenior Verlag: Kassel 2011, Kasseler Schriften zur Friedenspolitik, Bd. 18, 170 Seiten, 12 EUR (ISBN 978-3-934377-36-3) Die Dokumentation des Friedensratschlages 2010 ist eben im Dezember 2011 erschienen. Weitere Infos über dieses Buch und über die Arbeit des Kasseler Friedensratschlages sowie ständig neue aktuelle Beiträge zu Friedensfragen findet man / frau unter http://ag-friedensforschung.de/


Buchtipp: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg.)
Zeitenwende in der arabischen Welt
Welche Antwort findet Europa?

Die AutorInnen gehen der Frage nach, welche Folgen die Revolutionen im arabischen Raum für Europa und die Welt haben. Dabei steht die Bedeutung des arabischen Raums als wichtiger Öl-Lieferant der Industrienationen ebenso zur Diskussion wie die geostrategischen Erwägungen hinsichtlich der militärischen Kräfteverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten. Dieses Buch ist eine Dokumentation der heurigen Sommerakademie der Friedensburg Schlaining. Auch die Predigt von Kaplan Sieder ist in diesem Buch zu finden. Weitere Infos über das Buch und die heurige, erfolgreiche Sommerakademien (Texte, Weblog, Fotos) findet man/frau auf der Homepage des Friedensforschungsinstitutes Schlaining unter http://www.aspr.ac.at


NPT-Vorbereitungstreffen in Wien

Vom 30. April bis 14. Mai 2012 wird in Wien eine Prep-com Tagung für die Überprüfungskonferenz (2015) zum Atomwaffen-Sperr-Vertrag (NPT-Non-Proliferation-Treaty) stattfinden. Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche NGOs und friedensbewegte Menschen dabei ihrer Sehnsucht nach einer Welt ohne Atomwaffen Ausdruck verleihen werden.

Ein Vorhaben aus der letzten NPT-Konferenz 2010 in New York wurde bis dato nicht in die Tat umgesetzt. 2011 sollte in einer Tagung ein Fahrplan für eine atomwaffenfreie Zone für den Mittleren Osten ausgelotet werden. Ägypten, als einladender Staat, hat auf Grund seiner innenpolitischen Veränderungen um Verschiebung auf 2012 ersucht. Das Desinteresse Israels, als einziger Atomwaffenstaat in dieser Region und Nichtmitglied des NPT, an einer solchen Initiative, ist bekannt.


Vortrag und Diskussion mit Peter Strutynski
Krieg gegen Libyen

Informationen und Einschätzungen
Dienstag, 24. Jänner 2012, 19.00 Uhr
Amerlinghaus, 1070 Wien, Stiftgasse 8, Straßenbahn 49
Wie der NATO-Krieg gegen Jugoslawien, der Irak-Krieg, der Afghanistan-Krieg wurde uns auch der Krieg gegen Libyen durch Desinformation und Propaganda als ein gerechter Krieg aus humanitären Gründen verkauft.
Peter Strutynski, Politikwissenschaftler und Friedensforscher, Sprecher des Kassler "Friedensratschlags" (www.ag-friedensforschung.de), beleuchtet Aspekte der jüngeren Geschichte Libyens, die Interessen der NATO und die unterschiedliche Teilhabe der EU-Staaten am Krieg.
Wie kann die Zukunft für die libysche Bevölkerung zwischen Machtkämpfen im Inneren und externen Machtinteressen aussehen?
Eine Veranstaltung der Werkstatt Solidar-Werkstatt Österreich und des Österreichischen Friedensrates.


Ökumenische Gottesdienste im Karl-Marx-Hof
finden jeweils um 10.00 Uhr in den Räumen des PensionistInnenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: So., 12. Feb., So., 4. März, So., 15. April, So., 6. Mai, So., 3. Juni, So., 1. Juli.


KAB Vesper
Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.


KAB „Wege aus der Krise"
Diskussionsabend der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) "Überfluss besteuern - in die Zukunft investieren" mit Maga. Alexandra Strickner, Obfrau Attac, am Montag, 16. Jänner, 19:30 Uhr im Florian Zimmel-Saal, Pastoralamt, 3100 St. Pölten, Klostergasse 15


Mag. Georg Kovarik,
volkswirtschaftlicher Referent des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) spricht beim KAB Sozialstammtisch am 25. Jänner 2012 um19:30 Uhr im Hotel Gürtler, Rathausstraße 13 über “Griechenland, Ratingagenturen und die Zukunft des Euros”


Pax Christi Tirol
Stammtisch im Haus der Begegnung, Innsbruck  „Friede – Gerechtigkeit – Schöpfung“, jeweils am letzten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr, ( 26.1.2012, 23.2.2012), mit Vroni und Jussuf Windischer


Pax Christi Wien
trifft sich wieder am Montag,  30. Jänner 2012 um 18:00 Uhr in der Alten Burse, 1010  Wien, Sonnenfelsgasse 19 (U3 Stubentor).


8 days a week
Dieser Titel stellt treffend die Auswirkungen der Flexibilisierung der Arbeitszeit dar. Eine Broschüre der Katholischen Sozialakademie (KSÖ) behandelt “zeit_gerechte Politik im flexiblen Kapitalismus” und dokumentiert auch das Engagemnt für den freien Sonntag. Die Broschüre wird am Mittwoch, 1. Februar um 18:30 Uhr in der Katholischen Sozialakademie, 1010  Wien, Schottenring 35 /DG präsentiert.


Der Döblinger kreis
gibt am Dienstag, 28. Februar 2012, 19:00 Uhr ein „Geburtstagskonzert für Edith Sommer (Textdichterin)“, 19.00 Uhr, Bezirksvorstehung, 1190  Gatterburggasse 14


Evangelische Akademie
Fr., 27. Jan., 14:00 Uhr – 21:00 Uhr, DIALOG - Schlüssel zu einem besseren Miteinander in Beruf und Familie, im Privaten und Beruflichen, Elisabeth Eppel-Gatterbauer (Frauenreferat, Land Niederösterreich), Michael Stiller (Bürgerbüro Landhaus St. Pölten)
Mi., 8. Feb., 18:30 Uhr, christlich-marxistischer Arbeitskreis, Texte der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit
Do., 9. Feb., 18:30 Uhr, Reihe „Das Glaubensbekenntnis“, mit Barbara Rauchwarter, weitere Abende: 16.2., 23.2. jeweils 18:30 Uhr
Alle Veranstaltungen im Albert Schweitzer-Haus, 1090  Wien, Schwarzspanierstraße 13


Wir sind Kirche
So., 15. Jan, 15:00 Uhr, Dra. Heide Schmidt, Trennung von Kirche und Staat – wie ich sie verstehe, Lainzer Kreis, Kardinal-König-Haus, 1130  Wien, Kardinal König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)
Mi., 18. Jan., 19:00 19 Uhr, Bibelgespräch mit Dr. Paul Weitzer,  "Frauen und ihre Ämter in der Urkirche", Pfarre St. Gertrud, Pfarrheim, 1180 Wien, Maynollogasse 3
Di., 24. Jan., Prof.in Sr. Christine Gleixner FvB, „Ökumene – damit die Welt glaube“,  Währinger Rathaus: Festsaal, 2. Stock, 1180  Wien, Martinstrasse 100, Ökumene-Kreis Währing
Do., 26. Jan., 20:00 Uhr, Donnerstagsgebet für Reformen in der Katholischen Kirche, Pfarre Hütteldorf, Pfarrheim, 1140 Wien, Linzer Straße 422
Mo., 27. Feb., 19:00 Uhr, Weihbischof DDr. Helmut Krätzl: „Das Aggiornamento des Zweites Vatikanums - Anspruch und Verwirklichung“, Pfarre Namen Jesu, Pfarrsaal, 1120 Wien, Schedifkaplatz 3, Eingang Darnautgasse


Friedensstand in der ÖGB Zentrale
Zum ersten Mal gab es einen Friedensstand im zentralen Gebäude des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Im Rahmen der KRILIT – Kritischen Literaturtage im November 2011 präsentierte die Wiener Friedensbewegung ihre Arbeit.

 


BITTE UM SPENDEN
an Konto 040-32-675,
Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111,
Christen f. d. Friedensbewegung
Die Kosten stiegen und steigen und ….
Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!

E-Mail:
friedenschristinnen@gmx.at
Friedensbüro: pax.vienna@chello.at

Impressum: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung", ZVR-Zahl 223988557, alle: 1170 Wien, Rosensteingasse 69/6. Gestaltung dieser Ausgabe: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Sabine Strobl. Eigendruck


Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: EigentümerIn: 100 % Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung". Blattlinie: Die Zeitung ist Organ des oben genannten Vereines. Sie tritt in ihren Artikeln für Frieden, Abrüstung, Völkerverständigung und soziale Gerechtigkeit ein. Diese Zeitschrift ist eine Plattform für den Dialog zu aktuellen Fragen der Friedenspolitik.


Das „Informationsblatt der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung“ erscheint unter dem Zeitungstitel „Betrifft Frieden“ – Redaktion und Adressverwaltung bleiben eigenständig.



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