BETRIFFT FRIEDEN Nr. 3 / 2011
I N F O R M A T I O N S B L A T T
der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 4
Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,
das nächste Treffen findet am
Sonntag, dem 20. November 2011 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,
1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)
statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist die Diskussion mit Mag. Gerhard Kovarik (Leiter des Referates für Volkswirtschaft des Österreichischen Gewerkschaftsbundes) über "Ursachen der neoliberalen Finanzkrise und sozialer Widerstand".
Aus dem Inhalt:
Dr. Klaus Heidegger: Die neue Tötungskultur
Rainer Rupp: Lehren aus Libyen
Vorschlag des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden: Strukturreform des internationalen Finanzwesens
Trauer der Friedensbewegung um Metropolit Staikos
Friedenstreffen in Assisi im Geist der Suche nach der Wahrheit: "Nie wieder Gewalt! Nie wieder Krieg! Nie wieder Terrorismus!"
Kaplan Franz Sieder: Werte haben Namen
Sabine Strobl: Seelische Gesundheit
Dr. Klaus Heidegger
Kommission für Sicherheit und Abrüstung von Pax Christi Österreich
Die neue Tötungskultur
Verwackelte Bilder zeigen, wie Gaddafi halbnackt, angeschossen, blutüberströmt und fast bewusstlos von einer johlenden Menge bewaffneter Rebellen durch die Straßen von Sirte gezerrt wurde, bevor er endgültig hingerichtet wurde. Er soll noch um Gnade gefleht haben und ein "Allahu akbar" war in diesem Gejohle und Geschreie zu vernehmen. Der Exekution vorangegangen waren wochenlange Bombardements von Sirte durch NATO-Kampfflugzeuge -Hunderte Menschen starben, verbluteten, wurden verstümmelt. Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen wurden getroffen und unter dem Schutz der westlichen Mächte konnten die so genannten Rebellen und neuen Machthaber mit ihren modernen Maschinengewehren aus europäischer Produktion Menschenrechtsverletzungen begehen.
Wir leben in einer neuen Zeit der Faustrache. Obama, Sarkozy und Cameron drücken ihre Zufriedenheit über die Ermordung von Gaddafi aus. US-Militärs töten Osama bin Laden und schicken ihren Drohnen, um weitere Terroristen zu töten. "Erfolg für die Kräfte des Friedens", nannte es im Mai 2011 die deutsche Bundeskanzlerin. Wir haben uns an den Paradigmenwechsel in der internationalen Politik gewöhnt und rüsten unsere Armeen zu Angriffsarmeen um. Vor 10 Jahren begann die Shoot-and-Kill-Strategie in Afghanistan. Krieg, Mord und Vertreibung gelten als legitimes Mittel der Politik.
Dagegen gilt: Wer Unrecht begeht, muss vor ein Gericht gestellt werden, sein Fehlverhalten muss aufgezeigt und bestraft werden. Dies wäre bei Osama bin Laden wie Gaddafi möglich gewesen. Wer sich auf Demokratie und Menschenrechte beruft, darf seine Politik nicht auf Tötungsstrategien aufbauen. Nie kann die Ermordung von Menschen mit dem Verweis auf Menschenrechte legitimiert werden - dies ist ein Widerspruch in sich. Vielleicht, so kann daher angenommen werden, sind die Triebfedern für die neue Tötungskultur aber auch nicht die Forderung nach Menschenrechten, sondern geostrategische Interessen verbunden mit der Gier nach Energieressourcen.
Der Blick etwas südlicher von Libyen hätte gezeigt, wie ein diktatorisches Regime auch ohne Waffengewalt gestürzt werden kann. Der Friedensnobelpreis an Ellen Johnson Sirleave und Leymah Gbowee macht uns darauf aufmerksam. Ein Charles Taylor war gewiss um vieles brutaler als ein Gaddafi. Die Friedensfrauen von Liberia hatten es ohne Waffengewalt geschafft, einen Bürgerkrieg zu beenden und Charles Taylor und sein Regime zum Abdanken zu zwingen. Auf den Krieg folgte der Frieden, auf die Diktatur folgte Demokratie. Die Friedensfrauen wurden dabei von den benachbarten Staaten und der internationalen Gemeinschaft unterstützt, den Weg zum Frieden auf dem Verhandlungsweg zu suchen. Es wäre auch für Libyen möglich gewesen. Es war auch der Wunsch vieler afrikanischer Staaten. Es passte jedoch nicht zur Kill-Mission, die seit dem März 2011 in Libyen herrschte.
Mitgliedsorganisationen von Pax Christi International haben seit Beginn der Militärintervention immer wieder friedliche Konfliktlösungswege eingemahnt. Krieg kann aus friedensethischer Sicht niemals ein Mittel der Politik sein und die unbedingte Würde menschlichen Lebens gilt selbst den Feinden.
Rainer Rupp
Lehren aus Libyen
Kosten des Krieges für den Westen höher als Nutzen: Hoffnungsträger der NATO ohne Hausmacht,
Tausende Luftabwehrraketen verschwunden. Konflikte zwischen Rebellengruppen
Die Tatsache, dass die libyschen Rebellen am Wochenende ihre Siegesfeier in Bengasi abgehalten haben und nicht in Tripolis, spricht dafür, dass die Hauptstadt für den »Nationalen Übergangsrats« (NTC) noch lange nicht sicher ist. Neu aufflackernde Kämpfe in verschiedenen Stadteilen ebenso wie das Auftauchen von bisher unbekannten Widerstandsgruppen wie z. B. die »Libysche Befreiungsfront«, die loyal zur alten Regierung stehen, bestärken diesen Eindruck. Auch die Forderung des NTC-Chefs Mustafa Abdel Dschalil, die NATO müsse weiterbomben, um die Flucht oder die Neuformierung von Ghaddafi-Getreuen zu verhindern, legt nahe, dass sein Übergangsrat nicht so fest im Sattel sitzt, wie westliche Median glaubhaft machen wollen.
Vor dem Hintergrund, dass nur etwa ein Drittel der libyschen Bevölkerung in dem stark vom Islamismus geprägten, rebellischen Osten des Landes wohnen und die Rebellen sich im Westen des Landes als Besatzer, Mörder und Plünderer selbst geächtet haben, erscheinen die Aussichten auf Aussöhnung und Frieden zwischen den so unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gering. Die Tatsache, dass die Rebellen aus Bengasi und die Islamisten aus Misurata über die Köpfe der Mehrheit hinweg die Richtlinien der zukünftigen Politik bestimmen wollen, programmiert weitere Konflikte in diesem immer noch von Stammeskultur geprägten nordafrikanischen Land.
Erschwerend kommt hinzu, dass durch Krieg, Umsturz und totale Desorganisation die Wirtschaft Libyens danieder liegt, und selbst die siegreichen Rebellenkrieger kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz haben. Dafür gibt es Waffen mehr als genug. Erfahrung aus anderen Ländern zeigen, dass in solchen Situationen die bis an die Zähne bewaffneten Arbeitslosen sich in sektiererischen oder kriminellen Banden zusammenschließen und den Rest der Bevölkerung terrorisieren. Schon jetzt kommt es im Streit um Beute zunehmend zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen Rebellengruppen.
Derweil ist es den im Dienst westlicher Geheimdienste aus dem Exil heimgekehrten Libyern nicht gelungen, sich an die Spitze der »Revolution« zu setzen. Die Hoffnungsträger der NATO haben keine Hausmacht. Dagegen stellen die kampferprobten Dschihadisten-Brigaden, von denen bereits viele in Afghanistan oder im Irak unter dem Label „Al-Qaida“ gegen die Amerikaner gekämpft haben, unter den Rebellen die eigentliche militärische Macht. Sie sind nicht bereit, sich den Exilanten unterzuordnen oder sich von denen den Sieg stehlen zu lassen. Um die westorientierten Libyer doch noch an die Macht zu bringen, müsste die NATO diesen ein zweites Mal den Weg freibomben, nun gegen die Dschihadisten. Diese Überlegung dürfte mit ein Grund für das lange Zögern der NATO sein, ihre Bombenangriffe einzustellen, obwohl das Land vom NTC längst als »befreit« erklärt worden war.
Letztlich dürften aber auch aus politischen, strategischen und wirtschaftlichen Gründen die Kosten des Libyen-Krieges die möglichen Vorteile der westlichen Siegermächte bei weitem übersteigen. Besonders besorgt sind die US-Amerikaner über das Verschwinden von mindestens zehntausend tragbaren Luftabwehrraketen aus den libyschen Arsenalen. Wenn man bedenkt, dass es Raketen dieses Typs waren, die in Afghanistan das Los der Roten Armee besiegelten, kann man die Aufregung in Washington verstehen. Auf Grund der guten Beziehungen der libyschen Rebellen zu anderen Al-Qaida-Gruppierungen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Raketen womöglich auch gegen zivile Flugzeuge zum Einsatz kommen.
Derweil besteht durch den Strom von billigen Waffen, Munition und Sprengstoffen in Libyens Nachbarländer und darüber hinaus, die große Gefahr einer weiteren Destabilisierung der gesamten Region. Das war mit ein Grund, weshalb die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) die NATO-Intervention gegen Libyen strikt abgelehnt hatten und jetzt die Brüsseler Kriegsallianz für die gefährlichen Entwicklungen verantwortlich machen.
Libyen ist ein Lehrbeispiel für die Länder der Welt geworden, dem Westen nicht zu vertrauen. Ghaddafi hatte um die Jahrtausendwende zwecks Wiederherstellung guter Beziehungen mit dem Westen militärisch abgerüstet und auch seine Programme zu Herstellung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen eingestellt. Für diese Selbstentmachtung wurde Ghaddafi seinerzeit von den Führern der westlichen Staaten persönlich in höchsten Tönen gelobt. Von den USA bekam er sogar ein Nichtangriffsversprechen. Inzwischen hat Nordkorea bereits erklärt, es werde sich niemals von noch so süßen Versprechungen der USA hinters Licht führen lassen. Auch andere Länder dürften durch das Libyen-Beispiel in ihrer Auffassung bestärkt worden sein, dass nur Atomwaffen einen wirksamen Schutz vor den westlichen Imperialisten bieten.
Der Fall Ghaddafi hat ebenfalls gezeigt, dass gute persönliche Beziehungen zur den westlichen Machthabern keine Sicherheit gegen Angriffe bieten. Dagegen legt der Fall Syrien nahe, dass durch gute Beziehungen zu Moskau und Peking westliche Bemühungen um ein UN-Angriffsmandat mit einem Veto blockiert werden. Diese Lehre dürften die Ländern der Dritten Welt, insbesondere in Afrika begriffen haben, wovon nicht der Westen, sondern Russland und China diplomatisch und wirtschaftlich profitieren werden.
Und letztlich ist es die NATO selbst, die durch die Libyen-Intervention so zerstritten war wie nie zuvor. Nur acht Mitgliedländer haben sich an dem Krieg direkt beteiligt. Zu gemeinsamen Aktionen ist sie offensichtlich kaum noch fähig. Aus: junge Welt, 28. Oktober 2011, gefunden auf der Homepage des Kasseler Friedensratschlages (die viele interessante Beiträge zu Friedenfragen hat): http://ag-friedensforschung.de/
Vorschlag des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden:
Strukturreform des internationalen Finanzwesens
In seinem Vortrag bei der Konferenz zur Vorstellung der Verlautbarung des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden mit dem Titel: „Für eine Reform des internationalen Finanz- und Währungssystems unter dem Gesichtspunkt einer öffentlichen Autorität mit universalen Kompetenzen“ am 24. Oktober 2011 erklärte Prof. Leonardo Becchetti, Dozent für politische Wirtschaft an der römischen Universität Tor Vergata: „Die globale Finanzkrise ist eine Möglichkeit, den Aufbau des weltweiten Finanzwesens zu reformieren und die Europäische Union im Hinblick auf eine Harmonisierung des politischen Steuerwesens zu stärken, indem sie zu dem Ziel einer vereinten Politik gelangt und die Disziplin bei den nationalen steuerpolitischen Entscheidungen wachsen lässt.“ Prof. Becchetti nannte zwei Vorgehensweisen: einen Rahmen von Regeln für die globale Verwaltung zu erstellen, die es ermöglichen, den Handlungsrahmen für die globalen Institutionen zu bilden und das internationale Finanzsystem durch eine Reihe von spezifischen Vorschlägen zu reformieren.
Bezüglich des ersten Punktes hob er hervor, dass „die globale Verwaltung dringend die Asymmetrie der Globalisierung der weltweiten Märkte und der Vorschriften, die hauptsächlich auf nationalem Niveau zur Anwendung kommen, überwinden muss.“ „Die Globalisierung“, erklärte er, „macht uns immer mehr voneinander abhängig und macht das Desinteresse an Problemen anderer Ländern zu einer Sache der Vergangenheit.“ Der Dozent zeigte so die Konsequenzen eines „Dominoeffektes“ auf, den die Krise zunächst in den Vereinigten Staaten und dann in der Europäischen Union ausgelöst hatte, und von Faktoren wie Chinas großen Besitzanteil am amerikanischen Vermögen oder den Griechenlands von Seiten der deutschen und französischen Banken. Bezüglich der Regeln der Finanzmärkte präzisierte Professor Becchetti: „Das Dokument macht sich einige Vorschläge zu Eigen, die bereits von dem Dodd-Frank-Gesetz in den USA und der Kommission Vickers in England gemacht wurden, aber aus verschiedenen Gründen noch nicht in Kraft getreten sind.“ Laut dem Dozenten für politische Wirtschaft ist der grundlegende Punkt trotzdem „das Finanzwesen in den Dienst der realen Ökonomie zurückzubringen.“ Um dies zu erreichen, sei es notwendig, den zu hohen Verfügungsrahmen der Banken zu reduzieren, und die sogenannte „Volckerrule“ anzuwenden, die den Banken verbietet, Spekulationen mit den Ersparnissen ihrer Kunden zu machen und auf strengere Weise den Markt der Zinsen zu regeln, die als Versicherungsinstrumente steigen.
Ein vierter Vorschlag beziehe sich auf die Einsetzung einer Finanztransaktionssteuer, eine Idee, die weitverbreitete Zustimmung findet. Gegen eine solche Steuer sprächen vier Hauptargumente: „Man kann sie nicht auf globalem Niveau einführen; es gäbe keinen Ertrag wegen Kapitalflucht; die Steuer würde die Kosten des Kapitals erheblich erhöhen; die Steuer reduziere die Liquidität der Märkte“. Laut Prof. Becchetti sind diese Argumente „falsch oder trügerisch, entweder durch fehlende Fakten (die beiden ersten), oder durch fehlende Beweise (die beiden letzten).“ Eine Steuer auf finanzielle Transaktionen, schloss der Universitätsdozent, „würde einen wichtigen Schritt in der Ausbalancierung der Beziehungen zwischen Institutionen und Finanzwelt wiederherstellen und das Vertrauen von Seiten der Zivilgesellschaft gegenüber den Finanzinstituten wieder stärken, was dringend nötig ist.“
Sozialethiker Hengsbach würdigt Vatikan-Dokument zu Finanzsystem
Das Dokument des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden für eine Reform des internationalen Finanzsystems ist „großartig hinsichtlich Analyse und praktischer Vorschläge“. Dies sagte der Sozialethiker und Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach dem Münchner Kirchenradio. Besonders hervorzuheben sei der Vorschlag, den Internationalen Währungsfond zum Kreditgeber der letzten Instanz zu machen. Somit komme ihm die Aufgabe zu, das Weltfinanzsystem zu stabilisieren. Diese Stabilisierung sei ein öffentliches Gut und könne nicht einfach privatem Gewinnstreben unterworfen werden.
Auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sowie die Unterscheidung zwischen Kredit- und Investmentbanken schlage das Papier vor. Punkte, die in der internationalen Diskussion eine Rolle spielten, so Hengsbach. Dass die derzeitige Diskussion um die Schuldenkrise primär die Situation von Griechenland in den Blick nimmt, findet Hengsbach zu kurz gegriffen. Es werde nur über die Staatsverschuldung europäischer Staaten geredet, kritisierte der Jesuitenpater. Mit Griechenland habe man lediglich einen Sündenbock gesucht. (Quellen: Zenit, Radio Vatikan)
Trauer der Friedensbewegung um Metropolit Staikos
Die Friedensbewegung trauert um Metropolit Erzbischof Dr. Michael Staikos, der sich stets für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eingesetzt hat.
„Metropolit Staikos hat zum Beispiel elfmal mit Grußadressen unsere Hiroshimaaktion unterstützt“, sagt Andreas Pecha (ehrenamtlicher Sekretär des Wiener Friedenbüros).
In seiner heurigen Grußadresse betonte er angesichts der Gefahren durch Atomwaffen und Atomkraftwerke: „Das wachsame Gewissen verpflichtet uns, aktiv zu werden und einen echten Richtungswechsel als mündige Bürger zu erzwingen.“
2004 schrieb Metropolit Staikos: „Der Kampf um Frieden und Krieg hat sich zu Ungunsten weltweiter kriegerischer Auseinandersetzungen mit schwerwiegenden Konsequenzen entwickelt. Ohne es zu dramatisieren: Wir stehen an einem Abgrund angesichts „neuer“ Nuklearwaffen. Jetzt erst recht wissen wir, dass es zur weltweiten Abschaffung der Atomwaffen keine Alternative gibt.“
2003 betonte Metropolit Staikos: „Umso notwendiger ist es, in diesen Tagen des Gedenkens an Hiroshima und Nagasaki deutlicher denn je „Nein zum Krieg“ zu sagen. Für Christen ist dies eine Konsequenz unseres Glaubens.“
„Wir trauern um einen bedeutenden Friedensaktivisten, sein Nein zu Krieg und Atomwaffen ist und bleibt uns Verpflichtung und Auftrag für unser Engagement“, schloss Andreas Pecha. Alle Grußadressen findet man / frau unter www.hiroshima.at
Friedenstreffen in Assisi im Geist der Suche nach der Wahrheit
"Nie wieder Gewalt! Nie wieder Krieg! Nie wieder Terrorismus!"
Friede ist "unabdingbare Voraussetzung der Erlösung“
Ungefähr 300 Vertreter aller Religionen hatten sich 27. Oktober auf Einladung Papst Benedikts XVI. in Assisi versammelt, um für den Frieden zu beten. Das Treffen war das zweite seiner Art neben dem ersten Treffen vor 25 Jahren, das vom sel. Papst Johannes Paul II. organisiert worden war. Diesmal nahmen erstmals auch Nichtgläubige teil. Es gab keine gemeinsames Gebet, sondern eine Zeit der Stille und persönlicher Meditation.
Zu Beginn des Programms gab es eine gemeinsame Rückschau auf das erste Friedenstreffen am 27. Oktober 1986 und kurze Ansprachen mehrerer Religionsführer. Papst Benedikt betonte in seiner Ansprache die Notwendigkeit der Hinordnung des Menschen auf Gott, um Frieden und Gerechtigkeit zu erlangen. Wenn der Mensch sich selber zum Maß aller Dinge mache, folge unweigerlich Gewalt und Grausamkeit.
Nach einer vegetarisches Mahlzeit, bestehend aus Reis mit Gemüse sowie Obst, dessen Einfachheit nach Angaben der Organisatoren die „Teilnahme am Leid der vielen Männer und Frauen, die keinen Frieden kennen“, symbolisieren sollte, zogen die TeilnehmerInnen in einer Prozession in die historische Altstadt von Assisi, um vor der Kirche San Francesco ihre Verpflichtung zum Frieden zu erneuern.
Die abschließenden , kurzen Ansprachen der einzelnen Religionsvertreter wurden von Kardinal Jean-Louis Tauran, dem Präsidenten des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog, mit den Worten eröffnet: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutem bedacht! Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! Im Schweigen, das Gebet geworden ist, mit dem Fasten, Ausdruck unseres Bestrebens nach Läuterung und Nähe mit den Leidenden, und in den Pilgerreise, die uns als Wanderer auf dem Weg zur Wahrheit zeigt, sind wir zum letzten Teil unserer Zelebration gelangt. Die Hoffnung auf Frieden ist durch das persönliche Gebet und die Anhörung der Zeugnisse wieder belebt worden. Jeder Einzelne von uns möge nach seiner Heimkehr den Wunsch verspüren, Zeuge und Botschafter zu sein: Frieden ist möglich, sogar heute!“
In wenigen Augenblicken werden wir unsere gemeinsame Verpflichtung erneuern, auf dass wir uns nie mit Krieg und Trennung abfinden mögen. Wir wissen nach unserer heutigen erneut gelebten Erfahrung, dass mit Gottes Hilfe der Glaube jeden Zweifel besiegen kann, das Vertrauen die Angst überwinden lässt, die Hoffnung Oberhand über die Furcht gewinnen kann. Friede und Segen für alle!“
Seine Gnädigkeit Dr. Rowan Douglas Williams, Erzbischof von Canterbury, rief als Vertreter der Anglikanischen Kirche in Erinnerung, dass unsere Zeit ein gemeinsames Zeugnis religiöser Personen brauche. Alle Menschen hätten Teilhabe an der menschlichen Natur, daher teilten sie auch alle dieselbe Menschenwürde. Zusätzlich wüssten die Christen auch, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, Mensch geworden sei und damit die menschliche Natur als neue Schöpfung erhoben habe. Daher müssten „alle religiösen Menschen die Überzeugung gemeinsam haben, dass sie einander nicht fremd sind, sondern durch ihre Beziehung zu Gott eine Freundschaft bilden müssen.“ Der Erzbischof schloss mit einigen Zeilen des Gedichtes „Was ist der Mensch“ von Waldo Williams.
Seine Eminenz Norvan Zakarian, Primas der Diözesen der apostolischen armenischen Kirche in Frankreich, erklärte: „Die Förderung des Friedens in der Welt ist ein integraler Bestandteil der Mission, die die Kirche mit ihrem Wirken als Erlösungswerk Christi auf der Erde lebt.“ Sie erhebe den Menschen aus seiner einfachen menschlichen Kondition und öffne ihm das Absolute. Dieses Absolute vereine die Wahrheit mit der Gerechtigkeit, die beiden Konditionen für Vergebung. Eine Gesellschaft müsse den Frieden als Grundlage für das Zusammenwirken am Gemeinwohl herstellen. Seine Eminenz schloss mit Psalm 84 [85]: „Auch spendet der Herr dann Segen und unser Land gibt seinen Ertrag. Gerechtigkeit geht vor ihm her und Heil folgt der Spur seiner Schritte.“
Rabbi David Rosen, KSG, CBE, Internationaler Direktor für interreligiöse Affären, AJC, legte den Begriff des „Pilgerns“ aus. Der biblische Begriff habe einen wörtlichen und einen geistlichen Sinn. Er sei wörtlich als das Hinaufsteigen von Judäa nach Jerusalem zu verstehen, zum Tempel hin. Die geistliche Bedeutung, als prophetische Vision verstanden, habe die Entstehung des Himmels auf Erden zum Ziel. Der Friede auf Erden sei als Abbild der Eintracht in der Arche Noas zu verstehen, in der Raubtiere Seite an Seite mit ihrer Beute lebten. Der Friede sei also: „unabdingbare Voraussetzung der Erlösung“.
Acharya Shri Shrivatsa Goswami des Sri Rasharamana Tempels in Vrindavan, Indien, Repräsentant des Hinduismus pries den fleischgewordenen Gott und erklärte den inneren Pilgerweg, wie ihn auch Mahatma Ghandi verstanden habe, als einen Weg auf die Wahrheit hin, die Wahrheit, die Gott sei. Diese Wahrheit bringe Frieden mit sich und nie könne der Frieden „durch gewalttätige Mittel erzwungen werden“.
Ja-Seung, Präsident des „Jogye Ordens“ des koreanischen Buddhismus, begann seine Rede mit einem an Benedikt XVI. gerichteten Dank für die Einladung. Dann verglich er die Seele eines jeden Menschen mit einer blühenden Blume, die zerbrechlich und behutsam behandelt und der nie mit Gewalt begegnet werden dürfe. Er verband sich mit allen Anwesenden, die gemeinsam eine „Bruderschaft des Lebens, „Bruderschaft des Friedens“ und „Bruderschaft der Kultur“ darstellten.
Der Islam war von Dr. Kyai Haji Hasyim Muzadi, dem Generalsekretär der internationalen Konferenz Islamgelehrter (ICIS), vertreten. Er erklärte, dass viele Probleme nicht in der Religion ihre Ursache hätten, sondern im fehlenden ganzheitlichen Verständnis der Menschen dieser Religion. Oft seien politische, wirtschaftliche oder kulturelle Gründe ausschlaggebend für Probleme, Konflikte und Spannungen. Er schlug eine Unterscheidung zwischen „Problemen in einer Religion“ und „religiösen Problemen“ vor. „Wenn Religionen auf solche Grundlagen gestellt werden, dann sind ihre Mitglieder zum ewigen Krieg verurteilt“.
Papst sieht Religionen vor großen Aufgaben
"Nie wieder Gewalt! Nie wieder Krieg! Nie wieder Terrorismus!"
Mit einem energischen Aufruf des Papstes für Frieden und Gerechtigkeit ist am Donnerstagabend das Friedenstreffen in Assisi zu Ende gegangen. In einem Appell stellten die 300 TeilnehmerInnen aus zwölf Weltreligionen klar, dass Gewalt und Terrorismus dem Geist der Religion widersprechen, dass Dialog, Respekt und Solidarität das Zusammenleben von gläubigen Menschen bestimmen müssen und dass Glaubende auch mit Humanisten gemeinsam für den Aufbau einer besseren Welt kooperieren sollen.
Vor der Kulisse der Basilika San Francesco verlasen die Oberhäupter christlicher Kirchen und Vertreter der Weltreligionen nacheinander die zwölf Punkte der "feierlichen Verpflichtung auf den Frieden". Jugendliche überreichten jedem Religionsführer eine brennende Lampe. Mit Beginn der Dämmerung glich der säulengerahmte Vorplatz der zum Weltkulturerbe zählenden Basilika einem Lichtermeer.
Das Zeremoniell ähnelte dem historischen Gipfel, zu dem Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 in die mittelitalienische Franziskus-Stadt eingeladen hatte. Aber Assisi 2011 war mehr als nur ein bloßes Jubiläumstreffen. Die veränderte Weltlage hat den Friedensauftrag von Christen und Religionen vor neue Fragen und Herausforderungen gestellt. Mit dem Ende des Ostblocks sei die Welt nicht friedlicher geworden, sagte Benedikt XVI. Der Unfriede habe neue und erschreckende Gesichter. Dazu gehöre der Terrorismus, der vielfach religiös motiviert sei. Dazu gehört auch die Gewalt infolge der Abwesenheit Gottes in der Gesellschaft. Denn die Feinde der Religion betrachteten diese als eine Hauptquelle der Gewalt in der Menschheitsgeschichte, und forderten ihr Verschwinden - mit nicht weniger aggressiven Mitteln.
Frage nach dem wahren Wesen der Religion
Benedikt XVI. verband mit seiner Analyse der veränderten Weltlage auch Überlegungen zu den Herausforderungen, die sich daraus für die Religionen ergäben. Christen wie Muslime, Juden, Buddhisten oder Hindus müssten sich die Frage nach dem wahren Wesen der Religion stellen. Sie müssten sich mit Blick auf die Gewalt fragen, ob es überhaupt ein gemeinsames Wesen der Religion gebe. "Kennen wir Gott, und können wir ihn neu der Menschheit zeigen, um wirklichen Frieden zu stiften?", fragte der Papst.
Für ihre Klärung erhofft Benedikt XVI. sich Hilfe auch von Agnostikern, die zwischen Religion und Antireligion stehen, die aber auf der Suche nach Wahrheit, nach Sinn und nach Grundorientierung sind. Daher hatte der Papst auch einige Nichtglaubende eingeladen, mit denen der Vatikan seit geraumer Zeit im Dialog über Letzte Dinge steht.
Insofern war Assisi 2011 mehr als nur ein "Remake" der früheren interreligiösen Treffen. Benedikt XVI. hat das gemeinsame Friedensanliegen feierlich bekräftigt. Er hat zugleich die Fragestellung erweitert und das Treffen damit auf Grundfragen der Religion erweitert. (Quellen: Zenit, Radio Vaitikan, Kathpress)
Kaplan Franz SIEDER
Werte haben Namen
Predigt beim Gottesdienst bei der Sommerakademie am 8. Juli 2011 in der Burgkapelle Schlaining
Der Philosoph Durkheim sagt, dass in unserer Gesellschaft alte Werte zusammenbrechen und neue Wert noch nicht da sind. Wir befinden uns in einem moralischen Vakuum. Der Ruf nach Werten wird in der Politik immer lauter. Wenn wir in dieser Woche den neuen Aufbruch in den arabischen Ländern bewusster angeschaut und reflektiert haben, dann werden für mich vor allem drei Werte sichtbar, die nicht nur in der arabischen Welt jetzt eine große Bedeutung haben, sondern auch uns in Europa helfen könnten, aus dem moralischen Vakuum herauszukommen. Es sind die Werte der Demokratie, der Gerechtigkeit und der Wahrhaftigkeit. Ich möchte versuchen, diese drei Werte aus der Sicht des Glaubens zu deuten.
Demokratie
Wenn die Befreiungsprozesse in den arabischen Ländern das Hauptthema unserer Woche war, dann ist es dabei vorrangig darum gegangen, das Joch der Diktatur abzuschütteln und eine Demokratie zu gründen. Diktatur und Demokratie haben sehr viel mit unseren Glauben zu tun. Wenn Jesus sagt: „Die Mächtigen herrschen über ihre Untertanen und lassen ihnen ihre Macht spüren – bei euch aber soll es nicht so sein – bei euch soll der / die erste der Diener / die Dienerin aller sein.“ Macht ist nicht an sich schlecht, aber Macht muss auch abwählbar und kontrollierbar sein. Wenn ich sage, dass die Liebe und der Dienst an den Menschen auch Strukturen braucht, dann können solche Strukturen nur demokratische Strukturen sein. Eine patriarchalische Ehe ist zum Beispiel gegen den Geist der Liebe. Wahre Liebe erfordert eine partnerschaftliche Ehe. Albert Camus versucht dies mit folgenden Worten auszudrücken:
„Lauf nicht vor mir,
vielleicht will ich nicht folgen.
Lauf nicht hinter mir,
vielleicht will ich nicht führen –
geh an meiner Seite und sei mein Freund / meine Freundin.“
In den Betrieben sind wir von einer wirklichen Demokratie noch weit entfernt. Bei den Kollektivvertragsverhandlungen fallen nur einige Brosamen vom wirtschaftlichen Kuchen für die Arbeiterinnen und Arbeiter ab.
Ich war 1981 in Nicaragua. Trotz der Armut im Volk war ein unheimliches Glücksgefühl, weil die Menschen unter Schmerzen, unter Blut und Tränen die brutale Somoza-Diktatur abgeschüttelt haben. Auch wenn dieser Befreiungsprozess 40.000 Tote gekostet hat, so waren die Christinnen und Christen dort überzeugt, dass es sinnvoll und gottgewollt war, sich von der Diktatur zu befreien.
Die Katholische Kirche muss hier auch Schuld einbekennen, weil sie sich oft mit Diktaturen liiert hat und oft auch im Befreiungskampf abseits gestanden ist. Jesus hat nicht ausdrücklich von Demokratie gesprochen, aber in seiner Grundintention und durch seinen Auftrag, die Liebe zu leben, kann Demokratie nur die einzig mögliche Staatsform sein.
Gerechtigkeit
In der Zeit vor Jesus – im sogenannten Alten Bund haben sie Menschen Gott sehr viele Speise- und Schlachtopfer dargebracht. Sie wollten sich Gott dadurch gnädig stimmen, damit er ihnen nichts Böses antut. Der Prophet Jesajas hat diesen Menschen einmal ungefähr folgendes gesagt: „Ich scheiß auf eure Opfer – was Gott wirklich will, ist, dass ihr die Fesseln des Unrechts löst, dass ihr den Hungrigen das Brot austeilt und dass die Gerechtigkeit vor dir hergeht.“
Hier werden natürlich auch die Werke der Nächstenliebe aufgezählt. Nächstenliebe und Gerechtigkeit ist nicht unbedingt dasselbe. Nächstenliebe ist eine caritative Tätigkeit, Gerechtigkeit aber ist mehr. Die Katholische Kirche war immer stark in der Caritas, aber sie war schwach in der Gerechtigkeit.
Es darf nicht nur darum gehen, den Hungernden in Ägypten Lebensmittel zu schicken. Es geht darum, im Land gerechte Zustände herzustellen, wo nicht die einen in Überfluss leben und die anderen nichts haben. Bei der Gerechtigkeit geht es sehr stark um die Strukturen.
Mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter kann man Gerechtigkeit wirklich gut erklären: Die Räuber haben den Mann ausgeraubt und wundgeschlagen. Der barmherzige Samariter hat seine Wunden verbunden. Martin Luther King sagt zu diesem Gleichnis: es ist ganz sicher in der Intention von Jesus, dass wir nicht nur Wunden verbinden, sondern dass wir uns auch einsetzen, dass es eines Tages keine Räuber mehr gibt, die andere ausplündern und wund schlagen. Der Haupträuber ist heute zweifellos das kapitalistische Wirtschaftssystem. Es ist unmöglich, sich heute für Gerechtigkeit einzusetzen und dabei das kapitalistische Wirtschaftssystem zu schonen.
Jesus geht es darum, dass das Reich Gottes auf dieser Welt Wirklichkeit wird und dieses Reich Gottes ist vor allem ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens. Jesus sagt: „Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und alles andere wird euch nachgeworfen werden.“ In der Bibel steht auch: „Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.“ Ein wahrer Friede ist ohne Gerechtigkeit nicht möglich.
Ich möchte zum Schluss einen Satz des Sozialphilosophen Oskar Negt zitieren: „Es muss, wenn ein Gesetz gemacht wird, immer ehrlich der Wille zur Gerechtigkeit da sein, sonst bricht die Gesellschaft zusammen.“
Wahrhaftigkeit
Ich habe in Paris einmal einen Arbeiterpriester getroffen, der schon 12 Jahre in einer Flugzeugfabrik gearbeitet hat. Die französischen Arbeiterpriester haben bis zu ihrer Pensionierung in den Fabriken mitgearbeitet, um so ihr Priester-Sein zu verwirklichen und in einem der Kirche entfremdeten Milieu so die Botschaft Jesu zu verkünden. Dieser Arbeiterpriester – er hieß Jean Perrot – sagte mir: „Für mich als ArbeiterInnenpriester ist das allerwichtigste, dass mein Leben für die Arbeiterinnen und Arbeiter völlig durchsichtig ist. Ich habe keine Taktik wie ich ihnen begegne. Ich versuche nur wahr zu sein, was meinen Arbeitsplatz angelangt. Ich bin für die Arbeiterinnen und Arbeiter wahr und durchsichtig in meinem ganzen Leben – auch in meiner Freizeit – sie wissen, wie ich die Freizeit verbringe und sie wissen auch wie ich als Priester meinen Zölibat lebe. Weil es so viel Lüge, so viel Taktik und Durchschlängeln gibt, darum wird die Ehrlichkeit und die Geradlinigkeit immer wichtiger. Ein wirkliches, fruchtbringendes Zusammenleben ist auf die Dauer nur mit authentischen und wahrhaftigen Menschen möglich.
Es gibt drei elementare Grundregeln für die Kommunikation:
Die Wertschätzung,
die Empathie und
die Authentizität
Authentizität heißt wahrhaftig, geradlinig, ident sein. Jesus hat über einen Mann einmal gesagt: „Das ist ein Mann ohne Falsch“ – und in der Bergpredigt sagt er: „Eure Rede sei Ja oder Nein und nichts dazwischen.“ Nur geradlinige Menschen sind auch fähig zum Widerstand. Sie leben ihre Überzeugung.
Alexander Solschenizyn sagt: „Der einfachste Widerstand beginnt da, wo ich selbst nicht mehr mitlüge mit einer verlogenen Gesellschaft.“ Martin Luther King erzählt aus seiner Zeit des Befreiungskampfes gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung folgendes Ereignis: „Es kam ein Verbot heraus, dass Schwarze und Weiße in einem Bus gemeinsam fahren. Eine schon etwas ältere schwarze Frau, die sich mit dem Gehen schwer getan hat, hat daraufhin beschlossen, nicht mehr mit dem Bus zu fahren. Sie legte jeden Tag einige Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zu Fuß zurück. Als sie jemand fragte, ob das nicht sehr mühsam und anstrengend ist, gab sie zur Antwort: `My feed are tired, but my soul is rested` (Meine Füße sind müde, aber meine Seele ist ausgeruht).“
Die Wahrhaftigkeit ist auch für uns nicht immer leicht zu leben, aber sie macht uns zu freieren und glücklicheren Menschen.
Wertekataolog
Auf Grundlage eines Textes Kaplan Franz Sieder wurde von der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung ein Wertekatolog erarbeitet und als eine Art „Wandkalender“ schön layoutiert. Der Wertekatalog kann direkt bei der KAB St. Pölten telefonisch unter der Telefonnummer 02724-324 3377 02724-324 3377 oder per E-Mail unter kab.ka.stpoelten@kirche.at zu einem Selbstkostenpreis von 5 Euro bestellt werden.
Buchtipp: Österreichisches Studienzentrum
für Frieden und Konfliktlösung (Hg.)
Zeitenwende in der arabischen Welt
Welche Antwort findet Europa?
Die AutorInnen gehen der Frage nach, welche Folgen die Revolutionen im arabischen Raum für Europa und die Welt haben. Dabei steht die Bedeutung des arabischen Raums als wichtiger Öl-Lieferant der Industrienationen ebenso zur Diskussion wie die geostrategischen Erwägungen hinsichtlich der militärischen Kräfteverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten Dieses Buch ist eine Dokumentation der heurigen Sommerakademie der Friedensburg Schlaining. Auch die Predigt von Kaplan Sieder ist in diesem Buch zu finden. Weitere Infos über das Buch und die heurige, erfolgreiche Sommerakademien (Texte, Weblog, Fotos) findet man/frau auf der Homepage des Friedensforschungsinstitutes Schlaining findet man / frau unter http://www.aspr.ac.at
Sabine Strobl
Seelische Gesundheit
Am 17. September 2011 fand im Wiener Rathaus der 3. Tag der Seelischen Gesundheit statt. Ich dufte bei dieser Veranstaltung aktiv bei der Trommelgruppe des Therapiezentrums Ybbs teilnehmen, und auch ein Interview zu psychiatrischen Erkrankungen geben. Folgende Überlegungen sind mir wichtig an die FriedensaktivistInnen weiterzugeben. Unbestritten sind für uns die Tatsachen, dass wir für unsere Werte wie Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität eintreten, in Form eines gewaltlosen Kampfes. Ich glaube, der wichtigste Kampf – auch der Kampf um unser Selbst, um unsere Seele um unser Sein, ist der Kampf um die Liebe. Das Weltgeschehen in diesem Jahr, angefangen mit der unfassbaren Katastrophe in Fukoshima bis hin zur Hinrichtung Gaddafis ist beängstigend, menschenunwürdig und abscheulich. Macht, Gier, Geld und Eigennutz sind die vorherrschenden Werte die uns krank und arm machen, unseren Glauben an das Gute und Schöne beeinträchtigen und uns manchmal sogar hoffnungslos machen. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir jedoch in jedem Augenblick unseres Lebens für uns Selbst und unsere Nächsten mit unserer Gottesliebe Heilung schenken dürfen. Durch die Abwesenheit von Liebe durch meine Nächsten und von mir selbst bin ich krank geworden, doch es gibt für Jede und Jeden von uns einen Weg zurück in die Gesundheit und so es Gottes Wille ist, ein Weg in unser Selbst, so wie Gott es angedacht hatte.
TERMINE:
Ökumenische Gottesdienste im Karl-Marx-Hof
finden jeweils um 10.00 Uhr in den Räumen des PensionistInnenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: So., 27. Nov., Fr., 6. Jänner 2012 (Hl. Dreikönig), So., 12. Feb., So., 4. März, Do., 4. April.
Friedensinitiative 22
Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft sich die FI22 (Wien-Donaustadt) um 19.00 Uhr in der Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße 2 (U1 Kaisermühlen - VIC):
Dienstag, 8. Nov.: DDr. Josef Baum Von AKWs bis Atomwaffen – Kernenergie Gefahren und Alternativen
Dienstag, 13. Dez.: Adalbert Krims: „Modellfall“ Libyen?
KAB Vesper
Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.
Konzertcafe des Kirchenchores der Pfarre St. Johann Kapistran
am Samstag, 12. November, 15.00 Uhr, Pfarrsaal, 1200 Wien, Forsthausgasse 22. (Bus 11A)
Termine Wir sind Kirche
Donnerstag, 17. November 2011, 19.00 Uhr, „Eucharistie in priesterlosen Gemeinden“, Ort: Pfarre St. Gertrud, Pfarrheim, 1180 Wien, Maynollog. 3
Sonntag, 20. November 2011, 15.00 Uhr, Dr. Stephan Schulmeister, „Wie können wir in die Neuorientierung des Wirtschaftslebens eingreifen?“ Dr. Stephan Schulmeister , Kardinal-König-Haus, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)
Donnerstagsgebet für Reformen in der katholischen Kirche – Wien, Donnerstag 1. Dezember 2011, 19:15 Uhr, Ort: Donaucity-Kirche, 1220 Wien, Donaucity-Straße 2
Wie Blinde Weihnachten erleben
Können Sie sich Weihnachten ohne Kerzenschein und funkelndem Weihnachtsschmuck vorstellen? Im Centro Once, 1110 Wien, Schneidergasse 15/5 (U3 Zippererstraße) können Sie es bei der „Begegnung im Dunkeln“ am Freitag, 25. November, 20.00 Uhr erspüren. In völliger Dunkelheit werden weihnachtliche Lieder und Geschichten präsentiert.
Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck und Kaplan Franz Sieder
diskutieren mit Gernot Trausmuth am Donnerstag, 10. November 2011 um 18.30 Uhr in der ÖGB-Fachbuchhandlung, 1010 Wien, Rathausstraße 21 über das Buch Karl Kautsky „Ursprung des Christentum“, das von neu aufgelegt wurde.
Evangelische Akademie
Mo., 28. Nov., 17.00 Uhr, 100 Jahre Wilhelm Dantine – Kirchenvater oder Kirchenrebell?, mit Bischof Michael Bünker, Harald Uhl (Studienautor), ZeitzeugInnen
Fr, 16. Dez., 19.00 Uhr, Was kommt nach dem „arabischen Frühling“, mit Carla Amina Baghajati (angefr.), Cengiz Günay, Ulrike Lunacek, Heinz Nußbaumer (angefr.), Moderation: Otmar Höll
BITTE UM SPENDEN
an Konto 040-32-675, Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111,
Christen f. d. Friedensbewegung
Die Kosten stiegen und steigen und ….
Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!
E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at
Friedensbüro: pax.vienna@chello.at
Impressum: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung", ZVR-Zahl 223988557, alle: 1170 Wien, Rosensteingasse 69/6. Gestaltung dieser Ausgabe: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Sabine Strobl. Eigendruck
Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: EigentümerIn: 100 % Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung". Blattlinie: Die Zeitung ist Organ des oben genannten Vereines. Sie tritt in ihren Artikeln für Frieden, Abrüstung, Völkerverständigung und soziale Gerechtigkeit ein. Diese Zeitschrift ist eine Plattform für den Dialog zu aktuellen Fragen der Friedenspolitik.
Das „Informationsblatt der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung“ erscheint in Zukunft unter dem Zeitungstitel „Betrifft Frieden“ – Redaktion und Adressverwaltung bleiben eigenständig.