BETRIFFT FRIEDEN Nr. 2 / 2011
I N F O R M A T I O N S B L A T T
der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 3
Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,
das nächste Treffen findet am
Sonntag, dem 11. September 2011 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,
1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)
statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist die Diskussion mit Fritz EDLINGER (Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen - GÖAB) über "10 Jahre nach dem 11. September – die Auswirkungen".
Christliche Grußadressen zum Hiroshima-Tag 2011
Die Aktionen der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien wurden auch heuer wieder mit zahlreichen Grußadressen unterstützt. Aus Platzgründen kann leider nur ein kleiner Teil veröffentlicht werden.
Alle Grußadressen sind unter www.hiroshima.at veröffentlicht.
Aktion Kritisches Christentum (AKC)
Zuerst möchten wir den InitiatorInnen der Gedenkveranstaltungen für Hiroshima und Nagasaki sehr herzlich danken: durch ihr Engagement halten sie die Gedenktage an die ersten und (bisher) einzigen Atombombenabwürfe in der Geschichte der Menschheit in Erinnerung, zum anderen weisen sie damit alljährlich darauf hin, dass das Ziel der Abschaffung der Atomwaffen noch bei weitem nicht erreicht ist. Nach wie vor kann mit den gelagerten atomaren Sprengköpfen die Erde mehrmals zerstört werden und nach wie vor besteht die Gefahr, dass durch die Weiterverbreitung der Atomwaffen diese auch in regional begrenzten Kriegen zum Einsatz kommen können. Gerade Japan, das Ziel der ersten Atombombenabwürfe, war aber vor wenigen Monaten auch von der bisher größten Katastrophe in einem Atomkraftwerk betroffen. Damit wurde die Welt daran erinnert, dass es nicht nur fließende Grenzen zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomenergie gibt, sondern dass die Atomkraft letztlich keine zukunftsfähige Form der Energiegewinnung darstellt.
Das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki soll uns aber nicht nur die atomare Bedrohung ins Gedächtnis rufen, sondern darüber hinaus die Bedrohung durch Kriege überhaupt. Gerade die Entwicklungen in Libyen in den vergangenen Monaten haben gezeigt, dass das Mittel des Krieges nicht geeignet ist, Frieden und Menschenrechte wiederherzustellen oder zu sichern. Im Gegenteil: gerade Libyen zeigt einmal mehr, dass Bomben immer nur Zerstörung und Leid mit sich bringen. Insofern sollen die Gedenktage auch ein Anstoß dafür sein, Konflikte innerhalb und zwischen Staaten mit friedlichen Mitteln zu lösen. Darauf hat die weltweite Ökumene bei der jüngsten Friedenskonvokation in Kingston, Jamaika, sehr deutlich hingewiesen – und das hat auch der Vatikan in den letzten Monaten mehrfach betont, besonders auch im Hinblick auf die Situation in Libyen. Die Friedensbewegung befindet sich also durchaus in "guter Gesellschaft", wenn sie militärische Mittel und Bombenangriffe als ungeeignet für sogenannte "humanitäre Interventionen" ansieht.
Bischof Dr. Michael Bünker
Generalsekretär der Gemeinschaft Evang. Kirchen in Europa
Das Jahr 2011 steht für die Ökumene der Kirchen weltweit im Zeichen der "Dekade zur Überwindung von Gewalt", die mit der Friedenskonvokation auf Jamaika im Mai ihren Abschluss gefunden hat. Die Delegierten aus aller Welt und aus allen Kirchen waren sich in ihrem Bestreben einig, Krieg für illegal zu erklären. In ihrem Aufruf zum gerechten Frieden fordern sie:
"Es ist ein Skandal, dass gewaltige Geldsummen für Militärhaushalte, die Lieferung von Waffen an Verbündete und den Waffenhandel ausgegeben werden, während dieses Geld dringend für die Beseitigung von Armut in aller Welt und die Finanzierung einer ökologisch und sozial verantwortlichen Neuausrichtung der Weltwirtschaft gebraucht würde. Wir rufen die Regierungen dieser Welt dringend auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um ihre finanziellen Mittel in Programme umzuleiten, die nicht Tod, sondern Leben bringen."
"Auf diesem Hintergrund treten die Kirchen weiterhin mit Nachdruck für die vollständige nukleare Abrüstung ein. In diesem Bestreben nicht nachzulassen oder müde zu werden schulden wir dem Gedenken der Opfer von Hiroshima und Nagasaki und den Generationen nach uns. Der jährliche Hiroshimatag bietet Gelegenheit, im Gedenken der Opfer den Einsatz gegen die leider immer noch bestehende atomare Bedrohung zu stärken."
Dompfarrer Toni Faber
Frieden ermöglicht Leben. Wir Menschen können ohne Frieden nicht gut leben – und schon gar nicht überleben. Doch wie schwer es ist, in Frieden zu leben, wissen wir alle aus unseren täglichen Erfahrungen: Wie schnell sagt man ein ungutes Wort, hat lieblose Gedanken, handelt so, wie man es eigentlich gar nicht möchte. Antoine de Saint-Exupéry erinnert uns daran: „Der Friede ist ein Baum, der eines langen Wachstums bedarf.“
Friede wächst langsam – durch winzige Liebes-Zeichen, durch herzliche Worte, in kleinen Schritten, oder bei einem Friedensmarsch. Helfen wir gemeinsam dem Frieden beim Wachstum.
Roman Fröhlich
Präsident der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten a. D.
Wie die Katastrophe von Fukushima zeigt, birgt selbst die friedliche Nutzung der Atomenergie verheerende Folgen. Um so welt- und selbstzerstörerischer wäre ein militärischer Einsatz von Nuklearwaffen. Glücklicher Weise kehrt allmählich Vernunft in die schrankenlose Technologiegläubigkeit von Politik und Wirtschaft ein. Schritte in den letzten Monaten, sogar in Japan, weisen in die richtige Richtung.
Es wird aber weiterhin mahnender Beispiele wie die von Hiroshima und Nagasaki brauchen, um die Entscheidungsträger immer wieder zu überzeugen, verantwortungsvoll und sensibel mit der Schöpfung und ihren Geschöpfen umzugehen. Gott hat uns schließlich diese Welt nicht anvertraut, um sie zu vernichten, sondern zu unserem Wohlergehen.
Selbst im privaten Bereich kann man feststellen, wie leicht kleine Streitigkeiten eskalieren können. Um so mehr bleibt die Verlockung, nationale und internationale Konflikte mit Gewalt zu lösen, obwohl die Geschichte lehrt, dass derartige militärische Erfolge ohne nachhaltige Wirkung sind. Zur Zeit gehe ich davon aus, dass für den Großteil der Weltgemeinschaft die Erhaltung des Friedens oberste Priorität hat. Dennoch flackern permanent Bürgerkriege allerorten auf – nicht nur in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel. Denn manche Despoten und Gruppierungen schüren unverdrossen Hass, aus machtpolitischen, ideologischen und pseudoreligiösen Gründen, ja manchmal hat es sogar den Anschein aus Freude am Töten und Vernichten. Es wird aller Anstrengungen der Diplomatie bedürfen, die Zündler in die Schranken zu weisen und ihnen den Zugang zu Waffen zu versperren. Unvorstellbar, kämen solche Elemente zu Atomwaffen, Pakistan könnte solch ein Pulverfass werden.
Es ist daher wertvoll und wichtig, dass sich die Wiener Friedensbewegung und die Hiroshima-Gruppe Wien unverdrossen für den Weltfrieden, für eine Reduzierung der Rüstungsausgaben, für atomare Abrüstung und für ein Abgehen von Atomkraftwerken einsetzen.
Möge Ihre Gedenkfeier ein Beitrag zum Erreichen Ihrer Ziele sein und auch oberflächliche Mitbürger dazu bringen, sich nicht von der Propaganda diverser Interessen in ein unangebrachtes Sicherheitsgefühl einlullen zu lassen.
Jacques Gaillot
Bischof von Partenia
Ihr versammelt euch in Wien, um bei eurer Demonstration Zeugnis zu geben, dass dieses Jahr die Atomkraft weltweit an einem Wendepunkt angelangt ist.
25 Jahre nach Tschernobyl, 6 Monate nach dem Tsunami in Japan wird die Atomkraft auf der ganzen Welt in Frage gestellt. Aber seit Hiroshima haben die Atomkraftgegner immer wieder und unermüdlich auf die drohende Gefahr der Kernkraft aufmerksam gemacht. Und sie haben allen guten Grund dazu. Dies ist eine der größten Geißel des 21. Jahrhunderts. Die Atomkraft lässt die Bevölkerung in ein sinnloses Risiko laufen. Es gibt kein Nullrisiko. Beim Bau eines Kernkraftwerkes besteht immer ein Konflikt zwischen Sicherheit und Profit. Sehr oft wird für den Profit entschieden. Die Atomkraft kann nun den Völkern nicht mehr von der mächtigen Lobby aufgezwungen werden.
Der Ausstieg aus der Atomkraft ist möglich, dies zeigt uns mutig Österreich, die Schweiz und Deutschland. Zum Ehre der Menschheit.
Josef Heinen
Pax Christi Burgenland
Die Herstellung von Waffen nimmt viele Menschen in Anspruch und verbraucht unsere Ressourcen. Die menschlichen Arbeitskräfte und die natürlichen Güter könnten für andere notwendigere Dinge eingebracht werden.
Es gibt große Unterschiede zwischen Arm und Reich und das, obwohl wir auf einem einzigen Planeten zusammenleben. In einigen Kontinenten, nehmen wir Afrika, sterben die Menschen an Hunger und an Krankheiten wie Aids. Auch umweltpolitisch und ökologisch gibt es dort viele Schwierigkeiten. Diese erfordern unseren Einsatz und alle finanziellen Mittel, die wir zur Verfügung haben.
Die Zeit für eine innere und äußere Abrüstung ist gekommen. Ein Abschreckungsfriede auf atomarer Basis ist kein dauerhafter Friede.
Um das Überleben der Menschheit zu sichern, müssen diese Waffen abgeschafft werden.
OStR.in Monika Heitz
Bischof emer. Bernhard Heitz
Altkatholische Kirche Österreichs
Jedes Jahr erinnern wir uns neu an Hiroshima und Nagasaki. Diese Erinnerung ist für uns Gabe und Auftrag. Wir dürfen nicht nachlassen, für Frieden durch Gerechtigkeit einzutreten. Wie gefährdet wir täglich – von innen und außen – sind, davon zeugen die Gewalttaten überall auf der Welt. Als Christinnen und Christen vertrauen wir darauf, dass eine gerechtere Welt und ein besseres Leben für alle Menschen möglich ist.
Thomas Hennefeld
Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B.
Es ist einer der vordinglichsten Aufgaben für Christinnen und Christen, die Schöpfung Gottes zu bewahren und nach Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu streben.
Diese Ziele stehen in krassem Widerspruch zum Besitz oder gar zum Einsatz von Atomwaffen. Die Katastrophe von Fukushima mit ihren verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt hat uns drastisch vor Augen geführt, dass der Mensch nicht einmal die zu friedlichen Zwecken genutzte Kernenergie unter Kontrolle hat. Um wie viel größer wäre die Katastrophe, wenn gezielt Atomwaffen zum Einsatz kämen.
Die Welt ist zu recht empört und entsetzt über Terroranschläge auf Zivilisten. Wir müssen aber soweit kommen, dass dasselbe Entsetzen herrscht, wenn Regierungen Atomtests durchführen oder gar mit dem Einsatz von Atomwaffen drohen, und damit Leben zerstören und unsere gesamte Zivilisation an den Rand des Abgrundes bringen. Dieses Gedenken und die fortwährende Erinnerung an den Massenmord von Hiroshima und Nagasaki sind so notwendig, denn sie zeigen, dass wir uns mit der Existenz von Vernichtungswaffen niemals abfinden dürfen. Nur mit vereinten Kräften aller Friedenswilligen, ob sie religiös oder anders motiviert sind, werden wir einer Welt ohne Atomwaffen einen Schritt näher kommen.
Prof. Dr. Hans Högl
Vereinigung für Medienkultur
Ab-Rüsten der Gewaltzyklen in tödlicher, virtueller Welt
Für manche Datenschützer sind PC-Virtualität und Realität völlig getrennte Welten und jedes PC-Spiel sei ganz frei und nichts daran zu verbieten, auch keine Gewaltspiele. Auch viele Medienforscher betonen, dass Gewaltspiele selten direkte Gewalt auslösen. Statistisch ist dies richtig. Und so blieben bisher PC-Tötungsspiele erlaubt. Recht erfreulich für ein Milliardengeschäft …
Andere Medienforscher sehen Gefahren in der Nachahmung. Was statistisch minimal ist, ist darum nicht irreal. So erschüttert, wenn ein „einsamer Wolf“, einer von fünf Millionen Norwegern, ein eiskalter, gebildeter Extremist, Sohn eines Diplomaten (Le Figaro) am Videospiel „Modern Warfare 2“ das Töten trainierte und einen künftigen Atomangriff androhte.
Dann Gnade der Menschheit! Rüsten wir unsere Worte ab. In einem Krone-Lesebrief hieß es am 25. Juli: Es muss etwas getan werden, dass Österreich „nicht zum Schmarotzer-Schmelztiegel der ganzen Welt wird“! Wie gehen wir mit solchen Worten um?
Tragen wir bei, dass keine Tötungs- und Kriegsspiele e r z e u g t werden. Die virtuelle Bild- und Textwelt dürfen nicht rechtsfreier Raum sein. Die Monster-Tat am Freitag, den 22. Juli 2011 bei Oslo hat jede Fiktion in den Schatten gestellt. –
Mönchsregeln empfehlen, gute Gedanken zu fördern – so vor nächtlicher Ruhe. Wir sollten ruhiger leben und schlafen können.
Hans Peter Hurka
Vorsitzender der Plattform "Wir sind Kirche"
Die Opfer von Hiroshima mahnen heute – 66 Jahre nach den fürchterlichen Ereignissen – mehr als zuvor die Würde und Gleichheit aller Menschen anzuerkennen und das menschliche Maß nicht zu verlieren.
Ihr grausamer Tod war das Ende einer schrecklichen Epoche unserer Geschichte. Wie lange der Weg zu echtem dauerhaften Frieden ist, merken wir an uns selbst in unseren Tagen.
Drei Ereignisse werden heuer unsere Welt verändern: Das Erdbeben mit Tsunami und Atomkatastrophe in Japan, die Freiheitsbewegungen in den arabischen Ländern und die Attentate in Norwegen. In diesen Ereignissen sind aber auch drei wichtige Triebfedern des Menschen angesprochen:
1. Die Neugier des Menschen hat viel Gutes durch die Forschung hervorgebracht. Selbstüberschätzung ist die Gefahr wie Fukushima zeigt.
2. Machthaber können Menschen lange Zeit unterdrücken. Aber nicht immer, wie die Freiheitsbewegungen in den arabischen Ländern zeigen, wo Menschen den Tod in Kauf nehmen, um Freiheit zu erlangen.
3. Angst vor Verlust der eigenen Identität, wie der wahnsinnige Attentäter von Norwegen zeigt. Er ist in der Vielfalt der Gegenwart orientierungslos, sehnt sich nach irrealen einheitlichen Werten der Vergangenheit und traut keinen Blick in die Zukunft. Die unschuldigen Opfer von Oslo und Utöya – derer wir in diesen Tagen gedenken – sind blutige, deutliche Zeichen für den Verlust an Orientierung, Sicherheit und Vertrauen.
Wir werden tiefgehenden dauerhaften Frieden auf dieser Welt nur erreichen, wenn wir im alltäglichen Umgang miteinander beginnen: Achtung voreinander, Rücksicht auf die Schwachen und Gedemütigten in unserer Gesellschaft, Abrüstung der Worte, Zurückhaltung bei der Durchsetzung von Plänen. Verzicht vor Machtkampf, Verzeihen vor Rechthaberei, Friedenschluss, bevor ein Krieg beginnt.
Dr. Peter Jünnemann
Pax Christi Wien
Die Hiroshima- und Nagasaki-Gedenkfeiern stehen heuer ganz unter dem Eindruck der verheerenden Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima vom März 2011. Wie bei den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 (bei den über 100.000 Menschen sofort getötet worden sind und viele weitere Tausende dann an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung elend zugrunde gegangen sind) sind auch jetzt wieder Menschen in Japan der lebensbedrohlichen atomaren Strahlenbelastung auf lange Zeit ausgesetzt. Wieder einmal zeigt sich, dass die Atomkraft auch in ihrer " friedlichen" Anwendung und Nutzung nicht beherrschbar ist.
Mit dem "Overkill" der Atomwaffenarsenale (welcher trotz internationaler Verträge über Rüstungsbeschränkungen und Atomwaffensperrverträge noch immer mehrfach ausreicht, die Menschheit auszulöschen) haben sich schon in der Zeit des Kalten Krieges namhafte Wissenschaftler und Philosophen befasst: Günther Anders, Engelbert Broda, Karl Jaspers, Robert Jungk u. a.
Günther Anders (1902 - 1992) erweist sich in seinem zweibändigen Hauptwerk "Die Antiquiertheit des Menschen" (der erste Band erschien schon im Jahre 1956) als prophetischer und mahnender Technik- und Fortschrittskritiker. Er sieht eine immer größer werdende Diskrepanz zwischen der Unvollkommenheit, Fehleranfälligkeit und Charakterschwäche (Antiquiertheit) des Menschen und der Monstrosität, Macht und technischer Perfektion der vom Menschen hergestellten Geräte und Maschinen, zwischen der Allmacht der Technik und der Ohnmacht des Menschen, gepaart mit der Unfähigkeit zu Empathie und Mitleid und zur Trauer mit den Opfern der technologischen Katastrophen; ein immer größer werdendes Gefälle zwischen Wissen und Gewissen.
Anders lässt sich auch nicht erklären, dass nach den Super-Gaus von Tschernobyl (April 1986) und Fukushima (und vielen "kleineren" Störfällen) die Kernkraft nicht allseits und entschieden geächtet wird und der schrittweise weltweite Umstieg auf alternative Formen der Energiegewinnung nicht durchsetzbar ist. Es ist im Gegenteil zu befürchten, dass es zur Durchsetzung gemeinsamer politischer und wirtschaftlicher Interessen "Seilschaften" zwischen der Kernkraftlobby und der Atomwaffenlobby gibt. So ist die Zivilgesellschaft nach dem Beispiel des 93-jährigen französischen Widerstandskämpfers Stephan Hessel ("Empört Euch") initiativ zu werden.
Heute jedoch gelten unser Gedenken und unser Gebet den Opfern der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki und den Opfern der Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima.
Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari,
Diözese Graz-Seckau
Das Engagement für mehr Frieden in Familien, Gemeinschaften, Staaten und in unserer ganzen globalen Menschenwelt und die darauf bezogene Hoffnung sind allen Menschen guten Willens gemeinsam. Der Einsatz dafür braucht aber gerade heute Einzelpersonen und Gemeinschaften, die öffentlich auf die von Angst und Hass ausgehenden Gefahren und auch auf die Gefahr eines Krieges und zumal eines Atomkrieges hinweisen. Darauf bezogene öffentliche symbolische Aktionen können positive Impulse für die Gesellschaft geben und halten das Bewusstsein wach, dass jeder Mensch guten Willens helfen kann und helfen soll, Frieden zu stiften und zu erhalten.
Franz Küberl
Caritas-Präsident
Die mit dem japanischen Erdbeben verbundene Nuklearkatastrophe in Fukushima hat auch Hiroshima und Nagasaki in die Gegenwart gerückt. Die Angst vor atomarer Verseuchung ist in Japan, aber auch anderen Teilen der Welt, wieder präsenter geworden. Nicht nur deshalb gilt es, sich mit allen Kräften für eine friedliche, atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Denn nur eine solche bedeutet Zukunft für uns und unsere Kinder.
DDr. Klaus Küng
Diözesanbischof, St. Pölten
Lange schon nicht mehr haben so viele besorgte Menschen auf die Gefahren der Atomkraft starren müssen wie im Falle von Fukushima im Jahre 2011. Dabei vergessen die meisten von ihnen leicht, wie ungleich höher immer noch die Gefahr ist, die von den vorhandenen Atomwaffenarsenalen ausgeht. Am Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sollten wir daran denken, was passiert, wenn der Mensch seine schöpferische Kraft zur Zerstörung einsetzt, und unser Gewissen immer wieder Gott hinhalten; denn nur so kann wahrer Friede in diese Welt kommen.
Josef Ladányi
Das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki regt immer wieder zum Nachdenken über die „friedliche“ und über die militärische Ausnützung der Kernenergie an. Dazu nur einige Aspekte:
- Schon beim „Normalbetrieb“ von AKW und WAA sind schädliche Folgen, besonders Spätfolgen, festzustellen. So bei den Arbeitern der Betriebe und in der Umgebung der Bevölkerung.
- Offizielle Risiko-Analysen arbeiten mit Rechengrößen, die physikalisch aussehen, aber Bewertungsfaktoren für die biologische Schädlichkeit beinhalten, die es nicht ganz sind. Überdies wurde dem erhöhten Risiko für Kinder, Babys und Embryonen zu wenig oder gar keine Beachtung geschenkt.
- Unverständlich erscheinen Behauptungen mancher Intellektueller bezüglich der Gewinnung von Atomkraft wie: „Die Technologie ist beherrschbar.“ Dies ist doch nicht einmal bei der Grundvoraussetzung, der Atommüll-Entsorgung der Fall!
- Die von den Befürwortern seit Jahrzehnten in Aussicht gestellten sicheren Endlager wurden bis heute nicht gefunden.
- Manchmal ist zu hören, es werden ja auch in der Medizin radioaktive Substanzen verwendet. Unabhängig wie diese „endversorgt“ werden, ist festzustellen, dass die Mengen des AKW-Mülls riesengrößer gegenüber dem aus der Medizin sind. Außerdem enthält er andere Elemente, und besonders langlebige(!).
Kürzlich las ich den Spruch: „Ist die Lüge auch schnell, die Wahrheit wird sie überholen.“ Möge dies rechtzeitig geschehen! Immerhin gibt es schon Anzeichen dafür …
Dr. Matthias B. Lauer
geschäftsführender ACUS Bundesvorsitzender
Heute gedenken wir der Opfer der Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Die Welt, in der wir leben, hat ein solches Inferno seit diesem Zivilisationsbruch nicht wieder gesehen – doch die Welt, in der wir leben, ist nicht friedlicher geworden.
Mit Bestürzung und berechtigter Empörung sehen wir, wie militärische Macht zum legitimen Mittel der Gestaltung dieser Welt gemacht wird – militärische Macht zwischen Staaten, militärische Macht der Besetzung fremder Länder, der Blockade gegen missliebige Regierungen, Gewalt gegen demokratische Bewegungen, militärische Macht gegen Flüchtlinge.
Hinter der hohlen Fassaden der Rhetorik eines "Kampfes für Sicherheit und Recht" oder "humanitärer Einsätze" verbirgt sich das Gesicht imperialer wirtschaftlicher Interessen.
Zugleich haben wir vor kurzem erst wieder die zerstörerische Gewalt einer atomaren Krisentechnologie in Japan erfahren müssen. Die Frage nach den angemessenen Mitteln, unsere Welt menschenwürdig und achtsam zu entwickeln, wird dringender denn je.
Die Welt, in der wir leben, kann nur eine friedliche Welt werden, wenn Krieg, Besatzung, Repression und militärische Abschottung gegen Menschen aus anderen Ländern überwunden werden. Dies verlangt nach der weltweiten Abschaffung von ABC-Waffen und umfassender Abrüstung ebenso wie nach demokratischen Lebensformen, Überwindung aller Formen von Ungleichheit und Ausgrenzung, und nicht zuletzt nach der grundlegenden Änderung der von finanziellen Interessen dominierten Strukturen von Wirtschaft und Gesellschaft.
Dies ist die Schlussfolgerung aus dem furchtbaren Zivilisationsbruch von Hiroshima, dessen Opfer wir heute gedenken.
Edith Lauppert
Jeder Mensch hat das Licht, die Liebe in sich, aus dieser leuchtenden Kraft entspringt das Denken und daraus das Handeln.
Dieses Lichtes und dieser Liebe in uns sollten wir uns immer bewusst sein, dann erfassen wir – ich, du –, dass wir ein Teil des „Ganzen“ sind, fühlen, dass in jedem Menschen, jedem Tier, jeder Pflanze, jedem Stein der gesamte Kosmos ruht, dass die Schöpfung eine wunderschöne Vielfalt in der Einheit ist.
Und wenn wir dieses erfühlen, bauen wir keine Atombomben, führen keine Kriege untereinander, keine Kriege gegen die Natur (unsere Umwelt). Aus dem inneren Frieden erwächst der äußere Friede! FRIEDE – FRIEDE – FRIEDE
Mag. Hermann Miklas
Superintendent der Evangelischen Diözese Steiermark
Wann, wenn nicht in diesem Jahr „nach Fukushima“ ist es Zeit, inne zu halten und zu fragen: Quo vadis, Menschheit? Wenn wir uns schon bei der sogenannten „friedlichen“ Nutzung der Atomkraft unversehens in der Rolle des „Zauberlehrlings“ wieder gefunden haben, der die Geister, die er rief, nicht mehr zu bändigen vermochte, umso unverantwortlicher wäre ein atomarer Einsatz für kriegerische Zwecke! Denn dabei würden womöglich noch weitere Eigendynamiken freigesetzt, die die Erde schließlich überhaupt unbewohnbar machen könnten. Am Ende gäbe es nur Verlierer.
Dr. Balázs Németh
Fukushima kann nicht Hiroshima verdrängen!
Der große evangelische Theologe und Mitbegründer der Christlichen Friedenskonferenz, Hans Joachim Iwand, hat klar den Zusammenhang gesehen zwischen Atomkraftwerken und Atomwaffen:
"Was für den Krieg als Massenvernichtungsmittel erfunden wurde, lässt sich für den Frieden und für eine gerechte Gesellschaft nicht verwenden".
In unseren Tagen nach Fukushima ist es allerdings leider ein Faktum, dass die Öffentlichkeit im Windschatten der Diskussion um die Stilllegung der AKWs die atomare Aufrüstung aus dem Blickfeld verloren hat, die jedoch abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit unbeirrt weiter vorangetrieben wird und von einem "NEIN DANKE !" verschont zu sein scheint.
Angesichts der traurigen Tatsache, dass im Süden unserer Hemisphäre jährlich 50 Millionen Menschen an Hunger sterben, wäre es humaner und einem Demokratieverständnis entsprechender, wenn die Flugzeuge, die – mit atomaren Raketen bestückt – täglich im weltweiten Luftraum patrouillieren, und auch jene, die "zum Schutz der Zivilbevölkerung" Tripolis bombardieren, umrüsten würden, um Lebensmittelpakete über den Hungergebieten abzuwerfen.
Der Hiroshima Tag ruft diese schleichende nukleare Bewaffnung wieder in unser Bewusstsein und damit die elementare Erkenntnis, dass Sicherheit nicht durch potente Waffen, sondern nur durch weltweite Solidarität zu erreichen ist. Hier sehe ich heute die Konsequenzen aus der Menschenfreundlichkeit Gottes, die die Mitte der biblischen Verkündigung ist.
Univ.-Prof.in Dra. Regina Polak
Ohne Zweifel: Das Engagement für eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg ist notwendiger denn je. Fukushima hat die Debatte um die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie angefacht, die gewalttätigen Ausschreitungen in den arabischen Ländern im Zuge der dort stattfindenden Revolutionen zeigen, mit wie viel Gewalt in der Welt wir es zu tun haben.
Ich möchte eine Facette dieses Engagements ansprechen, die vielleicht für uns EuropäerInnen nicht angenehm ist:
Was haben diese weltweiten Vorgänge mit unserem Lebensstil in Europa zu tun? Wenn wir möchten, dass die Welt gerechter und friedlicher wird, kommen wir nicht umhin, zu fragen: Inwieweit hängen die Ursachen für diese Kriege – z.B. in Afrika – mit der Geschichte Europas in diesem Kontinent zusammen? Inwieweit wurzeln sie in der gegenwärtigen europäischen Wirtschaftspolitik? Wie hängt all dies mit einem Lebensstil zusammen, der auf maximalem Ressourcenverbrauch basiert und Wirtschaftswachstum immer wieder zugunsten von humanitärem Wachstum bevorzugt?
Viele Fachleute aus Wissenschaft, Politik, aus dem Bereich der NGOs, der Kirchen und Religionsgemeinschaften haben zu diesen Zusammenhängen immer wieder Stellung genommen und Alternativen entwickelt. Wann werden diese endlich ernst genommen und strukturell realisiert??? Und was kann der und die Einzelne beitragen zur Veränderung seines Lebensstils – was vielleicht gar kein Verzicht sein muss. Immerhin verzichten viele Menschen in Europa zugunsten von Reichtum und wirtschaftlichem Erfolg bereits jetzt auf Lebensqualität. Mehr vom selben wird nichts verändern – Europa muss umdenken.
Gustav Posch
ACUS-Bundesvorsitzender
Die Vereinigten Staaten von Amerika leisten sich trotz einer Budgetkrise und einer ungeheuren Staatsverschuldung Rüstungsausgaben, die von Jahr zu Jahr, auch auf Kosten des Sozialbudgets, steigen. Die Ausgaben für Nuklearwaffen betragen davon einen erheblichen Anteil. Die Zeiten des „Gleichgewichtes des Schreckens“ zwischen den USA und der Sowjetunion, die einen globalen Krieg verhindert haben, sind längst vorüber, eine Hochrüstung, besonders auf nuklearem Sektor erscheint daher mehr als fragwürdig. Wie verwundbar die stärkste Militärmacht der Erde trotz aller Rüstung ist, hat ja „nine eleven“ vor einigen Jahren gezeigt.
Es gab in der Vergangenheit einige Verhandlungen zur Reduzierung von Nuklearwaffen. Die Vereinbarungen wurden zwar unterschrieben, aber nicht verwirklicht.
Heute, am 66. Jahrestages des Abwurfes der ersten Atombombe auf Hiroshima, die ein in der Menschheitsgeschichte unvorstellbares Inferno verursachte, wollen wir nicht erlahmen, unsere mahnende Stimme zur Abrüstung der nuklearen Waffen zu erheben,
Dra. Hannelore Reiner
Oberkirchenrätin
„Es ist in Norwegen mitten im Sommer Winter geworden“, so hat eine in Norwegen lebende Österreicherin das Massaker von Oslo und Utöja treffend beschrieben.
Noch ganz im Schock vom Ausbruch solch massiver Gewalt und auch über den Nährboden, der zu solchen Ansichten führt, gedenken wir der Opfer des Atombombenabwurfs über Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945. Der Ausbau und die Modernisierung der gewaltigen Waffenarsenale vieler Staaten und auch jener von privaten Personen nehmen grauenvolle Ausmaße an. Noch immer ist der Waffenhandel ein gutes Geschäft, an dem auch unsere Wirtschaft kräftig beteiligt ist.
Ernstgemeinte Friedensarbeit beginnt stets mit dem Respekt vor der Menschenwürde des / der andern, wer immer es sei und wo immer er / sie leben.
Als nächster Schritt braucht es ein Überdenken der eigenen Einstellung und jener inneren Feindbilder, die viele in sich tragen. „Abrüstung der Worte“ kann nur gefordert werden, wenn sich auch die innere Einstellung wandelt. Dies alles aber bleibt leere Worthülse, wenn nicht als logische Folge ein Abbau und eine Begrenzung der Waffen, allen voran jener aus Atom, angestrebt und durchgeführt werden. Denn die Gefahr, die letztere in sich birgt, zeigte sich in diesem Frühjahr ausgerechnet wieder in Japan bereits bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie.
So mischen sich beim Gedenken 2011 Trauer, Schock und Angst mit der Hoffnung und die dringende Bitte, dass nicht bloß in Norwegen der Sommer zurückkehrt durch die Anteilnahme und den Trost so vieler Menschen, sondern weltweit das große Geld anstatt in Waffenarsenale in die Lager der Hungernden in Afrika und anderswo fließt und damit künftige Generationen in Frieden und Gerechtigkeit aufwachsen können.
P. Alois Riedlsperger SJ
Leiter der Katholischen Sozialakademie Österreichs
Nach Tschernobyl hat jüngst Fukushima auf dramatische Weise gezeigt, wie gefährlich die so genannte „friedliche Nutzung“ der Kernenergie ist. Um wie viel mehr gilt dies für das gigantische Arsenal von Kernwaffen in einer politisch höchst instabilen Welt. Die Reichweite möglicher räumlicher und zeitlicher Folgen ist völlig unabsehbar und unsteuerbar. Die Frage der Verantwortung kann daher nicht auf Kernenergie und Kernwaffen besitzende Staaten beschränkt werden. Auch atomwaffenfreie Staaten sind berechtigt und verpflichtet, auf eine Fortsetzung des Abrüstungsprozesses zu drängen. Unser aller Verantwortung ist es, diese Aufgabe bei allen politischen Entscheidungsträgern einzufordern – im Interesse der Zukunft der Menschheit!
Alvaro Riveros-Polanco
Missio – Päpstliche Missionswerke in Österreich
Der 83jährige Jesuiten Pater Bill Bichsel ist einer der derzeit 2.292.000 Gefangenen in USA. P. Bichsel sitzt im Gefängnis von Knoxville, Tennessee, seine Strafe ab, weil er 2009 in Hiroshima von der Geschichte derart betroffen war, dass er eine gewaltlose Aktion für die nukleare Abrüstung unternahm. Im November 2009 hat er mit einer Gruppe von "Disarmament Now Plowshares" zwei Zäune des Marinenstützpunktes in Bangor, Maine, USA durchschnitten, um gegen Atomwaffen zu protestieren.
Am 6. August sollten wir auch an Menschen wie diesen Pater denken, die für ihren Einsatz gegen Atomwaffen verurteilt werden.
Manfred Sauer
Um das Projekt einer atomwaffen-freien Welt ist es leider still geworden.
Dabei könnten mit dem diskutierten Verzicht auf Kernkraftwerke auch gleich die Nuklearindustrie und der militärische Teil der Atomnutzung – die Atomwaffen – stillgelegt werden.
Nuklearfreie Zonen im Mittleren Osten und in Europa und das Inkrafttreten des Test-Stopp-Vertrages – durch die Ratifizierung bestimmter Staaten – könnten der Atomwaffenabrüstung wieder neuen Schwung verleihen.
Den größten Druck auf die Politiker, die Militärs und auf die Rüstungswirtschaft aber müssen die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Planeten selbst ausüben. Aber die wenigsten scheinen sich darüber Gedanken zu machen. Warum?
Dr. Franz Scharl
Weihbischof, Erzdiözese Wien
Grüß Euch G"TT!
Der Krieg ist eine Niederlage der Menschheit! Ja!
Wenn es so ist, und es ist so, dann muss eine Neuauflage der Menschheit auch darin bestehen, dass jeder und jede von uns mit jedem Atemzug mit dem Frieden stiften, Gerechtigkeit üben, mit dem Suchen nach der Wahrheit, ... beschäftigt sein muss.
Woher die Einsicht, die Kraft und den langen Atem nehmen für diese persönliche und gemeinsame lebenslange Sekunden(!)-Aufgabe – in jeder Generation !!! – nehmen? Ich versuche sie von G"TT unserem VATER zu erbitten – durch JESUS CHRISTUS im HEILIGEN GEIST/ATEMHAUCH.
Ja, es gibt wahrlich leichtere Aufgaben, als zu versuchen selber eine persönliche Neuauflage der Menschseins zu werden, zu sein!
Euer Bruder als Mensch (& vielleicht auch in JESUS CHRISTUS)
+ Franz Scharl, WB
Bischof Manfred Scheuer
Präsident von Pax Christi Österreich
Unsere Welt erfand Methoden der millionenfachen Ermordung. Es wird deutlich dass viele Lebensformen der übertechnisierten Welt, massenhafte Phänomene und das Streben nach einer "grenzenlosen" eigenen Sicherheit ins Mörderische führen können.
In einer Spiritualität des Friedens geht es zunächst um eine Abrüstung des Denkens und der Sprache. Da sollen eigene Verfolgungsängste und Hassgefühle aufgearbeitet, Feindbilder abgebaut und Vorurteile hinterfragt werden. Für manche ist alles, was im Gegensatz zum Eigenen, Nahen, Bekannten, Gewohnten und Vertrauten steht, nicht geheuer und wird als Bedrohung erfahren. Eine Sperrhaltung gegen alles Fremde, grundsätzliches Misstrauen, eine grundsätzliche Abwehrreaktion sind die Konsequenz: In Verhärtungen oder auch in Blockbildungen findet das Individuum nicht sein Heil. Menschliche Identität gelingt nicht in der Gettoisierung oder in einer Festung, nicht durch kämpferische Selbstverteidigung oder Totalbewaffnung.
Eine Spiritualität des Friedens muss an die Wurzeln von Konflikten und Kriegen gehen. An der Wurzel von Terror und Barbarei stand nicht selten die Anmaßung absoluter Macht über Leben und Tod, stand die Verachtung von Menschen, in der Nazizeit die Verachtung von Behinderten und Zigeunern, die Verachtung von politischen Gegnern, die Verachtung von Traditionen, die im jüdischen Volk lebten und leben, die Verachtung der ,anderen'.
Weltweit gibt es gegenwärtig immer noch rund 20.000 Nuklearwaffen, für deren Instandhaltung und Modernisierung jährlich insgesamt 100 Milliarden Euro ausgegeben werden. Das Ziel muss eine Vernichtung sämtlicher Nuklearwaffen sein. Nur so kann es einen wirklichen Frieden geben. Die katholische Kirche hat auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 - 1965) jeglichen Einsatz von Nuklearwaffen als "Verbrechen gegen Gott und den Menschen" verurteilt (GS 80).
Kardinal Dr. Christoph Schönborn
Erzbischof von Wien
Das jährliche Hiroshima-Gedenken am 6. August erinnert uns daran, dass auch 66 Jahre nach dem ersten Abwurf einer Atombombe die atomare Bedrohung nichts von ihrem Schrecken verloren hat. Ganz im Gegenteil. Die Katastrophe von Fukushima hat uns vor Augen geführt, dass auch die friedliche Nutzung der Atomkraft letztlich nicht beherrschbar ist und fruchtbare Zerstörungen auf unabsehbare Zeit anrichten kann.
Selbst wenn nun in manchen Ländern Europas ein Umdenken bzw. ein Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomkraft eingesetzt hat, bleibt im militärischen Bereich vieles unverändert. Noch immer wachsen die Rüstungsausgaben der Atomwaffenstaaten und gehören zum festen Bestandteil der heutigen Machtpolitik.
Die Menschheit hofft aber auf ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung und deshalb müssen wir all jene Kräfte unterstützen, die sich gegen Krieg und atomare Bedrohung richten.
Mit meinen besten Grüßen und Segenswünschen
Ihr Christoph Kardinal Schönborn
Dr. Alois Schwarz
Diözesanbischof, Diözese Gurk-Klagenfurt
Der diesjährige Hiroshima-Tag erinnert uns nicht nur an die Atombombenkatastrophe im Jahre 1945 in Hiroshima und Nagasaki und an die Tatsache, dass die Bedrohung durch atomare Aufrüstung und Kernwaffen weltweit aktuell und gegenwärtig ist.
Die Nuklearkatastrophe von Fukushima, die mit dem verheerenden Erdbeben am 11. März 2011 begann, mag zwar inzwischen im öffentlichen Bewusstsein verdrängt und in den Medien „abgehandelt“ und „erledigt“ worden sein. Umso wichtiger ist es, mit einer wachsamen Erinnerungs- und Gedenkkultur unverzagt die verheerenden Gefahren und Folgen sowohl der militärischen wie auch der wirtschaftlichen Nutzung der Atomenergie zu Bewusstsein zu bringen und zwar so, dass damit nicht nachträgliche „Politik mit dem Elend“ gemacht wird.
Fukushima, japanisch „Glücksinsel“, wurde wie Hiroshima und Nagasaki und auch Tschernobyl zum erschütternden Symbol dafür, dass der so genannte „friedliche“ wie auch der bewusst militärische Einsatz der Atomenergie auf unfassbare Weise der Kontrolle des Menschen entgleiten können. Denn die mit der Nutzung der Atomenergie verbundene „Glückserwartung“ ist in den meisten bekannten Krisenfällen oft in das Gegenteil umgeschlagen und hat im Blick auf die Folgen eine „negative Nachhaltigkeit“ für die Natur und Umwelt bewirkt, die Menschen, Tiere, die Umwelt, das Biosystem vernichteten und auch auf lange Zeit hin belasten werden.
Als Referatsbischof der Österreichischen Bischofskonferenz für Umwelt und Wirtschaft unterstütze ich mit diesem Grußwort die diesjährige Hiroshima-Veranstaltung der Hiroshima-Gruppe Wien und die Wiener Friedensbewegung.
Dr. Ludwig Schwarz SDB
Bischof von Linz
Heuer kommt mir zum Gedenktag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – wie gewiss vielen anderen auch – vor allem der verheerende Unfall im AKW-Fukushima in den Sinn. Wieder ist über Millionen von Menschen durch atomare Verstrahlung infolge einer Reaktorkatastrophe unfassbares Leid gekommen. 25 Jahre nach Tschernobyl hat sich augenscheinlich nicht viel geändert. Eine mächtige Atom-Lobby nimmt Katastrophen dieser Art in Kauf. Sie zieht das Leid unzähliger Menschen – die Verseuchung der Natur, die Vertreibung aus der Heimat, Krankheit und Tod von Betroffenen und Mitarbeitern – ins Kalkül. Und letztendlich wird auch nicht der Verursacher eine finanzielle Schadenswiedergutmachung bewältigen können, nein, es wird der Staat einspringen – d.h. die ohnehin schon betroffene Bevölkerung wird zur Kasse gebeten.
Einige Länder wie unser Nachbar Deutschland denken inzwischen um, und das ist wirklich erfreulich. Nicht wenige halten aber starr und stur an ihren AKWs fest. Die Atomenergie hat Risken, und diese haben todbringende Folgen, wie die Menschen in Japan es heuer – und noch unzählige Jahre in die Zukunft hinein – erleben müssen. Bis heute nicht geklärt ist auch die Frage der Endlagerung des radioaktiven Abfalls.
So gilt es weiter Druck zu machen – für eine gesunde Umwelt, für die Sicherheit und das Leben von uns Menschen.
Wenn nun schon von der „friedlichen“ Atomenergie so viel konkrete Bedrohung ausgeht, wie viel mehr dann noch von Tausenden von Atomsprengköpfen. Die Aufrüstung der Waffen schreitet ständig voran. Ich frage: Zum Wohle der Menschen? Staaten wissen nicht wie sie ihre Schuldenlöcher stopfen, sie gehen immer mehr zurück mit sozialen, solidarischen Leistungen, doch für Waffen findet sich anscheinend immer wieder genug Geld in den maroden Kassen. Menschen werden letztendlich jedoch nicht geschützt durch Waffen, sondern durch die Achtung ihrer Würde und soziale Gerechtigkeit – hier bei uns wie weltweit.
Gegen den Atom-Wahn müssen wir immer wieder aufbegehren, uns immer wieder Gehör verschaffen. Als Mensch, der an den Gott des Lebens und des Friedens glaubt, fordere ich mit Ihnen: Nie mehr wieder Hiroshima und Nagasaki, nie mehr wieder Fukushima!
Kaplan Franz Sieder
Katholischer Priester und Friedensaktivist
Offener Brief an Präsident Obama
Sehr geehrter Herr Präsident!
Ich möchte Ihnen schreiben anlässlich des Hiroshimatags 2011. Am 6. August sind es 66 Jahre seit einer Ihrer Vorgänger, nämlich Präsident Truman, den Auftrag gegeben hat, die erste Atombombe über Hiroshima abzuwerfen. Nachdem er erfahren hat, dass es durch diesen Atombombenabwurf 150.000 Tote gegeben hab, schreckte er nicht zurück, drei Tage später, die nächste Atombombe über Nagasaki abwerfen zu lassen. Für mich gehört mit dieser Tat Präsident Truman zu den größten Verbrechern der Menschheit. Ich schrecke nicht davor zurück, ihn in die gleiche Reihe wie Hitler und Stalin zu stellen.
Herr Präsident, so viel ich weiß, hat sich die Administration der USA noch nie für dieses historische Verbrechen entschuldigt. Ich möchte Sie daher bitten, dass Sie als Präsident im Namen Ihres Volkes eine offizielle Entschuldigung gegenüber Japan aussprechen und Sie sich damit auch klar von diesem Verbrechen distanzieren.
Herr Präsident, ich habe in Sie große Hoffnung gesetzt, weil sie vor Ihrer Wahl bei einer Rede in Berlin erklärt haben, dass Sie alles tun werden, um eine atomwaffenfreie Welt herbeizuführen. Ihre erste Regierungszeit geht bald zu Ende und ich sehe bei Ihnen noch keine großen Anstrengungen, um die Atomwaffen der USA zu vernichten. Gerade jetzt, wo sich Ihr Land in einer finanziell schwierigen Situation befindet, wäre es sinnvoll, in erster Linie bei der Rüstung zu sparen und da bei den Atombomben anzufangen. Für mich signalisiert der Besitz von Atombomben die Bereitschaft zum millionenfachen Mord. Auch wenn der Verzicht auf Atomwaffen für die USA zuerst einseitig sein sollte, dann ist das nicht unvernünftig und würde das Prestige der USA in der Welt nicht schmälern. Das Gegenteil ist der Fall. Die ganze Welt würde die USA bewundern und die anderen Atommächte würden nachziehen und auch ihre Waffen vernichten.
Herr Präsident, Sie sind, soviel ich weiß, ein gläubiger Christ. Sie wissen, dass die Botschaft des christlichen Glaubens das Töten verbietet. Unser Glaube sagt uns auch, dass wir Gott mehr vertrauen sollen als den alles zerstörenden Atomwaffen. Ich möchte daher einen Satz eines Ihrer Vorgänger schreiben, des Präsidenten John F. Kennedy: „Nur miteinander können wir die Welt retten oder miteinander werden wir in den Flammen ihres Brandes untergehen. Aber retten können wir sie und retten müssen wir sie – und damit werden wir uns den ewigen Dank der Menschheit verdienen und als Friedenstifter den ewigen Segen Gottes.“
Herr Präsident, ich wünsche Ihnen eine zweite Amtszeit und hoffe, dass es Ihnen gelingt, in dieser zweiten Amtszeit Ihr Versprechen von einer atomwaffenfreien Welt einzulösen.
Metropolit Erzbischof Dr. Michael Staikos
Atom: Neue Chancen – alte Gefahren.
Ein Atomschlag hat Teile Japans heimgesucht. Die Folgen sind weltweit nicht abzusehen. Neue Gefahren – ausgelöst durch geologische Gegebenheiten können jederzeit wieder auftreten. Ein wirtschaftlich großes, völkerreiches Land hat – falsch – auf Atom gesetzt. Japan und der gesamten Region wurde großer Schaden zugefügt.
Lage und Situation in unserer Nachbarschaft sind gespalten, neue, keineswegs erfreuliche Entwicklungen kündigen sich an. Wir alle hoffen sehr, dass im Blick auf die Zukunft die Vernunft siegen wird. Wir alle aber hoffen sehr konkret – im Blick auf die Bundesrepublik Deutschland – dass es zur Abschaltung weiterer älterer Atomkraftwerke kommen wird. Auch in unserer Heimat sollte man der Kennzeichnung von „Atomstrom“ in naher Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken Wir wünschen dies umso mehr, weil wir uns der Bewahrung der Schöpfung mit Nachdruck verpflichtet fühlen.
Die Tragödie von Tschernobyl, den Jahrestag haben wir vor kurzem begangen, sollten wir nach wie vor Aufmerksamkeit schenken. Ausmaß und Folgen für die nächsten Generationen sind nach wie vor zu wenig glaubhaft erforscht. Die Gefahr ist groß, dass man zur Tagesordnung übergeht.
Noch geschieht zu wenig, neue Energiequellen zu erforschen und auch gezielt einzusetzen. Noch ist nicht klar, welchen Weg die Politik wirklich einschlagen wird. Das wachsame Gewissen verpflichtet uns, aktiv zu werden und einen echten Richtungswechsel als mündige Bürger zu erzwingen. Wir Christen unterschiedlicher Konfession lesen, meditieren täglich die Bibel. Dort lesen wir unter anderem: „Seid klug.“ Und dieser Klugheit fühlen wir uns verpflichtet.
Leider mussten wir aus Platzgründen sehr gute Texte löschen (very sorry!) – es ist interessant, auf www.hiroshima.at die Grußadressen zu lesen.
BEITRAG DER VIDA,
die uns dieses Informationsblatt kopiert hat:
Grußbotschaft der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida zum Hiroshima-Gedenktag 2011
In den frühen Morgenstunden des 6. Augusts kommen jedes Jahr Tausende Menschen in Hiroshima zusammen, um in friedlichem Schweigen an die Opfern des ersten Atombombenabwurfs zu erinnern und das Gedenken an Freunde, Verwandte, aber auch an Unbekannte am Leben zu halten. Um 8.15 Uhr Ortszeit haben die Amerikaner an diesem Tag im Jahr 1945 – kurz vor dem Ende des 2. Weltkriegs – erstmals das gewaltige und alles zerstörende Inferno einer Atombombe über der westjapanischen Stadt entfacht. Mit den Menschen in Hiroshima mahnen im stillen Gedenken alljährlich gemeinsam viele hunderttausende Menschen in zahlreichen Orten und Städten auf der ganzen Welt.
Am 9. August wurde von den USA über der japanischen Stadt Nagasaki eine weitere Atombombe abgeworfen. Kurz darauf war der Krieg im Pazifikraum zwar beendet. Der hohe Preis dafür waren aber geschätzte 210.000 Menschenleben, die durch die alles vernichtende Gewalt dieser beiden Bomben sofort ausgelöscht wurden. Tausende starben und sterben noch heute an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung, die teils unheilbare schwere Krankheiten ausgelöst hat.
Durch die Erdbeben- und Flutkatastrophe in Japan, die heuer auch zu schweren Schäden an Atomkraftwerken, zum massiven Austritt von lebensbedrohender Radioaktivität und zu weltweiter Besorgnis geführt hat, kommt dem Gedenken an Hiroshima und Nagasaki in diesem Jahr eine noch viel größere Bedeutung zu. Das Unglück hat uns leider bereits zum wiederholten Male schmerzvoll vor Augen geführt, dass die Atomkraft auch bei friedlicher Nutzung zur Energiegewinnung nicht zu 100 Prozent sicher von Menschenhand beherrscht werden kann. Sicherheit vor der tödlichen Kraft radioaktiver Strahlung kann uns Menschen nur ein gänzlicher Verzicht auf die Nutzung der Atomkraft und die Abrüstung aller Nuklearwaffenarsenale auf der Erde gewährleisten – es ist hoch an der Zeit, dass die Menschen dies endlich aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen und auch entsprechend handeln.
Aus diesem Grund unterstützen wir als Gewerkschaft auch die hohen Ideale der weltweiten Friedensbewegung gegen Krieg und Atomwaffen und schließe uns auch der Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomenergie an. Als euer Verbündeter wünschen wir zum Hiroshima-Gedenktag herzlich alles Gute und wünschen euch bei eurer unverzichtbaren Überzeugungsarbeit und Bewusstseinsbildung für den Frieden auch in Zukunft weiterhin viel Erfolg.
Rudolf Kaske
vida-Vorsitzender
Wir danken der Gewerkschaft vida für den Druck dieser Ausgabe des Informationsblattes der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung!!!
TERMINE UND KURZMELDUNGEN:
Buchtipp: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg.)
Zeitenwende in der arabischen Welt
Welche Antwort findet Europa?
Die AutorInnen gehen der Frage nach, welche Folgen die Revolutionen im arabischen Raum für Europa und die Welt haben. Dabei steht die Bedeutung des arabischen Raums als wichtiger Öl-Lieferant der Industrienationen ebenso zur Diskussion wie die geostrategischen Erwägungen hinsichtlich der militärischen Kräfteverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten
Dieses Buch ist eine Dokumentation der heurigen Sommerakademie der Friedensburg Schlaining. Weitere Infos über das Buch und die Sommerakademien (auch mit vielen Fotos) findet man/frau auf der Homepage des Friedensforschungsinstitutes Schlaining
http://www.aspr.ac.at
Werte haben einen Namen
Mit einem Wertekatalog stellt die KAB der Diözese St. Pölten Menschen mit ihren Bedürfnissen und Sehnsüchten in den Mittelpunkt und macht sich für alle stark, die in der Arbeit unter Druck geraten oder vom Erwerbsleben ausgeschlossen sind. 13 Werte wie beispielsweise Solidarität, Gerechtigkeit, Zivilcourage oder Nachhaltigkeit sollen an Hand einzelner anschaulich aufbereiteter Katalogtafeln für das persönliche Leben als auch für die betriebliche und gesellschaftliche Ebene erfahrbar gemacht werden. Werte sollen kein leere Worthülse bleiben. Der Katalog fordert: die Wirtschaft soll dem Menschen dienen. Die Leserinnen und Leser sollen ihr konkretes Arbeitsleben analysieren und im Geist des Evangeliums und der kath. Soziallehre mögliche Konfliktfelder erkennen und zu notwendige Veränderungsschritten ermuntert werden. Bestellungen: Kaplan Franz Sieder, Dammstr. 36 A-3300 Amstetten
Ökumenische Gottesdienste im Karl-Marx-Hof
finden jeweils um 10.00 Uhr in den Räumen des PensionistInnenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: So., 11. Sep., So., 9. Okt., So. 6. Nov. und So., 27. Nov.
Friedensinitiative 22
Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft sich die FI22 (Wien-Donaustadt) um 19.00 Uhr in der Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße 2 (U1 Kaisermühlen - VIC):
Dienstag, 13. Sep.: Maga. Mirela Meric (Caritas): Neues Fremdengesetz – neue Schikanen
Dienstag, 11. Okt.: Dra. Claudia Mayerhofer (Völkerkundlerin): Roma und Sinti – von gestern bis heute (im Rahmen der Rassismusfreien Zonen)
Dienstag, 8. Nov.: DDr. Josef Baum Von AKWs bis Atomwaffen – Kernenergie Gefahren und Alternativen
Dienstag, 13. Dez.: Manfred Sauer (OMEGA): Das Bundesheer zwischen neuer Verteidigungsdoktrin und Battlegroups
Friedensgebet der Religionen
am 11. September (Jahrestag der Anschläge) um 11.00 Uhr am Pfarrplatz Krems (vor dem Rathaus): Gedenken an die Opfer von Gewalt, Terror und Kriegen, Friedensgebet der hinduistischen, buddhistischen, jüdischen, christlichen, muslimischen und sikhistischen Traditionen, Prozession durch Krems zum „Bienenpark“, rituelle Pflanzung eines „Baumes des Friedens“, gemeinsame Agape
ACUS-Bundeskongress „Werte haben Namen“
mit Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka, Dr. Kuno Füssel (Theologe), Dr. Susanne Scholl (Lesung aus ihrem Buch „Allein zu Hause“), Günter Kräuter, Karin Scheele, Anna Wall-Strasser am Freitag, 16. September (ab 14.00 Uhr Generalversammlung, ab 15.00 Uhr Kongress) und am Samstag, 17. September (ab 9.00 Uhr) im Renner-Institut, Gartenhotel Altmannsdorf, Infos und Anmeldung: www.acus.at Richard Schadauer, 1150 Wien, Meiselstraße 8/3/37, e-mail: richard.schadauer@aon.at
Remapping Palestine - Symposium: 19. bis 21. Oktober 2011
U.a. mit: Ilan Pappé, Salman Abu Sitta, Joseph Massad, Viktoria Waltz
Podiumsdiskussionen, Workshops, Ausstellung, Konzert
Ort: Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Mit dem Symposium „Remapping Palestine“ setzt der Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiativen die Veranstaltungsreihe zum israelisch-palästinensischen Konflikt fort und lädt israelische, arabische und europäische WissenschafterInnen und NGO-AktivistInnen ein, die Auseinandersetzung zu den historischen und geographischen Entwicklungen und deren aktuelle Implikationen und Perspektiven im Nahost-Konflikt zu diskutieren und zu vertiefen. Wesentliche Themen sind dabei unter anderem: die historischen Linien und Strukturen des Konflikts in Israel/Palästina; die gegenwärtige Situation in den besetzten Gebieten, insbesondere in der Westbank; die Rezeption des israelisch-palästinensischen Konflikt im Westen; die aktuelle GeldgeberInnenpolitik und die Perspektiven einer gerechten und dauerhaften Friedenslösung in Palästina/Israel. Detailliertes Programm unter www.dar-al-janub.net
Versöhnungsbund-Solidaritätsreise nach Kolumbien
Vom 4. - 19. Februar 2012 findet die zweite Solidaritäts- und Studienreise des Versöhnungsbundes nach Kolumbien statt. Sie bietet die Möglichkeit, dieses Land jenseits touristischer Wege näher kennenzulernen. Höhepunkt wird der Besuch der Friedensgemeinde San José de Apartadó sein, mit der sich der Versöhnungsbund durch seine internationale Friedenspräsenz ganz besonders verbunden fühlt. Infos: www.versoehnungsbund.at
Katholisches Bildungswerk St. Nepomuk
1020 Wien, Rotensterng. 33-35, U1 Nestroyplatz, Ausgang Rotensterngasse, jeweils um 19.30 Uhr im Nepomuk-Saal
Mi., 21. Sep., 19.30 Uhr, Kann man BIO noch vertrauen? Biologischer Landbau oder Gen-Technologie, MR Dipl.-Ing. Alois Posch, Lebensministerium
Mi., 19. Okt., 19.30 Uhr, Der Christ und das Leid – und wie steht Gott dazu? Em. Weihbischof DDr. Helmut Krätzl
Mittwoch, 23. Nov., 19.30 Uhr, Die Arabische Welt im Umbruch – eine Einschätzung, Fritz Edlinger, Generalsekretär GÖAB
Infos: www.pfarre-nepomuk.at
KAB Vesper
Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.
Termine „Wir sind Kirche“
Sa., 10. Sep., 19.00 Uhr, Theaterabend „Die amerikanische Päpstin“, Theatersaal der Pfarre Namen Jesu, 1120 Wien, Schedifkaplatz 3, Eingang Darnautgasse
So, 19. Sep., 15.00 Uhr, Lainzer Kreis; Professor Georg Kraus: Keine Ungleichheit aufgrund von Geschlecht (Lumen gentium 32): Frauenordination - gerecht und notwendig“, Kardinal-König-Haus, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)
Do., 22. September, 19.30 Uhr, Donnerstagsgebet für die Erneuerung der Kirche, Pfarrkirche St. Anna, Pregarten (OÖ)
Infos: http://www.wir-sind-kirche.at
Evangelische Akademie
Mittwoch, 21. Sep., 19.00 Uhr, „Mir san mir – Konzepte eines neuen Wir“ mit Sandra Frauenberger (amtsführende Wiener Stadträtin für Integration), NN (Teamkoordination von Wohnpartner), Manuela Kalsky (Dominikanisches Studienzentrum für Theologie und Gesellschaft, Nijmegen), Alev Korun (Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat)
Albert Schweitzer-Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13.
Friedensradfahrt
Am 2. September 2011, startete die vom Internationalen Versöhnungsbund und von Sepp Gruber von der Betriebsseelsorge Traisental organisierte Friedensradfahrt nach/in Bosnien-Herzegowina am Albertina-Platz in Wien. Als Höhepunkt und Abschluss der Fahrt steht am 21. September die Teilnahme an den Veranstaltungen zum Internationalen Friedenstag der Vereinten Nationen in Sarajewo auf dem Programm.
BITTE UM SPENDEN
an Konto 040-32-675, Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111,
Christen f. d. Friedensbewegung
Die Kosten stiegen und steigen und ….
Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!
E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at
Friedensbüro: pax.vienna@chello.at
Impressum: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung", ZVR-Zahl 223988557, alle: 1170 Wien, Rosensteingasse 69/6. Gestaltung dieser Ausgabe: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler. Druck: Gewerkschaft vida, 1020 Wien, Johann-Böhm-Platz.
Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: EigentümerIn: 100 % Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung". Blattlinie: Die Zeitung ist Organ des oben genannten Vereines. Sie tritt in ihren Artikeln für Frieden, Abrüstung, Völkerverständigung und soziale Gerechtigkeit ein. Diese Zeitschrift ist eine Plattform für den Dialog zu aktuellen Fragen der Friedenspolitik.
Das „Informationsblatt der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung“ erscheint in Zukunft unter dem Zeitungstitel „Betrifft Frieden“ – Redaktion und Adressverwaltung bleiben eigenständig.
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