2010-4-okt 2010

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INFORMATIONSBLATT

der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 4/2010

 

Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,

 

das nächste Treffen findet am

 

Sonntag, dem 17. Oktober 2010 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,

1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)

 

statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist die Diskussion mit Univ.-Prof. Dr. Otmar Höll zur „Entwicklung der Vereinten Nationen (UNO) und die Möglichkeiten der Zivilgesellschaft“.

 

Infos im Internet: www.friedenschristen.at.tf    www.friedenschristinnen.at.tf

 

Aus dem Inhalt:

Christliche Grußadressen zum Hiroshimatag

Dechant Dr. Ndubueze Fabian Mmagu: Engagement der Christinnen und Christen gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen

Kaplan Franz Sieder: Evangelium aus der Perspektive der Arbeitswelt

Landessuperintendent Thomas Hennefeld: "Kurzsichtige Politik macht Israel nicht sicherer"

Wiener Friedensbewegung zum UN-Weltfriedenstag

 

Wir danken der Gewerkschaft vida für den Druck dieser Ausgabe des Informationsblattes der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung!!!

 

 

 

Christliche Grußadressen zum Hiroshima-Tag 2010

Die Aktionen der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien wurden auch heuer wieder mit zahlreichen Grußadressen unterstützt. Aus Platzgründen kann leider nur ein kleiner Teil veröffentlicht werden.

Alle Grußadressen sind unter www.hiroshima.at veröffentlicht.

 

 

AKTION KRITISCHES CHRISTENTUM (AKC)

 

Auch 65 Jahre nach dem Abwurf der beiden ersten Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki liegt die Vision einer atomwaffenfreien Welt nach wie vor in weiter Ferne. Die Hoffnung, dass die Überprüfungskonferenz zum Nichtweiterverbreitungsvertrag im Mai 2010 zu substanziellen Fortschritten bei der atomaren Rüstung führen könnte, hat sich leider nicht erfüllt. Nach wie vor kommen die traditionellen Atomwaffenmächte – allen voran die USA und Russland – ihren vor 40 Jahren gegebenen Abrüstungs-Versprechungen nicht nach. Und nach wie vor gibt es "neue" Atomwaffenstaaten, die sich jeglicher internationaler Kontrolle entziehen und den Nichtweiterverbreitungsvertrag nicht einmal unterzeichnet haben, vor allem Pakistan, Indien und Israel.

 

Angesichts dieser Situation ist das jährliche Hiroshima- und Nagasaki-Gedenken der Friedensbewegung eine notwendige Mahnung. So lange es Atomwaffen gibt, stellen sie eine Bedrohung für die Menschheit dar. Deshalb bleibt die Forderung nach Reduzierung und Abschaffung von Atomwaffen, das Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt nach wie vor aktuell.

 

Dr. Erwin Bader

Ao. Univ.-Prof. i. R.

 

Atomwaffen bringen keinen Frieden, sondern Gefahren!

 

Zu Ende des Zweiten Weltkriegs fielen die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki. Danach begann ein atomares Wettrüsten. Warschauer Pakt und NATO sahen die Aufrüstung der Gegenseite jeweils als Legitimation ihrer eigenen Rüstung an, was zu einer Rüstungsspirale führte. Es herrschte die fragwürdige Auffassung, die atomare Abschreckung fördere über Umwege den Weltfrieden. Der Kalte Krieg war die fortdauernde Gefahr, dass ein kleiner Auslöser einen Atomkrieg entzünden könnte, und die Diplomatie versuchte das Aufflammen eines solchen Funkens zu verhindern. Im Gegensatz zur umstrittenen Doktrin eines Friedens durch atomare Abschreckung tobten viele konventionelle Kriege auf der Erde. Der Kalte Krieg ist seit einem Jahrzehnt zu Ende und auch in unserer Zeit gibt es etwa doppelt so viele Kriege pro Jahr wie im ersten Nachkriegsjahrzehnt. Die Atomwaffen sind als schwere Altlast des Kalten Krieges übrig geblieben und stellen weiterhin eine große Gefahr dar. Nun versuchen sogar nach und nach weitere Staaten in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen, und die Gefahr, dass solche in die Hände von Terror- und Verbrecherorganisationen gelangen, ist nicht zu unterschätzen. Die vorherrschende öffentliche Meinung der Welt betrachtet die Atomwaffen heute nicht mehr als Mittel zur Herstellung eines zweifelhaften „Friedens durch Abschreckung“, sondern nur noch die drohende Gefahr eines Atomkrieges.

 

Atomwaffen sind obsolet und sollen schneller entsorgt werden.

Nie wieder Hiroshima!

 

 

Dr. Herbert Berger

 

Es ist gut und notwendig, dass wir alle gemeinsam die Vision einer atomwaffenfreien Welt immer wieder einfordern. Gerade heute, da wir in einer Welt leben, wo die Konflikte nicht ab, sondern zunehmen, muss immer mehr bewusst gemacht werden, dass speziell diese Massenvernichtungswaffen weltweit geächtet und vernichtet werden müssen. Die Weltgemeinschaft steht vor großen Krisen, deren Entschärfung und Bewältigung unsicher ist. Denken wir an die Frage der Ernährungssicherheit, an den Zugang zu sauberem Wasser, an die Folgen des Klimawandels, an die Energieknappheit und an die zunehmenden sozialen Unterschiede und die daraus resultierenden Spannungen.

 

Je akuter diese Krisen werden, je stärker die Spannungen, je intensiver die Konflikte, desto notwendiger ist es, dass wir die todbringenden Waffen beiseitelegen, insbesondere die Atomwaffen, um im Dialog Auswege und Lösungen zu finden.

 

Felix M. Bertram

Pax Christi International

 

Zunächst möchte ich den Veranstaltern des jährlichen Gedenkens der Ereignisse in Hiroshima und Nagasaki für ihren unermüdlichen Einsatz und Durchhaltevermögen aufrichtig danken.

 

Schon mehrmals habe ich als Zeitzeuge des letzten Weltkrieges und zu den mit diesem verbundenen menschenverachtenden Brutalitäten, sinnlosen Zerstörungen Stellung bezogen. So kann ich mich nur wiederholen. Das möchte ich nun in Kürze und aller Deutlichkeit tun: KRIEG IST UND BLEIBT DAS GRÖSSTE ÜBEL ALLER ÜBEL!

 

Hiroshima und Nagasaki wurden zum Mahnmal nicht nur für unsere Generation, sondern auch für jene, denen die Gnade zu Teil wurde, ein solches Geschehen nicht selbst erlebt haben zu müssen. Die Abwürfe der ersten beiden Atombomben, eines der grausamsten Instrumente militärischer Gewalt, haben den Krieg an sich „ad absurdum“ geführt. Hiroshima und Nagasaki sind der überzeugende Beweis dafür und dürfen daher niemals vergessen werden.

 

Aufgrund dieser Erkenntnis ist es heute notwendiger denn je geworden, den Krieg als solchen weltweit für immer zu bannen. Es mag derzeit noch utopisch klingen, aber sobald militärische Auseinandersetzungen völkerrechtlich für immer verboten sein werden, ergäbe sich von selbst, dass jede Art von Massenvernichtungswaffen obsolet und hinfällig werden müsste.

 

Was wir angesichts der Vielschichtigkeit unserer gegenwärtigen globalen Probleme dringend brauchen, ist eine massenvernichtungswaffenfreie und militärlose Welt. Eine solche wäre die Voraussetzung, die jetzigen Krisen-, Umwelt- und Klimaprobleme in den Griff zu bekommen und einer Lösung zuzuführen. Die erforderlichen finanziellen Mittel stünden dadurch zur Verfügung und könnten zur Behebung der genannten Existenzfragen realpolitisch die Umsetzung ermöglichen.

 

Hätte man die Milliardenbeträge, die in den letzten Jahrzehnten allgemein für atomare Sprengköpfe bzw. Arsenale, für Aufrüstung und geführte Kriege aufgewendet wurden, für eine friedliche Entwicklung auf unserem Erdball eingesetzt, wo könnte heute die Menschheit stehen?

 

Sicherlich hätten wir nicht das Paradies auf Erden, aber eine lebenswerte Welt, in welcher für alle ein bescheidener Wohlstand möglich wäre. Probleme wie Umwelt, Klima, nachhaltige Energien könnten gelöst sein. Die Sonne würde wahrscheinlich bereits für alle zum Gedeihen, zur Erholung, zum Leben-können ihren nachhaltigen Energiebeitrag – und das dazu noch gratis – liefern.

 

Voraussetzung und Bedingung wären jedoch, dass ein jeder zunächst bei sich selbst anfängt: den gewählten Politikern Mut zu machen, sich bei jeder gegebenen Möglichkeit – wie bereits angeführt – einzusetzen. Für das eigene Verhalten müsste klar werden, dass es hier um Grundprinzipien geht:

 

An Stelle von Gewalt bedarf es des permanenten Dialogs, um den anderen verstehen, besser begreifen zu können und den Weg zur Mitte, zur Synthese zu finden.

Abrücken von einer egomanen Gesellschaft bzw. Verhalten zu einer gelebten, globalen Solidarität;

grundsätzliche Bereitschaft mit anderen zu teilen, sich einzusetzen für eine gerechte Verteilung lebenswichtiger Güter an alle.

 

Ein solches Konzept würde es ermöglichen für alle einen bescheidenen Wohlstand sowie eine lebenswerte Umwelt zumeist sicher zu stellen. Unsere Welt schmilzt von Tag zu Tag enger zusammen. Computer und Internet beschleunigen diesen Vorgang. Die Entwicklung selbst ist nicht mehr umkehrbar. Das bedeutet: der jeweilige nationale Staat wird immer mehr zu einer Wohngemeinschaft im großen Gebäude Weltgesellschaft.

 

Mit anderen Worten: Niemand, kein Staat kann sich mehr, wirtschaftsverflochten, internetbedingt und in Anerkennung der Menschenrechte dieser globalen Realität verweigern, weil er bereits durch die Wirklichkeit gewordene Verflechtung für dieses gemeinsame Haus und seinen Zustand mitverantwortlich geworden ist.

 

Hiroshima und Nagasaki bleiben eine kategorische Mahnung, endlich weltpolitisch jene Wege einzuschlagen, die Voraussetzung sind, ein friedliches Miteinander aller Menschen zu begründen.

 

Langfristig gibt es nur eine Alternative. Eine Alternative als einmalige Chance, aber sie muss erkannt und begriffen werden. Jeder von uns ist aufgerufen, bei der Meinungsbildung innerhalb seiner unmittelbaren Umgebung seinen Beitrag einzubringen. Alles andere würde unweigerlich in die Katastrophe des Untergangs führen. Hiroshima und Nagasaki sind schlicht und einfach das Lehrbeispiel für eine solche Befürchtung.

 

In diesem Sinne möchte ich nochmals den österreichischen Veranstaltern dieses Gedenktages den besonderen Dank für ihr seit Jahrzehnten erbrachten Bemühungen im Namen von Pax Christi International und Pax Christi Österreich übermitteln.

 

Wir befinden uns alle im gleichen Boot in der Hoffnung, dass immer mehr Weltbürger erkennen, wie unser Schiff zu steuern ist, um den sicheren Hafen zu erreichen: einen sicheren Hafen, der Ausgangspunkt wird, eine allgemein lebenswerte Welt zu schaffen und abzusichern.

 

P. Herwig Büchele SJ

 

Ich darf mich zu diesem Gedenktag mit einem Wort Mahatma Gandhis Ihrem Engagement anschließen:

 

"Keine große, weit reichende Bewegung lässt sich ohne Risiken zum Ziel führen, und ein Leben ist nicht lebenswert, wenn ihm Wagnisse und Gefahren erspart bleiben. Zeigt uns nicht die Weltgeschichte, dass es die großen Wagnisse waren, die dem Leben Reiz und Poesie verleihen? Es ist ein Zeichen von Degeneration, wenn herausragende Menschen, Stützen der Gesellschaft, fassungslos die Hände ringen, kaum dass sich eine Gefahr auch nur von ferne zeigt".

 

 

Bischof Dr. Michael Bünker

Evangelische Kirche A.B.

 

“Now is the time“ – mit diesen Worten beginnen die britischen Kirchen ihren Aufruf mit dem Ziel eines weltweiten Abkommens, das den Besitz von Atomwaffen für illegal erklärt. Die Kirchen stellen fest: “Now is the time for governments to make the use or possession of nuclear weapons illegal through a new Nuclear Weapons Convention”. Gefordert wird ein neues, bindendes, überprüfbares und allgemeines Abkommen zur Abrüstung sämtlicher Atomwaffen. Diese Initiative wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen (Genf) unterstützt.

 

Der neue START Vertrag, der am 8. April 2010 in Prag von den Präsidenten Obama und Medwedew unterzeichnet wurde und die 8. Überprüfungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag von Atomwaffen (NPT), die im Mai 2010 in New York stattfand, lassen Zweifel aufkommen, ob das Ziel einer atomwaffenfreien Welt von den politisch Verantwortlichen zügig verfolgt wird. Besonders die fünf Atommächte USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland stehen auf der Bremse. Dazu kommt die ungeklärte Situation in Bezug auf den Iran und Nordkorea.

 

Es braucht den verstärkten Druck von Kirchen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, damit Bewegung in die festgefahrenen Positionen kommt. Das jährliche Erinnern an die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und das Gedenken an die hunderttausenden Toten machen es zur Pflicht, dass in diesem Bemühen nicht nachgelassen wird. Now ist the time!

 

Prof. Dr. Ulrich Duchrow

 

Diesmal möchte ich Euch nicht ein persönliches Grußwort schicken, sondern eine gemeinsame Erklärung des Ökumenischen Netzes in Deutschland (ÖNiD) für den Abschluss der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt, an der ich mitgearbeitet habe.

 

Mit herzlichen Wünschen für ein gutes Gelingen Eurer Aktion und Dank für Euer hartnäckiges Eintreten für die Abschaffung aller Atomwaffen.

 

Ökumenische Erklärung:  Leben in gerechtem Frieden

 

7. Gott wird durch Massenvernichtungsmittel gelästert

 

Wir glauben, dass Massenvernichtungsmittel eine Gotteslästerung sind, denn Menschen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen. „Wer Menschenblut vergießt, deren Blut soll durch Menschen vergossen werden. Denn als Bild Gottes sind die Menschen gemacht“ (Gen 9,6). „Nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun wahrhaft bessert, ... kein unschuldiges Blut an diesem Ort vergießt ..., dann will ich euch wohnen lassen an diesem Ort für immer, in dem Land, das ich euren Eltern gegeben habe“ (Jer 7,5ff.).

 

Darum sagen wir Nein ohne jedes Ja zur Produktion, Stationierung und Anwendung von Massenvernichtungsmitteln, die immer unschuldiges Blut vergießen, ja, alles Leben auf der Erde auslöschen können. Wir verwerfen die Strategien der USA und der NATO, die das Recht auf einen atomaren Erstschlag beanspruchen und bereits jetzt mit Uran abgereicherte Munition mit verheerender Wirkung für die betroffenen Bevölkerungen zum Einsatz bringen.

 

Gottes Geistkraft befreit uns als Einzelne und als Kirchen dazu und wir rufen alle Mitglieder von christlichen Kirchen dazu auf, auf keine Weise an der Produktion, Stationierung oder Anwendung von Massenvernichtungsmitteln mitzuwirken, auch keine politische Partei zu wählen, die sich nicht zur vollständigen Abschaffung von Massenvernichtungsmitteln bekennt. Wir rufen insbesondere die Regierung der USA, aber auch alle anderen Regierungen auf, den Worten Taten folgen zu lassen und eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen. Nur dann können auch Regierungen, die jetzt nach Atomwaffen streben, daran gehindert werden, ihren Plan in die Tat umzusetzen.

 

Die gesamte Erklärung findet man / frau unter:

http://www.oenid.net/Projekte/IOeFK.html

 

Karl Ebner

Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) Amstetten

 

Ihr schreibt: Die Ankündigungen des US-Präsidenten, Barack Obama, für eine Reduzierung der Atomwaffen bzw. für eine atomwaffenfreie Welt, sind nur ansatzweise umgesetzt. Wohl wurde ein neuer Vertrag zur Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen mit Russland ausgehandelt (START), der Abschluss der Überprüfungskonferenz des Nichtweiterverbreitungsvertrages (NPT) Ende Mai in New York machte aber deutlich, dass von einer wirklichen Abrüstung noch lange keine Rede sein kann.

 

Ich bin überzeugt, dass es ohne Organisationen wie Ihre und andere ähnlich gelagerte Organisationen, auch die kleinen Schritte nicht geben würde. Mir kommt da das Evangelium vom Sonntag 25. Juli 2010 in den Sinn, wo es um die Bitte um Brot zu einer unmöglichen Nachtzeit geht. Dort heißt es: „Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.“

 

Ich denke, dass es einerseits Sinn macht, immer wieder die Finger auf die Wunden zu legen und lästig zu sein und andererseits auch zu beten, dass sich die Verantwortlichen mutig für eine nukleare Abrüstung einsetzen und die auch umsetzen. In diesem Sinne wünsche ich der Veranstaltung alles Gute.

 

Pfarrer Dr. Matthias-Wilhelm Engelke

Vorsitzender des Int.  Versöhnungsbundes/Deutscher Zweig

 

In Büchel lagern nach wie vor amerikanische Atombomben. Deutsche Piloten üben, diese Waffen abzuwerfen. Wie mir vor einigen Jahren selbst der Commodore dieser Einheit, des Jagdbombergeschwaders 33 der Deutschen Luftwaffe, zugestand, haben diese Waffen, vom rein militärischen Gesichtspunkt aus, keinen Sinn. Trotzdem sind sie dort. Obwohl die deutsche Bundesregierung sich unserer Forderung endlich angeschlossen hat, die Atomwaffen abzuziehen. Trotzdem lagern sie dort. Obwohl der US-amerikanische Präsident in seiner weltweit beachteten Rede in Prag das Ziel einer atomwaffenfreien Welt anvisiert hat und zum ersten Mal die US-amerikanische Verantwortung für die Atombombenabwürfe heute vor 65 Jahren erklärte - allerdings ohne Hiroshima und Nagasaki beim Namen zu nennen. Trotzdem üben deutsche Piloten Atombomben abzuwerfen. Und die offiziellen Atommächte halten sich immer noch nicht an das von ihnen im Nicht-Verbreitungs-Vertrag 1968 gegebene Versprechen alle Atomwaffen komplett abzurüsten.

 

Wie lange wollen wir diesem offensichtlichen Wortbruch noch zusehen?

 

Weltweit fordern heute Menschen an zahlreichen Orten eine atomwaffenfreie Welt.

 

Heute Nacht gehen wir in einer Kerzen-Wallfahrt vom Tor des Atomwaffenlagers Büchel zum Marktplatz der nahe gelegenen Stadt Cochem. Vom Gedenktag auf den Atombombenabwurf auf Hiroshima vor 65 Jahren, dem 6. August an, faste ich vor dem Tor des Atomwaffenlagers in Büchel zusammen mit einigen Freunden der Friedensarbeit bis zum 9. August, dem Nagasaki-Gedenktag. Meine Bitte an die Soldaten ist: Verweigert euch dem Üben mit den Atom-Bomben und ihrem möglichen Einsatz. Beendet auf diese Weise die nukleare Teilhabe! Denn diese Waffe bedroht jetzt schon jeden Menschen in seiner Menschlichkeit. Sie stellt nicht nur das Leben des bedrohten Gegners in Frage – wie jede Waffe auch das Angesicht des Bedrohenden zur Fratze verzerrt; die Atomwaffe bedroht das Leben der ganzen Menschheit.

 

Wenn ich mich dafür einsetze, dass die Welt atomwaffenfrei wird, dann tue ich dies auch für die Soldaten, um sie von diesem Unrecht zu befreien und um sie zu ermutigen, zum Leben umzukehren!

 

Jeder Soldat, der mit den Atomwaffen zu tun hat, und sich verweigert, hat meine Unterstützung. Und ich hoffe, dass viele solchen Soldaten beistehen, wenn ihnen auf Grund ihrer Entscheidung, auf diese Weise das Recht zu wahren, Nachteile widerfahren.

 

Wer ein Freund der Menschen sein und bleiben will, braucht Frieden, aber keine Atomwaffen, nirgends.

 

Roman Fröhlich

Präsident der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten a. D.

 

Viele Menschen sehnen sich nach Frieden, aber nur wenige setzen sich dafür ein. Umso begrüßenswerter ist es, dass die Wiener Friedensbewegung und die Hiroshima-Gruppe Wien alljährlich in einer Gedenkfeier daran erinnert, welche verheerende Auswirkung ein atomarer Krieg für die gesamte Menschheit haben kann. Die Lehren aus Hiroshima und Nagasaki sind noch lang nicht gezogen und es gibt viele Vorwände, warum gerade jetzt Abrüstung nicht möglich ist. Sind Atomwaffen für die einen unabdingbar zur Absicherung der nationalen Sicherheit und des Weltfriedens, sind sie für andere Spielzeug zur Befriedigung krankhafter Machtgelüste oder verantwortungslos eingesetztes Instrument, einer menschenverachtenden Ideologie fanatisch Gehör zu verschaffen. Manche Machthaber schrecken selbst davor nicht zurück, Glaubensbotschaften zu missbrauchen, um ihre machtpolitischen Ziele religiös zu tarnen.

 

Daher wird es leider wohl noch lange ein Traum bleiben, dass alle Nationen der Welt miteinander in Frieden leben und auf militärische Potentiale verzichten. Dennoch – dafür einzutreten und zu beten lohnt sich allemal und da und dort sind sogar Teilerfolge zu erzielen.

 

In diesem Sinn wünsche ich, dass Ihre Gedenkfeier dazu beiträgt, Menschen aufzurütteln, denn nur wenn viele wachsam sind, kann das Böse nicht triumphieren.

 

Jacques Gaillot

Bischof von Partenia

 

Am 6. August, wie jedes Jahr, bin ich mit euch auf dem Platz vor dem Stephansdom.

 

Ich teile eure Kämpfe. Unser Kampf hört nicht auf. Zusammen werden wir nicht aufgeben.

 

Im Mai 2010 nahmen die 189 Staaten, die den Atomsperrvertrag unterzeichnet haben, an der Überprüfungskonferenz der UNO teil. Aber das Ergebnis dieser Versammlung hat unsere Erwartungen enttäuscht. Der Abschaffung der nuklearen Waffen steht noch ein langer Weg bevor.

 

Aber wir geben nicht auf. Die Aktionen der Aktivistinnen und Aktivisten zur Abschaffung der Atomwaffen nehmen besonders in Europa zu. Die internationale öffentliche Meinung wächst. Sie weist unerlässlich auf die schrecklichen Gefahren der Kernwaffen hin und auf deren künftigen Auswirkungen für unseren Planeten. Die politisch Verantwortlichen können diese öffentliche Meinung nicht einfach mehr ignorieren.

 

Unsere Kämpfe sind nicht vergebens. Danke, dass Ihr in Wien für die Abschaffung der Atomwaffen Feuer und Flamme seid.

 

Mag. Josef Gaupmann

Pfarrer in St. Pölten – Viehofen

 

Hiroshima und Nagasaki ist lebendige Gegenwart!

Hiroshima und Nagasaki ist nicht Vergangenheit.

 

Der Tod von Millionen ahnungsloser Menschen von damals, Frauen, Männer, Jugendliche, Babys und Greise, mahnen noch heute:

 

Mensch werde wesentlich!

Du bist verantwortlich!

      Nütze deine Zeit zum Guten!

 

Es gibt keinen gerechten Krieg.

 

Auch die „friedliche Atomnutzung“ zur Energiegewinnung ist ein Verbrechen.

Vielen brachte sie und bringt sie schmerzhaftes Siechtum und frühzeitigen Tod.

Sie ist durch die ungeklärte Endlagerung eine andauernde Lebensbedrohung für unabsehbare Generationen.

 

Darum ist mit Nachdruck zu fordern:

 

Ein Ende der atomaren militärischen Forschung.

Einen Abbau der vorhandenen Atomwaffen.

Einen Ausstieg aus der so genannten „friedlichen Nutzung“ durch AKWs.

 

Ich grüße alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hiroshimatages und erkläre mich mit ihnen solidarisch.

 

Hildegard Goss-Mayr

 

Die Ankündigung Präsident Obamas, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen, der neue START-Vertrag zur Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen, das Projekt von Verhandlungen über eine kernwaffenfreie Zone in Nahost sind kleine, ermutigende Schritte auf dem mühevollen Weg der Abrüstung. Doch gleichzeitig wird die Erneuerung der Kernwaffenarsenale in den USA, in Frankreich und Großbritannien bekannt, sowie die Herstellung neuer heimtückischer, menschenverachtender Waffensysteme und die Erhöhung der Rüstungsbudgets in zahlreichen Staaten.

 

Das Symbol des tödlichen Blitzes der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki bleibt aufrecht: Es steht für die Gefahr und die Bereitschaft, Interessen und Machtansprüche mit menschenverachtenden, zerstörerischen Mitteln durchzusetzen, Krieg zu führen auf Kosten der schutzlosen Zivilbevölkerung und zu deren unermesslichem Leid.

 

Diesem Symbol der Hybris und des Todes muss mit aller Entschiedenheit aus der Kraft und dem Willen zum Leben widerstanden werden. Christliche Kirchen feiern am 6. August das Fest der Verklärung Jesu: Den Jüngern wird am Berg Tabor die Jesus von Nazareth und allen Menschen innewohnende Kraft der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit, der Liebe, die geistige und spirituelle Kraft zum Kampf für Leben in Würde und Frieden in strahlendem Licht aufgezeigt. Dieses Licht des Lebens vom Berg Tabor ist der Gegenpol zum tödlichen, vernichtenden Blitz der Atombombe.

 

Das Licht vom Tabor bedeutet, – in besonderer Weise für uns Christen –, die Verpflichtung, die geistigen, intellektuellen und spirituellen Kräfte, die in uns als Menschen grundgelegt sind, unermüdlich, beharrlich und kollektiv durch politischen und moralischen Druck für die Abrüstung und für die Stärkung friedlicher Konfliktlösung einzusetzen.

 

OStRin Monika Heitz und

Bischof em. Bernhard Heitz

Altkatholische Kirche Österreichs

 

Wir können uns nur immer wieder darauf besinnen, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Er ist eine ständige Aufgabe. Aber für gläubige Menschen ist er eine zuvor gegebene Gabe Gottes.

 

"Seht, ich leite den Frieden wie einen Strom zur Stadt Jerusalem", heißt es beim Propheten Jesaja, "damit ihr euch satt trinkt an ihm!"

 

So lautete die Botschaft Gottes an die Zurückkehrenden aus der Gefangenschaft Babylons. Warum sollte das nicht auch heute für unsere bedrohte Welt und ihren vielen "babylonischen Gefängnissen" gelten, in denen die Menschheit gefangen ist?

 

So viel Neid, Hass und Angst bedrohen den Weltfrieden

sowie die immer größer werdende Kluft

zwischen Armen und Reichen,

zwischen Hungernden und Satten,

zwischen Globalisierungsverlierern und ihren Gewinnern,

zwischen Linken und Rechten,

zwischen Fundamentalisten und Liberalen,

zwischen Völkern und Staaten,

zwischen Kulturen, Kirchen und Weltanschauungen,

zwischen der Festung Europa und den "anderen",

zwischen Einheimischen hier bei uns und Fremden, woher sie auch sind und aus welchen Gründen auch immer sie bei uns Schutz und Hilfe und Menschenwürde suchen ....

zwischen Atombombenbesitzern und solchen, die wie wir alle Atombomben aus der Welt verbannen wollen.

 

Dabei wäre alles so einfach nach den 10 Geboten vom Sinai, dem Liebesgebot der Bibel oder auch nur nach der "Goldenen Regel" aller Religionen und dem Weltethos: "Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem / keiner andern zu!" Ja, wenn "Gerechtigkeit und Frieden sich vermähl(t)en"....

 

Allein, die Verhältnisse sind nicht so.

 

Das Glaubensbekenntnis und Friedenszeugnis bleibt not-wendig!

 

Pfr. Mag. Thomas Hennefeld

Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B.

 

Der Einsatz der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkrieges war eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit. Ab sofort sollte es möglich sein, den Planeten Erde und alles Leben, das sich in Millionen von Jahren entwickelt hat, in wenigen Augenblicken auszulöschen und damit Gottes gute Schöpfung zu vernichten. Dieses Szenario hat sich prinzipiell nicht verändert, auch wenn Abrüstungsgespräche geführt werden, und auch wenn der US-amerikanische Präsident von einer atomwaffenfreien Welt träumt.

 

Der Versuch, einzelne Staaten und deren Regierungen an den Pranger zu stellen, lässt uns in der Vorstellung verharren, dass die Menschheit auch verantwortungsvoll mit Massenvernichtungswaffen umgehen könne.

 

Dagegen müssen alle Menschen, die an den guten Schöpfergott glauben, in prophetischer Schärfe auftreten. Wer meint, Gott anbeten zu können und gleichzeitig an Atomwaffen festhalten zu müssen, der lästert in Wahrheit Gott. Und christliche Politiker, die sich mit Massenvernichtungswaffen abfinden oder deren Existenz sogar als Abschreckungsmittel für notwendig erachten, verhöhnen den gekreuzigten und auferstandenen Christus, der gekommen ist, die Welt zu erlösen und zu befreien anstatt zu zerstören.

 

Dieser Gedenktag soll uns an das Unvorstellbare erinnern, wozu Menschen fähig sind, und er soll uns dazu ermahnen, eine atomwaffenfreie Welt nicht nur zu träumen, sondern an deren Umsetzung unermüdlich zu arbeiten.

 

Evelyn Hödl

Arbeitskreis Weltkirche, Verein Balance Global, Baden

 

Die Erinnerung hüten

 

65 Jahre zählen wir nun seit dem Tag des ersten Atombombenabwurfs in Hiroshima. Die Zahl der Zeitzeugen, die sich an dieses Ereignis erinnern, wird immer kleiner. Die Generation, die im Kalten Krieg, mit atomarer Aufrüstung, mit Pershing und SS-20, mit SALT und START, mit Friedensdemonstrationen und Overkill aufgewachsen und „vertraut“ geworden ist, ist älter, ist alt geworden.

 

Was wissen junge Menschen heute über diese Zeit? Für sie ist es eine ferne Epoche, unwirklich, unvorstellbar angesichts der gegenwärtigen Wirklichkeit. Wie ein Märchen, eine Episode aus Luke Skywalkers „Star Wars“.

 

Nicht, dass Kriege, Konflikte, Gewalt geringer geworden wären, sie finden nur auf anderen Ebenen statt; undurchschaubarer und unlösbarer als je zuvor. Aber weniger dramatisch, weit genug entfernt von unserer Insel der Seligen. Sie rütteln nicht mehr auf, diese Kriege, Opferzahlen, Schreckensmeldungen. Terrorgruppen, Guerillas, Paramilitärs lösen die klassischen Kriege ab. Aber das Geschäft mit dem Töten blüht nach wie vor: Die weltweiten Ausgaben für Rüstung haben schon wieder das Niveau der späten 1980er Jahre erreicht. Jährlich werden Waffensysteme im Wert von rund 20 Mrd. Dollar exportiert; rund 2/3 davon liefern die USA und Russland.

 

Entwicklungsländer geben im Durchschnitt 14 % ihres Budgets für militärische Zwecke aus (in der EU sind es unter 5 %!), Mittel, die für den Ausbau von Bildungs- und Gesundheitssystemen, für Infrastruktur usw. fehlen. Auch durch Waffen, die nicht eingesetzt werden, sterben Millionen Menschen im Süden, weil ihnen die Lebenschancen vorenthalten werden.

 

Wenig Positives auch auf der Ebene der Nuklearstaaten.

 

Offiziell sollen 9 Staaten im Besitz von Atomwaffen sein. Die genaue Zahl der Sprengköpfe kennt niemand. Nach Schätzungen der Federation of American Scientists liegt sie insgesamt bei über 23.000; von den 13.000 russischen Sprengköpfen gelten knapp 5.000 als einsatzbereit, von den 9.400 amerikanischen etwa 2.700. Frankreich besitzt schätzungsweise 300, China 240 und Großbritannien 185 Sprengköpfe, Israel 80, Pakistan und Indien je 60 und Nordkorea unter 10 (Angaben aus 2009).

 

Wohl hat der neue START-Vertrag von Prag vom April dieses Jahres wenigstens eine weitere Begrenzung der amerikanischen und russischen Atomsprengköpfe auf jeweils 1.550) in Aussicht gestellt. Doch die Überprüfungskonferenz des Nonproliferation-Vertrags im Mai in New York brachte kaum konkrete Ergebnisse in Bezug auf Fristen oder wirksame Kontrollinstrumente oder das Verhalten gegenüber den Nichtmitgliedern des Vertrages (Pakistan, Indien, Israel). Nur was die Sanktionen gegen den Iran betrifft, scheinen sich zumindest die westlichen Akteure einig.

 

Das ausdrückliche „Bekenntnis“ zur weiteren Förderung ziviler Nutzung der Atomkraft kann nur als Rückschlag für alle Bemühungen von Friedens- und Ökologiebewegungen angesehen werden.

 

Die Gefahren und Konfliktpotentiale, die sich auf anderen Ebenen daraus ergeben – beispielsweise die Möglichkeit für terroristische Gruppen, in den Besitz von Nuklearwaffen zu gelangen, die Gefahren und Umweltzerstörungen, die die so genannte „friedliche“ Nutzung der Kernenergie mit sich bringt – werden schlichtweg ignoriert, trotz vieler dokumentierter Betriebsunfälle, trotz ungelöster Endlagerungsfragen, trotz aller Risiken, die hier anzuführen wohl nicht nötig ist.

 

Und darum ist es wichtig, sich zu erinnern, die Öffentlichkeit immer wieder zu erinnern: an die zigtausend Toten, an den Spätfolgen dahinsiechenden, an die Zerstörung, das Leid, den Schmerz, der mit den Namen von Hiroshima und Nagasaki untrennbar verbunden ist.

 

Es ist wichtig, sich zu erinnern, weil die Bilder und die Namen sonst verblassen, verschwinden, zum Verstummen gebracht werden, weil die Geschichten und Gesichter der Menschen, die mit Hiroshima und Nagasaki verbunden sind, sonst verloren gehen.

 

Es ist wichtig, sich zu erinnern – damit dieses Geschehen auch im Bewusstsein der jungen „Nach-1989er-Generation“, bleibt. Damit niemand sich darauf ausreden kann, nichts gewusst zu haben; damit uns die Schatten dieses Dramas nicht einholen.     

 

Und es liegt wohl an uns, der Generation der 1960er und 1970er Jahre, diese Erinnerung nicht auszulöschen, wach zu halten für die „Nachgeborenen“. Die Lichter, die wir im Gedenken an Hiroshima und Nagasaki entzünden, mögen dafür ein Symbol sein – ein Symbol dafür, dass Friedens- und Umweltbewegungen nicht abgedankt haben, dass sie rund um den Erdball nicht aufhören werden, für eine Welt ohne Gewalt, ohne Kernwaffen und ohne Kernreaktoren einzutreten.

 

Darum lasst uns auch heute vor der Schöpfer-Geistin, vor Allah, vor Jahwe, vor der Urkraft des Universums – mit den Worten der großen Theologin Dorothee Sölle ein Versprechen ablegen:

 

Mutter Erde, dir soll nicht mehr Angst sein:

Wir wollen tun, was Gott uns aufgegeben hat,

wir wollen unsere Phantasie mobilisieren,

unsere Intelligenz einsetzen,

unsere Fähigkeit zur Liebe gebrauchen

für das Leben unserer Mutter, der Erde.

Gott, du hältst deine Hände über die Erde,

behüte uns und erneuere unsere Wege.

 

Em. Prof. Dr. MMag. Hans Högl

 

Hiroshima-Tag und Medienlücken

 

Danken wir den Initiatoren, sich der Katastrophe von Hiroshima zu erinnern, auch durch eine Spende. Ich tue es. Während der Iran, massiv und vor aller Welt der atomaren Aufrüstung verdächtigt wird, kommt die Atommacht Israel kaum in den Blick.

 

 Vergessen scheint auch, dass Lateinamerika, vor Jahrzehnten den Beschluss fasste, eine atomwaffenfreie Zone zu bleiben. Das fand in Mexico City statt. Wichtig war auch vor kurzem eine kleine Notiz, dass das Parlament in Kiew mit 259 von 450 Stimmen ein Gesetz beschlossen hat, dass die Ukraine der Nato n i c h t beitreten wird und bündnisfrei bleibt (Wiener Zeitung, 3. Juli 2010). Wer über Hintergrundinfos zu atomaren Fragen verfügt, möge dies mir mitteilen, um es auf die international beachtete und viel besuchten Webseite www.medienkultur.at zu geben.

 

Ich möchte auch an den Tod von Dolores Bauer erinnern, an ihr unermüdliches allgemeines Engagement und an die von ihr initiierten Friedensvespern im Stephansdom.

 

P. Amadeus Hörschläger

Bischofsvikar Wien-Süd

 

Die Angst vor atomarem Missbrauch ist allgegenwärtig, ob es nun die div. Länder betrifft, die Atomwaffen herstellen wollen oder die Angst davor, dass solche in die Hände von Terroristen fallen. Ich danke daher allen, die die Erinnerung an das schreckliche Ereignis im 2. Weltkrieg

wach halten. Wir dürfen nicht vergessen, welch große Bedrohung und Katastrophe von Atomwaffen ausgehen und müssen alles daran setzen, dass sich diese schrecklichen Szenarien von Hiroshima und Nagasaki nie wieder wiederholen.

 

Hans Peter Hurka

Vorsitzender der Plattform "Wir sind Kirche"

 

Krieg ist leider bis zum heutigen Tag für viele Menschen Realität. In Afghanistan, Irak und im Sudan. In Lateinamerika und Korea scheinen sich weitere Kampfzonen zu entwickeln. Tote, Verwundete, Waisen und Witwen, Eltern und Großeltern sind die Leidtragenden.

 

Den Organisatorinnen und Organisatoren des Hiroshima-Gedenktages ist zu danken, weil sie uns jährlich erinnern, wir haben noch einige Schritte zu gehen, damit Friede auf dieser Welt herrscht.

 

Atomwaffen waren und sind keine Beruhigung für den Weltfrieden. Nicht in den Ländern, die sie besitzen und schon gar nicht in jenen, die sie zu erreichen trachten. Abrüsten ist die einzige dem Frieden dienende Alternative.

 

Friedensprojekte brauchen Vorbilder. Beispiele, die zeigen, auch ohne Gewalt kann Friede herrschen. Das vorzuleben kann unser Beitrag sein. Rüsten auch wir unter uns ab. Gehen wir hin zu unseren Schwestern und Brüdern, die etwas gegen uns haben und versöhnen wir uns miteinander. Das wären Beispiele, die Mut machen und Kraft geben in Frieden miteinander zu leben.

 

Dr. Paul Iby

Bischof, Apostolischer Administrator

 

Am 6. August 2010 begehen wir wieder den Jahrestag der Atombombenkatastrophe von Hiroshima und Nagasaki. Dieser Tag ist wieder eine Erinnerung an uns, dass wir alle unsere Bemühungen dafür einsetzen, dass die Welt von Atomwaffen und deren Folgen bewahrt bleiben mögen. Unser Einsatz für den Frieden in der Welt wird nicht nur durch gute Wünsche und durch Forderungen an die Mächtigen dieser Welt unterstützt, sondern vor allem auch durch unser Gebet zu Gott und unsere Friedenseinstellung, die wir in unserem Leben verwirklichen wollen. Möge die Welt vor weiteren Atom-Katastrophen bewahrt bleiben.

 

Univ. Prof. Dr. Martin Jäggle

Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Universität Wien

 

Der 6. August ist ein Trauertag, ein Tag der Trauer um die Opfer der ersten Atombombe.

 

Der 6. August ist ein Tag der Erinnerung ihres Leidens, eine Erinnerung, die wirksam werden muss. Die Erde von Atomwaffen zu befreien, ist ein Auftrag der Opfer von Hiroshima und Nagasaki aber auch ein Gebot der Stunde. Die bereits vorhandenen Atomwaffen sind eine ständige Bedrohung des Lebens und, wie das jüngste Beispiel des Iran zeigt, ist die Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen unverändert akut. Wer an der Hoffnung auf eine atomwaffenfreie Welt festhält und sich für sie einsetzt, verdient nicht nur Dank, sondern auch Unterstützung.

 

Erinnert sei an diesem Tag an die klaren Worte des II. Vatikanischen Konzils: „Jede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer Städte oder weiter Gebiete und ihrer Bevölkerung unterschiedslos abzielt, ist ein Verbrechen gegen Gott und gegen den Menschen, das fest und entschieden zu verurteilen ist.“ (GS 80,4)

 

Ilse Jedlicka

Obfrau der ARGE Haus des Friedens

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen davon reden, aber wenige es wünschen:

 

EINE ATOMWAFFENFREIE WELT!!!

 

Wenn nur die wenigen, die davon sprechen,

ihre Gedanken in Wünsche verändern und noch dazu,

diese Wünsche an das Göttliche Universum senden,

kann damit die Welt verändert werden.

 

Und wenn wir alle,  die wir uns weltweiten Frieden und Harmonie wünschen,

Gott um seinen Segen für alle Menschen bitten,

die entsprechende Entscheidungen treffen wollen oder müssen –

werden diese Entscheidungsträger

genug Liebe, Klarheit und Bewusstsein haben,

um ihre Entscheidungen im Sinne Gottes – der Liebe, treffen zu können.

 

Ich glaube, dass wir nur auf diese Weise, den Frieden in der Welt schaffen können.

 

Elisabeth Jungmeier

Generalsekretärin für Internationales von Pax Christi Österreich

 

Das Buch „Sadako will leben“ lag unter dem Weihnachtsbaum, als ich ein zehnjähriges Mädchen war. Ich habe es mehrmals gelesen und konnte nicht begreifen, warum man Menschen in verheerender Weise getötet, verbrannt, verstümmelt hatte. Heute meine ich, dass Sadako mich nachhaltig geprägt und auf die Spur geführt hat zu meinem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Da wir von der Vision einer atomwaffenfreien Welt noch weit entfernt sind, ist unser Engagement notwendiger denn je. Dank und Anerkennung der Hiroshima Gruppe Wien und allen Menschen weltweit, die in diesen Tagen zum Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki aufrufen und das Verbot und die Vernichtung aller Atomwaffen fordern.

 

Maga. Katharina Kampl

Generalsekretärin der Katholischen Aktion Wien

Umweltbeauftragte der Erzdiözese Wien

 

I have a dream…

 

Eine atomwaffenfreie Welt beginnt nicht ausschließlich bei den Regierenden mächtiger Länder, sondern bei uns selbst.

 

Wenn wir Frieden in der Welt wollen, dann müssen wir zuerst dafür sorgen, dass wir Frieden in uns finden und mit anderen Menschen, den Tieren und der gesamten Umwelt.

 

Dazu müssen wir uns unbequemen Fragen stellen, die ganz persönlich sind:

 

- Wie halte ich es mit mir?

- Wie geht es mir mit meinen unmittelbaren Mitmenschen?

- Achte ich auf die Würde der Tiere und der Umwelt durch mein Handeln?

 

Frieden in der Welt beginnt im eigenen Herzen.

 

Und das Schönste daran: er wirkt weit hinaus in die Welt.

 

Wenn wir gemeinsam Frieden schaffen, dann kann eine friedvolle Welt Wirklichkeit werden!

 

Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari

Graz-Seckau

 

Der Einsatz für mehr Frieden zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk und zwischen Staat und Staat ist ein Dauerauftrag für alle Menschen guten Willens. Dieses Engagement braucht Personen und Gemeinschaften, die auch öffentlich auf die Gefahr eines Krieges und zumal eines Atomkrieges hinweisen. Solche Initiativen helfen das Bewusstsein wach zu halten, dass jeder zu mehr Frieden Unverwechselbares beitragen kann und sie sind ein bedankenswerter Dienst an der Zukunft der Menschheit.

 

DDr. Alfred Kirchmayr

Psychoanalytiker, Humorexperte - Wien

 

Sigmund Freud schrieb 1933 in einem Brief an Albert Einstein zum Thema „Warum Krieg?“: „Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.“

 

Die Psychoanalyse ist, recht verstanden, eine umfassende Konflikt- und Friedenspsychologie. Sie kann einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere kleinen und großen Konflikte weniger destruktiv austragen lernen. Der „himmlische Eros“ (S. Freud), der unsere Vernunft und unsere Liebesfähigkeit zur Entfaltung bringt, hilft uns bei dieser elementaren „Kulturarbeit“.

 

Und was Sigmund Freud 1929 betroffen festgestellt hat, bleibt hochaktuell: „Die Schicksalsfrage der Menschenart scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden. In diesem Bezug verdient vielleicht gerade die gegenwärtige Zeit ein besonderes Interesse. Die Menschen haben es jetzt in der Beherrschung der Naturkräfte so weit gebracht, dass sie es mit deren Hilfe leicht haben, einander bis auf den letzten Mann auszurotten. Sie wissen das, daher ein gut Stück ihrer gegenwärtigen Unruhe, ihres Unglücks, ihrer Angststimmung.“

 

Sigmund Freud, der sich selbst als „heiteren Pessimisten“ bezeichnet hatte, schrieb auch die ermutigenden Worte:„Die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat. Am Ende, nach unzählig oft wiederholten Abweisungen, findet sie es doch.“

 

Dieses „Prinzip Hoffnung“ kann uns ermutigen, angesichts des herrschenden Rüstungswahnsinns – begleitet von der Zerstörung der Phantasie, also des Vorstellungsvermögens für das unfassbare menschliche Elend im Krieg – immer wieder die Stimme der Vernunft zu erheben.

 

Dr. Alois Kothgasser

Erzbischof von Salzburg

 

Immer wieder begegnen wir der Großartigkeit und dem Elend der Menschen. Als katholische Kirche verkünden wir Gott, der ihnen als ihr Schöpfer große – beinah unbegreiflich große – Freiheit gegeben hat und der in der Gestalt Jesu Christi den Menschenweg bis ins tiefste Elend mitgegangen ist.

 

Wie uns die Größe dessen, wozu Menschen im Guten fähig sind, Anlass ist für Staunen und Dank, ist uns die Größe des Elends, das Menschen einander bereiten, Anlass, äußerst wachsam zu sein. Manche Dinge sind zu gefährlich, als dass man Menschen mit ihnen hantieren oder Politik machen lassen dürfte.

 

Atomwaffen sind das beste Beispiel dafür. Von daher kann nur die völlige Abschaffung und Ächtung dieser Waffen gefordert werden – und eine aktive Friedenspolitik, um Ereignisse wie in Hiroshima und Nagasaki auf immer zu verhindern.

 

Erwin Kräutler

Bischof vom Xingu

 

Frieden,

ein Wort, das wir alle kennen,

ein Zustand, den wir alle herbeisehnen,

eine Wirklichkeit, die wir uns alle wünschen.

 

An der Deutung dieses Begriffes scheiden sich allerdings die Geister.

Was ist denn Frieden?

Nur Waffenruhe und Abrüstung?

Nur Schutz und Sicherheit innerhalb der Staatsgrenzen?

Nur Wohlstand und Wohlbefinden im eigenen Land?

Nur internationale Abkommen zur Verteidigung besonderer Interessen?

 

Frieden meint viel mehr!

Frieden ist liebende Solidarität zwischen Menschen und Völkern.

Frieden ist geschwisterliches Teilen über alle Grenzen hinweg.

Frieden ist weltweite Garantie der Menschenwürde und -rechte.

Frieden ist unumstößliche Gleichberechtigung aller Menschen und Rassen.

Frieden ist gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung, unsere Mit-Welt.

Frieden ist die schönste Frucht der Gerechtigkeit.

 

Dr. Klaus Küng

Bischof, St. Pölten

 

Schrecklich die Macht der Erbsünde, die den Menschen immer wieder treiben wird, seinen Nächsten zu vernichten. Aber unendlich viel stärker die Macht der Erlösung im Kreuzestod Jesu. Nur er macht Menschen wahrhaft frei, sich die Hand zu reichen.

 

Dr. Matthias B. Lauer

Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS)

 

Es fällt schwer, den heutigen „halbrunden“ Jahrestag als ein „Jubiläum“ zu begehen.

 

Kann es genügen, auszudrücken, dass Hiroshima mahnt und Hiroshima nicht wieder geschehen darf?

 

Ohne die gegenwärtigen Bemühungen um nukleare Abrüstung weltweit schmälern zu wollen, kann uns der heutige Jahrestag doch dazu bewegen, grundsätzlichere Fragen über Krieg und Frieden zu stellen.

 

Dass es ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben kann, ist nicht erst seit der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre eine wesentliche Erkenntnis. Gerechtigkeit aber bedeutet, diejenigen Strukturen und Interessen zurückzudrängen, die seit jeher Kriege hervorgebracht haben. Gerechtigkeit bedeutet auch, Verhältnisse zu schaffen, in denen die Grundlagen von religiösem und ethnischem Hass beseitigt sind – auch dort, wo dieser Hass sich heute mitunter unter Schlagworten wie „Zivilisation“ und „Aufklärung“ tarnt.

 

In Zeiten der wirtschaftlichen Krise werden vielen die Gefahren einer imperialen Interessenspolitik mehr und mehr bewusst. Wir haben gerade in den letzten Jahren vor Augen geführt bekommen, dass alle Versprechungen, militärische Interventionen und Besatzungen könnten eine positive Bedeutung für die Verwirklichung von Menschenrechten und Demokratie haben, widerlegt wurden. Der Versuch, sich unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Terror oder für Frauenrechte einer militärischen Logik zu beugen, hat sich als Sackgasse erwiesen.

 

Die grundsätzliche Entscheidung für Gerechtigkeit und damit gegen eine militärische Logik kann nicht bei der nuklearen Abrüstung stehen bleiben, die gerade heute so bedeutsam ist und bei der weitere Schritte dringend sind. Aus Hiroshima Lehren zu ziehen und sich einer militärischen Logik umfassend zu widersetzen, muss bedeuten, grundsätzlich gegen jede Form der Übertragung politischer Kompetenzen und gesellschaftlicher Ressourcen auf militärische Strukturen aufzutreten. Hierzu gehört heute auch der Widerstand gegen die zunehmende Militarisierung der Außengrenzen insbesondere der USA und der Europäischen Union gegen sog. ungeregelte Einwanderung – eine Politik, die tagtäglich Menschenleben fordert.

 

Gerechtigkeit und damit Frieden wird nicht möglich sein, ohne besonders die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Militarisierung außer Kraft zu setzen – d. h. ein wirtschaftliches System zu überwinden, dass Menschen ihre Lebensmöglichkeiten vorenthält, sie gegeneinander in Konkurrenz setzt und aufeinander hetzt, dass finanzielle Interessen über gesellschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten setzt und Krieg als Mittel der Verwirklichung dieser Interessen legitimiert.

 

Edith Lauppert

 

Alle Menschen haben den gleichen Ursprung.

 

Es gibt EINE Schöpfung. Denken und fühlen wir Frieden und Liebe in uns selbst und zu allen Menschen und Geschöpfen, zur gesamten Schöpfung.

 

Dann wird unser Handeln auch friedvoll sein!

 

Die Vielfalt ist nichts Trennendes, sondern etwas Schönes.

 

Mag. Wolfgang Machreich

 

Übrig bleibt ein Schatten

 

Es ist schon gut zehn Jahre her, dass ich einmal die Gelegenheit hatte, Hiroshima zu besuchen. Einen Eindruck von damals assoziiere ich seither mit den Themen Atomwaffen, Atomgefahr, Atomkrieg:

 

Im Museum von Hiroshima sind wenige Stufen einer Steintreppe ausgestellt, die bis zum 6. August 1945 in ein Haus geführt haben. Daneben ist ein Foto zu sehen, dass einen auf diesen Stufen sitzenden Menschen zeigt; nach der Atombombenexplosion ist von diesem Menschen nur mehr ein dunkler Schatten, der seine Umrisse zeigt, auf den Steinen übrig geblieben. In dem Museum sind noch hunderte andere Erinnerungen an den Schicksalstags von Hiroshima zu sehen, aber nichts hat so sehr meinen Schrecken vor der Atombombe geweckt wie dieser Schatten.

 

Denn auch 65 Jahre nach diesem 6. August hängt die Drohung dieses Schattens über uns allen. Die Gefahr besteht nach wie vor, von einem Moment auf den anderen durch einen atomaren Angriff, einen atomaren Unfall ausgelöscht zu werden. Deswegen: Diese Waffen, diese Technologie gehört gebannt! Deswegen: Global Zero Now!

 

Mag. Dr. B. A. Ndubueze Fabian MMAGU

Dechant und Pfarrer in der Diözese Eisenstadt,

 

WIR SITZEN ALLE IN EINEM BOOT!!!

 

Eine einzige und gerade schon deshalb auch einzigartige Überzeugung hat Sie alle an diesem gedenkvollen Tag auf diesem wichtigen Platz im Zentrum von Wien zusammen geführt: DIE FRIEDENSLIEBE. Ihre persönliche Entscheidung hier anwesend zu sein, ist die richtige. Denn sie ist ein persönliches Zeugnis für die Sehnsucht Abermillionen von Menschen nach einer friedvolleren Welt; nach einer Welt frei von ferngesteuerten und sich eskalierenden kriegerischen Auseinandersetzungen. Der politische Glaube an einen Weltfrieden durch den Krieg ist nicht nur eine unvergleichliche Illusion, sondern darüber hinaus eine glatte Verhöhnung der weit verbreiteten und tief sitzenden Friedensliebe ungezählter Menschen, Menschengruppen und Völker. Darum rufe ich, als ein Mensch, der als Kind einen brutalen drei Jahre langen Bürgerkrieg erlebt hat, ALLE Menschen guten Willens zu einer totalen Ächtung des Krieges auf. Meine lieben Freundinnen und Freunde in der Friedensgesinnung! Ihre Anwesenheit hier heute entspricht der Dringlichkeit dieser Forderung der Stunde nach einer umfassenden Friedensordnung!

 

Wir bewahren uns unsere geschichtliche Erinnerung! Wir lassen uns unser Geschichtsbewusstsein nicht nehmen, denn es ist eine friedenserhaltende schöpferische Kraft. Wir erinnern uns deshalb an den Überfall von Kuwait durch Saddam Hussein und an den unter Papa George Bush geführten Golfkrieg, an dessen Ende er triumphalistisch eine „New World Order“ – eine „Neue Weltordnung“ ausrief. Wir leben heute immer noch mit dem durch seinen Sohn Präsident George W. Bush unter der Vortäuschung von entdeckten WMD (Massenvernichtungswaffen) entfesselten Irakkrieg, dessen Ausgang nur er selber (scheinbar!) zu kennen sich anmaßte. Gegenwärtig in unserem Geschichtsbewusstsein ist der Horror von Hiroshima und Nagasaki, dessen traumatisierenden Effekt dem Gesamtweltbewusstsein tief in der kollektiven Psyche vergraben liegt. Die Heilung ist einfach ein Perspektivenwechsel, ein Paradigmenwechsel, der nur in einer MASS (Mutual Assured Survival Strategy – gegenseitigen gesicherten Überlebensstrategien) liegen kann.

 

Mit Freude und Hoffnung zollen wir heute dem von US-Präsidenten Barack Obama initiierten Vertrag mit Russland zur Reduzierung der Atomwaffen. Unsere Hoffnung ist darin unerschütterlich, dass das Streubomben-Abkommen am 1. August 2010 in Kraft getreten ist und dass 108 Länder es bisher unterzeichnet, während 38 Staaten es ratifiziert haben. Gleichzeitig fragen wir uns, worin der Sinn begründet liegen soll, dass die USA, Frankreich, Großbritannien ihr Budget für die Erneuerung ihrer Kernwaffen erhöht haben. Unsere Welt braucht wenige Widersprüchlichkeiten hinsichtlich der restlosen Abschaffung der Atomwaffen. Dafür geben Sie heute im Verbund aller Friedensliebenden Ihr individuelles und gemeinsames Zeugnis ab. Dafür spreche ich Ihnen meine bedingungslose Anerkennung aus! Es lebe in unseren Herzen und in unseren Taten die Friedensgesinnung! GOTT ZUM GRUSS, DEN MENSCHEN ZUM WOHL!!!

 

Traude Novy

 

Ich bin sehr dankbar dafür, dass engagierte Menschen nicht müde werden auf die weltweite Bedrohung durch Atomwaffen hinzuweisen. Ist es doch so, dass derzeit von der Wirtschaft angefangen bis zum Klima alles aus dem Ruder zu laufen scheint und die Gefahr, die von Atomwaffen ausgeht, in den Hintergrund unseres Denkens gedrängt wird. Diese Bedrohung ist aber dadurch, dass es nun nicht einmal mehr das sogenannte „Gleichgewicht des Schreckens“ gibt, größer, weil noch unkontrollierbarer geworden.

 

Der Kampf für eine friedlichere Welt ohne Atomwaffen braucht Orte und Zeiten des Gedenkens und deshalb muss die Erinnerung daran, dass das Undenkbare in Hiroshima und Nagasaki Wirklichkeit geworden ist, immer wieder lebendig gehalten werden.

 

Frauen und Kinder sind die unschuldigen Opfer eines technisierten Waffenwahns. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir Frauen unsere Stimme für eine atomare Abrüstung erheben.

 

VAss. MMaga. Dra. Regina Polak MAS

Institutsleiterin, Fachbereichsleiterin

 

Europas reiche Gesellschaften leben in schwierigen Umbruchszeiten – wirtschaftlich, politisch, sozial, kulturell. Die Wirtschaftskrise lässt viele Menschen Angst um ihre Arbeit haben; die Demokratien sind nicht so stark, wie sie sein könnten; Migration lässt Politik wieder auf xenophobe Reaktionsmuster zurückgreifen.

 

In schwierigen Zeiten neigen Menschen – Verantwortungsträger wie die Bevölkerungen – zu gefährlichen Verhaltensweisen:

 

Sie beschäftigen sich primär mit sich selbst und ihrer Selbstsicherung.

Sie vergessen die Vergangenheit und ihre Katastrophen

und so steigt die Gefahr, auf alte, inhumane "Lösungsmuster" zurückzugreifen.

 

Für junge Menschen heute stehen so viele schwierige Probleme auf der Tagesordnung, dass Hiroshima und Nagasaki ferne Geschichte sind. Ebenso ist die Gefahr von Atomkrieg oder Rüstungsindustrie wenig präsent und wird ausgeblendet: Nicht noch ein Problem!

 

Umso wichtiger sind Gedenktage und Initiativen wie Ihre unverzichtbar – wenn zweierlei gelingt:

 

Sensibilisieren für die Notwendigkeit von Erinnerung an die Opfer und an jene Strukturen und Entscheidungen, die zu der Katastrophe geführt haben,

aufzeigen, was der/die Einzelne konkret tun kann,

Schritte zu einer friedlichen Welt aufzuzeigen, ist gerade für junge Menschen wichtig,

erinnern an den Traum vom Frieden, der kein frommer Wunsch bleiben muss,

Europas krisengeschüttelte Bevölkerungen brauchen einen Horizont der Hoffnung

 

Gustav Posch

Bundesvorsitzender der

Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS)

 

Seit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki im Sommer 1945 muss in das allgemeine Bewusstsein der Menschen die furchtbare Tatsache eingedrungen sein, dass der Mensch imstande ist, die Schöpfung zu zerstören.

 

Selbst wenn es gelingen sollte, die Anwendung der Nuklearenergie für kriegerische Zwecke zu ächten, wäre erst ein Schritt in die Richtung für eine Welt ohne Kriege getan. Das muss aber unser Ziel sein, wie die große österreichische Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner proklamierte: “Die Waffen nieder“

 

Bei allem Dank für die Veranstalter dieses Gedenktages sollten wir nicht vergessen, für den Frieden zu arbeiten, wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet.

 

OKR Dra. Hannelore Reiner

 

65 Jahre sind seit der Wahnsinnstat des Atombombenabwurfs über Hiroshima und Nagasaki vergangen.

 

65 Jahre, da könnte man doch meinen, dass andere Generationen inzwischen herangewachsen sind, die aus all dem gelernt haben und sich für eine friedliche Welt einsetzen und diese zu verwirklichen trachten …

 

Die Weltpolitik lehrt uns tagtäglich, dass dem nicht so ist.

 

Im Kampf um die Erzeugung von Atomwaffen werden ganz aktuell wieder mögliche neue Kriege in Kauf genommen in Nord- und Südkorea, aber ebenso im Iran.

 

Auch wenn Europa und die USA hier deutlichen Einspruch erheben – solange der Abbau von Atomwaffen und der Rüstungsindustrie insgesamt nicht tatsächliche Fortschritte macht auch in der westlichen Welt – solange klingt jede Warnung vor neuen Nuklearwaffen von dieser Seite einfach nur heuchlerisch.

 

Ich hoffe und bete, dass die Wahl eines palästinensischen Christen und Bischofs zum neuen Vorsitzenden des Lutherischen Weltbunds ein positives Zeichen sein möge dafür, dass die Christenheit weltweit dem Rüstungswahnsinn nicht mehr weiter zusehen will, sondern entscheidende Schritte für den Frieden im Mittleren Osten und weltweit zu setzen bemüht ist.

 

Immer aber fängt Friedensarbeit zu Hause an und damit bei uns in Österreich...

 

Darum herzlichen Dank der Wiener Friedensbewegung für Euer unermüdliches Engagement. Jesus hat bekanntlich die Friedensstifter glückselig gepriesen!

 

P. Alois Riedlsperger SJ

Katholische Sozialakademie Österreichs

 

Die jüngste Entwicklung um den Koreakonflikt zeigt, wie schnell wieder mit einem Atomkrieg gedroht werden kann, solange diese Waffen nicht beseitigt sind.

 

Bei Hiroshima und Nagasaki ging es „nur“ um zwei Städte, jetzt scheint mehr als eine Weltregion bedroht. Wer sich an Hiroshima und Nagasaki erinnert, ahnt, welch ungeheure Folgen dies nach sich ziehen könnte.

 

Allen, die diese Erinnerung öffentlich wach halten, Ermutigung und einen solidarischen Gruß!

 

em. Univ.-Prof. Dr. Hans Rotter

 

Es ist traurig, dass in unserer Welt, die voller Nöte ist, wo jährlich zig-Millionen Menschen verhungern, wo so viele Kinder keine Zukunft haben, nach wie vor große Geldmittel aufgewendet werden, um die Rüstung mit Atomwaffen aufrecht zu erhalten oder zu erneuern und sich gegenseitig mit Tod in unvorstellbarem Ausmaß zu bedrohen. Ist die Politik nicht in der Lage, in gegenseitigen Gesprächen eine Vertrauensbasis zu schaffen, auf der eine solche Bedrohung überflüssig scheint? Die Größe der Politiker sollte sich gerade in einem solchen Bemühen um Friede und Vertrauen zeigen.

 

Manfred Sauer

 

Die Ergebnisse der Überprüfungskonferenz für den Atomwaffen-Nichtweiterverbreitungsvertrag (NVV, engl. NPT) im Mai 2010 in New York waren ernüchternd.

 

Die Chance, sich als offizielle Atomwaffenmächte nicht nur verbal zu einer Welt ohne Nuklearwaffen zu bekennen, sondern auch entsprechende Taten zu setzen, wurde wieder nicht genutzt. Zur längst fälligen Erfüllung des Vertragsartikel VI (zügige und vollständige Atomwaffenabrüstung) gab es nur eine Absichtserklärung ohne Fristen und konkrete Umsetzungsbeschlüsse. Damit ist die Gefahr weiterer Austritte aus dem NVV und deren eigene Nuklearrüstung prolongiert.

 

Wieder liegt es an der Zivilgesellschaft den nötigen Druck aufzubauen, um die richtigen Entscheidungen einzufordern, zu denen Politik und Diplomatie derzeit nicht bereit sind.

 

Richard Schadauer

Landesvorsitzender der

Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS)

 

Sie haben nichts gelernt aus Hiroshima

 

Der Gedenktag an das große Verbrechen an der Menschheit durch die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki wird mehr und mehr zu einem Tag des Widerstands gegen die Weiterentwicklung atomarer Waffen.

 

Nach dem Zerfall der Sowjetunion keimte bei vielen Menschen die Hoffnung auf, dass dem atomaren Wettrüsten ein Ende gesetzt sein! Diese Hoffnung ging aber in Trümmer. Die Entscheidung der US Administration, taktische Atomwaffen weiter zu entwickeln zeigt, dass man wieder bereit ist, Menschen atomar zu verseuchen.

 

Es müssen Gesetze geschaffen werden, die solche Nationen unter internationale Ächtung stellen. Nicht nur Nord Korea, Indien und Pakistan stellen eine allgemeine Bedrohung für die Menschheit dar, sondern auch die USA und Israel.

 

Marianne Schallhas

Vorsitzende der Kommission Gerecht Wirtschaften von

Pax Christi Österreich

 

Wie geht es euch, wenn ihr daran denkt, dass die US-Militärs jene Atombombe, die sie vor 65 Jahren über Hiroshima abwarfen, "Little Boy" nannten?

 

Little Boy! Kleiner Bub!

 

Immer wenn ich daran denke, wie viele kleine Buben und Mädchen jener Bombe zum Opfer fielen, graut mir vor diesem Zynismus und den Abgründen der menschlichen Seele in besonderer Weise. Bedenktage wie die jährliche Hiroshima-Veranstaltung in Wien helfen mir und vielen anderen, diese historische Menschheitslast zu bearbeiten und mich den leider noch viel größeren friedenspolitischen Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.

 

Danke für euer Engagement – für euer Erinnern, euer Bilanzziehen und eure konstruktiven politischen Vorschläge!

 

Bischof Manfred Scheuer

Präsident von Pax Christi Österreich

 

Der Hiroshimatag fällt mit dem Fest der Verklärung Christi zusammen. Es ist erschütternd, dass an dem Tag, an dem die Christenheit des verklärten und auferweckten Christus gedenkt, das schrecklichste Ereignis der Waffentechnik stattgefunden hat, das buchstäblich hunderttausenden Menschen in einer Sekunde die Gesichter verglühen ließ. Christinnen und Christen gedenken heute aller Menschen, die damals leiden und sterben mussten und heute vom Wahnsinn der Hochrüstung bedroht sind oder denen durch die Kosten der Rüstung buchstäblich das Lebensnotwendigste vorenthalten wird. Noch immer existieren weltweit mehr Atomsprengköpfe als wir zur Tötung aller Menschen "brauchen" würden.

 

Ich warne auch sehr vor dem Wiedereinstieg in Atomtechnologie angeblich nur zu friedlicher Nutzung. Das Beispiel Iran zeigt, dass friedliche Nutzung bei der aggressivsten Technik, über die die Menschheit verfügt ist, nicht dauerhaft ist.

 

Verneigen wir uns an diesem 6. August demütig vor den Gesichtern der verbrannten, verstrahlten und gedemütigten Menschen, und bedenken wir die menschliche Hybris, die sich in Hochrüstung und gefährlicher Technologie zeigt.

 

Pfr. Mag. Karl Schiefermair

Oberkirchenrat, Evangelische Kirche in Österreich

 

65 Jahre nach den Atomwaffenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki verweigern die Atommächte immer noch die vollständige und unumkehrbare Abschaffung von Atomwaffen. Wir appellieren an diesem traurigen Jahrestag, dass alle Verhandlungen und Initiativen zum Verschrotten bestehender Atomwaffenarsenale konsequent weitergeführt werden und ein Zeitplan für die Abschaffung aller Atomwaffen forciert wird.

 

Nach wie es daher notwendig und wir halten es auch für eine Pflicht, die uns auferlegt ist:

 

Durchführung und Förderung aller Maßnahmen, die dem Frieden und der Völkerverständigung dienen,

 

Friedenserziehung, Gewaltfreiheit in allen Bildungsmaßnahmen,

 

alle Möglichkeiten von internationalen Begegnungen fördern und voneinander lernen.

 

Erinnert sei an folgende Worte:

 

"Wir leben im Zeitalter der nuklearen Riesen und der ethischen Zwerge, in einer Welt, die Brillanz ohne Weisheit, Macht ohne Gewissen erreicht hat. Wir haben die Geheimnisse des Atoms entschleiert und die Lehren der Bergpredigt vergessen. Wir wissen mehr über den Krieg als über den Frieden und mehr über das Sterben als über das Leben."

US-General Omar Bradley, Zeuge der Folgen von Hiroshima und Nagasaki

 

Ein Dank an alle Initiativen und Organisationen, die die Lehren der Bergpredigt und das Wissen um den Frieden in ihrem Programm führen!

 

Maria Schimpfössl

Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS)

 

Dass wir immer noch nicht im Frieden miteinander leben, macht mich traurig. Aber sehr oft sind wir in unserem engsten Umfeld nicht bereit / nicht fähig / nicht willens, friedlich miteinander umzugehen. Höchste Zeit, dass wir das lernen!

 

Die Forderungen der Friedensbewegung mögen wir alle uns zu Herzen nehmen – täglich!

 

Irmgard Schmidleithner

 

Als Gewerkschafterin habe ich besonders für die Menschen, die in der Arbeitswelt benachteiligt sind, großes Verantwortungsbewusstsein entwickelt.

 

Ich finde es aber auch wichtig, dass jene, die ein Verantwortungsbewusstsein für eine bestimmte Gruppe von Lebewesen haben, sich global für Mensch und Tier verantwortlich wissen. Bei dieser Verantwortung geht es vor allem darum, dass diese Erde eine Zukunft hat.

 

Zwei große Bereiche sehe ich, wo wir uns alle dafür einsetzen sollten, dass auch die nächsten Generationen gut und angstfrei leben können. Diese beiden Bereiche sind die ökologische Verantwortung und die Verantwortung für eine (atom)waffenfreie Welt. Die alles zerstörenden Atomwaffen schweben wie ein Damoklesschwert über unserer Welt. Angstfrei können wir erst leben, wenn es keine Waffen, im Besonderen Atomwaffen, mehr gibt.

 

Eine Welt ohne Waffen kann es aber nur geben, wenn der Wunsch und die Realisierung nach bzw. von Frieden und somit „Waffenfreiheit“ von UNTEN kommt.

 

Denn auch wenn Präsident Obama eine Welt ohne Atomwaffen möchte, wird dies erst verwirklicht werden, wenn die Völker mit ihm mitgehen.

 

Die positiven Veränderungen in der Geschichte der Menschheit sind immer von unten gekommen. Die Arbeitswelt ist nicht menschlicher und sozialer geworden, weil ihr diese Humanität von guten Unternehmern geschenkt wurde, sondern, weil die Arbeiter und Arbeiterinnen in Solidarität für menschlichere und gerechtere Arbeitsbedingungen und Einkommen gekämpft haben.

 

Der Gedenktag von Hiroshima sollte daher jedes Jahr ein Tag sein, wo die Menschen von „ihrem tiefen Schlaf“ aufgeweckt werden und ihnen bewusst gemacht wird, dass eine positive Zukunft nicht von selbst kommt, sondern nur wenn wir dafür kämpfen.

 

CHRISTOPH KARDINAL SCHÖNBORN

 

Hiroshima-Gedenken, 6. August 1945

 

Dieses Jahr gedenken wir des 65. Jahrestages des ersten Abwurfs einer Atombombe über Hiroshima. 78 000 Menschen kamen sofort ums Leben, Zehntausende starben an den Folgen des Abwurfs. Unzählige Menschen leiden bis heute an den Spätfolgen.

 

Seit Hiroshima und Nagasaki muss die Menschheit unter dem drohenden Arsenal von tödlichen Vernichtungswaffen leben. Die weltweiten Bemühungen um die Beseitigung aller Atomwaffen haben bisher leider zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Von einer wirklichen Abrüstung kann keine Rede sein.

 

Der 6. August erinnert uns daher jedes Jahr, dass die atomare Bedrohung noch immer gegenwärtig ist und eine traurige Aktualität besitzt.

 

Deshalb müssen wir alle Bemühungen unterstützen, die eine umfassende Abrüstung zum Ziel hat und auf die unermesslichen Gefahren für unser aller Zukunft hinweisen.

 

Mit meinen besten Grüßen und Segenswünschen

+ Christoph Kardinal Schönborn

 

Dr. Alois Schwarz

Diözesanbischof

 

Als Referatsbischof der Österreichischen Bischofskonferenz für Umwelt und Wirtschaft unterstütze ich mit diesem Grußwort die diesjährige Hiroshima-Veranstaltung der Hiroshima-Gruppe Wien und die Wiener Friedensbewegung.

 

Auch 65 Jahre nach der erschütternden Atombomben-Katastrophe in Hiroshima und Nagasaki, bei der viele Menschen getötet und noch mehr lebenslang an den Folgen der atomaren Strahlung gesundheitlich zu leiden haben, ist die Bedrohung durch atomare Aufrüstung und Kernwaffen weltweit aktuell und gegenwärtig. Dabei müssen wir uns daran erinnern, dass es nicht nur „unsere Feinde“ sind, die sich mit der Atomwaffengewalt ausstatten und ausrüsten, sondern auch unsere Freunde, also politische und staatliche Bündnispartner, die ihr eigenes Kernwaffenarsenal und Kernwaffenpotential – beschönigend gesagt – „erneuern“ wollen.

 

Zur Förderung und Unterstützung eines glaubwürdigen Friedens- und Abrüstungsbemühens braucht es also weniger eine „Tapferkeit vor dem Feind“, sondern vielmehr jene kritische Wachsamkeit und „Tapferkeit vor dem Freund“, von dem Ingeborg Bachmann schon 1952 in dem Gedicht „Alle Tage“ gesprochen hat:

 

„[…] Die Uniform des Tages ist die Geduld, die Auszeichnung der armselige Stern, der Hoffnung über dem Herzen.

 

Er wird verliehen,

wenn nichts mehr geschieht,

wenn das Trommelfeuer verstummt, 

wenn der Feind unsichtbar geworden ist,

und der Schatten ewiger Rüstung  den Himmel bedeckt.

 

Er wird verliehen

für die Flucht von den Fahnen,

für die Tapferkeit vor dem Freund,

für […]“

 

 

 

Dr. Ludwig Schwarz SDB

Bischof von Linz

 

Trotz einer positiven Ankündigung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, die Atomwaffen weltweit reduzieren zu wollen, wird es wohl nicht ausbleiben, dass auch in den kommenden Jahren Menschen wie Sie auf die Straßen gehen müssen, um diese atomare Abrüstung erneut einzufordern. Außer dem ausgesprochenen Willen ist nämlich bis heute nicht viel gegen diese ständige Bedrohung getan worden.

 

Und dennoch: Ihr Kommen zu dieser Veranstaltung ist nicht sinnlos. Menschen über den ganzen Erdkreis stehen vereint aktiv zusammen mit dem Wunsch und der Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt. Wir, der weitaus größte Teil der Menschheit, egal aus welchem Kontinent und welchem Land, wollen in erster Linie ein Leben in Frieden – ohne Waffen und vor allem ohne Nuklearwaffen. Wir erinnern uns noch heute mit Entsetzen an die Folgen der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki. Es gibt keine einzige Rechtfertigung, diese Schreckenstat irgendwo auf Erden zu wiederholen oder auch nur anzudrohen. Wenn wir uns wirklich zivilisiert nennen wollen, dann müssen wir spätestens heute damit beginnen, Konflikte auf eine andere Art als mit Gewalt und Waffen oder deren Androhung zu lösen.

 

Als Christ, der an den Gott der Liebe glaubt, bin ich überzeugt, dass das Gute Früchte trägt. Ihr heutiges Hiersein ist solch eine gute Tat und ich danke aufrichtig dafür. Der hl. Don Bosco, der Gründer des Ordens der Salesianer, dem auch ich angehöre, hat einst gesagt: „Nur Mut und immer wieder Mut. Wir sollen nie müde werden, Gutes zu tun, denn Gott ist mit uns.“

 

Kaplan Franz Sieder

Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft

Christinnen und Christen für die Friedensbewegung

 

In der Bibel steht der Satz: „Denke an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte.“ Ich bin allen jenen dankbar, die das Hiroshima-Gedenken hochhalten und am 6. August eines jeden Jahres einmahnen.

 

Hiroshima ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Seit dem 6. August 1945 ist nicht nur der einzelne Mensch, sondern die gesamte Menschheit sterblich geworden. Seit diesem Tag ist ein kollektiver Selbstmord des Menschengeschlechtes möglich. Kardinal König sagte einmal: „Wir sitzen auf einem Pulverfass, das jederzeit in die Luft gehen kann und die Menschheit ausrottet.“ Der polnische Sozialphilosoph Adam Schaff, der dem Club of Rome angehörte: „Durch die momentane Kapazität der Atomwaffen würde durch einen Atombombenabwurf alles Leben auf unserer Erde zerstört werden, weil nach dem Abwurf der sogenannte ‚atomare Winter’ kommt, der alles Leben auslöscht.“

 

Es ist für mich daher völlig unverständlich, dass jene Länder, die Atomwaffen besitzen, zwar bestrebt sind, dass der Iran keine Atomwaffen bekommt, aber sie selbst sind nur sehr halbherzig bereit, ihre Atomwaffenarsenale zu vernichten. Der Druck der Weltbevölkerung auf alle Länder muss noch viel stärker werden, dass diese Waffen vernichtet werden. Niemand möchte in einem Haus leben, in dem in verschiedenen Räumen ständig geladene Pistolen und Gewehre herumliegen. Macht ausüben durch den Besitz von alles zerstörenden Waffen ist eines der größten Verbrechen der Menschheit. Der legendäre, US-amerikanische Präsident John F. Kennedy sagte: „Nur miteinander können wir die Welt retten oder miteinander werden wir in den Flammen ihres Brandes untergehen, aber retten können wir sie und retten müssen wir sie – und damit werden wir uns den ewigen Dank der Menschheit verdienen und als FriedensstifterInnen den ewigen Segen Gottes.“

 

Ich möchte zu diesen Worten von John F. Kennedy noch sagen, dass unser weltweites Bemühen noch viel stärker werden muss, um die Welt vor diesem Flächenbrand zu bewahren. Der Einsatz gegen eine atomare Aufrüstung im Iran ist zu wenig. Das Böse existiert nicht nur in einigen Ländern der Welt, wie Präsident Bush meinte, und die anderen Länder sind Länder des Lichts. Das Böse existiert in allen Ländern. Die Welt wird sich aber nur dann verändern und eine Zukunft haben, wenn die sogenannten Guten nicht Zuschauerinnen und Zuschauer spielen im Weltgeschehen, sondern mit ihren Möglichkeiten mitarbeiten, dass unsere Welt gerechter und friedlicher wird.

 

 

Erzbischof Dr. Michael Staikos

Metropolit von Austria

 

65 JAHRE SPÄTER

 

 65 Jahre sind in der Menschheitsgeschichte eine kurze Zeitspanne. Es sind aber seither viele Jahre vergangen, um die atomare Gefahr, die die ganze Welt bedroht, zumindest ein wenig zu mindern. Ein Blick in die Gazetten belehrt uns vielmehr eines Besseren. Wiederholt bestand in jüngster Zeit die Gefahr einer atomaren Weltkatastrophe – ausgelöst von verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Faktoren.

 

 Auch die Frage des Einsatzes im Sinne einer weltweiten Kranken- und Gesundheitsvorsorge bleibt nach wie ungelöst. Die Sehnsucht nach Sicherheit ist ein Faktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt und die gesamte Menschheitsfamilie betrifft.

 

Machtlosigkeit und Unzufriedenheit erfordern eine nähere Betrachtung. Nach dem Kollaps des Kommunismus erwarteten viele Menschen eine unmittelbare Verbesserung der Situation, die freilich nicht so bald eintrat. Ein neuer „kalter Krieg“ – verbunden mit atomaren Schlägen – konnte in letzter Minute verhindert werden. Hochgesteckte Erwartungen wurden enttäuscht! Ein wichtiger Indikator der subjektiven Unsicherheit ist das Ohnmachtgefühl – nur wenig Einfluss darauf, was mit einem geschieht.

 

Die Christen fühlen sich von einem guten Gott getragen. Das gilt für die letzten 65 Jahre – und wohl noch für viele Jahre.

 

Sabine Strobl

 

 „Sadako will leben“ hat mich als Volksschülerin zutiefst bewegt und ich empfand großes Unverständnis gegenüber dieser Irrsinnstat.

 

Leider ist die Abrüstungsdebatte heute noch aktueller denn je und mein Unverständnis gegenüber den Supermächten in ihrer Zögerlichkeit, die Abrüstungsverträge zu ratifizieren, ist nicht kleiner geworden. Deshalb ist es nach wie vor notwendig, Aktionen und Handlungen zu setzen, um eine Veränderung herbeizuführen

 

Franz Winter

Katholisches Bildungswerk Wien 2

 

Nichts gelernt aus Hiroshima und Nagasaki

 

So muss ein kurzes Resümee heute lauten. Zwei von Menschen verursachte Katastrophen, deren Erinnerungswert anscheinend nur mehr darin besteht, dass man eine Vergleichsmöglichkeit hat, zur Sprengkraft heutiger Arsenale und man sagen kann: das Leben ging ja weiter. Jahrzehnte halber Bemühungen seither, unzähliger Konferenzen, unerfüllter Versprechen. Kaum Fortschritte. Aber auch Jahrzehnte unermüdlicher Warnungen und Alternativvorschläge von Umwelt- und Friedensinitiativen.

 

Trotz der Gefahr der Nutzung für militärische Zwecke (durch Nichtautorisierte) setzt man weiter auf die „friedliche“ und „umweltfreundliche“ Atomkraft, die nur bis zum nächsten Betriebsunfall, bis zur ersten Atomgranate friedlich ist. Umweltfreundlich ist sie wegen der Umgebungsstrahlung und kontaminierten Abwasser der AKWs und vor allem wegen des nicht gelösten Endlagerproblems schon jetzt nicht.

 

Sollen wir deshalb resignieren? Die Hoffnung stirbt zuletzt, es wird weitergehen, and we shall overcome. Mir fällt Robert Jungk ein. Sein Leben lang hat er Widerstand geleistet gegen Systeme, Strukturen und Techniken, die das Leben bedrohen. Und trotz aller Rückschläge hat er nie die Hoffnung aufgegeben, dass die Welt noch eine Chance hat.  Deshalb halte ich es auch mit einem Vorsatz Hermann Gmeiners, des Gründers der SOS Kinderdörfer: Das Ziel nicht vergessen, den Weg nicht verlassen, den Mut nicht verlieren.

 

Pfarrer Hans Wührer

 

65 Jahre sind es seit dem Abwurf der ersten Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Seither wurde ein Riesenarsenal an Atomwaffen produziert, verschrottet – und weiter produziert: welches Armutszeichen einer sog. zivilisierten Welt, einander mit massenhaftem Tod zu bedrohen und Mittel zu vergeuden, die dringend zum Überleben von Millionen gebraucht würden! Deshalb ist es so wichtig, am Gedenktag an diesen Tiefpunkt menschlichen Handelns die Forderung an die Regierungen zu erneuern: reduziert nicht nur, sondern baut diese Waffen radikal ab, denn schon ihr bloßes Bestehen ist ein schreiendes Unrecht, das wir nicht weiter hinnehmen wollen!

 

Matthias Zauner

ehrenamtlicher Vorsitzender Katholische Jugend Österreich

 

Grußbotschaft der Katholischen Jugend Österreich zum Hiroshima-Tag 2010

 

In unserer Arbeit versuchen wir, Jugendliche zu einem geschwisterlichen und respektvollen Miteinander anzuregen und sie auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Damit dieser Weg gelingen kann, brauchen junge Menschen Hoffnung auf eine friedliche Zukunft – in der es wert ist, sich zu engagieren und an einer gerechteren Welt mitzubauen.

 

Der Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki jährt sich heuer zum 65. Mal und das Thema hat leider noch immer traurige Aktualität. Initiativen wie die Hiroshima-Gedenkveranstaltung sind wichtig, um Bewusstsein zu schaffen und aufzurufen, sich für Frieden, soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität zu engagieren.

 

Treten wir gemeinsam für die Abschaffung aller Atomwaffen und für eine Kultur des Friedens, des Respekts und der Anerkennung ein!

 

 

 

 

Kaplan Franz Sieder

Evangelium aus der Perspektive der Arbeitswelt

Predigt in „Erfüllte Zeit“, Ö1, 2. Mai 2010: „Das neue Gebot“, Johannes 13, 31 – 33a, 34, 35

 

 

Als Betriebsseelsorger möchte ich anlässlich des Tages der Arbeit versuchen dieses Evangelium auf dem Hintergrund der Arbeitswelt zu deuten. Jesus sagt uns in seinen Abschiedsreden: "So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." Das Maß der Liebe Jesu soll auch das Maß unserer Liebe sein. Die Liebe von Jesus können wir nicht definieren, aber ich möchte zwei Merkmale seiner Liebe benennen: Das erste Merkmal hat er uns bei der Fußwaschung vorexerziert: Es heißt dem / der anderen zu dienen – nicht herrschen – nicht den anderen / die andere als Objekt gebrauchen, sondern dienen. Das zweite Merkmal finden wir ausgedrückt im Hohelied der Liebe bei Paulus. Er sagt uns, dass bei der wahren Liebe unsere Absicht immer eine ehrliche und aufrichtige sein muss. Paulus sagt: Du kannst vielleicht äußerlich als sozial erscheinen, "hättest du aber die Liebe nicht, dann wäre alles umsonst."

 

Das "hättest du aber die Liebe nicht" heißt: Geht es dir in deiner Intention nicht wirklich um den Menschen, dann ist es keine Liebe. Die UnternehmerInnen sind noch nicht sozial, weil sie hunderten Menschen eine Arbeit geben. – Die Liebe verlangt, dass es ihnen um die ArbeiterInnen, um die Menschen geht in ihrer Intention und nicht erstrangig um den Profit. Die Intention unseres neoliberalen Wirtschaftssystems ist nicht der Mensch, sondern der Profit und darum ist es nicht von der Liebe geprägt. Es wäre sonst undenkbar, dass in diesem System die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Die Liebe wird nämlich gelebt oder nicht gelebt, nicht nur in der Begegnung der Menschen untereinander, sondern auch in den Strukturen. Es gibt Strukturen der Sünde und es gibt Strukturen der Liebe. Wenn Wirtschaftsstrukturen herrschen, die die soziale Ungleichheit vergrößern und eine wirkliche Gerechtigkeit verhindern, dann sind das Strukturen der Sünde. Wenn Gesetze und gesellschaftliche Strukturen zu einem Teilen mit den Schwächeren der Gesellschaft führen, dann sind das Strukturen der Liebe.

 

Bei den Arbeiterinnen und Arbeitern gibt es ein eigenes Wort für gelebte Liebe und dieses Wort heißt Solidarität. Solidarität ist mehr als ein gutes Arbeitsklima und gegenseitige Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft  am Arbeitsplatz. Solidarität hat für die ArbeiterInnen immer auch Kampf geheißen. Kampf nicht in dem Sinn, dass mit militärischen Mitteln um etwas gekämpft wird. In einem gewaltlosen Kampf – und das kann auch ein Streik sein – kämpfen die Arbeiterinnen und Arbeiter um ein mehr an Gerechtigkeit - um menschlichere Arbeitsbedingungen und um gerechtere Löhne. Dieser Kampf der ArbeiterInnen geschieht normalerweise durch die Gewerkschaften. Darum sind die Gewerkschaften auch ein wichtiges Instrument, damit das Reich Gottes in der Arbeitswelt wächst. Das Reich Gottes ist das, um was es Jesus letztlich gegangen ist und um was es ihm auch heute geht und es muss immer gesehen werden auf dem Hintergrund der großen Menschheitsfragen nach Gerechtigkeit, nach Frieden – nach einem menschenwürdigen Leben für alle Menschen unserer Erde.

 

Einer der größten Probleme in der momentanen Zeit der Wirtschaftskrise ist der enorme Anstieg von arbeitslosen Menschen. Die Lösung kann nicht nur in einem ständigen Ankurbeln des Wirtschaftswachstums sein – in manchen Branchen ist einfach eine Sättigung da. – Die Lösung kann auch hier nur in der Solidarität bestehen. Im Teilen der Arbeit. Die vorhandene Arbeit soll auf alle aufgeteilt werden – konkret heißt das Arbeitszeitverkürzung. Es wird dann halt für alle nur mehr eine Dreißigstundenwoche geben. Freilich müssen dann auch alle so viel verdienen, dass sie und ihre Familien gut leben können. Es ist das auch möglich, wenn es zu einer gerechteren Umverteilung von Reich zu Arm kommt. Von Bert Brecht stammt der Satz: "Wärst du nicht reich, wär ich nicht arm." Solidarität heißt auch Solidarität mit den Fremden. Wahre Liebe hat keine nationalen Schranken. Solidarität heißt auch eine Verantwortung zu haben für die kommenden Generationen. Wir sollen mit den Ressourcen so umgehen, dass auch sie noch gut leben können auf unserer Erde.

 

Es gibt in der Welt Kräfte des Todes und Kräfte des Lebens. Die Kräfte des Todes sind Egoismus, Neid, Fremdenhass und Herrschsucht. Die Kräfte des Lebens sind Gerechtigkeitssinn, Großherzigkeit, Mut zum Kämpfen, Dienen und Bereitschaft zum Verzeihen. Die Welt wird nur gesunden durch die Kräfte des Lebens – durch die gelebte Liebe.

 

 

 

Grußbotschaft der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida zum Hiroshima-Gedenktag 2010

 

Die japanische Stadt Hiroshima und mit ihr hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt gedenken alljährlich des Atombombenabwurfs vom 6. August vor 65 Jahren. Jahr für Jahr versammeln sich Tausende von Menschen in Hiroshima um 8.15 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt, als die Amerikaner 1945 die erste im 2. Weltkrieg eingesetzte Atombombe über der westjapanischen Stadt abwarfen, zu einer Schweigeminute. Geschätzte 140.000 Menschen starben binnen weniger Monate. Am 9. August warfen die USA auch über der japanischen Stadt Nagasaki eine weitere Atombombe ab, wodurch rund weitere 70.000 Menschen starben. Kurz darauf reichte Japan die Kapitulation ein, der Krieg im Pazifikraum war beendet.

 

Auch Jahrzehnte nach Hiroshima sterben jährlich noch Tausende an den Spätfolgen der verhängnisvollen Strahlung wie Leukämie und verschiedenen Arten von Krebserkrankungen. Im vergangenen Jahr konnte endlich ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen dem Staat Japan und 306 Betroffenen, die vor Gericht um Anerkennung als Opfer der Atombombenabwürfe geklagt hatten, beigelegt werden. Damit haben diese Menschen nun Anspruch auf staatliche Hilfen zur Deckung der Behandlungskosten ihrer Folgekrankheiten.

 

Die schrecklichen Folgen der Atombomben haben die Überlebenden und ihre Nachkommen für immer geprägt. Nach dem Ende des Kalten Krieges ist die Gefahr des Einsatzes von Nuklearwaffen leider noch immer nicht gebannt. Sowohl die Großmächte als auch einige Entwicklungsländer bauen nach wie vor auf Abschreckung durch atomares Potenzial, rüsten auf oder versuchen wie Nordkorea mit Nuklearprogrammen andere Staaten unter Druck zu setzen. Auch die weltweite Angst vor Terrorismus und „schmutzigen Bomben“ ist allgegenwärtig.

 

Die Gewerkschaft vida bekennt sich zu den Zielen der Friedensbewegung gegen Gewalt, Krieg sowie Atomwaffen und unterstützt ihre Forderungen. Wir wünschen zum Hiroshima-Gedenktag herzlich alles Gute und große Überzeugungskraft bei der weiteren Arbeit für eine friedvolle Welt. Die Gewerkschaften kämpfen gegen Ungerechtigkeiten und für den Erhalt des sozialen Friedens. Auch das sind unsere gemeinsamen Ziele und das macht uns zu einem begeisterten Verbündeten der Friedensinitiative.

 

Rudolf Kaske,vida-Vorsitzender

Wilhelm Haberzettl, Stv. vida-Vorsitzender

Willibald Steinkellner, Stv. vida-Vorsitzender  

 

 

 

 

 

 

Dechant Dr. Ndubueze Fabian Mmagu

Engagement der Christinnen und Christen

gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen

Predigt beim Gottesdienst bei der Sommerakademie des Friedensforschungsinstitutes Schlaining am 9. Juli 2010

 

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Am Ende dieser „Friedenswoche“ an diesem historisch symbolischen Ort überbringe ich Ihnen allen einen gedanklichen Gruß von Hermann Hesse:

 

„Seltsam, im Nebel zu wandern! / Einsam ist jeder Busch und Stein, / Kein Baum sieht den andern, / Jeder ist allein. // Voll von Freunden war mir die Welt, / Als noch mein Leben licht war; / Nun, da der Nebel fällt, / Ist keiner mehr sichtbar. // Wahrlich, keiner ist weise, / Der nicht das Dunkel kennt, / Das unentrinnbar und leise / Von allen ihn trennt. // Seltsam, im Nebel zu wandern! / Leben ist Einsamsein. / Kein Mensch kennt den andern, / Jeder ist allein.“

 

Nicht das Bewusstsein der Realität dieser Erfahrung unter den Menschen stimmt mich sehr traurig, sondern allein schon die Vorstellung von diesem Bewusstsein ist für mich eine Empörung und macht mich wütend. Hermann Hesse beschreibt nicht eine imaginierte Wirklichkeit. Er beschreibt in einer gebannten Emotionalität die konkrete Erfahrung konkreter Menschen in ganz konkreten existenziellen Situationen. Menschen, welche hoffnungslose Opfer von Rassismus, Verfolgung, Krieg und Armut geworden sind. Menschen, die wider alle reale Hoffnungslosigkeit die Hoffnung auf gelebte Solidarität ihrer Mitmenschen in sich tragen. Menschen, die den festen Glauben an die Unantastbarkeit ihrer Würde als Menschen nicht aufgeben wollen. Sie wollen sie gerade deshalb nicht aufgeben, weil sie immer noch an die Möglichkeit der gelebten Solidarität ihrer Mitmenschen glauben.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Meine Botschaft ist Hoffnung. Alle Lieder bei diesem Gottesdienst künden davon. Hoffnung, worauf? Auf einen umfassenden Paradigmenwechsel in der Einstellung gegenüber Menschen unterschiedlicher soziokultureller Herkunft; Hoffnung einen fortschreitenden Dialog der Völker; Hoffnung auf gebündelte Kräfte beim Verzicht auf die Arroganz des Wohlstands, die vor der beißenden Not der Mitmenschen in unverschuldeten Lebensumständen blind wird.

 

Die Lesung aus dem Buch des Propheten Amos kann nicht deutlicher ausfallen: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen … Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“.

 

Hoffnung darauf, dass es der Politik immer besser gelingen soll, darauf zu verzichten, die Hoffnungslosigkeit von Asylsuchenden dadurch zu verdoppeln, dass sie sie in depressive Situationen verbannt. Ich habe in einer Ausgabe vom „Standard“ im Jänner meinen Unmut über diesen scheinbaren politischen Willen zur Fabrikation der Depression für Asylanten und Asylantinnen überdeutlich geäußert.

 

Die Hoffnung hat immer ein konkretes Gesicht und verlangt nach konkreten Schritten. Wir müssen die vielen kleinen Gesichter der Hoffnung aufspüren und bestärken. Wir müssen Hermann Hesse resolut widersprechen, indem wir handelnd unter Beweis stellen, dass es nicht stimmt, dass „Leben ist Einsamsein“; dass es nicht stimmt, dass „Jeder ist allein“. Die globalisierte Welt wird die Solidarität als ihre Rettung haben, oder sie wird immer mehr zu einer globalisierten Angst mit einem globalisierten Gewaltpotenzial. Solidarität braucht jedoch die Selbstverantwortlichkeit.

 

Darum sollen wir auch diesen Gottesdienst nicht fertig feiern ohne dass wir unseren Blick auf die Demo auf dem Ballhaus- und Heldenplatz werfen, die am 01. Juli, in der Causa Familie Zogaj, stattgefunden hat. Dort wurden gesunde Samen der Hoffnung ausgestreut. Trotz aller Schwierigkeiten mit dem Asylgesetz haben diese tausende Menschen deutlich zeigen wollen, dass Arigona nicht zum Schema Null-Summen-Spiel passt, sondern dass es um ein ganz konkretes Menschenschicksal geht.

 

Schwestern und Brüder! Ich trage das jüngste Zeichen einer lebendigen Hoffnung für eine bessere Welt in mir: Ein Mädchen im Alter von ca. siebzehn gab mir dieses unvergessliche Zeichen gestern im Flugzeug. Denn kaum hat sie Platz neben mich genommen, da hat sie mir Kekse zum Mitessen angeboten. Ein wildfremdes Mädchen! Ich bin davon überzeugt, dass nur das Teilen unsere Welt retten wird.

 

„Engagement der Christinnen und Christen gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen“ – das ist das Motto des Gottesdienstes bei der diesjährigen und 27. Internationalen Sommerakademie des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung. Ihr Inhalt ist „Krieg im Abseits“. Und wie viele vergessene Kriege sowie Stellvertreterkriege gibt es in unserer gegenwärtigen Weltgesellschaft! „Wir bringen Frieden für alle“:

 

So sagt es ein Lied, das wir gesungen haben. „So geht denn hinaus ins Leben der Welt, ihr wisst ja, ihr geht nicht allein. Dort, wo ihr seid, soll Frieden sein, in Liebe lass spüren mein Reich. Ihr sollt ein Segen, sollt Güte, sollt Hoffnung sein für ein Leben in Fülle meine Zeugen sein, meine Hände, mein Mund sollt ihr sein“:

 

Mit diesem Sendungsbewusstsein will diese 27. Internationale Sommerakademie für den Frieden beendet sein. Sie als Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden – wie das Evangelium sagt – wie Schafe mitten unter die Wölfe gesandt. Sie werden mit allerlei Widerwärtigkeiten, Vorurteilen, Gedankenlosigkeiten, Hartherzigkeiten und Beschimpfungen konfrontiert sein, sodass Ihre Hoffnungen, die Sie sich an diesen fünf intensiven Tagen erarbeitet haben, erlahmen werden. Jesus fordert dennoch von Ihnen das Bewusstsein Ihrer Einzigartigkeit. Er verlangt dann nach Ihrer Standhaftigkeit, nach Ihrer Entscheidungsfähigkeit, nach Ihrer Unermüdlichkeit, denn er weiß, dass Sie „nicht zu Ende kommen“ werden mit diesem Not wendenden Werk des Friedens „bis der Menschensohn kommt“. Deshalb bedarf es nicht nur die Solidarität gegen Rassismus und mit den Flüchtlingen, sondern darüber hinaus Solidarität unter den Friedensliebenden. Möge diese Solidarität unser gemeinsames Ziel sein. Amen

 

 

Informationen (u. a. Bilder, Download des Gottesdienstes) über die Sommerakademie gibt es unter http://www.aspr.ac.at/sak/SAK2010/sak2010.htm

 Die Referate der Sommerakademie werden in dem Buch „Krieg im Abseits – ‚Vergessene Kriege’ zwischen Schatten und Licht oder das Duell im Morgengrauen um Ökonomie, Meiden und Politik‚“, LIT-Verlag, Münster-Berlin-Wien, Voraussichtl. Preis € 9,80 zzgl. Porto, dokumentiert..

 Infos: Dr. Thomas Roithner, Mail roithner@aspr.ac.at

 

 

 

 

Buchtipp

„Der Preis des Krieges“

 

„Der Krieg bezieht seine Kraft aus unerschöpflichen Geldquellen.“ Dieser Satz von Cicero gilt noch heute. Die Ursachen, die GeldgeberInnen, die GewinnerInnen, aber auch die VerliererInnen und Zukunftsvisionen sowie Lösungsansätze sind Etappen auf einer Reise durch die Kriegs- und Wirtschaftsgeschichte. Die Themen umfassen die klassische Rüstungsindustrie, Börse-Spekulationen rund ums Öl, der wenig „zivilisierende“ Handel, private Militärfirmen mit Umsätzen von 100 Milliarden Dollar, das Phänomen der sog. „Neuen Kriege“ und die Rolle der Medien. „Profil“ (5/2008) ist in seiner Rezension der Ansicht, das Buch bietet „durch zweckdienliches Datenmaterial angereichert, eine Reihe von überraschenden Einblicken in die Ökonomie der Gewalt, die bis weit in die zivile Wirtschaft hinein Wirkung zeigen.“

 

Das Buch, herausgegeben von Karin Bock-Leitert und Thomas Roithner, ist eine unveränderte Neuauflage des vergriffenen Werkes aus dem Jahr 2007. Es enthält Beiträge von Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf, Werner Ruf, Peter Lock, Jörg Huffschmid, Andreas Zumach, Friedrich Korkisch, Jörg Becker, Peter Strutynski, Gerald Mader und Jakob von Uexküll.

 

Bock-Leitert Karin, Roithner Thomas (Hrsg.): Der Preis des Krieges. Gespräche über die Zusammenhänge von Wirtschaft und Krieg, 209 Seiten, ISBN 978-3-941688-08-7, Prospero-Verlag, Münster 2010, € 14,--.

Informationen: www.thomasroithner.at oder preisdeskrieges@frameworx.at

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Hennefeld: "Kurzsichtige Politik

macht Israel nicht sicherer"

Reformierter Landessuperintendent kritisiert "herrschende Verblendung und Ignoranz"

 

Wien (epd Ö) - Die Menschen, denen die Existenz Israels und das Wohlergehen seiner Bevölkerung am Herzen liegen, könnten "die kurzsichtige und menschenrechtswidrige Politik" der israelischen Regierung nur verwerfen, schreibt der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld in der neuesten Ausgabe der Wiener Zeitschrift "Kritisches Christentum". "All die selbst ernannten Wächter Israels, Juden in der Diaspora und Christen, schaden paradoxerweise dem Staat mit ihren Solidaritätsbekundungen mehr, als sie ihm nützen".

 

Der "pauschal getrommelte Antisemitismus-Vorwurf" gegen alle Kritiker mache Israel weder sicherer noch friedlicher, unterstrich der protestantische Theologe. Die "wütenden Stimmen, die von 'Verrätern' und 'jüdischen Selbsthassern' reden", bestärkten jene "Hardliner, die das ganze Land für sich haben wollen, oder jene, die meinen, mit dem Status quo noch Jahrzehnte leben zu können, so lange bis die Nicht-Juden keinen Raum mehr zum Leben haben werden. So eine Politik steuere eher auf die nächste große Konfrontation zu, und dann wird es wieder heißen: 'Wir sind ja von lauter Feinden umgeben, die uns ins Meer werfen wollen.'"

 

Hennefeld: "Es sind die Propheten von heute, Juden und Nicht-Juden, religiöse und areligiöse Menschen, Israelis, Amerikaner und Europäer, die die Politik Israels als menschenverachtend und hirnverbrannt anprangern – nicht um Israel zu schaden und sich bei eingefleischten Antisemiten beliebt zu machen, sondern aus Sorge um Israel, aus Sorge darüber, dass dieses Land sich selber die Zukunft verbaut. Es sind die scharfen Kritiker Israels, die dem Land eine Zukunft verheißen, trotz der herrschenden Verblendung und Ignoranz, eine Zukunft, in der alle Menschen in Israel und Palästina in Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit leben können."

 

Der reformierte Landessuperintendent hatte im Vorjahr gemeinsam mit dem lutherischen Bischof Michael Bünker und weiteren führenden Repräsentanten der Evangelischen Kirche A.u.H.B. Israel und Palästina besucht. Er ist im christlich-jüdischen Dialog wie auch in der Solidaritätsarbeit für die Friedenskräfte im Nahen Osten engagiert.

 

Den gesamten Artikel findet man / frau unter:

http://www.akc.at/Artikel.html

 

UN-Weltfriedenstag am 21. September:

Den Worten müssen endlich Taten folgen!

 

Am 21. September 1981 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 21. September als Weltfriedenstag erklärt. Dieser Tag soll ein Tag des Waffenstillstandes und der Gewaltlosigkeit sein. Der heurige Weltfriedenstag steht im Zeichen des beginnenden Internationalen Jahres der Jugend.

„Ein wichtiges Ziel des UN-Friedenstages ist, dass an diesem Tag weltweit die Waffen schweigen. Davon sind wir leider noch weit entfernt“, stellt der Sekretär des Wiener Friedensbüros Andreas Pecha fest. „Irak und Afghanistan haben deutlich gezeigt, dass Kriege keine Probleme lösen.“

„Wie bei den Millenniumszielen, in denen sich die Regierenden am Beginn des Jahrestausends auf ein weltweites Programm für ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit verpflichtet haben, gilt auch beim Weltfriedenstag: Den Worten müssen endlich Taten folgen: alle Kraft für die Beendigung der bestehenden Kriege, voller Einsatz für gewaltfreie Konfliktlösungen, Verwirklichung der Null-Lösung bei Atomwaffen,  umfassende Abrüstung auf allen Gebieten sowie grundlegende Änderungen in der Weltwirtschaft, damit eine der Hauptursachen von Kriegen und Konflikten – die soziale Ungerechtigkeit – verringert wird“, fordert die Wiener Friedensbewegung.  

„Die österreichische Neutralität ist für unser Land die Chance, für Abrüstung und aktive Friedenspolitik einzutreten. Das heißt auch gegen die Militarisierung der Europäischen Union und gegen Atomwaffen in EU-Staaten aufzutreten. Die Neutralität als ein klares Nein zur Teilnahme an Kriegen und Militärblöcken muss Zukunft haben, damit die Ziele des Weltfriedenstages nicht nur auf dem Papier stehen bleiben. Und auch hier gilt: Neutralitäts- und Friedenspolitik muss an allen 365 Tagen im Jahr gelebt werden“, schloss Andreas Pecha.

 

 

Wir sind Kirche Termine

Do., 7. Oktober 2010, 19 Uhr, Donnerstagsgebet in der Pfarre Salzburg – Taxham, Klessheimer Allee 93, 5020 Salzburg

So., 17. Oktober 2010, 15.00 Uhr, Mag. Wolfgang Bergmann, Übt Papst Benedikt XVI. sein Amt wirklich aus? Lainer Kreis, Kardinal-König-Haus,  1130  Wien, Kardinal-König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)

Di., 12. Oktober 2010, 19: 30 Uhr, DDr. Paul Weß: neues Buch „Glaube aus Erfahrung und Deutung“; 1020 Wien, Pfarre Machstraße, Machstr. 8 

Mi., 20. Oktober 2010, 19:00 Uhr Theologisches Gespräch, Demokratische Strukturen in der Kirche - Was ist dafür zu tun? Pfarre St. Gertrud, Gruppenraum, 1180 Wien, Maynollogasse 3 (U 6 Station Währinger Straße 40 oder 41 eine Station stadtauswärts)

 Do., 28. Okt. 2010, Beginn: 19:40 Uhr, Donnerstagsgebet für Reformen in der katholischen Kirche, Pfarrkirche Schwechat, Hauptplatz 5, 2320

Sonntag, 14. November 2010, 15.00 Uhr, Roger Lenaers: Unseren Glauben heute zeitgemäß leben und verkünden? Lainzer Kreis, Kardinal-König-Haus,  1130  Wien, Kardinal-König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)

Montag, 15. November 2010, 19:00 Uhr, Theologisches Gespräch „tut dies zu meinem Gedächtnis“; Wer trägt die Eucharistie? Pfarre St. Gertrud / Währing, Pfarrheim, 1180 Wien, Maynollogasse 3

Samstag, 27. November 2010, 9.00 Uhr - 17 Uhr, „Zentralistische Bischofsernennungen – theologisch unhaltbare Willkür“. Otto Mauer Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2, linke Stiege im Ersten Stock.

 

 

Religiöse Freiheit, der Weg zum Frieden

ist das Thema des kirchlichen Weltfriedenstages am 1. Jänner 2011.

Infos im Dezember auf www.friedenschristinnen.at.tf

 

 

Katholisches Bildungswerk St. Nepomuk,

1020 Wien, Rotensterng. 33-35, U1 Nestroyplatz, Ausgang Rotensterngasse

Mittwoch, 27. Oktober, 19.30 Uhr, Prof. Heinz Nußbaumer: Der Mönch in mir, Erfahrungen eines Athos-Pilgers

Mittwoch, 24. November, 19.30 Uhr, Barbara Coudenhove-Kalergi: Sie und wir – bedrohen ZuwandererInnen unsere Identität?

Infos: www.pfarre-nepomuk.at

 

 

Buchtipp: Die Stimme des Kindes

von Anna Maria Goja ist ein Buch, das die Liebe zum Thema hat und die Fragen nach dem „Woher komme ich?“, „Wohn gehe ich?“ und „Wozu bin ich da?“ erörtert. (ISBN 978-3-86805-309-8)

 

 

www.findfightfollow.at

Die nächsten Gottesdienste: Sonntag, 10. Oktober, 19.00 Uhr Jugendkirche Wien „Mittendrin statt nur dabei“, 1050 Wiedner Hauptstr. 97 und Sonntag, 5. Dezember, Eisenstädter Dom

 

 

KAB Vesper

Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.

 

 

Ökumenische Gottesdienste im Karl-Marx-Hof

finden jeweils um 10.00 Uhr in den Räumen des PensionistInnenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: So., 3. Oktober, So., 7. November, 1. Adventsonntag,  28. November.

 

 

Friedensinitiative Donaustadt

Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft sich die FI 22 um 19.00 Uhr in der Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße 2 (U1 Kaisermühlen - VIC):

Di., 12. Okt.: Lutz Holzinger (Journalist), Das Gespenst der Armut (in Österreich)

Di.,  9. Nov.: Gerald Grassl, Autorenlesung – Literatur der Arbeitswelt

Di., 14. Dez.: Manfred Sauer (OMEGA/IPPNW), Bundesheer quo vadis –  Die neue österreichische Sicherheitsdoktrin

Di., 11. Jänner 2011: Bischof Dr. Michael Bünker, Gerechter Friede statt gerechter Krieg

 

 

Am 26. Oktober – Nationalfeiertag

gibt es wieder eine Friedensaktion der Wiener Friedensbewegung, des Österreichischen Friedensrates und der Werkstatt Frieden & Solidarität von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr am Michaeler Platz, 1010 Wien.

 

 

Evangelische Akademie

 

Mittwoch, 20. Oktober,  19.00 Uhr: Quäker – 350 Jahre im Dienste des Friedens. Ihre Arbeit früher und heute, Mitglieder der Wiener Quäker-Gruppe informieren, Moderation: Waltraut Kovacic

 

Freitag, 05. November 2010, 19.00 Uhr: Versöhnungspolitik im 21. Jahrhundert. Herausforderungen und Möglichkeiten, Geiko Müller-Fahrenholz ist evangelischer Theologe und Publizist  und im Ökumenischen Rat der Kirchen für die „Ökumenische Erklärung für einen gerechten Frieden“ zuständig, die bei einer Versammlung zum Abschluss der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ im Mai 2011 in Jamaika verabschiedet werden soll. (gemeinsam mit dem Versöhnungsbund)

 

Ort beider Veranstaltungen: Albert Schweitzer Haus, 1090  Wien, Schwarzspanierstraße 13.

 

BITTE UM SPENDEN

an Konto 040-32-675, Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111,

 Christen f. d. Friedensbewegung

Die Kosten stiegen und steigen und ….

Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!

 

E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at

Friedensbüro: pax.vienna@chello.at

 

http://www.friedenschristen.at.tf/ http://www.friedenschristinnen.at.tf/

 

Wir danken der Gewerkschaft vida

für den Druck des Informationsblattes!

 

 

IMPRESSUM: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Arbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung; alle: 1150 Wien, Oeverseestraße 2c, Druck: Gewerkschaft vida, 1020 Wien, Johann Böhm-Platz 1, Gestaltung: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Sabine Strobl. Adressverwaltung: Manfred Sauer.

Offenlegung: EigentümerIn: 100 % Verein Aktionsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung, Blattlinie: Unterstützung der Friedensarbeit in den Kirchen und der Friedensbewegung, Diskussionsforum zu Christentum und Friedenspolitik.

 

 



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