2010-2-maerz

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INFORMATIONSBLATT

der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 2/2010

 

 

Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,

 

das nächste Treffen findet am

 

Sonntag, dem 21. März 2010 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,

1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)

 

statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist die Diskussion mit Bischof Dr. Michael BÜNKER zum Thema „Friedenspolitische Perspektiven – aus evangelischer Sicht“

 

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Der Beitrag der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung in der Langen Nacht der Kirchen am Freitag, 28. Mai 2010 http://www.langenachtderkirchen.at/  um 20.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde H.B., 1150 Schweglerstr. 39:

 

Die Waffen nieder - dem Elend ein End
Friedenslieder,
gesungen und erklärt von Ernst Toman (Friedensinitiative Donaustadt)
Texte von Dorothee Sölle, gelesen von Alois Reisenbichler

 

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Infos im Internet: www.friedenschristen.at.tf    www.friedenschristinnen.at.tf

 

 

Aus dem Inhalt:

 

 

Franz Sieder: Jesu Versuchungen sind auch unsere Versuchungen

Balázs Németh: Zsigmond Varga - reformierter Pfarrer und Opfer des Faschismus

M. Sauer: Wie viele Atomwaffen braucht die Welt?

Gedenken an Johanna Dohnal

 

 

Adalbert Krims

1 Jahr Obama

10 Thesen für das Treffen der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung am 10. Jänner 2010

 

  1. Vor einem Jahr, vor allem nach der Wahl und bei Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama herrschte nicht nur in den USA, son­dern vor allem auch in Europa eine „Obamamania“. Sie war vor allem eine Reaktion auf die Ära Bush. Die negativen Er­fahrungen mit den 8 Jahren Bush wurden gewissermaßen umgedreht und als positive Erwartungen auf Obama projiziert. Obama hat diese Hoffnungen aufgegriffen und durch eine perfekte PR-Maschinerie in seine Wahlkampagne umgesetzt. Zusammengefasst wurde dies in dem Wort „change“. Also: alles wird anders, besser. Obama wurde schon fast zu einem Messias hochstilisiert, der das Antlitz nicht nur der USA, son­dern auch der Welt komplett verändern wird.

 

  1. Die Euphorie über den Wahlausgang war von Anfang an problematisch (übrigens auch bezüglich des „Ersten schwarzen Präsiden­ten in der Ge­schichte der USA“ – denn einerseits gehörte Obama bezüglich seiner Sozialisierung und seines politischen Werde­gangs nie zur „black community“ oder zur schwarzen Bürgerrechtsbewegung, andererseits spielte dieses Thema auch wenig Rolle im Wahlkampf). Der Sieg Obamas über McCain war zwar klar, aber nicht so überwältigend (es hat schon höhere Siege bei US-Prä­sidentenwahlen gegeben. Außer­dem blieben die Republikaner z. B. bei den Weißen in der Mehrheit). Dazu kam, dass Obama im Wahlkampf nur vage Ankündigungen ge­macht, aber kaum konkrete Ziele formuliert hatte. Insofern war bereits mit dem Amtsantritt die Saat der Ernüchterung gelegt. Da die Obama-Fans ihre jeweils eigenen Wünsche auf Obama projiziert haben, musste es zu Enttäuschungen kommen, sobald die reale Politik begann (denn er konnte ja die teils sehr unterschiedlichen Wünsche gar nicht alle erfüllen).

 

  1. Das erste Regierungsjahr Obamas war generell von einer Anpassung an die vorgegebenen Rahmenbedingungen geprägt – innen-, wirt­schafts- und außenpolitisch. Das betrifft sowohl den institutionellen Rahmen (z. B. das Verhältnis zu den beiden Kammern des Kongresses) als auch die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne (die übrigens mehrheitlich Obama und nicht McCain im Wahl­kampf unterstützt hat­ten!) und die Globalstrategie der USA. Die ökonomischen und strategischen Interessen der USA ändern sich ja nicht automatisch mit einem neuen Präsidenten – zumindest nicht total. Die im Wahlkampf aufgezeigten „Visionen“ Obamas be­schränkten sich im ersten Regierungs­jahr auf einige Reden, im politischen Alltag dominierte aber die Interessenspolitik.

 

  1. In Bezug auf die europäische Sicherheitspolitik und Russland gibt es eine gewisse Entspannung und eine Kurskorrektur gegenüber Bush. Den­noch gibt es keinen „change“, sondern z. B. eine Fortführung der Osterweiterung der NATO und eines modifizierten Ra­ketenabwehr­systems. Aber von der Tendenz her setzt Obama im Vergleich zu Bush sicher mehr auf „Dialog“ und weniger auf „Kon­frontation“ – sowohl gegenüber seinen Bündnispartnern als auch z. B. gegenüber Russland. Immerhin gibt es auch wieder Ver­handlungen über atomare Ab­rüstung mit Russland – und die Europäer fühlen sich jedenfalls als Partner ernster genommen.

 

  1. Bezüglich des „Kriegs gegen den Terror“ tritt Obama verbal weniger martialisch auf, aber auch hier gibt es keinen „change“. Ein Verspre­chen hat er am 1. Jahrestag seines Amtsantritts jedenfalls nicht er­füllt: die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba – und es ist auch unklar, ob und bis wann es geschlossen wird. Die Truppenpräsenz im Irak wurde nicht deutlich gesenkt und der Ab­zugsplan bleibt nebulos. Von klaren Fristen – wie im Wahlkampf – ist nicht mehr die Rede. Zugleich weitete Obama den Afghanistan-Krieg massiv aus. Erstmals sind nun mehr ausländische Soldaten in Af­ghanistan stationiert als während der sowjetischen Intervention. Trotzdem gibt es militärisch aber keinen „Sieg“ – und der Versuch, „die Demokratie zu bringen“ ist spätestens mit dem Wahlbetrug Karsais in ein Desaster geraten (und es war sicher auch die teu­erste Wahlfälschung, die je vom „Westen“ finanziert wurde). Die „neue Afghanistan-Strategie“ (also mehr Augenmerk auf den zivilen Aufbau und schrittweise Übergabe der Sicherheitsaufgaben in afghanische Hände, mehr „Sensibilität“ bei militärischen Operationen, Aufstockung der Truppen, um sie dann rascher abziehen zu können…) ist bisher weitgehend eine Propaganda­floskel geblieben (um den wachsenden Widerstand der Bevölkerung in den Truppen entsendenden Staaten zu besänftigen). Afghanistan erweist sich im­mer mehr als Sackgasse – aber Obama setzt immer noch auf einen Ausweg nach vorne.

 

  1. Im israelisch-palästinensischen Konflikt hatte Obama ursprünglich deutliche Signale für die Zweistaatenlösung gesetzt und auch Bedin­gun­gen für Israel aufgestellt (z. B. Siedlungsstopp). Inzwischen ist klar, dass die USA auch gegenüber einer Rechtsregierung in Israel keinen wirklichen Druck ausüben werden. Die Siedlungspolitik wurde nicht gestoppt und die Gaza-Blockade geht weiter. Auch die neue israelische Regierung kann darauf vertrauen, dass sie letztlich tun kann, was sie will, ohne von ihrem engsten Ver­bündeten ernsthaft behindert zu werden. Die Politik der Doppelstandards wird fortgesetzt: also z. B. scharfe Ablehnung des irani­schen Atomprogramms bei gleichzeitiger stillschweigender Akzeptierung der israelischen Atombewaffnung. Diese Einseitigkeit der US-amerikanischen Nahostpolitik macht auch Obamas große Reden bezüglich eines neuen Verhältnisses zum Islam unglaubwür­dig.

 

  1. Gegenüber Afrika und Lateinamerika gab es ursprünglich deutliche rhetorische Akzente. Aber auch hier wurden die Erwartungen nicht er­füllt. Die Afrikapolitik ist der Terrorismus-Bekämpfung untergeordnet. Und die erwartete Öffnung gegenüber den Linksregie­rungen in La­teinamerika ist nicht wirklich eingetreten. Honduras wäre eine Nagelprobe gewesen: aber nach der ursprünglichen Ver­urteilung des Put­sches wurden keine wirksamen Maßnahmen ergriffen. Inzwischen haben die USA die von den Putschisten durch­geführten Neuwahlen an­erkannt. Und auch die Verstärkung der militärischen Zusammenarbeit mit einer der wenigen verbliebenen Rechtsregierungen Lateinameri­kas – nämlich Kolumbien – hat nicht nur den Konflikt mit Venezuela verschärft, sondern ist auch ge­nerell kein Zeichen eines „change“.

 

  1. Unklar ist, wie Obama das künftige Verhältnis zu China gestalten wird. Gerade in der Krise hat die Bedeutung Chinas als Hauptgläubi­ger der USA zugenommen (China finanziert letztlich zu einem guten Teil das riesige US-Budgetdefizit!). Es scheint, als ob Obama die Chinesen als Großmacht und Partner auf der Weltbühne respektieren wird.

 

  1. Gerade in Europa hatte man sehr hohe Erwartungen an die Klimapolitik Obamas. Immerhin ist positiv, dass die USA nach Bush über­haupt an internationalen Beratungen zu diesem Thema teilnehmen. Aber gerade in Kopenhagen zeigte sich, dass man daran keine hohen Er­wartungen knüpfen sollte. Offenbar gibt es in den USA starke ökonomische Interessen einerseits und ein noch zu schwaches Umweltbe­wusstsein andererseits, um einen „change“ in der Klimapolitik herbeizuführen.

 

  1.  Das Nobelpreiskomitee hat nach weniger als 9 Monaten Amtszeit Obamas beschlossen, dem US-Präsidenten den Friedensnobel­preis 2009 zu verleihen. Unmittelbar vor der Verleihung am 10. Dezember hat Obama eine Aufstockung der Truppen in Afghanistan verkündet und das höchste Militärbudget in der Geschichte der USA ratifiziert (höher als unter Bush!). Das stellt jedenfalls einen kla­ren Widerspruch zum Vermächtnis von Alfred Nobel dar, der den Preis für jene Persönlichkeit gestiftet hat, die im jeweiligen Jahr „am meisten oder am bes­ten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat“. In seiner Rede in Oslo begründete Obama Kriege mit der „Existenz des Bösen“ in der Welt. Mit dieser quasi religiösen Rechtfertigung des Austragens politischer Konflikte mit Waffengewalt fiel Obama in die Argumentation seines Vorgängers Bush zurück. Offenbar war das norwegische Nobelpreiskomitee noch in euro­päischen Illusionen über Obama befangen – die Entscheidung war mehr ein letztes „Nachtreten“ auf Bush als eine tatsächliche Friedens-Auszeichnung. Es ist schon klar, dass es zwischen den beiden klare Unterschiede gibt – aber, wie Bettina Gaus in der Berliner „tageszeitung“ zur Recht feststellte, auch ein rationaler Feldherr ist noch kein Friedenspräsident. 

 

Oberkirchenrat a. D. Dr. Balázs Németh

Weihnachten heißt Umverteilung

Besinnungstext beim Treffen am 10. Jänner 2010, auch nach Weihnachten aktuell

Die 4. und die 5. Strophe eines bekannten Weihnachtsliedes lauten fol­gendermaßen: „Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in sein’s Vaters Reich die klare Gottheit dran ....“  „Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! .....“

 

Die Schlüsselworte in diesem Lied heißen also: Tausch, Austausch und Wechsel. Die Verwendung dieser Begriffe erscheint allerdings absurd. Denn wir verbinden mit einem gerechten Tausch die Gleich­wertigkeit der Tauschobjekte. Hier jedoch springen Einseitigkeit und Ungleichheit ins Auge: Gott wird Knecht, und der Mensch ein Herr, Gott erniedrigt sich, und der Mensch wird erhöht. Die Bibel bezeich­net also diese Absurdität der Ungleichheit als Gerechtigkeit, weil sie darauf abzielt, dass die him­melschreienden Unterschiede zwischen Habenden und Nichthabenden, zwischen Wissenden und Nicht­wissenden, zwischen Privilegierten und Ausgegrenzten und zwi­schen Beachteten und Verachteten eingeebnet werden. Das ist der Kern der Weihnachtsbotschaft mit ihren sozialethi­schen Konsequen­zen. In der Sprache der Bibel heißt diese ausglei­chende Gerechtig­keit Versöhnung – katalllasso –, wortwörtlich über­setzt: Tausch, Austausch, Wechsel.  Nur eine Versöhnung als einseiti­ger, unglei­cher Tausch – heute würde man sagen: Umverteilung von oben nach unten – ebnet tiefe Gräben, gründet und vertieft Gemein­schaft, überwindet Feindschaft und stiftet Frieden. Dort, wo Versöhnung, d.h. Ausgleich zwischen Oben und Unten, verweigert wird, dort fin­den wir die Triebfeder des sogenannten Terrorismus.

 

Die paulinische Versöhnung orientiert sich am christologischen Mo­dell der Umverteilung, wie man das im Weihnachtslied lesen und singen kann. Paulus exemplifiziert dieses Modell in verschiedenen Lebens- und Gesellschaftsbereichen. Er fordert z.B. einen entlaufe­nen Sklaven auf, zu seinem Herrn zurückzukehren, und den Skla­venhalter mahnt er, den Zurückgekehrten nicht mehr als Sklaven, sondern als Freien in seinem Haus aufzunehmen. Wenn der Apostel seine Stimme für eine egalitäre Gesellschaft erhebt, wo es weder Jude noch Grieche, weder Knecht noch Freier, weder Mann noch Frau gibt, sondern Menschen auf glei­cher Stufe  in Christus, dann zielt er ab auf die Rücknahme der Vor­rechte der Privilegien und des Habens zugunsten der Rechtlosen. Pau­lus forderte auch die Entli­turgisierung und Entprivatisierung der Agape­feier, indem die von zu Hause mitgebrachten unterschiedlichen Nah­rungsmittel gleichmäßig unter allen Teilnehmern des Gemeinschafts­mahls verteilt werden sollen, damit der Unterschied zwischen Reich und Arm eingeebnet wird.

 

In unserer heutigen Welt wird das paulinische Modell der Versöh­nung überlagert von der Überlegung: was bringt mir ein Austausch oder Wechsel, und wie steige ich am günstigsten aus?  Heute ge­schieht die Umverteilung nicht von den Reichen zu den Armen, son­dern umgekehrt von den Armen und Wehrlosen zu den Reichen. Die Kopenhagener Kli­makonferenz scheiterte z.B. u a. daran, dass die reichen Länder von al­len dieselben CO² reduzierenden Maßnahmen verlangten, ohne die un­terschiedliche Ausgangsbasis zwischen Nord und Süd zu berücksichti­gen. Ähnlich ist es bestellt mit den Handels­beziehungen, wenn die rei­chen Länder – sich auf das Prinzip des freien Warenverkehrs berufend – mit ihren gut subventionierten Ag­rarprodukten die Landwirtschaft im Sü­den kaputt machen. –  Natür­lich  ist es durchaus rechtens, das iranische Atomprogramm zu hin­terfragen. Allerdings sollte das auch für die Atom­mächte gelten....

 

In kirchlichen Kreisen kann man oft hören, dass der Bau von Mo­scheen in Europa davon abhängig gemacht werden soll, ob es auch möglich ist, in islamischen Ländern Kirchen zu bauen. Hierbei wer­den  zwei Dinge übersehen:  1. Wenn der Moscheenbau mit Re­ziprozität gekoppelt wird, dann wird eine demokratische Gesellschaft auf die Ebene einer autoritä­ren Herrschaft gestellt.  2. Es wird total missachtet, dass Versöhnung – Konsequenz der Menschwerdung Gottes – eine vorauseilende und be­dingungslose Solidarität und An­nahme bedeutet. 

 

Der Apostel Paulus hat wiederholt klar ausgesprochen, dass ver­söhnte Menschen zu Versöhnern in der Welt berufen sind, die sich dafür einset­zen, dass in der Nähe und in der Ferne Umverteilung im biblischen Sinn Realität werde.

 

 

 

Kaplan Franz Sieder

Jesu Versuchungen sind auch unsere Versuchungen

Predigt am 20. Februar 2010 in Amstetten – St. Stephan

 

Ich denke, dass wir mit dem Wort „Versuchung“ alle nicht sehr viel anfangen können. Was sind Versuchungen in  unserem Leben? Viele denken beim Wort „Versuchung“ zuerst an sexuelle Ver­suchungen. Die Frau wird zur Versuchung für den Mann, wenn sie sehr aufreizend und erotisierend gekleidet ist. Wir haben auch im „Vater unser“ die Bitte an Gott: „Führe uns nicht in Versuchung.“ Meine Meinung ist diese Bitte auch etwas irreführend oder schlecht übersetzt, denn Gott möchte ja keinen Menschen in Versuchung füh­ren. Eigentlich sollte es heißen: Steh uns bei in den Versuchungen.

 

Von einem französischen Arbeiterpriester habe ich einen eigenen Text des Vaterunsers bekommen. Der Priester hat versucht, mit den Arbeiterinnen und Arbeitern das Vaterunser in ihr Denken und ihre Sprache zu übersetzen. Ich möchte aus diesem Vaterunser ihnen die Vaterunser-Bitte über die Versuchung wiedergeben –wie sie die ArbeiterInnen gedeutet oder formuliert haben:

 

„Lass uns nicht der Versuchung verfallen. Versuchung – was ist das für ein Wort. Versucht durch wen? Durch ein Mädchen? Soll ich mich für eine solche Versuchung rechtfertigen. Du hast uns ja so ge­macht. Es kommt vor und ich muss zugeben, dass ich versucht bin, in eine Kneipe zu flüchten und mich anzusaufen – oder dass ich mich durch das Fernsehen vergiften lasse – das empfinde ich noch schlimmer. Die Versuchung, vor der ich am meisten Angst habe, ist die Versuchung, dass ich resigniere, dass ich mich wie ein Schwein aufführe, dass ich nur noch an mich denke und danach strebe, an mich allein zu retten. Denn ganz allein bist du keinen Dreck mehr wert. Man ist dann nichts, überhaupt nichts mehr wert.“ Soweit die­ser französische Text.

 

Im heutigen Evangelium werden die drei klassischen Versuchungen genannt, denen Jesus damals ausgesetzt war und denen auch wir heute ausgesetzt sind. Seine Versuchungen sind auch unsere Ver­suchungen.

 

Die erste Versuchung war, dass Jesus, der in der Wüste gehungert hat, seine Wunderkraft für sich selbst benützt und die Steine zu Brot verwandelt, um dadurch seinen Hunger zu stillen. Das wäre aber nicht im Sinn von Gott gewesen. Jesus hat seine Wunderkraft nicht für sich bekommen, sondern um dadurch den Menschen zum Glau­ben zu verhelfen und sie zu heilen. Jesus hat niemals ein Wunder gewirkt, um sich dadurch selbst einen Vorteil zu verschaffen. Jesus hat alle seine Fähigkeiten in den Dienst der anderen gestellt. Sein Leben war ein Leben für die anderen, wirklich Liebe ist ein Weg, der von mir weggeht hin zum anderen Menschen. Wenn ich diese Ver­suchung auf unserer Leben und unsere heutige Wirklichkeit über­trage, dann ist es die Versuchung zum Egoismus – die Versuchung nur an sich selbst zu denken und seinen eigenen Vorteil zu suchen. So haben es auch die französischen Arbeiterinnen und Arbeiter aus­gedrückt. Ich denke, dass diese Versuchung bei vielen Menschen da ist und dass wir diese Versuchung auch ständig bekämpfen sollen. Allein schon darin, dass viele junge Menschen, dass sie den Sinn ih­res Lebens darin sehen, dass sie Spaß haben – das ist die Versu­chung, nur an sich selbst zu denken. Der Ausdruck „Selbstverwirkli­chung“ ist heute sehr „in“. Sicher dürfen und sollen wir glückliche Menschen sein – wer aber Selbstverwirklichung nur so sieht, dass er / sie sein / ihr Leben möglichst genießen kann und sich viele Vorteile sucht, der / die bewegt sich nicht auf dem Weg Jesu. Der deutsche Theologe Söding sagt: „Die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen – koste es, was es wolle – das ist der Inbegriff der Sünde.“

 

Ich denke, dass die Fastenzeit auch dazu da ist, bewusster diese Schwerkraft des Egoismus, die wir alle spüren, zu durchbrechen, und wieder bewusst den Weg zum anderen Menschen zu suchen – besonders zu jenen Menschen, die uns brauchen – die menschliche Zuwendung erwarten, weil sie einsam und krank sind. Gott hat auch uns die Fähigkeit nicht gegeben, um damit blöd anzugeben oder ir­gendeinen Vorteil für uns herauszuschlagen.

 

Die zweite große Versuchung, der auch Jesus als Mensch ausge­setzt war – war die Versuchung Ruhm und Ehre. Der Versucher flüsterte ihm ein: Stürze dich hinab über die Zinne des Tempels. Ma­che mit deiner Wunderkraft eine Show und alle Menschen werden dir zujubeln. Ein wenig erleben wir diese Show auch jetzt bei der Olym­piade in Vancouver. Die Menschen jubeln einer Lindsey Vonn oder einem Gregor Schlierzenauer zu, wenn sie im atemberaubenden Tempo vom Berg herunterfahren oder springen. Gott ist nicht gegen jede Show oder gegen jede Unterhaltung, aber die Versuchung, be­rühmt zu sein – Karriere zu machen – von den Menschen gefeiert zu werden. Dieser Versuchung sind auch heute viele Menschen ausge­setzt. Das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung ist bei jedem Menschen da und das ist auch legitim. Sündhaft wird diese Bedürfnis, wenn ich andere ausstechen möchte – wenn ich der Beste sein will – wenn ich nach Titel strebe und von den Menschen gefeiert werden möchte. Für mich waren hier auch die Papstauftritte, die oft zu einer großen Show gemacht wurden, problematisch. Auch wenn sich Bischöfe mit Exzellenz oder Eminenz ansprechen lassen, dann ist das nicht im Sinn von Jesus. Jedes Angebertum und jedes Karrierestreben ist Gott verhasst. Gott möchte den einfachen Men­schen und nicht den Star. Ich denke, dass es bei dieser Versuchung nicht nur darum geht, dass wir selbst ein Star sein möchten, sondern auch darum, dass wir nicht den Starkult und den Medienrummel in unserer Gesellschaft unterstützen und fördern.

 

Die dritte klassische Versuchung, mit der Jesus konfrontiert war, ist die Versuchung, nach Macht und Besitz zu streben. „Dies alles will ich dir geben“, sagt der Teufel, „wenn du niederfällst und mich an­betest. Jesus konnte von sich sagen: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.“ Er hat aber die Macht nie gebraucht, um Menschen zu beherrschen oder zu unterdrücken oder sich zu berei­chern. Er hat seine macht in den Dienst der Menschen gestellt. Er hat sich sogar, wie er es in der Fußwaschung vordemonstriert hat, zum Sklaven der Menschen gemacht. Es gibt heute viele Menschen, die zwar an Gott glauben – die aber Gott nicht anbeten, sondern nur ihr Geld – ihren Besitz oder ihre Macht anbeten. Jesus hat einmal gesagt: „Du kannst nicht Gott dienen und dem Geld, das ist unmög­lich.“ Viele Menschen beten das goldene Kalb ihres Besitzes an, ohne es zu merken. Anbeten heißt: Was ist für mich das wichtigste in meinem Leben? Und da sollte ich mich gerade in der Fastenzeit fra­gen: Ist Gott für mich am wichtigsten? Lasse ich mich tatsächlich von ihm leiten? Höre ich auf das, was er von mir möchte? Oder ist Gott für mich nur ein Nothelfergott, zu dem ich gehe, wenn es mir schlecht geht. Giere ich nach Macht und Besitz? Ist mir das wichtiger als mein Leben und meine Kräfte einzusetzen für soziale Projekte – für mehr Menschlichkeit und mehr Gerechtigkeit in unserer Welt.

 

Das eigentliche Fasten soll ja nicht darin bestehen, dass ich mich kasteie und einen Verzicht um des Verzichtes willen übe. Das Fasten soll meinem Leben wieder die richtige Richtung geben. Es soll mich auch wach machen für die Versuchungen, denen ich ständig ausge­setzt bin. Es soll mir helfen, dass ich meine Berufung, die ich von Gott habe, wieder klarer erkenne.

 

Der Prophet Jesajas sagt: „Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: Die Fesseln des Unrechts zu lösen – die Stricke des Jochs zu entfernen – die Versklavten freizulassen – jedes Joch zu zerbrechen – an die Hungrigen dein Brot auszuteilen – die obdachlosen Armen in dein Haus aufzunehmen.“ Wir könnten diesen Aufruf des Jesajas auch so zusammenfassen: „Fasten heißt, ein Herz für andere zu haben und seine eigenen Interessen hintanzustellen.“

 

 

Oberkirchenrat a. D. Dr. Balázs Németh

Zsigmond Varga – reformierter Pfarrer und Opfer des Faschismus

 

Zsigmond Varga wurde am 9. September 1919 im Zentrum der un­gari­schen Reformierten, in Debrecen, geboren. Er entstammte einer traditi­onsreichen reformierten intellektuellen Familie. Sein Vater war Universi­tätsprofessor für Religionswissenschaften an der Universität Debrecen, wo Zsigmond Varga ab 1938 reformierte Theologie stu­dierte. Während seines Studiums wurde er maßgeblich von der Theologie Karl Barths beeinflusst, dem Vater der dialektischen Theologie und treibende Kraft der „Bekennenden Kirche“ in Hitler-Deutschland. Karl Barth hatte 1936 während einer Vortragsreise in Ungarn über die Themen „Kirchenkampf“ und „Bekennende Kirche“ auch in Debrecen gesprochen und dort einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ausgehend von Barths Ausführun­gen beschäftigte sich die kirchliche Presse in Debrecen ausführlich mit dem Thema „Ver­suchung des Christentums durch rassistische Ideolo­gien“. Es wurde dabei die Befürchtung geäußert, dass analog zur Ger­manisierung des Christentums in Deutschland in Ungarn eine an den ur­ungari­schen Adlerglauben gebundene ungarische Religion ihr Haupt er­he­ben würde. Diese Überlegungen beschäftigten auch den jungen Varga, der sich diesen Tendenzen vehement entgegenstellte. Ganz im Sinne Barths unterstrich Varga die Formel „Christus allein“ als Absage an das Führerprinzip und Bekenntnis zu der alleinigen Quelle, dem Wort Gottes – eine klare Distanzierung von anderen Lebensgrundlagen wie Rasse und Volkstum. Es ist anzunehmen, dass Varga über den deut­schen Kirchenkampf gut informiert war – auf Grund der Debrecener kirchlichen Presse – und auch die Barmer Erklärung der Bekennenden Kirche Deutschlands 1934 gekannt hat, die weitgehend von Karl Barth initiiert worden war.

 

In diesem Sinn sprach er in einer Predigt in Debrecen von „den dä­moni­schen Kräften“ und betonte, dass „Jesus der einzige Führer ist, der auf einem weißen Pferd reitend kommt“ – womit offensichtlich Hitler und der ungarische Reichsverweser Horthy gemeint waren. Das „Reiten auf dem weißen Pferd“ hatte damals in Ungarn eine symbolträchtige Konnotation, auf die bei festlichen Anlässen stets hingewiesen wurde. Sie verwies auf Horthys Einmarsch in Budapest am 16. November 1919: auf einem wei­ßen Pferd reitend an der Spitze der kontrarevolutionären sogenannten ungarischen National­armee nach dem Zusammenbruch der Räterepu­blik und dem Abzug der rumänischen Besatzungssoldaten. Dieser Ein­marsch bildete den Auftakt zur Ermordung von mehr als tausend kriti­schen Intellektuel­len, liberalen Journalisten, Sympathisanten der Räte­republik und von Juden durch die Sondereinheiten dieser Armee. In die­ser oben er­wähnten Predigt übte Varga zudem scharfe Kritik an Bewe­gungen, „auf deren Fahnen Parolen stehen wie Volk, Rasse und Blut, ebenso wie Sozialismus und Humanismus“. Ganz im Sinne der Barth'schen Konzeption trat er für eine Bekenntniskirche im Unterschied zur Volkskirche ein. Als Sprecher der Studenten an der theologischen Fakultät in Debrecen förderte er – im Sinne von Bonhoeffers „gemein­samem Leben“ – eine bewusste geistige Gemeinschaft in der Kirche und auf der Fakultät. Er widmete sich intensiv der wissen­schaftlichen Arbeit und erlangte 1942 den philosophischen Doktor­grad mit einem Dissertati­onsthema aus dem Grenzbereich zwischen Hellenismus und Neuem Testament.

 

1942/43 studierte Dr. Varga an den Universitäten Genf und Basel, wo er besonders bei Karl Barth seine theologischen Kenntnisse ver­tiefte. In der Schweiz kam er in Berührung mit der ökumenischen Bewegung, u. a. mit deren Flüchtlings- und Kriegsgefangenen-Betreuungsarbeit. Er war sehr beeindruckt von der Schweizer De­mokratie, von der spirituellen Gemein­schaft unter den Theologie­studenten und von dem Selbstbewusstsein der Theologiestudentin­nen. Impulse, die einen jungen Geistlichen – aus einem autoritären Staat kommend – nachhaltig prägten. Genauso blei­bende Bedeu­tung hatten für ihn die Begegnungen mit US-Geistlichen, d. h. Pfar­rern aus dem sogenannten Feindesland, in der neutralen Schweiz und deren objektivere Berichte über das Grauen des Krieges und das Schicksal der Juden in Europa. Nach seiner Rückkehr nach Un­garn wurde er zum Pfarrer ordiniert.

 

Im Frühjahr 1944 kam Varga nach Wien, um für seine theologische Doktorarbeit zu forschen. Er immatrikulierte an den Fakultäten Evangeli­sche Theologie und Philosophie. Gleichzeitig wurde er von der ungari­schen Kirchenleitung mit der seelsorgerlichen und gottes­dienstlichen Betreuung der in Wien lebenden ungarischen Refor­mierten beauftragt. Im Collegium Hungaricum im Palais Trautsohn, dem heutigen Justiz­ministerium, hielt er sonntäglich Gottesdienste. Vargas ungarische Kar­freitagspredigt 1944 wurde über den deut­schen Funk ausgestrahlt. In dieser Predigt hat er seine Landsleute auf die zu erwartenden kommen­den Nöte und Leiden vorbereitet und sie zum Ausharren im Glauben er­mutigt. Seine Predigten brachten ihn naturgemäß mit dem NS-Regime in Konflikt; der in einem Got­tesdienst am 15. Oktober 1944 kulminierte. Seine Worte wurden damals unterbrochen von einem in Zivil auftreten­den Gestapoagen­ten ungarischer Herkunft, der in Richtung Kanzel kommandierte: „Ich entziehe Ihnen das Wort!“ Die Antwort des Predigers von der Kanzel erfolgte prompt: „Dazu haben Sie kein Recht! Sie dürfen den Gottes­dienst nicht stören“. Aufgrund dieser Szene wurde Dr. Varga am 19. Oktober verhaftet und in der Rossauer-Kaserne im Wiener 9. Bezirk inhaftiert. Die Anklage gegen ihn lautete: eine öffentlich geäu­ßerte Hoffnung, dass die Bombardierung durch die Alliierten das baldige Ende des blutigen Krieges bedeute; das Abhören von sogenannten Feindsendern und seine Feindseligkeit gegenüber dem NS-Gedan­ken­gut.

 

Zu der aufgeheizten Stimmung im Zusammenhang mit jener Predigt am 15. Oktober haben folgende Ereignisse höchstwahrscheinlich das Ihrige beigetragen: der Versuch einiger ungarischer Generäle, die in Verbin­dung standen mit dem Reichsverweser Horthy standen, am 15. Oktober 1944 einen Sonderwaffenstillstand mit der sowjeti­schen Armee abzu­schließen, war gescheitert, ebenso die Kündigung des Militärbündnisses mit Hitlerdeutschland. Infolge dieser Ereig­nisse haben die ungarischen Nationalsozialisten, die Pfeilkreuzler, mit deutscher Hilfe die Macht in Ungarn übernommen. Zusätzlich emotionalisiert wurde Varga durch die Tatsache, dass die sowjeti­schen Truppen in jenen Tagen in die Nähe von Debrecen, seiner Heimatstadt, vorrückten und die berühmte Debre­cener Panzer­schlacht begann. Er war nun durch den Frontverlauf von seiner Fa­milie total getrennt. Die veränderte Situation in Ungarn bewirkte eine verstärkte Kontrolle und Überwachung der in Wien lebenden Un­garn des öffentlichen Lebens, zu denen wohl auch Pfarrer gehörten.

 

Nach einigen Monaten Haftzeit in der Rossauer-Kaserne erkrankte Varga an Typhus, verursacht durch mangelhafte Ernährung und schlechte hygienische Verhältnisse. Im Februar 1945 wurde er als kran­ker Mann mit einem Transport zuerst in das KZ Mauthausen und danach in dessen Außenstelle Gusen abtransportiert. Die Inhaftier­ten wurden in einem Rüstungsbetrieb als Zwangsarbeiter eingesetzt. Vargas Zustand verschlechterte sich, was offensichtlich auch beab­sichtigt war, denn für Gusen galt: „Rückkehr unerwünscht“. Die Le­benserwartung der Inhaf­tierten in Gusen betrug demgemäß durch­schnittlich 5 Monate. Wie Überlebende später seinem Vater berich­teten, hat Zsigmond Varga selbst im Leiden und Schmerz seine Mit­häftlinge mit den Worten Hiobs zur Geduld ermutigt. Er starb in Gusen am 5. März 1945 um 6 Uhr 10, nach offizieller Eintragung an Lungenentzündung. Sein Tod war beab­sichtigt und daher kann man zu Recht sagen: er wurde ermordet, wie es auf der Gedenktafel im KZ Gusen steht, die vom Evangelischen Oberkir­chenrat H.B. 1997 angebracht wurde.

 

Dr. Zsigmond Varga wollte nie ein politischer Widerstandskämpfer sein. Nach seiner theologischen Grundeinstellung war er eher ein Theologe der Spiritualität, ähnlich dem Deutschen Dietrich Bon­hoeffer und vielen Vertretern der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung. Aber seine konsequente Verkündigung des Wortes Got­tes und sein durch das eigene Leben bezeugter Wahlspruch: „Non videri, sed esse“ – „Nicht scheinen, sondern sein“ – brachten ihn in tödlichen Konflikt mit der NS-Ideologie und -Herrschaft.

 

Aus: KRITISCHES CHRISTENTUM Nr. 334 / 334 Jänner / Feber 2010,   http://www.akc.at/, Kostenlose Probeexemplare akc@aon.at

 

 

 

M. Sauer

Wie viele Atomwaffen braucht die Welt?

 

Nach jüngsten Pressemeldungen arbeitet US-Präsident Barak Obama seit längerer Zeit an einer neuen Abrüstungsstrategie bei den Atomwaffen. Nach seiner Rede vor Ostern 2009 in Prag, in der er seine Vision einer atomwaffenfreien Welt beschrieb und dafür im Dezember mit dem Friedensnobelpreis 2009 ausgezeichnet wurde, erwarten sich die  Menschen jetzt endlich entsprechende Initiativen. Dazu gibt es in nächster Zeit Gelegenheit genug.

 

START 1-Nachfolgevertrag

 

Der Mitte Dezember 2009 ausgelaufene Vertrag zur Reduktion stra­tegischer Atomwaffen zwischen USA, ehemaliger Sowjetunion, Bela­rus, Ukraine und Kasachstan zeichnete sich auch durch wirksame Verifikationsbestimmungen aus. Russland und USA haben sich zur  Schaffung eines Nachfolgeabkommens, bei vorläufiger Einhaltung des abgelaufenen Vertrags, bekannt. Die Verhandlungen laufen trotz neuerlicher Kritik Russlands an den geänderten Raketenabwehrplä­nen der USA in europäischen Ländern. Experten waren zuletzt skeptisch, ob als Ergebnis wirklich eine weitreichende Reduzierung bis zu 1.000 Sprengköpfen je Land herauskommt. Ein Erfolg vor der NPT-Überprüfungskonferenz im Mai wäre ein wichtiges Signal für neuen Abrüstungswillen.

 

Nichtverbreitungsvertrag in Gefahr?

 

Der Vertrag über die Nichtverbreitung von Nuklearwaffen (NVV, engl. NPT) aus dem Jahr 1968 verpflichtet im Artikel 6 die offiziellen Kernwaffenstaaten (USA, Russland, China, Frankreich und Groß­britannien zur vollständigen nuklearen Abrüstung. Die illegalen Atomwaffenmächte Pakistan, Indien und Israel sind dem Vertrag nicht beigetreten, Nord-Korea hat 2003 den Vertrag verlassen, wäh­rend die internationale Gemeinschaft diesen Status noch als offen bezeichnet. Im Gegenzug steht den 190 Staaten des Vertrages die  friedliche Nutzung der Atomtechnologie, unter verpflichtenden Kon­trollen durch die Atomenergie-Agentur (IAEA) in Wien, offen, auch dem Mitglied Iran. Ziel ist es alle Staaten zum Beitritt zu bewegen.

 

Faktum ist aber, dass die fortwährende Nichtumsetzung des Art. 6 zu einem massiven Vertrauensverlust zwischen den Staaten ohne gegenüber jenen mit Atomwaffen geführt hat. Der USA-Indien-Deal – das Nicht-NPT-Mitglied Indien erhält Atomunterstützung wie ein Mit­glied – nährt diese Haltung zusätzlich. Es ist daher nicht verwunder­lich, wenn eine Reihe von Regierungen sich auf illegalen Wegen Atomwaffen beschafft haben oder entsprechende Anstrengungen dazu unternehmen. Alle fünf Jahre gibt es eine Überprüfungskonfe­renz des NPT. Konnte im Jahre 2000 noch ein ambitionierter Forde­rungskatalog („13 Schritte zur Atomwaffenabrüstung“) verabschiedet werden, war die Tagung 2005 in Wien ein Fiasko und der Nachweis der Abrüstungsblockade bei den Atommächten. Die Konferenz im Mai 2010 in New York muss daher messbare Erfolge bringen sonst könnte der Vertrag auseinander  brechen und viele Staaten eigene Wege in Richtung einer neuen Hochrüstung gehen. Die Vorbereitun­gen lassen zumindest ein entspannteres Konferenzklima erhoffen (Klärung der Agenda und des Vorsitzes).

 

Umfassendes Atomteststopp-Abkommen muss
end­lich in Kraft treten

 

Die in Wien beheimatete Überprüfungsbehörde dieses Abkommens (CTBTO) ist technisch  gesehen voll einsatzbereit. Der Vertrag ist aber erst in Kraft wenn 44 konkret genannte Staaten ratifiziert haben. Folgende 9 Länder fehlen noch: China, Nord-Korea, Ägypten, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Pakistan und die USA. Ein entsprechender Akt der USA würde weitere Staaten dazu motivieren und den Druck auf die Verweigerer erhöhen.

 

Nuklearmaterialkontrolle notwendig

 

Im Sinne einer fairen Rüstungskontrolle, die für alle gleich gilt, ist es notwendig den Transfer von nuklearfähigem Material bzw. dazuge­hörender Technologien international zu kontrollieren. Abkommen zur Beendigung der Plutoniumfertigung und für eine zentrale Brennstoff­bank müssen für alle Staaten bindend sein und unparteiisch exeku­tiert werden.

 

 

 

 

Chancen für Abrüstung

 

Vertrauensbildung und Abrüstungsbereitschaft sind eng verbunden mit weiteren Abrüstungssignalen für den konventionellen Bereich und der friedlichen Beilegung laufender Krisen- und Kriegsszenarien. Dazu sind auch kreative Vorstöße für eine gerechte Verteilung der Güter und Rohstoffe, für eine ernsthafte Beseitigungsstrategie von Hunger und Unterentwicklung sowie für den Erhalt unserer Umwelt notwendig.

 

Ein wesentlicher Punkt bleibt aber der Druck von unten, gerade aus einem christlichen Selbstverständnis heraus. Die zurückgetretene deutsche evangelische Bischöfin Margot Käßmann hätte eine Leitfi­gur dafür sein können. Die evangelische Kirche Österreichs ist   ge­genüber der katholischen Kirche in solchen Fragen wesentlich enga­gierter. So bleibt es an den Christen selbst von ihren Kirchenoberen mehr Mut und entschlosseneres Handeln für Abrüstung und für Frie­den in Gerechtigkeit zu fordern, denn Atomwaffen und Waffen über­haupt sind wahrlich kein Beitrag zur Lösung irgendwelcher Prob­leme.

 

 

 

Friedensbewegung trauert um Johanna Dohnal

ie verstorbene Johanna Dohnal war eine Freundin und Unterstütze­rin der Friedensbewegung - zum Beispiel als Teilnehmerin der gro­ßen Demonstrationen gegen Atomwaffen 1982 und 1983, als Akti­vistin gegen die Golfkriege, als Mitunterzeichnerin des Inserates ge­gen eine Militärintervention in Jugoslawien und auch als Grußadres­senschreiberin zum Hiroshimatag.

 

Sie hat die Inhalte der Friedensbewegung in die Frauen- und in die ArbeiterInnenbewegung, in die Sozialdemokratie und in die SPÖ Frauen eingebracht.

 

1999 schrieb sie an die TeilnehmerInnen der Hiroshima-Aktion:

 

"Es ist noch immer Argwohn und Widerstand angesagt gegen eine Politik, die ganz und gar bestimmt ist von Machtwillen und von einem illusionären Glauben an die Allmacht technokratischer Konzepte. Vielleicht ist dies aber nur dann möglich, wenn wir wieder mehr Mut für die Angst haben, um jene ängstigen zu können, die uns ablen­ken, beruhigen und einlullen wollen."

 

Wir trauern um eine bedeutende Aktivistin der Frauenbewegung, der ArbeiterInnenbewegung und auch der Friedensbewegung!!!

(Andreas Pecha und Alois Reisenbichler)

 

 

Kaplan Franz Sieder

Kirchlicher Nachruf auf Johanna Dohnal

 

Ich möchte als katholischer Priester einen Nachruf zum Tod von Jo­hanna Dohnal bringen. Ich bin Johanna Dohnal einige Male begeg­net. Sie war auch zweimal bei uns in Amstetten bei Podiumsdiskus­sionen der Betriebsseelsorge und der Arbeitsgemeinschaft Chris­tentum und Sozialdemokratie (ACUS).

 

Soviel ich weiß, war Johanna Dohnal aus der Kirche ausgetreten. Ihre Gründe dafür kenne ich nicht. Sie hatte in den meisten kirchli­chen Kreisen auch keine großen Sympathiewerte und sie spürte in der Kirche eher Ablehnung als Bewunderung.

 

Für mich war Johanna Dohnal aber eine großartige Frau und auch so etwas wie eine anonyme Christin. Der Ausdruck „anonymer Christ“ stammt vom großen Theologen Karl Rahner und er bezeich­net Menschen, die zwar offiziell nicht zur Kirche gehören, die aber in einem sehr hohen Ausmaß das leben, um was es in der Botschaft des Evangeliums geht.

 

In der Grundintention von Jesus geht es um Gerechtigkeit, um die Gleichheit aller Menschen und konkret auch um die Befreiung der Frau von jeglicher Unterdrückung. In der Bibel heißt es: „Von nun an gibt es nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Sklaven und Freie, nicht mehr Mann und Frau, sondern von nun sind alle Men­schen gleich in Christus.“

 

Johanna Dohnal hat zeitlebens gegen die Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft gekämpft und die gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau war ihr ein Herzensanliegen. Sie hat dafür auch viele Demütigungen auf sich genommen. Insofern war Johanna eine große prophetische Gestalt unserer Zeit. Die Frauenbefreiung wäre in Österreich ganz sicher nicht so weit, wie sie heute ist, hätte es Jo­hanna Dohnal nicht gegeben.

 

Ein leuchtender Charakterzug von ihr war ihr Einsatz für Gerechtig­keit – und ihre Geradlinigkeit. Sie war kein Schilfrohr, das vom politi­schen Wind hin- und hergetrieben wurde. Der Filmtitel eines Films über den englischen Märtyrer Thomas Morus heißt „Ein Mann zu je­der Jahreszeit“. Von Johanna Dohnal könnten wir sagen: „Eine Frau zu jeder Jahreszeit.“ Sie ist sich selbst treu geblieben und hat sich von niemanden verbiegen lassen.

 

Ich bewundere Menschen, die aus der Kraft des Glaubens einen so geradlinigen Weg gehen. Ich bewundere aber genauso Menschen, die aus tiefer Humanität und einem Gerechtigkeitsempfinden zeitle­bens einen geradlinigen Weg gehen. Es ist ein Weg, der einem Menschen auch viele persönliche Opfer abverlangt. In diesem Sinn verdient Johanna Dohnal auch eine kirchliche Würdigung. Ihr Einsatz war ein Einsatz für das Werden des Reiches Gottes in unserer Ge­sellschaft, für eine menschlichere und gerechtere Welt. Ihr Ver­mächtnis kann nur sein, weiter – auch innerhalb der Kirche – für die Befreiung der Frau zu kämpfen.

 

Die französische Johanna, die Jean d’Arc, war auch eine Kämpferin – sie wurde von der Kirche heilig gesprochen. Die Kirche braucht die Johanna Dohnal nicht heilig sprechen, aber wir sollten ihr große Wertschätzung und Dankbarkeit entgegenbringen.

 

 

 

 

KAB Vesper

Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pöl­ten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugend­haus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt (nicht in den Sommerferien).

 

Ökumenischer Gottesdienst im Karl-Marx-Hof

finden jeweils am ersten Sonntag im Monat um 10.00 Uhr in den Räumen des Pensionistenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: 11. April (wegen Ostern 2. Sonntag), 2. Mai, 6. Juni und 4. Juli.

 

www.findfightfollow.at

Die nächsten Jugendgottesdienste sind

Sonntag, 18. April, 18.30 Uhr, Firmevent – Feuerfest, Jugendkirche Wien, Wiedner Hauptstr. 97;

Sonntag, 16. Mai Kirche Maria Schnee;

Sonntag, 8. August Laxenburg, gemeinsam mit den PfadfinderInnen.

(zu diesen Gottesdiensten gibt es noch keine näheren Infos auf der Homepage).

 

Termine „Wir sind Kirche“

Dienstag, 16. März, 19.00 Uhr, vorösterliche Liturgiefeier, Pfarre St. Gertrud / Währing, Barockkirche, 1180 Wien, Eingang Maynollo­gasse (U6 Währinger Straße, Straßenbahn 40 / 41 stadtauswärts)

Sonntag, 21. März 2010, von 15 bis 17 Uhr, Frauen in der Bibel,  MMag.ª  Dr. Andrea Taschl-Erber,  Kardinal-König-Haus, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)

Dienstag, 12. April 2010,  18.00 Uhr, Wir bereiten die Tagung "Wir sind Kirche - Ein Verfassungsprinzip" vor. Diese Tagung findet vom 18. und 20. Juni 2010 in Vorarlberg statt. Um Voranmeldung wird ersucht. Tel. 01/315 42 00, e-mail: hans_peter.hurka@gmx.at

Mittwoch, 21. April 2010, 18.00 Uhr, Dornbirn, in der Pfarre St. Christoph, Rohrbach (Vorarlberg), Gesprächskreis zum Buch: „Der Traum des Königs Nebukadnezar“ von Roger Lenaers, über das Kapitel 12 (Gibt es ein Leben nach dem Tode?) Moderation  Dr. Mi­chael Striebel

Donnerstag, 22. April 2010, 19:00 Uhr, Reflexion der neu gestalte­ten Eucharistie-Feier mit Dr. Paul Weitzer,  Pfarre St. Gertrud / Währing, Pfarrheim, 1180 Wien, Maynollogasse 3

Ernesto Cardenal und Grupo Sal: Den Himmel berühren

„Den Himmel berühren“, diesen Satz von Novalis zitiert Ernesto Car­denal in seinem Werk. Er steht über dem Programm der Konzert­lesereise 2010, das vor allem seinem literarischen wie politischen Vermächtnis gewidmet ist. Dabei wird Ernesto Cardenal der Frage „Was bleibt?“ nachspüren – einer Frage die auf Englisch „What’s left?“ heißt und damit auch eine klare politische Dimension hat. Mit ausgewählten Texten wird der inzwischen 85-jährige Dichter und Revolutionär versuchen, uns seine Erfahrungen als Mensch, als Poet und als Vertreter der Zeitgeschichte nahe zu bringen. Grupo Sal ist seit über 25 Jahren im deutschsprachigen Europa die „Stimme Lateinamerikas“.

Sonntag, 21. März 2010, 17.00 Uhr, Evangelische Kirche Bregenz

Montag, 22. März 2010, 19:30 Uhr im Stadttheater Wels.

Dienstag, 23. März 2010, 20 Uhr, in der ARGE Kultur Salzburg

Mittwoch, 24. März 2010, 19 Uhr, im Dom im Berg in Graz.

 

"Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein“

Internationaler ökumenischer Bodensee-Kirchentag Radolfzell: Samstag, 24. April 2010. Nach dem Bodensee-Kirchentag 2008 in  Ravensburg findet dieser  im April 2010  in Radolfzell, einer Klein­stadt  am westlichen Ende des Bodensees statt. Programm des Ökumenischen  Kirchentages  unter  www.bodensee-kirchentag.de  

 

Konzerte in der Herz-Jesu-Kirche

Sonntag, 14. März, 19.30 Uhr, Metropolitan Kammerorchester Wien, mit Werken von S. Elgar, J.S. Bach und G. Pergolesi.

Mittwoch, 17. März, 19.30 Uhr, Shawnee Mission, East Choraliers & Chamber Choir, Leitung Kenneth D. Foley, Benefizkonzert für den Regenwald der ÖsterreicherInnen. Beide Konzerte in der Herz-Jesu-Kirche, 1030  Wien, Landstraße Hauptstr. 137

 

Friedensinitiative Donaustadt

 

Die Friedensinitiative trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in der Donaucity­kirche, 1220  Wien, Donaucitystraße 2 (U1 Kaisermühlen – VIC):

Di, 9. März 2010: Dra. Elke Renner (LehrerInnen für den Frieden): Armut in einem reichen Land

Di., 20. April 2010: (wegen Ostern 3. Di.)Dr. Friedl Garscha (Doku­mentationsarchiv des Österr. Widerstands), Österreich 1945

Di., 11. Mai 2010: Christoph Riedl (Diakonie): Migration – Umgang mit Fremden in Österreich (Juni – August: Sommerpause)

Di., 14. Sep. 2010: Rassismusfreie Zonen

 

Adolf Holl und Adalbert Krims

diskutieren auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) unter dem Motto „40 Jahre danach“ über die Umwälzungen der Gesellschaft in der Kreisky-Ära. Die Diskussion beginnt am Mittwoch, 10. März 2010 um 19.00 Uhr im Karl-Mark-Heim, 1190 Wien, Billrothstr. 34 (Straßenbahn 38 Gatterburg­gasse).

 

 

Donnerstag, 11. März Gipeldemo

Demonstration gegen den Gipfel der europäischen Bildungsminister, die am 11./12. März 2010 in der Wiener Hofburg das 10-jährige Ju­biläum des sog. "Bologna-Prozesses" feiern.

Treffpunkt: Wien Westbahnhof, 15 Uhr,

Alternativgipfel 11. – 14. März Campus Uni Wien,

Infos www.bolognaburns.at

 

"Peak-Oil - Erdöl im Spannungsfeld
 von Krieg und Frieden"

Film von Norbert Bauer, Vortrag von Gerald Oberansmayr und Dis­kussion, Do, 18. März 2010, 19 Uhr, im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien

 

Söldner, Schurken, Seepiraten

Piraten“ sorgen immer für Schlagzeilen. Wer sich für Ursachen und Hintergründe der zunehmenden Piraterie interessiert, dem und der ist das neue Buch des Friedensforschungsinstituts Schlaining, dass die Beiträge der Sommerakademie 2009 dokumentiert zu empfehlen. Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag gegen oberflächliche „News“, mit denen Stimmungen geschaffen werden, die dann wieder zur Le­gitimation von Militär und Kriegseinsätzen dienen. Als ChristInnen für die Friedensbewegung freut uns, dass die Pre­digt von Kaplan Franz Sieder beim Friedensgot­tesdienst in der Burgkapelle abgedruckt wurde.

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg.), Projektleitung: Thomas Roithner: Söldner, Schurken, See­pi­raten. Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der "neuen" Kriege, 343 Seiten, Dialog 58 - Beiträge zur Friedensfor­schung, ISBN 9-7836-4350-0991, Lit-Verlag, Münster - Hamburg - London - Berlin - Wien, € 9,80 zzgl. Porto, Jänner 2010. Infos: http://www.thomasroithner.at

 

Peter Strutynski in Wien

Der Sprecher des Kasseler Friedensratschlages und Gestalter der lesenswerten Homepage http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/Welcome.html spricht am Montag, 12. April 2010 um 19.00 Uhr im Amerlinghaus, 1070  Stiftgasse 8 zum Thema „Afghanistan – Krieg für Demokratie und Menschenrechte.

 

Evangelische Akademie

 

Unter dem Motto „Wenn alle Stricke reißen“ findet in der zweiten März-Woche 65. Evangelische Woche zum Thema Krise und Kri­senbewältigung statt. Das genaue Programm auf der Homepage: http://bildungswerk.evang-wien.at/va_woche_10.htm

 

Gurbet – In der Fremde

Fremdsein – hier wie dort, das ist ein durchgehendes Gefühl von Gastarbeitern und ihren Familien, die in den späten 60er und 70er Jahren „für kurze Zeit“ nach Österreich gekommen sind. Sie hatten konkrete Ziele, was sie mit dem verdienten Geld in der Heimat alles machen wollten Inzwischen sind fast 40 Jahre vergangen und sie le­ben noch immer als „Ausländer“ hier und sind „Deutschländer“ in der Türkei geworden. Der Film ist weit mehr als eine Dokumentation. Er ist ein kluges, bitteres, aber auch lustiges Porträt von unterschiedli­chen Menschen und ihren Lebensgeschichten.

DiskutantInnen: Barbara Herzog-Punzenberger, (Österr. Akademie der Wissenschaften, Integrationsexpertin), Kenan Kilic (Regisseur des Films), Ljubomir Bratic (Philosoph. Journalist)

Moderation: Waltraut Kovacic, Montag, 18. März 2010, 18:30 Uhr

Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien, Kapelle, 4. Stock, Kosten: Euro 9,–/6,– (ermäßigt)

 

Christlich-marxistischer Lesekreis

Texte der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit

Gerade in den Zeiten der Krise des Kapitalismus knüpfen wir an ein – für manche bis heute irritierendes - Projekt aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an: ChristInnen und MarxistInnen kommen über ihre Hoffnungen auf Frieden und Gerechtigkeit mitein­ander ins Gespräch. Wir lesen grundlegende und aktuelle Texte aus der jeweiligen Tradition und diskutieren darüber. Eingeladen zum Lesekreis sind Neugierige und Interessierte, die sich auf eine solche Begegnung einlassen wollen. Organisation und Information: Roland Werneck, Donnerstag, 24. März 2010

19:00 – 21:00 Uhr, Ort: Albert Schweitzer Haus

Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

 

Multimediale Präsentation

Uns gehört die Welt!

Macht und Machenschaften der Multis

Markenfirmen wie Adidas, Bayer, McDonald’s, Nokia und Shell und ihre Shareholder betrachten die Welt als eine Ware, mit der man Profite machen kann. Menschenrechte, Demokratie und Umwelt bleiben dabei auf der Strecke. Immer mehr – vor allem junge – Men­schen fühlen sich durch Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Diskri­minierung und die wachsenden sozialen Unterschiede, aber auch durch globales Elend, Ausbeutung, Krieg und Kinderarbeit bedroht. Klaus Werner-Lobo (Autor, Vortragender, Clown)

Dienstag, 20. April 2010, 19:00 Uhr,  Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien, Kosten: Euro 9,–/6,– (ermä­ßigt, auch für SchülerInnen und Studierende)

 

Lange Nacht der Kirchen 2010 am Freitag, 28. Mai

 in der Zwinglikirche,1150 Schweglerstr. 39

19.00-20.00  Uhr  Schau auf die Welt – Musik zu Tag und Nacht

Konzert des Zwinglichors und der HuG (Homosexuelle und Glaube)

Geistliche Lieder von Hugo Wolf und Lieder zu Schöpfung und Verantwortung

20.00-21.00 Uhr Die Waffen nieder - dem Elend ein End

Friedenslieder mit Ernst Toman, Texte von D. Sölle(siehe Seite 1)

21.00-22.00 Uhr Konzert der koreanischen Gemeinde Internationale Lieder und Instrumentalmusik

22.00-23.00 Uhr  Humoristisches über Gott und die Welt

Heiteres zum Ausklang mit Alfred Heinrich, Elfriede Kirnbauer und Franz Streiter

 

 

 

"Krieg im Abseits"

Die Schlaininger Sommerakademie 2010 wird sich mit den so ge­nannten "vergessenen Kriegen" auseinandersetzen. Während die Kriege in Afghanistan und Irak unter großer internationaler Be­obachtung stehen,  sind Kriege und Konflikte in der Westsahara, in Südamerika, in Kaschmir oder in Algerien kaum in unseren Schlag­zeilen zu finden. Welche geopolitischen Gründe sind dafür verant­wortlich? Welche Rolle spielen ökonomische Zusammenhänge? Was können Massenmedien tun und was sollen sie lassen? Welche Rolle kommt kritischen NGOs und alternativen Medien zu?

 

Sommerakademie "Krieg im Abseits", 4. - 9. Juli 2010, u.a. mit Elmar Altvater, Jochen Hippler, Elias Bierdel, Norman Paech, Heid­run Zinecker, Werner Ruf, Claudia Haydt, Angelika Spelten, Volker Matthies, Elfriede Schachner, Peter Strutynski, Erhard Crome, Co­rinna Milborn  u.v.a.

Im Rahmen der Akademie wird am 9. Juli mit Ndudueze Fabian Mmagu ein Friedensgottesdienst gefeiert

Anfragen: Thomas Roithner, roithner@aspr.ac.at

Programm: http://www.aspr.ac.at/sak.htm

 

Bitte vormerken:

Freitag, 6. August: Hiroshima-Tag – 65. Jahres­tag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima, Aktion auf dem Wiener Stephansplatz

Montag, 9. August: 65. Jahrestag Atombombe auf Nagasaki – Gedenkfeier bei der Wiener Friedenspagode – Nähre Informationen bald auf

http://www.hiroshima.at/

 

Unsere Bitte:

Unsere Kosten sind enorm gestiegen!!!
BITTE UM SPENDEN

an Konto 040-32-675,
Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111,
 Christen f. d. Friedensbewegung

Die Kosten stiegen und steigen und ….

Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!

 

E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at
Friedensbüro: pax.vienna@chello.at

 

http://www.friedenschristen.at.tf/    http://www.friedenschristinnen.at.tf/

 

 

IMPRESSUM: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Arbeits­gemein­schaft Christinnen und Christen für die Frie­densbewegung; alle: 1150 Wien, Oever­seestraße 2c, Eigen­druck. Gestaltung: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Ad­ressverwaltung: Manfred Sauer.

Offenlegung: EigentümerIn: 100 % Verein Aktionsgemein­schaft Chris­tinnen und Christen für die Friedensbewegung, Blattlinie: Unterstützung der Friedensarbeit in den Kirchen und der Friedens­bewegung, Diskus­sionsforum zu Christen­tum und Frie­denspolitik.

 

 

 

 

 


 


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 



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