INFORMATIONSBLATT
der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 2/2010
Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,
das nächste Treffen findet am
Sonntag, dem 21. März 2010 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,
1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)
statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist die Diskussion mit Bischof Dr. Michael BÜNKER zum Thema „Friedenspolitische Perspektiven – aus evangelischer Sicht“
.......................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................
Der Beitrag der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung in der Langen Nacht der Kirchen am Freitag, 28. Mai 2010 – http://www.langenachtderkirchen.at/ – um 20.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde H.B., 1150 Schweglerstr. 39:
Die Waffen nieder - dem Elend ein End
Friedenslieder, gesungen und erklärt von Ernst Toman (Friedensinitiative Donaustadt)
Texte von Dorothee Sölle, gelesen von Alois Reisenbichler
.......................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................
Infos im Internet: www.friedenschristen.at.tf www.friedenschristinnen.at.tf
Aus dem Inhalt:
Franz Sieder: Jesu Versuchungen sind auch unsere Versuchungen
Balázs Németh: Zsigmond Varga - reformierter Pfarrer und Opfer des Faschismus
M. Sauer: Wie viele Atomwaffen braucht die Welt?
Gedenken an Johanna Dohnal
Adalbert Krims
1 Jahr Obama
10 Thesen für das Treffen der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung am 10. Jänner 2010
Oberkirchenrat a. D. Dr. Balázs Németh
Weihnachten heißt Umverteilung
Besinnungstext beim Treffen am 10. Jänner 2010, auch nach Weihnachten aktuell
Die 4. und die 5. Strophe eines bekannten Weihnachtsliedes lauten folgendermaßen: „Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in sein’s Vaters Reich die klare Gottheit dran ....“ „Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! .....“
Die Schlüsselworte in diesem Lied heißen also: Tausch, Austausch und Wechsel. Die Verwendung dieser Begriffe erscheint allerdings absurd. Denn wir verbinden mit einem gerechten Tausch die Gleichwertigkeit der Tauschobjekte. Hier jedoch springen Einseitigkeit und Ungleichheit ins Auge: Gott wird Knecht, und der Mensch ein Herr, Gott erniedrigt sich, und der Mensch wird erhöht. Die Bibel bezeichnet also diese Absurdität der Ungleichheit als Gerechtigkeit, weil sie darauf abzielt, dass die himmelschreienden Unterschiede zwischen Habenden und Nichthabenden, zwischen Wissenden und Nichtwissenden, zwischen Privilegierten und Ausgegrenzten und zwischen Beachteten und Verachteten eingeebnet werden. Das ist der Kern der Weihnachtsbotschaft mit ihren sozialethischen Konsequenzen. In der Sprache der Bibel heißt diese ausgleichende Gerechtigkeit Versöhnung – katalllasso –, wortwörtlich übersetzt: Tausch, Austausch, Wechsel. Nur eine Versöhnung als einseitiger, ungleicher Tausch – heute würde man sagen: Umverteilung von oben nach unten – ebnet tiefe Gräben, gründet und vertieft Gemeinschaft, überwindet Feindschaft und stiftet Frieden. Dort, wo Versöhnung, d.h. Ausgleich zwischen Oben und Unten, verweigert wird, dort finden wir die Triebfeder des sogenannten Terrorismus.
Die paulinische Versöhnung orientiert sich am christologischen Modell der Umverteilung, wie man das im Weihnachtslied lesen und singen kann. Paulus exemplifiziert dieses Modell in verschiedenen Lebens- und Gesellschaftsbereichen. Er fordert z.B. einen entlaufenen Sklaven auf, zu seinem Herrn zurückzukehren, und den Sklavenhalter mahnt er, den Zurückgekehrten nicht mehr als Sklaven, sondern als Freien in seinem Haus aufzunehmen. Wenn der Apostel seine Stimme für eine egalitäre Gesellschaft erhebt, wo es weder Jude noch Grieche, weder Knecht noch Freier, weder Mann noch Frau gibt, sondern Menschen auf gleicher Stufe in Christus, dann zielt er ab auf die Rücknahme der Vorrechte der Privilegien und des Habens zugunsten der Rechtlosen. Paulus forderte auch die Entliturgisierung und Entprivatisierung der Agapefeier, indem die von zu Hause mitgebrachten unterschiedlichen Nahrungsmittel gleichmäßig unter allen Teilnehmern des Gemeinschaftsmahls verteilt werden sollen, damit der Unterschied zwischen Reich und Arm eingeebnet wird.
In unserer heutigen Welt wird das paulinische Modell der Versöhnung überlagert von der Überlegung: was bringt mir ein Austausch oder Wechsel, und wie steige ich am günstigsten aus? Heute geschieht die Umverteilung nicht von den Reichen zu den Armen, sondern umgekehrt von den Armen und Wehrlosen zu den Reichen. Die Kopenhagener Klimakonferenz scheiterte z.B. u a. daran, dass die reichen Länder von allen dieselben CO² reduzierenden Maßnahmen verlangten, ohne die unterschiedliche Ausgangsbasis zwischen Nord und Süd zu berücksichtigen. Ähnlich ist es bestellt mit den Handelsbeziehungen, wenn die reichen Länder – sich auf das Prinzip des freien Warenverkehrs berufend – mit ihren gut subventionierten Agrarprodukten die Landwirtschaft im Süden kaputt machen. – Natürlich ist es durchaus rechtens, das iranische Atomprogramm zu hinterfragen. Allerdings sollte das auch für die Atommächte gelten....
In kirchlichen Kreisen kann man oft hören, dass der Bau von Moscheen in Europa davon abhängig gemacht werden soll, ob es auch möglich ist, in islamischen Ländern Kirchen zu bauen. Hierbei werden zwei Dinge übersehen: 1. Wenn der Moscheenbau mit Reziprozität gekoppelt wird, dann wird eine demokratische Gesellschaft auf die Ebene einer autoritären Herrschaft gestellt. 2. Es wird total missachtet, dass Versöhnung – Konsequenz der Menschwerdung Gottes – eine vorauseilende und bedingungslose Solidarität und Annahme bedeutet.
Der Apostel Paulus hat wiederholt klar ausgesprochen, dass versöhnte Menschen zu Versöhnern in der Welt berufen sind, die sich dafür einsetzen, dass in der Nähe und in der Ferne Umverteilung im biblischen Sinn Realität werde.
Kaplan Franz Sieder
Jesu Versuchungen sind auch unsere Versuchungen
Predigt am 20. Februar 2010 in Amstetten – St. Stephan
Ich denke, dass wir mit dem Wort „Versuchung“ alle nicht sehr viel anfangen können. Was sind Versuchungen in unserem Leben? Viele denken beim Wort „Versuchung“ zuerst an sexuelle Versuchungen. Die Frau wird zur Versuchung für den Mann, wenn sie sehr aufreizend und erotisierend gekleidet ist. Wir haben auch im „Vater unser“ die Bitte an Gott: „Führe uns nicht in Versuchung.“ Meine Meinung ist diese Bitte auch etwas irreführend oder schlecht übersetzt, denn Gott möchte ja keinen Menschen in Versuchung führen. Eigentlich sollte es heißen: Steh uns bei in den Versuchungen.
Von einem französischen Arbeiterpriester habe ich einen eigenen Text des Vaterunsers bekommen. Der Priester hat versucht, mit den Arbeiterinnen und Arbeitern das Vaterunser in ihr Denken und ihre Sprache zu übersetzen. Ich möchte aus diesem Vaterunser ihnen die Vaterunser-Bitte über die Versuchung wiedergeben –wie sie die ArbeiterInnen gedeutet oder formuliert haben:
„Lass uns nicht der Versuchung verfallen. Versuchung – was ist das für ein Wort. Versucht durch wen? Durch ein Mädchen? Soll ich mich für eine solche Versuchung rechtfertigen. Du hast uns ja so gemacht. Es kommt vor und ich muss zugeben, dass ich versucht bin, in eine Kneipe zu flüchten und mich anzusaufen – oder dass ich mich durch das Fernsehen vergiften lasse – das empfinde ich noch schlimmer. Die Versuchung, vor der ich am meisten Angst habe, ist die Versuchung, dass ich resigniere, dass ich mich wie ein Schwein aufführe, dass ich nur noch an mich denke und danach strebe, an mich allein zu retten. Denn ganz allein bist du keinen Dreck mehr wert. Man ist dann nichts, überhaupt nichts mehr wert.“ Soweit dieser französische Text.
Im heutigen Evangelium werden die drei klassischen Versuchungen genannt, denen Jesus damals ausgesetzt war und denen auch wir heute ausgesetzt sind. Seine Versuchungen sind auch unsere Versuchungen.
Die erste Versuchung war, dass Jesus, der in der Wüste gehungert hat, seine Wunderkraft für sich selbst benützt und die Steine zu Brot verwandelt, um dadurch seinen Hunger zu stillen. Das wäre aber nicht im Sinn von Gott gewesen. Jesus hat seine Wunderkraft nicht für sich bekommen, sondern um dadurch den Menschen zum Glauben zu verhelfen und sie zu heilen. Jesus hat niemals ein Wunder gewirkt, um sich dadurch selbst einen Vorteil zu verschaffen. Jesus hat alle seine Fähigkeiten in den Dienst der anderen gestellt. Sein Leben war ein Leben für die anderen, wirklich Liebe ist ein Weg, der von mir weggeht hin zum anderen Menschen. Wenn ich diese Versuchung auf unserer Leben und unsere heutige Wirklichkeit übertrage, dann ist es die Versuchung zum Egoismus – die Versuchung nur an sich selbst zu denken und seinen eigenen Vorteil zu suchen. So haben es auch die französischen Arbeiterinnen und Arbeiter ausgedrückt. Ich denke, dass diese Versuchung bei vielen Menschen da ist und dass wir diese Versuchung auch ständig bekämpfen sollen. Allein schon darin, dass viele junge Menschen, dass sie den Sinn ihres Lebens darin sehen, dass sie Spaß haben – das ist die Versuchung, nur an sich selbst zu denken. Der Ausdruck „Selbstverwirklichung“ ist heute sehr „in“. Sicher dürfen und sollen wir glückliche Menschen sein – wer aber Selbstverwirklichung nur so sieht, dass er / sie sein / ihr Leben möglichst genießen kann und sich viele Vorteile sucht, der / die bewegt sich nicht auf dem Weg Jesu. Der deutsche Theologe Söding sagt: „Die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen – koste es, was es wolle – das ist der Inbegriff der Sünde.“
Ich denke, dass die Fastenzeit auch dazu da ist, bewusster diese Schwerkraft des Egoismus, die wir alle spüren, zu durchbrechen, und wieder bewusst den Weg zum anderen Menschen zu suchen – besonders zu jenen Menschen, die uns brauchen – die menschliche Zuwendung erwarten, weil sie einsam und krank sind. Gott hat auch uns die Fähigkeit nicht gegeben, um damit blöd anzugeben oder irgendeinen Vorteil für uns herauszuschlagen.
Die zweite große Versuchung, der auch Jesus als Mensch ausgesetzt war – war die Versuchung Ruhm und Ehre. Der Versucher flüsterte ihm ein: Stürze dich hinab über die Zinne des Tempels. Mache mit deiner Wunderkraft eine Show und alle Menschen werden dir zujubeln. Ein wenig erleben wir diese Show auch jetzt bei der Olympiade in Vancouver. Die Menschen jubeln einer Lindsey Vonn oder einem Gregor Schlierzenauer zu, wenn sie im atemberaubenden Tempo vom Berg herunterfahren oder springen. Gott ist nicht gegen jede Show oder gegen jede Unterhaltung, aber die Versuchung, berühmt zu sein – Karriere zu machen – von den Menschen gefeiert zu werden. Dieser Versuchung sind auch heute viele Menschen ausgesetzt. Das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung ist bei jedem Menschen da und das ist auch legitim. Sündhaft wird diese Bedürfnis, wenn ich andere ausstechen möchte – wenn ich der Beste sein will – wenn ich nach Titel strebe und von den Menschen gefeiert werden möchte. Für mich waren hier auch die Papstauftritte, die oft zu einer großen Show gemacht wurden, problematisch. Auch wenn sich Bischöfe mit Exzellenz oder Eminenz ansprechen lassen, dann ist das nicht im Sinn von Jesus. Jedes Angebertum und jedes Karrierestreben ist Gott verhasst. Gott möchte den einfachen Menschen und nicht den Star. Ich denke, dass es bei dieser Versuchung nicht nur darum geht, dass wir selbst ein Star sein möchten, sondern auch darum, dass wir nicht den Starkult und den Medienrummel in unserer Gesellschaft unterstützen und fördern.
Die dritte klassische Versuchung, mit der Jesus konfrontiert war, ist die Versuchung, nach Macht und Besitz zu streben. „Dies alles will ich dir geben“, sagt der Teufel, „wenn du niederfällst und mich anbetest. Jesus konnte von sich sagen: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.“ Er hat aber die Macht nie gebraucht, um Menschen zu beherrschen oder zu unterdrücken oder sich zu bereichern. Er hat seine macht in den Dienst der Menschen gestellt. Er hat sich sogar, wie er es in der Fußwaschung vordemonstriert hat, zum Sklaven der Menschen gemacht. Es gibt heute viele Menschen, die zwar an Gott glauben – die aber Gott nicht anbeten, sondern nur ihr Geld – ihren Besitz oder ihre Macht anbeten. Jesus hat einmal gesagt: „Du kannst nicht Gott dienen und dem Geld, das ist unmöglich.“ Viele Menschen beten das goldene Kalb ihres Besitzes an, ohne es zu merken. Anbeten heißt: Was ist für mich das wichtigste in meinem Leben? Und da sollte ich mich gerade in der Fastenzeit fragen: Ist Gott für mich am wichtigsten? Lasse ich mich tatsächlich von ihm leiten? Höre ich auf das, was er von mir möchte? Oder ist Gott für mich nur ein Nothelfergott, zu dem ich gehe, wenn es mir schlecht geht. Giere ich nach Macht und Besitz? Ist mir das wichtiger als mein Leben und meine Kräfte einzusetzen für soziale Projekte – für mehr Menschlichkeit und mehr Gerechtigkeit in unserer Welt.
Das eigentliche Fasten soll ja nicht darin bestehen, dass ich mich kasteie und einen Verzicht um des Verzichtes willen übe. Das Fasten soll meinem Leben wieder die richtige Richtung geben. Es soll mich auch wach machen für die Versuchungen, denen ich ständig ausgesetzt bin. Es soll mir helfen, dass ich meine Berufung, die ich von Gott habe, wieder klarer erkenne.
Der Prophet Jesajas sagt: „Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: Die Fesseln des Unrechts zu lösen – die Stricke des Jochs zu entfernen – die Versklavten freizulassen – jedes Joch zu zerbrechen – an die Hungrigen dein Brot auszuteilen – die obdachlosen Armen in dein Haus aufzunehmen.“ Wir könnten diesen Aufruf des Jesajas auch so zusammenfassen: „Fasten heißt, ein Herz für andere zu haben und seine eigenen Interessen hintanzustellen.“
Oberkirchenrat a. D. Dr. Balázs Németh
Zsigmond Varga – reformierter Pfarrer und Opfer des Faschismus
Zsigmond Varga wurde am 9. September 1919 im Zentrum der ungarischen Reformierten, in Debrecen, geboren. Er entstammte einer traditionsreichen reformierten intellektuellen Familie. Sein Vater war Universitätsprofessor für Religionswissenschaften an der Universität Debrecen, wo Zsigmond Varga ab 1938 reformierte Theologie studierte. Während seines Studiums wurde er maßgeblich von der Theologie Karl Barths beeinflusst, dem Vater der dialektischen Theologie und treibende Kraft der „Bekennenden Kirche“ in Hitler-Deutschland. Karl Barth hatte 1936 während einer Vortragsreise in Ungarn über die Themen „Kirchenkampf“ und „Bekennende Kirche“ auch in Debrecen gesprochen und dort einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ausgehend von Barths Ausführungen beschäftigte sich die kirchliche Presse in Debrecen ausführlich mit dem Thema „Versuchung des Christentums durch rassistische Ideologien“. Es wurde dabei die Befürchtung geäußert, dass analog zur Germanisierung des Christentums in Deutschland in Ungarn eine an den urungarischen Adlerglauben gebundene ungarische Religion ihr Haupt erheben würde. Diese Überlegungen beschäftigten auch den jungen Varga, der sich diesen Tendenzen vehement entgegenstellte. Ganz im Sinne Barths unterstrich Varga die Formel „Christus allein“ als Absage an das Führerprinzip und Bekenntnis zu der alleinigen Quelle, dem Wort Gottes – eine klare Distanzierung von anderen Lebensgrundlagen wie Rasse und Volkstum. Es ist anzunehmen, dass Varga über den deutschen Kirchenkampf gut informiert war – auf Grund der Debrecener kirchlichen Presse – und auch die Barmer Erklärung der Bekennenden Kirche Deutschlands 1934 gekannt hat, die weitgehend von Karl Barth initiiert worden war.
In diesem Sinn sprach er in einer Predigt in Debrecen von „den dämonischen Kräften“ und betonte, dass „Jesus der einzige Führer ist, der auf einem weißen Pferd reitend kommt“ – womit offensichtlich Hitler und der ungarische Reichsverweser Horthy gemeint waren. Das „Reiten auf dem weißen Pferd“ hatte damals in Ungarn eine symbolträchtige Konnotation, auf die bei festlichen Anlässen stets hingewiesen wurde. Sie verwies auf Horthys Einmarsch in Budapest am 16. November 1919: auf einem weißen Pferd reitend an der Spitze der kontrarevolutionären sogenannten ungarischen Nationalarmee nach dem Zusammenbruch der Räterepublik und dem Abzug der rumänischen Besatzungssoldaten. Dieser Einmarsch bildete den Auftakt zur Ermordung von mehr als tausend kritischen Intellektuellen, liberalen Journalisten, Sympathisanten der Räterepublik und von Juden durch die Sondereinheiten dieser Armee. In dieser oben erwähnten Predigt übte Varga zudem scharfe Kritik an Bewegungen, „auf deren Fahnen Parolen stehen wie Volk, Rasse und Blut, ebenso wie Sozialismus und Humanismus“. Ganz im Sinne der Barth'schen Konzeption trat er für eine Bekenntniskirche im Unterschied zur Volkskirche ein. Als Sprecher der Studenten an der theologischen Fakultät in Debrecen förderte er – im Sinne von Bonhoeffers „gemeinsamem Leben“ – eine bewusste geistige Gemeinschaft in der Kirche und auf der Fakultät. Er widmete sich intensiv der wissenschaftlichen Arbeit und erlangte 1942 den philosophischen Doktorgrad mit einem Dissertationsthema aus dem Grenzbereich zwischen Hellenismus und Neuem Testament.
1942/43 studierte Dr. Varga an den Universitäten Genf und Basel, wo er besonders bei Karl Barth seine theologischen Kenntnisse vertiefte. In der Schweiz kam er in Berührung mit der ökumenischen Bewegung, u. a. mit deren Flüchtlings- und Kriegsgefangenen-Betreuungsarbeit. Er war sehr beeindruckt von der Schweizer Demokratie, von der spirituellen Gemeinschaft unter den Theologiestudenten und von dem Selbstbewusstsein der Theologiestudentinnen. Impulse, die einen jungen Geistlichen – aus einem autoritären Staat kommend – nachhaltig prägten. Genauso bleibende Bedeutung hatten für ihn die Begegnungen mit US-Geistlichen, d. h. Pfarrern aus dem sogenannten Feindesland, in der neutralen Schweiz und deren objektivere Berichte über das Grauen des Krieges und das Schicksal der Juden in Europa. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn wurde er zum Pfarrer ordiniert.
Im Frühjahr 1944 kam Varga nach Wien, um für seine theologische Doktorarbeit zu forschen. Er immatrikulierte an den Fakultäten Evangelische Theologie und Philosophie. Gleichzeitig wurde er von der ungarischen Kirchenleitung mit der seelsorgerlichen und gottesdienstlichen Betreuung der in Wien lebenden ungarischen Reformierten beauftragt. Im Collegium Hungaricum im Palais Trautsohn, dem heutigen Justizministerium, hielt er sonntäglich Gottesdienste. Vargas ungarische Karfreitagspredigt 1944 wurde über den deutschen Funk ausgestrahlt. In dieser Predigt hat er seine Landsleute auf die zu erwartenden kommenden Nöte und Leiden vorbereitet und sie zum Ausharren im Glauben ermutigt. Seine Predigten brachten ihn naturgemäß mit dem NS-Regime in Konflikt; der in einem Gottesdienst am 15. Oktober 1944 kulminierte. Seine Worte wurden damals unterbrochen von einem in Zivil auftretenden Gestapoagenten ungarischer Herkunft, der in Richtung Kanzel kommandierte: „Ich entziehe Ihnen das Wort!“ Die Antwort des Predigers von der Kanzel erfolgte prompt: „Dazu haben Sie kein Recht! Sie dürfen den Gottesdienst nicht stören“. Aufgrund dieser Szene wurde Dr. Varga am 19. Oktober verhaftet und in der Rossauer-Kaserne im Wiener 9. Bezirk inhaftiert. Die Anklage gegen ihn lautete: eine öffentlich geäußerte Hoffnung, dass die Bombardierung durch die Alliierten das baldige Ende des blutigen Krieges bedeute; das Abhören von sogenannten Feindsendern und seine Feindseligkeit gegenüber dem NS-Gedankengut.
Zu der aufgeheizten Stimmung im Zusammenhang mit jener Predigt am 15. Oktober haben folgende Ereignisse höchstwahrscheinlich das Ihrige beigetragen: der Versuch einiger ungarischer Generäle, die in Verbindung standen mit dem Reichsverweser Horthy standen, am 15. Oktober 1944 einen Sonderwaffenstillstand mit der sowjetischen Armee abzuschließen, war gescheitert, ebenso die Kündigung des Militärbündnisses mit Hitlerdeutschland. Infolge dieser Ereignisse haben die ungarischen Nationalsozialisten, die Pfeilkreuzler, mit deutscher Hilfe die Macht in Ungarn übernommen. Zusätzlich emotionalisiert wurde Varga durch die Tatsache, dass die sowjetischen Truppen in jenen Tagen in die Nähe von Debrecen, seiner Heimatstadt, vorrückten und die berühmte Debrecener Panzerschlacht begann. Er war nun durch den Frontverlauf von seiner Familie total getrennt. Die veränderte Situation in Ungarn bewirkte eine verstärkte Kontrolle und Überwachung der in Wien lebenden Ungarn des öffentlichen Lebens, zu denen wohl auch Pfarrer gehörten.
Nach einigen Monaten Haftzeit in der Rossauer-Kaserne erkrankte Varga an Typhus, verursacht durch mangelhafte Ernährung und schlechte hygienische Verhältnisse. Im Februar 1945 wurde er als kranker Mann mit einem Transport zuerst in das KZ Mauthausen und danach in dessen Außenstelle Gusen abtransportiert. Die Inhaftierten wurden in einem Rüstungsbetrieb als Zwangsarbeiter eingesetzt. Vargas Zustand verschlechterte sich, was offensichtlich auch beabsichtigt war, denn für Gusen galt: „Rückkehr unerwünscht“. Die Lebenserwartung der Inhaftierten in Gusen betrug demgemäß durchschnittlich 5 Monate. Wie Überlebende später seinem Vater berichteten, hat Zsigmond Varga selbst im Leiden und Schmerz seine Mithäftlinge mit den Worten Hiobs zur Geduld ermutigt. Er starb in Gusen am 5. März 1945 um 6 Uhr 10, nach offizieller Eintragung an Lungenentzündung. Sein Tod war beabsichtigt und daher kann man zu Recht sagen: er wurde ermordet, wie es auf der Gedenktafel im KZ Gusen steht, die vom Evangelischen Oberkirchenrat H.B. 1997 angebracht wurde.
Dr. Zsigmond Varga wollte nie ein politischer Widerstandskämpfer sein. Nach seiner theologischen Grundeinstellung war er eher ein Theologe der Spiritualität, ähnlich dem Deutschen Dietrich Bonhoeffer und vielen Vertretern der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung. Aber seine konsequente Verkündigung des Wortes Gottes und sein durch das eigene Leben bezeugter Wahlspruch: „Non videri, sed esse“ – „Nicht scheinen, sondern sein“ – brachten ihn in tödlichen Konflikt mit der NS-Ideologie und -Herrschaft.
Aus: KRITISCHES CHRISTENTUM Nr. 334 / 334 Jänner / Feber 2010, http://www.akc.at/, Kostenlose Probeexemplare akc@aon.at
M. Sauer
Wie viele Atomwaffen braucht die Welt?
Nach jüngsten Pressemeldungen arbeitet US-Präsident Barak Obama seit längerer Zeit an einer neuen Abrüstungsstrategie bei den Atomwaffen. Nach seiner Rede vor Ostern 2009 in Prag, in der er seine Vision einer atomwaffenfreien Welt beschrieb und dafür im Dezember mit dem Friedensnobelpreis 2009 ausgezeichnet wurde, erwarten sich die Menschen jetzt endlich entsprechende Initiativen. Dazu gibt es in nächster Zeit Gelegenheit genug.
START 1-Nachfolgevertrag
Der Mitte Dezember 2009 ausgelaufene Vertrag zur Reduktion strategischer Atomwaffen zwischen USA, ehemaliger Sowjetunion, Belarus, Ukraine und Kasachstan zeichnete sich auch durch wirksame Verifikationsbestimmungen aus. Russland und USA haben sich zur Schaffung eines Nachfolgeabkommens, bei vorläufiger Einhaltung des abgelaufenen Vertrags, bekannt. Die Verhandlungen laufen trotz neuerlicher Kritik Russlands an den geänderten Raketenabwehrplänen der USA in europäischen Ländern. Experten waren zuletzt skeptisch, ob als Ergebnis wirklich eine weitreichende Reduzierung bis zu 1.000 Sprengköpfen je Land herauskommt. Ein Erfolg vor der NPT-Überprüfungskonferenz im Mai wäre ein wichtiges Signal für neuen Abrüstungswillen.
Nichtverbreitungsvertrag in Gefahr?
Der Vertrag über die Nichtverbreitung von Nuklearwaffen (NVV, engl. NPT) aus dem Jahr 1968 verpflichtet im Artikel 6 die offiziellen Kernwaffenstaaten (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien zur vollständigen nuklearen Abrüstung. Die illegalen Atomwaffenmächte Pakistan, Indien und Israel sind dem Vertrag nicht beigetreten, Nord-Korea hat 2003 den Vertrag verlassen, während die internationale Gemeinschaft diesen Status noch als offen bezeichnet. Im Gegenzug steht den 190 Staaten des Vertrages die friedliche Nutzung der Atomtechnologie, unter verpflichtenden Kontrollen durch die Atomenergie-Agentur (IAEA) in Wien, offen, auch dem Mitglied Iran. Ziel ist es alle Staaten zum Beitritt zu bewegen.
Faktum ist aber, dass die fortwährende Nichtumsetzung des Art. 6 zu einem massiven Vertrauensverlust zwischen den Staaten ohne gegenüber jenen mit Atomwaffen geführt hat. Der USA-Indien-Deal – das Nicht-NPT-Mitglied Indien erhält Atomunterstützung wie ein Mitglied – nährt diese Haltung zusätzlich. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn eine Reihe von Regierungen sich auf illegalen Wegen Atomwaffen beschafft haben oder entsprechende Anstrengungen dazu unternehmen. Alle fünf Jahre gibt es eine Überprüfungskonferenz des NPT. Konnte im Jahre 2000 noch ein ambitionierter Forderungskatalog („13 Schritte zur Atomwaffenabrüstung“) verabschiedet werden, war die Tagung 2005 in Wien ein Fiasko und der Nachweis der Abrüstungsblockade bei den Atommächten. Die Konferenz im Mai 2010 in New York muss daher messbare Erfolge bringen sonst könnte der Vertrag auseinander brechen und viele Staaten eigene Wege in Richtung einer neuen Hochrüstung gehen. Die Vorbereitungen lassen zumindest ein entspannteres Konferenzklima erhoffen (Klärung der Agenda und des Vorsitzes).
Umfassendes Atomteststopp-Abkommen muss
endlich in Kraft treten
Die in Wien beheimatete Überprüfungsbehörde dieses Abkommens (CTBTO) ist technisch gesehen voll einsatzbereit. Der Vertrag ist aber erst in Kraft wenn 44 konkret genannte Staaten ratifiziert haben. Folgende 9 Länder fehlen noch: China, Nord-Korea, Ägypten, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Pakistan und die USA. Ein entsprechender Akt der USA würde weitere Staaten dazu motivieren und den Druck auf die Verweigerer erhöhen.
Nuklearmaterialkontrolle notwendig
Im Sinne einer fairen Rüstungskontrolle, die für alle gleich gilt, ist es notwendig den Transfer von nuklearfähigem Material bzw. dazugehörender Technologien international zu kontrollieren. Abkommen zur Beendigung der Plutoniumfertigung und für eine zentrale Brennstoffbank müssen für alle Staaten bindend sein und unparteiisch exekutiert werden.
Chancen für Abrüstung
Vertrauensbildung und Abrüstungsbereitschaft sind eng verbunden mit weiteren Abrüstungssignalen für den konventionellen Bereich und der friedlichen Beilegung laufender Krisen- und Kriegsszenarien. Dazu sind auch kreative Vorstöße für eine gerechte Verteilung der Güter und Rohstoffe, für eine ernsthafte Beseitigungsstrategie von Hunger und Unterentwicklung sowie für den Erhalt unserer Umwelt notwendig.
Ein wesentlicher Punkt bleibt aber der Druck von unten, gerade aus einem christlichen Selbstverständnis heraus. Die zurückgetretene deutsche evangelische Bischöfin Margot Käßmann hätte eine Leitfigur dafür sein können. Die evangelische Kirche Österreichs ist gegenüber der katholischen Kirche in solchen Fragen wesentlich engagierter. So bleibt es an den Christen selbst von ihren Kirchenoberen mehr Mut und entschlosseneres Handeln für Abrüstung und für Frieden in Gerechtigkeit zu fordern, denn Atomwaffen und Waffen überhaupt sind wahrlich kein Beitrag zur Lösung irgendwelcher Probleme.
Friedensbewegung trauert um Johanna Dohnal
ie verstorbene Johanna Dohnal war eine Freundin und Unterstützerin der Friedensbewegung - zum Beispiel als Teilnehmerin der großen Demonstrationen gegen Atomwaffen 1982 und 1983, als Aktivistin gegen die Golfkriege, als Mitunterzeichnerin des Inserates gegen eine Militärintervention in Jugoslawien und auch als Grußadressenschreiberin zum Hiroshimatag.
Sie hat die Inhalte der Friedensbewegung in die Frauen- und in die ArbeiterInnenbewegung, in die Sozialdemokratie und in die SPÖ Frauen eingebracht.
1999 schrieb sie an die TeilnehmerInnen der Hiroshima-Aktion:
"Es ist noch immer Argwohn und Widerstand angesagt gegen eine Politik, die ganz und gar bestimmt ist von Machtwillen und von einem illusionären Glauben an die Allmacht technokratischer Konzepte. Vielleicht ist dies aber nur dann möglich, wenn wir wieder mehr Mut für die Angst haben, um jene ängstigen zu können, die uns ablenken, beruhigen und einlullen wollen."
Wir trauern um eine bedeutende Aktivistin der Frauenbewegung, der ArbeiterInnenbewegung und auch der Friedensbewegung!!!
(Andreas Pecha und Alois Reisenbichler)
Kaplan Franz Sieder
Kirchlicher Nachruf auf Johanna Dohnal
Ich möchte als katholischer Priester einen Nachruf zum Tod von Johanna Dohnal bringen. Ich bin Johanna Dohnal einige Male begegnet. Sie war auch zweimal bei uns in Amstetten bei Podiumsdiskussionen der Betriebsseelsorge und der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS).
Soviel ich weiß, war Johanna Dohnal aus der Kirche ausgetreten. Ihre Gründe dafür kenne ich nicht. Sie hatte in den meisten kirchlichen Kreisen auch keine großen Sympathiewerte und sie spürte in der Kirche eher Ablehnung als Bewunderung.
Für mich war Johanna Dohnal aber eine großartige Frau und auch so etwas wie eine anonyme Christin. Der Ausdruck „anonymer Christ“ stammt vom großen Theologen Karl Rahner und er bezeichnet Menschen, die zwar offiziell nicht zur Kirche gehören, die aber in einem sehr hohen Ausmaß das leben, um was es in der Botschaft des Evangeliums geht.
In der Grundintention von Jesus geht es um Gerechtigkeit, um die Gleichheit aller Menschen und konkret auch um die Befreiung der Frau von jeglicher Unterdrückung. In der Bibel heißt es: „Von nun an gibt es nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Sklaven und Freie, nicht mehr Mann und Frau, sondern von nun sind alle Menschen gleich in Christus.“
Johanna Dohnal hat zeitlebens gegen die Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft gekämpft und die gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau war ihr ein Herzensanliegen. Sie hat dafür auch viele Demütigungen auf sich genommen. Insofern war Johanna eine große prophetische Gestalt unserer Zeit. Die Frauenbefreiung wäre in Österreich ganz sicher nicht so weit, wie sie heute ist, hätte es Johanna Dohnal nicht gegeben.
Ein leuchtender Charakterzug von ihr war ihr Einsatz für Gerechtigkeit – und ihre Geradlinigkeit. Sie war kein Schilfrohr, das vom politischen Wind hin- und hergetrieben wurde. Der Filmtitel eines Films über den englischen Märtyrer Thomas Morus heißt „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“. Von Johanna Dohnal könnten wir sagen: „Eine Frau zu jeder Jahreszeit.“ Sie ist sich selbst treu geblieben und hat sich von niemanden verbiegen lassen.
Ich bewundere Menschen, die aus der Kraft des Glaubens einen so geradlinigen Weg gehen. Ich bewundere aber genauso Menschen, die aus tiefer Humanität und einem Gerechtigkeitsempfinden zeitlebens einen geradlinigen Weg gehen. Es ist ein Weg, der einem Menschen auch viele persönliche Opfer abverlangt. In diesem Sinn verdient Johanna Dohnal auch eine kirchliche Würdigung. Ihr Einsatz war ein Einsatz für das Werden des Reiches Gottes in unserer Gesellschaft, für eine menschlichere und gerechtere Welt. Ihr Vermächtnis kann nur sein, weiter – auch innerhalb der Kirche – für die Befreiung der Frau zu kämpfen.
Die französische Johanna, die Jean d’Arc, war auch eine Kämpferin – sie wurde von der Kirche heilig gesprochen. Die Kirche braucht die Johanna Dohnal nicht heilig sprechen, aber wir sollten ihr große Wertschätzung und Dankbarkeit entgegenbringen.
KAB Vesper
Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt (nicht in den Sommerferien).
Ökumenischer Gottesdienst im Karl-Marx-Hof
finden jeweils am ersten Sonntag im Monat um 10.00 Uhr in den Räumen des Pensionistenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: 11. April (wegen Ostern 2. Sonntag), 2. Mai, 6. Juni und 4. Juli.
Die nächsten Jugendgottesdienste sind
Sonntag, 18. April, 18.30 Uhr, Firmevent – Feuerfest, Jugendkirche Wien, Wiedner Hauptstr. 97;
Sonntag, 16. Mai Kirche Maria Schnee;
Sonntag, 8. August Laxenburg, gemeinsam mit den PfadfinderInnen.
(zu diesen Gottesdiensten gibt es noch keine näheren Infos auf der Homepage).
Termine „Wir sind Kirche“
Dienstag, 16. März, 19.00 Uhr, vorösterliche Liturgiefeier, Pfarre St. Gertrud / Währing, Barockkirche, 1180 Wien, Eingang Maynollogasse (U6 Währinger Straße, Straßenbahn 40 / 41 stadtauswärts)
Sonntag, 21. März 2010, von 15 bis 17 Uhr, Frauen in der Bibel, MMag.ª Dr. Andrea Taschl-Erber, Kardinal-König-Haus, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3 (Lainzer Straße 138)
Dienstag, 12. April 2010, 18.00 Uhr, Wir bereiten die Tagung "Wir sind Kirche - Ein Verfassungsprinzip" vor. Diese Tagung findet vom 18. und 20. Juni 2010 in Vorarlberg statt. Um Voranmeldung wird ersucht. Tel. 01/315 42 00, e-mail: hans_peter.hurka@gmx.at
Mittwoch, 21. April 2010, 18.00 Uhr, Dornbirn, in der Pfarre St. Christoph, Rohrbach (Vorarlberg), Gesprächskreis zum Buch: „Der Traum des Königs Nebukadnezar“ von Roger Lenaers, über das Kapitel 12 (Gibt es ein Leben nach dem Tode?) Moderation Dr. Michael Striebel
Donnerstag, 22. April 2010, 19:00 Uhr, Reflexion der neu gestalteten Eucharistie-Feier mit Dr. Paul Weitzer, Pfarre St. Gertrud / Währing, Pfarrheim, 1180 Wien, Maynollogasse 3
Ernesto Cardenal und Grupo Sal: Den Himmel berühren
„Den Himmel berühren“, diesen Satz von Novalis zitiert Ernesto Cardenal in seinem Werk. Er steht über dem Programm der Konzertlesereise 2010, das vor allem seinem literarischen wie politischen Vermächtnis gewidmet ist. Dabei wird Ernesto Cardenal der Frage „Was bleibt?“ nachspüren – einer Frage die auf Englisch „What’s left?“ heißt und damit auch eine klare politische Dimension hat. Mit ausgewählten Texten wird der inzwischen 85-jährige Dichter und Revolutionär versuchen, uns seine Erfahrungen als Mensch, als Poet und als Vertreter der Zeitgeschichte nahe zu bringen. Grupo Sal ist seit über 25 Jahren im deutschsprachigen Europa die „Stimme Lateinamerikas“.
Sonntag, 21. März 2010, 17.00 Uhr, Evangelische Kirche Bregenz
Montag, 22. März 2010, 19:30 Uhr im Stadttheater Wels.
Dienstag, 23. März 2010, 20 Uhr, in der ARGE Kultur Salzburg
Mittwoch, 24. März 2010, 19 Uhr, im Dom im Berg in Graz.
"Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein“
Internationaler ökumenischer Bodensee-Kirchentag Radolfzell: Samstag, 24. April 2010. Nach dem Bodensee-Kirchentag 2008 in Ravensburg findet dieser im April 2010 in Radolfzell, einer Kleinstadt am westlichen Ende des Bodensees statt. Programm des Ökumenischen Kirchentages unter www.bodensee-kirchentag.de
Konzerte in der Herz-Jesu-Kirche
Sonntag, 14. März, 19.30 Uhr, Metropolitan Kammerorchester Wien, mit Werken von S. Elgar, J.S. Bach und G. Pergolesi.
Mittwoch, 17. März, 19.30 Uhr, Shawnee Mission, East Choraliers & Chamber Choir, Leitung Kenneth D. Foley, Benefizkonzert für den Regenwald der ÖsterreicherInnen. Beide Konzerte in der Herz-Jesu-Kirche, 1030 Wien, Landstraße Hauptstr. 137
Friedensinitiative Donaustadt
Die Friedensinitiative trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in der Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße 2 (U1 Kaisermühlen – VIC):
Di, 9. März 2010: Dra. Elke Renner (LehrerInnen für den Frieden): Armut in einem reichen Land
Di., 20. April 2010: (wegen Ostern 3. Di.)Dr. Friedl Garscha (Dokumentationsarchiv des Österr. Widerstands), Österreich 1945
Di., 11. Mai 2010: Christoph Riedl (Diakonie): Migration – Umgang mit Fremden in Österreich (Juni – August: Sommerpause)
Di., 14. Sep. 2010: Rassismusfreie Zonen
Adolf Holl und Adalbert Krims
diskutieren auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) unter dem Motto „40 Jahre danach“ über die Umwälzungen der Gesellschaft in der Kreisky-Ära. Die Diskussion beginnt am Mittwoch, 10. März 2010 um 19.00 Uhr im Karl-Mark-Heim, 1190 Wien, Billrothstr. 34 (Straßenbahn 38 Gatterburggasse).
Donnerstag, 11. März Gipeldemo
Demonstration gegen den Gipfel der europäischen Bildungsminister, die am 11./12. März 2010 in der Wiener Hofburg das 10-jährige Jubiläum des sog. "Bologna-Prozesses" feiern.
Treffpunkt: Wien Westbahnhof, 15 Uhr,
Alternativgipfel 11. – 14. März Campus Uni Wien,
Infos www.bolognaburns.at
"Peak-Oil - Erdöl im Spannungsfeld
von Krieg und Frieden"
Film von Norbert Bauer, Vortrag von Gerald Oberansmayr und Diskussion, Do, 18. März 2010, 19 Uhr, im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien
Söldner, Schurken, Seepiraten
„Piraten“ sorgen immer für Schlagzeilen. Wer sich für Ursachen und Hintergründe der zunehmenden Piraterie interessiert, dem und der ist das neue Buch des Friedensforschungsinstituts Schlaining, dass die Beiträge der Sommerakademie 2009 dokumentiert zu empfehlen. Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag gegen oberflächliche „News“, mit denen Stimmungen geschaffen werden, die dann wieder zur Legitimation von Militär und Kriegseinsätzen dienen. Als ChristInnen für die Friedensbewegung freut uns, dass die Predigt von Kaplan Franz Sieder beim Friedensgottesdienst in der Burgkapelle abgedruckt wurde.
Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg.), Projektleitung: Thomas Roithner: Söldner, Schurken, Seepiraten. Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der "neuen" Kriege, 343 Seiten, Dialog 58 - Beiträge zur Friedensforschung, ISBN 9-7836-4350-0991, Lit-Verlag, Münster - Hamburg - London - Berlin - Wien, € 9,80 zzgl. Porto, Jänner 2010. Infos: http://www.thomasroithner.at
Peter Strutynski in Wien
Der Sprecher des Kasseler Friedensratschlages und Gestalter der lesenswerten Homepage http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/Welcome.html spricht am Montag, 12. April 2010 um 19.00 Uhr im Amerlinghaus, 1070 Stiftgasse 8 zum Thema „Afghanistan – Krieg für Demokratie und Menschenrechte.
Evangelische Akademie
Unter dem Motto „Wenn alle Stricke reißen“ findet in der zweiten März-Woche 65. Evangelische Woche zum Thema Krise und Krisenbewältigung statt. Das genaue Programm auf der Homepage: http://bildungswerk.evang-wien.at/va_woche_10.htm
Gurbet – In der Fremde
Fremdsein – hier wie dort, das ist ein durchgehendes Gefühl von Gastarbeitern und ihren Familien, die in den späten 60er und 70er Jahren „für kurze Zeit“ nach Österreich gekommen sind. Sie hatten konkrete Ziele, was sie mit dem verdienten Geld in der Heimat alles machen wollten Inzwischen sind fast 40 Jahre vergangen und sie leben noch immer als „Ausländer“ hier und sind „Deutschländer“ in der Türkei geworden. Der Film ist weit mehr als eine Dokumentation. Er ist ein kluges, bitteres, aber auch lustiges Porträt von unterschiedlichen Menschen und ihren Lebensgeschichten.
DiskutantInnen: Barbara Herzog-Punzenberger, (Österr. Akademie der Wissenschaften, Integrationsexpertin), Kenan Kilic (Regisseur des Films), Ljubomir Bratic (Philosoph. Journalist)
Moderation: Waltraut Kovacic, Montag, 18. März 2010, 18:30 Uhr
Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien, Kapelle, 4. Stock, Kosten: Euro 9,–/6,– (ermäßigt)
Christlich-marxistischer Lesekreis
Texte der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit
Gerade in den Zeiten der Krise des Kapitalismus knüpfen wir an ein – für manche bis heute irritierendes - Projekt aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an: ChristInnen und MarxistInnen kommen über ihre Hoffnungen auf Frieden und Gerechtigkeit miteinander ins Gespräch. Wir lesen grundlegende und aktuelle Texte aus der jeweiligen Tradition und diskutieren darüber. Eingeladen zum Lesekreis sind Neugierige und Interessierte, die sich auf eine solche Begegnung einlassen wollen. Organisation und Information: Roland Werneck, Donnerstag, 24. März 2010
19:00 – 21:00 Uhr, Ort: Albert Schweitzer Haus
Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Multimediale Präsentation
Uns gehört die Welt!
Macht und Machenschaften der Multis
Markenfirmen wie Adidas, Bayer, McDonald’s, Nokia und Shell und ihre Shareholder betrachten die Welt als eine Ware, mit der man Profite machen kann. Menschenrechte, Demokratie und Umwelt bleiben dabei auf der Strecke. Immer mehr – vor allem junge – Menschen fühlen sich durch Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Diskriminierung und die wachsenden sozialen Unterschiede, aber auch durch globales Elend, Ausbeutung, Krieg und Kinderarbeit bedroht. Klaus Werner-Lobo (Autor, Vortragender, Clown)
Dienstag, 20. April 2010, 19:00 Uhr, Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien, Kosten: Euro 9,–/6,– (ermäßigt, auch für SchülerInnen und Studierende)
Lange Nacht der Kirchen 2010 am Freitag, 28. Mai
in der Zwinglikirche,1150 Schweglerstr. 39
19.00-20.00 Uhr Schau auf die Welt – Musik zu Tag und Nacht
Konzert des Zwinglichors und der HuG (Homosexuelle und Glaube)
Geistliche Lieder von Hugo Wolf und Lieder zu Schöpfung und Verantwortung
20.00-21.00 Uhr Die Waffen nieder - dem Elend ein End
Friedenslieder mit Ernst Toman, Texte von D. Sölle(siehe Seite 1)
21.00-22.00 Uhr Konzert der koreanischen Gemeinde Internationale Lieder und Instrumentalmusik
22.00-23.00 Uhr Humoristisches über Gott und die Welt
Heiteres zum Ausklang mit Alfred Heinrich, Elfriede Kirnbauer und Franz Streiter
"Krieg im Abseits"
Die Schlaininger Sommerakademie 2010 wird sich mit den so genannten "vergessenen Kriegen" auseinandersetzen. Während die Kriege in Afghanistan und Irak unter großer internationaler Beobachtung stehen, sind Kriege und Konflikte in der Westsahara, in Südamerika, in Kaschmir oder in Algerien kaum in unseren Schlagzeilen zu finden. Welche geopolitischen Gründe sind dafür verantwortlich? Welche Rolle spielen ökonomische Zusammenhänge? Was können Massenmedien tun und was sollen sie lassen? Welche Rolle kommt kritischen NGOs und alternativen Medien zu?
Sommerakademie "Krieg im Abseits", 4. - 9. Juli 2010, u.a. mit Elmar Altvater, Jochen Hippler, Elias Bierdel, Norman Paech, Heidrun Zinecker, Werner Ruf, Claudia Haydt, Angelika Spelten, Volker Matthies, Elfriede Schachner, Peter Strutynski, Erhard Crome, Corinna Milborn u.v.a.
Im Rahmen der Akademie wird am 9. Juli mit Ndudueze Fabian Mmagu ein Friedensgottesdienst gefeiert
Anfragen: Thomas Roithner, roithner@aspr.ac.at
Programm: http://www.aspr.ac.at/sak.htm
Bitte vormerken:
Freitag, 6. August: Hiroshima-Tag – 65. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima, Aktion auf dem Wiener Stephansplatz
Montag, 9. August: 65. Jahrestag Atombombe auf Nagasaki – Gedenkfeier bei der Wiener Friedenspagode – Nähre Informationen bald auf
http://www.hiroshima.at/
Unsere Bitte:
Unsere Kosten sind enorm gestiegen!!!
BITTE UM SPENDEN
an Konto 040-32-675,
Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111,
Christen f. d. Friedensbewegung
Die Kosten stiegen und steigen und ….
Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!
E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at
Friedensbüro: pax.vienna@chello.at
http://www.friedenschristen.at.tf/ http://www.friedenschristinnen.at.tf/
IMPRESSUM: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Arbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung; alle: 1150 Wien, Oeverseestraße 2c, Eigendruck. Gestaltung: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Adressverwaltung: Manfred Sauer.
Offenlegung: EigentümerIn: 100 % Verein Aktionsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung, Blattlinie: Unterstützung der Friedensarbeit in den Kirchen und der Friedensbewegung, Diskussionsforum zu Christentum und Friedenspolitik.