2008-1-jaenner

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INFORMATIONSBLATT
der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung - Nr. 1/2008 

 

 

 

 

Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,

 

das nächste Treffen findet am

 

Sonntag, dem 20. Jänner 2008 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrgemeinde HB,

1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“)

 

statt. Inhaltlicher Schwerpunkt (ab 16.00 Uhr) ist das Impulsreferat von Pfarrer Mag. Michael MEYER (Umweltreferent der Evangelischen Kirche) zum Thema Klimawandel – auch eine Herausforderung für die Friedensbewegung

 

 

Aus dem Inhalt:

Bischof Dr. Michael Bünker: Jesus Christus spricht: ‚Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Fürbitten der ChristInnen für die Friedensbewegung beim Friedensgebet 1.1.2008

Aus der Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag betreffend Überwindung der Konflikte und Abrüstung

Bischof Dr. Manfred Scheuer; Friede und Mystik

Im memoriam Josef „Pepo“ Mandl – Hans-Anton Ederer – Karl Rehak

Kaplan Franz Sieder: Josef Cardijn: Das Leben ist das 5. Evangelium

Manfred Sauer: Zum Thema Streumunition

Kurzmeldungen und Termine

 

 

 

Bischof Dr. Michael Bünker

Meditation zur Jahreslosung

„Jesus Christus spricht:

‚Ich lebe, und ihr sollt auch leben.’“ (Joh. 14,19)

beim Ökumenischen Friedensgebet am 1. Jänner 2008, Ruprechtskirche in Wien

 

Die Gruppe Sant'Egidio veranstaltete gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung und anderen Gruppen am 1. Jänner 2008 – dem Weltfriedenstag – ein Ökumenisches Friedensgebet in der Wiener Ruprechtskirche.


Liebe Schwestern und Brüder,

 

vielen Dank, dass ich als Evangelischer eingeladen wurde, am Welt­friedenstag zu sprechen. Dieser Tag wird in der römisch-katholi­schen Kirche seit genau 40 Jahren begangen. So ist mein erstes An­liegen, voll Dankbarkeit darauf hinzuweisen, dass die Kirchen, die zwar in vielen Fragen nicht eins sind, in der Frage des Friedens und der Überwindung von Gewalt von einer weit reichenden und tief greifenden Einmütigkeit getragen werden. Der Blick in die Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum heutigen Weltfriedenstag belegt das eindrücklich.

 

Was kann da aus evangelischer Sicht noch zusätzlich eingebracht werden? Ich versuche es mit einem Beispiel typisch evangelischer Frömmigkeit, der so genannten Jahreslosung. Bei uns Evangeli­schen gibt es den Brauch, für jeden Tag einen Bibelspruch auszu­wählen, auszulosen. Diese Losungen gehen auf die pietistische Frömmigkeit der Herrnhuter Brüdergemeinde unter Nikolaus Ludwig Graf Zinzendorf im 18. Jahrhundert zurück. Der Brauch kommt der evangelischen Bibelfrömmigkeit sehr entgegen. Viele Evangelische beginnen ihren Tag, indem sie die Losung lesen, bedenken, ins Schweigen mitnehmen und im Gebet vor Gott bringen. Solche Losungen gibt es mittlerweile nicht nur für die einzelnen Tage, sondern auch für ganze Jahre. Ich möchte Euch und Ihnen einige Gedanken mitgeben zur Jahreslosung für das neue Jahr 2008. Sie steht im Evangelium nach Johannes im 14.  Kapitel (Joh 14,19). Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.

 

Mit der Jahreslosung ist das Thema des Lebens gegeben. Frieden und Leben hängen eng zusammen. Der biblische Schalom meint ja nicht die bloße Abwesenheit von Gewalt und Krieg, sondern immer die Ganzheitlichkeit des guten Lebens. Was ist Leben? Zuerst einmal ist es ein schwieriger und vielschichti­ger Begriff! Philosophie und Naturwissenschaft, Theologie, Medizin, Psychologie und andere Wissenschaften bemühen sich um Antwor­ten. Antworten, die immer dringender gebraucht werden, weil die ethischen Fragen rund um das Leben, vor allem um seinen Anfang und sein Ende, immer drängender werden.

 

Wenn wir im Johannesevangelium das Umfeld ins Auge nehmen, aus dem unsere Jahreslosung stammt, dann sehen wir, dass Jesus wenige Verse vorher lapidar feststellt: Ich bin das Leben! (Joh 14,6). Auf die Frage, was das Leben sei, erhalten wir als Antwort wer das Leben ist. Leben ist also für das Evangelium nicht ein Begriff, eine wissenschaftliche Tatsache, sondern eine Person. Das fleischge­wordene Wort, von dem der Johannesprolog spricht, dass unter uns Wohnung nimmt und das die Finsternis nicht begreift. In ihm war das Leben, so das Evangelium (Joh 1,4), und das Leben war das Licht der Menschen. Wir sehen, für den Evangelisten Johannes sind Jesus und das Leben eins.

 

So wie Johannes sieht auch Paulus das Leben, das die Wahrheit ist, das Leben, auf dem die Verheißung der Fülle ruht, in Jesus Christus begründet und gegeben. Ich lebe nicht mehr aus mir selbst, sagt er, denn „Christus ist mein Leben“ (Phil 1,21), „Christus, unser Leben“ (Kol 3,4), daher: „Keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ (Röm 14,7f).

 

Insofern leben die Glaubenden nicht mehr so einfach vor sich hin, oder auch nicht für sich hin, auch nicht aus sich heraus,  sondern  – wie Rudolf Bultmann es schön formuliert – sie „führen“ ihr Leben. Denn Leben heißt Wandeln, heißt, über sich selbst hinausgehen, nach vorne, in die Zukunft, in die Möglichkeiten, die noch nicht ver­wirklicht sind. Wie führe ich mein Leben? Eine gerade zum Jahres­wechsel herausfordernde Frage. Alles ist voll mit: Was wird das neue Jahr bringen? Als wären wir bloß die passiv Empfangenden. Der Glaube fragt: Wie führst du dein Leben im Jahr 2008? Und fragt da­her viel stärker nach unserer Verantwortung, nach der Verantwor­tung für uns selbst, aber auch nach der Verantwortung für unsere Nächsten und die Schöpfung insgesamt.

 

Gerade wenn ich weiß, dass mein Leben nicht in mir selbst seinen Grund hat, sondern außerhalb meiner, nämlich in Jesus Christus, gerade dann bin ich befreit, das Leben – jedes Leben, eben nicht nur meines -  zu achten und zu schützen. Wer das weiß, kann sich nicht nur um das eigene Leben kümmern. Wer den Selbstwert des Lebens achtet und gleichzeitig den Selbstwert auch des anderen Lebens, der hat etwas davon erkannt, was Albert Schweitzer die „Ehrfurcht vor dem Leben“ nennt. Für ihn ist das das leitende Prinzip jeder Ethik.

 

So führt der glaubende Mensch sein Leben, indem er es als Gabe empfängt und als Aufgabe gestaltet. Dabei leitet ihn ein doppeltes Wissen: Wir wissen einmal, dass das Leben brüchig ist, begrenzt und endlich. Das sagt uns der Realismus des Glaubens. Deshalb sind wir befreit von allen Träumen eines perfekten Lebens, das uns in allen Phasen gelingen müsste, von allem Wellness-Kult und Self­ness-Wahn. Aber genau dieses brüchige, begrenzte, endliche Leben – das ist das zweite, was wir wissen - ist in Jesus Christus und durch Jesus Christus von unendlichem Wert, ganz und heil. Denn er ver­spricht: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“

 

Dieser unendliche Wert des Lebens verpflichtet uns, mit der Gabe und Aufgabe des Lebens behutsam umzugehen. Die natürlichen Le­bensgrundlagen, den natürlichen Lebensraum nicht mutwillig weiter zu zerstören. Das verpflichtet uns aber auch beständig, allen Lebensbedrohungen wirksam entgegenzutreten. Heute sehen wir mit wachsender Deut­lichkeit, dass der Friede eine notwendige Bedingung für das Leben ist. Krieg und Gewalt sind lebensfeindlich, sind Todesmächte. Jesus, der unser Leben ist, weil er das Leben selbst ist, ist auch der Friede. Er ist unser Frieden, schreibt der Apostel (Eph 2,14). Meinen Frieden gebe ich euch, sagt er selbst (Joh 14,27).

 

Am heutigen  Tag können uns zwei Eindrücke bestimmen: Auf der einen Seite unseren Schrecken über die Eskalation von Gewalt, vor allem in Pakistan, einem Land mit 164 Millionen Einwohnern,  kaum überbrückbar scheinenden Gegensätzen und explosiv mit einem Grad der Hochrüstung – Pakistan ist eine Atomacht -  der nicht be­ruhigend ist. Mit allen anderen Krisenherden dieser Erde wollen wir gerade auch dieses Land im Gebet vor Gott bringen und um ein Ende der Gewalt bitten.

 

Auf der anderen Seite möchte ich ein positives Beispiel erwähnen, das uns Mut machen kann und zeigt, dass sich auch der Einsatz von scheinbar machtlosen Menschen und Gruppen lohnt. Österreich hat im vergangenen Dezember als zweites Land neben Belgien ein ge­nerelles Verbot von Streumunition und Streubomben ausgespro­chen. Die 10 000 Stück an solchen menschenverachtenden Zerstörungsmitteln, die in Österreich lagern, werden vernichtet. Unsere Republik ist in der ersten Reihe auch in­ternational, um – ähnlich wie bei den Landminen – eine weite Verbreitung des Kampfes gegen Streubomben und Streumunition zu betreiben. Das Ziel muss ein weltweites Verbot sein. Das ist auch ermöglicht worden durch viele Engagierte aus zivilgesellschaftlichen Gruppierungen, dem Internationalen Versöhnungsbund, Pax Christi und vielen anderen, die die Zusammenarbeit mit engagierten Politi­kerinnen und Politkern gesucht haben. Das Beispiel zeigt: Du kannst etwas bewirken. Dein Einsatz ist nicht umsonst. Auch die Gemeinschaft Sant’Egidio hat aus ihrem Einsatz für die Armen ihr Engagement für den Frieden und für Versöhnung entwi­ckelt und viele eindrückliche Beispiele für diesen Weg der Friedens­arbeit erbracht, allen voran in Mosambik.

 

Der Beitrag von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften liegt im Einsatz für einen gerechten Frieden. Jahrhundertelang beschäftigte sich die Theologie mit der Lehre vom gerechten Krieg. Von ihr haben wir Abschied genommen. Es gibt definitiv keinen gerechten Krieg. Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist – wie wir sehen – mit Krieg nicht möglich. Eine international agierende Polizei, inter­nationale Gerichtshöfe, die von allen, auch von den USA anerkannt würden, wären hilfreicher. Auch die als ultima ratio nicht auszu­schließende militärische Intervention bei schlimmen Menschen­rechtsverletzungen muss an so strenge Bedingungen geknüpft wer­den, dass sie nicht zur Legitimation von Krieg allgemein herangezo­gen werden kann. An die Stelle der Lehre vom gerechten Krieg tritt der Einsatz der Kirchen für einen gerechten Frieden.

 

Wenn wir als Christinnen und Christen uns gemeinsam einsetzen für das Leben und für den Frieden als eine notwendige Bedingung des Lebens, dann machen wir Christus groß in der Welt, geben ein Zeugnis davon, dass in ihm diese Erde Zukunft hat. Im neuen Jahr und überhaupt solange, bis der große Tag seines Reiches anbricht. Denn in ihm – so sagt es der Prolog des Johannesevangeliums – ist das Leben und ist in die Welt gekommen, damit alle, die ihn aufneh­men, Gottes Kinder heißen. Ich lebe, sagt Christus, und ihr sollt auch leben. Amen

 

 

 

Fürbitten

eingebracht von den ChristInnen für die Friedensbewegung:

 

FRIEDE

Die Vorbereitungskonferenz für den Atomsperrvertrag in Wien 2007 hat kei­nen Fortschritt gebracht. Krieg ist auch in diesem Jahrzehnt, das von den Vereinten Nationen und vom Ökumenischen Rat der Kirchen als Friedens­dekade ausgerufen wurde, ein Mittel der Politik.

Gott, du bist ein Gott des Friedens. Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit. Wir bitten dich für das weltweite Bündnis für eine atomwaffen­freie Welt, für unser Engagement für Abrüstung auf allen Gebieten, für die Einhaltung des Völkerrechts, für die Entwicklung von nichtmilitärischen, zivi­len Konfliktlösungsmethoden, für die Erhaltung der Neutralität als wichtiges Instrument für eine aktive Friedenspolitik und für unseren Einsatz für eine Welt ohne Krieg.

 

FLÜCHTLINGE

Guter Gott! So wie vor 2 000 Jahren Maria und Josef mit dem Jesuskind nach Ägypten fliehen mussten, um den blutrünstigen Verfolgungen des Herodes zu entge­hen, so sind auch heute unzählige Menschen auf der Flucht vor Gefängnis, Folter und Tod. Die Regierungen der reichen Länder machen es den Flüchtlingen immer schwerer. Asyl, zu  finden. Die Abgelehnten werden vor dem Abschieben eingesperrt, Familien werden auseinander gerissen und das alles im Namen des Rechts.

Guter Gott, wir bitten dich, stärke jene Menschen, die diesem Unrecht nicht tatenlos zusehen können und schenke denen Einsicht, die die Hebeln der Macht bedienen, damit dein Wille geschehe.

 

 

 

 

Aus der Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag

betreffend Überwindung der Konflikte und Abrüstung

 

14. Die Menschheit erlebt heute leider tiefe Spaltungen und starke Konflikte, die düstere Schatten auf ihre Zukunft werfen. Weite Zonen des Planeten sind in wachsende Spannungen verwickelt, während die Gefahr, dass immer mehr Länder in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen, in jedem verant­wortungsbewussten Menschen begründete Besorgnis aufkommen lässt. Auf dem afrikanischen Kontinent toben noch viele Bürgerkriege, obwohl dort nicht wenige Länder in der Freiheit und in der Demokratie Fortschritte ge­macht haben. Der Mittlere Osten ist nach wie vor Schauplatz von Konflikten und Attentaten, die auch angrenzende Nationen und Regionen beeinflussen und Gefahr laufen, sie in die Spirale der Gewalt hineinzuziehen. Auf einer allgemeineren Ebene ist mit Betrübnis festzustellen, dass die Anzahl der in den Rüstungswettlauf verwickelten Länder zunimmt: Sogar Entwicklungslän­der widmen einen bedeutenden Teil ihres mageren Bruttoinlandsprodukts dem Kauf von Waffen. Die Verantwortlichkeiten für diesen verhängnisvollen Handel sind vielfältig: Da sind die Länder der industrialisierten Welt, die aus dem Waffenverkauf reichen Gewinn ziehen, und da sind die herrschenden Oligarchien in vielen armen Ländern, die durch den Kauf immer höher entwi­ckelter Waffen ihre Situation stärken wollen. In solch schwierigen Zeiten ist wirklich die Mobilisierung aller Menschen guten Willens notwendig, um zu konkreten Vereinbarungen im Hinblick auf eine wirkungsvolle Entmilitarisie­rung vor allem im Bereich der Nuklearwaffen zu kommen. In dieser Phase, da der Prozess der nuklearen Nonproliferation nicht von der Stelle kommt, fühle ich mich verpflichtet, die Autoritäten dazu aufzurufen, die Verhandlun­gen für eine fortschreitende und vereinbarte Abrüstung der vorhandenen Nuklearwaffen mit festerer Entschlossenheit wieder aufzunehmen. Indem ich diesen Appell erneuere, weiß ich, dass ich damit den gemeinsamen Wunsch all derer zum Ausdruck bringe, denen die Zukunft der Menschheit am Her­zen liegt.

 

Die gesamte Botschaft im Internet:

http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20071208_xli-world-day-peace_ge.html

 

 

Bischof Dr. Manfred Scheuer

Friede und Mystik
Predigt zu Joh 15,1 - 5 beim Ökumenischen Gottesdienst von Pax Christi

am 29. September 2007 in der Wiener Donaucitykirche

Das Bildwort vom Weinstock und von den Reben scheint auf den ersten Blick nicht recht viel für eine Friedenspolitik zu taugen. Und doch gibt es einen inneren unlösbaren Zusammenhang zwischen Mystik, Kontemplation auf der einen Seite und einer Politik des Friedens auf der anderen Seite. "Der Beitrag, den der Kontemplative für die Gesellschaft leistet, besteht gerade in seiner Kontemplation. Ein so fragwürdiges, intellektuell so unerleuchtetes, durch und durch ambivalentes Gebilde wie die menschliche Gesellschaft ... kann nur dann das Abglei­ten in die Selbstzerstörung abhalten, wenn immer einige in ihr leben, die um der Wahrheit willen die Teilnahme an ihren Tätig­keiten radikal verweigern." (1)  Carl Friedrich von Weizsäcker, Naturwissenschafter und Philosoph, postuliert Kontemplation als Alternative zu den Apo­rien der Moderne. Ein verhärteter und hochgerüsteter Mensch mit einer aktivistischen und kämpfenden Vernunft verfällt der Gefahr verbunden, sich strategisch gegen Kommunikation und Versöhnung zu verweigern. Kommunikation, wenn sie nicht Unterwerfung und bloße Souveränität anzielt, braucht auch das integrierende Zulassen. Gerade religiöse Traditionen wie die jüdisch-christliche können die Verschränkung von Autonomie und Hingabe (2), von Spontaneität und Aufmerksamkeit, von Freiheit und Verdanken einbringen. Echter Friede braucht diese Verschränkung. 

Für den Frieden ist Reinigung im Sinne von Entgiftung und Entfeindung notwendig. Ernst Bloch weiß er um die therapeutische Wirkung der Kontemplation. Es geht darum, dass unsere Aktion und Kommunikation entgiftet und substanzvoll werde. (3) Um Entgiftung und Entfeindung bzw. um Gewaltlosigkeit und Feindesliebe geht es, wenn christliche Gruppen "Sühnezeichen" der Versöhnung und der Vergebung setzen. Es geht um die Realisierung von Versöhnung im Raum menschlicher Freiheit und menschlicher Gemeinschaft, und zwar gerade dann, wenn Freiheit und Beziehung von sich aus pervertiert, festgefahren, monologisch einzementiert, arrogant aufgeblasen, narzisstisch vergiftet, in ihren eigenen Möglichkeiten erschöpft und zu Tode gelaufen sind. Von innen her bricht Jesus die Logik des Bösen auf und überwindet sie. Nur so wird nicht das Karussell von Gewalt und Gegengewalt fortgesetzt. Nur so werden Leiden und Gewalt nicht zum Wachstumshormon von Ressentiment, Rachegelüsten und Revanchismus.

 

Kontemplation und Gebet sind nicht fatalistisch oder quietistisch zu verstehen, "sondern als  Résistance der Innerlichkeit, als höchste innere Freiheit, die gerade dazu befähigt, angstfreier und nicht korrumpierbar sich einzumischen in die Verhältnisse, wie sie sind." (4) Dag Hammarskjöld (5), geboren 1905, Ge­neralsekretär der Vereinten Nationen von 1953 - 1961, kam bei einem Flugzeugabsturz über dem Kongo am 17. 9. 1961 ums Leben. In Nachrufen wurde er als bedeu­tendster politischer Aktivposten der da­maligen Zeit, als Friedensstifter, als ver­handlungsstarker Politiker und als intellektueller Märtyrer gewürdigt. Durch ihn wurde die UNO zu einem friedensstif­tenden Instrument. Der Friedensnobelpreis wurde ihm auf den Sarg gelegt. Die Veröffentlichung der Tagebücher (der "Wägmarken") zeigte einen Kontrapunkt zum aktiven Politiker. Das Tagebuch ist für Hammarskjöld selbst "eine Art Weiß­buch meiner Verhandlungen mit mir selbst und mit Gott". Der Friedenstifter trägt am Schmerz der Einsamkeit, die ein­mündet in die Zwiesprache mit Gott. In der Einsamkeit und in der Innerlichkeit wächst ihm die Kraft für die Politik des Friedens zu: "Je treulicher du nach innen lauschst, umso besser wirst du hören, was um dich ertönt. Nur wer hört, kann spre­chen." Die Kraft der Stille und der Einsamkeit wird zur Kommunion und Kommunikation. So bleibt er im höchsten Einsatz, im Frie­densengagement in den Krisen (Suezkrise, Ungarnaufstand, Laos, Südafrika, Kongo) ein Empfangender, ein Verneh­mender und Hörender. Die Läuterung des Subjektes von eigenen Interessen und Vorurteilen ist Voraussetzung für den Dialog, die Einübung in Aufmerksamkeit für Friedensstiftung. Der Friede der Seele ist Voraussetzung dafür, dass er weltpoli­tisch tätig sein kann: "Es gibt keine Ge­schichte als die der Seele, keinen Frieden als den der Seele."

 

Wahrnehmung des Leidens der anderen

 

Jesus lehrt nicht eine Mystik der geschlossenen Augen, sondern eine Mystik der offenen Augen und damit der unbedingten Wahrnehmungspflicht für das Leid anderer. Jesu Blick führt zur Solidarität: "Er sah ihn und ging weiter", so heißt es vom Priester und Leviten, die am Wegrand den Halbtoten liegen sehen, aber nicht helfen (Lk 10,31,32). Menschen sehen  und doch übersehen, Not vorgeführt bekommen und doch ungerührt bleiben, das gehört zu den Kälteströmen der Gegenwart. - Im Blick der Anderen, gerade des armen Anderen erfahren wir den Anspruch: Du darfst mich nicht gleichgültig liegen lassen, du darfst mich nicht verachten, du musst mir helfen. Jesu Sehen führt in menschliche Nähe, in die Solidarität, in das Teilen der Zeit, das Teilen der Begabungen und auch der materiellen Güter. - Franz Jägerstätter ist nicht auf das eigene Leid fixiert und schon gar nicht darin verliebt. Sein Blick richtet sich auf das Leid der anderen. Bei der Beurteilung des Krieges geht er nicht von den Siegesmeldungen aus, sondern von der Frage nach der Schuld an den Opfern. So überwindet er die Apathie und Fühllosigkeit in der Wahrnehmung gegenüber Leid und Opfer. Er fühlt sich in die Opfer hinein, und das  in einer Gesellschaft, die den Willen zur Macht und die Verachtung der Schwachen vergötzt hat. Prophetisch ist sein Aufdecken der Antlitze der Opfer gegen deren Verhüllung durch die Sieger. – Die Wahrnehmung der Leiden der Gegner und Feinde ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Frieden, z. B: zwischen Israel und Palästina.

 

Option für gewaltfreie Konfliktlösungen

 

Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2005: "Um das Gut des Friedens zu erlangen, muss vollen Bewusstseins festgehalten werden, dass Gewalt ein inakzeptables Übel ist und niemals Probleme löst. Gewalt ist eine Lüge, denn sie verstößt gegen die Wahrheit unseres Glaubens, gegen die Wahrheit unserer Menschlichkeit. Gewalt zerstört das, was sie zu verteidigen vorgibt: die Würde, das Leben, die Freiheit der Menschen." "Der Friede ist möglich. Mehr noch, die Kirche wird nicht müde zu wiederholen: Der Friede ist geboten."

 

Vor 62 Jahren wurde zum ersten Mal eine Atombombe gezündet, um eine Stadt und ihre Menschen zu vernichten. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten gab es ein Hochrüsten vor allem zwischen den Großmächten in Ost und West. Dieser Rüstungswettlauf wurde von der Kirche klar verurteilt, denn er "ist eine der schrecklichsten Wunden der Menschheit, er schädigt unerträglich die Armen; er ist ein unerträgliches Ärgernis." (Gaudium et spes 81; Populorum progressio 53) Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen wurde radikal verurteilt: "Jede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer Städte ... und ihrer Bevölkerung unterschiedslos abstellt, ist ein Verbrechen gegen Gott und gegen den Menschen." (Gaudium et Spes 80) Geächtet wurden die Atomwaffen, verpönt aber auch das Halten von Atomwaffen zur Abschreckung (Paul VI.). Der verstorbene Papst Johannes Paul II. hat ohne "Wenn" und "Aber" jeden Krieg als große Niederlage der Menschheit gebrandmarkt.

 

Ökumene

 

Das Bild vom Weinstock und von den Reben ist auch ein Gleichnis für die Beziehung der Christen zu Jesus Christus. Das Bekenntnis zu Jesus Christus verbindet orthodoxe, evangelische und katholische Christen. Es ist das Geschenk der Ökumene, das wir diese Gemeinsamkeit entdecken und erkennen. Wir sind nicht Feinde oder Gegner, auch nicht Fremde oder Konkurrenten, sondern Brüder und Schwestern in Christus. Ökumene ist Auftrag Christi, Impuls des Hl. Geistes und Antwort auf den Ruf der Zeit. Es gibt keine Alternative dazu. Die Kirchen sind herausgefordert, Gottes Friedensbewegung auf Erden zu sein, Zeichen, Zeugen und Werkzeuge für die Würde jedes Menschen, für die Heiligkeit des Lebens, für die Achtung der Schöpfung, für eine neue Kultur des Erbarmens und der Liebe, für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Solidarität.

 

Bischof Manfred Scheuer ist Präsident von Pax Christi Österreich

 

(1)   Carl Friedrich von Weizsäcker, Der Garten des Menschlichen. Beiträge zur geschicht­lichen Anthropologie, München-Wien 1977, 505.

(2)   Jürgen Habermas, Vom sinnlichen Ein­druck zum symbolischen Ausdruck. Philosophische Essays (BS 1233), Frank­furt a. M. 1997, 98-111.

(3)   Ernst Bloch, Spuren, Frankfurt a. M. 1969, 102.

(4)   Gotthard Fuchs, Und alle Fragen offen?, in: ders. (Hg.), Angesichts des an Gott glauben? Zur Theologie der Klage, Frankfurt 1996, 264.

(5)   Dag Hammarskjöld, Zeichen am Weg, München 1965; Johann Hoffmann-Herreros, Dag Hammarskjöld. Politiker - Schriftsteller - Christ, Mainz 1991.

 

Im memoriam

Josef „Pepo“ Mandl – Hans-Anton Ederer – Karl Rehak


Josef "Pepo" Mandl

 

Am 6. September ist Josef  "Pepo" Mandl nach schwerer Krankheit im 67. Lebensjahr verstorben. Mit ihm verlieren wir einen großartigen Menschen und ein Urgestein der  christlichen Friedens- und Umweltbewegung. Jahrzehntelang war er im Vorstand und Mitglied des Internationalen Versöhnungsbundes. Viele haben ihn als Anti-Krsko-Aktivisten und Gründer der "Kärntner Initiative Alpen-Adria frei von Atomanlagen" kennen gelernt und als Mitbegründer vieler Kärntner Welt-Läden und der Brasilien Selbstbesteuerungsgruppe Kärnten. Er, der nie ein Auto besaß, kämpfte in Klagenfurt für die Erhaltung der Stadtparks und für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Ob bei Straßenblockaden oder Podiumsdiskussionen  - immer war er bemüht um eine gewaltfreie Sprache und den Abbau von Vorurteilen. 

 

Als es 2005 darum ging in Kärnten eine Pax Christi Landesgruppe zu gründen, zögerte er trotz seiner Krankheit nicht und stellte sich für den Vorstand zur Verfügung. Im Mai dieses Jahres arbeitete er noch beim Pax Christi EU-Memorandum mit und wir planten ein Seminar über EU-Sicherheitspolitik für den Herbst.

 

Er scheute keine Konfrontation und wollte doch niemanden beleidigen. Er ließ nie locker und nahm dadurch viele Nachteile in Kauf. Er konnte nicht zwei Herren dienen und stand dafür persönlich ein. Seine Liebe galt seiner Familie und den Bergen und nun hat er den letzten Gipfel erreicht.

Lieber Pepo - deine Saat geht auf.

 

Ernst Sandriesser (Pax Christi Kärnten)

 

 

Drs. Hans-Anton Ederer

 

Der Weg zur Quelle führt gegen den Strom.“

Dieser Satz aus Jägerstätters Lied charakterisiert auch Leben und Wirken von Hans-Anton Ederer, der kurz nach der Teilnahme an der Triennial World Assembly von PCI in Brügge am 7. 10 an den Folgen eines Herzinfarktes im 64. Lebensjahr verstorben ist.

 

Er lebte in unbekümmerter Bedürfnislosigkeit, war aber reich an Wissen, Erkenntnis und Zivilcourage. Zu oft als unbequemer Querdenker bezeichnet, erwies er sich eher als Vordenker in theologischen und gesellschaftspolitischen Fragen, vor allem aber in der Ökumene.

 

Hans-Anton ging es um Authentizität und Wahrhaftigkeit und kaum um Akzeptanz. Anpassung, klischeehaftes Denken und provinzielle Enge lehnte er ab. Er ließ sich nie einen Maulkorb umhängen und musste daher auf das verzichten, was ihm und besonders seiner Familie ein Herzensanliegen war: auf ein Weiheamt bzw. eine existenzsichernde Anstellung in der Katholischen Kirche der Steiermark.

 

Unmittelbar nach dem 2. Vatikanum studierte er Theologie in Graz. Die Aufbruchstimmung in der Kirche begeisterte ihn, erfüllte ihn mit Visionen. Er wollte den Reformprozess mittragen und mitgestalten. Das theologische Rüstzeug holte er sich während des Doktoratstudiums 1969 - 72 in Nimwegen/Niederlande bei dem renommierten Theologen Schillebeeckx, dessen Lehre ihn nachhaltig prägte.

 

Nach seinem Studium wurde er in das Bistum Trier berufen und wirkte dort 10 Jahre lang in Ausländerseelsorge und Erwachsenenbildung. In dieser Zeit schloss er sich auch PAX CHRISTI an, weil er in dieser Bewegung Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung als Postulate des nachkonziliaren Prozesses am besten verwirklicht sah. Während seiner Zeit in den Niederlanden und in Deutschland knüpfte er auch seine internationalen Kontakte, die er auch in Österreich weiter pflegte. Zurück in der Steiermark, arbeitete Hans-Anton seit 1983 - bis auf eine kurze Zeit als hauptamtlicher Flüchtlingsbetreuer im Rahmen der Caritas - im Brotberuf als freier Publizist für das Publik-Forum, eine Zeitschrift für kritische Christen, in Deutschland.

 

In seinem Nachruf charakterisierte ihn der frühere Herausgeber und Chefredakteur, Harald Pawlowski, wie folgt: „Hans-Anton Ederer bleibt uns in Erinnerung als ein genialer Stratege und Querdenker. Und als großer Ökumeniker. Seine Theologie war von einer barock-überquellenden Fülle (...). Seine Gesprächsbeiträge waren reich an Assoziationen. Sie hatten nicht das Zielstrebige der heutigen Businesssprache, die längst auch in den Kirchen an Boden gewinnt. Nein, Hans-Antons Worte und Gedanken flossen wie ein breiter Strom. Wer es verstand, diesem hoch gebildeten Mann aus der Steiermark zuzuhören, der wurde immer reich beschenkt.“

 

Immer wieder war es unserem Verstorbenen ein Anliegen, zwischen Ähnlichem Brücken zu bauen und dadurch Synergien zu gewinnen – man denke an eine von ihm organisierte Tagung von Solidarnosc-Gewerkschaftern aus Polen und katholischen Gewerkschaftern aus Brasilien in Bad Kreuznach 1982 - und zwischen Gegensätzlichem Brücken zu bauen. Den viel strapazierten Slogan „Global denken, lokal handeln“ setzte er beharrlich in die Tat um. Die Landesgruppe Pax Christi, deren Vorsitzender er 1998 wurde, bot ihm dafür den geeigneten Rahmen.

 

In Rumänien bewegte er einen Ökumenischen Dialog zwischen Orthodoxen und Franziskanern, in Graz gründete er eine rumänisch-orthodoxe Seelsorgestelle. Als Verfechter einer offenen geschwisterlichern Kirche wirkte er in der Plattform “Wir sind Kirche“, als Bezirksrat der Grünen gestaltete er Bürgerinitiativen mit, als Finanzreferent des ÖFD beriet er Friedensdiener, die Einsätze auf dem Balkan leisteten, als freier Mitarbeiter im Kulturzentrum bei den Minoriten lud er Chöre aus Osteuropa ein und als Vertreter bei sozialen Bewegungen engagierte er sich für Verteilungsgerechtigkeit.

 

Als aktiver Teilnehmer bei der 2. Ökumenischen Versammlung 1997 in Graz schlug er vor, dass die 3. Ökumenische Versammlung im multireligiösen Sibiu/Hermannstadt stattfinden sollte. Sein Wunsch ging in Erfüllung.

 

Außer der Ökumene lag Hans-Anton der interreligiöse Dialog am Herzen. 10 Jahre lang gestaltete und begleitete er fachkundig die interreligiösen Feiern und Begegnungen in Graz - St. Lukas mit Juden, Muslimen und Buddhisten. Dafür waren viele vertrauensschaffende Gespräche im Vorfeld notwendig, vor allem Mediationsarbeit zwischen den verschiedenen muslimischen Vereinen in Graz. Hans-Anton verdanken die Muslime Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge sowie einen eigenen Sozialdienst. Sie schätzten ihn als wahren Freund und Gönner. Er meinte wiederum, wir Christen könnten von ihnen die Ehrfurcht vor der Größe Gottes lernen.

 

Seine Frau Monika trug all diese Aktivitäten unterstützend mit - als Textgestalterin, Übersetzerin und Dolmetscherin bei Veranstaltungen. Während seiner schweren Krankheit im letzten Jahr gab sie ihm viel Mut zum Weiterleben, so dass sein Schaffensdrang für kurze Zeit zurückkehrte. Mit Freude nahm er an der 3. Ökumenischen Versammlung in Sibiu und an der Seligsprechung Franz Jägerstätters teil.

 

Hans-Anton hat trotz aller Kritik seine Kirche geliebt und an ihr gelitten. In einem unserer letzten Gespräche bezeichnete er sich als „Bekenner“.

 

Seine geistreichen Erklärungen und sein breites weises Grinsen werden uns fehlen. Eines kann uns ein Trost sein: Er hat sein Leben dort beendet, wo er gerne verweilte - in seiner internationalen Gesinnungsgemeinschaft im Westen Europas.

 

Heimgekehrt ist er in die Geborgenheit seiner traditionell katholischen Wallfahrtspfarre auf dem Weizberg, wo Bischof Kapellari mit vielen Trauergästen den Gottesdienst zelebrierte. Hans-Anton hätte sich über diese späte Anerkennung sicher gefreut.

 

Lieber Hans-Anton, ein Vergelt’s Gott für den anspruchsvollen Weg, den du eingeschlagen hast! Wir werden ihn nur in kleinen Schritten gehen können.          

 

Maga. Helga Tiffinger (Pax Christi Steiermark)

 

 

 

Karli Rehak

 

Wie jedes Jahr wollte ich heuer zu Weihnachten Karli Rehak besuchen. Die Tür war verschlossen, ich läutete, ich rief an - keine Reaktion. Niemand im Haus wusste Bescheid. Daher habe ich die Volkshilfe angefragt, die mir mitteilte:

 

Karl Alois Rehak ist am 5. November 2007 verstorben.

 

Sie hatten keine weiteren Informationen. Die Malteser Rettung habe sie informiert. Sie haben keinen Kontakt zu Angehörigen. Soweit ich weiß, gibt es auch keine Angehörigen mehr.

 

Karli Rehak gehörte beinahe zum "Inventar" der Sozialistischen Jugend, der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie und der Sozialdemokratie. Ebenso hat er regelmäßig Veranstaltungen der Friedensinitiative Rudolfsheim/Fünfhaus-Penzing, der Friedensinitiative Donaustadt und der ChristInnen für die Friedensbewegung besucht. Er hat es sich nicht einfach gemacht und er war auch nicht immer einfach. Er war ein Mensch mit Kanten und doch ein liebenswerter, alter Freund.

 

Karli war ein Mensch, der in unserer Leistungsgesellschaft an den Rand gedrängt wurde, der es nicht schaffte, seine Arbeit zu verkaufen und der von diesem angeblich so humanen System brutal ausgegrenzt wurde, der mit bescheidensten Mitteln lebte und der die Gemeinschaft von Genossinnen und Genossen sowie von Friedensfreundinnen und Friedensfreunden  suchte. 

 

Karli lebte immer in der Bewegung - schon ein Video mit ArbeiterInnenliedern der Schmetterlinge aus den 80er Jahren zeigt Karli bei den Szenen von einem Mai-Aufmarsch aus den 60er-Jahren, ich glaube, es war sogar das Jahr 1968. Es wird wenig Menschen geben, die in den letzten 30 Jahren in Wien engagiert waren, und Karli nicht kennen gelernt haben.

 

Und gerade im letzten Jahr, wo er wohl klar denken konnte, aber es infolge seiner leichten Insulte ihm nicht möglich war, diese Gedanken zu artikulieren, fühlte er sich noch mehr unverstanden. Ich war auch immer traurig, aber ich konnte wirklich nur einen kleinen Teil seiner Worte verstehen, seine Fragen, wie es der SJ Wien geht oder was die Friedensinitiative Donaustadt macht. Ich habe ihm Anfang Oktober besucht, es ging ihm gesundheitlich wieder besser, einzig der Frust, dass ich ihn nicht verstehen konnte, trübte unsere Begegnung.

 

Mir und uns allen bleibt nur zu sagen:

Lieber Karli, danke für deine Freundschaft!

 

 Alois Reisenbichler

 

 

 

Kaplan Franz Sieder:

Josef Cardijn: Das Leben ist das 5. Evangelium

Predigt beim KAJ-/KAB-Gottesdienst am 10. November 2007 in der Milleniumskirche St. Pölten-Stattersdorf

 

Liebe Freundinnen! Liebe Freunde!

 

Die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) der Diözese hat heute hier eine Gedenkveranstaltung zum 40. Todestag von Josef Cardijn veranstaltet. Manche werden nicht wissen, wer dieser Mann war. Josef Cardijn war ein belgischer Priester. Er war der Gründer der Katholischen ArbeiterInnenjugend - der KAJ, die sich über die ganze Welt ausgebreitet hat. Als junger Kaplan ging Josef Cardijn in der Nähe von Brüssel vor die Fabrikstore, um mit den Arbeiterinnen und Arbeitern in Kontakt zu kommen, wenn sie nach der Arbeit aus der Fabrik herausgekommen sind.

 

Es hat damals eine ganz tiefe Kluft zwischen Kirche und Arbeiterschaft gegeben - ja es war sogar teilweise eine Feindschaft. Der Kirche hat man vorgeworfen, dass sie auf der Seite von denen steht, die die Arbeiterinnen und Arbeiter ausbeuten und unterdrücken. Die Kirche hat tatsächlich die Arbeiterinnen und Arbeiter in ihrem Befreiungskampf nicht unterstützt. Cardijn wollte eine Brücke bauen zwischen Kirche und Arbeitswelt und er hat dabei vor allem auf die jungen Menschen gesetzt. Sie waren damals die Hoffnung der Kirche und sie sind auch heute die Hoffnung der Kirche. Diese Kluft zwischen Kirche und Arbeitswelt hat es nicht nur in Belgien gegeben, sondern auch bei uns in Österreich. Papst Pius XI. hat einmal gesagt: "Es ist der größte Skandal des 19. Jahrhunderts, dass die Kirche die Arbeiterschaft verloren hat." Von Josef Cardijn stammt der Ausspruch: "Eine Kirche ohne Arbeiterinnen und Arbeiter ist nicht die Kirche Jesu Christi." Ich muss sagen, dass er mit diesem Ausspruch sehr recht hat, sind doch Jesus und auch sein Vater Josef selbst Arbeiter gewesen und die Arbeiterinnen und Arbeiter haben in der Gesellschaft immer zu denen gehört, die unten sind und nicht oben. Jesus war aber eindeutig parteiisch für jene, die unten sind und nicht oben - für die Schwachen und Zukurzgekommenen unserer Gesellschaft. Jesus hatte eine klare Option für die Armen und nicht nur eine halbherzige, wie es leider auch noch bei den meisten der heutigen Kirchenleitung der Fall ist.

 

Einige Jahre bevor Josef Cardijn gestorben ist, hat ihm der damalige Papst Paul VI. noch zum Kardinal gemacht. Das war damals sensationell, dass ein einfacher Priester, der nicht Bischof ist, zum Kardinal gemacht wird. Papst Paul VI. soll damals gesagt haben, dass er mit Josef Cardijn jenen Mann zum Kardinal machen möchte, „der in unserem Jahrhundert am meisten für die Kirche getan hat."

 

Josef Cardijn hat sich dann als Kardinal den Wahlspruch genommen: "Den Armen die frohe Botschaft bringen." Wir haben deshalb auch heute jenes Evangelium ausgewählt, wo Jesus selbst diesen Satz zu seinem Lebensmotto machte. In der Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth sagte er: "Ich bin gekommen, die Unterdrückten zu befreien und den Armen die frohe Botschaft zu bringen." Josef Cardijn hat klarer erkannt als viele Päpste, um was es Jesus wirklich gegangen ist. Jesus ist es nicht in erster Linie um eine schöne und fromme Liturgie gegangen - ihm ist es in erster Linie darum gegangen, dass die Welt gerechter und menschlicher wird. Ihm es um das gegangen, wofür wir im "Vater unser" täglich beten. "Dein Reich komme." Und im KAB-Gebet konkretisieren wir diese Bitte: "Dein Reich komme in die Fabriken, in die Werkstätten und Büros." Ich möchte hier auch sagen, dass Jesus ganz sicher den Einsatz der Gewerkschaften ungeheuer wertschätzt, weil es der Gewerkschaft wirklich um gerechtere und menschlichere Arbeitswelt geht und sie dafür kämpfen. Josef Cardijn hat begriffen, dass wirkliches Christsein und Christinsein in erster Linie sich im alltäglichen Leben abspielt und nicht im Gottesdienstraum. Hier beim Gottesdienst holen wir uns die Kraft, dass wir fähig sind, als Aktivistinnen und Aktivisten dort, wo wir stehen, unserer Berufung gerecht zu werden - aber praktizierendes Christ-/Christin-Sein ist nicht der Gottesdienstbesuch am Sonntag - praktizierendes Christ-/Christin-Sein geschieht im Betrieb, in der Familie und auch im Freizeitbereich. Der Theologe Hugo Assmann sagt daher mit Recht: "In der ganz traditionellen und unverdorbenen christlichen Theologie hat niemand schon deswegen Glauben, weil er versichert, er glaube an Gott. In biblischer Sicht löst sich die Frage von Glaube und Unglauben nicht im Tempel, sondern auf dem Gebiet der Aktion, in der sich die Liebe und die gemeinschaftliche Hoffnung der Menschen konkretisiert."

 

Wenn einer sein Christsein und eine ihr Christinsein wirklich kapiert hat und er / sie berührt von der Sache Jesu wird, dann müsste es ihn oder sie eigentlich drängen als Betriebsrätin oder Betriebsrat sich gewerkschaftlich zu engagieren oder bei der Friedensbewegung mitzutun. Wenn wir die Sache Jesu wirklich kapieren, dann müssten wir auch aufschreien, gegen das Mobbing, das in den Betrieben praktiziert wird und gegen die prekären Arbeitsverhältnisse, die immer mehr um sich greifen, wo die Würde des Menschen verletzt wird und die Menschen immer mehr zu Arbeitssklavinnen und Arbeitssklaven gemacht werden. Vor zwei Tagen wurde im Parlament auch die neue EU-Verfassung oder der so genannte Reformvertrag diskutiert, der bald im Parlament ratifiziert werden soll. Auch hier müssten wir, wenn uns die Sache Jesu ernst ist, aufschreien, weil hier die Aufforderung und die Verpflichtung zu einer europäischen Aufrüstung verfassungsmäßig sanktioniert werden. Rüstung tötet auch ohne Krieg, weil die Gelder, die in die Rüstung gesteckt werden, den Hungernden der Welt vorenthalten werden. Auch jene, die nur einer Spass- und Wellness-Gesellschaft das Wort reden, sind von der Botschaft Jesu weit entfernt. Ein Christ, der sein Christsein ernstnimmt, eine Christin, die ihr Christinsein ernst nimmt, muss immer mehr auch ein politischer Mensch werden und sich interessieren, für das, was in der Welt vorgeht. Ohne Politik gibt es keine Gerechtigkeit. Eine gerechte Welt hat Jesus immer wieder leidenschaftlich eingefordert und im Einsatz für Liebe und für Gerechtigkeit musste Jesus auch sein Leben lassen. Wenn Jesus nur ein frommer Rabbi gewesen wäre und er den Leuten nur das Frommsein und Bravsein gepredigt hätte, dann hätten ihn die damaligen politischen Behörden sicher nicht an das Kreuz schlagen lassen.

 

Ich möchte schließen mit einigen Sätzen aus dem Glaubensbekenntnis des Befreiungstheologen Frei Betto:

 

„Der Gott, an den ich glaube,

ist in einer Höhle zur Welt gekommen.

Er zog wie ein Fremder in Palästina umher.

Er gab denen, die Hunger hatten, zu essen,

denen, die im Dunkel lebten, Licht,

denen, die im Gefängnis saßen, Befreiung,

denen, die Gerechtigkeit verlangten, Frieden.

 

Der Gott, an den glaube, stellte den Menschen über das Gesetz

und die Liebe über die alten Traditionen.

Der Gott, an den ich glaube, trug eine Krone aus Dornen

und einen Mantel, der aus Blut gewebt war.

Der Gott, an den ich glaube, musste in seinem Einsatz 

für eine gerechtere Welt unter den Räubern am Kreuz sterben.

Der Gott, an den ich glaube, ist kein anderer

als der Sohn Marias, Jesus von Nazareth.

Alle Tage stirbt er gekreuzigt durch unseren Egoismus.

Alle Tage steht er wieder auf durch unsere Liebe.“

 

 

 

Manfred Sauer

Zum Thema Streumunition

 

Streumunition wird als Flugzeugbewaffnung (Behälter mit Tochtergeschossen) oder mittels Raketen oder Artilleriemunition verschossen. Hunderte Stück explosiver Submunition pro Trägergeschoss oder Container werden in der Luft freigesetzt und über eine größere Fläche verteilt. Streumunition unterscheidet nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen. Die Problematik in der Anwendung ergibt sich aus der Tatsache, dass 5 bis 20 Prozent dieser Submunition aus technischen oder klimatischen Gründen nicht detonieren, sondern als Blindgänger – per Definition wie eine Anti-Personen-Mine – lange nach den Kämpfen eine latente Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen. Dieses Faktum bedeutet nicht nur immenses menschliches Leid, sondern auch weitgehenden Stillstand in der Entwicklung und Mobilität in den betroffenen Gebieten.

 

Etwa 30 Staaten oder Regionen waren oder sind von Streumunition betroffen, darunter Vietnam, Laos, Afghanistan, Tschetschenien, Kongo, Angola, Irak, Kosovo und der Libanon. Etwa ebenso viele Länder produzieren mehr als 200 Arten von Streumunition, die dann in einer geschätzten Anzahl von 1,5 Mrd. Stück in den Arsenalen von 75 Armeen für ihren Einsatz gelagert werden. Beim österreichischen Bundesheer steht Artilleriemunition aus dieser Kategorie in Verwendung – 1999 und 2000 in einer Größenordnung von rund 10.000 Stück um 20 Millionen Euro geliefert. Die Fehlerquelle (Blindgängerrate) dieser sog. M 85-Munition liegt laut NGO-ExpertInnen bei relativ hohen 10 Prozent. Ihre Vernichtung, mit der man demnächst beginnen soll, wird 5 % der Kaufsumme kosten.

 

Regelmäßig gab es Vorstöße durch NGOs in Österreich wie von Pax Christi, IPPNW-Österreich, dem Internationalen Versöhnungsbund oder dem NGO-Committee on Peace (CONGO/UNO), Streumunition zu verbieten. In parlamentarischen Entschließungen allerdings wurde zunächst nur diskutiert, ob technologisch ausgereiftere Produkte, die weniger blindgängeranfällig sind, einfachere Modelle ersetzen sollen.

 

Erst durch die schrecklichen humanitären Folgen des israelischen Angriffs auf den Libanon im Sommer 2006 – hervorgerufen durch den Abwurf von mehreren Millionen Streumunitionsteilen – erfuhren die internationalen Bemühungen um ein Verbot dieser Waffen neuen Auftrieb. Auf Betreiben der norwegischen Regierung fanden sich 30 Staaten zusammen, die nun, ähnlich dem Ottawa-Abkommen zum Verbot von Anti-Personen-Minen, außerhalb der UN-Abrüstungsstrukturen den Oslo-Prozess starteten. Am 22. und 23. Februar 2007 unterstützten 46 (von 49 anwesenden) Staaten die Oslo-Deklaration mit dem Willen, bis Ende 2008 ein rechtlich verbindliches Verbot von Streumunition sowie ihre Vernichtung und die Bewältigung der humanitären Herausforderungen zu erreichen. In weiteren diplomatischen Initiativen und Treffen sollen möglichst viele Staaten mit ins Boot geholt werden.

 

Eine Kerngruppe bestehend aus Österreich, Norwegen, Irland, Mexiko, Neuseeland und Peru erarbeitete und verbreitete einen Konventions-Textentwurf. Heute nehmen 83 Länder am Oslo-Prozess teil, darunter Länder des Südlichen Afrika wie Angola, Lesotho, Malawi, Mosambik und Südafrika. Das Wiener Folgetreffen vom 4. bis 7. Dezember sollte weitere Fortschritte bringen.

 

Österreich beschloss im Ministerrat vom 21. Februar 2007 ein Moratorium, d. h. verzichtete auf den Einsatz von Streumunition bis zum Vorliegen einer internationalen Verbotskonvention. Gleichzeitig gab es einen Text für ein nationales Verbotsgesetz, das jedoch von NGOs in einigen Punkten kritisiert wurde, Ausnahmen für Übungszwecke oder bei militärischen Auslandsmissionen wurden hinterfragt. Außerdem sollten den KritikerInnen zufolge Vermittlung und Handel mit Streumunition nicht nur im Inland, sondern auch für InländerInnen bzw. österreichische Firmen mit Sitz im Ausland verboten sein.

 

Am 6. Dezember 2007 beschloss der Nationalrat ein Bundesgesetz über das Verbot von Streumunition mit Wirkung vom 1. Dezember 2007. Dieses verbietet nun Entwicklung, Herstellung, Beschaffung, Verkauf, Vermittlung, die Ein-, Aus- und Durchfuhr (mit Ausnahme für Zwecke der Vernichtung), Gebrauch sowie Besitz dieser Waffen und stellt Verstöße dagegen unter Strafe. Zumindest der umstrittene Passus betreffend der internationalen Militärmission ist gefallen.

 

Bei der Wiener Konferenz zum Oslo-Prozess Anfang Dezember 2007 nahmen 133 Staaten teil und diskutierten kontrovers die Forderung, hochtechnologische, selbstzerstörende Streumunition vom Verbot auszunehmen. Diese Vorschläge kamen insbesondere von der EU-Militärtroika Frankreich, Großbritannien und Deuschland. Das österreichische Verbotsgesetz zeigt aber den einzig denkbaren Weg auf – ohne Wenn und Aber. Es ist zu hoffen, dass die Nationen dieser Welt diesem Signal folgen.

 

(aus INDABA – das Sadocc-Magazin für das Südliche Afrika, Nr. 56, Dezember 2007, http://www.sadocc.at/)

 

 

KURZMELDUNGEN UND TERMINE:

 

 

Neuerscheinung:

Gegen den Strom – Band 2

Politische Predigten und Reden von Kaplan Franz Sieder

Alois Reisenbichler & Irmgard Schmidleithner (Hg.)

Vorworte von Bischof Erwin Kräutler, AK-Präsident Josef Staudinger,

Univ.-Prof. Dr. Franz Weber, FSG-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl

Preis: Euro 15,--

Kontakt und Bestelladresse:

Irmgard Schmidleithner, 4501 Neuhofen, Flurweg 20,

E-Mail: i.schmidleithner@aon.at

 

 

 

KAB Vesper

Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 20.00 Uhr im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.

 

 

 

Friedensgebet von Pax Christi Wien

Ab November wieder jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.00 Uhr in der Alten Börse – Begegnungszentrum der Jesuiten, 1010 Wien, Sonnen­fels­gasse 19, U3 Stubenring.

 

 

 

Am anderen Ende der Welt

Rayen Kvyehn, Poetin und Menschenrechtsaktivistin dichtet in Spa­nisch und Mapusudung (Sprache der Mapuche-IndianerInnen). Ihre Gedichte wurden auch ins Deutsche übersetzt

Am Dienstag, den 15 Jänner 2008, um 19.30 Uhr spricht die Mapu­che-Menschenrechtsaktivistin Kvyehn über ihr Volk. 

Am Freitag, den 18 Jänner 2008 um 19.30 Uhr können Sie Bekannt­schaft  Texten aus dieser fernen Welt machen.

Ort: jeweils CentrOnce Stadtteilzentrum Simmering, 1110  Wien, Schneidergasse 15/5, U3 Zippererstraße

 

 

 

Aktionskonferenz der Plattform Volxabstimmung

für eine Volksabstimmung über den EU-Vertrag

Sonntag, 27. Jänner, 11:00 Uhr Linz, Altes Rathaus (Hauptplatz),

Infos über diese Konferenz und über die Aktivitäten der Plattform: http://www.volxabstimmung.at/

 

 

 

Termine der Plattform „Wir sind Kirche“

 

 

Mo, 14. 1. 19.00 Uhr, Theologisches Gespräch: „Gemeinden ohne Priester!, Lösungsansätze der Niederländischen Domini­kaner“,  Pfarre St. Gertrud, Pfarrheim Währung,  1180 Wien, Maynollogasse 3 (1 Station Linie 41 ab U6 stadtauswärts).

Di., 26. 2.,  19.00 Uhr, Bibelgespräch „Wählt das Leben“ (Dt 30,15 + Joh 10,10), Pfarre St. Gertrud, Unterkirche, 1180 Wien, Eingang Währinger Straße 95

Di., 11. 3.. , 19.00 Uhr, FeierAbend: „In meine Mitte Gehen“,  Pfarr-Kirche St. Gertrud, 1180 Wien, Maynollogasse

Mi., 16. 4., 19.00 Uhr, Theologisches Gespräch: „Dialog II am 24.-26. Okt. 2008“,  Pfarre St. Gertrud, Pfarrheim Währung,  1180 Wien, Maynollogasse 3

Mo., 19. 5., 19.00 Uhr, Bibelgespräch,  Pfarre St. Gertrud, Pfarr­heim Währung, 1180 Wien, Maynollogasse 3

Am 8. Juni ist ein Ausflug nach dem Gottesdienst um 9.00 Uhr in der Pfarre Währing geplant.

 

 

 

Buch „Der Preis des Krieges

Über die Zusammenhang von Kriegen und Wirtschaft handelt das neue Buch von Karin Bock-Leitert und Thomas Roithner herausge­geben Buch mit Beiträgen u.a. von Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf, Jörg Huffschmid, Gerald Mader, Andreas Zumach, Peter Strutynski, Werner Ruf. Infos: www.thomasroithner.at, Bestellungen an Mag. Dr. Thomas Roithner, Wiedner Gürtel 10, A-1040 Wien, Tel. (01 - 79 69959, Fax 01  79 65 711, e-mail: roithner@aspr.ac.at

 

 

 

Buch Ralph-M. Luedtke, Peter Strutynski (Hrsg.):

Von der Verteidigung zur Intervention. Beiträge zur Remilitarisierung der internationalen Beziehungen.

Die Dokumentation des Friedensratschlages 2006 bietet wie schon in den Vorjahren wertvolle Informationen zur Friedensarbeit. Beiträge u. a. von Peter Strutynski, Norman Paech, Thomas Roithner, Ernst Woit, Werner Ruf, Lühr Henken. Auch die Fürbitten beim Friedens­gottesdienst, die von den ChristInnen für die Friedensbewegung gestaltet wurden, sind dokumentiert.

Infos: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/rat/2006/buch.html

 

 

 

Friedensinitiative Donaustadt

Die Friedensinitiative Donaustadt trifft sich jeden zweiten Dienstag im Mo­nat um 19.00 Uhr in der Donaucitykirche, 1220  Wien, Donau­citystraße 2 (U1 Kaisermühlen – VIC):

Dienstag, 15. 1., Manfred Sauer;  Kriegsmacht statt Neutralität? Zur Ent­wicklung der österreichischen Sicherheitspolitik seit dem EU-Beitritt"

Dienstag, 12. 2., Dra. Elke Renner (Werkstatt Frieden und Solidari­tät), Immer mehr privat, unsozial und undemokratisch – Kritik des Neoliberalismus

Im März sind eine Ausstellung und ein Vortrag zum antifaschisti­schen Widerstand geplant.

 

 

 

Ethik in der Politik

Unter dem Motto „Politisch Lied – ein garstig Lied“ diskutieren bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozi­aldemokratie (ACUS) Döbling am Donnerstag, 24. Jänner 2008 im Karl-Mark-Heim 1190 Wien, Billrothstraße 34 (Straßenbahn 38, Bus 10A) der Politikwissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka und die ehemalige Superintendentin Nationalrätin Maga. Gertraud Knoll

 

 

 

Wege des Widerstandes - Ein Friedensdorf in Ko­lumbien -

Ausstellung vom 18. 1. bis 27. 2.
in St. Pölten,
Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstr.5

 Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 17. 1. 19.30 Uhr
Referentin: Irmgard Ehrenberger, Internationaler Versöhnungs­bund, hat das Friedensdorf San Jose besucht. Gitarrist: David-Christopher Siedl  Gewaltfreier Widerstand gegen Krieg und Vertrei­bung: In Kolumbien existieren heute zahlreiche Friedensinitiativen, darunter rund 20 Friedensgemeinden in Kriegsgebieten. Sie sind bewusst aus der Spirale der Gewalt ausgestiegen und werden ge­rade auch deshalb immer wieder selbst zur Zielscheibe der Kriegs­parteien. Die Friedensgemeinde San José de Apartadó wurde am 12. März 1997 von Bauernfamilien als unabhängige und unbewaff­nete Gemeinschaft gegründet, die auf der Grundlage der aktiven Gewaltfreiheit Widerstand gegen die Kriegslogik leistet. Damit möchten die Bauernfamilien ihrer Vertreibung entgegenwirken und “in Würde überleben”.

 

 

 

Termine:

 

St. Pölten, Di, 15.1., 19.00 Uhr, Vernissage „Kinderhände -  Bilder und Kinderkunst, Betriebsseelsorgezentrum, Schneckgasse 22.

 

Amstetten, Mi., 16.1., 19.00 Uhr, Podiumsdiskussion „Armut in Ös­terreich - Ursachen und Gegenrezepte“, mit Pold Ginner, Ulrike Königsberger Ludwig, Andreas Kollross, Franz Sieder, Barbara Kolm, Hans Haberson, Rathaussaal

 

Herzogenburg, Mi., 16.1. 19.30 Uhr, Aktiv für den Klimaschutz, der persönliche CO2 Rechner, Karl Nutz, Betriebsseelsorgezent­rum, Kremser Straße 61.

 

Wien, Do., 17.1., 19.00 Uhr, Gerald Hödl, Fußball in Südafrika – vom kolonialen Sport zum globalen Event, SADOCC-Bibliothek, Favoritenstraße 38/18/1, 1040 Wien (U1 Taubstummengasse)

 

Wien, Mo., 28.1., 18.00 Uhr, Offenes Haus der Quäker, Film „Das Ereignis", Konfliktkultur – Dra. Susanne Jalka, 1010 Wien, Sta­diongasse 5/2, U2 Rathaus

 

Amstetten, Do., 31.1., 19.30 Uhr, Podiumsdiskussion über prekäre Arbeitsverhältnisse, Hotel Gürtler, Rathaussstraße

 

Wien, Di., 4.3., 19.30 Uhr, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Kropf, Evangelische Kirche und Nationalsozialismus, Evangelische Akademie, 1090 Schwarzspanierstraße 13

 

Wien, Mi., 5.3., 19.30 Uhr, Die im Vertrauen gereichte Hand – christlich-moslimischer Dialog,  mit Lise Abid, Gudrun Harrer, Susanne Heine, Rüdiger Lohlker, Evangelische Akademie, 1090 Schwarzspanierstraße 13

 

Wien, Do., 6.3., 19.30 Uhr, Film über die Euthanasieklinik Am Spie­gelgrund „Meine liebe Republik“, TOP-Kino, 1090 Rahlg.1, Evangelische Akademie.

 

Bregenz, Mo., 31. 3., 20.00 Uhr, Michael Chalupka: "Mechanismen, Gesetze der Bibel - Gesetze des Marktes" Eine theologische Annäherung an das Sozialwort der Kirchen, Foyer des Kornmarkttheaters

 

 

Unsere Bitte:

Unsere Kosten sind enorm gestiegen!!!
BITTE UM SPENDEN

an Konto 040-32-675, Erste Öst. Sparkasse, BLZ 20111
 Christen f. d. Friedensbewegung

Die Kosten stiegen und steigen und ….

Daher unsere große Bitte an Sie und dich / euch!!

 

IMPRESSUM: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Arbeitsgemein­schaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung; alle: 1150 Wien, Oever­see­straße 2c, Eigendruck. Gestaltung: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Adressverwaltung: Manfred Sauer.

 

Offenlegung: EigentümerIn: 100 % Verein Aktionsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung, Blattlinie: Unterstützung der Friedensarbeit in den Kirchen und der Friedens­bewegung, Diskussionsforum zu Christentum und Frie­denspolitik.

  

 

E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at
Friedensbüro:
pax.vienna@chello.at

 

 

 

 

 

 



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