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Beiträge von verschiedenen Personen und Verbänden, die sich im
weitesten Sinne mit dem Thema Krieg und Frieden befassen. Für den Inhalt
sind die
Verfasser/innen selber verantwortlich. Haben Sie Lust einen Artikel zu
verfassen und ihn hier zu veröffentlichen? Dann schicken Sie
ihn bitte an webmaster-ag@online.de _______________________________________________________________________________ . --- Norbert Diener, 2. August 2002 --- "Der Hauptfeind jedes
Volkes steht in seinem eigenen Land!"
Karl Liebknecht 1915
Empörung und Proteste
sind keine ausreichende Antwort auf imperialistische Kriege!
Die Meister von Internetaufrufen, Stellungnahmen,
Erklärungen, Solidaritätsadressen, Presse-erklärungen,
Mahnwachen, Friedensgebeten, Appellen, Ermahnungen und Regierungverlautbarungen
haben wieder Hochkonjunktur. Die gesamte so genannte Linke, Humanisten, Christen
und bürgerliche Demokraten empören sich über die aktuellen
Verbrechen der israelischen Regierung gegen die Menschen im Libanon und in
Palästina. Es ist notwendig, die Zerstörungs- und Mordorgien des
israelischen Staates zu verurteilen und Solidarität mit den Menschen im
Libanon zu bekunden. Doch das allein reicht nicht und es bekämpft nicht
die Ursache all dieser und all der anderen Aggressionen, die der Imperialismus
gegen die Menschheit weltweit durchführt.
Diese und alle weiteren Aggressionen imperialistischer
Staaten sind Ausdruck des Kampfes der jeweiligen Monopolkapitalisten um eine
Neuaufteilung der Welt, um die Sicherung von Rohstoffen und um die Platzierung
von Militärbasen rund um den Globus. Das ist der gemeinsame Kern der
Aggressionen. Er ist in der Ökonomie zu suchen und nicht in der besonderen
Bosheit einzelner Despoten!
In diesem Kampf sind die US-Monopolkapitalisten nicht
besser als die deutschen oder israelischen Monopolkapitalisten oder die in
einem beliebigen anderen Land. Die jeweilige Linke eines Landes muss erkennen,
dass ihre erste, wichtigste und nächste Aufgabe die Entlarvung und
Bekämpfung der Monopolbourgeoisie im eigenen Land ist.
Diese Erkenntnisse in Handlungen umgesetzt müssen
neben die Aktivitäten treten, die oben beschrieben wurden. Wenn das Volk
überhaupt Erfolgsaussichten im Kampf gegen imperialistische Kriege haben
will, bedeutet das praktisch als Erstes darauf hinzuarbeiten:
-
Dass Arbeiter keine
Schiffe in deutschen Häfen mit Mordinstrumenten und Menschenvernichtungsmitteln
beladen, -
dass Arbeiter keine
Flugzeuge in Ramstein oder einem anderen deutschen Flughafen beladen und
starten lassen, das den Tod für afghanische, irakische, libanesische oder
kongolesische Kinder, Frauen und Männer mit sich führt, -
dass die
Werftarbeiter bei HDW sich weigern U-Boote und andere Mordinstrumente zu bauen,
-
dass Drucker
Zeitungen und Zeitschriften, die Hetze für Krieg betreiben, die lügen
und falsch informieren, nicht drucken, -
dass Journalisten und
Redakteure Artikel nicht nach den Wünschen ihrer kapitalistischen Verleger
zurechtbiegen und zusammenlügen, -
dass Soldaten
Befehle, die dem Grundgesetz, dem Völkerrecht oder den Menschenrechten
zuwiderlaufen, nicht ausführen, Es bleibt leeres Strohdreschen wenn ein Genosse im Internet
schreibt: „Ich halte es für unsere oberste Pflicht als
Kommunistinnen und Kommunisten, in dieser Situation Solidarität mit dem
libanesischen Volk und den Genossinnen und Genossen der Libanesischen
Kommunistischen Partei zu entwickeln. In vielen Orten gab es schon Proteste
gegen diesen lange geplanten Krieg, eine Mahnwache und entsprechende
Presseberichte.“
Es bleibt leeres Strohdreschen, wenn ein Pfarrer in der
Kirche für den Frieden betet und die Schäfchen sich danach in ihre
Stuben verkriechen, um um Rudi Carrell zu trauern!
Es bleibt leeres Strohdreschen, wenn der gebildete
Spießbürger Frieden mit Lichterketten herbeidemonstrieren will!
Es bleibt leeres Strohdreschen, wenn der Jurist von
Mäßigung und Verhältnismäßigkeit schwa-droniert,
solange die Hintermänner nicht entlarvt und bekämpft werden. Solange
der Klassencharakter des kapitalistischen Systems geleugnet wird und sein
System als Demokratie und nicht als die Diktatur der Monopolbourgeoisie
definiert und begriffen wird und solange wir nicht die Niederlage der
Monopolkapitalisten im eigenen Land wünschen und herbeiführen.
Eine
chinesische Weisheit sagt: „Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem
ersten Schritt.“
Es ist ein langer Weg - machen wir uns auf den
Marsch. Wir alle, die wir unser Herz mit dem Bild einer glücklichen und
friedlichen Erde nähren. --- Der Vorstand, Arabische Gesellschaft in der BRD
e.V. Diedrichstraße 2, 24143 Kiel (: 0049 431/7399725 www.arabische-gesellschaft.de Stoppt dem Massaker der
israelischen Armee im Libanon und Palästina Tag
für Tag sterben im Libanon und Palästina in Folge des israelischen
Krieges unschuldige Kinder, Frauen und alte Menschen. Städte, zivile
Infrastrukturen, Wohngebiete, Fauna und Flora werden wahllos bombardiert. Rund
eine Million Menschen sind auf der Flucht und der Rest leidet unter Mangeln an
Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Israel verbreitet unter den Zivilisten
Angst und Schrecken und übt somit den Staatsterror aus. Es gibt für
dieses Ausmaß an Tötung und Zerstörung keine Entschuldigung.
Diese Aggression des Staates Israel wird von den USA unterstützt und die
westlichen Staaten auch Deutschland schauen zu. Die
Massenmedien bestätigen, dass der von Israel scheinbar wegen der drei
gefangenen Soldaten begonnenen Krieg unverhältnismäßig
ausgeführt wird. Die israelische Armee richtet im Libanon und
Palästina Massaker an, begeht
Kriegsverbrechen und Völkermord. Viele unabhängige
Berichterstattungen dokumentieren dieses Verbrechen der israelischen
Militärmaschinerie. Eine Waffenruhe zur Lösung des Problems mit den
friedlichen Mitteln wird von den USA und Israel kategorisch abgelehnt, obwohl
sie wissen, dass Konflikt militärisch nicht lösbar ist. Sie wollen
den totalen Krieg fortsetzen und haben offensichtlich ihre eigene Agenda vom
neuen Nahosten. Wir sagen: nur Gerechtigkeit
bringt Frieden Wir
bitten die Menschen in Deutschland und Europa mitzuwirken und zu fordern: ·
Sofortiger Stopp des
Krieges im Libanon und Palästina ·
Freilassung aller
Gefangenen auf beiden Seiten ·
Ende der israelischen
Okkupation und Besiedlung arabischer Gebiete --- Der Vorstand, Arabische Gesellschaft in der BRD
e.V. Diedrichstraße 2, 24143 Kiel (: 0049 431/7399725 www.arabische-gesellschaft.de Keine
U-Boote an Israel Sehr geehrte Damen und Herren, die deutschen Massenmedien haben uns Anfang Juli 2006
mit der Nachricht überrascht, dass die Bundesregierung weitere zwei
U-Boote an Israel liefert. Die Kosten der beiden U-Boote sollen ca. eine
Milliarde Euro betragen. Die Bundesregierung übernimmt, trotz ihrer
ungünstigen finanziellen Lage, die Zahlung von ca. 330 Millionen Euro. Diese U-Boote sind u. a. in der Lage, Raketen mit
nuklearen Sprengköpfen abzufeuern, und haben einen
Brennstoffzellenantrieb, womit ihre Ortung erschwert werden kann. Es handelt
sich ohne Zweifel um Angriffswaffen. Gemäß dem deutschen Waffenexportgesetz ist
es vorgeschrieben, dass keine Waffenlieferung an Länder in
Spannungsgebieten erfolgen darf. Doch offensichtlich gibt es für den Staat
Israel hier und dort besondere Rechte. Das ist nicht das erste Mal, dass
derartige Missachtung des Waffenexportgesetzes, kombiniert mit finanzieller
Unterstützung zu Gunsten des Staates Israel, vorgenommen wird. Diese
Praxis der deutschen Regierung hat eine lange Tradition, welche keine Hilfe
für die Friedensbemühungen in der Region darstellt. Denn es ist unbestritten,
dass solche Angriffswaffen der israelischen Expansionspolitik verhalfen, die
Eroberung und Besiedlung arabischer Gebiete durchzuführen. Der Frieden soll mit Beendigung der israelischen
Besatzung arabischer Gebiete gemäß der UN-Resolutionen erfolgen. Der
Erwerb neuer Angriffswaffen sichert keinen Frieden und kann zur Erhöhung
der Kriegsgefahr führen. Wir erwarten von Deutschland, nach wie vor, sich
für den Frieden zu engagieren und fordern deshalb: ·
Keine U-Boote an
Israel gemäß dem Waffenexportgesetz ·
Aktives Mitwirken
Deutschlands und Europas zur Beendigung der israelischen Okkupation arabischer
Gebiete gemäß UN-Resolutionen. . ----- Quelle: Friedenstreiber-Agentur Düsselddorf, 19. Juli
2006 ----- Libanon-Krieg: Vier Kriegslügen,
eine Wahrheit und ein Wunsch Penggggg!
Eine Kriegslüge der Olmert-Regierung nach der anderen platzt. Lüge 1: Zunächst waren es zwei Soldaten, die mit dem
Krieg befreit werden sollten. Schon nach dem ersten Tag der israelischen
Offensive war für den, der sehen wollte, deutlich, dass auf diese Art eine
Befreiung nicht möglich sein konnte. Lüge 2: Dann sollte die Hisbollah daran gehindert werden,
jemals wieder Raketen auf israelisches Gebiet abzufeuern. Dies war ohne einen
Tag Kriegserfahrung als Vorwand zu erkennen. Der "Fortschritt" bei
tödlicher Rüstung ist käuflich. Es gibt auch Mittel und Wege,
Waffen mit größerer Reichweite als "Spende" zukommen zu
lassen. Und sicher sind solche Geschosse samt Abschußvorrichtungen auch
noch transportabel und in Maßen zerlegbar. Andernfalls wird nach Mitteln
und Wegen zur Improvisation gesucht. Der menschliche Erfindergeist war noch nie
um Methoden des Tötens verlegen. Lüge 3: Es sollte die Infrastruktur der Hisbollah insgesamt
zerstört werden, auch die des zivil und humanitär agierenden
Hisbollah-Teiles. Hisbollah als Ganzes sollte hinweg gebombt werden. An dieser
Stelle scheint bereits durch, das es eine Lüge ist: spätestens mit
der gezielten Bombardierung von E-Werken ist zu erkennen, daß es der
israelischen Führung darum geht, die Funktionsunfähigkeit des Staates
Libanon herbeizubomben. Lüge 4: Es geht nicht gegen den Staat Libanon, sondern immer
nur gegen die Hisbollah. - Gestern wurde bekannt, daß die israelische
Luftwaffe auch Stellungen und Kasernen der libanesischen angreift und
zerstört. Der Tod von 11 Soldaten der Libanon-Armee wurde bekannt. Eine Wahrheit: Ein israelischer General sagte kürzlich
(sinngemäß zitiert), man werde gegebenenfalls den Libanon um 20, 30,
50 Jahre zurückbomben. Dies
scheint die einzige Wahrheit zu sein. Dazu ist anzumerken, daß zur Zeit
des Vietnam-Krieges US-Kräfte die Vietnamesen in die Steinzeit zurück
bomben wollten. Das Ergebnis ist bekannt: Vietnam wurde in der Tat
fürchterlich verwüstet und leidet heute noch an den Angriffen mit dem
"Agent Orange"-Gift. Doch die USA verloren den Krieg trotz technisch
haushoher Überlegenheit. Ein solches Schicksal kann auch der
Olmert-Regierung oder ihren Nachfolgern im Libanon und Palästina
widerfahren. Möge es so sein. ----- Rede von Joachim Guilliard auf der Kundgebung vor dem
US-Hauptqaurtier, am 15. Juli 2006 anlässlich des Besuchs von US-Präsident
George W. Bush in Deutschland ----- Unheilvolle deutsch-amerikanische Kumpanei beenden!
Über die unheilvolle deutsch-amerikanische
Kumpanei am Beispiel Israel und die Beständigkeit von Wehrmachtslogik
bzgl. Vergeltung, über das Urteil Adolfo Pérez Esquivel, Israel sei
ein Terrorstaat und über die Forderung die Präsenz von Mörder
und Folter in Heidelberg zu beenden. Vom Mittwoch bis Freitag war der wohl meistgehasste
Mann der Welt zu Gast bei Kanzlerin Merkel. Er ist Chef einer Regierung, die
allein im Irak für weit mehr als 200.000 Tote verantwortlich ist und die
mit Fug und Recht als die gefährlichste Terrorzentrale der Welt bezeichnet
werden kann. Der Empfang George W. Bush in Deutschland war, wenn
man von ein paar organisierten Jubel-Deutschen absieht, recht frostig. Die
Einwohner der besuchten Städte konnten offenbar nur durch massive
Sicherheitsvorkehrungen, einem riesigen Polizeiaufgebot und Stacheldraht von
tätlichen Angriffen abgehalten werden Es gibt aber nicht nur das Amerika eines George W.
Bushs der hinter ihm stehenden Kreise. Es gibt ein anderes Amerika dass auch in
Stralsund vertreten war und dass hier in Heidelberg heute durch die
"Granny Peace Brigade" vertreten ist, die extra aus New York
angereist sind, um in Stralsund dabei zu sein und uns auch hier im Kampf gegen
die US-Stützpunkte zu unterstützen. Sowie auch wie so oft hier vor
dem HQ von der Stop the War Brigade. Ich werde mich daher kurz fassen und Ihnen
das Wort überlassen. Deutsch-israelische Kumpanei Wir protestieren aber nicht nur gegen die
offensichtlichen Verbrechen George W. Bushs, für die er und seine Leute
vor ein Kriegsverbrechertribunal gehören. Wir protestieren vor allem gegen die Kumpanei der
deutschen und der US-amerikanischen Regierung, die bekanntlich nicht mit der
eifrigen Merkel begann, sondern auch unter Schröder gepflegt wurde, der
Bush bekanntlich uneingeschränkte Solidarität in dessen unheilvollem
"Krieg gegen den Terror" schwor und trotz verbaler Proteste den USA
deutsche Truppen, Luftraum und Territorien für den Irakkrieg zur
Verfügung stellte. ... am Beispiel Israel Am deutlichsten zeigt sich aktuell diese unheilvolle Kumpanei
in der Unterstützung von Israels Kriegskurs. Statt die Bombardierung und
die Seeblockade Libanons als barbarischen Akt zu verurteilen, der bereits weit
mehr als 50 unbeteiligte Libanesen niedermetzelte, verweist auch Merkel auf die
vorangegangenen Angriffe und Gefangennahme israelischer Soldaten. Sehr weit hat
man sich offensichtlich auch in den herrschenden Kreisen Deutschlands nicht von
der Logik der Wehrmacht in Griechenland, Jugoslawien und Kreta entfernt, die
für jeden gefallenen Besatzungssoldaten die Exekution von 50 einheimischen
Zivilisten forderte. Kein Wunder, dass die Bundeswehreinheiten die nun in
den Kongo geschickt werden, um unter Echtbedingungen die militärische
Interventionsfähigkeit der deutschen Großmacht zu trainieren, von einer Luftlandebrigade geführt
werden, die heute die "Waffentaten" ihrer Wehrmachts-Vorgängerin
auf Kreta als Heldentaten rühmt. Trübe Aussichten für die
Gegenden, wo in Zukunft deutsche Interessen verteidigt werden, falls wir diese
verhängnisvolle Militarisierung nicht stoppen können. Natürlich macht man wieder die Palästinenser
und die Hisbollah für die Eskalation verantwortlich, wie immer blendet man
aus, dass deren Aktionen erst durch terroristische Anschläge der
israelischen Armee provoziert wurden. So ging dem Angriff auf einen
israelischen Checkpoint bei Gaza und die Gefangennahme eines Soldaten
mehrwöchige israelische Bombenanschläge und Granatbeschuss voraus, die u.a. das Leben einer am
Strand von Gaza kampierenden Familie auslöschte. Regelmäßiger
Granatbeschuss kam auch aus dem angegriffenen Kontrollposten. Erst die
fortgesetzten tödlichen Angriffe Israels führten dazu, dass Hamas
ihren Waffenstillstand beendete, die sie anderthalb Jahre strikt eingehalten
hatte. Ausgeblendet wird insbesondere, welch verheerende
Verhältnisse dass Israels Politik geschaffen hat, eine Politik die gegen
jedes internationale Recht steht. Es wird Zeit, dass sich kritischere Stimmen Gehör
verschaffen. Beispielsweise Norman Paech, außenpolitischer Sprecher der
Linksfraktion: Israels Angriffe "tragen alle Züge des Terrors, den
die israelische Regierung gegenüber der eigenen Bevölkerung immer so
beklagt", so der renommierte Völkerrechtler angesichts der aktuellen
Eskalation. Oder der argentinische Friedensnobelpreisträger
Adolfo Pérez Esquivel der Israel in seinem Kommentar am Freitag als
"Terrorstaat" bezeichnete. Immer habe er das jüdische Volk
unterstützt, so der 75-jährige Bürgerrechtler, "ein Volk
das den Holocaust erlitt, die Diaspora, Verfolgungen, Folter und Mord, aber das
seine Würde behielt, sich der Unterdrückung widersetzte und für
seine religiösen und kulturellen Werte kämpfte." Er habe seine Stimme stets für das Existenzrecht
Israels erhoben, aber die selben Rechte wie die Israelis hat auch das
palästinensische Volk, das heute vom israelischen Staat unterdrückt
und massakriert wird. "Es schmerzt wenn man heute auf das abscheuliche
Verhalten hinweisen muss, dass der israelische Staat gegenüber dem
palästinensischen Volk an den Tag legt, in dem es die Bevölkerung
angreift, zu Grunde richtet, unterdrückt und massakriert; Frauen, Kinder
und Jugendliche sind Opfer dieser Gräueltaten, über die wir nicht
verschweigen können, die wir anprangern und anklagen müssen. Basta!" Wir fordern von Israel sofort den die militärische Aggression gegen die
Palästinenser zu beenden die israelische Truppen zurückziehen. Die
Aufnahme ernsthafter Verhandlungen mit der palästinensischen Regierung
ohne Vorbedingungen Israel könnte seine völkerrechtswidrige und
menschenverachtende Politik ohne die massive Unterstützung der USA, aber
auch Deutschlands und der EU nicht fortsetzen. Wir fordern von der
Bundesregierung und der EU, im Einklang mit der israelischen Friedensbewegung:
Eine eindeutige Verurteilung der israelischen Aggression gegen Gaza und den
Libanon die Anerkennung des Ergebnis der palästinensischen Wahlen und
insbesondere ein Ende der Blockade von Westbank und Gaza Einstellung der
Lieferung von Waffen und Rüstungsgütern, insbesondere von hoch subventionierten
atomar bestückbaren U-Boote, an Israel. Die Aussetzung des
Freihandelsabkommens mit Israel, bis dieses seinen völkerrechtlichen
Verpflichtungen nachgekommen ist, insbesondere: Abschaffung der Mauer,
vollständiger Rückzug von den 1967 besetzten Gebieten, Erlaubnis zur
Rückkehr der 1948 und seither vertriebenen Palästinenser bzw. deren
Entschädigung. Partnerstadt für den Frieden statt Basis für den Krieg Wir stehen aus Anlass des Besuchs des
US-Präsidenten wieder einmal vor einem der Hauptquartiere des bewaffneten
Arms seiner Terrororganisation. Wir möchten nicht nur, dass sich George
Bush in der BRD nicht mehr blicken lässt, sondern auch seine Truppen mit
nach Hause nimmt. In den letzten Wochen haben Verbrechen von US-Soldaten die
übliche Gleichgültigkeit in den Medien durchbrochen und
größere Wellen geschlagen. So konnte das Massaker an 24 Zivilisten
in Haditha nicht mehr ignoriert werden und auch die Vergewaltigung eines
15-jährigen Mädchens und die Ermordung ihrer Familie nicht wie üblich
als Propaganda der Besatzungsgegner ad acta gelegt werden. Doch dies ist doch
nur die Spitze eines Eisberges. Menschenrechtsgruppen haben seit dem Beginn der
Besatzung Hunderter solcher Verbrechen dokumentiert. Rund ein fünftel der aus dem Irak
zurückkehrenden US-Soldaten haben laut einer Studie des New England
Journal of Medicine angegeben, in einem achtmonatigen Einsatz persönlich
für den Tod von Zivilisten verantwortlich geworden zu sein. In
Wirklichkeit liegt der Anteil sicherlich höher, werden in der Regel doch
zivile Opfer bei Angriffen unbesehen zu "Terroristen" oder
"Aufständischen" erklärt. Nicht berücksichtig sind
dabei andere Verbrechen, wie Bombenabwürfe auf Wohngebiete,
willkürliche Gefangennahme und Folter. Wir sind in Heidelberg unmittelbar mit solchen Killern und Folterer konfrontiert. Nicht nur durch die Präsenz der Kaserne hier vor uns, sondern auch auf der Straße, beim Bäcker, im Supermarkt oder im Restaurant. Mit dem kommandierenden General Ricardo Sanchez, bis Juni 2004 Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen im Irak und seinem Stellvertreter Generalmajor Walter Wojdakowski haben zwei der Hauptverantwortlichen für die Folter in Abu Ghraib ihren Sitz in Heidelberg. Wir
verurteilen die vielfältigen Verbrechen der US-Besatzungsmacht und fordern
ihre sofortige Beendigung. Wir
fordern die Bestrafung sowohl der unmittelbaren Täter als auch der
politischen und militärischen Verantwortlichen. Fast
der gesamte Nachschub für die Kriege im Irak und Afghanistan wird
mittlerweile über Flug- und Seehäfen in Deutschland abgewickelt. Wir
fordern die Bundesregierung auf, die völkerrechts- und verfassungswidrige
Unterstützung umgehend einzustellen. Wir
unterstützen die Forderung des Weltsozialforums nach Schließung
aller auswärtigen US-amerikanischer Militärbasen in der Welt. Machen
wir als Bürger Heidelbergs deutlich, dass wir nicht bereit sind, in
unserer Nachbarschaft Kommandozentralen des Besatzungsterrors im Irak zu
dulden. Wir
wollen eine Partnerstadt für den Frieden und keine Basis für den
Krieg. --- Akiva Eldar, Junge
Welt vom 26. Juni 2006 --- Klick, klick,
klick- zwei Tote pro Nacht
Ehemaliger Kommandant der israelischen Marine berichtet von Kriegsverbrechen im Gazastreifen Kapitän T. war der Kommandant eines mit Waffen
ausgerüsteten Hochgeschwindigkeitsbootes der Marine. Sein Kommandeur hatte
damit gerechnet, dass er eine brillante militärische Kariere machen
würde. Aber bald nach dem Ende der »Operation Defensive
Shield« gab T. seine militärische Ausrüstung zurück und
ging nach Indien. Er kam zu einem Besuch nach Hause zurück. Seine Mutter
wandte sich an die Organisation »Das Schweigen brechen«, damit
diese mit ihm spricht. Seine Geschichte vom Frühjahr 2002 kann
erklären, was einer palästinensischen Familie passieren kann, die an
den Strand von Gaza geht, um ein paar schöne Stunden an frischer Luft zu
haben. Seine Worte werden mit einigen Auslassungen zitiert: Nach
der Operation Defensive Shield fuhren zwei Boote auf die Höhe von Sudaniya
im nördlichen Gazastreifen. Wir hatten Vertreter der Flotte, der Luftwaffe
und der Helikopter-Einheit und verschiedener anderer Kampfeinheiten bei uns auf
dem Schiff, auch Leute von Einheiten der Küste, des Nachrichtendienstes
(...) Einer der ranghohen Offiziere sagte zu uns, dass die IDF (Israelische
Armee) sehr extensiv handeln würde und dass er »jede Nacht zwei
Tote« erwarte. »Ich wünsche wenigstens zwei tote Terroristen
jede Nacht«, sagte er (...) Der Stimmung nach, war es ein Racheakt. Wir,
d.h. zwei Boote, warteten etwa 2000 Meter von der Küste entfernt. Wir machten eine Gruppe aus, die an den Strand ging – aber
außerhalb unseres Zielgebietes selbst war. Etwa drei oder vier Leute
saßen dort und zündeten ein Feuer an. Wir bemerkten einige Aktionen
der Gruppe am Feuer. Wir hatten keine Ahnung, wer diese Leute waren, ob sie
bewaffnet waren oder nicht. Als die Marinespezialeinheit 13 signalisierte, dass sie an der
Seite Waffen sehen würde, waren wir alle auf dem Boot sehr aufgeregt.
Nächtelang kehrten Boote von ihrer nächtlichen Tour zurück, ohne
einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Jetzt hatten wir die
Möglichkeit. Unsere Stimmung war noch von der Aura der Operation
»Defensive Shield« erfüllt und von vorausgegangenen
Selbstmordattentaten (...) Ich wollte also schießen. Ich sagte mir,
daß es ein »legitimes Ziel« sei. Ich war in Konkurrenz aller
Ränge bis zu dem, der den Befehl gab. Wir fingen also zu schießen
an. Wir schossen weiter und zielten auf so viele wie möglich, auch auf
die, die die Verwundeten trugen. Es war nur problematisch, dass wir nicht
wirklich wußten, wer dort um das Feuer saß. Es hätte ein
jüngerer Bruder von jemandem sein können (...) wir wußten es
nicht. So etwas geschah jede Nacht. Ein anderer Vorfall passierte im südlichen Raum bei Khan
Yunis. Zehn (unserer) Leute gingen in ein Gebäude. Wieder unterschied man
nicht zwischen Bewaffneten und Unbewaffneten, und man wußte nicht genau,
wer drin war. Dann kamen Leute aus der Umgebung, um den Verwundeten zu helfen, und
in diesem Chaos schossen wir auf die in alle Richtungen fliehenden Personen, um
so viele wie möglich zu treffen. Wie in einem Videospiel: klick, klick,
klick. Ich wollte schießen. In meinen Augen war es legitim, etwas anderes
hätte ich zurückgewiesen. Ich war wahnsinnig. Es hätte sehr gut sein können, dass am Strand ein
Zwölfjähriger saß, der mit einer Wasserpfeife auf seinen
großen Bruder wartete, der von seinem Job als Wächter
zurückkam. Eine solche Person ist kein legitimes Ziel. Ich denke, dass ich
ein Kriegsverbrecher bin. Nehmen wir mal an, diese Leute kommen heute zu mir,
während ich (im Ausland) unterwegs bin. Sie bringen mich vor den
Internationalen Gerichtshof, was soll ich ihnen dann sagen? Ich weiß,
dass ich einem Befehl gehorchte, der (heute) in meinen Augen illegal ist. Wenn
ein Verwandter (der damals am Strand Getöteten) zu mir kommen sollte,
würde ich ihm sagen: Ich bin schuldig. Ihr Kind wurde aus keinem anderen
Grund getötet als dem, dass wir den Befehl hatten, jede Nacht zwei zu töten. * Übersetzung: Ellen Rohlfs. Der Beitrag erschien zuerst in
der israelischen Zeitung Haaretz ----- Deutscher Freidenker-Verband (DFV), Kreisverband Kiel, 3. Juni
2006 ----- Vom deutschen Boden geht
Krieg aus! Die US-Armee nutzen den Flughafen Leipzig beim Anmarsch ins irakisch-afghanische Kampfgebiet. Der erste Anflug fand am 23. Mai statt, ab dem 1. Juli sind monatlich bis zu 160 Start- und Landemanöver vorgesehen. Auch die Auffrischung der Kriegstruppen durch Rotation und ihre zeitweise Rückverlegung erfolgt über den Leipziger Flughafen. Der mit gecharterten US-Maschinen vollzogene Truppentransfer verstößt gegen Artikel 5 Absatz 3 des völkerrechtlich bindenden Vertrages vom 12. September 1990 (2-plus-4-Vertrag), mit dem die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zustimmten. Demnach ist es verboten, ausländische Truppen auf dem früheren DDR-Territorium zu stationieren oder dorthin zu verlegen. Über diese Bestimmung setzt sich auch das Bundesverteidigungsministerium hinweg und will die Einbeziehung des Leipziger Flughafens in die bevorstehende Kongo-Expedition nicht länger ausschließen. Wie Augenzeugen bestätigen, landete am 23. Mai eine US-Maschine vom Typ MD-11 in Leipzig-Schkeuditz. Das als zivil ausgewiesene Flugzeug befördert in der „Coach“-Version bis zu 400 Passagiere und wird vom Pentagon bei „World Airways“ gechartert - dem unter privater Flagge firmierenden größten Militär-Logistiker der USA. Der fallweise Einsatz von „World Airways“-Maschinen spart Bereithaltungskosten und erleichtert die Überflugvereinbarungen auf den Nachschubrouten in die jeweiligen US-Kriegsgebiete. Auch bei Zwischenlandungen in Drittstaaten werden die Truppentransporte als zivile „large group charter“ ausgegeben - eine nominelle Verkleidung der militärischen Indienststellung. Unter der Bezeichnung „North American Airlines“ fliegt das Unternehmen auch Waffen und andere Kriegsausrüstungen an die Front. Die am 23. Mai auf dem Leipziger Rollfeld beobachtete MD-11 hob nach Kuwait ab und kehrte am Folgetag nach Leipzig zurück. Von dort startete die Maschine zum Zielflughafen Bangor (US-Bundesstaat Maine) - über Kuwait und Bangor läuft die Nachschub-Rotation für die Irak- und Afghanistan-Kriege. Versorgungsstopps legte „World Airways“ bisher in Shannon (Irland) ein. Shannon wird jetzt durch Leipzig ersetzt - weil Leipzig in einer günstigeren Entfernung zu den Kampfgebieten liegt. Dies bestätigt „World Airways“ auf Anfrage. Über die Anzahl der monatlichen Flüge schweigt sich das Militärunternehmen aber aus. Die an die Front geworfenen Truppenkontingente werden von Woche zu Woche umfangreicher. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres mussten rund 117.000 US-Soldaten über Shannon aus den irakisch-afghanischen Kampfgebieten und zurück gebracht werden - 40.000 im Monatsdurchschnitt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zwang die Niederhaltung der Aufständischen zu einer Steigerung der Truppenzufuhr um 21 Prozent. Diese Durchlaufquote steht jetzt Leipzig bevor, das binnen weniger Monate zum lukrativen Kriegsdrehkreuz für die Irak- und Afghanistan-Operationen aufsteigen soll. Erwartet wird ein monatlicher Reinertrag von etwa 11 Millionen Euro aus dem Militärbudget des Pentagon. Zusätzliche Profite will die Flughafengesellschaft aus der Verbringung von Großwaffen nach Afghanistan ziehen. Daran verdient auch die russische Luftfahrtindustrie und wird von Moskau ermutigt. Der Auftraggeber, das Berliner Verteidigungsministerium, schließt weitere Militärtransporte ab Leipzig in die Kriegsgebiete Afrikas nicht aus. Damit tritt Leipzig-Schkeuditz die Nachfolge der früheren Rhein-Main-Air-Base an, die jedoch selbst zum Zeitpunkt des Vietnam-Krieges den jetzt über Leipzig laufenden Nachschubumfang nicht zu bewältigen hatte. Die
faktische Umwidmung des Leipziger Flughafens in eine Militärdrehscheibe
mit zivilem Nebenbetrieb betrifft die gesamte Region. Wie „World
Airways“ ankündigt, werde es notwendig, „diverse Crews“
unterzubringen - ein vorsichtiger Hinweis auf die um Schkeuditz anzusiedelnden
Bereitschaftsunterkünfte und andere US-Einrichtungen. Ähnlich wie bei
der Militarisierung der Frankfurter Region gehört der Aufbau
geheimdienstlicher Strukturen zwecks Abschirmung der Kriegslogistik zu den
Prioritäten. Aber auch die militärische Überformung des
Dienstleistungs- und Freizeitbereichs ist aus Frankfurt (und Shannon) bekannt.
Zum Zeitpunkt der Nachschubtransporte für den Vietnam-Krieg genoss das
Frankfurter Umfeld den zweifelhaften Ruf, zu einem deutschen Bangkok zu verkommen
- ein Soldatenbordell in der Kriegsetappe. Die
jetzt bekannt gewordene Nutzung des Leipziger Flughafens als Nachschubzentrum
für laufende Kriegshandlungen hat die sächsische Landesregierung
stets für unwahrscheinlich. Noch im März teilte das Staatsministerium
dem Dresdner Parlament mit, ihm lägen „keine Erkenntnisse
bezüglich einer Nutzung des Flughafens Leipzig-Halle durch
ausländische Streitkräfte“ vor. Zu diesem Zeitpunkt war aber in
Shannon längst im Gespräch, dass die Truppenverlegungen
künftig über Leipzig laufen werden. Wie man diesen Widerspruch und
die erwiesene Verletzung des 2-plus-4-Abkommens aus der Welt schaffen
könnte, macht die Leipziger „Volks“zeitung in ihrer Ausgabe
vom 01.06.2006 vor. In einer journalistischen Glanzleistung wird über
„World Airways“, den weltgrößten Militärcharterer,
im redaktionellen Teil getextet, es handele sich um eine „zivile
Fluggesellschaft“. Zum An- und Abtransport zehntausender Irak- und
Afghanistan-Soldaten erfand die Zeitung den Aufmacher: „US-Soldaten
fliegen über Leipzig in den Urlaub“. Journalistisch etwas anders
informiert die „Irish Times“, die einen pensionierten Kommandanten
der irischen Armee zu Wort kommen lässt. Befragt, ob er wegen der
Verlegung der Truppentransporte von Shannon nach Leipzig erleichtert ist,
erwiderte Mr. Edward Horgan laut Pressebericht: „Können wir die
Kinder zum Leben erwecken, die jene Soldaten töteten, denen wir via
Shannon die Durchreise erlaubten?“ „Zum einen hat der Airport einen
24-Stunden-Betrieb, zum anderen liegt er in einer solchen Entfernung von
unseren Zielen im mittleren Osten, dass wir beispielsweise an einem Tag nach
Kuweit und zurück fliegen können, ohne die Crews austauschen zu
müssen.“ Quelle: german-foreign-policy.com vom 02.06.2006 ----- Deutscher Freidenker-Verband (DFV), Kreisverband Kiel, 23. Mai
2006 -----
Solidarität
mit Tobias Pflüger! Am 16. Mai hat das Europäische Parlament mit den Stimmen
einer großen Koalition aus Konservativen, Liberalen, Sozialdemokraten,
Grünen und Faschisten die Aufhebung der Immunität des Abgeordneten
Tobias Pflüger beschlossen. Tobias Pflüger ist seit Jahren ein bekannter Aktivist der
Friedensbewegung in Deutschland. Er ist auch Vorstandsmitglied der
Informationsstelle Militarisierung (IMI) und ist als Parteiloser auf der Liste
der Linkspartei (PDS) in das Europaparlament gewählt worden. Was hat Tobias Pflüger „verbrochen“? Die
Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen ihn wegen Beleidigung und
Körperverletzung im Rahmen der Demonstrationen und Proteste gegen die
Münchener Kriegskonferenz der NATO im Februar dieses Jahres. In Wirklichkeit hatte Tobias Pflüger bei Polizisten gegen die
brutale Festnahme eines Demonstranten protestiert und unter Zeigen seines
Abgeordnetenausweises verlangt, diesen zu sehen. Das war ihm von der Polizei
verweigert worden. Schon 1999, 2003, 2004 und 2005 hatte die Staatsanwaltschaft
München gegen Tobias Pflüger ermittelt – ohne Erfolg. Die
Ermittlungen mussten eingestellt werden, Verfahren endeten mit Freispruch. Es ist das erste Mal, dass das Europäische Parlament die
Aufhebung der Immunität eines Abgeordneten aus politischen Gründen
hat. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und die
Aufhebung der Immunität Tobias Pflügers sind ein unerhörter Akt
der Repression. Sie sind ein bezeichnendes Beispiel dafür, dass
grundlegende demokratische Rechte und Freiheiten immer weiter abgebaut werden,
während zugleich die Militarisierung und die imperialistische
Kriegspolitik verschärft werden. Mit Tobias Pflüger soll auch die gesamte Friedensbewegung,
alle diejenigen, die für den Frieden und gegen den imperialistischen Krieg
kämpfen, kriminalisiert werden. Der DFV ist mit Tobias Pflüger solidarisch. Wir rufen dazu
auf, den Fall Tobias Pflüger bekannt zu machen und sich mit ihm
solidarisch zu erklären. Der Kampf gegen den imperialistischen Krieg ist
untrennbar mit dem Kampf für die Verteidigung der demokratischen Rechte
verbunden. Solidaritätserklärungen können online abgegeben
werden unter http://www.thomas-mitsch.de/ ----- Lüder
Möller, Lübeck, Referat Dienstag, 16. Mai
2006, Atheistische Gruppe Kiel
----- Hat
der Krieg gegen den Iran schon begonnen? Schaut
man in den Blätterwald der bürgerlichen Medien, dann hat der Krieg
zwar noch nicht begonnen, aber von Bush über Chirac, Merkel bis zu den
Grünen sind sich alle einig: Der Iran, insbesondere sein Präsident
Ahmadinedschad, muss bei seinem Vorhaben, Atombomben zu bauen, gestoppt werden.
Während die USA offen mit militärischer Gewalt drohen, bevorzugen
Frau Merkel und ihr Außenminister zunächst diplomatische oder
“friedliche” Mittel – gestern wurde sogar ein Lockangebot an
den Iran unterbreitet –, aber Merkel schloss auf der Münchener
Sicherheitskonferenz Anfang Februar militärische Gewalt als “ultima
ratio” nicht aus und fand die Forderung Chiracs nach dem Einsatz atomarer
Waffen “verständlich”. Das Vorhaben, wirklich Atomwaffen zu
bauen, konnte dem Iran zwar bisher nicht nachgewiesen werden, aber einem Präsidenten,
der Israel von Landkarte streichen will und den Holocaust an den Juden leugnet,
kann man alles zutrauen. Ein
kritischer Betrachter stolpert allerdings über einige Tatsachen, die nicht
so recht ins Bild passen: ·
Nachdem der oberste
Direktor aller US-Agenten Negroponte kürzlich äußerte, der Iran
sei eine halbe bis ganze Dekade vom Bau seiner ersten Atombombe entfernt,
zitierte die Süddt. Ztg vom 9.5. einen ehemaligen CIA-Mitarbeiter: “Wenn
die CIA von fünf bis zehn Jahren spricht, dann heißt das: Sie wissen
es nicht.” In vielem
ähnelt die amerikanische psychologische Kriegsvorbereitung der
Vorbereitung des Irak-Krieges. ·
Wenn es den USA wirklich
darum ginge, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, warum geht sie
dann nicht gegen ihren Bündnispartner Israel vor, der ca 200
Atomsprengköpfe besitzen soll und im Unterschied zum Iran nicht dem
Atomwaffensperrvertrag beigetreten ist? ·
Warum wurde
kürzlich mit dem Atomwaffenstaat Indien ein amerikanisch-indischer Vertrag
über nukleare Zusammenarbeit geschlossen? ·
Besonders
merkwürdig kommt einem dabei vor, dass die USA im Jahre 1967 dem damaligen
Schahregime eine Atomanlage mit einer Kapazität von 5000 MW und 5,5 kg
angereichertes Uran lieferte, um ihm den Einstieg in die Atomtechnologie zu
ermöglichen. Die USA planten sogar, den Iran zum Zentrum der
Urananreicherung für die ganze Region zu machen. ·
Und dem Ganzen setzt
Bush selbst die Spitze auf, wenn er zur Verhinderung der atomaren Bewaffnung
droht, taktische atomare Waffen gegen das iranische Volk einzusetzen. Daran
wird deutlich, dass es den amerikanischen Imperialisten nicht darum geht, den
Einsatz und die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Willfährige
Regime wie Israel dürfen Atomwaffen haben. Tatsächlich ist der Beginn
der Urananreicherung im Iran, die
noch nicht einmal gegen den von den früheren Supermächten diktierten
Atomwaffensperrvertrag verstößt, nur ein Vorwand für die erneuten Kriegsdrohungen. Der
eigentliche Hintergrund dafür ist der Weltherrschaftsanspruch der
US-Monopole. Über die politische Macht wird die ökonomische Macht
gesichert. Für die Durchsetzung dieses Weltherrschaftsanspruches hat
die Verfügungsgewalt über die Erdölreserven heute strategische
Bedeutung. Weil 2/3 der weltweiten
Reserven in nur 5 Ländern des Nahen und Mittleren Ostens (darunter Iran)
konzentriert sind, hat die Kontrolle über diese Region größte
Bedeutung. Alle Regierungen, die sich den USA nicht unterordnen – wie
z.B. der Iran, Libyen, Kuba werden als Schurkenstaaten bezeichnet. Ihr hauptsächliches
Vergehen ist, dass sie nicht Mitglied der WTO sind und wie der Iran nicht die
Bestimmungen des IWF zur Währungskontrolle anerkennen. Zur
Durchsetzung des offen formulierten Weltherrschaftsanspruches wurde im
September 2002 dem US-Kongress die neue Militärstrategie der Bush-Regierung
für den “new war” vorgestellt, in der es u.a. heißt: “Die amerikanische Nationale
Sicherheitsstrategie wird sich auf einen ausgeprägten amerikanischen
Internationalismus gründen, der die Wertegemeinschaft und unsere
nationalen Interessen widerspiegelt... wir werden nicht zögern, notfalls
allein zu handeln und unser Recht auf Selbstverteidigung wahrzunehmen, indem
wir präventiv gegen die Terroristen vorgehen.” (zitiert nach Stefan Engel, Götterdämmerung
über der neuen Weltordnung, S. 524) Dazu
schreibt o.a. Autor: “Unter dem Deckmantel des Kampfs gegen den
Terrorismus beanspruchen die USA das Recht, in beliebigen Ländern
militärisch zu intervenieren. Es
entspricht der Logik des US-Imperialismus, dass diese einzige Supermacht sämtliche Ressourcen der Menschheit für
sich beansprucht”...”Mit allen Mitteln wollen sie verhindern, dass
irgendein unabhängiges Land oder irgendein imperialistischer Rivale eine
für ihre Ziele bedrohliche Stärke erreicht...” (ebenda S. 525 und 526) Der
Krieg hat noch nicht begonnen, aber die Kriegsvorbereitungen schon seit
längerem. William Arkin, ein
Ex-Geheimdienstexperte des US-Militärs, bestätigte in der
"Washington Post", dass sich die USA bereits seit Jahren mit der Planung eines Angriffs gegen den
Iran befassen. Die Angriffsszenarien sehen sowohl den Einmarsch mit Bodentruppen als auch Raketenangriffe vor. Im
April hatte der bekannte US-Journalist Seymour Hersh weitere Details über die US-Kriegsvorbereitungen
enthüllt. Laut Hersh befinden sich US-Spezialeinheiten bereits auf iranischem Territorium, die die Aufgabe
haben, im Moment eines Militärschlags mit Laser-Geräten von der
Luftwaffe abgeworfene "intelligente Bomben" ins Ziel zu leiten.
Flugzeuge der Marine üben nach seinen Informationen ein als
"over-the-shoulder bombing" bezeichnetes Manöver, das
insbesondere beim Abwurf taktischer Atomwaffen geflogen wird. Begleitet werden diese
militärischen Kriegsvorbereitungen von psychologischen
Kriegsvorbereitungen, denn auch heute sind die Machthaber in den
imperialistischen Staaten gezwungen, die Massen für ihre Kriegsziele zu
gewinnen. Höhepunkt dafür war vor kurzem die Kampagne gegen die
Völker des Nahen und Mittleren Ostens im Zusammenhang mit dem
Karikaturenstreit, als sie als fanatisch, hasserfüllt und
kriegslüstern dargestellt wurden. Wenn
sich die iranische Regierung den USA widersetzt, ist dann deren Kampf nicht als
antiimperialistisch einzustufen, müssen wir uns dann nicht mit dem Iran
solidarisieren? In
Massendemonstrationen hat die iranische Bevölkerung eindeutig gezeigt, dass sie antiimperialistisch
eingestellt ist. Das Mullah-Regime ist zwar nicht gleichzusetzen mit einer
imperialistischen Großmacht, strebt aber selbst eine regionale
Großmachtposition an. Nach
innen übt es eine brutale, ja faschistische Unterdrückung gegen die
Bevölkerung aus, die kaum demokratische Rechte hat. So wurde Ende Januar
2006 ein Streik der Busfahrer in Teheran brutal unterdrückt und 1200
verhaftet. Mit solch einer Regierung fertig zu werden, ist Sache des iranischen
Volkes. Ahmadinedschad, war nach Aussage von Bahman Nirumand in den ersten
Monaten seiner Amtszeit zum Gespött der Bevölkerung geworden. Mit den
Angriffs- und Sanktionsdrohungen der USA konnte er sich in den Augen
unaufgeklärter Massen zum Helden hochstilisieren. Unsere
Solidarität gilt den iranischen Völkern und ihrem Kampf für das
Selbstbestimmungsrecht. Notwendig
ist ein weltweiter Widerstand gegen Bush`s new war und gegen die
Kriegsvorbereitungen gegen den Iran. Und wenn Herr Bush an der Befürchtung
der Volksmassen über einen atomaren Krieg ansetzt, sollten wir das Thema
aufgreifen und “Für das Verbot und die Vernichtung aller
ABC-Waffen eintreten. Am besten
fängt die US-Regierung damit an. Können
wir darauf hoffen, dass die EU-Staaten den Krieg verhindern oder China und
Russland im UN-Sicherheitsrat Einspruch erheben? Anders
als im Fall des Irak und der Politik der damaligen
Schröder/Fischer-Regierung strebt die große Koalition in Berlin dieses Mal eine enge Kooperation mit den USA
beim Vorgehen gegen den Iran an. Bei ihrem USA-Besuch wurde Bundeskanzlerin
Merkel nicht müde, die "völlige
Übereinstimmung" mit
dem Hauptkriegstreiber USA und Bushs aktuellen Drohungen zu betonen. Und
Großbritannien und Frankreich hatten sogar den Resolutionsentwurf gegen
den Iran in den Sicherheitsrat eingebracht. Beim Kampf um die Neuaufteilung der
Welt wollen die EU-Monopole mitmischen. Die Verhandlungen der EU mit der
iranischen Regierung und die offenen Kriegsdrohungen der USA sind nur ein Spiel
mit verschiedenen Rollen. Clausewitz hatte die Erkenntnis formuliert: “Der
Krieg ist die bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.” Daraus folgerte Lenin: “Man muss die Politik
vor dem Krieg, die Politik, die zum Krieg geführt und ihn
herbeigeführt hat, studieren. War die Politik imperialistisch, d.h.
verteidigte sie die Interessen des Finanzkapitals, war sie eine Politik der
Ausplünderung und Unterdrückung von Kolonien und fremden
Ländern, dann ist auch der Krieg, der sich aus dieser Politik ergibt, ein
imperialistischer Krieg.” (Lenin
Werke Bd 23, S. 23) Die Diplomatie des Außenministers Steinmeier
entspricht einer imperialistischen Politik gegen das iranische Volk. Er hat
schon im Irak-Krieg BND-Agenten zur Auswahl von Zielen für die
US-Luftwaffe eingesetzt. Seine Friedenstöne möchte ich eher
“imperialistischen Pazifismus” nennen. Sie sollen Vertrauen in die
Bundesregierung lenken und die Volksmassen vom Kampf um den Frieden abhalten.
Vor ihrer letzten Reise in die USA gaben die GRÜNEN Frau Merkel mit auf
den Weg, sie würden “eine Gewaltoption ablehnen”. Zugleich, so sagte Fraktionschef Kuhn, müsse
Merkel in den USA aber deutlich machen, dass Deutschland “in letzter
Konsequenz” zu wirtschaftlichen
und technologischen Sanktionen gegen den Iran bereit sei. Das sind saubere
Friedensfreunde! Auch
auf Russland und China können wir uns nicht verlassen. Sie verfolgen
eigene imperialistische Ziele und selbst, wenn sie einen Angriff auf den Iran
ablehnen, werden Bush und Frau Rice eine “Koalition der Willigen”
zusammenstellen. Ein Angriff auf den Iran wird auch die Widersprüche zu
diesen Mächten verschärfen und die allgemeine Kriegsgefahr
erhöhen. Manche
pazifistisch eingestellte Organisationen appellieren an die
Friedensfähigkeit imperialistischer Staaten mit den Worten “Krieg
ist kein Mittel der Politik.” Aber darauf zu hoffen, ist eine Illusion.
Der Autor des schon genannten Buches “Götterdämmerung über
der neuen Weltordnung” schreibt dazu: “Kriege und Kriegsgefahr
sind eine Gesetzmäßigkeit des imperialistischen Weltsystems, die ihm bis zu seinem Untergang anhaftet. Sie hat
ihre materielle Grundlage in der Ungleichmäßigkeit der
ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen
monopolkapitalistischen Gruppierungen und imperialistischen Staaten.” (ebenda S. 501) Frieden auf der Welt werden wir erst
erreichen, wenn der Kapitalismus beseitigt und weltweit der Sozialismus gesiegt
hat. Wenn die Bedürfnisse der Arbeiterklasse und Volksmassen im
Mittelpunkt stehen und nicht der Profit, gibt es keine Gründe mehr
für Überfälle auf andere Völker. Aber, wird manch einer
einwenden, dazu sind die Gegner zu mächtig. Der Imperialismus ist durchaus
nicht übermächtig. In der Politik der USA, der ganzen Welt mit dem
new war den Krieg zu erklären, kommt ihre grundlegende Schwäche zum Ausdruck.
Je mehr zur Methode der weltweiten Unterdrückung gegriffen wird, desto
größer wird die Zahl der Fronten, an denen er dem Widerstand der
Völker und einem revolutionären Angriff entgegensteht. Wenn
auch für die Herstellung des Weltfriedens der Imperialismus beseitigt
werden muss, können bestimmte Kriege sehr wohl auch schon vorher
verhindert werden. Entscheidend dafür ist der weltweite Kampf der
Volksmassen für Frieden und Freundschaft der Völker. Die
Völker sind im Zeitalter atomarer Massenvernichtungsmittel keinesfalls
unbedeutend, sonst würden sich Bush und Co nicht solche Mühe mit
ihrer psychologischen Kriegsvorbereitung geben. Darin kommt nur ihre große Angst
vor einer neuen weltweiten Antikriegsbewegung zum Ausdruck. So hatte die Vorbereitung der Aggression
der USA und Großbritanniens gegen den Irak die bis dahin weltweit
größte Friedensbewegung nach dem II. Weltkrieg auf den Plan gerufen.
Allein am 15. Februar 2003 demonstrierten in mindestens 53 Ländern und in
660 Städten schätzungsweise 17 Millionen Menschen für den
Frieden. Auch
jetzt entwickelt sich eine neue Friedensbewegung. Am 29.4.06 gingen erneut 300
000 Demonstranten in den USA auf die Straße gegen den Irak- und drohenden
Iran-Krieg. In einer Forsa-Umfrage für den stern lehnten 77% der deutschen Bevölkerung einen
Militärschlag gegen den Iran ab. Diese breite Ablehnung muss sich
weiterentwickeln zu einem aktiven Friedenskampf, der noch weiter gehen muss als vor dem Irakkrieg. Schon die diesjährigen Ostermärsche
richteten sich gegen die Kriegsvorbereitung gegen den Iran. Die
Friedensbewegung muss sich noch enger mit den Protest- und Streikbewegungen in den imperialistischen Ländern gegen die gesamte volksfeindliche Politik der jeweiligen Regierungen verbinden. Weltweit
richtet sich der Friedenskampf in erster Linie gegen den Hauptkriegstreiber
USA. Aber wir in Deutschland haben darüber hinaus die besondere Aufgabe,
den imperialistischen Kurs der deutschen Regierung gegen den Iran anzugreifen.
Auch sollte offensiv entgegen dem Bundeswehr-Einsatz im Kongo der Abzug
aller deutschen Truppen aus dem Ausland gefordert
werden. Und wir sollten eine aktive Solidarität mit dem Kampf der
iranischen Völker gegen das Mullah-Regime und für ihr
Selbstbestimmungsrecht entwickeln, wie dies z.B. auf einer Veranstaltung in HH
am 3.2.06 in Solidarität mit den streikenden iranischen Busfahrern
geschah. Aber
was wir im einzelnen in Kiel machen können, wird sicher Bestandteil
unserer sicher angeregten Diskussion sein. --- Jürgen Elsässer (Quelle Junge Welt
24.02.2006) ---
Matchball Ströbele
Bericht der Bundesregierung
bestätigt unfreiwillig die Unterstützung des US-Bombenkrieges im Irak
2003 Radio Eriwan funkt seit
neuestem aus Berlin. Frage: Stimmt der Vorwurf des Grünen-Abgeordneten
Hans-Christian Ströbele, die während des Irak-Krieges 2003 in Bagdad
stationierten BND-Mitarbeiter hätten den USA militärisch relevante
Ziele übermittelt? Antwort des Unionsparlamentsgeschäftsführers
Norbert Röttgen am gestrigen Freitag: Es habe zwar durchaus
»Meldungen mit militärischen Bezügen« gegeben; diese
seien aber nicht geeignet gewesen, Angriffsziele zu erfassen. Das erinnert ein
bisschen an den seligen Bill Clinton, der Haschisch geraucht haben will, aber
ohne zu inhalieren. Doch auch ein besserer
Rhetoriker als Röttgen hätte den Bericht nicht retten können,
den die Bundesregierung zum BND-Skandal am Freitag endlich zugänglich
gemacht hat. Von insgesamt 250 Seiten bekam die Öffentlichkeit nur 95 zu
sehen, der Rest bleibt Verschlusssache – aber schon die veröffentlichte
Teilwahrheit ist schlimm genug. So mußte die
Bundesregierung einräumen, dass die beiden in Bagdad eingesetzten
BND-Agenten nach dem Krieg von der US-Armee mit einem Verdienstorden
ausgezeichnet wurden. In der beigefügten Laudatio wurde der jeweilige
Empfänger gelobt: »Seine kritischen Informationen an das US-Central
Command für die Unterstützung von Kampfoperationen im Irak sind von
großem Verdienst für ihn selbst, die bundesdeutschen bewaffneten
Dienste und die Freundschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten
Staaten.« Wie gerechtfertigt diese
Auszeichnung war, wird selbst aus dem Bericht der Bundesregierung deutlich.
Demnach beschafften die beiden Agenten »Material für mehr als 130
Meldungen«, unter anderem »zum
Charakter der militärischen Sicherheitspräsenz in Bagdad«, von
denen die BND-Zentrale in Pullach »sieben Koordinaten enthaltende
Berichte an die US-Seite übermittelte«. Davon machten vier genaue
Angaben zu Standorten der Eliteeinheit Republikanische Garden, zum
Offiziersclub der Luftwaffe, zu einem Ausweichquartier des irakischen
Geheimdienstes und zu einem Restaurant im Stadtteil Al Mansour, wo Saddam
Hussein vermutet wurde. Dies sei aber alles
überhaupt nicht schlimm gewesen, behauptet die Regierung, da die US-Army
die übermittelten Daten gar nicht zu Angriffen nutzte. Selbst wenn das,
anders als unten gezeigt, stimmen würde: Wie konnte der BND das vorab so
genau wissen? An einem Einzelbeispiel ist die Beweisführung der Regierung
besonders fadenscheinig: Nach ihren Angaben sei der erwähnte irakische
Offiziersclub schon vor den BND-Meldungen von der US-Luftwaffe komplett
ausgebombt worden, die Amtshilfe aus Pullach also nicht kriegsrelevant gewesen.
Ströbele, der bei der geheimen Befragung der BND-Leute im Parlamentarischen
Kontrollgremium dabei war, hat das anders in Erinnerung: Am 28. März 2003
meldeten die deutschen Spione den Volltreffer auf die Stellung, fügten
jedoch an, dass sich dort erneut irakische Kräfte massiert hätten.
Drei Tage später wurde derselbe Offiziersklub zum zweiten Mal angegriffen
und dem Erdboden gleichgemacht. »Es liegt nahe anzunehmen, daß die
erneute Bombardierung, die nach dem Treffer auf dieselbe Stelle eigentlich
schwer verständlich ist, auf die Meldung ... durch die BND-Mitarbeiter
erfolgt ist«, schlußfolgert Ströbele. Immerhin hat Ströbele
seine eigene Fraktion überzeugt: Nach wochenlangem Hin und Her haben sich
die Grünen jetzt zum zweiten Mal für einen
Untersuchungsausschuß zur BND-Affäre ausgesprochen. Es könnte
für den Bombennachrichtendienst doch noch eng werden. ----- Stellungnahme der
Fachtagung des Deutschen Freidenker-Verbandes e.V. und des Internationalen Bundes
der Konfessionslosen und AtheistenInnen e.V. am 26. und 27. Januar 2002 zum
Thema "Militärseelsorge"
---- Stellungnahme zur Militärseelsorge
Kriege werden wieder und immer noch für wirtschaftliche und
geostrategische Interessen geführt. Vermehrt finden Interventionen und
"Auslandseinsätze" außerhalb der Grenzen der
Teilnehmerstaaten von Militärbündnissen und ohne Legitimation durch
die Vereinten Nationen statt. Krieg und Gewalt dürfen jedoch nicht als
Mittel der Politik rehabilitiert werden, sondern müssen international
geächtet werden. Wir lehnen die so genannte "Militärseelsorge" ab,
da sie der öffentlichen Akzeptanz und der Legitimation von Kriegen ebenso
dient, wie der "moralischen" Aufrüstung des militärischen
Personals. Dies bestätigen nachdrücklich Äußerungen wie
die des katholischen Militärbischofs Mixa: "Die Soldaten müssen
den Auftrag, den ihnen der Staat erteilt, guten Gewissens erfüllen
können" (Die Tagespost, 13.11.2001). Und entsprechend der
"veränderten Auftragslage" und "Neuausrichtung der
Bundeswehr" auf weltweite NATO-Interventionen sieht Mixa den "Schwerpunkt
in seelsorgerischer Einsatzbegleitung" ("Verteidigungsausschuss"
des Deutschen Bundestages am 14.11.2001). Die Kirchen schätzen das deutsche System der
"Militärseelsorge" als "weltweit einzigartig" (so der
evangelische Militärbischof Löwe auf der Internetseite der
evangelischen Militärseelsorge), da es ihnen die staatlich organisierte
und finanzierte Missionierung in den Kasernen ermöglicht. Die Verbreitung
christlicher Ideologie wird von allen, auch den konfessionell nicht gebundenen
Steuerzahlern finanziert. Diese Privilegierung ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der
Trennung von Staat und Kirche und bedeutet eine Diskriminierung und Verletzung
der Gleichheit konfessionell nicht Gebundener. Eine Gleichstellung anderer
weltan- schaulicher Organisationen durch die Gewährung der gleichen
ungerechtfertigten Privilegien hebt diesen Verstoß nicht auf und ist
genauso abzulehnen wie das bisher praktizierte
"Militärseelsorge"-System. Wir nehmen die anstehende Neuregelung des
Militärseelsorge-Systems zum Anlass für eine Initiative zur
generellen Abschaffung der staatlich organisierten und finanzierten
Militärseelsorge. Wir fordern von Bundesregierung und Bundestag die
ersatzlose Aufhebung der Rechtsgundlagen des gegenwärtigen
Militärseelsorgesystems, so des zur Remilitarisierung (West-) Deutschlands
1957 geschlossenen Militärseelsorgevertrags mit der EKD und des
Hitler-Konkordats von 1933 mit dem Vatikan. ----- Aus: MIZ 1/02,
von Gunnar Scheel -----
Jetzt wird für die Bundeswehr
geseelsorgt
Die
friedensethische Tradition des BEK ist mit der Einigung über den
Militärseelsorgevertrag abgewickelt Bei der Vereinigung der beiden Dachverbände der evangelischen
Kirchen, der Evangelischen Kirche in Deutschland (West) und dem Bund der evangelischen
Kirchen (Ost), wurden
seinerzeit die Privilegien der EKD einfach auf den Osten übertragen, auch
wenn die ostdeutschen Protestanten nicht von allen Regelungen so richtig
begeistert waren. Nur in der Frage der Militärseelsorge bewahrten die
"Schwerter zu Pflugscharen"-Christen ein eigenes Profil. Rechtzeitig
zu den ersten weltweiten Kampfeinsätzen der Bundeswehr wird dies nun
geändert. Während in der Bundesrepublik bereits lange vor der
Wiederbewaffnung im Hintergrund Gespräche über Pfarrer in Uniform
geführt wurden und diese in der Bundeswehr sehr schnell ihren Dienst
antraten, hatte es in der DDR keine Militärseelsorge gegeben. In der
kritischen Auseinandersetzung mit dem SED-Staat war der Flügel innerhalb
der evangelischen Kirche, der der Nationalen Volksarmee und Gewaltanwendung generell kritisch
gegenüberstand, zu beträchtlichem Einfluß gelangt,
"Friedensethik" wurde groß geschrieben. Die in der DDR
bestehende deutliche Trennung von Staat und Kirche wurde dabei positiv gewertet
und geradezu als Voraussetzung dafür angesehen, daß die Kirche
Distanz zu staatlichen Erwartungen wahren konnte, wenn es um die
Einschätzung militärischer Einsätze ging. Als der BEK sich dann weigerte, den Militärseelsorgevertrag
von 1957 einfach unverändert zu übernehmen, führte dies zu
heftigen Reaktionen in Militär und Politik, die ostdeutschen Protestanten
mußten sich ein "elitär-pazifistisches Bewußtsein"
vorhalten und darüber belehren lassen, sie hätten den Unterschied
zwischen "der Rolle der Kirche in der Demokratie und in einer
Diktatur" nicht verstanden.(1)
Trotz solchen Gegenwindes entwickelte sich in der evangelischen Kirche in der
Folgezeit eine lebhafte Diskussion über die Frage, wie die Seelsorge
für Soldaten denn zukünftig geregelt sein sollte. Am pointiertesten
drückte es EKD-Ratsmitglied Axel Noack aus, der davon sprach, daß
Militärseelsorge beizeiten "Wehrkraftzersetzung" sein
müsse. In wessen Dienst? Die entscheidenden Kritikpunkte waren das Dienstverhältnis
(Militärpfarrer sind Beamte auf Zeit, stehen als solche also in einem
besonderen Loyalitätsverhältnis dem Staat gegenüber) sowie der
Lebenskundliche Unterricht, der von den Militärgeistlichen im Rahmen der
"Gesamterziehung" der Soldaten auf den "Grundlagen christlichen
Glaubens" erteilt wird. In beiden Fällen wurde eine zu große
Nähe zum Staat und dessen, sich gegebenenfalls von den kirchlichen
unterscheidenden Interessen gesehen. Auch in vielen West-Synoden gab es Anfang
der 1990er Mehrheiten für eine Revision des Militärseelsorgevertrages,
so dass von der EKD ein Ausschuß eingerichtet wurde, der Alternativen
erarbeiten sollte. Dieser legte nach monatelanger Arbeit im November 1993 zwei
Modelle vor: eines übernahm die Regelungen des alten
Militärseelsorgevertrages weitgehend unverändert, das andere
konzipierte eine Soldatenseelsorge und übernahm viele Reformideen (so
sollte die Zentrale Dienstvorschrift zum Lebenskundlichen Unterricht
geändert und das Evangelische Kirchenamt in ein kirchliches Amt umgewandelt
werden). Zu einer Entscheidung kam es jedoch nicht, vielmehr wurden die
Papiere an die Landeskirchen zurückverwiesen, damit diese dazu Stellung
nehmen könnten. Als sich hier eine Mehrheit für den Reformvorschlag
abzeichnete, bat der Rat der EKD im darauffolgenden Jahr die Synode von Halle
um ein entsprechendes Verhandlungsmandat - sah sich dann jedoch dem Veto zweier
westlicher Landeskirchen gegenüber. Die Betonfraktion hatte in dem Moment,
wo das "bewährte System" mit seinen Privilegien zur Disposition
gestanden hätte, die Bremse getreten. Der anschließende "Kompromiß
von Halle" bemühte sich nur noch um Schadensbegrenzung: der
Militärseelsorgevertrag wurde nicht angetastet, einzelnen Landeskirchen
jedoch die Möglichkeit eingeräumt, Soldatenpfarrer aus dem
Staatsdienst in ein kirchliches Dienstverhältnis zu überführen. Im Juni 1996 wurde dann die Rahmenvereinbarung über die
evangelische Seelsorge in der Bundeswehr im Bereich der neuen Bundesländer unterzeichnet, die einem zentralen
Anliegen der evangelischen Kirchen zwischen Rostock und Chemnitz entgegenkam,
indem es Soldatenseelsorger als Kirchenbeamte einstufte (die freilich ebenso
wie ihre staatsbeamteten Kollegen im Westen aus dem Etat des Verteidigungsministeriums
bezahlt wurden). Der Lebenskundliche Unterricht fand in dem Vertrag hingegen
keine Erwähnung. Trotz einiger Einwände hatten - außer der
Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen - auch alle ostdeutschen
Landeskirchen der Regelung im Vorfeld zugestimmt. Schrumpfende Reformfraktion Befristet ist die Rahmenvereinbarung bis zum 31.12.2003. Für
die Zeit danach sollte endlich eine für alle Bundeswehrstandorte
einheitliche Regelung gefunden werden. Bereits im März 2001 legte ein Ausschuß
des Rates der EKD seinen Abschlußbericht "zur künftigen
Gestaltung der Militär/Soldaten-Seelsorge" vor. Anders als knapp zehn
Jahre zuvor ist in dem Papier von grundlegenden Veränderungen nicht mehr
die Rede; im Gegenteil wird explizit darauf hingewiesen, "dass in einer
öffentlichen Debatte die gegenwärtig guten Arbeitsbedingungen ...
Schaden leiden" könnten. Gerade die "Unabhängigkeit der
kirchlichen Leitung" sei bei einer Änderung des Militärseelsorgevertrages
in Frage gestellt. Dass damit die ursprüngliche
Argumentation des BEK, der das Abkommen aus selbigem Grunde revidiert wissen
wollte, auf den Kopf gestellt wurde, spiegelte nur den veränderten
Diskussionsstand innerhalb der evangelischen Kirche wider. Wenn es auch noch
eine rührige Gruppe um den Dietrich-Bonhoeffer-Verein und einige ostdeutsche Synodalen gab, die
an der Idee einer grundlegenden Reform der Militärseelsorge festhielten,
engagierten sich doch beiweitem weniger Protestanten in dieser Frage als
unmittelbar nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Die
Hinhaltetaktik des Establishments, das alle Reforminitiativen einfach
ausgesessen hat, mag zur Demotivation ebenso beigetragen haben wie die
eindeutigen Signale aus der Bundesregierung, die keinerlei Bereitschaft zu
einer Neuverhandlung des Militärseelsorgevertrages erkennen ließ. So wurde im November 2001 auf der Synode in Amberg die
friedensethische Tradition des BEK sang- und klanglos abgewickelt. Die
Ostkirchen treten dem Militärseelsorgevertrag zwar nicht bei, da
"Bundeswehr-Seelsorge" jedoch als sogenannte Gemeinschaftsaufgabe in
die Grundordnung der EKD Einzug halten wird, finden die bestehenden Regelungen
auch in den neuen Bundesländern Anwendung. Als einzige nennenswerte
Veränderung bleibt die (im Osten bereits gegebene) Möglichkeit, dass
Militärpfarrer als staatliche Angestellte ihren Dienst verrichten. Dies
gewährleiste "ein Höchstmaß an Freiheit und kirchlicher
Eigenständigkeit". Eine vom Bonhoeffer-Verein eingereichte Tischvorlage,
die unter anderem auf der Einrichtung rein kirchlicher Dienstverhältnisse
beharrte, wurde vom Präsidium der Synode nicht einmal an die Teilnehmer
verteilt. Friedensethik? Mit der Synode von Amberg wurde jedoch nicht nur die von den
ostdeutschen Protestanten geschätzte Tradition eines eher distanzierteren
Verhältnisses von Staat und Kirche endgültig Geschichte. In Zeiten
des Krieges bemüht sich die Kirchenleitung auch, wieder staatlichen
Wünschen nach einer Legitimation des wenn nicht gerechten, so doch
gerechtfertigten Krieges zu entsprechen. Die mehrheitlich vertretene Auffassung
der Synode, dass militärische Gewaltanwendung "keinen
grundsätzlichen Widerspruch zu einer christlichen Friedensethik"
darstelle, war nicht nur ein deutliches Signal für die zwei Wochen später
im Bundestag anstehende Abstimmung über die Beteiligung deutscher Truppen
im Krieg in Afghanistan, sie unterstreicht auch nochmals, wozu
Militärseelsorge in Zukunft wieder gut sein wird. Die Abkehr von
friedensethischen Positionen mit Folgen hatte sich bereits seit längerem
angedeutet. Bereits im Herbst des vorausgegangenen Jahres hatte der
evangelische Militärbischof Hartmut Löwe betont, Kritik an
politischen Entscheidungen über Kampfeinsätze stehe
Militärpfarrern nicht zu, sie hätten sich "nur um die
Menschen" zu kümmern. Der katholische Militärbischof Walter Mixa
hingegen betonte sogar in einem Vortrag bei der Führungsakademie der
Bundeswehr zunächst,
daß sich Seelsorge in den Streitkräften nicht auf "individuelle
Frömmigkeitsübungen" beschränken dürfe, sondern
wirksam "auf eine Gewissensbildung zumal des militärischen
Führungscorps hinwirken" müsse. Um dann allerdings
einschränkend hinzuzufügen, dass gemäß dem Zweiten
Vatikanischen Konzil im
Soldaten ein "Diener für Sicherheit und Freiheit der Völker"
zu sehen sei und einem "verabsolutierten Gesinnungspazifismus" die
Spitze genommen werden müsse. Wenn dann weiterhin zu lesen ist, dass
"eine politisch-moralische Auswertung des Kosovo-Konfliktes ...
unmöglich pensionierten Generalen und der PDS überlassen
bleiben" dürfe, wird klar, daß auch in diesem Fall das Angebot
an den Staat dahin geht, im entscheidenden Fall "ultima ratio" zu
murmeln - was für das jeweils kriegführende Kabinett dann soviel
bedeutet wie "ego te absolvo".
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