Hunde-Training
Training von Huskys
An dieser Stelle möchte ich mitteilen,
dass ich kein Freund des Profirennsportes bin, da es für viele Hunde eine Quälerei bedeutet,
aber in Deutschland sind Hunderennen Amateurveranstaltungen, die Hunde leben bei ihren Besitzern und werden geliebt.
Morgens, nachmittags und abend jeweils eine Stunde flott spazieren gehen und 2 - 3 mal die Woche freie Galopparbeit. Das ist einfach und kann von jedem erfüllt werden, denke ich.
Huskys haben einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb und sind sehr freiheitsliebend. Das bekomme ich bei meinem selber oft zu spühren. Erziehen ist bei meinem Lucky echt nicht einfach und bei seiner Tochter Sheila ist das natürlich auch durchgebrochen. Mama Jacky ein Schäferhundmischling ist da schon sehr folgsam dagegen.
Bei der Ausbildung zum Schlittenhund gelten dieselben Regeln wie bei der übrigen Hundeerziehung:
* Tierliebe *
* Tierkenntnis *
* Geduld *
* Selbstkontrolle *
* Konsequenz *
* Regelmässigkeit *
DIE EINSTELLUNG DES MUSHERS
Der erste Fehler, den man in seiner Beziehung zu Schlittenhunden machen kann ist, sie im herkömmlichen Sinne als Hunde zu betrachten. In Wirklichkeit sind sie
“ Athleten der Gattung Hund ”
Hat man im Kopf erst einmal den Übergang von einer Herr/Hundbeziehung zu einem Verhältnis Trainer/Athlet vollzogen, ändert sich die eigene Perspektive radikal. Denn diese Beziehung legt nun die ganze Verantwortung für die letztendlich resultierende Leistung auf Deine Schultern - und da gehört sie auch hin. Der viel zitierte Ausspruch von George Attlas: “….ein Hund macht niemals Fehler. Er ist nur ein Hund und deshalb benimmt er sich wie ein Hund und denkt wie ein Hund! In Wirklichkeit hast DU den Fehler gemacht, weil DU ihm nicht beigebracht hast, etwas zu tun, wenn DU es von ihm verlangst ! Oder DU hast seine physischen und mentalen Fähigkeit falsch eingeschätzt. Wenn also im Team ein Fehler vorkommt, dann hast DU ihn gemacht und nicht der Hund.”
Dies ist einer der wichtigsten Grundsätze, die sich jeder ins Gehirn meisseln sollte, bevor er das erste Mal mit seinen Hunden trainiert !
Der Hund muss von Anfang an lernen, dass Schlittenziehen eine seriöse und befreiende Arbeit, aber kein disziplinloses Spiel ist.
In einer ersten Stufe wird ihm das Ablaufen der Strecke und das Anhalten auf Kommando beigebracht. Eine lange Leine wird am Halsband eingehängt und der Hund darf sich während der Übung auf der gewählten Strecke durch nichts ( Katzen, Hasen, Wildspuren…. ) aufhalten oder ablenken lassen ( kein Beinheben ). Zum Anfang sollten 100 m reichen, die allmählich gesteigert werden. Dem vorauslaufenden Hund wird das Kommando zum Anhalten zugerufen und er muss lernen, stehen zu bleiben. Der Trainer geht zum Hund, um ihn zu loben, nicht dass der Hund wedelnd (Fuss) kommt, nachdem er erfolgreich gelaufen und stillgestanden hat. Sobald der Hund in raschem Trab an der Leine zerrend vorausrennen will ist es Zeit zur zweiten Stufe, der Einführung des Geschirrs und der Last: Der kritische Punkt in der Erziehung kommt, wenn der Hund im Geschirr zieht und merkt, dass er Arbeit verrichtet. Oft erlebt der Trainer geradezu dramatische Auftritte aber mit Geduld und Liebe kommt man auch in kurzer Zeit über diese Hürde. An das Geschirr wird vorerst die lange Leine gehängt, und wiederum laufen wir mit unserem Schützling verschiedene Strecken ab, bis das Kommando zum Anhalten gegeben wird. Wenn er richtig zieht, wird an das Geschirr eine angemessene Last angehängt ( Holzbalken, Reifen, Kinderschlitten ect. ).
Der Hund muss lernen, die Last anzureissen und zu ziehen.
Danach gehen wir zur dritten Stufe: Das Startkommando wird eingeführt und das heisst, dass der Hund bis zum Kommando zum Anhalten nicht stehenbleiben oder sich aufhalten soll. Er muss lernen, mit der Last vorauszurennen. Die Kommandos der Richtungsänderungen stünden als nächstes auf dem Lehrplan.
Diese allerletzte Stufe, das Beibringen der Befehle für die Richtungsänderung sprengt jedoch den Rahmen der Schlittenhunde-Grundausbildung und gehört bereits zur “ Spezialausbildung ” der Leittiere.
Diese aufgeführten Ausbildungsstufen des Training können bereits 6 bis 9 Monate alte Jungtiere durchführen. Das Alter für das eigentliche Konditionstraining im Gespann liegt höher ( mindestens 12 Monate ).
Der zweite Teil der Ausbildung besteht nun darin, entweder aus mehreren Hunden, welche selbständig die “ Grundausbildung ” durchlaufen haben ein Gespann zu formen oder ein neu ausgebildetes Tier in ein bereits bestehendes Gespann einzufügen, wobei ersteres schwierig ist.
Im Herbst wird, wenn die Termparaturen auf unter 10 Grad sinken, mit dem Training begonnen. Dabei ist die Benutzung eines Trainingwagens (ab 3 Hunde) unentbehrlich. Die Streckenanforderungen sind zuerst sehr gering (ca. 1,5 km) und werden dann allmählich behutsam gesteigert. Beim “Trockentraining” achtet natürlich der Musher ganz besonders auf den Untergrund, auf dem seine Tiere zu laufen haben. Am besten eignen sich Waldwege, abgemähte Felder oder sandige Feldwege. Gar nicht geeignet sind asphaltierte Strassen und Wege, auf denen sich die Hunde, wenn sie mit Wucht geloppieren, ihre Fussballen scheuern können.
Das Training gliedert sich im allgemeinen in zwei Phasen:
einem Kraft- oder Arbeitstraining
- Geschwindigkeitstraining
Im Krafttraining wird weniger Wert auf Tempo und rasche Gangarten gelegt, als vielmehr auf den körperlichen Einsatz, die wuchtige Zugarbeit. Erst allmählich werden dann Geschwindigkeitstrainingsabschnitte eingelegt, bei denen von den Tieren die rascheste Gangart erwartet wird.
Es ist von äusserster Wichtigkeit, dass klar feststeht, wer das Gespann führt. Der Musher selbst wird als “Oberleithund” ordentlich in die Pflicht genommen. Er gibt die Anordnungen und die Befehle, er trifft alle Entscheidungen, vor, während und nach dem Training oder Rennen. Das Training oder das Rennen stellen für ihn physisch ( Kraftaufwand, Rennen, Bremsen, Witterungseinflüsse etc. ) und psychisch ( Aufmerksamkeit, Erkennen von Fehlern, Korrekturen, Kontrolle von Tieren und Gelände etc. ) jedesmal eine Höchstanstrengung dar. Kinder und ältere Leute, besonders aber Leute mit gesundheitlichen Schwierigkeiten, sowie auch unbeherrschte, launige, unkonsequente Leute oder solche, welche wenig Tierkenntnis mitbringen, sind im allgemeinen kaum geeignet.
Schliesslich mag er sich, zusammen mit seinen Hunden, im Schlittenhunderennen dem Starter stellen und sich auf einer wohlvorbereiteten Piste in sportlich-fairen Wettkampf mit anderen Mushern messen und vergleichen.
Ein Schlittenhunderennen ist die wahre Prüfung von Musher und Team. Der Musher muss hart sein, wie seine Hunde, wenn die Rennsaison im Spätwinter mit der unerbittlichen sportlichen Konkurrenz einsetzt. Es gilt das Gleichgewicht zu halten, wenn der federleichte Schlitten ( ca. 8 kg ) wie ein Gummiball auf der rauhen Piste herumhüpft, bald muss die eine, dann die nächste Kurve genommen werden, Unebenheiten müssen ausgeglichen werden, manch komische Nummern werden da schon mal abgeliefert……, wenn’s bergauf geht, wird der Schlitten geschoben, es wird mitgerannt und stets muss jeder Hund im Team sorgfältig beobachtet werden, mit Kommandos angetrieben oder in die Schranken verwiesen werden.
Ein altes Sprichwort sagt:
“ Der beste Hund seines Gespanns ist der Schlittenhundeführer ” (Buck Landru).
Die vielen Trainingsfahrten durch die nebelig feuchtkalten Herbstwälder, entlang den mit Rauhreif bedeckten, in den Strahlen der sich erhebenden Sonne dampfenden Äcker und Felder oder aber mit dem Schlitten in die weisse Stille Einsamkeit des Winters hinein, schenken dem Musher, obwohl es grosse körpferliche und geistige Anstrengung von ihm abverlangt, tief befriedigende Stunden.
Entnommen aus Thomas Althaus:
“ Unsere nordischen Hunderassen in Wort und Bild ”