über mich

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Schon vor meiner Geburt wollte ich das Licht dieser Welt zuerst mit den Füßen
voran erblicken und wurde so gezwungen meine erste Pirouette zu drehen,
bevor ich im Dezember 1962 in Hamburg-Uhlenhorst zur Welt kam.
Ich war ein großes, pummeliges Baby und nach einigen Monaten entwickelte ich
ein schier unstillbares Verlangen nach Bananen und Honig.
Meine früheste Kindheit verlief unspektakulär. Ich liebte Roll-und
Schlittschuhlaufen, Fahrradfahren und Gummitwist.
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Eines Tages sah ich im Fernsehen etwas, was mich gefangen nahm und ich
konnte meine Augen nicht mehr vom Bildschirm lassen. Ich sah wunderschöne
Tänzerinnen in weißen Tutu`s, sich wie Feen bewegend auf einer Bühne.
Sie tanzten synchron zu einer Musik, die ich vorher nie gehört hatte.
Gebannt starrte ich auf die Bilder und in mir entstand der Wunsch, auch eines
Tages so tanzen zu können.
Drei Jahre später war es dann endlich so weit. Im Alter von 10 Jahren besuchte
ich zum ersten Mal eine Ballettschule. Der Unterricht war in meinen Augen
furchtbar und gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Die Mädchen trugen keine schönen Kostüme und es spielte auch kein Orchester
sondern die Musik kam von einem Plattenspieler, den die Lehrerin selbst
bediente. Wir waren eine ganze Stunde nur mit merkwürdigen Übungen
beschäftigt die hauptsächlich auf dem Boden ausgeführt wurden.
Obwohl es mir nicht sonderlich gefiel, ging ich ohne zu murren weiterhin
zum Unterricht, denn ich wollte ja Tänzerin werden!
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Nach rund 6 Monaten überzeugte ich meine Eltern, dass dieser Ballettunterricht
nicht richtig sein konnte und sie willigten ein, dass ich zu einer Probestunde in
der Ballettschule von Isabella Vernici in den Räumen der Hamburger Staatsoper
gehen konnte.
Madame Vernici war eine ältere Dame mit italienischen Akzent und der
Angewohnheit die Musiktakte laut auf russisch zu zählen. Ihrem strengen Blick
entging nichts und als sie nach der ersten Stunde einwilligte, mich als ihre
Schülerin anzunehmen sah ich mich in meinem Vorhaben bestätigt.
Endlich erhielt ich „richtigen“ Ballettunterricht.
Die Übungen an der Stange
waren sehr schwierig, aber ich arbeitete hart und wurde bereits nach
einem Jahr in die Klasse der größeren Mädchen eingestuft.
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Madame Vernici aber ging 1974 in ihre wohlverdiente Rente und ich erhielt
von ihr den Rat mich an eine ehemalige russische Ballerina zu wenden.
Ludmilla Maltschanova unterrichtete in einem winzigen Ballettsaal und sie
trug stets Rock und gestärkte Bluse sowie Stöckelschuhe von atemberaubender
Höhe während des Unterrichtes. Sie sprach selten und wenn sie übel
gelaunt war, was meistens der Fall war, arbeiteten wir noch härter um
nicht ihren Zorn auf uns zu lenken der sich in einem russischen Wortschwall
über ihr Opfer ergoss und die ganze Klasse die Luft anhalten lies.
Manchmal aber, wenn sie über eine Leistung erfreut war, konnte sie wunderbar
lächeln und sie gab ihr scheinbar unendliches Wissen über die Seele des
Tanzes weiter.
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Ludmilla Maltschanova nahm mich direkt in ihre Ausbildungsklasse auf,
obwohl ich dafür noch viel zu jung war. Der Unterricht begann täglich um
14.30 Uhr und endete meist erst um 20.00 Uhr. Es war eine sehr anstrengende
Zeit, da ich ja auch noch zur Schule ging. Die Hausaufgaben erledigte ich stets
im Hamburger Untergrund der endlosen U-Bahn Fahrten.
Mehr als ein paar mal streikte mein Körper und ich brach vor Erschöpfung
zusammen. Aber nichts und niemand konnte mich von meinem Ziel abbringen.
Ich wollte Tänzerin werden – und sonst nichts.
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1978 eröffnete John Neumeier seine Ballettschule und für mich war das nächste
Etappenziel klar. Ich musste die Aufnahmeprüfung an dieser Schule machen.
Meine Eltern waren überhaupt nicht begeistert, dass ihre Tochter derart
verbissen und stur war. Sie sorgten sich um meine Zukunft und waren strikt
gegen meine Pläne. So ging ich allein zur Aufnahmeprüfung und traute mich
auch hinterher nicht, es ihnen zu sagen. Rund sechs Wochen später aber kam
ein Schreiben in dem meine Aufnahme bestätigt wurde.
Muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich nun ein kleines Problem mit
meinen Eltern hatte?
Zum Schluss habe ich mich mal wieder durchgesetzt und freute mich auf die
vor mir liegende Zeit. Das erste Jahr der Ausbildung war furchtbar.
Ich dachte dass ich bereits tanzen könne, aber wir erlernten alles noch einmal
von Beginn an. Demi plies auf 16 Takte. Stundenlang nur demi plies in der
ersten und zweiten Position. Danach kamen noch tendus hinzu und nach einem
halben Jahr die ersten pas de bourres. Grauenhaft.
Die Charakterstunden waren ein kleiner Ausgleich in denen wir ein wenig zum
tanzen kamen. Des weiteren Unterricht in Modern-Dance / Graham-Technik
und Flamenco und Kastagnettentechnik. Hinzu kamen Benesh-Notation,
Anatomie, Musik/Musikgeschichte und Kunsthistorik. Meine Lehrerinnen und
Lehrer waren u.a. Beatrice Schickendanz , Britta Adam und Peter Appel.
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Nach dem ersten Jahr tanzte ich in den Vorstellungen der Compagnie, wie z.B.
Romeo und Julia, Dornröschen, Schwanensee und nahm auch jeden Morgen am
Training und den Proben teil.
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Wunderbare Lehrer waren für mich Truman Finney und
Persephone Samaropoulu.
Die Stunden bei John Neumeier waren überaus lehrreich in
Bereichen der Darstellung und des Schauspiels.
1982 habe ich die Ausbildung beendet und ich verlies die Schule mit dem
staatlichen Diplom zur Bühnentänzerin.
Im selben Jahr trat ich mein erstes Engagement als Solistin am
Landestheater Coburg an. Wir hatten unglaublich viel zu tun und ich stand
fast täglich auf der Bühne.
Es gab einen Monat in dem ich 43 Vorstellungen tanzte.
An dieser Stelle will ich lieber nicht beschreiben, wie meine Füße ausgesehen
haben...
1986 folgte ein Engagement als Solistin an die Bühnen der Hansestadt Lübeck
unter der Leitung von John Grant. Dort begann ich auch meine pädagogische
Laufbahn. Ich unterrichtete am Kindertanztheater Heino Heiden und trainierte
die Compagnie.
1988 wurde ich von Reda Sheta ans Stadttheater Bern engagiert und gastierte
daraufhin noch mehrmals am Landestheater Coburg unter Anthony Sterago,
wo ich auch als Choreographin und Trainingsleiterin tätig wurde.
Ich unterrichtete weiterhin, z.B. an der Kreismusikschule Tirschenreuth
und an der Volkshochschule Weiden.
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1992 beendete ich meine aktive Bühnenlaufbahn nach einem Unfall,
bei dem ich mir sämtliche Bänder des linken Fußes riss.
Durch Zufall erhielt ich ein sehr gutes Angebot zweier Hotels in
Ägypten/Hurghada wo ich für die Neuinszenierung der Showprogramme
zuständig war.
1994 kam ich zurück nach Deutschland und unterrichtete in Düsseldorf.
1995 entschloss ich mich eine Ballettschule in Remscheid zu eröffnen die ich bis
zum Jahre 2003 führte und im März meiner Nachfolgerin übergab.
Von März 2003 bis August 2008 war ich Abteilungsleiterin der Ballettsparte des
TuS-Holstein-Quickborn. In dieser Zeit habe ich mit meinen Schülerinnen,
von denen viele eine professionelle Tanzlaufbahn eingeschlagen haben,
eine jährliche abendfüllende Ballettproduktion auf die Bühne gebracht.
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Ballette in denen ich u.A. getanzt habe
(in Klammern der Name des Choreographen):
Dornröschen (John Neumeier)
Nussknacker (Anthony Sterago) Schwanensee (John Neumeier) Der widerspenstigen Zähmung (John Cranko) Wie es euch gefällt (Anthony Sterago) Don Quichote (Rudolf Nurejew) Cinderella (John Grant) Carmen (John Grant) Romeo und Julia (John Neumeier) Orpheus in der Unterwelt (John Grant) Cinderella (John Grant) Gaite´Parisienne (John Grant)
Musicals:
Anatevka (Reda Sheta)
Hello Dolly (John Grant) La Cage aux Folles (Inszenierung und Original-Choreographie Broadway)
Operetten:
Wiener Blut
Die Großherzogin von Gerolstein Im weißen Rössl Ball im Savoy Die Fledermaus Die lustige Witwe
Opern:
Fallstaff
The Rex Progress Orpheus und Euridike Aida Tannhäuser Parzifal |
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