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Beith-Berl, 26. Juli 1961 "Wir danken den Israelis..." In seiner ersten Rede vor dem Kongress der israelischen Lehrergewerkschaft Histadrut Hamorim am 26. Juli 1961 in Beith Berl sagte Heinrich Rodenstein:
"Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Hauptvorstand der AGDL hat beschlossen, nach Tel Aviv eine Delegation von zehn Mitgliedern zu entsenden, wie wir es seit Jahren für jeden Kongress der FIAI taten. - Die Geschichte jedes Volkes ist unabänderlich und muss redlicherweise immer ganz gesehen werden. Es ist niemandem erlaubt, nur die schönen und stolzen Tage zu zählen und die bedrückenden und schmachvollen auszulassen. Dieses gilt besonders für Lehrer und Erzieher. -
Unterdrückung, Gewalt und Verbrechen ohne Zahl an vielen Ländern kennzeichnen den Nationalsozialismus. Kein Volk aber ist von den Nazis so systematisch mit dem Ziel der völligen Ausrottung verfolgt worden wie das jüdische. Die drei Vorsitzenden der AGDL haben sich in einer öffentlichen Erklärung zum Eichmann-Prozess feierlich zu diesen Verpflichtungen bekannt. Mit ihren amtierenden Vorsitzenden wird die ganze AGDL zu ihrem Wort stehen. -
Wir haben uns häufig gefragt, ob das jüdische Volk es sich wohl in unserer Zeit zumuten könne, mit uns Deutschen normale Beziehungen aufzunehmen. Wir hätten gut verstanden, wenn diese Aufgabe einer Zeit überlassen worden wäre, da die Henker und die Generation ihrer Opfer nicht mehr leben. Mit dieser Haltung folgt das Volk von Israel dem großen Vorbild seiner Propheten.
Chaim Weizmann hat einmal gesagt: "Wir sind zwar Söhne von Altwarenhändlern; aber sicher sind wir die Enkel von Propheten." Wir versprechen, in Deutschland getreulich zu berichten, welche tiefen Eindrücke wir hier in Israel empfingen." Der Lehrerkongress hat nach sehr langem Schweigen diese Erklärung mit stehendem Beifall zur Kenntnis genommen.
Insgesamt war Heinrich Rodenstein neunmal in Israel. Die Baumpflanzungen gehörten jedesmal zu den wichtigsten Aufgaben. 1968 ließ die AGDL auf den Höhen vor den Toren Jerusalems einen Hain von 10.000 Bäumen anpflanzen. Der Jüdische Nationalfonds bedankte sich dafür mit der Errichtung einer Gedenktafel.
Ein wichtiger Partner bei der Zusammenarbeit der beiden Gewerkschaften war der damalige Vorsitzende der Histadrut Hamorim, Shalom Levin. Er bestand bis zu seinem Lebensende ganz besonders auf der regelmäßigen Durchführung der Seminare und bereitete die israelischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer persönlich jeweils ganz intensiv auf die Referante und Exkursionen vor. Alle Seminare wurden protokolliert und die Referate und Ergebnisse anschließend in einer besonderen Schrift veröffentlicht.
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