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Gewerkschaftsarbeit Schon im November 1945 drängten Karl Thurn und Karl Wolf darauf, dass ich, der keine Vorgesetzten-Eigenschaften und politisch gegenüber der englischen Militärregierung eine blütenweiße Weste besaß, den Aufbau einer demokratischen Lehrerorganisation in die Hand nehmen solle. Obgleich mein Lebenslauf, gemessen an dem in sich noch sehr unterschiedlichen Wege der großen Mehrheit der Lehrer, sich fast abartig ausnahm, habe ich keinen Augenblick empfunden, meine Emigration schaffe schwer zu überbrückende Gräben. Das hätte sich besonders in Braunschweig zeigen müssen, wo ich als Junglehrer über die örtliche Presseöffentlich bekannt geworden war. Ich war kein unbeschriebenes Blatt, sondern hatte in der Lokalgeschichte der Stadt Braunschweig einen bestimmten, immer kontrovers gesehenen Platz. Ich nehme an, dass mir diese Tatsache bei der Gründung des "Gesamtverbandes Braunschweigischer Lehrer" mehr behilflich als hinderlich gewesen ist. Alle Beteiligten wussten von der ersten Stunde an, mit wem sie es zu tun und was sie von mir zu erwarten hatten. Mindestens wussten sie aus der Zeit von 1922 bis 1933, dass ich zum "Radikalen" neigte und die noch so stürmische öffentliche Auseinandersetzung nicht gescheut hatte. Sie konnten nicht wissen, dass die Zeit der Emigration, besonders der an Disskussionen überreiche Abschnitt in Paris von September 1935 bis September 1939, auch viel Nachdenken über eigene Fehler und Versagen ausgelöst hatte. So konnten sie auch nicht wissen, wie weit ich mich von jeder Lust am Dogmatischen entfernt und wie gründlich ich gelernt hatte, dass man zahlreich und einig sein muss, wenn man Fortschritte erzielen und Unheil verhindern will. Das erfuhren sie erst aus meinem Verhalten in meinen Ämtern in der "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im DGB".
Über meine gewerkschaftliche Tätigkeit gibt es eine große Zahl von Veröffentlichungen. Von mir selbst dürften an die hundert stammen. Es gibt bisher keine vollständige Liste. Einen auf Schwerpunkte konzentrierten und informatioven Überblick vermittelt der Band:
Wollte man eine vollständige Darstellung meiner gewerkschaftlichen Tätigkeit erarbeiten, so müsste ebenfalls herangezogen werden: In dem Bundesorgan der GEW, zunächst "Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung", danach "Erziehung und Wissenschaft", erschienen:
Allein die Zusammenstellung seiner Aufsätze im Bundesorgan der "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" zeigt, dass ein Schwerpunkt seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit neben den Aufgaben im Bundesvorstand die Rückführung der deutschen Lehrerschaft in den Kreis der Internationalen Lehrerbewegungen gewesen ist. Honoriert wurde diese Arbeit damit, dass er von 1955 bis 1957 Präsident der Internationalen Vereinigung der Volksschullehrer-Verbände - (F.I.A.I. - I.F.T.A.) und von |
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