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Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. 9. 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen erschütterte auch unsere Lebensbedingungen einmal mehr. Am 2. September 1939 ging ich zur Mairie von Vincennes, wo man mich kannte, weil ich dort einige Monate zuvor zu Protokoll gegeben hatte, dass ich wünschte, dass meine Tochter eine Anwartschaft auf die französische Staatsangehörigkeit erhielte. Für mich selbst habe ich zu keinem Augenblick erwogen, die französische Staatsangehörigkeit zu beantragen. Ich betrachtete mich als einen vorübergehend in das Ausland Versprengten, nicht als endgültig Ausgewanderten. Ich fragte, ob der Anschlag über die Internierung aller deutschen und österreichischen Männer auch mich beträfe. Die Antwort: formal ja. Ich würde aber nach wenigen Tagen wieder entlassen werden, da ich Vater eines Kindes mit Anwartschaft auf die französischen Staatsangehörigkeit sei. Geglaubt habe ich das nicht. Aber zunächst: Wohin mit Frau und sechs Monate altem Kind?
Natürlich zurück nach Revel (Haute Garonne)!!! Dort kannte man uns, und wir hatten Bekannte. Dazu lag es weit entfernt von vorstellbaren Kriegsfronten.
Am 3. September 1939 fuhren Frau und Kind zurüch nach Revel. Auf den Pariser Bahnhöfen herrschte ein wildes Chaos. Evakuierung und allgemeine Mobilmachung hatten eine Panik ausgelöst. Die Fahrpläne der Eisenbahn waren völlig durcheinander. Ich wollte die Fahrkarten lösen und den Kinderwagen aufgeben. Nach einer aufregenden Fahrt mit Zwischenfällen kamen Frau und Töchterchen wieder in Revel an. und wurden zunächst von der saarländischen Familie Stein aus Spiesen bei Neunkirchen herzlich aufgenommen. Ich ging "nach Hause" und vernichtete alle Briefe und Paiere, vor allem Rundschreiben und das einzige Exemplar der Mitgliederliste der "Union des Instituteurs Allemands Emigrés".
Am nächsten Morgen vergewisserte ich mich in der Hauptgeschäftsstelle des "Syndicat National des Instituteurs" bei Georges Lapierres und seiner Sekretärin, dass auch dort alles, was mit deutschen Lehreremigranten zu tun hatte, vernichtet worden war.
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