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Zum Gedenken an Kammersänger Thomas Tipton, der nun leider nicht mehr unter uns weilt.
Ihn zu beschreiben, hat ein Freund mit folgendem Vermächtnis sehr treffend zu Papier gebracht:
Adieu Thommy !
Thomas Tipton war eine Persönlichkeit mit so hoher, positiv herzlicher Ausstrahlung, daß man sich dieser Wirkung kaum entziehen konnte. Der Funke sprang sofort über und schuf spontan ein Band der Sympathie. Der am 18. November 1926 in Wyandotte/Michigan als Kind polnischer Einwanderer geborene Helden-Bariton, der über dreißig Jahre an europäischen und amerikanischen Bühnen unvergessliche Operncharaktere als Scarpia, Macbeth, Rigoletto, Falstaff und vielen weiteren Partien schuf, ist unerwartet in München - seiner Wahlheimat - verstorben. Die kraftvolle, mächtige Stimme, die imposante Bühnenerscheinung, die überaus intensive Dramatik seiner Darstellung prädestinierten Tipton besonders für die Verdi-Helden. Die erschütternde Klage um die tote Tochter als Rigoletto klingt noch nach Jahren in den Ohren. Grandios sein von Gier und Macht besessener Scarpia - eine Inkarnation des schurkischen Bösewichts. Durch hohe Wandlungsfähigkeit konnte Tipton zum Beispiel als Wolfram in Wagners "Tannhäuser" seinen Bariton auch mit wunderbarer Weichheit und edler lyrischer Kantilene strömen lassen. Erstaunlich auch seine Begabung für's Komische. Noch heute schwärmen Opernfreunde von seiner prallen, lebenslustigen Verkörperung der Mamma in "Viva la Mamma". Die Begeisterung des Publikums für die köstliche Darstellung der Titelpartie entlud sich fast regelmäßig in orkanartigem Beifall und stehenden Ovationen. Thomas Tipton war nicht nur ein eminenter Künstler auf der Bühne, er war auch im Privatleben ein vielseitiger Lebenskünstler. Ob in Werbespots in Funk oder Fernsehen, das liebenswürdige "Steh-auf-Männchen" zog alle in seinen Bann. In Veranstaltungen glänzte er als Verkaufstalent von Aufnahmen und Büchern. Dem eloquenten, witzigen Charmeur konnte man nur schwer entkommen. Der Erlös seiner Aktionen wurde dann allerdings regelmäßig gespendet. Als Vermächtnis bleiben viele Tonaufnahmen, dabei besonders die legendäre Fernsehaufzeichnung von "Hoffmans Erzählungen", in der Tipton alle vier Bösewichte spielte und besonders in der selten so gesungenen, untransponierten Fassung der Spiegelarie mit ungeheurer stimmlicher Strahlkraft imponierte.
Von der Gründung an war Thomas Tipton ein sehr aktiver Förderer der Gottlob-Frick-Gesellschaft und ihrer Ziele. Ein Künstlertreffen ohne ihn ist nur schwer vorstellbar. Im Kreise seiner Freunde, Verehrer und Kollegen wird er als großer Sänger, aber noch mehr als gutmütiges, liebenswert sympathisches Original in Erinnerung bleiben. Adieu Thommy, wir haben Dich sehr gemocht !
Hans A. Hey Vizepräsident der Gottlob-Frick-Gesellschaft
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Es folgen Fotos aus privaten Zusammenkünften:
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Sehr geliebt und wie Hans Hey schreibt - auch gefördert, hat Thomas Tipton die Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn, wo alljährlich ein Künstlertreffen stattfindet. Dieses Jahr und in Zukunft leider ohne Thomas Tipton, was wohl das traurige Hauptthema sein wird in diesem Jahr. Ihm zu Ehren bringe ich hier Bilder aus verschiedenen Jahren, auf denen man sehen kann, wie wohl sich alle Teilnehmer gefühlt haben....... Die ersten Fotos stammen aus dem Jahre 2003:
Und hier die nächsten Fotos aus 2004:
Hier folgt 2006 - es kann sein, daß manches Foto doppelt erscheint oder aus einem anderen Jahr - sorry !
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NACHRUFE:
Hier kommt Heinz zu Wort !
So ca. 1965 lernte ich nach einer Vorstellung in Düsseldorf in der Rhein-Oper einen Sänger kennen , den ich nie mehr vergessen sollte: Thomas Tipton . Er demonstrierte einen Nabucco, den ich bis heute nicht vergessen kann. Seine einzigartige Stimme, Ausdruck und Spiel fielen mir damals auf. 2001 trafen wir uns zum ersten Mal privat, in einem Cafe in Schwabing und lernten uns kennen . Wir hatten uns dort verabredet zu einem Plausch - Cafe's liebte er über alles, und seitdem er nicht mehr sang, brauchte er diese Nähe zu den Menschen oder Fans. Als ich mich von ihm und seiner charmanten Frau dort verabschiedete, war ich mit Geschenken von ihm überladen . Wir telefonierten öfter und später fast regelmäßig miteinander, und es war immer ein großes Hallo und Trara am Telefon . Wenn er lachte und Stimmung ins Gespräch brachte, ging mein Kreislauf in die Höhe. In fast allen Gesprächen wurde viel gelacht und irgendwann machte er uns zu " Brüdern " . Er meinte - mit einem seiner bekannten Augenzwinker - als sein Bruder passe ich zu ihm . Seine " Lache " war preisträgerverdächtig . Es kam die Zeit, und wir trafen wir uns auch beim Sängertreffen in Ölbronn bei der Gottlob-Frick Gesellschaft, wo er mich dieser Sängerriege vorstellte . Fünf Mal in Folge war ich dort mit meiner Frau zu Gast und filmte die Konzertaufführungen . Beim abendlichen Zusammensein am Buffet konnte ich dann feststellen, " meinem Bruder Tommy " schmeckte es besonders gut ! Als wir zum zweiten Mal in Bad Feilnbach miteinander meinen Geburtstag feierten , meinte er scherzhaft "wir beide schauen aus wie Elefanten". Er brachte Gespräche scherzhaft immer auf den Punkt. Wo im Gespräch eine Pointe zu erwarten war , die brachte er . Man bezeichnete ihn manchmal liebevoll als Münchner Original. Ich kann mich mit der Bezeichnung nicht so anfreunden, dies klingt mir zu respektlos so einem großen Sänger gegenüber. Ich mochte auch nicht "Tommy" sagen, für mich war es der Thomas. Nun ist er von uns gegangen, ich habe einen Menschen verloren, der mit Menschen umgehen konnte und dies in einer Art, die man so schnell nicht vergessen wird . Bye , bye Thomas, Deine Stimme wird uns immer begleiten........ (Heinz Altenberg Nov. 2007) Nun ist Heinz leider auch nicht mehr unter uns. Er ist seinem Freund Thomas am 7. Februar 2008 gefolgt. Nun können sie zusammen singen und die Engel begleiten sie vielleicht mit ihren Harfen..... -------- Folgende bewegende Worte kommen von unserer Freundin Hermine: Thomas Tipton – Nachruf auf einen einmaligen Künstler und Menschen Zuerst hörte ich seine Stimme. Eindrucksvoll, markant, lebendig, unvergesslich ……… sie zog mich unweigerlich in ihren Bann. Dann sah ich ihn – in den ausdrucksstarken Rollen von Hoffmanns Erzählungen. Leider sah ich ihn nicht life, sondern auf Video. Das tat meiner Begeisterung keinen Abbruch. Unvergesslich prägte sich mir die Szene ein, in der er die Spiegelarie sang. Wer könnte sich der Magie dieses Blickes entziehen, dieser Stimme, dieser Ausstrahlung! Gern erinnere ich mich an seine verschiedenen Rollen, freue mich und staune über die unglaubliche Ausdruckskraft dieses einmaligen Künstlers; ganz gleich ob ernst oder humorvoll, stolz oder unnahbar, der Schelm oder der Eroberer – immer ist die Intensität zu spüren, mit welcher er sich selbst diesem Moment hingibt. Dieses Gefühl dringt in den Betrachter und Zuhörer ganz tief ein und nimmt ihn gefangen. Ich hatte die Möglichkeit, Thomas Tipton persönlich kennen zu lernen. Dafür danke ich meinem Freund Heinz Altenberg. Sein Charme, der Humor und die Neugier, Neues aufzunehmen und vielleicht das eine oder andere noch ausprobieren zu können, haben mich tief berührt. Er wurde nicht müde, über die Musik zu erzählen und zu fragen, was den anderen gefällt oder was sie darüber denken. Die Musik war sein Leben, auch wenn er schon sehr lange nicht mehr auf den Brettern, die die Welt bedeuten (sollen), stand. Jeder, der ihn nicht kannte oder seine Stimme nicht kennt, hat sehr viel versäumt. All denen, die ihn kannten, bleibt die Erinnerung und die Freude an den Werken, die er hinterlassen hat. Dadurch ist er unvergessen und in lebendiger Erinnerung. In Hochachtung und Verehrung Hermine Martin
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Draußen tobt der Herbststurm, Regen prasselt gegen die Fensterscheiben. Die Sträucher im Garten werden vom Wind gepeitscht, werfen groteske Schatten. Aber drinnen ist es still. Warmes Licht einer einzelnen Kerze, die sich nur ganz leise im Luftzug bewegt. Musik. Diese Stimme erkenne ich aus Hunderten. Warm, von einem wundervoll runden Ton in den Tiefen, klar und herrlich strahlend wie ein dunkler Diamant in den Höhen. Lebendig, so lebendig. Wieder spüre ich, dass Leben von dieser Stimme ausgeht, eine Energie und Kraft. Eine heilsame Wirkung fast, ein Klang, der bis in die Seele dringt und berührt und beschenkt und ... Die wenigen Filmaufnahmen, die es von ihm gibt, hüte ich wie einen Schatz. Seine Bühnenpräsenz beeindruckt so sehr. Aus Erzählungen weiß ich, wie sorgfältig und akribisch er jede seiner Rollen vorbereitete. Damit es auf der Bühne so einfach und natürlich aussah. Ernste Charakterrollen und köstliches Komödiantentum, er beherrschte beides in ergreifender Perfektion. Nie hatte ich ihn missmutig erlebt oder kurz angebunden. Niemals verzagt oder sorgenvoll. Er sprüht von fröhlichen Erinnerungen, steckt stets voller phantasievoller, köstlicher Ideen und Projekte, ein charmanter wunderbarer Erzähler – Oft hat er mich persönlich ermutigt und mir geholfen. Dank dafür wehrte er stets bescheiden ab mit dem Hinweis: „Wir sind dazu da, einander zu helfen.“ Ein einzigartiger Künstler und ein ganz besonderer Mensch. Auf Wiedersehen, Thomas Tipton (Bettina Kettschau) ------- ------- Folgender Nachruf kommt von unseren Freunden Edith und Claudius: THOMAS TIPTON
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Auf den Bühnen in Bayreuth, Salzburg, London und New York feierte der Sänger ebenso Erfolge wie auf der Leinwand. Unter Helmut Dietls Regie spielte der gebürtige Amerikaner in der TV- Serie «Kir Royal» sowie im Film «Schtonk» an der Seite von Götz George. |
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Klassik Magazin (Fono-Forum)
Bariton Thomas Tipton gestorben
Der Sänger und Schauspieler Thomas Tipton ist tot. Bereits am Samstag starb der Bariton in seiner Wahlheimat München überraschend an einem Blutgerinnsel. Auch wenn er nicht unbedingt zu den berühmtesten Sängern des letzten Jahrhunderts zu rechnen ist, feierte er auf dem Höhepunkt seiner Karriere doch groß Erfolge auf den Bühnen in Bayreuth, Salzburg, London und New York. Seine mächtige Stimme sowie seine imposante Bühnenerscheinung prädestinierten ihn dabei für die großen Baritonrollen Verdis aber auch für Beethovens Scarpia, den er mit grimmiger Dämonie ausstattete. Erfolge feierte Tipton aber nicht nur auf der Opernbühne, sondern auch auf der Leinwand. So spielte der gebürtige Amerikaner in Helmut Dietls TV-Serie „Kir Royal“ sowie an der Seite von Götz George in dem Kinofilm „Schtonk mit.
Der Bariton Thomas Tipton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Zu seinem breitgefächerten Repertoire gehörten fast alle Partien seines Fachs.
Der gebürtige Amerikaner debütierte 1952 an der New York City Centre Opera und kam 1956 nach Europa, wo er zunächst am Nationaltheater Mannheim, dann am Stadttheater Hagen (Westfalen) engagiert war.
Kammersänger Thomas Tipton
1964 bis 1966 gehörte er der Staatsoper Stuttgart an. Von 1966 bis 1978 war er Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper. Gastspiele führten ihn u.a. an die Wiener Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, die Hamburgische Staatsoper, an das Royal Opera House Covent Garden, die Oper von Rom, das Théâtre de la Monnaie Brüssel sowie zu den Salzburger und Bayreuther Festspielen. Sein umfangreiches Repertoire umfasste Partien wie Nabucco und Rigoletto ebenso wie Wolfram von Eschenbach (Tannhäuser). Außerdem war er stets ein gesuchter Konzert- und Oratoriensänger.
Der Bayerischen Staatsoper war er als Ensemblemitglied eng verbunden, er sang neben vielen anderen Rollen in den Neuproduktionen von Macbeth (Titelpartie) unter Christoph von Dohnányi, Viva la mamma (Agata) unter Heinrich Bender, Ein Maskenball (René) und Hoffmanns Erzählungen (Lindorf, Coppelius, Dr. Mirakel, Dapertutto) unter Leopold Hager.
Die Bayerische Staatsoper würdigt die Verdienste dieses herausragenden Künstlers und sein unvergessenes Bühnenschaffen.
(Theaterkompass - Das Theaterportal)
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Bayerische Staatsoper:
Der Bariton Thomas Tipton ist am Samstag im Alter von 80 Jahren gestorben. Zu seinem breitgefächerten Repertoire gehörten fast alle Partien seines Fachs.
Der gebürtige Amerikaner debütierte 1952 an der New York City Centre Opera und kam 1956 nach Europa, wo er zunächst am Nationaltheater Mannheim, dann am Stadttheater Hagen (Westfalen) engagiert war. 1964 bis 1966 gehörte er der Staatsoper Stuttgart an. Von 1966 bis 1978 war er Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper. Gastspiele führten ihn u.a. an die Wiener Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, die Hamburgische Staatsoper, an das Royal Opera House Covent Garden, die Oper von Rom, das Théâtre de la Monnaie Brüssel sowie zu den Salzburger und Bayreuther Festspielen. Sein umfangreiches Repertoire umfasste Partien wie Nabucco und Rigoletto ebenso wie Wolfram von Eschenbach (Tannhäuser). Außerdem war er stets ein gesuchter Konzert- und Oratoriensänger.
Der Bayerischen Staatsoper war er als Ensemblemitglied eng verbunden, er sang neben vielen anderen Rollen in den Neuproduktionen von Macbeth (Titelpartie) unter Christoph von Dohnányi, Viva la mamma (Agata) unter Heinrich Bender, Ein Maskenball (René) und Hoffmanns Erzählungen (Lindorf, Coppelius, Dr. Mirakel, Dapertutto) unter Leopold Hager.
Die Bayerische Staatsoper würdigt die Verdienste dieses herausragenden Künstlers und sein unvergessenes Bühnenschaffen.
24.09.2007
Herausgegeben von der Bayerischen Staatsoper
Dr. Ulrike Hessler
Kontakt: Susanne Lutz, Pressebüro
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Aus Klassik Akzente:
+++ Thomas Tipton ist tot +++
Am Samstag ist der Bariton, Kammersänger und Schauspieler im Alter von 80 Jahren verstorben. Seine größten Erfolge hatte er als Ensemblemitglied an der Bayerischen Staatsoper in München, aber auch bei Auftritten in Bayreuth, Salzburg, New York, London und als Film- und Fernsehdarsteller unter anderem in der Komödie "Schtonk" und der Kult-Serie "Kir Royal".
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