Mauzi

Es war im Juli 1982, ich war zu dieser Zeit noch Schülerin.
Als ich, wie gewöhnlich aus der Schule Heim kam, machte ich eine interessante Entdeckung. Ich fand ein kleines Wollbündel, ein Kätzchen.
Es war bereits ganz abgemagert und hatte vereiterte Augen.

Ich entschloss mich, die Kleine mit nach Hause zunehmen und ersteinmal aufzupäppeln. Meine Mutter freute sich, als sie die Kleine sah, mein Vater war erst garnicht einverstanden, doch dann fing auch er an, diese Katze zu mögen. Nach drei Tagen fing meine Mutter an, mir klar zu machen, daß sie von irgendwo fortgelaufen sei. Das glaubte ich zwar auch, aber ich wollte es nicht wahr haben. Ich war total verliebt in sie.
Nach einiger Zeit entschloss ich mich, schweren Herzens einen Zettel beim Supermarkt aufzuhängen.

Jeden Tag hoffte ich, daß sich keiner melden würde. Dieses geschah auch, keiner meldete sich. Eine Woche blieb der Zettel hängen, dann nahm ich ihn wieder ab. Ich war überglücklich. Die Kleine bekam von mir den Namen Mauzi.
Als ich sie fand, war sie sehr krank. Dieses bestätigte mir auch der Tierarzt, er sagte sogar, ich habe ihr das Leben gerettet.
Es war für mich eine Freundin geboren, warum, das möchte ich gerne erzählen :

Ich habe seid 1971 schweres Asthma. In der Schule hielt ich mich meist zurück, desswegen hat man mich auch sehr viel geärgert. Ich bin immer weinend nach Hause gerannt.
Und dann die Sache mit den Freunden. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Freundin. Mein Leben bestand darin, nach der Schule Hausaufgaben und direckt danach alleine auf meinem Zimmer herum zu sitzen.

Das änderte sich schlagartig mit Mauzi. Ich war nicht mehr alleine. Vielleicht versteht man jetzt, warum sie eine Freundin für mich war.
Wenn ich traurig war oder Luftnot hatte, ging ich zu meiner Katze. Das glaubt mir vielleicht nicht jeder, aber mir ging es dach besser !
Ich sage nur eines ; Ein Tier ist für mich ein besserer Seelendoktor, als ein Anderer.

So ging es drei Jahre lang gut. Bis eines Tages, es war im Sommer 1985, meine Mutter und ich, wir fuhren nach Spanien, mein Vater blieb wegen seiner Arbeit und Mauzi zu Hause.

Als wir wieder in Deutschland waren, war mein kleines Mädchen nicht mehr da. Mein Vater behauptete erst, sie sei Heute Morgen fortgelaufen.
Ich glaubte es und fing an zu suchen. Doch die Suche blieb erfolglos.

Ich weinte tagelang. Ein paar Tage später erzählte mir mein Vater die Wahrheit, Mauzi ist bereits seid drei Tagen fort.
Ich hätte gerne eine Neue gehabt, aber ich glaube, ich würde in jeder Katze Mauzi sehen, das wäre nicht gut !



mein Erstwerk geschrieben 1986 überarbeitet 2001

Copyright by Sylvia Thiele

Räuber Loui

Räuber Loui, der Strassenkater, kam , sah und siegte !
Durch sein schwarzes glänzendes Fell , und seine grün leuchtenden Augen, war er eine Schönheit unter all den Machos der Nachbarschaft.
Jede Katzendame war verliebt in ihn. Doch sein Herz schlug nur für eine.

Tag für Tag, sass sie am Fenster, und hielt Ausschau nach Räuber Loui, denn er war auch ihre grosse Liebe.
Ihr Name war Elena.
Sie war weiss, wie Schnee und hatte Augen, wie Aquamarine. Doch etwas trennte sie beide voneinander.
Elena war eine edle Perserkatze, und Räuber Loui doch nur ein Strassenkater. Das machte sie sehr traurig.
Einmal in ihrem Leben wollte sie doch so gerne auch mal an der Seite von Räuber Loui sein, vielleicht sogar Babys bekommen.

Das erlaubte Elenas Familie nicht. Nur durch diese eine Fensterscheibe durfte sie Räuber Loui betrachten und ihr Herz ihm schenken.
Aber eines war ja klar, Babys bekommen, wäre sowieso nicht mehr möglich gewesen, denn sie war ja steralisiert !
Also, blieb die Liebe, wie gehabt, Räuber Loui sehnte sich nach Elena und Elena sich nach ihm.

Am Ende der kurzen Geschichte, blieb Räuber Loui ihr Freund, und wohnte bei ihr, auf ihrer Terrasse.

Naja, eigentlich schade, denn es wären wunderfoll farbige Katzenbabys geworden.....

Kurzgeschichte von Sylvia Thiele

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