Ursachen
Wie bereits erwähnt, gibt es meistens nicht "die eine" Ursache für das Auftreten der Trächtigkeitstoxikose. Oft liegt der Grund dafür eher in einer Verkettung von Umständen, von denen einige als gesichert, andere als noch wenig erforscht, betrachtet werden müssen.
Nachfolgend eine Auflistung der bekanntesten Faktoren.
Übergewicht
Übergewicht des Muttertieres schon vor der Trächtigkeit, wobei dieses nicht immer äußerlich sichtbar sein muß. Besonders die Verfettung von Organen setzt nämlich deren Leistungsfähigkeit herab und somit auch die gesamte Leistungsfähigkeit der Sau.
Bewegungsmangel
Bewegungsmangel, vor allem in Kombination mit Übergewicht, stellt ein weiteres großes Risiko dar, da sich der Stoffwechsel und die Zirkulation des Blutes bei abnehmender Aktivität dahingehend verlangsamen, daß Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte der Mutter und der Feten nur noch in geringem Maße ausgeschieden werden können. Ursache für geringe Aktivität sind vor allem zu kleine Käfige/ Ställe/ Extraboxen für die Geburt, in denen sich die Sau entweder kaum bewegen kann, oder aber Futter und Wasser in ihrer unmittelbaren Nähe stehen. Dadurch fehlt eine entscheidende Bewegungsmotivation. Besonders bei Separation der trächtigen Sau von ihrer Gruppe/ ihrem Partner, tritt häufig ein Phänomen auf, das sich "Sitzstreik" nennt. Ohne Gesellschaft von Artgenossen und die Konkurrenz um Futter, fehlt diesen Säuen einfach der Anreiz, sich zu bewegen.
Stress
Meerschweinchen sind sehr anfällig für Stress und Stress hat für Meerschweinchen viele Gesichter. Die Liste ist lang und reicht von fehlenden Rückzugsmöglichkeiten, hoher Besatzdichte, häufiger Handhabung, Lärm, Futtermangel, Änderung der Gruppenkonstellation, bis hin zu plötzlichem Erschrecken durch wenig vertraute Personen oder eine unbedachte Bewegung des Halters selbst.
Noxen
Umweltgifte und Pharmazeutika können jeden Organismus schwächen und auch Krankheitserreger (Viren, Bakterien) stellen eine Gefahr für die trächtige Sau dar.
Hitze
Meerschweinchen sind, aufgrund ihrer Herkunft aus überwiegend rauen, kühlen Klimazonen, eher in der Lage Kälte zu kompensieren, als Hitze. Steigt die Temperatur, z.B. im Sommer, auf extreme Werte (>35 ° C) an, bzw. befindet sich die trächtige Sau in einem überhitzten, stickigen Raum, dann wird sie ihre Aktivitäten auf ein Minimum reduzieren, um durch Bewegung nicht noch zusätzliche, körpereigene Wärme zu produzieren.
Feten
Würfe mit vielen Feten, bzw. solche mit großen Feten, strapazieren den Körper der Mutter extrem. Zudem verdrängen die Ungeborenen nach und nach die Organe der Bauchhöhle. Der Magen wird zusammengedrückt und die benötigte Futtermenge kann, trotz vorhandenen Appetits, nicht mehr aufgenommen werden.
Endogene Auslöser
Wissenschaftlich noch wenig erforscht, sind hormonelle und genetische Faktoren, als Ursache für die Entstehung der Trächtigkeitstoxikose.

schematische Darstellung der Faktoren, die begünstigend auf die Entstehung der Trächtigkeitstoxikose wirken
(Copyright Katharina Hendrich)
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