Ausgleich der negativen Energiebilanz

Kann man den Verlauf der Krankheit durch Päppeln im Frühstadium nicht mehr aufhalten oder bemerkt man den Zustand der Sau zu spät, gibt es zum Ausgleich des negativen Energiedefizits verschiedene Präparate. Die Empfehlungen hierbei sind unterschiedlich und umfassen Gaben von Glukoselösung, Calciumglukoniumlösung, Calciumacarbonatlösung und Elektrolytlösung (51) als Infusionstherapie s.c. oder i.p.
80-120 ml/ Kg/ Körpergewicht und Tag (52).
Subkutane (s.c.) Injektionen werden bei Meerschweinchen häufig praktiziert, da sie mit geringem Stress für das Tier verbunden sind. Die Applikation erfolgt im Nacken oder im Bereich der seitlichen Brustwand, wo die Haut weniger dick ist. Generell ist die Haut von Meerschweinchen recht derb strukturiert und es erfordert einiges an Übung und ein vorsichtiges, aber beherztes, Einstechen der Kanüle.
Es bietet sich an, eine Elektrolyt-Aminosäure-Glukose-Lösung, wie etwa das Präparat Amynin der Firma Merial zu verwenden, ebenso, wie Lectadepulver, einem Gemisch aus Elektrolyten und Glukose der Firma Smithkline Beecham. 1/8 Liter Lectade wird in warmem Wasser angerührt (entgegen den Herstellerangaben, 2 Beutel Pulver auf 1 Liter Wasser, da die Mischung für Meerschweinchen sonst zu dünn wird). 2-3 x täglich wird der Sau eine Gabe von ca. 2 ml oral verabreicht. Amynin ist bereits gebrauchsfertig und enthält, im Gegensatz zum Lectadepulver, bereits einen Vitamin B-Komplex. Dem erkrankten Meerschweinchen werden, über den Tag verteilt, 8 ml appliziert (53).

Stehen diese Produkte nicht direkt zur Verfügung , kann man es zur Überbrückung auch mit der Gabe von Glukose oder Dextrose versuchen.

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