Geschlechtsbestimmung

Die Bestimmung des Geschlechts bei den Hausmeerschweinchen ist insofern schon bald nach der Geburt erforderlich, da die Weibchen bereits im Alter von 3-4 Wochen geschlechtsreif werden und somit die Gefahr einer Trächtigkeit besteht. Dies macht es unbedingt notwendig, die äußeren Merkmale beider Geschlechter genau zu kennen und männliche Tiere spätestens 3-4 Wochen nach ihrer Geburt, sofern nicht bereits vorher eindeutiges Paarungsverhalten erkennbar wird, von der Mutter und den weiblichen Geschwistern zu trennen.
Jedoch kann man schon bei Neugeborenen leicht herausfinden, ob es sich um ein Böckchen oder eine Sau handelt. Aber auch in jedem anderen Alter fällt diese Unterscheidung nicht schwer. Vorsichtig nimmt man hierfür das Tier hoch und dreht es auf den Rücken, während man sein Gewicht mit der einen Hand um die Schultern, mit der anderen Hand unter dem Po, abstützt und leicht die Hinterbeine auseinander spreizt.

              

richtige Handhaltung bei der Bestimmung des Geschlechtes

Zwischen den hinteren Extremitäten befindet sich die Genitalregion, wobei sich nun, anhand der Form der begrenzenden Schamwülste, das Geschlecht bestimmen läßt. Bei Böckchen stellen diese sich als länglicher Schlitz dar, wogegen bei den Säuen eine y-Form erkennbar ist. Gern wird dieses äußerliche Unterscheidungsmerkmal schematisch als "i" mit einem i-Punkt bei den Männchen, bzw. als y bei den Weibchen dargestellt.

schematische Darstellung der i/ y -Methode

Besonders bei jungen Säuen ist die "i / y - Methode" aber nicht immer verlässlich, da ihre Harnröhrenmündung noch recht groß erscheint und somit mit dem Präputium des Böckchens verwechselt werden könnte. Weitere weibliche Merkmale sind die Vaginalmembran, die außerhalb der Hochbrunst die Vagina verschließt, und die, im Vergleich zum Böckchen relativ größeren, paarigen, bauchständigen Zitzen. Außerdem ist der anogenitale Abstand beim Weibchen geringer, als beim Männchen.

weibliches Meerschweinchen

Erwachsene Böckchen sind leicht an ihren prominenten, beiderseits von Präputialtasche und Anus gelegenen, Hoden zu erkennen, die jedoch, aufgrund des recht großen Leistenspalts, ab und an zurückgezogen werden können. Bei kastrierten Böckchen und bei Jungtieren, deren Hodenabstieg erst in der 6. Lebenswoche erfolgt, ist die sicherste Methode der Geschlechtsbestimmung das manuelle Ausschachten des Penis. Hierbei streicht man mit sanftem Druck von kranial nach kaudal, entlang der Präputialöffnung, bis der Penis deutlich erkennbar ist.

links unkastriertes und rechts kastriertes Böckchen 

Ist man sich jedoch trotzdem nicht sicher, ob es sich nun um ein Böckchen oder um eine Sau handelt, sollte man unbedingt einen kleintiererfahrenen Tierheilpraktiker oder Tierarzt aufsuchen, da eine frühzeitige Trächtigkeit große Risiken für Mutter und Feten birgt. Die Geschlechtsbestimmung durch wenig geschultes Personal in Zoohandlungen oder großen Märkten mit Tierabteilungen, halte ich nicht für ratsam, da ich, aufgrund eigener Erfahrungen und durch Berichte, mir bekannter Meerschweinchenhalter, viel Negatives über die Trennung von weiblichen und männlichen Tieren in nicht wenigen Geschäften zu berichten weiß.

Verhältnis gewollter (blau) und ungewollter (gelb) Trächtigkeiten bei N=83

weiter

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!