1.- Der Seherin Weissagung
1-7
 
Allen Edeln gebiet´ich Andacht,
Hohen und Niedern von Heimdalls Geschlecht;
Ich will Walvaters Wirken künden
Die ältesten Sagen, der ich mich entsinne,
 
Riesen acht´ich die Urgeborenen,
Die mich vor Zeiten erzogen haben.
Neun Welten kenn´ich, neun Äste weiß ich
An dem starken Stamm im Staub der Erde
 
Einst war das Alter, da Ymir lebte:
Da war nicht Sand nicht See, nicht salz´ge Wellen,
Nicht Erde fand sich noch Überhimmel
Gähnender Abgrund und Gras nirgend.
 
Bis Börs Söhne den Boden erhoben,
Sie, die das mächtige Midgard schufen.
Die Sonne von Süden schien auf die Felsen
Und dem Grund entgrünte grüner Lauch
Die Sonne vom Süden, des Mondes Gesellin,
Hielt mit der rechten Hand die Himmelsrosse
Sonne wußte nicht, wo sie Sitz hätte,
Mond wußte nicht, was er Macht hätte,
Die Sterne wußten nicht, wo sie Stätte hatten.
 
Da gingen die Berater zu den Richterstühlen,
Hochheilige Götter hielten Rat.
Der Nacht und dem Neumond gaben sie Namen,
Hießen Morgen und Mitte des Tags,
Under und Abend, die Zeiten zu ordnen.
 
Die Asen einten sich auf dem Idafelde,
Hof und Heiligtum hoch sich zu Zimmern.
Erbauten Essen und schmiedeten Erz,
schufen Zangen und schön Gezäh.
 
Lorenz Frølich (1820–1908)
 
  2.- Weltenbrand
(Musik. Runenfrost / Text: Runenfrost)
 
Kap.:1 – Jenseits der Tore:
Jenseits der Tore - In Helles Reich/
Jenseits der Welten – Gefangen im Licht! (6x)
 
Kap.:2 – Vergangenheit:
Begraben im Schatten der Finsternis/
Gefangen im Eis unter Äonen von Stein/
Am Ende benebelt, wo Asche sich nährt/
Kein Funke mehr glüht im ewigen Schein/
 
Kein Leben mehr haucht, von den Götzen im Norden/
Kein Lied das erzählt, von unsterblichen Horden/
Kein Raunen im Wind, von ewiger Zeit/
Kein flüstern verleit, von ewigen Leid/
 
Kap:.3 – Hoch aus dem Norden:
Doch da erhebt sich die Sonne/
Über das Reich der Nacht/
Die Runen beginnen zu schmelzen/
Ein heidnisches Feuer erwacht!
 
Ein eisiger Wind weht von Norden/
Zerschmettert das christliche Land/
Die Götter sind neu geboren/
Vorherrschen mit eiserner Hand/
 
Und wieder erhallen die Hörner/
Und wieder marschieren die Horden/
Christliche Kirchen zerfallen/
Im Feuer hoch aus dem Norden!
 
3.- V zacharovannom Lesu
(Musik: Runenfrost / Text: Sonya 
 
 
4.- Walhalla
 
Dort treffe ich meinen Vater
Dort treffe ich meine Mutter
Meine Schwestern und meine Brüder
Dort treffe ich dann all jene Menschen
Meiner Ahnenreihe, von Beginn an
Sie rufen bereits nach mir
Sie bitten mich, meinen Platz zwischen ihnen einzunehmen
Hinter den Toren von Walhalla
Wo die tapferen
Für alle Ewigkeit Leben
 
     Regen fällt auf den Boden, mit dem Blut der Schlacht vermischt
Ich blicke hoch zum finsteren Himmel, mein Lebenslicht erlicht
Das Schwert in meiner rechten Hand, die Kälte steigt in mit empor
Doch dann ein Licht, ein heller schein, es öffnet sich das Weltentor
 
Und heraus strömt ein Heer, mit Kriegsgesang und weißen Pferden
Freyjas Walküren Herr, sie die Schlacht entscheiden werden
Eines dieser schönen Wesen, reicht mir die Hand und Spricht zu mir
Walküre:
Deine Zeit sie ist gekommen, nach Walhalla, folge mir
 
Wärme strömt durch meinen Leib, Wind weht mir in das Gesicht
Es öffnet sich ein neues Tor, aus Feuerschein und hellem Licht
Am Firmament ein Mauerwerk, ein Mauerwerk aus weißem Stein
Unter mir das weite Land, ich werde neu geboren...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
5.- Der Seherin Weissagung
45 – 52
(Musik: Runenfrost / Text: entnommen der EDDA)
 
Brüder befehden sich und fällen einander,
Geschwister sieht man die Sippe brechen.
Der Grund erdröhnt, üble Disen fliegen;
Der eine schont des anderen nicht mehr.
 
Unerhörtes ereignet sich, großer Ehbruch.
Beilalter, Schwertalter, wo Schilde krachen,
Windzeit, Wolfszeit, eh die Welt zerstürzt.
 
Muspels Söhne spielen, der Mittelstamm entzündet sich
Beim gellen Ruf des Giallarhorns.
Ins erhobene Horn bläst Heimdall laut,
Odin murmelt mit Mimirs Haupt.
 
Yggdrasil zittert, die Esche, doch steht sie,
Es rauscht der alte Baum, da der Riese frei wird.
Grässlich heult Garm vor der Gnipahöhle,
Die Fessel bricht, und Freki rennt
 
Hrym fährt von Osten und hebt den Schild,
Jörmungandr wälzt sich im Jötunmunde.
Der Wurm schlägt die Flut, der Adler facht,
Leichen zerreißt er; los wird Nagelfar.
 
 
Der Kiel fährt von Osten, da kommen Muspels Söhne
Über die See gesegelt; sie steuert Loki
Die wilden Riesen sind alle mit dem Wolf;
Auch Bileists Bruder ist ihm verbündet.
 
Sutur fährt von Süden mit flammendem Schwert,
Von seiner Klinge scheint die Sonne der Götter.
Steinberge stürzen, Riesinnen straucheln,
Zu Hel fahren Helden, der Himmel klafft.
 
 
Was ist mit den Asen? Was ist mit den Alfen?
All Jötunheim ächzt, die Asen versammeln sich.
Die Zwerge stöhnen, vor steinernen Türen,
Der Bergwege Weiser: Wißt ihr, was das bedeutet?
 
Friedrich Wilhelm Heine (1845-1921).
 
 
6.- Ragnarök
(Musik & Text : Runenfrost)
 
... und ich sah wie der letzte Nagel das Totenschiff ereichte. Angeführt von des Jöten Macht trieb es hinaus in die dunkle See. Die Ketten, die einst geflochten aus des Elben harr, zerbarsten unter Fenris höllischem geheut. Die Midgardschlange erwachte und überströmt die Ufer der Lande mit eisiger See. Feuer und Asche fielen vom Himmel und die Wölfe verzehrte Sonne und Mond.
 
Und als die Jöten kamen zermalmten sie Bifröst unter ihren Füßen. Richtung Asgard gingen ihre Wegen, den Göttern zu Drohen.
Doch da erschallte das heilige Horn, geblasen von Heimdall dem Wächter der Welten.
Auf zum Kampf ihr Asen und Wanen. Ragnarök ist Nah!
 
Hoch im Norden, am Ende der Nacht erbebte die Erde unter dem öffnen der Tore.
100 Tore der goldenen Stadt. 10000 Einherjer gierten zum Kampf.
Einherjer, Heilige Krieger Wotans, unsterblich und voller Kampfeswut.
Gestorben in der Welt der Menschen und auserkoren von den Götter.
Am ihrer Spitze reitet der Windgott selbst.
Sorgenfalten bedecken seine hohe Stirn. Denn er weis, das Ende ist nah.
So reiten sie gen Süden, den Jöten entgegen. So reiten sie zur letzten Schlacht!
 
Feuersglut erfüllt die Nacht mit Schwefel und mit hellem Schein
Nagelfar sticht in die schwarze See
Der Fenriswolf heulen an seinen Ketten reißt
Die zerbersten in der dunklen Nacht
Die Midgardschlange biegt sich, in endlos grimmen Hass
Das Ende unsere Zeit ist nah
 
Doch auch Wotan greift zu seinen Waffen
Durch den klang von Heimdalls Horn
Werden seine Herscharen erwachen
Sie werden mit ihm reiten, in die letzte Schlacht
Sie werden mit ihm streiten, Ragnarök ist erwacht
 
Hati und Sköll vom Wolfen Geschlecht
Stürzen mit Fenris hinein ins Gefecht
Und Midgard erbebte es zitterte das All
es lösen sich Felsen von riesigem Wall
 
Asen und Riesen erschlagen sich einander
Ein jener folgt dem anderen in Helles Reich
Feuer und Blut drängen die Erde
Der Weltenbaum in flamme, verwelkt, kahl und bleich
 
 
 
 
Es tobte die Schlacht
Das Blut fließt umher
Ein Unhold erschlägt den andern
Und folgt ihm in Helles Reich
 
Nun kommt der dunkle Drachen geflogen,
Die Natter hernieder aus Nidafelsen.
Das Feld überfliegend, trägt er auf den Flügeln,
Nidhöggur, Leichen- und nieder senkt er sich.
(Völuspa 64)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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