Der Fadenpilz Aphanomyces astaci ist der mittlerweile weit Verbreiteste Erreger. In Europa tauchte er zum ersten Mal im 19. Jahrhundert auf und legte in den folgenden Jahrzehnten weite Strecken auf dem Kontinent zurück - bis zum Schwarzen Meer, nach Russland und Skandinavien. Im 20. Jahrhundert schließlich wurden auch Ausbrüche in Südeuropa gemeldet. Wie der Erreger ursprünglich nach Europa kam, konnte nie geklärt werden. Ab 1960 allerdings wurde die Krankheit über nordamerikanische Flusskrebse eingeführt.
Die Krebspest ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die Flusskrebse nicht-amerikanischen Ursprungs befällt. Besonders anfällig sind die europäischen Flusskrebsarten. Mit einer Mortalität von annähernd 100 Prozent werden durch die Infektion immer wieder Massensterben und eine teilweise Ausrottung des Tierbestands ausgelöst.
Weil amerikanische Flusskrebse scheinbar nicht befallen werden können, wurden sie bevorzugt in heimischen Gewässern ausgesetzt. Die Tiere sind aber nur teilresistent. Wenn sie infiziert werden, kann ihr Immunsystem den Erreger in Schach halten, solange nicht andere Erkrankungen, Stress oder Umweltverschmutzung belastend dazukommen. Unter diesen ungünstigen Bedingungen fallen die amerikanischen Flusskrebse der Infektion ebenfalls zum Opfer. Entscheidend aber ist, dass sie auch ohne Symptome den Erreger übertragen können.
Tote Krebse in einem ansonsten gesunden Gewässer sind ein erster Hinweis auf die Krebspest. Die Krankheit ist nur schwer direkt nachzuweisen und damit auch kaum zu kontrollieren.
In weniger als drei Wochen nach Entdeckung der ersten toten Tiere waren manchmal über kilometerlange Wasserstrecken alle Flusskrebse vernichtet. Keine andere Krankheit und kein Ausmaß an Umweltverschmutzung erreicht diese totale Mortalität unter den Flusskrebsen, während alle anderen Tiere im selben Gewässer unbeeinträchtig bleiben.
Die Diagnose war bislang nur über sehr aufwändige Laborverfahren möglich. Durch das von Dr. Oidtmann entwickelte Verfahren kann an einer kleinen Gewebeprobe eines toten Krebses mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion ein genetischer Fingerabdruck des Erregers hergestellt werden. Ob es sich dabei um den gefährlichen Aphanomyces astaci handelt, kann bei relativ geringem Aufwand in kürzester Zeit nachgewiesen werden. (suwe) Quelle: Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)
Ansteckungsgefahr:
Der Fadenpilz ist sehr wiederstandsfähig und hoch ansteckend. Die Sporen können bis zu fünf Tagen überleben, und andere Wassertiere, oder über infizierte Fischereiausrüstungen, können als Zwischenwirt dienen. In Aquarien reicht schon oftmals ein einziger Wassertropfen für eine Infizierung aus. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen gibt es keine Möglichkeit diese aufzuhalten.
Infektion:
Die Infektion erfolgt durch Zoosporen, die sich mit Hilfe zweier Geißeln aktiv bewegen können. Sie orientieren sich bei der Suche nach einem Krebs an der Dichte der von einem möglichen Wirt ausgestoßenen chemischen Substanzen. Hat die Spore ihr Ziel erreicht, wirft sie ihre Geißeln ab, bildet eine Zyste und versucht einzudringen.
Mögliche Symptome
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weiße Stellen in der Muskulatur
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braune Verfärbungen
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Tiere halten sich auch am Tag im offenen Wasser auf
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Lähmungserscheinungen
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Gleichgewichtsstörungen
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Verlust von Gliedmaßen
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vermehrtes Kratzen am gesamten Panzer
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Tiere verweilen träge am Boden und sterben