Weißliche Knötchen, beulenartige Erhebungen oder ovale bis stäbchenförmige Zysten in der Haut. So beschreibt Dr. K.K. Vijayan die sogenannte Baumwoll-Garnelenkrankheit in der Aquakultur, die auch schon bei unseren Garnelen in den heimischen Aquarien aufgetrteten ist. Diese Symptome traten bei einigen Neocaridina denticulata und Caridina cf. zhangjiajiensis sp. "white perl" auf, welche wir von einer Garnelenhalterin erhielten, die die Tiere vor ca. 6 Monaten erworben hatte.
Bei diesen ovalen Gebilden die man mit blosem Auge im Garnelenkörper der Weiß-Perlen-Garnele (siehe Bild links) zu erkennen sind, handelt es sich um Sporozoenkapseln/-zysten. Diese können mikroskopisch klein bis stecknadelkopf groß erscheinen.
Die Sporzoenkapseln werden durch hunderte der mikroskopischen Parasiten verursacht, in denen eine Spore neben der anderen sitzt, die aber nicht miteinander verbunden sind.
Untersuchungen zeigten, dass die Sporozoen auch im Muskelgewebe zu finden sind, allerdings nicht in solchen Massen wie in den Zysten. Viele Sporozoen bilden in Zwischenwirten (in diesem Fall die Garnelen) auch Dauerstadien in einer Zystenhülle aus und da die Garnelen solange mit den Sporozoen überleben können, lässt vermuten, dass die Garnelen den Sporozoen "nur" als Zwischenwirt dienen.
Wird die Garnele von einem einem fleischfressenden Endwirt, z.B. einem Fisch, beim Verzehr aufgenommen, können so die Sporozoen auf diesen übertragen werden und den Fisch infizieren (möglicher Endwirt).
Bild Links: Sporozoenzysten unter den Carapax
Übertragung:
Da Sporozoen schwerer als Wassser sind und zu Boden sinken werden diese bei der Nahrungssuche aufgenommen oder durch den Verzehr von bereits toten infizierten Garnelen (Kannibalismus). Daher sollten verstorbene oder bereits infizierte Tiere aus dem Aquarium entfernt werden. Nimmt eine Garnele eine Sporzoe mit der Nahrung auf, schlüpft im Darm ein amöbenähnlicher Keim. Dieser dringt durch die Darmwand bis in die Muskulatur vor und bildet dort neue Sporozoen die selbst mit blosem Auge sichtbare Zystenstadien bilden können. Im späteren Verlauf dringen die Sporozen in die inneren Organe ein und führen zur Degeneration (Abbau) bis hin zur Auflösung dieser, was letztendlich zum Tode der Garnele führt.
Behandlung:
Eine medikamentöse Behandlung ist derzeit nicht bekannt. Man kann aber versuchen die Neuinfektion gesunder Garnelen zu verhindern, in dem man sichtbar erkrankte oder bereits infizierte Tiere aus dem Aquarium entfernt.
Auch tote Tiere sollten, um eine Infektion durch Kannibalismus zu verhindern, schnellstmöglich aus dem Aquarium entfernt werden.
Bild oben: Zerquetscht man die Zysten, so werden tausende der Mikroskopisch kleine Parasiten sichtbar. 400fache Vergrößerung im kleinen Bild, 1600fache Vergrößerung im großen Bild.