Campen, unser Dorf.


Campen – ein Dorf und seine Geschichte.
 
Campen ist heute ein Dorf mit reichlich 500 Einwohnern, das in der südlichen Krummhörn liegt, etwa 17 Kilometer nordwestlich von Emden. In ur- und frühgeschichtlicher Zeit ist die Siedlung Campen auf dem Ufer der Camper Bucht als eine länglich- runde Warf mit einem Haufendorf gegründet worden. In den Aufzeichnungen des ehemaligen Johanniterklosters Heiselhusen, das seit 1929 zu Campen gehört, wird der Ort schon um das Jahr 900 dreimal erwähnt.
 
Als um das Jahr 1000 die Deiche entstanden, die von den Gemeinden in gemeinsamer Arbeit errichtet wurden, war das auch für Campen von großer Bedeutung. Nun war das Land nicht mehr so stark von Überschwemmungen bedroht; es wurde möglich, Getreide anzubauen. Das brachte dann auch eine Änderung im Handel mit sich.
 
Eines der wichtigsten Ereignisse für das gesamte Friesland war im Mittelalter die Zeit der Christianisierung. Wann die Menschen auf der Warf Campen Christen wurden, ist leider nicht bekannt. Es wird um 800 nach Christus gewesen sein. Besondere Angaben über das kirchliche Leben im Mittelalter in Campen sind genauso wenig überliefert wie genauere Nachrichten über die Einführung der Reformation. Die älteste heute noch erhaltene Glocke (in Ostfriesland) mit Jahreszahl ist die von Campen aus dem Jahre 1295. Um 1500 hatten Campen einen, Loquard und Rysum je zwei katholische Priester. Es scheint, dass Campen zunächst von 1585 bis1641 lutherisch gewesen ist, aber sicher ist das nicht. Die Campener währen sich gegen aufgedrängte Prediger. 1641 machen die Generalstaaten der Niederlande diesem Spuk ein Ende und der reformierte Einfluss setzt sich in Campen durch.
 
J.K. Ohling beschreibt dies und die gesamte Entwicklung des Dorfes bis 1970 detailliert in seinem lesenswerten Buch >> Campen – Chronik eines Dorfes <<. Darin weist er unter anderem darauf hin, dass Campen früher fast rein landwirtschaftlich geprägt war. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Von den zehn Bauernhöfen, die heute zum Dorf gehören, werden noch sechs betrieben. Fast alle berufstätigen Einwohner sind schon lange nicht mehr in der Landwirtschaft aktiv. Sie verlassen jeden Morgen den Ort Campen, um vorwiegend in Emden ihr täglich Brot zu verdienen. Das ist auch deshalb notwendig geworden, weil sämtliche früher ansässigen Geschäfte und Betriebe wie Gemischtwarenladen, Bäckerei, Schuster, Schmiede und ebenso der Gasthof des Ortes nicht mehr existieren. Vor einigen Jahren wurde auch der Schulbetrieb von Campen in die Grundschule im Gulfhof nach Loquard verlegt.
 
Dennoch ist Campen kein sterbender, sondern ein wachsender Ort. Werden im alten Ortskern inzwischen vermehrt leer stehende Wohnungen als Ferienhäuser genutzt, so ist beidseitig der Heiselhuser Straße in den vergangenen Jahren eine Neubausiedlung entstanden, in der überwiegend junge Familien wohnen. Für das dörfliche Leben sind die Freiwillige Feuerwehr und die Interessengemeinschaft von Bedeutung. Daneben spielen in diesem kleinen Ort zwei Kirchengemeinden eine nicht unwichtige Rolle – die reformierte und die altreformierte, deren hundertfünfzigjähriges  Jubiläum im Jahre 2004 gefeiert wurde.
 
 

 

Der 65 m hohe Leuchtturm von Campen.

Nordseeküste bei Campen.


Sonnenuntergang am Deich.

 


Der Kanal, im Hintergrund Campen.



 

Idylle am Wegesrand.


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