Jagderfolg in
Tanzania
Wie das so ist, wenn man in Afrika lebt,
begegnet man immer wieder dieser besonderen Sorte Mensch, welche
meint, ein Besuch in Afrika bedeutet: Man muss mindestens einmal
auf der Jagd gewesen sein und unerschrocken einem Löwen, Büffel
oder Elefanten furchtlos ins Auge geblickt haben. Der Traum all
dieser Möchtegern-Grosswildjäger ist natürlich die Trophäe fürs
heimische Wohnzimmer, zum späteren Beweis der eigenen männlichen
Unerschrockenheit.
Gott sei Dank ist der Abschuss von Großwild auch in Tanzania noch
mit hohen Kosten verbunden, sodass es uns nicht schwer fiel, die
Gäste zu einer Jagd zu überreden, die ausschließlich der
Fleischbeschaffung dienen sollte.
So versammelten sich eines Tages ein Dutzend dieser
"hartgesottenen" Männer bei uns vorm Haus, alles Besucher aus
Europa, bis auf zwei, die hier im Land lebten. Die meisten hatten
sich bereits in Deutschland für diesen aufregenden Anlass
eingekleidet, Safari-Anzüge, Khaki-Shorts mit Kniestrümpfen. Einige
hatten sogar das Jagdmesser schon umgeschnallt. Eine Szenerie wie
aus einem Film: "Hemingways Jagdszenen" oder so ähnlich, der
Anblick: zum Schreien komisch.
Der
Trip sollte insgesamt 4 Tage dauern. Elf tapfere Jäger machten sich
also auf ihren gefährlichen Weg, allerdings nicht, ohne uns Frauen
vorher den Rat zu geben, die Tiefkühltruhen schon mal frei zu
räumen für die Unmengen der zu erwartenden Beute.
Sie kamen tatsächlich alle planmässig und heil zurück. Wider
Erwarten waren die Ladeflächen der Pickups allerdings leer. Auf
meine Nachfrage, wo denn das viele Fleisch nun sei, brachte mein
Mann zwischen mehreren Lachanfällen nur heraus: "Die einzige Beute,
die wir in den vier Tagen gemacht haben, ist dies
Perlhuhn. Aber das haben wir nicht geschossen, das haben
wir überfahren!"


