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Was ist die
Szintigraphie?
Die Szintigraphie ist eine
nuklearmedizinisch Untersuchung, bei der Radionuklide in den Körper
eingebracht werden. Radionuklide sind unstabile Atomkernarten, die
radioaktive Strahlung aussenden, wenn sie sich in andere stabilere
Atomkerne umwandeln. Solche Radionuklide können sowohl in der Natur
vorkommen als auch künstlich erzeugt werden.
Wie
funktioniert die Szintigraphie?
Nach der Verabreichung spezieller Radionuklide reichern sich
diese im zu untersuchenden Organ oder Gewebe an. Die kurzlebigen
Radionuklide senden Gamma-Strahlung aus, wenn sie in ihren stabilen
Grundzustand übergehen. Die Aktivitätsverteilung, also die räumliche
Verteilungsdichte der aus dem Körper austretenden Gamma-Strahlung kann als
Bild im Szintigramm dargestellt werden. Die Registrierung der
Gamma-Strahlung erfolgt entweder durch einen Scanner oder mit einer
Gammakamera.
Der Scanner besteht aus einem
Szintillationsdetektor und einem Drucker. Der Szintillationsdetektor misst
die ausgesandte Gamma-Strahlung. Diese wird in elektrische Impulse
umgewandelt, die verstärkt und weiterverarbeitet werden. Der Drucker
liefert schließlich das Szintigramm.
Mit der Gamma-Kamera können Funktionsvorgänge im Körper gut
dargestellt werden. Hierbei werden mehrere Detektoren gleichzeitig
eingesetzt. Die Gamma-Kamera arbeitet wesentlich schneller als der
Scanner. Sie liefert ein Bild pro Sekunde. Auf diese Weise kann eine ganze
Serie von Szintigrammen erstellt werden.
Ein Szintigramm ist in der Regel ein Strichrasterbild. Dabei
entspricht die Dichte der Striche der Aktivitätsverteilung der
Gamma-Strahlung. Bei einem Farbbild werden verschiedenen Aktivitäten
unterschiedliche Farben zugeordnet, z.B. steht Rot für viel Aktivität.
Wozu dient
die Szintigraphie?
Mit Hilfe der Szintigraphie können
Erkrankungen vieler Organe des Körpers diagnostiziert werden. Häufig
werden Schilddrüse, Skelett, Lunge, Herz und Nieren auf folgende
Krankheiten untersucht:
-
Schilddrüsenüberfunktion
(Hyperthyreose): Dabei werden zu viele Schilddrüsenhormone freigesetzt,
wie z.B. bei Morbus Basedow.
-
Zysten der
Schilddrüse
-
Bösartige
Tumore der Schilddrüse (Karzinome)
-
Nachweis
bzw. Ausschluss von Metastasen des Skeletts: Metastasen sind
Tochtergeschwülste eines bösartigen Tumors.
-
Entzündliche
Veränderungen des Skelettsystems
-
-
Untersuchung
der Lungendurchblutung (Perfusions-Szintigraphie): Dies geschieht beim
Verdacht auf eine Lungenembolie. Eine Embolie ist
ein Gefäßverschluss, der durch einen abgeschwemmten Blutpfropf (Thrombus) entsteht.
-
Untersuchung
der Lungenbelüftung (Ventilations-Szintigraphie)
-
Untersuchung
der Herzdurchblutung beim Verdacht auf Verengung der Herzkranzgefäße
(koronare Herzkrankheit, KHK) oder zur Therapiekontrolle nach einer
Herzkranzgefäßerweiterung
(PTCA)
-
Untersuchung
der Nierendurchblutung zum Nachweis bzw. Ausschluss einer Verengung der
Nierenarterie (Nierenarterienstenose)
Was ist im
Vorfeld der Szintigraphie zu beachten?
Entsprechend dem Organ, das untersucht werden soll, sind einige
Richtlinien zu beachten. Wenn beispielsweise die Schilddrüse
Untersuchungsgegenstand ist, darf der Patient keine
Schilddrüsenmedikamente am Tag der Untersuchung einnehmen. Zu
Untersuchungen am Herzen soll er in der Regel nüchtern erscheinen, das
heißt, er darf einige Stunden vorher nichts mehr trinken oder
essen.
Genaue Anweisungen erfolgen in
Absprache mit dem Arzt.
Wie wird
eine Szintigraphie durchgeführt?
Die Radionuklide werden in der Regel entweder über den Mund
(oral) oder durch Einspritzen in eine Vene verabreicht.
Beispiele für Radionuklide, die sich in dem zu untersuchenden
Organ anreichern, sind:
-
99m-Tc-Pertechnetat (Tc steht für Technetium) zur
Untersuchung der Schilddrüse
-
123-J oder
131-J (J bedeutet Jod) ebenfalls bei der
Schilddrüsenszintigraphie
-
99m-Tc-Phosphate für die Skelettszintigraphie
-
201-Thallium
zur Untersuchung der Herzmuskeldurchblutung
Die Messung der
ausgesandten Gamma-Strahlung erfolgt in manchen Fällen sofort oder nach
einigen Minuten bis Stunden, eventuell auch erst nach Tagen. Dies hängt
davon ab, wie schnell das Radionuklid in seinen stabilen Grundzustand
übergeht.
Es können eine einzige Messung oder
mehrere Messungen notwendig sein.
Je nach Untersuchung dauert eine Messung zehn bis 60
Minuten.
Welche
Komplikationen können bei einer Szintigraphie auftreten?
Im Rahmen der Szintigraphie können folgende Komplikationen
auftreten:
-
Verletzung
von Blutgefäßen oder Nerven beim Einspritzen
-
Infektionen
durch die Einspritzung
-
Da Radionuklide
nur in kleiner Menge verwendet werden, ist die Strahlenbelastung der
szintigraphischen Untersuchung gering. Die Strahlendosis ist meist kleiner
als bei einer Röntgenuntersuchung.
Welche
anderen Untersuchungsmöglichkeiten bestehen?
Veränderungen der Schilddrüse können oft mit Hilfe einer
Ultraschall-Untersuchung
diagnostiziert werden. Hier kann auch eine Blutuntersuchung und eine
Untersuchung durch den Arzt wegweisend sein.
Zur Diagnose von Durchblutungsstörungen kann eine Angiographie angefertigt werden.
Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung, bei der Gefäße mit
Hilfe von Röntgen-Kontrastmitteln sichtbar gemacht werden.
Bei Skeletterkrankungen wird in der Regel zuerst eine Röntgenuntersuchung oder Computer-Tomographie (CT)
angefertigt.
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