Nichts für schwache Nerven

Das Gut
Es war schon lange verlassen. Früher einmal war es ein Rittergut gewesen, mit starken dicken Mauern, hohen Räumen, mit einem herrlichen Kaminzimmer und einer weitläufigen Parkanlage. Eine Gräfin hatte dort ihre Sommerresidenz und sie ist sehr alt geworden die Gräfin. Dann machte jemand daraus eine Gestüt . Als der Besitzer von heute auf morgen verschwand , fand sich erst nach Jahren ein alter Graf, der dort seinen Lebensabend verbringen wollte. Er hatte ein kleines Vermögen, mit dem er es sich auf seine alten Tage gut gehen lassen wollte. Auch er war eines Tages nicht mehr da und tauchte auch nicht wieder auf. Die Polizei vermutete, dass seine beiden Söhne ihn ermordet hätten, um an sein Geld zu kommen. Aber es tauchte keine Leiche auf. Die Polizei stand ohne Beweise da. Merkwürdig war, das auch das Vermögen des Grafen nicht auf zu finden war. Die Söhne krempelten im Haus alles um, suchten in jedem Winkel. Auch die alten Pferdeställe und den Dienstbotentrakt ließen sie nicht aus. Aber sie fanden nichts. Als es eines Tages schon spät geworden war, übernachteten die beiden Söhne im Gut und waren am nächsten Morgen verschwunden. Die Nachforschungen der Polizei ergaben nichts und allgemein nahm man an, die Söhne hätten das Vermögen gefunden und wären damit über die nahe holländische Grenze verschwunden. Einige Zeit lief die Fahndung noch, aber nichts kam dabei heraus. Die Ehefrauen versuchten das Gut zu verkaufen, aber es fand sich niemand der das Gut kaufen wollte. So verfiel es langsam, Nachtgetier nahm es in Besitz. Der Park verwilderte, der Graben um das Gut wuchs mit Wasser und Sumpfpflanzen zu. Das verrostete Tor, ließ sich nicht mehr öffnen, die Mauer am Westende des Gutes überwuchert von Efeu, machte die Mauer unüberwindlich. Von der Straße aus gesehen ragte nur noch ein kleiner Turm über das Gestrüpp hinaus. Die Kinder der nahen Stadt, sagten das ist das Dornröschenschloß. Die Eltern aber erzählten sich die schaurigsten Geschichten über das alte Gut und die Kinder machten um das Gemäuer einen Riesenbogen. So geriet es langsam in Vergessenheit, bis eines Tages eine Abrissfirma mit schwerem Gerät auftauchte, um das Gut dem Erdboden gleich zu machen. Vor dem Tor, standen sie nun und der Bauleiter, ein ungeschlachter grober Mann rief seinen Arbeitern zu: " Macht schon , fahrt einfach mit der Raupe durch das Tor, werden den alten Geistern in dem Spukschloss schon Beine machen!" Hätte er gewusst, was ihn und seine Leute erwartete, sie hätten schreiend das Weite gesucht . Ende des ersten Teils
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Das Gut 2
Der Mann auf de Raupe beschlich ein ungutes Gefühl, aber er wollte nicht als Weichei dastehen vor seinen Kollegen . Röhrend startete der Motor der Raupe. Langsam fuhr sie an , auf das Tor zu und walzte es nieder. Die alte Holzbrücke über den Graben ächzte und stöhnte unter dem Gewicht der schweren Maschine. Das sie überhaupt noch hielt nach all den Jahren, zeugte von einer guten Holzsorte und einer robusten Bauweise. Die Arbeiter kamen nacheinander auf das Grundstück und nun sahen Menschen zum erst einmal nach vielen Jahren das Gemäuer in voller Größe und Scheußlichkeit. Düster und abweisend stellte sich das Gut den Männern entgegen. Der Vorarbeiter aber, trieb die Männer an und brüllte: " Macht schon, ihr werdet nicht fürs schlafen bezahlt. Wir gehen erst einmal rein und schauen nach, was alles noch zu gebrauchen ist." Zögernd folgten ihm die Arbeiter durch die große Eingangstür und es es hätte sie schon stutzig machen müssen, dass die Türe völlig geräuschlos und leicht zu öffnen war.Der Vorarbeiter trampelte wie ein unsensibles Walross in den Empfangsraum, gefolgt von seinen zögerlichen Mitarbeitern. Die Arbeiter sahen sich unbehaglich um. Sie standen in einer Halle von der rechts ein Durchgang zum Kaminzimmer führte. An der Wand rechts vom Durchgang hing das düstere Bild eines Vorfahren der alten Gräfin. Links davon führte eine Treppe in den ersten Stock. Geradeaus hing ein überdimensionaler großer Spiegel mit geschmacklosem kitschigen Goldrahmen. Er hatte so viele Schnörkel, als das es echtes Gold hätte sein können, oder doch ? Immer noch war dem Vorarbeiter nicht klar, dass hier etwas nicht stimmen konnte, denn die Räume waren sauber und ordentlich aufgeräumt. Auf den schweren Gardinen lag nicht ein Stäubchen und nicht eine Spinnwebe schmückte die Ecken der Räume. Lediglich ein eigenartiger Geruch lag in der Luft. Es roch nach ..ja, es roch nach Veilchen. Der Vorarbeiter ging näher an den Spiegel heran, schaute hinein und zeigte seine schlecht gepflegten Zähne, in deren Zwischenräumen noch Reste des Frühstückes zu bewundern waren. Er drehte sich um, grinste seine Mitarbeiter an und sagte: "Nun macht schon, verteilt euch und schaut nach, was noch zu gebrauchen ist. Die Stadt will das brauchbare Zeug versteigern. Da sich das alte Gemäuer nicht verkaufen lässt, soll wenigstens das Inventar noch etwas Geld einbringen." Einer der Arbeiter wagte zu sagen: " Boss, schau dich doch mal um, ist es nicht eigenartig das hier kein Stab liegt, es sieht aus als wohne hier jemand." Der Vorarbeiter, schaute sich um und sagte: " Jetzt wo du es sagst. Stimmt, aber was soll es, wir sind hier um das raus zu holen , was noch etwas Wert hat und dann reißen wir den Bunker ab, basta." Die Arbeiter, immer zwei, verteilten sich im Hauptgebäude . Sie trugen alles was einigermaßen noch einen Wert darstellte in die Empfangshalle. Das mittlerweile schon zwei der Arbeiter nicht mehr da waren, fiel nicht auf. Noch nicht. Das es Augen gab, die jede Handlung der Arbeiter verfolgte , ahnten sie nicht. Der Urahn , dessen Bild im Eingangsbereich hing, hatte lebendige Augen. Im Spiegel schaute eine Schattengestalt genau hin, was in der Halle geschah. Auf dem ersten Treppenabsatz zeugte ein feiner Nebel, kaum sichtbar, von der Anwesenheit eines Geistes. Die Arbeiter merkten auch erst einmal nicht, dass immer wenn sie ein Teil in die Halle gebracht hatten , ein Teil von dem was da schon lag, einfach verschwand und wieder am ursprünglichen Ort wieder erschien. Dann fiel es einem Arbeiter doch auf, er sagte: " He Boss, kann es sein das es hier doch spukt? Wir schleppen und schleppen Klamotten hier herunter und der Haufen wird nicht größer. " Der Vorarbeiter schaute, bekam große Augen und meinte: " Kann doch gar nicht sein, du spinnst doch." Im selben Augenblick stellten zwei Arbeiter eine kleinere Eichentruhe zu den übrigen Sachen und dann trauten sie ihren Augen nicht. Die schwere Schmiede eiserne Garderobe verschwand vor ihren Augen und hing im gleichen Augenblick wieder gleich neben der Haustüre im Übergangsflur.
Fortsetzung folgt
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Das Gut 3
Der Vorarbeiter nahm seinen Sicherheitshelm ab und warf ihn auf die Erde: " So ein Dreck, verdammt , da schleppen wir die ganze Zeit den Kram hierher und dann so was." Er schaute sich um und sein Blick fiel auf das Bild des Urahnen. " Da, da schaut einmal , seht hin, der schaut uns an, ja der grinst sogar.," rief er . Die Köpfe der Arbeiter flogen herum und jeder sah auf das Bild. Aber sie sahen nichts außergewöhnliches, außer das das Bild noch bedrohlicher wirkte. Der Vorarbeiter rief seine Leute zusammen, wobei gleich auffiel, dass zwei Arbeiter dem Ruf nicht gefolgt waren. Sie wurden gerufen, keine Antwort. Der Vorarbeiter sagte bedrückt: " Los raus hier, das geht nicht mit rechten Dingen zu. " Alle Arbeiter wandten sich der Türe zu und machten einen Schritt darauf zu, als diese mit einem Knall zuflog, die Riegel legten sich vor und schlagartig wurde es dämmrig in der Halle. Die schweren Vorhänge hatten sich zugezogen und der Duft nach Veilchen verstärkte sich, legte sich schwer auf die Lungen der Arbeiter. Gehetzt sahen die Arbeiter sich um und als sie auf das Bild des Urahn sahen, stellten sie fest, der Rahmen war leer. Der Urahn hatte das Bild anscheinend verlassen. Ein Arbeiter brach schluchzend zusammen. Er setzte sich auf die kalten Bodensteine, legte seinen Kopf in die Armbeugen. Seine Schultern zuckten. Der Vorarbeiter ging zu ihm hin, packte ihn am Kragen und zog ihn hoch: " Heule nicht du Memme, wir müssen hier raus, also überlegt wie wir das bewerkstelligen können." Er nahm den schweren englischen Ledersessel, der ihm am nächsten stand und wollte damit ein Fenster einwerfen, aber der Sessel, mit viel Schwung geworfen, bremste ab und schwebte ganz langsam zu Boden. Kaum stand der Sessel auf dem Boden, als von der Treppe her schwere Schritte zu hören waren, die herab kamen. Alle Blicke richteten sich auf die Treppe, die Schritte kamen näher, aber keine Gestalt war zu sehen. Am Ende der Treppe hörten die Schritte auf und plötzlich fasste sich der Vorarbeiter an die Kehle, lief rot an und schwebte zwei Fuß breit über dem Boden. Mit aufgerissenen Augen starrten die Arbeiter auf das Geschehen, unfähig einen Finger zu rühren. Sie sahen in das Gesicht ihres Vorarbeiters, der mit rasender Geschwindigkeit alterte. Es vergingen vielleicht drei Minuten, als in dem Overall des Vorarbeiters nur noch sein Skelett steckte und das dann klappernd zu Boden fiel. Auf dem Boden liegend, lösten sich die Knochen und Overall auf. Nichts deutete mehr darauf hin, das es einmal an der Stelle einen Vorarbeiter gegeben hatte. Die Arbeiter schien wild durcheinander. Plötzlich öffneten sich die Vorhänge und auch die Riegel der Türe lösten sich. Panisch verließen die Arbeiter das Haus. Rannten auf das Tor zu und wollten hinaus. Aber sie kamen nicht bis an das Tor, eine unsichtbare Wand hielt sie zurück. Irre vor Angst trommelten sie mit ihren schwieligen Fäusten gegen eine Unsichtbare Kraft. Erst jetzt bemerkten sie die Dämmerung die lähmend herauf zog und ihnen jede Hoffnung nahm, das Gelände lebend zu verlassen.
Fortsetzung folgt
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Das Gut 4
Der Morgen dämmerte und jagte die Nacht davon. Über dem Gut lag der Schimmer des beginnenden Morgens, wie ein Schleier. Nichts deutete auf das Drama hin, welches in der Nacht hier seinen Anfang genommen hatte und dessen Ende ungewiss blieb. Das Tor, war wieder da wo es hingehörte, geschlossen, verrostet und geöffnet werden konnte es auch nicht. Einzig und allein die schweren Maschinen standen vor dem Tor , so als warteten sie auf die Männer, die sie her gefahren hatten. Aber die Männer würden nicht kommen. An diesem Morgen liefen die Telefone heiß, besorgte Ehefrauen riefen auf der Abrissfirma an und fragten nach ihren Männern. Schließlich machte sich der Boss der Firma auf den Weg um nach seinen Mitarbeitern zu sehen. Er fand die Maschinen, aber von seinen Männern, keine Spur. Er rappelte am Tor, versuchte es zu öffnen, aber es wackelte nicht einmal. Durch die Eisenstäbe versuchte er zu sehen was sich hinter dem Tor tat. Aber es war nichts zu sehen. Die große Eingangstür war geschlossen, die blinden Fenster geschlossen. Die ehemals weiß gestrichene Fassade war abgeblättert , wies an einigen Stellen Löcher im Putz auf und gab den Blick auf den Mauerstein frei. Unverrichteter Dinge musste der Leiter der Firma wieder abziehen. Er stieg in seinen Mercedes, lies die Maschine an und fuhr in die Stadt. Auf dem Polizeirevier, waren schon die Ehefrauen der Arbeiter versammelt und alle redeten durcheinander. Acht Männer wurden vermisst, sechs Ehefrauen waren im Revier. Zwei der Arbeiter waren aus Russland und hatten hier keine Angehörigen. Ein älterer und ein jüngerer Beamte nahmen die Vermisstenanzeigen auf, denn wenn acht Männer gleichzeitig verschwanden, dann sicher nicht deshalb, weil sie sich absetzen wollten um im Ausland zu verschwinden. Die Polizisten forderten Verstärkung aus der Kreisstadt an, eine Sonderkommission wurde eingerichtet. Die Leitung hatte ein älterer erfahrener Beamte von mittlerer Statur, einem runden, gutmütigem Gesicht, dem man nicht ansah, wie resolut er sein konnte. Die Einsatzbesprechung ergab, dass sich die Beamten vor Ort ein Bild machen wollten. Sie bestiegen die drei Einsatzwagen und fuhren zum Gut, da wo die Arbeiter zuletzt gewesen waren. Dreizehn Männer standen dann doch irgendwie ratlos vor dem Tor. Einer bestieg die Raupe und sagte: " Macht mal Platz, ich fahre mit der Raupe durch das Tor und dann werden wir sehen , was da los ist. " Er ließ die Maschine an, gab Gas und walzte das Tor nieder, so wie der Arbeiter am Tag zuvor. Die Polizisten betraten das Gelände und allen war nicht wohl in ihrer Haut. Mittlerweile waren auch einige Schaulustige eingetroffen, denn in der kleinen Stadt, blieb nichts lange geheim. Die blieben aber vorsorglich vor dem am Boden liegenden Tor stehen und sahen mit gemischten Gefühlen den Beamten zu, die langsam auf das Haupthaus zugingen. Gesprochen wurde kein Wort. Der Einsatzleiter gab Handzeichen und dirigierte damit die Beamten. Zwei sollten die rechts vom Hauthaus liegenden Stallungen durchsuchen und zwei, die dahinter liegenden Gesindehäuser. Ein Uhren Vergleich und dann sagte der Einsatzleiter: " In einer halben Stunde treffen wir uns wieder hier zur Lagenbesprechung. Wir halten jedenfalls Sprechkontakt über Funk. Wenn etwas außergewöhnlich erscheint, sofort Meldung an mich. " Die Beamten verteilten sich und gingen vorsichtig in die angegebenen Richtungen zu ihren Einsatzorten. Der Einsatzleiter betrat mit vier seiner Beamten das Haupthaus. Ihm fiel sofort auf, das hier etwas nicht stimmen konnte. Ein knacken in seinem Sprechfunkgerät lenkte ihn ab und dann gefror ihnen das Blut in den Adern. Ein Schrei, lang gezogen, klagend, abrupt abbrechend, ertönte aus dem Sprechfunkgerät. Danach atemlose erdrückende Stille.
Fortsetzung folgt
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Das Gut 5
Wie angewurzelt standen die Männer in der Eingangshalle. Von draußen rief eine Stimme: " Kommt her, schnell hierher." Einer der Beamten, der mit einem Kollegen bei den Ställen eingeteilt war, kam panisch auf den Einsatzleiter zu gerannt und schrie: " Harald, Harald ist tot, er ist tot." Dabei fasste er dem Einsatzleiter am Arm und zog ihn mit sich fort. Der schüttelte die Hand ab und rannte los. " Mitkommen," brüllte er und die Beamten liefen hinter ihm her zu den Ställen. Im Mittelgang des halb verfallen Pferdestalles lag der Beamte, oder besser das, was von ihm übrig war. Sein Gesicht, war als solches nicht mehr zu erkennen. Eine einzige blutige Masse, genau wie der Rest seines Körpers. Angewidert drehten sich seine Kollegen um. Zwei mussten sich übergeben und rannten hinaus. Der Einsatzleiter , leichenblass geworden flüsterte: " Raus hier Jungs, raus hier, schnell. Alle vor das Tor. Sofort raus, raus!" Der Einsatzleiter schoss noch schnell ein Foto von der Leiche und dann rannte auch er, so schnell ihn seine Füße tragen konnten vor das Tor. " Alle da?" fragte er. Die Beamten sahen sich um und einer sagte: " Nein, Hans und Bernd fehlen noch." Der Einsatzleiter nahm sein Sprechfunkgerät und rief hinein: " Hans, Bernd meldet euch." Sie lauschten, aber nur ein Knacken kam aus dem Gerät. Hans und Bernd meldeten sich nicht. Die Beamten sahen sich an und schauten zum Gesindehaus, in dem die beiden sein mussten. Das Haus schien dunkler zu werden. Wie ein schwarzer Schleier legte sich Dunkelheit über das Gesindehaus. Plötzlich teilte sich die Finsternis und die beiden Beamten traten hervor. Ihre Augen waren starr auf die Menschen vor dem Tor gerichtet. Tote Gesichter, mit toten Augen. Die Beiden blieben stehen, sie hoben die rechte Hand und...................! Der Einsatzleiter brüllte: " Deckung !" Er warf sich zu Boden und seine Leute reagierten fast im gleichen Augenblick. Schüsse zerrissen den Morgen. Die Schaulustigen rannten davon. Ein Wunder das niemand getroffen wurde von ihnen. Die am Boden liegenden Beamten schossen zurück, auf ihre Kameraden, auf ihre Kollegen. Ein Beamte schoss so lange, bis seine Pistole keine Kugeln mehr hatte und immer weiter drückte er ab......klick klick klick klick.....................! Die beiden Beamten, die vom Gelände des Gutes auf ihre Kollegen geschossen hatten, standen immer noch auf den Beinen, obwohl von vielen Kugeln getroffen. Ungläubig schauten die Beamten hinüber und dann trauten sie ihren Augen nicht, die Kollegen lösten sich auf. Sie verschwanden einfach. Das war auch für den abgebrühtesten Polizisten zu viel. Sie rannten zu den Einsatzwagen, starteten. Im Rückspiegel sahen sie noch, wie sich das Tor hob und wieder in den Angeln hing und sich ganz langsam schloss. Fortsetzung folgt
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Das Gut 6
In der Einsatzzentrale saßen die Beamten schweigend zusammen. Zu tief saß der Schock. Ein Polizist durchbrach das Schweigen und sagte: " Da herrscht das Böse, da leben die Geister der Vergangenheit. Unser Kollege, der im Pferdestall den Tod fand, hatte immer Angst davor einmal irgendwo blutüberströmt zu liegen. Es hat sich bewahrheitet. Die beiden anderen Kollegen, hatten immer Angst davor, unabsichtlich von den eigenen Leuten bei einem Einsatz erschossen zu werden. Wir haben auf sie geschossen." Weitere Nachforschungen ergaben, das der Vorarbeiter Angst davor hatte keine Luft mehr zu bekommen. So hatte jeder einzelne der verschwunden war, Angst vor irgendetwas, was zu ihrem Tod hätte führen können. Es wurde eine Wache aufgestellt vor dem Tor des Gutes. Niemand sollte das Gelände mehr betreten. Es wurde in Betracht gezogen, aus der Luft eine Bombe auf das Haus zu werfen um es dem Erdboden gleich zu machen. Dann eines Tages geschah etwas unerwartetes. Zwei Kinder krochen durch das Tor, um auf dem Gelände zu spielen. Kinder die vor nichts Angst hatten , weil beide Kinder noch nicht alt genug waren um Angst vor irgendetwas zu haben. Sie waren aus der Kindergartengruppe, auf einem Ausflug ausgerückt und die Wache hatte nicht aufgepasst. Die beiden Kinder, beide drei Jahre alt liefen Hand in Hand auf das Gebäude zu. Die Türe zum Empfang ging von allein auf und die Kinder verschwanden im Inneren des Hauses. Im gleichen Augenblick ging eine Verwandlung mit dem Gut vor. Es zerfiel zusehends. Es war nicht mehr dunkel, nicht mehr bedrohlich. Ja es wirkte fast freundlich. Aus seinem Inneren hörte man Kinderlachen. Der Beamte der Wache halten sollte hatte seine Kollegen informiert und drei Mannschaftswagen , die Feuerwehr und viele Schaulustige versammelten sich vor dem Tor. Sie hörten die Kinder lachen. Das schmiede eiserne Tor ging auf und die Beamten gingen auf das Haus zu. Niemand hatte mehr ein mulmiges Gefühl, ja sie waren versessen darauf in das Haus zu kommen um mit den Kindern zu lachen. Dann sahen sie die Kinder. Sie spielten mit den verschwundenen Personen. Sie saßen in der Mitte der Empfangshalle, sangen lachten und tanzten. Der Vorarbeiter mit seinen Männern, die Polizisten und alle waren mehr als lebendig. Das Bild des Urahn war nicht mehr düster, er schien zu lächeln. Im Spiegel war keine Gestalt mehr zu sehen und auch auf der Treppe, kein leichter Nebel. Auch der Geruch nach Veilchen war nicht mehr da. Als sie nun das Gut durchsuchten, fanden sie die Leichen des alten Grafen und seiner Söhne. Alle drei lagen hinter einer Geheimtüre, die niemand vorher entdeckt hatte. Sie hatten sich selber eingesperrt, hatten den Riegel nicht gefunden, der es ihnen erlaubt hätte das Gefängnis zu verlassen. Man fand auch das Vermögen des alten Grafen, er hielt die Schatulle noch umklammert. Darin , wertloses Geld. Zeitlebens hatten die Herren Grafen Angst gehabt eingesperrt und dann vergessen zu werden. Erst die Kinder, die keine Angst hatten vor dem Tod, weil sie noch keine Erfahrungen mit ihm gemacht hatten und mit dem Begriff Tod nichts anfangen konnten, erst sie brachen den Bann des alten Gutes. Die Arbeiter und Polizisten aber , die wieder lebten, hatten keine Erinnerung mehr an diese Erlebnisse. Das Gut wurde von der Stadt verkauft und der Erlös ging an ein Kinderheim im Ort. Jetzt erstrahlt das Gut im neuen Glanz und niemand will sich mehr an die alten Geister erinnern. Glück und Leben war zurückgekommen in das alte Gutshaus.
Ende