Nicht für schwache Nerven

Außerhalb 

 

 

Der Raum war dunkel in dem er sich befand. Sein Körper war nackt und mit einem weißen Laken zugedeckt. An seiner rechten Großzehe befand sich ein Zettel mit seinem Namen. Jim Green stand da in gut leserlichen Druckbuchstaben. Er durfte doch nichts mehr fühlen, aber es war ihm, als stünde er neben seinem Körper, der tot auf dieser Bahre lag und darauf wartete eingeäschert zu werden. Er hatte gesehen, wie sie seinen Körper aus dem brennenden Autowrack gezogen hatten , wie sie bemüht waren ihn wieder zu beleben, um dann doch aufzugeben. Dabei hatte er einmal gelesen, dass beim Eintritt in den Tod, man einen Tunnel sehen würde an dessen Ende ein helles warmes Licht sei. Nichts von dem hatte er gesehen, er stand einfach daneben und sah zu, wie sie ihn in eine Zinkwanne legten. Vor Jahren hatte er schon Testamentarisch verfügt das sein Körper eingeäschert werden sollte. Sein Vermögen sollte seine Frau bekommen und die Kinder. Kurz vor seinem Tod hatte er das Testament noch geändert und das Vermögen seiner Familie vermacht, seinen Bruder hatte er gestrichen. Er bekam nichts. Jim war dahinter gekommen, dass sein Bruder in krumme Geschäfte involviert war, dass er mit Drogen handelte und sogar so skrupellos war, Drogen auch an Schulen zu verkaufen. Er hatte ihn zur Rede gestellt und ihm gedroht die Polizei ein zu schalten, wenn er es nicht unterlassen würde kriminell zu sein. John hatte geschworen sich von seiner kriminellen Vergangenheit zu verabschieden. Aber das hatte er nicht gehalten und das sein Bruder seinen Wagen manipuliert hatte wusste er, nur woher er das wusste das war ihm nicht bewusst. Zuerst musste er verhindern das sie seinen Körper einäschern würden, denn er wusste nicht, ob es nicht doch möglich war in seinen Körper zurück zu kehren. Aber wie. Zuerst versuchte er nachzusehen was draußen vor sich ging, denn er hörte vor der Türe Leute die miteinander redeten. Seine Hand fasste die Türklinke, aber er fuhr hindurch. Klar, er hatte keinen Körper und konnte somit durch Materialien hindurchgehen. Der Versuch gelang sofort und er stand hinter seinem Bruder, der Jims Frau im Arm hielt und beruhigend auf sie ein sprach. Das machte ihn wütend. Er konzentrierte sich und eine geballte Ladung Wut knallte gegen Johns Hinterteil und gab ihm einen regelrechten Schub nach vorn. Er flog gegen die gegenüberliegende Wand . Der kalte Flur der Pathologie lag lang und schlecht beleuchtet vor Jim . Gerade rappelte sich sein Bruder John wieder an der Wand hoch, an der er herunter gerutscht war. Der Pathologe half ihm beim aufstehen und meinte: " Also ehrlich so stolpern das geht doch gar nicht. Es sah gerade so aus als hätte ihnen jemand in den Hintern getreten." John schaute betreten drein und flüsterte: " Es sah nicht nur so aus, es hat mich jemand getreten, nur wer, denn hinter mir stand doch niemand." Der Arzt und Jims Frau sahen sich ungläubig an und Mary , Jims Frau sagte: " John, das kann doch nicht sein, sicher bist du falsch aufgetreten und ins Stolpern gekommen." John ließ es dabei und stellte sich wieder neben Jims Frau. Nahm zärtlich ihren Arm und sagte: Nimm es dir nicht so zu Herzen Mary, das Leben geht weiter und in mir hast du einen zuverlässigen Freund." Wieder traf ihn ein Stoß, mit einer solchen Wucht, dass er mit dem Kopf gegen die Wand flog. Eine klaffende Platzwunde bildete sich über seiner rechten Augenbraue, die sehr stark blutete. John schrie auf, sah sich gehetzt um und rannte den Flur entlang . raus aus dem Gebäude und immer wieder trafen ihn leichte Stöße,die ihn vorwärts trieben. Ganz unvermittelt hörten die Stöße auf und John fand sich auf dem Parkplatz vor der Klinik wieder, genau vor seinem Wagen. Verstört sah John sich um. Plötzlich öffnete sich die Motorhaube seines Wagens und wie von Geisterhand löste sich der Bremsschlauch. Bremsflüssigkeit floss auf den Boden und John stierte mit rot unterlaufenden Augen auf das Geschehen. Er knallte die Motorhaube zu, setzte sich in den Wagen, startete und fuhr mit quietschenden Reifen aus der Parklücke, rauf auf die Straße. Er fuhr wie ein Wilder. Nicht einmal machte er den Versuch zu bremsen. Das er heil durch die Stadt gekommen war, raus auf die Landstraße war schon ein Wunder. John fuhr, sein Gesicht war gerötet und dann sah er in den Rückspiegel. Dort lachte ihn sein Bruder Jim an . John verriss das Steuer, auf der gesamten Länge der Landstraße stand nur ein einziger dicker Baum. Die Polizei stellte fest, das der Mann am Steuer wohl eingeschlafen sein musste, denn sein Auto war in einem einwandfreien technischen Zustand. Jim und John standen nebeneinander vor dem zerstörten Wagen und John bat seinen Bruder um Vergebung, dafür das er ihn getötet hatte. Doch es war zu spät, dunkle Gestalten wuchsen aus dem Boden , umringten John und zogen ihn in die Tiefe. Jim aber war im gleichen Augenblick wieder in der Pathologie, wo sein Körper gerade in einen Wagen geladen wurde , für die Fahrt in ein Krematorium. Seine Frau Mary fuhr mit einem Taxi nach Hause zu den Kindern. Morgen würde die Trauerfeuer sein und dann hieß es Abschied nehmen für immer. Mary wusste nicht wie sie die Nacht verbracht hatte. Zwischen Wachen und Schlafen, hatte sie das Gefühl. Jim sei bei ihr. Die Trauerfeuer fand im Krematorium statt, die weißen Nelken auf dem Eichensarg, verströmten einen schweren Duft. Mary hatte ein schwarzes Kostüm an mit einem winzigen Hütchen, dessen Schleier die obere Hälfte ihres Gesichtes verbarg. Tränen rannen über ihre Wangen und neben ihr standen ihre Kinder, Wanda und Bruce, die Zwillinge. Sie waren noch zu klein um ganz zu begreifen, das sie ihren Vater nicht wiedersehen würden. Jims Geist stand hinter seiner Frau und den Kindern und starrte auf den Sarg. Die Worte des Pfarrers hörte er nicht. Seine Konzentration richtete sich auf den Sargdeckel und er hatte Erfolg. Erst wackelte der gesamte Sarg und dann flog der Deckel mit einem lauten Knall herunter. Die Menschen die sich versammelt hatten zum letzten Gedenken und Abschied zu nehmen, sprangen auf von ihren Sitzen und starrten ungläubig auf dem Sarg. Mary aber ging auf den Sarg zu und sagte: "Jim, geh in das Licht, dein Körper ist zu sehr zerstört, niemals wieder würdest du auf deinen Beinen stehen können. Nie wieder mit den Kindern laufen und spielen können. Du wärst nicht mehr der Selbe, denn auch dein Kopf ...............schau ihn dir an. Geh in das Licht, ich werde traurig sein, dich nie vergessen, aber ich muss da sein für unsere Kinder, in denen du weiterlebst. Geh Jim, alles ist getan, alles ist gesagt, ich gebe dich frei." Da hob sich der Deckel des Sarges vom Boden, schwebte über den Sarg und leise schloss er sich wieder. Die Wand öffnete sich und der Sarg fuhr hinein . Die Wand schloss sich wieder. Mary und die Kinder schauten auf die Wand und ein Hauch von Frieden wehte durch den Raum.

 

Ende

Die Krawatte

 

 

Sie hing schon lange in dem Laden für Herrenoberbekleidung. Unscheinbar und ein wenig ausgebleicht von der Sonne, fristete sie ein trostloses Dasein. Sie war mindestens so alt wie der Ladenbesitzer , Herr Daniel Samson der schon um die neunzig Jahre zählte. Sein Geschäft ging nicht gut. Kaum jemand verirrte sich in die kleine, dunkle Seitenstraße. Die Straßenlaterne an der Ecke spendete ein gelbliches, verwaschenes Licht. Wenn Herr Samson das Geschäft am Abend gegen einundzwanzig Uhr verließ, die quietschende Ladentüre aus gebrochenem Sicherheitsglas, abschloß, dann lag die Krawatte wie schon seit Jahren im Schaufenster mit Blick in eine dunkle Gasse. In dieser Nacht war alles etwas anders. Kaum hatte Herr Samson den Lichtkegel an der Straßenecke durchquert und war nicht mehr zu sehen, als sich eine dunkle Gestalt aus der gegenüberliegenden Toreinfahrt löste und auf das Herrenbekleidungsgeschäft zu ging. Vorsichtig sag sich der dunkel gekleidete Mann um. Er hatte die Kapuze seines Shirts tief in die Stirn gezogen und die dunkelblaue Jeans, zeigte verwaschene Flecken. Vorsichtig untersuchte er die Haltbarkeit der Ladentüre. Er stemmte sich dagegen und sie hatte ihm nicht viel entgegen zu setzen. Ein schneller Schub mit der Schulter und die Ladentüre flog nach innen auf. Witternd streckte der Mann seine Nase in den Laden, der Geruch von Jahrzente alten Staub reizte seine Schleimhäute. Er unterdrückte ein Niesen und betrat nun das Geschäft endgültig, während er versuchte die Türe leise zu schließen. Sie gab ein quietschendes Geräusch von sich und fiel dann geräuschvoll ins Schloss. Der schwarz gekleidete Mann erschrak , drehte sich um, wollte die Türe wieder öffnen, sah aber nach kurzer Zeit, dass das nicht ging. Er zerrte an der Klinke, fluchte, wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn und achtete nicht mehr darauf , dass sein gesiecht nicht mehr von der Kapuze bedeckt war. Es war ein noch junger Mann. Vielleicht gerade achtzehn Jahre alt , hatte aber schon eine lange Karriere auf der schiefen Bahn hinter sich. Sein Gesicht war ein hübsches Gesicht, eine hohe Stirn, eine gerade Nase, ein schmaler markanter Mund und schwarze Augen, die in einem seltsamen Kontrast zu seinen blonden Haaren standen.Er stand mit dem Rücken zum Verkaufsraum. Plötzlich hörte er hinter sich ein Geräusch, aber bevor er sich umdrehen konnte, legte sich etwas weiches dünnes um seinen Hals. Er brachte es dennoch fertig sich halb um zu drehen und aus den Augenwinkeln sag er in das starre Gesicht einer Schaufensterpuppe, die schon so lange es den Laden gab rechts hinten in einer Ecke gestanden hatte. Dann schwanden ihm die Sinne. Am anderen Morgen öffnete Herr Samson, wie jeden Morgen um acht Uhr seinen Laden. Hinter der Türe lag die Leiche eines schwarz gekleideten jungen Mannes . Um seinem Hals lag die Krawatte aus dem Schaufenster und die Schaufensterpuppe lag auf ihm.

Ende

Die Rache

 

 

Um den Job in der Pathologie, hatte er sich weis Gott nicht gerissen, aber nach drei Jähriger Arbeitslosigkeit hatte er ihn angenommen diesen Job. Schlecht bezahlt wurde er auch nicht, nur die Arbeitszeit, die hätte eine Andere sein können. Er arbeitete von 18:00 Uhr, bis 23:00Uhr und hatte dann Feierabend. Schlecht war sie auch nicht wirklich die Arbeitszeit, es störte ihn nur, dass er um diese Zeit allein im Keller der Uniklinik war. Er hatte die Aufgabe, die Pathologie aufzuräumen, und das was die Studenten liegen gelassen hatten zu entsorgen. Sein Vorgänger hatte nicht lange durchgehalten denn die Studenten,, da waren ein paar ekelhaft Exemplare darunter, die diverse Leichenteile liegen ließen. Sie wussten , dass sie das nicht durften und das ihr Professor Wert darauf legte, dass mit den Toten respektvoll umgegangen wurde. Doch einige der Studenten meinten es sei witzig , ein entnommenes Gehirn an der Decke aufzuhängen, in Augenhöhe, direkt hinter einem Pfeiler und wenn er um die Ecke bog, genau mit der Nase daran stieß. Sie nannten ihn den Sklaven, weil er nie etwas sagte, sondern immer so tat, als sei nichts geschehen. Nun eines Tages war der Sklave verschwunden, er kam nicht mehr zum Dienst und Nachfragen ergaben, dass er auch in seiner Wohnung nicht zurückgekommen war. Er war und blieb verschwunden. Nun war er da, der neue Sklave, der eigentlich Werner hieß und ein Gemüt hatte wie ein Fleischerhund. Beim ersten Streich, den die Studenten ihm spielten, sie hatten ein Herz auf einen Teller gelegt , ein Glas Sekt daneben gestellt und einen Zettel dazugelegt mit lass es dir schmecken Sklave dazu gelegt. Sinnigerweise hatten sie den Teller auch noch mit einer Speiseglocken zugedeckt. Als Werner zum Dienst kam sah er den Teller und meinte noch, dass es nett von den Studenten sei, ihm etwas zum Essen hinzustellen. Als er die Speiseglocken anhob wäre ihm beinahe schlecht geworden. Diese Ekelhaften Biester. Sicher hatten sie auch noch irgendwo eine Webcam versteckt und lachten sich halb tot. Er nahm sich vor, nie wieder einen Schrecken zu zeigen und versah seine Arbeit mit gleich bleibender Sturheit. Die Studenten hörten bald auf ihm Streiche zu spielen , denn es machte keinen Spaß, nur zu sehen, dass er gleichgültig alles wegräumte und ansonsten keinerlei Regung zeigte. Eines Tages wurde die Leiche eines alten Mannes gebracht und die Studenten sollten am nächsten Tag eine Obduktion an ihm vornehmen, unter der Aufsicht des Professors der Pathologie. Werner kam zum Dienst und nahm die Mütze ab, beim Anblick des Toten., neigte den Kopf und sprach ein kurzes Gebet. Da schlug der alte Mann die Augen auf, lächelte ihn an und sagte: " Nicht erschrecken, ich bin zwar tot, aber ich finde einfach keine Ruhe.Ich habe noch etwas unerledigt gelassen als ich starb ." Werner erschrak trotzdem, er stotterte: " Bitte tun sie mir nichts, bitte........bitte!" " Ich tue dir nichts, keine Angst, aber ich muss noch etwas erledigen, bevor ich Ruhe finde. Tue mir den Gefallen, und lass mich für dich hier arbeiten heute Nacht." " Du willst für mich hier arbeiten? Aber das kann ich doch nicht, du sollst morgen obduziert werden," sagte er und im gleichen Moment kam ihm die ganze Sache absurd vor. Er überlegte ernsthaft ob er etwas schlechtes gegessen hatte bevor er zum Dienst kam. aber das war es auch nicht. Der alte Mann blieb und lächelte . " Also gut, bitte mach was du willst, aber was willst du machen?" " Oh es ist besser, du weist das nicht, verschwinde jetzt und zu niemanden ein Wort, mal abgesehen davon, es würde dir sowieso niemand glauben." Werner ging ohne weiter nach zu fragen in den Ruheraum und legte sich hin, nach Hause wollte er auch nicht, seine Frau hätte bestimmt dumme Fragen gestellt, also blieb er in der Klinik. Die Studenten kamen am nächsten Morgen gegen 3:00 Uhr in die Pathologie. Viel zu früh, aber irgendetwas hatte ihnen in der Nacht im Schlaf befohlen in die Pathologie zu kommen. Vor dem Eingang trafen sich sechs junge Männer, die einmal Ärzte werden wollten . Sie gingen wie unter einem zwang in die Pathologie und stellten sich um die Bahre, auf die der alte Mann lag. Jetzt löste sich die Starre, der Zwang und sie sahen sich verständnislos an. Plötzlich setzte sich der alte Mann aufrecht hin und seine Augen hatten die Farbe von glühenden Kohlen. Seine Haut wurde dunkel, fast schwarz und aus seinem Kopf wuchsen zwei gedrehte Hörner. Die Studenten schien, wollten weg rennen, aber sie konnten nicht. Wie angenagelt standen sie da, der Willkür des Monsters ausgesetzt. Er öffnete den Mund und ein heißer Atem entströmte ihm , ein Hauch von Finsternis, Hölle und Verdammnis, schlug ihnen entgegen. " Ihr erkennt mich? Ihr wisst wer ich bin? .......Ja richtig, ich habe hier einmal gearbeitet und ihr habt mich in den Wahnsinn getrieben. Ich habe mir 1000 mal ausgemalt, wie es sein würde euch wieder zu sehen. Ihr alle steht kurz vor eurem dritten Examen, dann wollt ihr Ärzte sein. Nie habt ihr euch respektvoll mit den Leibern der Toten beschäftigt. Witze habt ihr gemacht und ich werde euch strafen. " Am nächsten Morgen, als der Professor die Pathologie betrat, saßen auf den Obduktionstischen sechs mumifizierte alte Männer. Die Suche nach den Studenten, blieb ergebnislos.

Ende

Manchmal ist Neugier nicht gut.

 

Wer kann ihn sich schon leisten, einen Gärtner einen Butler oder sowieso Hauspersonal? Nun Peter Gerber, konnte es, dank dem Erbe, dass ihm ein entfernter Onkel vermacht hatte. Wieso er in den Genuss eines Erbes, von immerhin dreieinhalb Millionen gekommen war, wusste er nicht. Aber es interessierte ihn auch nicht die Bohne. Er genoss es Geld zu haben und vor allem, es ausgeben zu können, ohne darauf achten zu müssen, dass es einmal zu Ende sein würde. Durch die Zinsen der fest angelegten Gelder konnte er sich ein sorgenfreies Luxusleben leisten. Jeden Tag kamen zirka fünfzigtausend muntere Talerchen auf seine Konten, da waren die Steuern schon runter. Der Onkel hatte ein Händchen für Geldanlagen, das musste man ihm lassen. An diesem Morgen, wachte Peter mit einem ausgewachsenen Kater auf. Die Nacht hatte er bis um drei Uhr am Morgen in einer lauschigen Bar verbracht und die Bardamen hatten schnell raus, das da ein Mann mit Geld war, dem das Geld auch noch locker in der Tasche saß. Der Butler kam in das Schlafzimmer, verbeugte sich und näselte: " Was wünschen der gnädige Herr?" " Ach, nun mach doch nicht so einen Wirbel. Mittlerweile müssten sie doch wissen, wie es am Morgen bei mir abläuft. Ein Bad, ein Frühstück und dann sagen sie dem Fahrer, das ich in die Bücherei will. Ich will mir Literatur besorgen über diese Gegend und vor allem über dieses Haus. Der alte Kasten müsste einmal rund erneuert werden. Hier erstickt man ja am Staub der Jahrhunderte," " Damit wäre ihr Herr Onkel aber nicht einverstanden. Er hat immer alles so gelassen , wie es seine Vorfahren vererbt hatten. Außerdem sagen die Analen, es bringt Unglück über den Besitzer des Hauses, wenn es verändert wird," sagte mit warnender Stimme ,Josef der Butler. " Josef, machen sie sich nicht lächerlich, was soll denn Unglück bringen, wenn man eine Wand einreißt, einen Pool einbaut und im Keller einen Partyraum?" Nach Bad und Frühstück bestieg Peter den BMW, dessen Türe von Gerald, seinem Fahrer aufgehalten wurde. " Wohin?" fragte dieser missmutig und mit einem Gähnen hinter vorgehaltener Hand. Müde war er , denn Peter hatte auf das Schlafbedürfnis seines Angestellten nicht die mindeste Rücksicht genommen. Vor der Bar hatte Gerald auf ihn warten müssen . Zwar hatte er im Wagen sitzend ein wenig schlafen können, aber doch nicht so wie in seinem Bett. " In die Bücherei ,Gerald, fahren sie aber langsam, mein Kopf ist immer noch nicht ganz klar." " Sehr wohl," brummte Gerald und wünschte seinen Herrn in die Hölle. Von der Bücherei zurück, gab Peter allen Angestellten frei und vertiefte sich im geräumigen Arbeitszimmer in die mitgebrachte Literatur. Er schlug ein Buch auf, in dem das Haus sehr ausgiebig beschrieben wurde. Wann es erbaut wurde, wer seine Besitzer gewesen waren, nichts besonderes also. Sogar einen Grundriss gab es von dem Haus, den Peter sehr genau studierte. Da er schon überall in dem Haus gewesen war, fiel ihm direkt auf, das da ein Raum eingezeichnet war, den es in dem hier gar nicht gab. Neugierig ging er zu der Stelle, wo angeblich der Raum sein sollte, aber er sah nur eine glatte Wand, ohne eine Unebenheit. Der große Kamin kam ihm heute bedrohlich vor und ein unheimliches Gefühl beschlich ihn. Peter schüttelte den Gedanken ab und suchte weiter. Nichts, gar nichts fand er und gerade wollte er aufgeben, als seine Hand zufällig auf den Kaminsims, an einen vorstehenden Schnörkel stieß. Mit lautem Quietschen wich der Kamin zur Seite und gab den Blick frei, in einen düsteren Raum ohne Fenster. Ein muffiger Geruch kam aus dem Raum, der Mief von Jahrhunderten schien auf einmal frei zu kommen und hüllten Peter in eine Wolke von Vergangenheit. Neugierig geworden holte Peter eine Taschenlampe und betrat vorsichtig das Zimmer. An der rechten Seite, des nicht sehr großen Raumes stand ein Schrank, daneben ein Tisch mit einem Stuhl und an der Stirnseite ein Bett mit einem zugezogenen, undurchsichtigen Vorhang. Der Staub lag Finger dick auf der Einrichtung. Peter sah mit gemischten Gefühlen auf das Bett. Sollte er , oder sollte er nicht hinter diesen Vorhang sehen? Die Neugier siegte. Vorsichtig bewegte er sich auf das Bett zu., als hinter ihm mit einem Krach die Geheimtüre sich schloss. Peter fuhr herum und lief zurück. Suchte vergebens einen Riegel, oder Vorrichtung mit dem sich die Türe wieder öffnen ließ. Er hämmerte mit den Fäusten gegen die Wand und schrie um Hilfe. Bis ihm einfiel, er hatte ja allen Bediensteten frei gegeben. Er hatte nicht mehr das Bedürfnis hinter den Vorhang zu sehen, aber das musste er auch nicht, denn der Vorhang glitt zur Seite und gab den Blich auf das Bett frei. Peter schrie auf. Mitten auf dem Bett, vom Staub bedeckt lag ein Totenschädel und grinste ihn an. Als die Diener am nächsten Morgen zum Dienst erschienen, fand der Butler einen Brief auf dem Bett von Peter Gerber, in dem stand: " Ich will dieses Haus nicht. Meine Nichte Helen soll das Haus bekommen, ich bin verreist für immer." Seltsam nur, er hatte kein Geld mitgenommen, keine Garderobe, nichts. Als Helen das Haus , nach einem Jahr in Besitz nahm, trug sie sich mit Umbaugedanken. Sie fand die Bücher und den Grundriss im großen Arbeitszimmer. Sie studierte ihn sehr gründlich und entdeckte einen Raum , den es hier nicht gab. Sie ging zu dem Kamin..................................!

Ende

 

 

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