stadtschaften


mid:m
Eine ganz normale Stadtstraße in Leipzig-Gohlis heute.
Die Häuser grau und verfallend, die Straße (fast) ohne parkende Autos, so sah es hier zu Zeiten des "Arbeiter- und Bauerenparadieses" aus. Für Mieten, die locker aus der Portokasse zu begleichen waren, konnte keine Werterhaltung durchgeführt werden. Die Perspektive für diese "Altsubstanz", wie die Gebäude genannt wurden, hieß: Abriss! (Zur Endzeit der DDR überwog der Abriss gar den Neubau. Trotz reger Bautätigkeit wuchs die Wohnungsnot!)

"Blühende Landschaften" hatte er uns versprochen, der Altkanzler Dr. Helmut Kohl.
Ich möchte ihn bestätigen, zumindest, was die "Stadtschaften" des Leipziger Stadtteiles Gohlis, im Norden der Stadt betrifft.
Sicher sieht es nicht überall so aus. Wo sich aber Eigeniniative mit Bürgersinn und Geschmack paaren sind solche Ergebnisse weder zufällig noch Einzelbeispiele.
Ich stelle hier nur einen kleinen Teil meines Heimatstadtteiles vor und hoffe, er gefällt Euch so wie mir.

Seht selbst, wie wunderschön alte Gründerzeithäuser aussehen, wenn ihre Achitektur nicht durch das Laub der Bäume verdeckt, ihre wahreSchönheit nicht in der verschmutzten Luft untergeht. Denn so schön, wie diese Straßen sich heute präsentieren, haben sie noch niemals ausgesehen. Einfach deshalb, weil die Häuser zu unterschiedlichen Zeiten entstanden, inzwischen aber der  Industrieruß die etwas älteren Gebäude schon geschwärzt hatte. Die farbige Schönheit neuer Gebäude überlebte früher meist einmal nicht deren erstes Lebensjahrzehnt.
Die moderne Industrieenergieversorgung mit Gas und Elektrizität verschafft uns eine Reinheit der Luft, von der wir das ganze 20.Jahrhundert hindurch nicht einmal zu träumen wagten.  Eines der Ergebnisse dieser wirklichen UMWELTREVOLUTION ist  eben auch die wiedergewonnene Schönheit alter Großstadtstraßen.


Ein Neubau, der sich aber sehr gut in das gründerzeitliche Umfeld einfügt.


Auch der Neubau passt  gut in's Bild der Hauptsraßenbebauung.
Noch vor 10 Jahren befand sich an der Stelle der Hof eines der wenigen die DDR-Zeit überstandenen privaten Kohlenhändler. Wenn da etwas Wind wehte..........


Der Plattenbau wurde zwar auch isoliert, im übrigen aber gelassen wie er war. Fügt sich nicht so gut in's Bild


Erst waren nur wenige Häuser schön gemacht, stachen hervor, jetzt stören die wenigen noch nicht renovieten Gebäude das Bild


Die Feuerwache von 1910 wurde vom Ruß des 20.Jahrhunderts befreit und strahlt nun ihren eigenen Reiz aus.
Im Hintergrund ein Neubau, der geschmackvoll eingefügt wurde-


Das Haus rechts im Bild harrt noch der äußeren Renovierung. Neue Fenster sind schon eingesetzt.


Ein Neubau an der Stelle eines ehemaligen (wild aufgebauten) Garagenhofes, der hier auf einem Trümmergrundstück aus dem 2.Weltkrieg entstanden war.


Alt und neu passen hier doch gut zusammen, oder?


Nur einzelne Häuser harren noch auf ihre Renovierung, oder auf den Abbruch?
Die Bemalung der Erdgeschossgiebelwand ist ein halbwegs sicheres Mittel  gegen Graffitis.

Miethäuser, die wie herrschaftliche Schlösser aussehen:

Zu bemerken wäre noch, dass all' diese wunderschönen Häuser nicht nur äußerlich wiederhergestellt , sondern im Inneren völlig modernisiert, sprich mit neuen Fenstern, moderner Heizung,  WCs und Bad/Duschen ausgerüstet wurden. ( Viele der selbst "herrschaftlich" anmutenden Häuser hatten noch WCs auf halber Treppe, selten Bäder oder gar Duschen in den Wohnungen ) Hinzu kommt, dass durch den Bevölkerungsschwund, den Leipzig nach der Wende erfuhr, ein beständiger Überhang an guten und preiswerten Wohnungen besteht, der verhindert, dass die Modernisierungskosten gar zu schnell über die Mieten wieder "hereingeholt" werden.

Hier noch einige ehemalige "Mietskasernen" im neuen Kleid:

Ein Bau aus den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts in schöner Nachbarschaft  zu etwas älteren Häusern


Wunderschön an einem zum Park gestalteten kleinen Platz


Was man so alles aus der "Altbausubstanz" machen kann..................


Schön gemacht, diese immerhin 80-Jährigen


und diese Gründerzeitvillen sind wohl noch etwas älter


so wie diese Schule (damals schlicht die "59.Grundschule"), die ich von 1948-1950 besuchen durfte. Nun hat sie nicht nur ein neues Kleid, sondern auch einen klangvollen Namen: "F.Schiller-Schule"
 

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