
Wir in den Medien
Meist liegt es am Interesse der Medien und den Vorbereitungen des Veranstalters,
ob, wann und in welcher Form ein Artikel über unsere Auftritte erfolgt.
Bei unserem Konzert im Februar 2009 in der Matthäuskirche zu Okriftel hatten wir
das seltene Glück eine Redakteurin zu erleben, die selbst Musik macht und ein
Klassik-Fan ist.
So entstand der folgende Artikel - lesenswert:

TAUNUS ANZEIGER und Frankfurter Neue Presse und Höchster Kreisblatt
Drei Drehorgeln sind ein ganzes Orchester
Von Susanne Hecker
Okriftel. Eigentlich ist diese Idee ganz nahe liegend. Aber auf so eine Idee muss man erstmal kommen: Drehorgel-Musik in der Kirche. Im vorliegenden Falle sogar drei Drehorgeln, die die Bezeichnung Orchester mit ihrem großen und abwechslungsreichen Klang rechtfertigen. Die evangelische Matthäuskirche in Okriftel war gut gefüllt, als am Sonntagnachmittag Walter Siemes, Volker Wiegmann und Kurt Friese die Kurbeln drehten und mit einer schönen Auswahl an klassischen Ohrwürmern das Publikum entweder in Erstaunen oder sentimentale Erinnerungen versetzte. Für viele Ältere gehört der «Leierkastenmann», wie man ihn früher noch nannte, fest zu ihrer Kinder- und Jugendzeit. Eine Hattersheimerin konnte sich noch gut an den Musikanten erinnern, der musizierend über die Innenhöfe zog und Küchenlieder zum Besten gab, die bei offenem Fenster gerne mitgesungen wurden. Leben konnte man damals davon mehr schlecht als recht.
Im Gegensatz dazu machen Drehorgelmänner heute Musik nur noch aus Leidenschaft. Und noch einen entscheidenden Unterschied gibt es zu damals. Die Drehorgeln bei diesem Orchesterkonzert sind zwar liebevoll restaurierte Originale, aber es gibt keine Walzen und keine gestanzten Melodieblätter mehr. Die Noten, erklärte Kurt Friese, kommen aus einem Computerspeicher, der circa 1500 Titel abrufbar macht. Auch wenn man nicht alle 1500 würde spielen wollen, erzählt er weiter, müsste man mit einem Lastwagen vorfahren, der die nötigen Walzen geladen hat. Die alte Technik ist eben viel zu umständlich und zu teuer. Damit alle drei Orgeln auch wirklich punktgenau zusammenspielen können, sind sie mit einem Kabel verbunden. Die gespielten Orchestersätze werden durch den Hauptcomputer auf die bis zu 16 Instrumente pro Orgel verteilt. Das klangliche Ergebnis konnte sich wahrlich hören und sehen lassen. Interessierte Zuhörer hatten in der Pause Gelegenheit, die Drehorgeln einmal genauer in Augenschein zu nehmen und Fragen zu stellen. Ein Angebot, von dem die Besucher rege Gebrauch machten. So beeindruckend die moderne Technik im alten Gewand ist, sie hat ihre Tücken. Ob es nun am Krifteler Klima gelegen hat, konnte Friese nur mit einem Augenzwinkern vermuten, jedenfalls stürzte den drei Musikern mehrfach die Elektronik ab. Solche Dinge passieren eben live. Aber der wahre Könner zeigt sich in der Improvisation. Während das System neu startete, versorgte Kurt Friese das aufmerksame Publikum mit interessanten Hintergrundinformationen.
Bei Carmen, Figaro’s Hochzeit, der Elisabeth Serenade, Feuerwerksmusik und anderen klangvollen Stücken waren diese kleinen technischen Schwierigkeiten jedoch schnell vergessen. Der Applaus war herzlich und wohl verdient. Für die Weihnachtszeit ist eine Wiederholung dieses Auftritts geplant.
Der nachstehende Artikel erreichte mich per EMail:
Klassisches Kirchenkonzert im Wechsel mit der Dreymann-Orgel
Saalkirche Ingelheim, 22.01.2010, 19:30 Uhr
Klassik mit 254 Pfeifen auf 12 Rädern
INGELHEIM (red). Brillant wie immer das Orgelspiel von Carsten Lenz auf der Dreymann-Orgel – aber nicht zu toppen die Vorführung, die die Drehorgelfreunde Rhein-Main boten. Da konzertieren drei Drehorgeln, gemeinhin als „Leierkästen“ bezeichnet, aber Klassik vom feinsten. Händel, Dvořák, Bizet, Verdi, Paganini, Mozart, Rimski-Korsakow und Johann Strauss (Sohn) werden mit Werken zu Gehör gebracht und selbst der Musikkenner wundert sich über die Klangfülle dieser Instrumente. Und damit nicht genug. Eine kurze knappe, aber spritzig und teilweise witzig rübergebrachte Moderation des Leiters des Ensembles, Kurt Friese aus Mainz, erinnern schon fast an die Konzerte von André Rieu. Friese versteht es, den Zuhörer über das dargebotene Stück, den Komponisten und die Instrumente, kurz und prägnant zu informieren. Zum dritten Mal sind die Drehorgelfreunde Rhein-Main nun in der Saalkirche zu Gast und man merkt, dass Carsten Lenz und Kurt Friese sich in punkto Professionalität die Hände reichen können. Seit 2002 spielen Kurt Friese, Walter Siemes (Simmern/Ww.) und Volker Wiegmann (Haiger) in dieser Formation zusammen. Viele Kirchenkonzerte in der Region zeigen, dass die Musik mit den Drehorgeln willkommen ist und begeistert gefeiert wird. Kein Wunder bei einem Repertoire von rund 1.200 Musikstücken aus allen musikalischen Richtungen. Leider, so lässt Friese durchblicken, schafft man es bisher nicht, in den Kirchen der Stadt Mainz „Fuß zu fassen“. So hofft man insgesamt auf die Mundpropaganda, kleinere Werbemaßnahmen und die Empfehlungen der Kirchen, in denen bisher gespielt wurde. Bundesweit spielen die Drei mit anderen Formationen, so in Schwerin mit 15 Drehorgeln im Dom, bei der „Kaisertafel“ in Speyer, der Orgelnacht in Dortmund, Musik im Park in der Nähe von Kiel und viele andere Auftritte zeigen, dass eine alte Musikdarbietung wieder gefragt ist. Nicht nur bei der älteren Generation, die den „Leierkasten“ ja noch aus Kinder- und Jugendzeit kennt, sondern auch die anderen Altersgruppen zeigen sich begeistert. Erst bei der abschließenden Besichtigung der Instrumente merkt man bei den Kindern, dass sie verzweifelt nach einer CD, einem Ipod oder mindestens einem USB-Stick suchen, auf dem doch die Musik drauf sein muss. Dass hier Blasebälge ihren Dienst verrichten, zaubert Verwunderung auf die jungen Gesichter. So war es auch in Ingelheim und Friese bewies, dass nicht nur Klassik gespielt wird – mehrere Kinder durften Melodien wie Schnappi, das Krokodil, Der-die-das oder die bekannte Melodie der Sesam-Straße anspielen. Insgesamt ein kultureller Höhepunkt im Rahmen der Orgelwochen in Ingelheim, ein Publikum, welches nicht mit Applaus sparte und Akteure, die sich durch Auftreten und Kontaktfreudigkeit in die Herzen der Menschen spielen. Und die Tatsache, dass die Drehorgelfreunde nur einen Fahrtkostenzuschuss erhalten und somit der überwiegende Teil der Spenden dem Orgelprojekt zugute kommen, rundet das Bild einer äußerst sympathischen Musikgruppe ab, die sich zwar als Hobbymusiker bezeichnen, aber manch selbst ernanntem Profi allemal das Wasser reichen können.