gedicht


                         

In the line of fire

 

Nagel im fleisch

Nicht weit weg von zu haus

Körper am kreuz

Brennen und fliegen

Im irrsinn liegen

Durch den dreck eines krieges

Freigegeben

Das leben

Doch was erklärt

Den tod am geschmack

Die droge der jahre

Soldaten und sklaven

Den tränen einer mutter

?

 

Israel

 

© jan. 2009 michael köhn 

 

 

 

never ever

early morning
blieb mir nichts weiter als ein unauffälliges schüchternes mädchen zu sein
bis du kamst um mich mit dem zu töten
was du für liebe hieltest

early morning
ist und war also nicht unbedingt sonntag

early morning
beginne ich deswegen damit meine psyche in den richtigen blickwinkel zu bekommen

early morning
tauche ich hinein in die schatten zeitloser beziehung
und schreie nein

early morning
bin ich es die hell von dunkel trennt und drinnen von draußen
die stirbt und lebt mit dir aber ohne dich

early morning
wache ich in einem anflug von freiheit auf und denke
du fehlst mir überhaupt nicht mehr

early morning
liege ich in meinem blut

never ever
early morning


© dez. 2008 michael köhn
   

 

  

 

 

 

vereinzelt schreie ich

 

wo grellweiß zeit

entspringt

spielerisch

sich rekelt dehnt

zusammenzieht
in
immer gleicher übung

koitus

bin ich vor dunkler wolke licht

solist

herrscht explosionsgefahr

zuversicht

jede sekund

 

 

 

 

Nach Liebe ist Leben davor 

 

In verlorener Zeit geboren

Richtung Niemandsland unterwegs

Eine Granate in der Stirn

Spielen tausend grausame Kriege

Blues auf meiner Seele 

Endzeit 

 

 

 

Paranoid

 

Wenn ich am fenster stehe

Wundere ich mich

Dass die welt sich weiter dreht

In diesem irrsinn von kapital macht und krieg

Es nicht dunkel wird vor scham zorn schuld

Ungeduld

Ich suche dann am himmel trost

Einen hellen stern

Doch nichts

Nur elend vergänglichkeit tod

Ich bleibe eben ein simpel

Ein irrer träumer pimpel

Der nicht begriffen hat

Was sache ist

Paranoid

 

 

 

 

the world


denke nicht
dass ich ein held bin
weil ich wie tot an der erde liege
in diesen heiligen nächten
mit dem gedanken an die ewigkeit
dem blutigen krieg
den krähen um mich herum
die mir die gedärme herausreißen
wütend und unwiderstehlich
meine seele frei lassen
denke nicht
dass ich ein held bin
weil ich von anarchie besessen
bomben lege
und dieser schrecklichen welt
von worten ohne taten nicht folge
denke nicht

and more

 

 

 

 

It’s me

 

ich bin

nicht

komplett irre

oder besoffen

weil

ich dieser weißen linie

die mein schicksal besiegelt

in den arsch trete

der blutabnahme

in der ausnüchterungszelle

den tausend gefühlen

die mein leben bestimmen

nein

ich hasse den zustand

wenn ich vor lauter liebe

und

weit weg von zu hause

wortlos gezwungen bin

kaugummis unter den tisch

zu

kleben 

 

 

 

 

Ich hasse die Zeit dazwischen

 

Ich sitze - und lausche meiner ungleichmäßigen Atmung -, fühle den rasenden Puls.

Ich denke - das Herz kann mir aus der Brust springen.

Doch wohin?

Ich habe Angst - es nicht wieder zu finden!

 

„Bist du da?“

 

Seit Tagen bin ich runter vom Stoff, doch ich fange wieder an -, es bleibt mir nichts weiter übrig.

 

„Weißt du noch?

War es nicht schön?“

 

Ich erinnere mich an den Traum von eben.

Es ist einer über das Leben und den Tod, den ich immer wieder träume und immer wieder vergessen habe.

Das Bildnis meiner Mutter an der Zimmerdecke.

Tanzende Schatten im Sternenlicht.

Die Melodie von Wehmut und Schmerz.

Ein kaputtes Herz.

Ihr Zeigefinger.

Das Grauen im Mond.

Sandsäcke im neunten Haus.

Schießbudenfiguren mit Kittelschürze.

Schalltote Räume. In Gummizellen gefesselt.

Kapitän Kirk beim Ätherlauschen.

 

„Hallo, kannst du sprechen?“

 

Besser ich fange wieder an - und ziehe es bis zum Ende durch.

Es geht auch nicht anders - denn ich will nie wieder:

Wachstation, Mehrbettzimmer, Mandolinenfieber.

Kotzen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen.

Antidepressiva, Sedativa, Neuroleptika.

Ritalin, Valium, Haldol, Diazepam.

...lieber betrunken... rauchen... ficken... leben... da sein können...

 

„Ey, hast du Zeit? Meldest du dich mal?

Hörst du mich?

Hallo...“

 

 

 

 

 

angst im gefäßsystem

 

- wenn ich mein herz

in deine fuge

stecke

es draussen regnet

- agonie -

lass ich die grausamkeit

gleich sein

- verrecke -

taste mich

hoch

bis an dein linkes knie

- bordeaux -

am mittelmeer

so leer

das die beziehung

frisst -
   


Satt

Sind Treppen
Kaum benutzt
Aufwärts wie
Abwärts
Führen in Treffpunkte
Der Subkultur
Wo Touristen aus Bussen
Glotzen
Bellt ans Geländer gebunden
Heiser ein Hund
Haste ma n Euro
Der längst an einer
Überdosis
Burger mit Döner
Gestorben
Schluckt nun Methadon
Gegen seine Sucht
Wertvoll zu sein
Wie das blühende
Leben
Und du lachst dazu
Wie blöde
Wenn Reifen quietschen

  

 

 

Ausgekotzt

 

Der

Dämon schläft nicht

Fordert Zigaretten

Bier

Und Schnaps

Will vögeln

Die Sau

Lässt mich nicht schlafen

Schafft Unruhe

Einen steifen Schwanz

Glänzende Augen

Matte Haut

Pickel am Arsch

Versteckt meine Leber

Unter einem Treppenabsatz

Und macht Witze darüber

Wenn ich besoffen

Aus dem Fenster pisse

Auf Dosen

Flaschen

Scherben

Tüten

Fäkalien

All den Scheiß

Von Geschwür

Das sich in den Ecken

Meines Daseins festgesetzt

Wie die Laus im Haar

Eines Affenarsches

Ach

Wäre ich doch

Nach Afrika

An die Ostsee gefahren

  

 

 

 

 

Café Sehnsucht

 

Selbstständigkeit Anerkennung

Freiheit Respekt

Will ich

Kein Mitleid

Spüre ständig

Dieses geile Verlangen

Nach Schmerz

Der mir Geist und Hoden belebt

Mein Gedanke

An eine Peitsche

In einer Klosterzelle

Den Blutbock am Marktplatz

Bund von Lust wie Schmerz

Spiel mit Rute und Herz

Dass keine Angst erzeugt

Fesseln der Seele

An das mit Nägeln besetzte Kreuz

Geschlagen

Elektroden an Brustwarzen

Genital

Eingespitzte Kochsalzlösung

Gasmaske Flaschenzug Luftnot

Kitzelnder Strom

Und kein Stopp oder Gnade

Die den Körper

An die Seele verrät

Bis der Käfig im Keller

Nach der Vorhautbeschneidung

Vor Blut

Zentimeterhoch steht

Erst dann

Bin ich satt

Im Gefühl von Macht

Das die Scham nimmt

Wenn ich frage ob ich dich

Dann und wann im

Café Sehnsucht begrüßen kann 

Antworte bitte

 

 

 

 

 

Momente

 

Mir geht es genau so.

Auch ich kann sagen: besoffen war alles schöner!

Eure Fressen, zum Beispiel.

Münderkloaken.

Hort ausgeblasener Eitelkeiten.

Weißt du noch, was wir gestern getan?

Aus Gedanken geknetet in elende Sätze geformt,

die lustig sein sollen - oder sonst wie was - doch nur andere verarschen.

Eigene Mängel kaschieren.

Charakterscheiße - this way - vor Angst in Momente gewandelt.

Solche Pisse am Bein.

Die ich vollgesoffen anders ertragen habe.

Besser.

Daher auch meine Zähne.

Brüchig für die Ewigkeit.

Wie meine platte Nase.

Und Rachegelüste -, die ich immer wieder auslebe.

An dir - und auch an dir da - du Arschgesicht!

Denk also daran, Kretin, ich werde es tun -

und an deiner vollgeschissenen Bude klingeln.

Doch nur ein Mal 

bei Nacht

 

  

 

 

 

Faust in Fresse

 

die Zeit kommt ran

als sei der letzte Tag

und Zeiger fallen

Schlag auf Schlag -

wie du mein Knecht

hab ich das Recht

im hitzig übertreiben

Hass und Verdruss

die Pflicht erfüllend

ohne je zu bereuen -

im Lügengeist bestärkt

ist hier ein jedes Blättchen gut

wo anderswo

 schon Bäume fallen -

die ausgekotzten Gallen

kein Versprechen halten

und du bleibst immer

was du bist -

 

 

 

 

Lausige Zeiten, Alter

Rauche
White Pipe
Und du bist
Im Haus der Mitte
Dem Zentrum der Sonne
Auf der Straße
Mit fremden Typen
In buntscheckigen Fetzen
Die Zeit schöner Tage
Im Kinderzimmer
Passé
Stattdessen eiskalter
Schweiß
Gestank von Tod
Wenn dich das Gift
Nach tausend Stichen
In die Kniekehlen
Anschaffen treibt
Rein
In die Magenkrämpfe
Den Kopf
Über den Schwanz
Eines Freiers gebeugt
Mit ausgeweitetem Arschloch
Ständig in Bewegung
Um den Pudding
Der Sucht
Herum
Rennst du im Sitzen
Davon
So du kannst 
 

 

 

 

 Anhaltspunkte

Unumkehrbar meine existenz
Im geruch von blut urin
Der alten scheiße
Auf den u-bahnhöfen der stadt
Einer welt
Ohne perspektive auf irgendwas
Als dumpfe leere im kopf
Wo die blätter schon im frühling
Von den bäumen fallen
Der see tagaus tagein vereist
Auf dem eine neue liebe begann
Die mit der alten geendet
Geblieben einzig die spritze
Ob auf dem bahnhofsklo am Kotti
Oder in Amsterdam
Bin ich kaputt süchtig hilflos
Fixerin hure obdachlos
Einer frühen jugend leben
Zwischen seiten eines buchs gepresst
Mit der frage nach dem namen
Sollte irgendwer meinen wissen
Reihe 14 b urnengrab anonym

 

  

 

 

 

 

Lass dich nicht f...

 

Du hast Uniform an

Sagst ja

Weil du es nicht besser weißt

Verteidigst die Freiheit am Hindukusch

Beschützt Frauen und Kinder

Schulen und Kirchen

Räumst Minen

Und mit deinem verblödeten Arsch

Förderst du Öl

Macht und Reichtum

Für andere

Kommst nach Hause

Dir fehlt ein Bein

Dein Glaube

Das alles korrekt war

Also nimm deine Eier

Schrei den Idioten die Wahrheit

In die Fresse

Und gib nie Ruhe

Bis du sie hast 

Satisfaktion

 

 

 

 

Asyl

 

Frei machen

Wegen Einstichstellen

Ein Gang

Tür rechts

In die Zelle mit

Zugemauertem Fenster

Das

Bett mit Papiertuch bedeckt

Um

In den Wänden

Der Zeit

Fest zu wachsen

Jahre

Später

Durch das Guckloch

mit Tür

In der Dunkelheit

Eines Morgens

Davon zu wirbeln

 

Antrag abgelehnt

 

 

 

 

karzinom

 

- dem

wellenmeer entsprungen

auf dem strand will ich liegen

warmen sand

der sonnen

 

- meine

zunge in dir

höre ich töne von glück

aus einer muschelschale

störche ziehn

 

- niemand

kehrt zurück

ist das haar erst abrasiert

ich vergesse

deine küsse nicht

 

- erst

wenn mir selber

man den körper eröffnet

krebse erwühlt

die heimtückisch schon

 

- bleibe

ich stumm

durch dich reichlich belohnt

die fahrt ins licht

mehr glück gibt es nicht

 

 

exit

man nannte dich super

busen

mich einen harten

arsch

du warst

blond

ich hatte meine beste zeit

hinter mir

mühelos unsere

orgasmen

das abbunkern von

gefühlen

es war eben eine reine

fickgeschichte

biss du schwanger

wurdest

und ich jahr um jahr

blumentöpfe

im garten vergrub

 

 

fuck machine

 

ey, Charles 

es ist nicht so

dass ich jeden tag einen text fertig habe

wenn aber

bringe ich den unters volk

- und lasse die loser ranpissen

doch glaube mir

deren meinung ändert mich nicht

und dem text macht es auch nichts

aus

 

 

 

versprochen

 

... mit dir

will ich weiterhin

wilde Beeren pflücken

wo Rosen duften

unter Linden rasten

Buchen Schatten spenden

im Kornfeld der junge Halm

in die Nacht hinein

sich biegt

ein Morgenvogel jubiliert

den Glockenschlag erwartet

um es dir neu

versprechen zu können ...

 

  

 

Bewerbung mit Erfolgsgarantie

 

Schon vor Jahren bescheinigte mir ein Gutachter beim Idiotentest, dass ich mich weiterhin über Gesetze hinwegsetzen werde.

Er hatte recht.

Kurz darauf stand ich erneut in einer Strafsache vor Gericht, wurde verurteilt, und musste den Dienst quittieren - und ...

Ja, ich bin, bzw. war - im Knast.

Über -mich- den Knast habe ich ein Buch geschrieben, inzwischen das zweite und dritte.

Kein Verlag wollte es bisher, nicht das erste, zweite, dritte.

Erst als ich erklärte sämtliche Storys seien authentisch-autobiographisch - und, dass ich vor Presse und Fernsehen private und dienstliche Entgleisungen ungeschönt darstellen werde, reagierten erste Redaktionen positiv.

Gemach, beschied ich die, sagen sie ihrem Rechtsanwalt, dass er erst die Verjährungsfristen meiner Straftaten überprüfen muss, schließlich will ich nicht im Knast landen, denn da komme ich gerade her.

Also, falls Sie einen guten Anwalt in Ihren Reihen wissen, kontakten Sie mich ...

Bis dahin

 

 

  

kalter entzug

 

 wenn ich was brauche

werde ich mich melden

und sollte es ein problem sein

so wie marmor

stein und eisen brechen

sei der tag gelobt

da ich die vorherige nacht auskotzte

 

 

 

ja

 

- mir geht es ähnlich mit denen

und auch mit anderen

allerdings spiele ich nicht deren spiel

jedenfalls nicht mit ernsthaften bildern

ich ringe mehr mit meinen erinnerungen

und was ich daraus machen kann

- ob die jemand versteht

kann ich nicht beeinflussen

ich kann nur die zeit entwirren

bevor die nacht kommt

- lass du es auch gut sein

spar deine reserven

dichte für verstehende

und bleib gesund an dem dich kränkenden

- sei in den alten emotionen du selber

und lass ab und an von dir hören

oder sehen

wie mit diesem fantastischen bild

im anhang deiner mail

 

 

 

Harz IV loser

 

mit angeödeten Augen

jeden Morgen im Nichts antreten

Essen in einsamen Ecken

unter freiem Himmel

neben dem Bankrott anderer Typen

in Furcht zu werden wie die

Mörder des Tages

in den Büros gegenüber

die früh verheiratet

Kinder gezeugt und

als Antwort auf das Leben

noch schneller wieder geschieden

Hauptsache man gefällt sich

als fetter Krieger mit Nahkampferfahrung

der Altachtundsechziger-Vergangenheit

träumt immer noch

von der großen Nummer

im Nirgendwo von LSD mit Rückenleiden

leerem Blick

in das ideale Ich daneben

     

all time loser

 

 

  

 

migranten, flüchtlinge, verfolgte, nazis

und ich

 

ich bin deutsch und ein mann

der weiß was er kann

aber ich möchte sein wie ihr

werfe meinen pass weg

reise in deutschland ein

bin moslem verfolgt

und esse kein schwein

 

heirate eure frauen

die nun meine sind die da mit 14

und mache der ein kind

beschneide beschmutze verstümmele

prügele sie rede von ehre

wie sonst überhaupt nie

 

nehme geld vom staat

der nicht meiner ist und weil das zu wenig

vertick ich die welt an euch schweinefresser

bonzen und an allah der mein gewissen

und wenn all das nicht reicht

schnall ich mir nen bombengürtel

unter die titten und werde euch splitten

auf ewig ihr nazis

  

 

Zug um Zug

 

Wenn es Krieg

In der Liebe gibt

Liebe im Krieg

Hatten wir beides

Verletzt an unseren Seelen

Verbrannt am Körper

Verwundet am Ich

Des anderen

Sind wir gefallen

Aufgestanden

Liegen geblieben

Schweißnass

In den Bergen nahe der Stadt

Am Strand

So weiß

Dem blauen Meer

In letzten Atemzügen auf einem Bett

Einziger Gemeinsamkeit

Mit Hoffnung auf Zukunft

Als die Tränen tropften

Heißes Blut

Vom Luftzug im Gehen aufgewirbelt

Durch kaputte Füße

Tief violetten Narben überall

In Gedanken Texten Skizzen über uns

Die tot

Gestorben

Wie unser Lachen

An Schnitten am Handgelenk

Sauerstoffröhre im Hals

Um den Geist zu lieben wie die Worte

Ich liebe dich

Die aus unserer Welt

In Mengen von Valium

Strömen von Alkohol

Verbannt

Dieses

Liebst du mich nicht mehr

Als Frage

Ohne Antwort

Wie ich

  

 

friedhofsreue

 

wenn ich dir sage

ich liebe dich

stimmt es

auch wenn ich sonst lüge

betrüge

verspreche ich dir

meine finger von drogen zu lassen

und anderen frauen

auch

dass ich dich nie mehr

schlage

auf dich schießen werde

wegen meiner blöden

eifersucht

und so weiter

 

  

Lektion 1

 

für die autoren

karriere

schreibe ich

morgens

am offenen fenster

telefonbücher ab

fliegt ein grabstein vorüber

granit

meinen namen in

goldbuchstaben darauf

der an der gruft

mit rosen

in schwarzen gummistiefeln

drunter nackt

mit weichen reden

im regen

von ruhm mit nelken

an lackschuh

in tausend teelichtern die

mich erschüttern

als hätte ich

all die

figuren

herbeigeweint

ist mein freudiger

selbstmordsprung

aus höhe der tischkante

bevor der abend zur nacht

und ich weg muss

ehe es in meiner seele hell

geworden

und ich all diesen mist

wahrhaftig

erlebe

 

  

sektion

 

in einem wort

wohnt ein ganzes leben

voller buchstaben

 

es wurde ihm gestohlen

während er schlief

oder auf andere weise nicht bei sinnen war

 

nun ist es wieder aufgetaucht

und klingt roh und gemein

nicht wie früher

 

noch ist es er

der inzwischen eine menge erlebt hat

und darüber erzählt

  

 

mitZeitlos

 

als der krieg vorüber

die leichen auf dem karren

fand sich die liebe

unter den gemordeten/

falls du nun denkst

jemand kam zur kapelle

um über ihren tod

zu trauern irrst du/

nicht mal ein grab

hat sie bekommen

 

  

vor glück

 

zwischen den welten

meiner vergangenheit

in der wäsche auf der leine

vom balkon gegenüber

erscheint mir in nahaufnahme

dein gesicht

 

und dass ich dich liebte

in diesem glück ohne ende

nie abgesendeter briefe

die ich mehr als alles andere

jetzt wie alle zeit

beweinen muss 

angst

 

 

 

 

nackt übern tresen

 

ich spucke dich aus

denn du bist mir genau so beschissen

wie all die anderen zuvor

hängst an meinem hals so lange du kannst

bis ich dich zentner schwere spüre

die nun verfault bei aas und maden liegt/

stehe am fenster

den himmel voller sterne

während eine längst vergangene zeit

mich beißt/

sind es die späten nächte früher tage

und wenn es soweit ist

freu ich mich über sahnekringel

auf dem kaffee

als wenn ein licht mir weht

 

 

 

 

deine bilder

 

ich muss dir sagen

ich habe nie begriffen

warum frühling dem winter folgt

herbst dem sommer

 

bin jedes mal an den

rätseln und geheimnissen

gescheitert die

die des lebens sind

 

im foto mit dem haus darauf

zeichne bitte ein kreuz

an das fenster

hinter dem du zu finden bist

 

 

 

 

am ende vom tunnel

last but

die seele
ist wirklich
bewusst sein unsterblich
raum zeit materie
du ich
alle
sind licht
energie
grund element der welt
der liebe
des lebens
rechter und linker schuh
gleich zeitig

not least

 

 

 

 

eisbär spezial

 

... stellt einen sterbenden

im weltkriegsbunker

museum aus

ja

das rockt

im rentnerparadies

weil jeder

der will

ihm die kälter werdenden füße

wärmen kann

und das ist das beste

vom weiß blonden

mit fußgeruch

 

 

 

ich schreibe nicht mehr

 

abgesang

 

ich habe mir vorgenommen

nichts mehr zu schreiben

ich hatte mir damals vorgenommen

nicht zu schweigen

alles auf/zu/schreiben

nein

ich schreibe nicht mehr

denn ich habe alles gelesen

nicht nur was ich selber schrieb

sondern vorwiegend fremd geschriebenes

auch deswegen

ich schreibe nichts mehr

ich las bereits alles

denn längst ist alles geschrieben

was war und was sein soll

und besseres gibt es nicht

bin ich sicher

 

 

 

re

 

Die Erinnerung hält mich gefangen
Ein Panzer um die Brust
 Meerenge im Herzen
Ein sehnen
In einen Gottesdienst betender Hände hinein
 Schiff auf hohem Wolkenkamm
Eine Kugel in meinem Schädel
Die im Herzen 
Mitten in die Vergesslichkeit

Sterbe ich gerne

 

 

 

zuhälterballade

 

kein tier

wie wir

kein tag den ich mag

alle stunden wie gestern

alle fotzen sind schwestern

auch die ich gestern hatte

macht mir heute keine latte

die ich morgen bekomm

bleibt bis dahin ganz fromm

hab ich sie

geht alles ganz schnell

ich reit sie zu

dann ab ins bordell

die fixe wird sie zügeln

ein wirtschafter prügeln

ein freier ermorden

ich hol die nächste aus dem norden

denn kein tier ist wie ich

alle straßen ein strich

alle frauen ersetzbar

und mann echt verletzbar

kann der zu hause nicht vögeln

wird er sein alte nicht mögen

ist kein tag wie er ihn mag

geht er nutten killen im park

 

 

 

loveBlues

 

es

war vorbei

süße

als die langeweile kam

um

für immer zu bleiben -

nein

 

du

bist nicht mehr der boss

und ich

 

ich

zahle nie mehr die zeche

deiner stummen

antworten

auf meine

fragen -

ja

 

ich

bin frei von dir

denn meine liebe

zu dir

verblies

der staub der zeit

du

 

also

spiele dich nicht auf

als hätten wir die besten jahre

noch vor uns

und

jeder tag wäre

eine überraschung -

du

 

du

hilf

dir selber

denn

ich

 

ich

habe zu tun

mein herz

zu

flicken

 

und für meinen schwanz

ein neue heimat

zu suchen

 

  

unison

 

wenn du gehst

bin ich da

um mit dir zu gehen

 

bleibst du

bleibe ich

um mit dir zu bleiben

 

wenn ich weg bin

suche dort

wo du mich brauchst  

 

alle ©  2008 michael köhn 

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